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Freitag, 24. Oktober 2014

Unser täglich Weltuntergang gib uns heute

Abteilung: Meteroitensplitter im Müsli












Es gibt genügend Szenarien der Apokalypse, die wir täglich präsentiert bekommen.

Während des Frühstücks konsumieren wir medial bereits Ebola, IS, NSA und den restlichen Bodensatz der menschlichen Stoßrichtung und deren Konsequenzen.
Zwischendurch unterbrochen vom Werbeblock, der einen glauben lassen will, dass ein erfülltes Leben von der Wahl des Shampoos abhängt.
Oder des Müslis. Des Autos, oder der Versicherung.
Was auch immer.

Wenn es wirklich 'Demokratie' gäbe; wenn wirklich die Mehrheit der Weltbevölkerung über Wohl und Wehe entscheiden könnte - nicht deren korrumpierte Volksvertreter - ich hoffe und glaube, die Welt sähe anders aus.

Es gibt sicherlich nicht Wenige, die eine Apokalypse herbeisehnen.
Vielleicht überlebt man sie ja - und die Karten werden neu gemischt.
Welch Verheißung!

Dieses Szenario wird aber nicht von den Gewinnern dieses System angestrebt. Die Vermögenden, die Mächtigen, die Nutznießer dieses Systems, möchten, dass alles so bleibt, wie es ist.
Vielleicht noch ein bisschen mehr Gewinnverteilung von Unten nach Oben.
Und noch ein bisschen Sozialabgaben und Lohnkosten schleifen.
Aber das Steuersystem und dessen Löcher soll bitte genau so bleiben.

Aber man will den Bogen auch nicht überspannen. Man will ja keine sozialen Revolten. Gerade soviel zu Fressen geben, dass man zu faul ist für die Barrikaden. Den Rest macht die (gekaufte) Propaganda.

Und viele Abgehängte schlürfen ihr Frühstücks-Müsli, und hoffen, dass endlich ein verdammter Meteorit einschlägt und diesen Planeten und dessen Machtgefüge mal so richtig durchschüttelt...

Denn, ansonsten ändert sich ja nichts.
Nicht wirklich.

Samstag, 11. Oktober 2014

Die Krankheit der Gesunden

Abteilung: 'Die Phatologie der Normalität'

[ab 18'40'']

(Inspiriert von diesem Kommentar von Ano 12)

Ist es gesund, sich in dieser Gesellschaft, in diesem Weltgefüge nicht wohl zu fühlen? Bin ich depressiv? Liegt es an meinem Unvermögen, Sachzwänge zu akzeptieren?

Kann mir geholfen werden, durch Gesprächstherapie und Gruppensitzungen?

Könnte ich geheilt werden, um mich in dieser Umgebung glücklich und zufrieden fühlen?

Oder bin ich etwa normal, und die anderen sind krank?

Bin ich der Geisterfahrer, oder die Unzähligen, die mir entgegenkommen?

Mir scheint, ich bin unheilbar in dieser Welt. Selbst HD-TV, Flatrate und Facebook macht mich nicht glücklich. Ich habe doch alles, in dieser schönen, bunten, hochauflösenden Welt!
Wie krank muss man denn sein, wenn man unzufrieden ist, während anderenorts Menschen auf eine handvoll Reis hoffen?

Warum kann ich nicht glauben, an Wachstum und Konkurrenz?
Warum befriedigt mich der Konsum nicht; warum kann ich mich nicht mit den Werten identifizieren, für die die westliche Welt steht?

Bin ich ein Kranker in einer gesunden Gesellschaft
... oder ein Gesunder unter Kranken?

P.S.: Vielen Dank für die Inspiration, Ano 12!

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Zum Gedenken an Siegfrid Lenz: Müßiggang oder das aktive Nichtstun

Abteilung: 'Ich mache was ich will: Nichts!'

 "... Weil die Arbeitswut eine weitgehend internationale Erscheinung ist und ohne Rücksicht auf politische Systeme besteht, darum ist eine Verteidigung des Müßiggangs heutzutage bereits ein müßiges Unternehmen: Es ist verschwendet, es muß wirkungslos bleiben – eine Feststellung übrigens, die nur von einem Mann getroffen werden kann, der seinerseits von der Arbeit besessen ist.
Denn natürlich wird ein leidenschaftlicher Müßiggänger nicht nach Wirkung und Zweck fragen, nach kalkuliertem Nutzen, vielmehr wird er sich gerade für das erklären, was ihm verschwendet erscheint, er wird das Müßige als das einzig Schätzenswerte ansehen. Und das bezeichnet nun auch die Qualität seines „Tuns“. Es ist nicht blinde Geschäftigkeit, die nur die Zeit füllt oder an einem Zweck gemessen wird, sondern schöpferische Nichtarbeit, produktives Träumen, eben: Müßiggang..."
aus Zeit-Online: Siegfrid Lenz: 'Müßiggang oder das aktive Nichtstun' (1962)

Vorwort von S.L. aus 'Tagebuch eines Müßiggängers' von Ben Witters

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Bukowski: 'Diese öden Scheißer'

Abteilung: Apocalypse Now: Die Zombies sind unter uns!

Diese öden Scheißer
"Die Toten kommen angerannt und
halten quer zur Laufrichtung
Reklameschilder für Zahnpasta hoch
die Toten sind besoffen
in der Silvesternacht
zufrieden an Weihnachten
dankbar am Erntedankfest
gelangweilt am 4. Juli
untätig am Tag der Arbeit
ratlos an Ostern
albern im Krankenhaus
nervös bei jeder Geburt;
die Toten kaufen sich Socken und Unterhosen
und Gürtel und Teppiche und Vasen
und Couchtische
die Toten tanzen mit Toten
die Toten schlafen mit Toten
die Toten tafeln mit Toten.

Die Toten kriegen Hunger
sobald sie einen Schweinskopf sehen.

Die Toten werden reich
die Toten werden toter.

Diese öden Scheißer.

Dieser Friedhof
über der Erde.

Ein Grabstein für den
ganzen Schlamassel, und darauf
gehört die Inschrift:
Menschheit, du hattest
von Anfang an nicht
das Zeug dazu.
"


(Charles Bukowski)

[Hervorhebungen vom Duderich]

Darf ich trotzdem links sein?

Abteilung: Sündenfall

(Dieser Beitrag entstand unter dem Einfluss von diesem Text und den Reaktionen darauf. [Kommentare])

  • Ich schaue manchmal Trash-TV. Ich habe erstmalig 'Dschungelcamp' geschaut, als Rainer Langhans daran teilnahm. Links-Ikone. Mitbegründer der Kommune 1. Letztendlich aber nur ein weiterer, nazistischer Idiot... Durchaus erhellend, was sich unter der jeweiligen >Marke des Namens< verbirgt.
  • Ich geh auch manchmal zu McDonalds. Ausschließlich morgens um zu frühstücken. Der ganze Burger-Kram schmeckt mir nicht. Trotzdem!
  • Ich esse Fleisch. Und auch meine Schuhe, meine Gürtel sind aus Leder. Manche meiner Jacken auch.
  • Ich bin Besitzer einer XBox 360. Nutze diese mittlerweile seltener, aber wenn dann lösche ich auch mal digitale Existenzsimulationen aus.
  • Ich liebe Filme. Möchte gerne anspruchsvoll unterhalten werden, schau mir aber auch gerne mal Eye-Candy an. Und, obwohl ich Tom Cruise leiden kann wie Sodbrennen; und obwohl ich die Scientologie (zu deren Mitgliedern er zählt) verachte, haben ich trotzdem Filme mit ihm gesehen und wurde dennoch unterhalten.

Fast ausschließlich alle Sünden, die ein >Linker< begehen kann, habe ich begangen.

Darf ich trotzdem mit dem Finger auf Missstände zeigen?
Bin ich überhaupt authentisch genug, die Reichtumsverteilung anzuprangern?

Ich bin ein armer Sünder, und ich möchte, dass Ihr über mich richtet!

Mittwoch, 17. September 2014

Der oktroyierte Tellerrand

Abteilung: Tulpenzwiebeln auf der Untertasse


Eine Utopie? Die Eloi











Alle politisch Interessierten streben Veränderungen/Verbesserungen an.
Eine weitere steile These: Ein 'weiter so!', selbst im Paradies, wäre eine unpolitische Haltung.
Vielleicht war bereits der 'Sündenfall' (bin absolut unreligiös, aber diese Metapher scheint mir geeignet) dann doch eher ein Glücksfall! Der Mensch (Gottes 'Krone der Schöpfung') wurde vor eine Entscheidung gestellt!

Ja, der Apfel des Baumes der Erkenntnis war vergiftet - aber was wäre aus dem 'Projekt Mensch' denn geworden, wenn er NICHT in den Apfel gebissen hätte?
Die verdammten Eloi ?

Der Apfel als Überbringer der Erkenntnis ist als Metapher schlecht gewählt.
Gegenvorschlag vom Duderich: Der Trüffel!
Man muss eine feine Nase haben um ihn zu orten. Muss sich dann durch Erdreich wühlen (auch durch 'Wurzel'werk) um diese Beute an's Tageslicht zu befördern...
Nicht so der Apfel, der (gerade im Paradies) in den Schoss fällt, oder gar dort hin geworfen wird!(?)

Verlassen wir die biblischen Metaphern und finden uns wieder in der uns umgebenden Realität:

Jeder Mensch hat Probleme - und jeder Mensch hat (wenn auch nicht für alle P.) Lösungsansätze dazu.

Öffentlich (nicht, wie hier - in den Untiefen des Internets) werden ausschließlich Lösungsstrategien präsentiert, die innerhalb dieses Systems denken. Man kann diese Hegemonie (wird noch zu  meinem Lieblingswort...) auch 'Kapitalismus' nennen, 'neoliberal', oder 'marktgläubig':
Es ändert nichts daran, dass nachhaltige Lösungen für viele aktuelle Probleme, innerhalb der vorgegebenen, systemimmanenten Denkstrukturen, nicht lösbar sind.

Über den Kapitalismus hinausführende Gedanken hingegen haben aber schon fast einen 'volksverhetzenden' (mir ist der historische Kontext bewusst) Verdict.

Innerhalb des namensgebenden oktroyierten Tellerrandes darf gedacht werden.
Die stetig aufspreizende Schere zwischen arm und reich bspw. wird aber (bzw. deswegen) weitgehend politisch, wie medial ignoriert, weil dieses Problem systemimmanent (sprich: innerhalb des Kapitalismus nicht lösbar) ist.
Eine dieser Relevanz angemessenen öffentliche Auseinandersetzung damit (außerhalb der vorgegebenen Denkstrukturen), bleibt leider völlig aus.

Lösungsansätze, die über die ganze neoliberale Gehirnwäsche hinausgehen, sind Ausgeburten naiver Spinner, die den Knall (Globalisierung, Konkurrenz, Sachzwänge, ...) noch nicht gehört haben.

Wer Lösungsansätze außerhalb kapitalistischer Doktrinen sucht, wird verfolgt...
... oder fühlt sich so (Paranoia, oder gesunder Menschenverstand?).
Wenn die 'innere Schere' nicht greifen sollte, folgt die 'äußere' dann irgendwann per Datenabgleich und Risikobewertung.

Der Kapitalismus ist im Grundgesetz nicht festgeschrieben.
Der Verfassungsschutz (und andere Zaungäste) beobachtet aber jene, die den Kapitalismus überwinden wollen  - Lösungen außerhalb vorgegebener Denkmuster suchen.
Mit welcher Legitimation eigentlich?

(...)

Traut Euch über vorgegebene Grenzen hinweg zu denken!


Wie sagte mein Vater (Frieden seiner Seele) so schön:

"Gedanken sind zollfrei!"