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Dienstag, 14. Juli 2015

Interview des Tages: Da ist jemand stinkend sauer und redet Tacheles

Abteilung: Heiner Flassbeck gibt den Lothar Dombrowski

Nachfolgend ein wirklich hörenswertes Interview in YouTube-Format.
Interessant, wie der Interviewer offensichtlich damit überfordert ist, auf dem wütenden und damit umso mehr genialen Heiner Flassbeck irgendwie einzugehen.

Solche deutlichen und emotional bewegten Worte muss man dann auch Glück haben, in irgendwelchen Nischen des Internets überhaupt zu finden (Die Propagandaschau).
Im Fernsehen bekommt man so etwas nämlich nicht zu sehen. Weder im gebührenzwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sendern, noch in den Privaten.

Und im Radio bekommt man sowas frühestens ab Mitternacht zu hören. So zumindest meine Wahrnehmung.

Viel Spaß (oder wie man das nennen will) beim zuhören!




Montag, 6. Juli 2015

Ja zum Nein

Abteilung: Nein zum Ja

Es ist fast schon eine Pflichtübung, sich als Linksdenkender, zum Nein zu bekennen. Oxi.

Ich habe heute ein deutschsprachiges Lied gehört. Ich weiß nicht, wie die Band heißt, oder das Lied.
Aber eine Textzeile blieb mir in Erinnerung:
"Gott hat einen starken linken Haken."
Und, unser Gott ist der des Kapitalismus. Des Glaubens an Märkte, an Gewinne, Konkurrenz und an Zahlen.
Das ist das, was man uns GLAUBEN machen will (ich bin unreligios - aber dann glaube ich doch lieber an Gott als an die Märkte...).

Der Mensch ist da schon lange nicht mehr das Maß der Dinge - und er war es auch nie, das erzählt uns die Geschichte.

Die Aufklärung hat versagt, wie auch die Kraft der Vernunft (beide existieren noch in 'unseren Köpfen' - aber sie haben leider nicht mehr die Meinungs-/Deutungshoheit).


Wir sind aufgeklärt und vernünftig, sind aber auch ungebildet und eigennützig.
Und lassen uns von Hetzblättern wie BILD bis in die Ränder der >linken Presse< aufhetzen, gegen die 'Sozialschmarotzer', die auf unsere Kosten leben.
Kommt das irgendwie bekannt vor?
Die faulen Juden, die faulen Ausländer und Asylbewerber, die faulen Sozialleistungsempfänger. Die faulen Alten und die faulen Jungen. Und die faulen Griechen.
[Sinnerhaltend kann man auch gerne >faul< mit >schmarotzend< austauschen...]

Gegen die Schwachen aufhetzen um den eigenen Besitzstand zu wahren.
Nicht wirklich überraschend diese Strategie. Teile und herrsche! Überraschend nur, dass die Bevölkerung dies immer noch nicht durchschaut hat.
Ist der griechische Olivenbauer das Problem? Der Rentner? Der Rezeptionist im griechischem Badeort?

Solidarität, ist das wirksamste Gift, was wir denen entgegenschleudern können, welche Habgier propagieren! Welche Angst in unsere Herzen setzen wollen, auf dass die Angst uns trennt statt vereint.

Die griechischen Wähler haben mit 'Nein' gestimmt, zu einer Dikatur des Sparens, die nicht mal Optimisten Raum für Hoffnung gelassen hat.

Dieses 'Nein' wiegt umso schwerer, als das die Wenigsten sich durch dieses Votum eine kurzfristige Lösung ihrer elementarsten Probleme versprechen.
Dieses 'Nein' votiert zugunsten von Würde und entgegen monetärer Sicherheit, die den Verbleib in der Eurozone zwar verspricht, aber sicher nicht einlösen kann.

Dieses Nein ist nicht gegen Europa!
Dieses Nein ist gegen die momentane Interpretation von Europa.
Dieses Nein setzt die Menschen vor die Zahlen.
Dieses Nein setzt Demokratie entgegen Kapitalinteressen.

Dieses Nein, welches noch jung ist, hallt jetzt schon in mir nach.
Es hat mir Kraft gegeben, wieder Hoffnung zu haben.

Hat mich hier wieder schreiben lassen.

Und die, die auf dieses Nein reagieren, die müssen sich auch (möglicherweise später) daran messen lassen. Martin Schulz (typisch SPD) muss dann auch direkt seinem Beißreflex folgen. Sieht selbst bei sich keinen Handlungsbedarf und bei den demokratisch nicht legitimierten Technokraten auch nicht. 
Erkenntnisresistenz.
Ich klatsche momentan in meine Hände, während ich verfolge, wie die um Meinungshoheit kämpfenden sich freiwillig derangieren.

Und,
das sei noch einmal abschließend deutlich gemacht:
Auch wenn die Besitzstandsbewahrer - und deren ausführenden Organe uns was anderes in die Köpfe pflanzen wollen:
Die Griechen, die 'Oxi' gestimmt haben, haben nicht gegen eine solidarisch, humanistische Idee von Europa gestimmt!

Ganz im Gegenteil!

Auch, wenn das bereits versucht wird umzudeuten:
Dieses 'Nein' ist ein 'Ja' zur demokratischen Partizipation. Ist ein Ja zum Humanismus. Ist ein Ja zur politischen Gestaltung, entgegen einer 'alternativlosen Politik' im Sinne der Kapitalinteressen.

Merkel sitzt in der Klemme. Sie bangt vermutlich jetzt schon um die Interpretation ihrer Politik in nachfolgenden Geschichtsbüchern.

Blöd nur, wenn man Demokratie vorgibt, die Wähler aber nicht so wählen wollen, wie das erwünscht ist.

Blöd nur, wenn eine Regierung dafür eintritt, wofür sie angetreten ist. Und im Zweifel das Volk befragt.
Und dann auch noch bestätigt wird.

Wenn nicht schon vorher erkennbar, wird sich in naher Zukunft allzu deutlich zeigen, welchen Wert einer Mehrheitsentscheidung zugemessen wird. Es wird sich zeigen, welche Wertschätzung sog. 'Demokraten' dem Volkeswillen beimessen.
Demokratie ist nämlich mehr, als ein Freifahrtsschein für die Dauer der Legislaturperiode!
Tsirpas trat genau dafür ein, wofür er angetreten ist.

Und wurden soeben vom Volk dafür per Referendum ziemlich stark unterstüzt.

Und genau das ist der Eiterpikel auf dem Arsch jener, die glauben, die Menschen durch mediale Manipulation (VT?) schadlos vor die Kapitalinteressen spannen zu können.

An der Gegenwehr auf dieses Votum wird man die Angst ablesen können; davor dass die Ausgebeuteten aufbegehren könnten.
Im größerem Umfang, für das möglicherweise Griechenland den Weg bereitet (Spanien?).

Die Europäische Gemeinschaft hat ein Glaubwürdigkeitsproblem:

Hoffnungslose kann man nicht mehr unter Druck setzen.
Menschen ohne Zukunft, kann man nicht mehr Angst machen.

Bei einem möglichen Grexit wäge nicht nur die vernachlässigbare Volkswirtschaft Griechenlands...

Gerade die, die jetzt einen Austritt Griechenlands fordern, versuchen den ersten Dominostein unter die Erde zu schaufeln.
Aber der Dominostein ist mit dem Referendum bereits umgekippt. Er wird nachhaltig seine Wirkung zeigen, egal wie tief man ihn jetzt eingraben will.

Meine Analyse mag für viele all zu optimistisch wirken.

Aber, unabhängig davon, ob manche diesen Optimismus für unbegründet halten, so tut er doch gut, in meinem Herzen. Er fühlt sich gut an!

Entschuldigt den pathetischen Klang meiner Worte.

Dies ist meine spontane Reaktion auf das Wahlergebnis.
Zugegebenermaßen relativ euphorisch.

Ich habe seit langem mal wieder Hoffnung, dass sich auch für den kleinen Mann etwas zum Postiven verändern könnte.
Langfristig sogar beim Grexit. Kurzfristig würde dieser weitere negative humantiäre Auswirkungen haben, wenn internationale humanitäre Hilfe ausbliebe.

Trotzdem glaube ich, dass ein 'Nein' zu den momentanen Diktaten, einer nachfolgenden Generation bessere Chancen eröffnet. Oder zumindest Hoffnung auf ein besseres Leben, welches die Troika noch nicht einmal in Aussicht stelllt.

Hoffnung ist ein machtvolles Gefühl! Hoffnung (und der damit einhergehende Wille auf Veränderung) treibt demokratische Prozesse an!

Hoffnung ist aber das, was die Troika der nicht demokratisch Legitmierten nicht einlösen konnte, oder nur wollte.

Das Votum in Griechenland, lässt Hoffnung aufkommen, dass nicht jede Gesellschaft so funktioniert (und so wählen), wie die Machthabenden das Wollen (wer das ist [ob es sie überhaupt gibt?], soll jeder für sich selbst entscheiden...).

Dies ist so ein Augenblick, wo Politik spannender werden könnte, als das nächste Spiel der eigenen Lieblings-Fußballmannschaft.


Alleine dies wäre schon ein demokratischer Gewinn...

Montag, 22. Juni 2015

Donnerstag, 4. Juni 2015

Entweder, oder? Eine Frage, die sich jeder stellen sollte

 Abteilung: Scharfe Klinge

Die Partei Syriza ist angetreten, um sich aus der eisernen Umklammerung der Troika zu befreien, die nicht nur subjektives sondern auch objektives Leid in der Bevölkerung Griechenlands ausgelöst hat.
Die abgehängte Bevölkerung wurde in den letzten Jahren in einen kollektiven Schuldenturm gesperrt.
Die bisherige nationale Politik Griechenland tat nichts anderes, als das Diktat der Troika in Gesetze umzusetzen und zu verwalten.

Wenn man sich denn zur Demokratie bekennt, dann bekennt man sich doch auch für das regulierende Mandat, bestehende Zustände zu ändern, die es zulassen, dass Wenige von der Mehrheit profitieren.
Demokratie versteht sich doch als Ausdruck des Interesses der Mehrheit, denn sonst ist sie ad absurdum geführt.

Nicht der (faule) griechische Olivenbauer hat über seine Verhältnisse gelebt, sondern ganz andere.

Und Jene tuen dies immer noch.

Syriza trat für die Bedürfnisse der Mehrheit ein. Und die Mehrheit, das sind die Ausgebeuteten.
Und von Jenen, die das demokratische Mandat haben, etwas an diesen Zuständen zu ändern, wird verlangt, dass sie alles genau so abwickeln, wie die Vorgängerregierung.
Dass sie weiterhin die Verteilung von arm zu reich organisieren und in Gesetze gießen.

Sozialabbau, Abbau öffentlicher Stellen der staatlichen Daseinsfürsorge (z.B. medizinische Versorgung), Privatisierung, usw. sind Forderungen, die dem demokratischen Mandat der griechischen Regierung wiedersprechen.
Niemand glaubt daran, dass das Austeritätsdiktat der EU Griechenland aus der Wirtschaftskrise führen wird.
Nicht mal Schäuble, oder Merkel selbst.
Es geht um die Aufrechterhaltung von Dogmen.
Es geht um Schuld und Sühne.
Es geht darum, dass bestehende System der Gewinnverteilung mit allen Kräften aufrecht zu erhalten.

Der Gedanke einer Wirtschaftsunion, um eine Alternative zum Dollar zu bilden, ist jetzt schon gescheitert.
Die Zentrifuge innerhalb Europas hat jetzt bereits solche Fliehkräfte entwickelt, dass auch Spanien in deren Sog geraten wird.
Überholte neoliberale Dogmen werden diese Entwicklung nicht verhindern können.

Und ich glaube, dass im G7-Gipfel genau dies Thema sein wird.
Sie werden dort keine nachhaltige Lösung finden, außer Repressionen gegen zunehmende Gegenbewegungen - was eben keine NACHHALTIGE Lösung ist.

Aus der Geschichte nichts gelernt...

Es mag Zeit kaufen, wenn man eine Politik, in denen Wenige von der Mehrheit profitieren (sie diese ausbeuten) als demokratisch legitimiert verkauft wird.
Irgendwann wird und sollte  die Mehrheit (das Souverän) nicht mehr zustimmen, dass sie von Wenigen ausgebeutet wird.
Aber die Legimitatin dafür wird immer subtiler und verkauft sich als demokratisch.
Leider unter medialer Begleitung - der sog. 'Vierten Gewalt', die eigentlich als kritisch hinterfragende Instanz der Regierung gedacht ist - aber immer mehr zur 'Hofberichtserstattung' verkommt.


Aber, das ist nur Zeitspiel. Und deshalb wird auch in vorgegebenen Demokratien die Opposition immer repressiver behandelt.

Das alles wird nichts nützen.
Ihr könnt die Opposition mit Drohnen beschießen, oder was Euch sonst einfällt.

Irgendwann wird sich das Allgemeininteresse seine Bahn schlagen.

Oder auch nicht.

Als Demokrat will ich daran glauben.

Schimpft mich einen naiven Ideologen, oder einen aufrührerischen Revoluzzer, der vom Verfassungsschutz beobachtet werden sollte.
Die wenigsten werden mich als Verfechter der Demokratie beschimpfen, obwohl ich auf dem Fundament unseres Grundgesetztes argumentiere.

Ist mir mittlerweile auch ziemlich egal...

(...)

Unser momentanes Wirtschaftssystem lebt von monetären Unwuchten. Man hat Geld und verleiht es an Jene, die keines haben. Und will dafür natürlich Gewinne erzielen.
He höher das Risiko, desto größer die Rendite.
Heißt in der Konsequenz:
Je mehr man Geld braucht, umso höher sind die Zinsen um es zu bekommen.
Plumper ausgedrückt: Je weniger man hat, um so mehr muß man bezahlen.
Das ist die Logik des bestehenden Systems.

Die BRD, das Vorbild der Wirtschaftskraft und Exportmotor ist mit 241 Milliarden(!) verschuldet!
241.000.000.000 Euronen.
http://www.staatsverschuldung.de/schuldenuhr.htm

Wie kann es sein, dass eine Volkswirtschaft in Zeiten neoliberaler Dogmen, die als Vorbild dient/dienen soll, so viele Schulden hat, dass sie diese niemals abtragen kann?
Sicher, wir können die Zinsen bedienen. Aber irgendwann schuldenfrei sein zu können, ist außerhalb jeder ernsthaften Diskussion.

Die ultimative Frage ist doch die, in welche Richtung das Geld (erwirtschafteter Reichtum) fließt.

Und ewig wird die Antwort sein:
Von unten nach oben.

Und OBEN ist eben NICHT die Volkswirtschaft BRD, sondern die Zinsforderungen der Systemprofiteure, (Olligarchen heißen sie nur in Rußland).

Weckt mich auf, wenn sich das ändert.

Bis dahin folgen wir einem parasitärem System, welches von der Mehrheit anscheinend als 'alternativlos' akzeptiert wird.

Die humantiäre Not (die von den meisten ja [wenn überhaupt] jenseits des Mittelmeers verortet wird) ist bereits in der EU.
Und ja, falls jemand fragt: Sie ist bereits auch in der BRD angekommen.
Wie sonst ist der Zulauf der Tafeln zu erklären?

Die daraus resultierende Frage ist, welches menschliche Leid man bereit ist zu akzeptieren, um den Euro stark zu halten.

Die Frage ist, ob man die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union lediglich als Wirtschaftsmächte sieht, oder als mehr (dem Anspruch einer Solidargemeinschaft?).

Die Frage ist eine ethische und gleichzeitig wirtschaftspolitische:

Wie man die Zukunft der Menschheit gestalten will;
über diese Klinge wird man springen müssen!

Jeder Einzelne wird sich die Frage beantworten müssen, an welches System er glauben mag:
An die 'Weisheit des Marktes' oder an eine anzustrebende gerechte Verteilung des 'globalen Reichtums'.

Ich glaube, diese >Klinge< schneidet alles!
Denn an beides glauben kann man nicht: Weder eine Ideologie, noch eine logische Auseinandersetzung lässt beide Antworten zu.



Griechenland ist da ein Symtomträger.
Wie jeder beliebige Hartz IV-Empfänger auch...

Wie die demokratische Ordnung, wie Solidarität und der etabliert geglaubte Humanismus damit umgeht - daran muss sich unser Wertegefüge messen lassen.

Und wird scheitern, trotz der Widersprüche, die wir noch im Alltag als 'normal' hinnehmen bereit sind - abgestumpft und zugerichtet wie wir es gelernt haben.

Sonntag, 3. Mai 2015

Nasenschatten als Hitler-Bärtchen

Abteilung: "Wer weiß das? Wieder keiner!"


Hier ein kleines Bonbon, um die Wartezeit bis zu meinem nächsten Text zu überbrücken.

Es ist befreiend mal so richtig über Rechtsradikale ablachen zu können. Denn normalerweise regt man sich über diese ja eher maßlos auf. Dieser aber ist echt lustig! Versprochen!

Hier werden Verschwörungstheorien in einem Stakkato gezündet wie Sylvesterkracher zum Jahreswechsel.
300 km/h schnelle russische Panzer, Doitsche auf dem Mond, eine hohle Erde und eine kalte Sonne, und vieles mehr...
Axel Stoll erklärt die Welt und versucht sich dabei mit eine hitleresken Aura zu umgeben.
Man beachte hierzu Gestus, Haartracht, Sprechmelodie und Nasenschatten (Special-Effekt?)

Es darf gelacht werden!

Vorhang auf für Dr. Axel Stoll!


Eigentlich ist es ja nicht wirklich witzig, diese rechtsradikale Verblendung. Ich weiß es ja...
Aber komische Züge hat es schon, sozusagen als Parodie seiner selbst.

Was ich übrigens nicht verstehe, warum die geschlossene psychiatrische Abteilung keine Gitter vor dem Fenster hat.

Über das Phänomen Stoll wurde übrigens auch ein Buch verfasst.

Hier ein Interview mit den Autoren.

Dienstag, 28. April 2015

Ausgebrannt

Abteilung: Die allgegenwärtige Verarsche

Hey, liebe noch verbleibende Leser.

Habe lange nichts mehr gepostet.
Selbst zahllose, verreckende Flüchtlinge über's Mittelmeer konnten mich nicht zur Tastatur rufen.
Es gibt so viel zu schreiben.
Aber in Zeiten, in denen sämtliche Menschenrechte relativiert werden, fühle ich mich paralysiert.
Das elementarste Recht, nämlich das Recht auf Leben; darauf wird täglich geschissen.
Nicht nur in den 3. Welt-Ländern, nein auch hier in Europa verhungern Menschen oder werden in den Suizid getrieben.
Politsch Verfolgten müssen wir nach unserer Gesetzeslage Asyl gewähren. Wer dem Hungertod entfliehen will, der ist Wirtschaftsflüchtling. Wir weigern uns, die Konsequenzen der Armut zu übernehmen, die wir produzieren.
Wir werden vom BND verraten, von der Regierung, ja vom Wahlverhalten unseres eigenen Volkes.
Humanität drückt sich tendenziell nur noch in der Spendenbereitschaft zur Weihnachtszeit aus.
Sicherlich gibt es Ausnahmen, aber zuerst mal geht es um den Wirtschaftsstandort Deutschland, dann um die Europäische Union, und ferner läuft der Rest der Welt.
Politik wird von DAX-Unternehmen bestimmt.
Wenn der demokratische Wille dem nicht mehr folgen will (Beispiel: Griechenland) dann werden sie in Zwangshaft genommen und diskriminiert. Unter Begleitschutz der deutschen 'Qualitätspresse'.

Ich bin einfach müde, auf das Offensichtliche aufmerksam zu machen.

Wer die tägliche Verarsche nicht durchschaut, der brauch auch mich nicht.
Wer sie durchschaut, braucht mich ebenfalls nicht.

Immer mehr tendiere ich zu folgenden, zugegebenermaßen fatalistischen Worten von Charles Bukowski:

"Ein Grabstein für den
ganzen Schlamassel, und darauf
gehört die Inschrift:
Menschheit, du hattest
von Anfang an nicht
das Zeug dazu."


All das, was ich täglich erfahre, hat mir den Schneid abgekauft.
Ich möchte nicht niederknien, aber meine Beine geben nach.

Ich brauch ne Pause um Kraft zu sammeln...
... oder um zu erkennen, dass mein ganzes Handeln und Schreiben sinnlos ist.

Vielleicht bin ich einfach nur zu schwach.
Ich bin Zeitzeuge davon, dass Vernunft und Humanität obsolete Werte sind, die von der Marktgläubigkeit vereinamt wurden.
Die Hoffnung darauf, dass ich einen relevanten Beitrag leisten kann, dem entgegenzusetzen, tendiert gleich null.
Ich will nicht bemitleidet werden. Denn jeder, der das tut, muss sich gleichzeitig selbst bemitleiden.
Ich bin das Opfer, der selben Umstände, unter denen jeder andere leidet, der nicht selbt Systemprofiteur ist.

Ich brauch ne Pause.

Kann sein, dass ich mich in einer Woche wieder melde, in einem Monat, einem Jahr, oder nie.

Wäre aber trotzdem schön, wenn ihr mich nicht aus eurer Blog-Roll löscht.

Liebe Grüße
Euer Dude