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Donnerstag, 2. August 2012

Spiegelfechtereien

Habe soeben den Spiegelfechter von meiner Blog-Roll genommen. Wer sich interessiert warum, findet möglicherweise in den Kommentaren zu diesem Text einen Hinweis.

Jens Berger (Spiegelfechter) ist aber nur der Auslöser dieses Textes. Nachfolgende Zeilen sollen nicht als Schmähschrift gegen seine Person verstanden sein.


Ganz ehrlich, ich kann generell dieses Ökonomen-Gequatsche nicht mehr hören. Von diesen Weltenrettern, die immer noch glauben, man müsste nur ein paar Stellschrauben justieren und dann kann's so weitergehen wie immer.

Ich kann sie Alle nicht mehr ernst nehmen:

  • Die, die sich der Erkenntnis verweigern, dass dieses System und dessen Problemlösungsstrategien gescheitert sind. 
  • Die, die in Ihrer Phantasie Milliardenbeträge verschieben  (und das als Lösungsansätze verkaufen) wie in früheren Generationen Hobby-Generäle ihre Zinnsoldaten.
  • Die, die alternative Lösungsansätze per se als Sozialromantik und linkes Geschwurbel abtun - um sich bloß nicht damit auseinanderzusetzen, oder gar argumentativ darauf reagieren zu müssen.
  • Die, die uns Lösungen präsentieren, aber selbst Teil des Problems sind.

Ich mag denen nicht  Intelligenz absprechen - aber Verstand und Vernunft.
WAS ich denen abspreche, ist zudem das Vermögen, sich - im Sinne Kant's - über etablierte Dogmen hinwegzusetzen. Die reflektierte Erkenntnis zuzulassen, dass das System und Wertegefüge in denen sie sozialisiert wurden und welches Sie retten wollen, vielleicht gar nicht erhaltenswert ist.

Das sind keine Visionäre sondern Statusbewahrer. Menschen, die Angst haben, vertrautes Terrain zu verlassen, auch wenn sie Ödnis und humanitäre Kälte umgibt. Feiglinge, eigentlich.
Menschen, die uns als Lösung verkaufen, die Gitterstäbe hinter denen wir uns befinden, 3 Zentimeter nach rechts oder links zu versetzen.



Dass es auch andere Herangehensweisen gibt, auf Krisen zu reagieren, veranschaulicht dieses Video:


Update: Dieser Text wurde in der Nacht zum 03. August erheblich verändert und erweitert. Die Kommentare bis 2. August 2012, 15:02 (diese Systemzeit kann ich weder nachvollziehen noch der Realität anpassen) beziehen sich auf die alte Version.

Kommentare:

  1. bwahahaha...jetzt erst? Ich habe die Beiträge, welche der SF mit seiner typisch arroganten von dem Kernproblem keine Ahnung habenden Art begenet ist, gelesen. Immer wenn es um das Geldsystem geht, so wie im ersten Abschnitt deines Beitrages dort, kanzelt er dich ab wie der Bimbespolitiker, die Banker und die Mainstreamkomiker Namens Journalisten. Er hat leider nichts dagegen zu setzen, da er sich eingestehen müsste, dass sein ganzer Mist, für welchen er ein paar Jahre studiert hat, für die Katz war. Berger ist ein System-Schreiberling wie er im Buche steht.

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    1. High Five!
      Dem SF würde ich gerne mal mit meinen Klischee-Birkenstocks den Ökonomenhintern versohlen bis er meinen Namen tanzt!
      *lol*

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  2. Hallo, Duderich,
    ich hab das mitverfolgt und kann die Reaktion verstehen.
    Ich bin vor gut einem Jahr über die NDS auf den Spiegelfechter gestoßen und fand ihn anfangs auch interessant.
    Seit einiger Zeit geht es aber fast nur noch um die ökonomische Sichtweise Jens Bergers, die meiner Meinung nach immer mehr das System legitimiert (und sich dennoch links wähnt), so z.B. wenn es um die Endlichkeit der Ressourcen und des Wachstums geht, die er strikt nicht zur Kenntnis nehmen will, wie er selber sagt, einfach ignoriert(und das in einer mir unangenehmen arroganten Art und Weise).
    Ich lese noch immer mit, aber wenn es nicht ein paar bekannte Kommentatoren gäbe, wär ich wahrscheinlich auch ganz weg. Einige der früheren Stammkommentatoren sind ja schon "verschütt" gegangen.

    Dieses Blog gefällt mir da um vieles besser, weil es um "den" Menschen geht, die Kommentatoren nicht besserwisserisch behandelt werden und nicht bedrängt.
    Dafür einfach mal danke!
    Das Video hab ich noch nicht bis zum Ende gesehen. Wird aber nachgeholt.

    Liebe Grüße, Cora

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  3. Hallo Cora,
    ich verfolge den SF seit 2007 und er hat sich in einigen Bereichen um 180 ° gedreht. Politisch ist er in manchen Bereichen nicht schlecht, doch alles was mit Geldpolitik, Terror, Kriegen und Geheimdiensten zu tun hat, kannst du ihn getrost in den Knipp schieben. Ebenso biedert er sich sehr dem Mainstream an. Gerüchte besagten nicht umsonst, dass er wohl gute Kontakte zu SpOn hat oder hatte. Berger versucht mit seiner Schreiberei Kohle zu machen. Er war auch bei "Telepolis" und "der Freitag" am werkeln. Letztlich hat er sich den ehemaligen Wahlkampfhelfer von Helmut Schmidt "NachDenkSeiten" angebiedert, da er dort natürlich auf eine höhere Leserschaft stößt. Hier kann man auch nur eindringlich warnen, die NachDenkSeiten mit Vorsicht zu genießen.

    @ Duderich: ich bin mir nicht sicher ob das beim SF wirklich hilft. Aber einen Versuch wäre es wert. Ich halte ihn auch fest.. :D *löl*

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    1. Hallo, chaolan,
      dank Dir, das ist auch mein Eindruck, dass sich da wer profilieren will. Aber obwohl es wohl einige "Jünger" zu geben scheint, so toll ist sein Blog nicht mehr frequentiert, oder irre ich mich da?

      Keine Angst, ich benutz schon noch meinen eigenen Verstand, wenn ich die NDS "besuche". Das Gute ist ja, dass man da eher ein Informationsangebot bekommt statt gänzlich vereinnahmt zu werden.

      Grüße, Cora

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  4. Nachtrag: äähhmm ich muß verbessern. Ich verfolge seine Artikel seit 2006, hatte grad noch mal nachgeschaut. Ich bin über das damalige Blog "Poliblog" von Regine Nickels, eine ehemalige WDR Journalistin (meine ich), welche jetzt für den "Hintergrund" schreibt, gestoßen. Uff...wenn man mal bedenkt, seit wieviel Jahren man sich mit dem weltweiten Mist beschäftigt...

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  5. Man kann klar erkennen, dass er, seit er für die NDS schreibt, die Schwerpunkte und seine Meinung verlagert hat. Das wirkte sich natürlich auch auf das Blog SF aus. Viele Stammleser haben sich daher auch abgewendet. Man sieht es ja auch an den Kommentaren. Sind zwar immer über 100 aber meist immer die selben Schreiberlinge, die halt nur diskutieren. Dennoch hat der SF schon eine für Blogverhältnisse passable Leserschaft...leider.
    In der ganzen Blogszene haben sich sehr viele Spalter gebildet, die nicht von ungefähr kamen. Ich könnte dir da Lieder singen.....da ich an vielen Dingen mitgewirkt hatte und noch am Unterstützen bin.

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    1. Hallo Duderich,
      hallo all

      Sehe es wie Ihr; mir kommen solche Blogs und Foren bis zu den Ohren (nein eher Augen) heraus. Vor allen Dingen dann, wenn sie den Weg ins Grab nehmen. Nicht mehr schön zu lesen sind sie dann. Ihre Wichtigkeit wird m.E. generell eher stark überschätzt. Was mal - in Ansätzen - wichtig war, muss lange nicht wichtig bleiben. Deswegen, das mit dem "leider" relativiert sich m.E. schnell ;-). Erkläre im Folgenden detailliert (und mit recht unmissverständlichen Worten, hoffe ich), wieso ich solches denke:

      Schaue nur noch selten hinein (äh, eigentlich gar nicht mehr, jetzt aus diesem Anlass nur mal wieder ... ist alles beim Alten geblieben). Die Artikel haben es nicht mehr in sich. Fast so, als weigere man sich, etwas dazu zu lernen, meint alles schon zu wissen. Wer alles weiß, lernt nicht mehr, ein Teufelskreis.

      Für mich (sicherlich nicht nur für mich) letztlich der Gipfel der Heuchelei, so sie doch nur den Mainstream abbilden (ihm gar immer näher rücken), und es somit im Anschluss eigentlich nur noch darum geht: "meine Meinung ist die bessere, die einzig wahre"; traurig, aber wahr. Dabei kommt m.B.n. recht häufig ein Schnitt der gegenläufigen Meinungen (gerade auch in den Wissenschaften) den Wahrheiten doch viel näher.

      Die noch vorkommenden Kommentare sind - bis auf ein paar seltene Ausnahmen - seit geraumer Zeit nicht mehr lesenswert. Da diskutiert keiner mehr, dort bestätigt man sich gegenseitig oder man kloppt sich. Für mich sind Diskussionen etwas ganz anderes. Wie hier bspw., wichtig: der gemeinsame Nenner, der höfliche Umgang, die verschiedenen Sichtweisen, die Ergänzungsmöglichkeiten der unterschiedlichsten Gedanken. Das erweitert mir den Horizont und gibt mir regelmäßig Denkanstöße.

      Und wer steuert einen solchen Hau-Druff-Blog an, um u.U. noch einen Ausnahme-Kommentar heraus zu picken, wenn die Artikel schon dem üblichen Brei entsprechen? Macht der häufig formulierte Satz: „ignoriere jene, die Dich stören“, wirklich in einem solchen Blog Sinn? Wozu? Wirklich gute, kritische, problemorientierte Schreiber/Kommentare machen sich m.E. dort sehr, sehr rar. Statt dessen bietet sich dort ein in sich geschlossener Einheitsbrei der verschiedensten Selbstdarstellungen, die sich schon überzählig durch die Präsenz, die Art, die Meinung, den Schreibstil anderer zu reiben scheinen.

      Meine jetzt bereits abzusehen, wie der Spiegelfechter sich in Rauch auflösen wird; der Verwesungsgeruch ist schon stark. Übrig geblieben (wie immer bei solchen Prozessen; zumindest regelmäßig so beobachtet) Kommentare mit nahezu fast identischen Inhalten. Hin und wieder verirren sich noch temporäre Gäste, die noch nicht einsehen möchten, dass dies so gewollt ist, man sich gar nicht mehr auf etwas anderes einlassen kann und somit nur Spott und Hohn zu ernten ist (häufig mit fast schon schematischen und reflexiven Hack-Attitüden). Wer tut sich das auf die Dauer an?

      Die übrig gebliebenen Stamm-Kommentatoren und ihre temporären Gäste spielen dort den Ellenbogen-Kampf im virtuellen Kleinen nach, der ihnen im Real Life doch so anders zu sein scheint („Wenn zwei das Gleiche tun ...“). Dabei bringt man bspw. der großen Bühne doch nur Verachtung entgegen (wobei man wohl überhängig eher Allem und Jedem, der gesamten Menschheit Verachtung entgegen bringt), spielt also nach den gleichen Regeln. Somit eine Zweck-Verbindung der verachtenden Verachtung in der Selbstbeweihräucherung, so könnte man es glatt nennen. Der einzige Nenner ist die Verachtung von Anderen, die scheinbare Überlegenheit vermittelt.

      Manche (auch gute Schreiber) können dagegen scheinbar einfach nur noch nicht loslassen, nennen es: "nicht aufgeben" und bestätigen sich gegenseitig im Sinn ihres Tuns (das ist Selbstbetrug, sie merken es nur – ggf. noch - nicht, denn wo genau ist die große Bedeutung des Blogs "Spiegelfechter"? Richtig, der Name, er fechtet vor dem Spiegel. Was bleibt da übrig? Korrekt, ein fechtendes Selbstbildnis .. und das trifft es m.E. ziemlich exakt).

      ff.

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    2. Teil 2

      Die Stammgäste verteidigen ihr Revier (das gibt letztlich den Todesstoß), grenzen den Raum (somit auch den intellektuellen) weiter ab, bilden virtuelle Macht-Allianzen, Gastschreiber bleiben nicht. So können Meinungen Bestand und Gültigkeit erlangen. Nur als Illusion, dafür mit verstärkter Überzeugung.

      Damit beginnt das langsame Siechtum, dessen Auswirkungen sich schon bei 100 Beiträgen von ca. 25 Schreibern mehr als nur ablesen lassen.

      Haben wir nicht auf der großen Bühne und im normalen Real Life jedes Einzelnen satt und genug davon? Tut sich die Menschheit nicht gerade auch damit aktuell großes Leid an, so als Ellenbogengesellschaft, die den Nächsten nicht mehr zu schätzen, geschweige denn zu respektieren scheint, nur noch die Konkurrenz in ihm sieht? Ist es nicht völlig irrelevant, was dort gedacht und geschrieben wird, das man virtuell auch noch weiter geifert? Kommt die Einschätzung der Wichtigkeit und Bedeutung nicht einer schon völlig überbordeten Einschätzung/Selbsteinschätzung gleich?

      Was sich jetzt noch im Spiegelfechter bewegt, das ist quasi nichts, im Vergleich zu seinen früheren Tagen. Möglicherweise bewusst gewollt, ggf. auch unbewusst gewollt, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung (mir ist es gleich). Hat der Spiegelfechter erreicht was er sich vorstellte, und das sieht doch zurzeit so aus, lässt er es sicherlich früher oder später auslaufen (ist doch schon dabei, würde ich schätzen). Wozu auch noch den Aufwand eines solchen Blogs betreiben? Das würde ihm doch erst wieder nutzen, wenn ihm sonst keiner mehr zuhört.

      Insoweit, lieber chaolan, 25 Schreiberköpfe mit ihren 100 Kommentaren machen mitnichten eine passable Leserschaft aus, die auf hohe Wirkungsgrade blicken könnte. Der Spiegelfechter zehrt nur noch aus dem Ruf der Vergangenheit, doch auch dieser ist längst zum Schein mutiert.

      Interessiert sich wirklich noch eine große Leserschaft dafür? Wer verlinkt ihn denn noch? Früher der "Renner"-Link in vielen Blogs und Foren. Heute? Fehlanzeige, nun, von den NDS abgesehen und vermutlich jenen, aus dem gleichen Haus. Bei vielen mag er noch in der Blog-Roll schlummern „… müsste man mal … irgendwann … ist Aufwand“. Ein in sich geschlossener Kreis ≄ große Leserschaft und wie häufig in der Evolution … .

      Nebenbei: Nicht, dass sich die NDS letztlich noch ein Ei gelegt haben, wir werden sehen . Denn auch hier meine ich einen ersten Schrumpfungsprozess durch geäußerte Meinungen und rarer werdende Links im www festzustellen, m.E. auffallend seit er dort schreibt. Davon abgesehen, dass die im Blog gezeigte Arroganz sich dort widerspiegelt und vom Spiegelfechter-Blog auch auf die NDS zurückgeschlossen wird, auch aus den Kommentaren (das lässt sich nicht vermeiden). Zusätzlich man mittlerweile auch ähnliche, sich verfestigend scheinende Züge bei Albrecht Müller feststellt (möglicherweise ansteckend?). Stetig und vermehrt unterstreicht man die Blödheit der Allgemeinheit, die des Volkes und lässt nicht einmal den Kreis der Zuhörerschaft aus (das kommt nicht gut in den youtube-Filmchen). Verstärkt neigen die Vortragenden dazu, Meinungen aus dem Publikum einfach nur ruppig abzubügeln, ihr Programm durchzusehen, die Dialoge abzuwürgen und die Diskussionsrunden in herablassende Monologe umzuwandeln. Warum sollten Zuhörer/Volk anderen langfristig zuhören, wenn sie doch merken, mit der gleichen Wertigkeit betrachtet zu werden, ganz so, wie sie von der vorherrschenden Polit-“Elite“ und Fach-“Elite“ schon gewohnt sind? Nur zwecks Austausch? (Befürchte, diese einfache menschliche Formel der Verständigung wird man in den "Elfenbeintürmen der Eitelkeiten" niemals verstehen ... wollen).

      Mache hier mal die Kassandra: Der Blog ist längst gestorben, das hat nur noch keiner bemerkt. Und wenn die NDS nicht aufpassen, rutschen sie glatt hinterher (manche mögen meinen, da gehört es hin, das sehe ich noch anders, wenngleich ebenso mit Vorsicht). Denn es werden gleich 2 Standbeine angesägt, jenes der Seriosität und das des Dialoges mit dem Volk (nicht über das Volk).

      Gruss
      Rosi

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    3. Hallo Rosi,
      ach, was soll's. Bei einem J. Berger lass ich dass geschmeidig und achselzuckend durchgehen.
      Wenn ein Lapuente aber solch eine Wandlung durchmachen würde - dann geriet ich schon in eine Sinnkrise (obwohl der den SP in seiner Roll hat und mich nicht).
      Finde es übrigens erstaunlich, wieviel Zuspruch meine Abkehr vom SP auslöst. Dachte, ich wäre der Einzige der so empfindet.

      Macht mich immer wieder stolz, Menschen wie Dich in meiner (Stamm-)Leserschaft zu haben.

      Dieses Projekt meines Blogs nimmt den denkbar besten Weg ein.

      Kein Geschleime, nur Empfindung.

      In dem Sinne
      Grüße, Duderich

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    4. Hallo Duderich :)

      Zuerst, danke für die Blumen (wenn ich dabei auch schon fast rot werde ;)).

      Wie schon gegenüber Kleriker erwähnt, interessiert mich bei SF eher die Dynamik des Blogs ... (die ist so auffällig verbreitet ...) Lässt sich irgendwie nicht bei mir vermeiden, registriere das fast automatisch. Hatte auch gar nicht gedacht, es würde Dich sehr mitnehmen *grins*, ich fand den Spruch von Dir ziemlich klasse:

      "Arroganz als Ersatz für Argumente, das geht gar nicht." .... "Wer so mit seinen Blog-Gästen umgeht - hat mich nicht verdient."

      Das nenne ich doch mal ein gesundes Selbstbewusstsein (das meine ich ernst, nicht Arroganz, sondern Selbstbewusstsein).

      Und ich finde es auch richtiger, solchen Blogs und Foren, in denen man sich gegen die Borniertheit nahezu sinnlos verausgabt, die Bedeutung zu nehmen, in dem man ihnen die Präsenz entzieht (und in Deinem Falle freue ich mich, dass Du einen eigenen Blog eröffnet hast). Alles andere ist eine Illusion, man macht sich etwas vor. Und diese Blogs verlieren dann - früher oder später - in der Tat ihre Bedeutung (erst für sich selbst, so auch für andere, denn man ist mitnichten so alleine, wie man meinen könnte, derart verschieden fühlen wir Menschen gar nicht .. überzählig zumindest), die sie nur durch Präsenz anderer erhalten. In der Regel ausgerechnet jenen, die bereit sind, wie ein Vogel ständig gegen die Scheibe zu fliegen (was mich fast schon vermuten lässt, dass dies der eigentlich, tiefer liegende, möglicherweise unbewusste Sinn solcher Blogs sein soll .. nicht wirklich wichtig, mein Gedanke, glaube ich). Und ich denke, man sammelt sich u.a. gerade bei Dir, von mir auf andere geschlossen, weil Du an "Schlachten" und "gegen die Scheibe klatschenden Vögel" keinerlei Interesse hast.

      Bei Herrn De Lapuente sehe eine solche Gefahr ebenso nicht, der bleibt sicherlich das, was er ausdrückt. Der Blog ist eh etwas ganz anders, gar nicht als Diskussionsplattform gedacht; u.v.a.m. deswegen nicht derart gesteuert. Lese ihn immer wieder gerne, irrelevant, ob ich nun die Meinung teile. Über die Blogroll würde ich mir dort auch keine großen Gedanken machen ... kommt vll. noch ... er ist sicherlich ein wenig eigen ... doch wenn er nicht so wäre ... dann ... *grins*.

      "Dachte, ich wäre der Einzige der so empfindet."

      Nö, ganz offensichtlich nicht *grins*, wie wir sehen, bestätigt das gar die Statistik *lach*. Das nenne ich mal einen exorbitanten Leserschwund. Ergo ist man quasi in der Masse, nicht der Einzige ;). Deswegen, gar nicht so schlecht, dass Du es mal ausgesprochen hast ... dann konnte ich das wenigstens mal auswerfen ... ist wie ein Buch erst richtig zuzuschlagen.

      Lieben Gruß und einen entspannten Schlaf :)

      Rosi

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  6. hmmm.... das Antworten klappte schon mal nicht. Obiger Beitrag ging an Cora.

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  7. Kommentator "schwitzig" hat auf SF einen guten Kommentar gegeben:
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/8441/gibt-es-ein-free-lunch#comment-184018

    Obwohl ich mich beim SF mit meinen zins- und wachstumskritischen Äusserungen immer wieder zur Lachnummer mache, finde ich es wichtig, dass Diskussionen darüber in einem doch bekannen Blog wie dem SF nicht aussterben.
    Ein Duderich mit seinen immer wieder brillanten Gedanken und Schlussfolgerungen würde die Diskussionen beim SF zweifellos bereichern.
    Der Spiegelfechter-Blog ist zu bekannt und beliebt, als ihn nur den Wachstumsjüngern zu überlassen...
    der Herr Karl

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    1. Hallo 'Herr Karl'!
      Erstmal, schön, Dich hier begrüßen zu dürfen!
      "Brillante Gedanken"? Wow, welche nette Übertreibung! :P
      Zum Spiegelfechter:
      Du kennst mich nicht; ich bin ein sturer Bock. Wer so mit seinen Blog-Gästen umgeht - hat mich nicht verdient. Arroganz als Ersatz für Argumente, das geht gar nicht. Außerdem, leere Ansagen sind nicht meins. Sollen die Hobby-Ökonomen sich dort austoben, ich les' derweil lieber 'Feynsinn', 'Oeffinger Freidenker' und 'ad sinistram'.
      Mag sein, dass Du Recht hast, und jede kritische Stimme dort(SP) fehlt. Ich meinerseits hab mir früher bei Pharus.de die Hörner abgestossen, mittlerweile aber keine Lust mehr gegen die Windmühlen der Borniertheit anzurennen.
      Trotzdem, nett dass Du es versucht hast!
      Würde mich freuen, hier weiterhin von Dir lesen zu können! :)
      Gruß, Duderich

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  8. Hallo Rosi,
    in der Tat hatte der SF eine große Leserschaft. Er war mal im Rang zwischen 3800 und 4200 und hatte zwischen 7000 und 10000 Leser am Tag. Nun gut, das war einmal siehe hier:
    http://www.alexa.com/siteinfo/spiegelfechter.com

    Der SF hatte und hat eine ganz andere Intension als viele Blogbetreiber, einen solchen zu betreiben, welche man hier ganz klar lesen kann:

    Zitat: PP: Sind Kommentare ein Bewertungsmaßstab für Dich?

    JB: Absolut! Ohne die „Kommentarfunktion“ würde ich gar nicht schreiben. Das Feedback zum Leser ist eminent wichtig und ich richte auch meine Schreibweise darauf aus.
    http://blog.politik.de/blogschau/der-mensch-hinter-dem-blogger-ii/602/

    Den SF darf man in vielen Bereichen einfach nicht ernst nehmen, da er einfach durch den Mainstream, den allg. Meinungen der Mainstream-Experten und seiner durchlaufenden Erfahrung, wie Studium und Co, zu indoktriniert ist. Es ist in der Tat kein Geheimnis, dass er mit seiner Schreiberei Geld machen wollte und oder noch will(?), ob er es noch will ist Spekulation. Doch man merkte schon, dass er, seit er bei den NDS ist, für sich im Kreise der Eliten der Blogszene angekommen zu sein scheint. Sein rechthaberisches Getue gegenüber seinen Lesern, hatte er schon immer. Ich kann mich noch gut an das Thema 9/11 erinnern, als er sagte, man wäre ja ein VT'ler, aber er könnte es sich anhand der Fakten (Mainstream wohl gemerkt) nicht vorstellen. Gut soweit, doch im Nachsatz kam dann, dass er sich mit dem Thema überhaupt nicht groß beschäftigt hatte und es auch nicht wollte.

    Ich habe viel Erfahrungen mit Blogbetreibern sammeln können, da ich sie , oder ebend viele erleben durfte. Ich war damals schon tätig für die Agentur NNG ( http://net-news-global.de/) jetzt hier (http://www.net-news-global.net/), habe dann mit 3 Weggefährten, Daniel Neun, Petrapez und meine Wenigkeit (später kam noch die helfende Hand Uebsi dazu) NNE (http://www.net-news-express.de/) unter der Schirmherrschaft eines Bleckers (Infokrieger-News *rofl*) nachdem der Kongress der unabhängigen Medien stattfand, aufgebaut. Und wir haben sie zu Dritt in den ersten Monaten aufgebaut, wobei nur der technische Support von Blecker kam. Als das mit Blecker, durch seine Eitelkeit, in die Grütze ging, da er wie viele Blogger, und das ist das Problem der Schreiberlinge, welche mit Mißgunst und Neid zerfressen sind, wer denn nun der Bessere und oder Wahrheits-Beseeltere war und oder mehr Traffic hatte, haben wir bei uns weiter gemacht. Ich bin Daniel Neun (Radio Utopie) immer treu geblieben, nicht weil ich alles so wie er sehe, sondern weil RU immer politisch frei war und ist und das GG auf der Agenda stand und steht, und wir haben dann die Nachrichten Agentur (http://nachrichtenagentur.radio-utopie.de/) aufgebaut. Mal unabhängig davon, könnte ich dir Geschichten über die Blogszene erzählen, wo man (entschuldige mal den männlichen Ausdruck ;-) ) nur noch die Vorhaut zurückziehen und mit dem Kopf schütteln könnte. Wie ein Kindergarten.
    Darum schreibe ich hier auch grade die Zeilen, da ich den Kommentar von Duderich beim SF gelesen hatte, und er völlig RECHT hat. Eine Logik im falschen System bringt überhaupt nichts, da mit solchen Mitteln noch nicht mal im Ansatz etwas gegen die Wurzel des Übels getan wird.

    @ Duderich: *ichMußMalLächeln* "Arroganz als Ersatz für Argumente, das geht gar nicht." .... "Wer so mit seinen Blog-Gästen umgeht - hat mich nicht verdient." *hehehe..lol..*
    Ich weiß aber 100%ig was du damit meinst. Man muß genau die Erlebnisse und die Meinungen, grade im Mainstream, hinter sich lassen und selber sein Ding ohne Rücksicht auf irgendjemand weiter machen. Das bedeutet nicht, dazu zu lernen und andere Meinungen zu ignorieren, sondern die, die dich aufhalten, stößt man beiseite und geht seinen Weg, WEIL SIE DICH AUFHALTEN.

    So, ich hoffe ich habe euch nicht zu doll zugedröhnt und wünsche noch einen schönen Abend.
    Bis demnächst und beste Grüße
    Kleriker

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    1. Hallo Kleriker!

      "WEIL SIE DICH AUFHALTEN:"
      Das ist mal cool! Diese Formulierung habe ich bislang noch nicht für mich gefunden.
      Meine Anfänge waren Posts in Pharus.de (ziemlich rechtslastig vom Publikum her). wo ich versuchte gegen die Stahlbetonmauern des neoliberalen Zeitgeistes anzuschreiben. Auch das hat mich erstmal aufgehalten - aber im Weiteren dazu getrieben, meinen eigenen Blog zu eröffnen.
      Dies wiederum ist eine wirklich tolle Erfahrung, weil ich das Glück habe, Menschen anzuziehen, die sich offensichtlich hier wohl fühlen und von denen ich auch unheimlich viel mitnehme.
      Symbiotisches Verhältnis, sozusagen.

      In diesem Sinne würde ich mich freuen, hier ab und an von Dir mehr lesen zu können...

      Gruß, Duderich

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    2. Hallo Kleriker

      Nein, nein, überhaupt nicht. Betrachte es als Ergänzung zum Thema und ich finde, es darf ruhig ausgesprochen werden. Außerdem mal ganz interessant für mich, es mehr aus einer persönlichen, Insider-Perspektive dargestellt zu bekommen. Meiner einer begrenzt sich mehr auf die Blog-Dynamik selbst, weniger auf die dahinter stehenden Personen.

      Lieben Gruß
      Rosi

      PS: Radio Utopie höre ich hin und wieder auch ganz gerne ;) und das hier: http://www.net-news-global.net/ kannte ich noch gar nicht ... schaue demnächst mal intensiver hinein.

      @Duderich: Dein verlinktes Video trifft i.Ü. den Nagel auf den Kopf und erinnert mich an viele meiner eigenen Empfindungen, inkl. das Bedürfnis, mich immer wieder zurück zu ziehen und sei es nur temporär.

      Wir leiden unter einem ganzheitlichen Problem, das ist mit ein paar Stellschrauben und der gleichen, eingeschränkten Logik nicht behoben. Eine Logik, die sich bemüht, den Menschen nur noch als Faktor zu sehen... und das auch noch jeweils in fein säuberlich aufgeteilten Bereichen ... (weil es das für den Betrachter vermeintlich einfacher macht?)

      Tatsächlich ähnlich, wie in der Maschinentechnik, wobei der eine für die Elektronik und der andere für die Mechanik zuständig ist und wieder andere die Systemprogramme und noch welche die darauf aufgesetzten verschiedenen Anwendungen programmieren ... So funktioniert Mensch, Natur, Leben und das Universum nicht ... das folgt ganz anderen Gesetzen, komplexer, weitaus flexibler, expansiver und doch nachhaltiger, ein System in sich selbst, welches sich stets erneuert .. unendlich viele Komponenten. Nicht so beschränkt und doch m.E. von einer fast simplen Logik getrieben, liegt mir glatt auf der Feder ... doch das klingt schon fast wieder arrogant ...

      Lieben Gruß
      Rosi

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    3. Hallo Rosi!

      Na, wer würde sich denn nicht gerne für längere Zeit zurückziehen (meist mit liebgewonnenen Menschen)?
      Temporär ist das, was die Gesellschaft aber nur zulässt (bitte vorher Urlaubsschein einreichen!).

      Wie sehr würde der Arbeits-Fetisch verblassen, wenn wir die Arbeit nicht mehr für unsere ökonomische Existenz bräuchten? Wieviel wertvoller wären deren Produkte, wenn sie aus Bestimmung und Freiwilligkeit heraus produziert wären?

      (Tschuldigung - bin meinerseits temporär mal wieder in meine Utopie hinabgerutscht.)

      Zu dem Video:
      Ich mag diese unaufgeregte Art dieser Person. Umso direkter berührt mich die Vernunft seiner Worte.
      Ich habe diese Unaufgeregtheit nicht. Mein Weg ist ein anderer. Aber ich hätte sie oft gerne.

      Ich liebe die Aufgeregtheit von Schramm's Dombrowski, wie ich auch diese eben beschriebene Abgeklärtheit liebe...

      Zu Deiner fast-Arroganz: Die Wahrheit IST simpel! Man muss sich ihr nur öffnen können.

      Das kannst Du, denke ich. In so fern kein Grund zur Sorge. ;)

      Lieber Gruß, Duderich

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    4. Ach Duderich

      "(Tschuldigung - bin meinerseits temporär mal wieder in meine Utopie hinabgerutscht.)"

      So utopisch ist das gar nicht. Hast Du Adorno gelesen, Minima Moralia? Gar nicht so unähnlich, Dein Fazit. Wenngleich er das wohl eher derart formulieren würde:

      "Wie sehr würde der Arbeits-Fetisch verblassen, wenn wir die Arbeit nur für unsere Existenzerhaltung einsetzen würden? Wie viel gehaltvoller und schöner wäre alles freiwillig darüber hinaus Erschaffene?"

      Wie er es wirklich formulierte, müsste ich erst nachschlagen ... wirft sich jetzt gerade nicht aus ... doch er hat was dazu geschrieben.

      Denn jener Aufwand, der tatsächlich für die Existenz benötigt würde, die leistete Menschheit (und nicht nur jene) doch seit Urzeiten eher freiwillig, gar nicht gezwungen oder unwillig. Glaube nicht, dass das Pferd sich darüber echauffiert, grasen zu müssen ... (wieso muss ich ausgerechnet jetzt an Plato und die "Pferdeheit" denken .. isse schon spät, nur noch Unsinn im Kopf) *grins*.

      Schlaf gut .. ich gehe jetzt Schäfchen zählen ..

      Gruss
      Rosi

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  9. Mir kommt bei einigen vermeintlich linken blogs, der Mensch viel zu kurz. Politik und Ökonomie sind wichtig, aber wie soll man eine neue, bessere Gesellschaft anstreben, wenn man den Menschen nicht in den Fokus der Betrachtung rückt? Was nützen die vermeintlich tollsten und besten Gesetze und Strukturveränderungen, wenn die Gier, die Habsucht, die Ignoranz und der Egoismus nicht überwunden werden?

    Auf diese Fragen hat der Spiegelfechter keine Antworten. Er gibt sich sachlich und faktisch und vergisst dabei den Menschen.

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    1. J.B. hat sicherlich viel Ahnung von dem, was er spricht. Aber er spricht halt ökonomisch.
      Aber es berührt mich nicht.
      Und so schafft man auch kein Bewußtsein dafür, dass hier was GRUNDLEGEND schiefläuft! Als Ökonom geht er Problemstellungen halt ökonomisch an. Wie Du, glaube ich aber, dass der Focus auf die Ökonomie den Menschen als Wirtschaftsfaktor und Leistungserbringer (im schlechtesten Falle Leistungsbezieher) reduziert, ja fast schon unformen will.

      Lösungsforschläge auf ökologische Probleme bspw., die elementar sind und immer mehr werden, wirst Du beim Spielfechter nicht finden.

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  10. Den Ekel kenne ich, aber Jens Berger ist das falsche Opfer, finde ich. Zumal Jens gar kein verökonomisierter Mensch ist, wenn man ihn etwas kennt, merkt man das sehr schnell. Ganz im Gegenteil, er findet, dass man die Eurokrise in ihrer Gesamtheit erfassen sollte - nicht nur durch Ökonomensprech.

    Verspäteter Kommentar meinerseits. Aber trotzdem ... je später der Kommentar, desto schöner der Kommentator ...

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  11. Bin auf Zufall auf diese Seite gekommen. Habe auch meine "Erfahrungen" mit dem Spiegelfechter gemacht. Während Du ihn wegen seine Einseitigkeit ,weil nur ökonomisch, kritisierst habe ich ihn wegen seinen aus meiner Sicht ökonomischen Inhalts kritisiert. Ich bin libartär und bin Anhänger der Wiener Schule, also von Dir ausgesehen "rechts" vom Spiegelfechter. Ich finde ja einige seiner Artikel interessant, aber wenn es um ökonomische Fragen ging ist er aus meiner Sicht gradezu unterirdisch. Er macht ja neulich jetzt auch PodCast, "Leser fragen, Jens Berger antwortet". Dieser war so schlecht und meine Kommentare, immer die Netiquette beachtend, habe das dann auch zum Ausdruck gebracht. Ich muss aber dabei irgendein Nerv getroffen haben, weil meine Kommentare aufeinmal verschwunden sind, bzw ich nicht mehr kommentieren konnte.
    Als ich dann höfflich um Erklärung bat, wurde Unwissenheit geheuchelt. Der Clou aber war, dass ich dass alles dokumentiert habe und auf Youtube gestellt habe. Das Gesicht von JB hätte ich dabei sehr gerne gesehen :)

    http://www.youtube.com/watch?v=Pe8K-HVRQhE

    Ab 13:12 ist die Berger Zebsur zu sehen.

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  12. Der olle Berger hat mich damals, so vor 2-3 Jahren, häufig zensiert, weil ihm meine Kommentare in Bezug auf Themen wie Einwanderung zu "rechts" waren. Schön zu erfahren, dass sein Blog den Bach runtergeht. Schadensfreude ist eben doch die schönste Freude (nein, nicht wirklich) :P

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