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Samstag, 9. Juni 2012

Der Abgrund innerhalb des Tellerrandes

Nach neoliberaler Leseart funktioniert der 'Markt' am besten, wenn dieser ohne Einmischung des Staates, agieren kann. Wenn aber Banken aus diesem Spiel der freien Kräfte erneut drohen hinausgeworfen zu werden, dann, ja dann, hat bitte der Staat/die Staaten helfend einzugreifen!
Schließlich gilt es, das "Vertrauen der Märkte" zu erhalten.

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise wurde so gut wie nichts getan, um die Finanzmarktspekulationen zu regulieren. Wenn sich die altbekannten Verwerfungen aber in der Bedrohung von Gläubigerinteressen manifestieren, dann werden Milliardenbeträge öffentlicher Mittel zur Erhaltung dieses Vabanquespiels bereitgestellt.

Wenn dies geschieht, wird in den betroffenen Ländern ein strikter Austeritätskurs oktruiert, der - wenn mag es verwundern - zum größten Teil auf Kosten der Bevölkerung geht (Privatisierung öffentlichen Eigentums, Abbau und Reduzierung der Sozialleistungen und öffentlicher Leistungen, Senkung der Löhne und Gehälter, Abbau von Arbeitnehmerrechten, usw.). So wird der Steuerzahler gleich doppelt in Haft genommen für die Perversionen eines unkontrollierten Finanzsystems.

Weder wird in diesem ach so demokratischen Systems irgend ein Wähler gefragt, ob die Banken (und damit die Gläubigerinteressen der Fehlspekulanten) durch Milliardenbeiträge öffentlichen Eigentums gerettet werden sollen, noch werden von politischen Entscheidungsträgern nachvollziehbare Gedanken gemacht, ob dieser Turbokapitalismus wirklich ein tragendes und nachhaltiges System ist, welches dem Wohle der Bevölkerung(en) dient. 'Marktkonforme Demokratie' statt 'Demokratiekonforme Märkte'!. Dementsprechend wird nur innerhalb der Logik(sic) dieses kranken Systems gedacht; Alternativen jenseits des Finanzfeudalismus dementsprechend überhaupt nicht gesucht.

Die Erkenntnis, dass sich nicht nur die Währungsunion sondern auch das gesamte neoliberale Ideologiekonstrukt bereits überlebt hat und der (ökonomische, ökologische und soziale) Kollaps bei ungeänderter Weichenstellung unabwendbar ist, macht sich in immer mehr Köpfen breit.

Das Gebaren der Regierungen lässt nur einen Schluss zu: Sie dienen nicht dem Wohl des Volkes sondern dem Wohl der Profiteure dieses kranken Systems. Diese Profiteure sind reich und mächtig genug, politische Entscheidungsträger in ihrem Sinne zu manipulieren. Auch nach dem Kollaps auf den wir zusteuern, werden sich die Machtverhältnisse - so steht zu befürchten - nicht ändern. So also wird es nicht reichen auf den Kollaps zu warten um wieder neu anfangen zu können.

Nein, es bedarf des breiten Widerstandes der Citoyen, damit Logik, Vernunft, Nachhaltigkeit und (Verteilungs-)Gerechtigkeit wieder in politischen Entscheidungen Einzug findet. Dieser Widerstand formiert sich bereits und es werden in außerparlamentarischen Organisationsformen (Okkupy, Attac, usw.) Alternativen entwickelt.

Es bleibt zu hoffen, dass die "kritische Masse" vor Eintreten des sonst nicht abwendbaren Kollapses erreicht wird.

Kommentare:

  1. hi Dude,

    ja wo bleibt sie, die "kritische masse"?

    ist es nicht erschreckend, dass es offensichtlich keinerlei mühe bereitet, hunderttausende zu mobilisieren, um sich schwarz-rot-gold kostümiert auf straßen und plätzen vor großleinwänden zu versammeln und enthusiastisch anteil zu nehmen, an der sportlichen betätigung jugendlicher millionäre, während es nur mit größter anstrengung klappt, 30.000 zum protest gegen die katastrophalen zustände in der welt nach Frankfurt zu locken?

    oder erleben wir die ergebnisse jahrzehntelanger gehirnwäsche in medien, schulen und universitäten?

    marktwirtschaft wird nicht mehr hinterfragt, sondern als natürliches, dem menschen entsprechendes gesellschaftssystem erlebt. sie wird quasi mit der muttermilch verabreicht und ist so selbstverständlich, wie die gezeiten oder der wechsel von sommer und winter.

    wir brauchen einen zweiten Gallilei und einen zweiten Darwin. menschen, die der masse die augen öffnen und ihr die wirklichkeit vermitteln, bevor es zu spät ist.

    leider hat das establishment aus der geschichte mehr gelernt, als der Michel. ich bin sicher, kein Gallilei, kein Darwin und kein Keynes hätten heutzutage eine chance.

    wahr ist, was die BILD schreibt, was ARD, ZDF und RTL sagen. abweichler - systemkritiker gar - kommen nicht zu wort, werden marginalisiert.
    es vermisst sie ja auch keiner. warum auch? uns gehts doch gut. der meeresspiegel steigt anderswo, die schulden macht "der Grieche" und der strom kommt aus der steckdose.
    worüber sich also gedanken machen? die schafe grasen auch dann noch in ruhe weiter, wenn der schlacht-transporter schon am horizont steht.

    hauptsache der ball und das bier laufen...

    gute nacht Deutschland

    grüße
    Don

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    1. Hey Don!

      Schön von Dir zu lesen!

      Tja, ganz Recht, wo bleibt sie, die 'kritische' Masse?

      Es ist die Bequemlichkeit, die uns dies alles noch ertragen läßt. Wir starren in die HQ-Flatscreen-Glotze und freuen uns über neue Apps für's Handy oder einen Sieg der Nationalmannschaft. Tragen Schwarz-Rot-Gold, die Trendfarben während Fußballmeisterschaften. Legitimierter Spaß-Nationalismus und Shake-Hands der Kanzlerin mit unseren Fußballheroen. Wer mag da an Hungersnöte und Armut - die auch in unsere Währungsunion Einzug gefunden haben - denken?

      Nein, wir kaufen um nicht verharren, nicht die Verwerfungen unserer Zeit reflektieren zu müssen. Der Konsum hat das Denken ersetzt. Aus der Bequemlichkeit heraus ist es ein großer Schritt antikapitalistische (oder sinntreffender 'jenseits kapitalistischer') Gesellschaftsformen zu denken - oder gar dafür zu streiten. Wir leben von heute auf morgen und für den Erhalte unseres Status Quo. Auf der Überholspur des konsumorientierten Zeitgeistes fehlt es uns an Wahrnehmung für die Abgehängten auf dem Standstreifen.

      Veränderung ist Bedrohung, Wandel ist unabwägbares Risiko. Gibt es noch Flatscreens und frische Apps für mein I-Phone in einer postkapitalistischen Welt? Kann ich dann noch jeden Tag billiges, gemästetes Fleisch kaufen und bekomme Obst aus aller Herren Länder? Wird es dann noch Nail-Studios geben, die gefakte, strassverzierte Fingernägel auf die eigenen kleben? Gibt es dann noch Bubble Tea und Energy-Drinks?

      Doch zum Konsum bedarf es Geldmittel, die immer weniger Menschen zu Verfügung stehen. Es wird immer weniger Menschen geben, die den Rahm abschöpfen können um die Sinnlosigkeit des eigenen Lebens im Konsum kompensieren zu können.

      Noch ist der Wandel eine Frage der Vernunft. Für immer mehr Menschen aber, wird ein Wandel die Frage der puren Existenz sein. Dann wird diese 'kritische Masse' erreicht werden. Die Geschichte ist voll von Beispielen davon. Hunger, Armut, Existenznöte und Ungerechtigkeit haben alle bisherigen Imperien und Herrschaftsformen gestürzt.
      Es bleibt zu hoffen, das vorher ein Wertewandel stattfindet, ein gutes Leben neu definiert und Solidarität mit Leidensgenossen empfunden wird.
      Es bleibt zu hoffen, dass wir uns der Kraft der zahlenmäßigen Überlegenheit bewusst werden, denn es braucht gehorsame, gleichgeschaltete und willfährige Erfüllungsgehilfen, die dieses System aufrechterhalten.

      Möge ein Bewußtseinswandel vor einem zerstörerischen Zusammenbruch stattfinden. Ansätze dafür sind zu erkennen.

      Meine Hoffnung auf Vernunft wird zwar nicht genährt - aber sie will auch nicht verhungern.

      Ziel dieses Blogs ist, für Vernunft, Gerechtigkeit und eine 'bessere Welt' zu kämpfen.
      Das hört sich ziemlich abgeschmackt an, ich weiß, aber das ist mir schon lange egal... :-)

      Im diesen Sinne...

      Liebe Grüße
      Duderich

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  2. In letzter Zeit denke ich, der Kollaps ist notwendig, um einen alternativen Weg einschlagen zu können. Meine Hoffnung ist das bedingungslose Grundeinkommen. Es wäre eine wirkungsvolle Grenze gegen die Ausbeutung.

    Ob sich die kritische Masse für ein solches Umdenken finden lässt, wird die entscheidende Frage werden.

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    1. Hallo Marc!

      Ja, das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) hört sich erst mal toll an. Es gibt aber einige Aspekte, die das BGK fragwürdig erscheinen lassen:

      - Bedingungslos heißt (auch), dass, egal wie vermögend man ist, das BGE erhält.
      Ist es wirklich nötig, dass das steuermittelfinanzierte BGE auch Millionäre und Milliardäre erhalten?

      - Das BGE muss aus Steuermitteln finanziert werden. Gegenfinanziert soll dieses, so die Vertreter des BGE, durch Anhebung der Mehrwertsteuer. Diese belastet bekanntermaßen als indirekte Steuer finanziell Minderbemittelte ungleich höher als Vermögende (weil gleiche Steuer, egal wie vermögend).

      - Es besteht die Gefahr, dass das BGE als 'Sozialflatrate' mißbraucht wird; soll heißen, jeder bekommt das Gleiche, egal wie individuell bedürftig man ist (z.B. Krankheit, Behinderung, ...).

      Das BGE müsste weit über dem Hartz-IV-Satz liegen, da es, wie gesagt, durch indirekte Steuern gegenfinanziert werden soll (dadurch steigende Lebenshaltungskosten) und der Hartz-IV-Satz jetzt schon zu wenig ist, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Sonst wäre die Freiheit einen Job abzulehnen der einem nicht zusagt, nur Makulatur.


      Meiner Meinung nach würde - in den bestehenden politischen Verhältnissen - dass BGE lediglich so gestaltet werden, dass es letztendlich keine wirkliche Handlungsfreiheit bewirken würde - für Manche (aufgrund besonderen individuellen Bedarfes) sogar einen Nachteil sein könnte.

      Man sollte, wenn man das BGE fordert, dieses auf jeden Fall an Bedingungen der Gestaltung verknüpfen!

      Ansonsten könnte der Schuss leicht nach hinten losgehen...


      Die bestehenden Machtverhältnisse lassen mich leider nicht an ein BGE glauben, welches die Menschen freier macht. Nicht ist nämlich weniger erwünscht!

      Der Zwang als Erwerbsloser jede Arbeit annehmen zu müssen ist nämlich essenzieller Bestandteil unserer niederkonkurrierenden Volkswirtschaft (Lohndumping) und Garant für noch größere Gewinnspannen der Kapitalseigner.

      Grüße
      Duderich

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    2. das BGE hat für mich schon charme:

      man darf aber nicht vergessen, dass es anstatt sämtlicher bisheriger staatlicher transfers bezahlt werden sollte. also kein H4, kein kindergeld, keine rente, wohngeld etc.

      vor diesem hintergrund müsste man über die höhe nachdenken und evtl. auch über soetwas wie ortszulagen. es ist nunmal ungleich teurer in Stuttgart oder München zu leben und zu arbeiten, als in Berlin oder Duisburg. als größenordnung denke ich so an 1000-1200 €. genug um ein bescheidenes leben führen zu können, ohne sich dem druck des arbeiten-müssens zu unterziehen.

      allein der wegfall der erniedrigenden prozeduren des antragstellens bei arbeit-, sozial- und sonstigen ämtern, wäre ein hoher gewinn an lebensqualität für die betroffenen. auch die unsägliche kontrolliererei und nachspioniererei würde sich erübrigen.

      es würde vielen menschen den alpdruck existenzieller not nehmen und sie weniger erpressbar machen. außerdem würde es wie ein konjunkturprogramm auf die binnennachfrage wirken, weil das angstsparen großteils wegfiele.

      die finanzierung über verbrauchssteuern wäre ok, wenn man über die sätze nochmal nachdenkt. null (oder aber sehr wenig) für dinge des lebensbedarfs (lebensmittel, kleidung ohne luxus, wohnraum, medikamente, bildung). für andere dinge (insbesondere im luxusbereich) könnte die umsatzsteuer ruhig deutlich höher ausfallen, insbesondere wenn man sie noch nach ökologisch-sozialen kriterien unterscheiden würde, um lenkungseffekte zu erzielen (zb. 30 prozent auf flugreisen).

      wird allerdings schwierig, demokratische mehrheiten dafür zu finden. die erste unreflektierte haltung der masse ist doch: "da kriegen leute geld fürs nichtstun."
      dass menschenwürde nicht abhängt von erwerbsarbeit ist in den köpfen durch neoliberale gehirnwäsche komplett ausradiert worden.

      unterm strich bin ich überzeugt, würde das BGE für eine wesentlich erfolgreichere, sozialere und lebenswertere gesellschaft sorgen.

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    3. Hey Don!
      Schade, dass Du auf meine Zweifel und Vorbehalte nicht eingehst. Solange diese nämlich nicht ausgeräumt werden, bin ich weiterhin gegen das BGE.

      Die Umgebungsvariablen des BGE, die du beschreibst, halte ich für absolut unwahrscheinlich. Gerade in Zusammenhang mit zu erwartenden Mehrwertsteuererhöhungen gehe ich nicht davon aus, dass der verminderte Steuersatz gesenkt, beziehungsweise, wie von Dir geträumt, abgeschafft wird.

      Und zu den Mehrheiten:
      Selbst wenn diese für das BGE in der Bevölkerung bestehen würde, parlamentarisch wird dieses nie verabschiedet werden - aus in meinem vorherigen Kommentar genannten gründen.

      'Common sense' der politischen Kaste ist Gängelung, Entmündigung und Unterdrückung. Die Handlungs- und Entscheidungsfreiheit, die ein BGE unter den von Dir beschriebenen Bedingungen bewirken würde, entspricht dem Gegenteil von dem, was politischer Konsens ist.
      Parlamentarisch wird dies nie umgesetzt werden, egal, wie die breite Meinung der Bevölkerung ist(s.a. allgemeiner Mindestlohn).

      Wie schon in meinem Post (http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de/2012/04/wenn-wahlen-was-andern-konnten-dann.html) beschrieben, glaube ich nicht, dass essentielle Veränderungen parlamentarisch umgesetzt werden.

      Ist ja schon fast erfrischend, mal anderer Meinung zu sein als Du! :-)

      Also, nix für ungut, mein lieber Don!

      Grüße
      Duderich

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    4. ich muß dich enttäuschen Dude, aber so weit liegen wir auch hier gar nicht auseinander ;)

      ja, ich würde das BGE tatsächlich an alle ausbezahlen, eben "bedingungslos". du würdest einem millionär ja auch den mindestlohn bezahlen, wenn er (hypothetisch gesprochen) bei Lidl an der kasse noch was dazuverdienen möchte. im gegenzug würden ja auch viele (aktuelle) privilegien wegfallen.

      die finanzierung über indirekte steuern wäre in meinem modell natürlich nicht ausschließlich. die besteuerung von einkommen, vermögen und vor allem erbschaften käme weiter dazu. und - wie du weißt - liege ich da mit meinen vorstellungen nahe bei denen von Hollande. 80-100 prozent jenseits eines großzügigen freibetrags.

      ein wenig in richtung "sozialflatrate" würde es natürlich gehen, aber - wie ich mit meiner ortszulage schon angedeutet habe - sollte natürlich die möglichkeit bestehen, individuell anzupassen. gesundheit und pflege würde ich aus diesem system komplett rausnehmen und getrennt behandeln, obwohl auch hier durch das BGE bereits eine verbesserung entstünde (stichwort: altersarmut).

      bei der durchsetzbarkeit liegen wir eh auf einer linie, wobei ich tatsächlich denke, man könnte noch nicht mal die mehrheit der bevölkerung überzeugen. dafür ist es wohl eine zu große veränderung.

      grüße
      Don

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    5. @Don:
      Ja, so könnte es gehen, ... wenn es gehen könnte. ;-)

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    6. @Der Duderich

      Sorry für die späte Antwort:

      Es gibt viele, die suchen nach einem perfekten Geldsystem oder der perfekten Lösung - die gibt es nicht. Das gilt auch für das BGE. Es hat Nebenwirkungen, keine Frage, und es löst längst nicht alle Probleme, die wir haben. Aber es ist ein Paradigmenwechsel, Müntes Satz: "Nur wer arbeitet soll auch essen!" würde nicht mehr gelten.

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  3. Hallo Duderich
    Hallo @all

    Ist immer schön, diese Texte zu lesen, die Argumente sind in der Regel recht stimmig, es ist, wie es ist.

    Was mich dabei immer nur wundert, der Vergleich des heutigen Menschen, mit dem damaligen. Das impliziert bzw. suggeriert, es sei einmal anders gewesen, es hätte gar eine denkende Masse als Freigeister gegeben. Wann? Wo?

    " ... ich bin sicher, kein Gallilei, kein Darwin und kein Keynes hätten heutzutage eine chance."

    Und ich bin mir sicher, sie hatten zu Lebzeiten niemals wirklich eine richtige Chance, das sieht immer nur so aus. Nicht einmal Jesus hatte eine solche; er musste erst sterben um wieder aufzuerstehen; man nagelte ihn einfach ans Kreuz (die Zeiten sind Gott sei Dank vorbei). Und bis zum Siegeszug seiner Lehren - an die sich kaum einer im praktischen Leben hält (und gehalten hat) - ist verdammisch viel Zeit vergangen. Galilei durfte erst gar nicht auferstehen (das gilt für die anderen natürlich auch), er starb in der Verbannung.

    Selbst Darwins Theorie war niemals wirklich unumstritten, wurde heftig kritisiert und gerne bis in die heutige Zeit (gerade heute wieder) jeweils für recht niedere und gar nicht fortschrittliche Zwecke missbraucht.

    Tja, und Keynes, ein genialer Ökonom. Anlässlich der damaligen Krise hatte er sich so seine Gedanken gemacht, insbesondere auch über Nachhaltigkeit und Prävention auf das ansonsten unausweichlich Kommende. Er suchte nach Alternativen für das Finanzsystem. Aber gerade Keynes „Bancor“ - wen wundert es - fand keinen besonderen Anklang. Auch der Rest seiner Theorien ist doch niemals wirklich vollumfänglich umgesetzt worden und dass, was man praktizierte, wurde sofort wieder von den gleichen Seiten bekämpft, deren Interesse niemals ein anderes war, als das heutzutage wieder ganz offensichtlich ist.

    In der Volkswirtschaft kursiert das Gerücht, Keynes hätte „das Ende des Laissez Faire Kapitalismus“ à la Friedmann eingeläutet. Ah watt, schreib ich ganz frech ... Totgesagte leben länger (oder sie stehen sofort wieder auf).

    So über die Zeiten hinweg geschaut, läutet es scheinbar immer noch und zwar wieder einmal recht kräftig. Und wir sind schon wieder in einer heftigen Finanz- und Wirtschafts-Krise (von wegen unerwartet ...), in der auch (D)Eutschland einiges droht. Doch trotz Keynes lebender Präsenz wollte damals schon keiner wirklich hinhören (warum sollte es heute einer tun?), dass man sich direkt den Sockel für das nächste Versagen mit einbaut.

    Und die Masse der Menschheit geht erst dann auf die Straße, wenn die Realität (oder der Bauch) sie zwingt, reflektieren zu müssen. Wenn es kein Entrinnen mehr gibt (und dann muss man sie noch mobilisieren). Wenn man mit nichts mehr irgend etwas überlagern, sich nicht den Hauch einer Illusion vormachen kann. Das war niemals anders; der damalige, noch kritisch denkende Massenmensch ist schlicht ein Gerücht. Abgelenkt, eingenordet, ein Gewohnheitstier, misstrauisch Veränderungen bewertend etc., das der war Mensch schon immer ...

    ff.

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    1. Hallo Anonym!

      Weder einzelne Personen (bzw. deren Theorien / Handlungsanweisungen) werden uns aus der Misere führen.

      Es bedarf keines einzelnen Führers (selbst ohne die negativ belastete Konnotation) auch nicht der eines ethisch/moralischen.

      Grundsätze einer zu konstruierenden, alternativen Gesellschaftsform muss aus der Masse - aus dem Kollektiv heraus entstehen.

      Es gibt und gab keine Person, die alles Wissen, alle Weisheit in sich vereinigt. Vielmehr bedarf es eines Wettstreites von Ideen und Visionen, deren Essenz sich aus der Zustimmung der Mehrheit der Bevölkerung noch herausdestilliert werden muss.

      Der ganze Wahnsinn, der sich um uns herum täglich abspielt muss von viel mehr Menschen kritisch hinterfragt werden. Es gilt zu allererst ein neues Wertegefüge zu etablieren; dass heißt für mich zu allererst, dass ein gutes Leben nicht durch Konsum oder Besitz definiert wird.

      Dies ist ein langer und dorniger Prozess. Einfache Lösungen gibt es nicht.

      Selbst, wenn wir den Therorien im breiter Zustimmung eines einzelnen Menschen beherzigen würden, würde dies meiner Meinung nach in die nächste Sackgasse führen, wenn nicht gar in einen Totalitarismus...

      Grüße
      Duderich

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    2. @ Anonym:

      ich wollte mit meinen beispielen darauf hinaus, dass wir eben noch keinen schritt weiter sind, als die zeitgenossen von Galilei et al.

      wir sind beiweitem weniger aufgeklärt und unterliegen beiweitem mehr beeinflussung, als wir das zugeben möchten.

      ein problem habe ich immer mit dieser idee von der "führerlosen masse". das ist natürlich ein sehr ambivalentes thema, weil es eben in der geschichte kaum führer gab, die am ende nicht doch den versuchungen der macht erlegen sind. andererseits viele mir spontan auch keine gelungene umwälzung oder revolution ohne "köpfe" ein.

      ich bin der überzeugung, dass es unsere aufgabe ist, geeignete führer (im sinne eines Gandhi oder Martin Luther King) zu finden, die von charakter und charisma her in der lage sind, mehrheiten zu überzeugen.
      die permanente "erdung" des- bzw. derjenigen (evtl. ja auch mehrerer) gehörte dann weiter zur aufgabe einer achtsamen bürgergesellschaft.

      grüße
      Don

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  4. "Meine Hoffnung auf Vernunft wird zwar nicht genährt - aber sie will auch nicht verhungern."

    Hhhm, sieht bei mir ähnlich aus. Nicht wirklich aus der Historie nährt sie sich und nicht tatsächlich aus der Gegenwart. Doch wenn man damit beginnt, die Vergangenheit nicht zu verklären, so kann man doch sehen, sie entwickelt sich, die Menschheit. Langsam, aber sie tut es. Weiß der Geier, ob wir diesmal schon so weit sind ... es besteht noch Hoffnung ... Wenn nicht für heute, dann möglicherweise für später ;).

    Doch dafür benötigten wir keine Personen von damals, sondern heute eine Masse autarker Menschen, die verstehen, die verstehen wollen. Geniale Köpfe, denen niemand heute zuhört (vermutlich erst morgen und dann schon verstorben) haben wir; als einsame Rufer im Wald (diese Rolle man für jene zu Lebzeiten erfand, könnte man meinen).

    Statt dessen beruft man sich stets gerne auf Personen aus der Vergangenheit. Neues bzw. Aktuelles tut sich somit recht schwer. Insoweit könnte es denkbar sein, dass das Rufen nach Personen aus vergangenen Zeiten schon Teil und Indikator des Problems der Menschheitsentwicklung ist. Mit ein Grund für die Trippelschrittchen, Toten bringen wir scheinbar mehr Respekt entgegen. Auch nicht viel anders, als zu den Geistern der Verstorbenen zu sprechen, sich dort den Rat zu holen ... hat sich kaum etwas verändert, muss ich feststellen ;-).

    Gruss
    Rosi

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    1. Hallo Rosi!

      Ich gebe Dir vollkommen Recht. Eigentlich habe ich schon alles dazu in meinem letzten Kommentar gesagt.

      Nachgeschoben noch kleine Ergänzungen:
      Meiner Meinung nach ist es völlig unerheblich, wo die Geburtstunde von Gedanken und Theorien auf dem Zeitstrahl unserer Geschichte zu finden sind. Wahrheiten sind zeitlos.

      Letztendlich haben wir aber natürlich den Denkern vergangener Zeiten einen gewissen Erfahrungs- (und damit auch einen Erkenntnis-?)vorsprung.

      Die Verwerfungen unseres aktuellen Gesellschaftssystems, müssen als klare Handlungsanweisung verstanden werden, etwas grundlegend zu ändern. Das Nachjustieren an Stellschrauben kann und wird nicht die Lösung für unsere Probleme sein (BGE).

      Ein Bewußtseinswandel wird stattfinden müssen, um die Karre noch aus dem Dreck ziehen zu können.

      Gewisse spirituelle Kreise sagen diesen ja mit Ablauf des Maya-Kalenders voraus... :-)

      Wie auch immmer! Spannende Zeiten, in denen wir leben.

      Zumindest das...

      Liebe Grüße
      Duderich

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    2. Hallo Don

      "wir sind beiweitem weniger aufgeklärt und unterliegen beiweitem mehr beeinflussung, als wir das zugeben möchten."

      Da würde ich gerne detaillierter Stellung zu nehmen, in der Tat, ein ambivalentes Thema.

      Hhhm, ja und nein, würde ich formulieren. Nein sage ich zu dem, was sonst unter Beeinflussung verstanden wird. Sehe es quasi umgekehrt, ein Kreissystem könnte man formulieren. Denn in von Menschen gemachten Gesellschaftssystemen ist der Beginn und das Ende immer der Mensch, so, wie er gleichzeitig im Zentrum seiner Systeme steht.

      Mensch gestaltet sein Dasein, seine Aufklärung usw. in der Regel gesteuert durch sein Vermögen (auch das vieler) in Kombination mit seinem Willen (natürlich hat nicht ein jeder die gleichen Chancen ...). Wobei ich am Rande erwähnen möchte, das mit dem freien Willen ist so ein Ding ... doch das führt hier zu weit, m.E..

      Das, was passiert hat weniger mit einem unbekannten Äußeren zu tun (also von Dingen abgesehen, wie Geld verdienen müssen, Straße benutzen, andere Nationen ... etc. pp.), sondern m.E. weitaus mehr mit dem unbekannten Inneren und zwar dem Inneren der Massen. Jene sind es, die - vermutlich überwiegend unwissentlich - die Gestaltungsmacht haben und sie umsetzen. Dies lässt sich m.W.n. nicht abstreiten.

      Kein halbwegs intelligentes Lebewesen ist nur eine manipulierte Strohpuppe (nicht einmal der geprügelte Hund), der Mensch ebenso nicht. Nachhaltigkeit ist hier der Problemschlüssel. Manipulation durch Täuschung der Massen wirkt stets nur temporär (irrelevant durch welche Macht und mit welcher Gewalt), wenn man das über längere Zeiträume betrachtet (s. Sklaverei ... weiß, es gibt sie noch heute), liegt das m.E. auf der Hand.

      Bloß, weil die Masse sich nicht bewegt, ist das noch kein Indikator dafür, sie sei beeinflusst. Nein, nein, auch die Masse sucht stets ihren Vorteil, spiegelt beeinflussend zurück, wie in einem autopoietischen System (es dürfte auch derartiges sein). Wenn Masse nämlich der Meinung ist, die Gesellschaft müsse sich bewegen, dann bewegt sie sich (und selbst der Anstoß ist Mensch ... von der Natur/Katastrophen etc. abgesehen).

      Trotzdem hängt Mensch an Fäden, zumeist jedoch vermehrt an seinen eigenen, jeweils subjektiven Fäden (verschiedene Sachzwänge lasse ich mal außen vor). Denn auch das sich Fügen, die Duldung oder ein Streben nach solchen Dingen sind eigene Empfindungen, sie bestimmen die Beweggründe des Handelns (oder des Nichthandelns, wie man es nimmt ;)).

      "ein problem habe ich immer mit dieser idee von der "führerlosen masse". das ist natürlich ein sehr ambivalentes thema, weil es eben in der geschichte kaum führer gab, die am ende nicht doch den versuchungen der macht erlegen sind."

      Ebenda! Stets heraus kommt ein Mensch mit seinen eigenen Beweggründen. Was heißt "kommt" hier heraus, es ist Bestandteil seines Seins, so er die Macht in den Händen hält, bricht sie sich auch die Bahn, also was er mit der Macht macht. Konstruktiv oder destruktiv bestimmt sein individuelles Sein, das hebelt jedoch das Machtstreben selbst nicht aus (negative Wirkung verordnen wir darunter, positive weniger).

      Wenn Sie ein paar Profile über die grausamsten Führer lesen und sie mit denen von humaneren vergleichen, kann man das m.E. gut ableiten (auch das mit den inneren eigenen Strippen).

      ff.

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  5. Teil 2

    Etwas anderes zu verlangen, also die absolute Integrität des zum Führer auserkorenen - außerhalb jeder Versuchung nach Machtstreben – als Forderungen an einen einzelnen Menschen, käme einer Überforderung dieses Individuums gleich, gottähnlich müsste es sein (hammer nitt). Jene, die nicht nach Macht greifen, streben nicht nach Macht, deswegen führen sie in der Regel auch nicht, keinesfalls langfristig.

    Mensch, ein einzelner Mensch kann das gar nicht leisten, was wir meinen, fordern zu müssen. Von dem Gedanken, dass es solche Menschen geben könnte, sollten wir uns verabschieden (es käme tatsächlich so etwas ähnlichem, wie erwachsen werden gleich).

    Aber auch solches resultiert aus dem eigenen Sein, das Streben nach dem gütigen Vater (mittlerweile darf es auch weiblich sein), der alles regelt. So simpel ist das eigentlich, der erhaltene Preis nennt sich Sicherheit/Ordnung und kommt doch eher einem behütet werden gleich. Unser ganzes Gesellschaftssystem ist darauf aufgebaut, immer noch. Wir werden erzogen, niemals wirklich erwachsen, autark zu werden. Und solches geben wir an die nächste Generation weiter (teilweise nutzen wir dazu auch den Glauben).

    " andererseits viele mir spontan auch keine gelungene umwälzung oder revolution ohne "köpfe" ein."

    Die "Köpfe", die die Revolutionen anstoßen (oder denen wir es zuschreiben) sind in der Regel ungleich jener, die nachher die Macht übernehmen (es gibt bspw. eine Namensliste für jene, die sich bei dem sog. „Sturm auf die Bastille“ verdient machten ... da isse bspw. nixe mit Robespierre ... und für den ging es auch nicht wirklich gut aus ..). Manchmal stehen sie späteren Machthaber schon anbei, in den Startlöchern und lauern auf ihre Gelegenheit. Mir fällt jetzt keine gelungene (oder auch nicht) Revolution der Massen ein, bei der das anders gewesen wäre. An die Russische gedacht, wie titelt man noch: „Die Revolution entlässt ihre Kinder.“ Doch das gilt wohl für jede (es sei denn, ich hab da was übersehen).

    "ich bin der überzeugung, dass es unsere aufgabe ist, geeignete führer (im sinne eines Gandhi oder Martin Luther King) zu finden, die von charakter und charisma her in der lage sind, mehrheiten zu überzeugen."

    Das gibt es eben nicht in einem Menschen vereint. Im Sinne von Martin Luther King oder Ghandi (von mir aus auch Jesus). Das sind Persönlichkeiten, die in der Lage sind, Mehrheiten zu überzeugen, doch sie streben nicht nach Führungsrolle. Sie wünschen zu überzeugen und sie leben in ihren Überzeugungen, Freiheit, Humanismus, Frieden und Einheit. Niemals würden sie Führerschaft aufbringen wollen, in dem Sinne, was wir darunter verstehen. Solche Menschen können nur "führen", wenn es quasi nichts mehr zu führen gibt, eine überzeugte, dennoch völlig autarke Masse.

    Und gerade Letzteres ist den Führernaturen höchst zuwider, sie arbeiten dagegen, und jene, die nach einer Art göttlichen Führer (nenne das jetzt mal so) streben, ziehen quasi am gleichen Strang, sie wissen es nur häufig nicht.

    Und natürlich kann es sein, dass Menschheit schlicht und ergreifend noch gar nicht ohne auskommt (wissen kann ich das nicht). Somit schließt sich wieder der Kreis im Sinne einer Autopoiesis, vll. ist es so, weil Menschheit u.U. nicht erwachsen werden möchte oder es nicht kann (zum Teil dürfte uns auch die Basis fehlen, da unsere Erziehung konträr verläuft).

    Wenn dies der Wille der Masse ist, finde ich das als Individuum zwar beklagenswert, und bleibe der Meinung, wir könnten längst weiter sein, doch ich kann mich nicht über den Willen der Masse erheben, nur für mich selbst einen Weg finden.

    Gruss
    Rosi

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    1. Hallo Rosi!

      Nein, eine Führerfigur brauchen wir nicht.

      Wir brauchen einfach nur Mut uns unseres Verstandes zu bedienen.

      GLG
      Duderich

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  6. Wow! Wenn ich so dass Niveau der Kommentare betrachte, da kann ich mich echt nicht beschweren!

    Hier wird, wie ich finde, auf hohen Niveau diskutiert.
    Und genau dies genieße ich! :-)

    Ich habe bislang nicht ein Kommentar während der gesamten Existenz dieses Blogs löschen müssen! (Will die neoliberalen Hardliner jetzt natürlich nicht an die Wand malen)

    Schön, dass meine einsame Taschenlampe in der Dunkelheit noch auf reflektierende Flächen trifft!!!

    Mußte das mal herauslassen... (seufz)

    Herzlichst
    Euer Duderich

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  7. Hallo Du Duderich

    Das hast Du aber schön formuliert :)

    "Meiner Meinung nach ist es völlig unerheblich, wo die Geburtstunde von Gedanken und Theorien auf dem Zeitstrahl unserer Geschichte zu finden sind. Wahrheiten sind zeitlos."

    Gefällt mir richtig gut!

    Völlig richtig, Wahrheiten sind zeitlos, die Geburtsstunden auch (gebe nur zu bedenken, wenn es denn welche sind). Sie bilden die Basis, auf der andere Zeiten aufbauen. Was wir damit machen, ob wir sie erkennen und wie wir sie sehen (oder sehen können), steht leider auf einem anderen Blatt.

    "Letztendlich haben wir aber natürlich den Denkern vergangener Zeiten einen gewissen Erfahrungs- (und damit auch einen Erkenntnis-?)vorsprung."

    Wollte den Denkern vergangener Zeiten auch nicht ihre Leistungen streitig machen (ganz und gar nicht); finde bspw. gerade Keynes passt hervorragend in unsere Zeit (ist ja auch gar nicht so lange her); doch wir haben auch helle. lebende Köpfe unter den sog. Keynesianern.

    Unser "Vorsprung" läge quasi in dem Beweis seiner Theorie, denn wir haben es ja gelebt, leider nach einer kurzen Atempause so, wie man es nicht machen sollte.

    Die Denker von einst bilden stets die Sockel unserer Entwicklung, eine jede Generation vermehrt das Wissen, weil sie auf das Wissen der Vergangenen zurückgreifen kann. Wie eine Mauer, die sich mit jeder Generation erhöht. Es ist gut, dass wir nicht immer bei 0 anfangen müssen, das wäre ein Drama ;).

    Oh, sie haben meinen vollen Respekt, die einstigen Denker.

    Sehe ebenso wie Du, das Nachstellen an ein paar Schrauben kann die Lösung nicht sein. An der Basis gilt es zu arbeiten, denn die fehlt uns m.E..

    Und um an so etwas ähnliches, wie ein BGE überhaupt zu denken, sollten wir eine haben. Ansonsten sehe ich hier nur wieder ein prima Instrument, welches man herrlich missbrauchen kann und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch missbrauchen wird.

    BGE und das Streben nach der Führerfigur passen nicht zusammen. D.h. eigentlich passt es hervorragend, weil es sich so ergänzt, doch mit einer freien, autarken Menschheit hat das dann gar nichts mehr zu tun. Wir blieben quasi für immer im Nest, würden nicht wirklich flügge werden.

    Jupp, wir bräuchten einen Bewusstseinswandel, um diese Kreisbahn zu verlassen. Wieso auch nicht mal etwas anderes ausprobieren ... wir rotieren auf dieser Bahn schon lange genug.

    Lieben Gruß
    Rosi

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  8. Tja ... und ich suchte lange in den Weiten des WWW das Licht in der Dunkelheit *grins*

    Lieben Gruß
    Rosi

    PS: Irgend etwas stimmt mit Deiner Computer-Zeit-Dimension nicht ... ;)

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    1. Bin nicht die hellste Leuchte - fühle mich aber wie im Spiegelsaal von Versailles. :-)

      P.S.: Yeah, meine Computerzeit ist in der Zeitzone von Neufundland, oder was weiß ich, angesiedelt.

      P.P.S.: Frag mich mal, ob ich weiß, wie ich das ändern kann... :-)

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  9. Was fährst Du denn für ein System?

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    1. Oh, dafür gibt es noch keinen Namen... (lol)

      Falls Du mein Betriebssystem meinst:
      Windows XP

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  10. Wenn es Win ist, müsste es einfach sein ;)
    Rechte Maustaste auf die Uhrzeit in der Leiste -> Datum/Uhrzeit ändern ... dann kommt ein Menü und im unteren Bereich taucht ein Button auf "Zeitzone ändern".

    Äh, hoffe ich ... kann mich an XP nimmer genau erinnern ....

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    1. Hmm, meine Systemzeit ist so weit in Ordnung, falls Du das meinst...

      LG
      Duderich

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  11. Wünsche Dir noch einen schönen Abend ... im unbekannten System :) ische geh jetzt in meines *grins*

    LG
    Rosi

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  12. Äh, meinte die Zeitzone ... machen wir ein anderes Mal ... wenn es Dich interessiert ... hab die Augen schon fast zu ;)

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  13. @ Rosi:

    ich möchte mich gar nicht zu sehr in den systemtheoretischen dschungel begeben, trotzdem:

    wer bildet denn das autopoietische system? die menschheit insgesamt? oder nur teile davon? sind es mehrere systeme, die sich gegenseitig perturbieren? oder ist die ganze erde, am ende das ganze universum ein einziges system, in dem es demnach gar kein "außen" mehr gibt?

    was ich sagen will: die frage des systems, also wer, wen, wie beeinflussen kann oder soll ist immer auch eine perspektivfrage. können wir ein system überhaupt analysieren, obwohl wir selbst ein teil davon sind, oder bräuchten wir außenperspektive? wenn ja, gibt es die überhaupt?

    all das sind tiefgreifende, philosophische fragen, für deren lösung unsere heutigen gehirne wohl noch nicht ausreichen.

    jenseits aller theorie, stellt sich mir deswegen (durchaus buddhistisch) die frage: was kann man konkret tun, um das leiden auf der welt für jetzige und kommende generationen zu mindern?

    und hier bin ich vollkommen bei dir (ihnen?): natürlich muss die veränderung letztlich im einzelnen stattfinden, wenn sie im ganzen erfolgreich sein soll. und daran anschließend die frage: wie löse ich eine derartige veränderung aus?
    den neoliberalen ist es offensichtlich gelungen, eine veränderung bei weiten teilen der weltbevölkerung, weg von solidarischem gemeinschaftsdenken, hin zu reinem, egoistischen individualismus so auszulösen, dass dies heutzutage beinahe ohne hinterfragen das herrschende dogma ist. hierin liegt ja auch das quasi-religiöse dieser denkrichtung.

    und dann bin ich wieder bei meinen "führern": der begriff ist einfach schlecht konnotiert. ich verstehe ihn weniger im sinne von "mächtigem anführer", als mehr im sinne von "klugem wegweiser", dem es eben durch charisma und vorbild gelingt, die benötigte veränderung anzustoßen.

    fortgeführt und immer wieder überprüft und angepasst muss das system dann natürlich auch von anderen (letztlich vom einzelnen selbst) werden.

    LG
    Don

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