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Freitag, 20. April 2012

Gastbeitrag 'Don M. Tingly': "der markt ist kein naturgesetz - ein appell an die vernunft"

Liebe Leser,

habe nachfolgenden Text heute als Kommentar auf meinen Post "Eine Vision von 'Europa'" erhalten. Halte diesen Kommentar aber für geeigneter, als eigenständiger Post zu stehen.

Nach Rücksprache mit dem Verfasser stelle ich Euch deshalb seine, wie ich finde, sehr interessanten Gedanken zur Verfügung, bzw. Diskussion:

das große problem ist die wahrnehmung der meisten menschen:

wir erleben unser system in der dritten, teilweise vierten generation. es erscheint uns derart natürlich und "gottgegeben", wie den menschen im mittelalter die herrschaft der bischöfe und des adels.
kinder werden von der ersten lebensminute an mit werbung indoktriniert. tv, radio, zeitungen, internet, produktverpackungen: alles voll mit den heils- und glücksversprechen unserer marktgläubigen welt.
all das ist die einzige wahrheit, die die menschen kennen und erleben. eltern, lehrer, professoren, ausbilder - alle predigen sie die frohe botschaft des marktes:

"sei brav, lerne, was wir dir sagen, bringe leistung über deine physischen und psychischen grenzen hinaus. das leben ist ein einziger kampf. alle wollen dir was wegnehmen. das glück liegt im konsum. je mehr du konsumierst, umso glücklicher wirst du sein. kümmere dich nur um dich. jeder hat für sich selbst zu sorgen. der markt sorgt schon für gerechtigkeit"

der markt - ja, der markt. er ist unser gesetz. unser naturgesetz. unwiderruflich, unvermeidbar und unser schicksal für alle zeiten.


es wird zeit, dass wir aufwachen aus diesem alptraum. es gab alternativen zum markt und es gibt sie nach wie vor. lassen wir uns nicht länger einreden, unser system sei alternativlos.
glück außerhalb des konsumdiktats ist möglich. eine solidarische welt ohne täglichen kampf um leben und tod ist möglich. ein leben im einklang mit der natur ist möglich.

SAPERE AUDE! und noch wichtiger:

FACERE AUDE!

trauen wir uns endlich, unserem verstand zu folgen und trauen wir uns endlich, unserer vernunft gemäß zu handeln!

Kommentare:

  1. Da kann man nichts anders dazu sagen, als volle Zustimmung. Genau so ist es und wir sind so etwas von blind und taub geworden, das es schon an totale Ignoranz grenzt.
    In Deutschland sind wir in der einmaligen Lage, das ca. 17 Mio Menschen aus einer deutschen Diktatur, einem anderem, als dem derzeitig bestehendem Deutschland, dazu gekommen sind. Kinder abgezogen, bleiben doch noch so um die 9 - 10 Mio Menschen. Die Wut und Enttäuschung in sich trugen, Hoffnungen in das neue D. setzen und nur verhöhnt werden!
    Jeder Firmenchef freut sich über einen neuen Mitarbeiter, der die alte "Betriebsblindheit" erkennt und anspricht, damit man etwas zum besseren verändern kann.
    In diesem Lande wird mit den meisten DDR-Bürger aller Altersgruppen genau das Gegenteil gemacht, damit sich an diesem momentan total festgefahrenen Gefüge nichts aber auch absolut nichts ändert! Sollte doch etwas neues kommen, was nach DDR riecht, dann geht ein wilder Proteststurm durch die gesamte Gesellschaft, der alten Bundesbürger im Bündnis mit etlichen Blockflöten aus der DDR!
    Beispiel Kinderbetreuung, soll ähnlich gestaltet werden wie es einmal in der DDR war. Für die kindliche Entwicklung ein absoluter Vorteil. Jede Erzieherin bestätigt den Unterschied in den Fertigkeiten und Fähigkeiten der Kinder, die zu Hause von den Eltern betreut wurden und denen die frühzeitig in die KiTa aufgenommen wurden! Die Kinder, die durch die Eltern wenig betreut und verzogen wurden, weisen in der Regel erhebliche Defizite auf. Das fängt beim essen an, geht über Sauberkeit zum anziehen und Schnürsenkel binden!
    Kinder im 3. Lebensjahr laufen mitunter noch mit Windeln herum.
    Was macht die Bundesregierung, Elterngeld, wenn die Kinder zu Hause betreut werden! Total daneben und ein völlig falsches Signal, nicht das einzigste!
    Man könnte das beliebig fortsetzen!

    Auf diesem Wege, dem starren festhalten an uralten und veralteten Gewohn- und Gepflogenheiten, der ständigen Manipulierung der Menschen im Sinne des Kapitals, der Wirtschaft und Politik, kann sich einfach nichts ändern. Dazu kommen noch geschürte Ängste, den "erarbeiteten Wohlstand" verlieren zu können!
    Wo bleibt da eignetlich der soziale Gedanke und die Solidarität besonders, der/die immer so betont werden?
    In Deutschland sind mehr Menschen in Tierschutzverbänden organisiert als im Kinderschutzbund!
    Reden und große Töne spucken, Ratschläge für alle und jeden auf dieser Welt, da sind wir Weltmeister aber wehe wenn es konkret wird, dem Mitmenschen oder Nachbarn zu helfen, da ist sich jeder selbst der nächste!
    Traurige Wahrheit, die nur wenige hören wollen und noch weniger akzeptieren!

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  2. @ Arco:

    du hast völlig recht. die beharrungskräfte in D sind enorm. es herrscht unglaublich angst vor veränderung. alles soll am besten für immer so bleiben, wie es ist.

    woher das kommt? ich weiß es auch nicht. es scheint jedoch spezifisch deutsch zu sein, wie sogar studien belegen.

    die Deutschen sind konservativ bis ins mark. vielleicht liegt es ja auch daran, dass man mit einer Änderung ja auch einräumt, man habe bisher irgendetwas falsch gemacht?
    andere (auch noch in der DDR) vielleicht sogar besser?

    aber genau dieses eingefahrene in allen bereichen - genau das müssen wir ändern. die menschen brauchen mut, etwas neues zu wagen. das erfordert allerdings einen gewaltigen mentalitätswandel und wie der gelingen könnte, ist mir noch schleierhaft.

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    1. Es gibt die, bei denen sich Kapital gebündelt hat. Multi-Milliardäre. Die bestimmen, wo es lang geht. nicht unsere sog. Volksvertreter.

      Die, von denen ich rede, profitieren von diesem System. Ohne dieses System ist ihr Reichtum nix, und ihre Macht damit auch nix.

      Die, also, werden ihr sämtliche Macht einsetzen um Widerstand zu unterbinden (siehe Spanien).
      Dieses Gefecht, wird nicht an der Wahl-Urne entschieden.

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  3. Der Markt ist nicht nur ein Gesetz, er ist Religion, ja ein Leviathan. Der Markt-Leviathan stellt Dogmen auf, die verinnerlicht und als gottgegeben hingenommen werden. Jeder, der dies auch nur in Frage stellt, gilt als Querulant, als Störenfried, als Miesmacher des Zwangs-Optimismus, als Nörgler usw. Nachdenkliche Menschen gelten heutzutage als Träumer, Spinner und Hängengebliebene. Vorauseilender Gehorsam und Bückertum sind angesagt. Die Diktatur von innen hat einen festen Platz in den Köpfen der Menschen.

    P:S: hab Dich in die Blogroll unter "Links (Politik)" aufgenommen.

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    1. Danke für das Aufnehmen in Deine Blogroll. Dich hatte ich ja bereits verlinkt - schöne Seite, die Du da hast!

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