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Montag, 27. August 2012

Von 'Farblingen' und Kleinstpackungen

Bläulinge, Grünlinge, ... und Rotlinge

Auf die der Liste der Arten, die durch die Auswirkungen von Fukushima verändert werden, sind zu den mutierten Schmetterlingen namens 'Bläulingen' (der Duderich berichtete) nun auch die 'Grünlinge'(?!) neu dazu gekommen. Grünlinge sind aber keine Bläulinge in grün, sondern vielmehr ziemlich hässliche Fische die mittlerweile das 258-fache des Cäsium-Wertes aufweisen, der als noch unbedenklich gilt.

Übrigens: Der Anteil an Mutationen von Bläulingen steigt von Generation zu Generation an!

Sollten Mutationen und Strahlenbelastungen irgendwann einmal die menschliche Speisekette erreichen, wird das vermutlich eher wahrgenommen werden, wie die Mutation von nicht ökonomisch verwertbaren 'Farblingen' (kleine Wortschöpfung dudericherseits).

Trotzdem, in seiner 'Nichtigkeit'(sic) einen Hinweis wert, wie ich finde.

... Nein, liebe Leserschaft, ich frage an dieser Stelle ausdrücklich nicht wie es eigentlich den 'Rotlingen' geht! Das Thema ist zu ernst und die Pointe zu flach - einfach nicht meine Hautcreme (+ u).


Eine gute Nachricht für Singles!
Haushaltsvorstände von Ein-Personen-Haushalten (ohne Tiefkühltruhe) aufgemerkt!
Endlich werden die Klein(st)packungen kommen!

Der drittgrößte Konsummittelhersteller Unilever kam jüngst zu der Erkenntnis, dass Produkte für arme Indonesier sich auch für arme Südeuropäer (sog. 'Schuldenstaaten') anböten. Und das wären dann eben Klein(st)packungen.

Arm ist eben arm. Da hat dieser Konzern nicht nur aus kaufmännischer Sicht recht.

Nun, die Armut, die wir außerhalb Europas billigten, breitet sich nun innerhalb Europas immer weiter aus. 'Südländer.' Das ist ja auch immer noch weit weg. Weit weg genug, um gebilligt zu werden.
Aber unter uns Pfarrerstöchtern: Auch im 'Wirtschaftsstandort Deutschland' breitet sich Armut aus. Aber auch hier wird nichts getan um Armut zu bekämpfen. Die Politik macht genau das Gegenteil; als Transmissionsriemen für die Verteilung von Unten nach Oben.

Unilever spricht von einer 'Neuen Armut'. Der Konzern (in so fern das Feinbild der Linken) hat das ausgesprochen, was sich kein staatstragender europäischer Politiker traut zuzugeben, oder gar Lösungsansätze dagegen zu suchen (Hollande mag da vielleicht teilweise eine kleine Ausnahme darstellen).

Unilever reagiert als Konzern, auf die sich in Europa verbreitende Armut, indem er gewinnorientiert auf diesen Umstand reagiert. Macht seinen Job als Konzern (in der kapitalistischen Logik) um seine Gewinne zu steigern.

Die europäische Politik hingegen leidet an Erkenntnisverweigerung. Die Erkenntnis aber unterstellt, machen  sie ihren Job nicht, oder billigen sich ausbreitende Armut (auch) innerhalb dieses Konstrukts 'Währungsgemeinschaft'. Wie man es auch dreht und wendet: Sie versagt auf ein Neues. Wieder und wieder.

Solange Angehörige diese neoliberalen Glaubensgemeinschaft unsere Geschicke lenken wird es wohl nicht besser werden.

Ich frage mich, ob sich irgendwann die Vernunft ihren Weg bahnen wird.
Und ob es dann noch früh genug sein wird.

Ich weiß, das kann mir keiner beantworten...


Kommentare:

  1. "Unilever reagiert als Konzern (auf diese offensichtliche Erkenntnis) indem er gewinnorientiert auf diesen Umstand reagiert. Macht seinen Job als Konzern um seine Gewinne zu steigern."

    Genau. Und damit reagiert er auch im Sinne "unserer" Politik. Ist doch alles Bestens. Das geht dann sicher auch unter "soziales Engagement" durch. Die Politik hält sich raus, schafft aber die Grundlagen dafür, dass die Wirtschaft zum nicht mal vorzuwerfenden eigenen Vorteil reagiert. Wenn das dann dem Konsumenten/Verbraucher "zu Gute" kommt, hat der "Kreislauf" doch "toll" funktioniert.

    Unsere Politiker billigen nicht und nehmen auch nicht in Kauf. Sie stellen die Weichen, und sie halten es wahrscheinlich sogar für vernünftig und wägen sich ganz im Sinne der Aufklärung.
    Im Prinzip brauchen wir sie nicht mehr, aber die, deren Interessen sie vertreten, schon und um das Deckmäntelchen der Demokratie benutzen zu können, wann immer es zur Legitimierung passt.

    Liebe Grüße

    Cora

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    1. Hallo Cora!

      "Genau. Und damit reagiert er auch im Sinne "unserer" Politik. Ist doch alles Bestens. Das geht dann sicher auch unter "soziales Engagement" durch. Die Politik hält sich raus, schafft aber die Grundlagen dafür, dass die Wirtschaft zum nicht mal vorzuwerfenden eigenen Vorteil reagiert. Wenn das dann dem Konsumenten/Verbraucher "zu Gute" kommt, hat der "Kreislauf" doch "toll" funktioniert."

      Der neoliberale Himmel voller Stradivari-Geigen!
      Kapitalismus und Marktgläubigkeit als Motor für Entwicklung, Fortschritt und Innovation, ja als Wohlstandsversprechen.
      Nur, der verdammte Trickle-Down-Effekt will sich einfach nicht einstellen!
      In meiner Dystopie werden bald umwelt-/strahlenbelastete Konsumgüter stark verbilligt angeboten: Doppelter 'positiver' Effekt im Sinne unserer Staatenlenker: Die armen Menschen gehen nicht vor Hunger auf die Strasse; und ... sterben früher.

      "Unsere Politiker billigen nicht und nehmen auch nicht in Kauf. Sie stellen die Weichen, und sie halten es wahrscheinlich sogar für vernünftig und wägen sich ganz im Sinne der Aufklärung. "

      Da muss ich entschieden widersprechen: Sie tun dies m.M. nach in vollem Bewusstsein, strukturelle Ungleichheiten zu verstärken und Armut und Not auszulösen.

      "Im Prinzip brauchen wir sie nicht mehr, aber die, deren Interessen sie vertreten, schon und um das Deckmäntelchen der Demokratie benutzen zu können, wann immer es zur Legitimierung passt."

      Nur, dass das Deckmäntelchen Demokratie immer fadenscheiniger, dreckiger und löchriger wird - ja zu einem Lumpen verkommt.

      Grüße, Duderich

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    2. "Die armen Menschen gehen nicht vor Hunger auf die Strasse; und ... sterben früher."

      Nun, an dem früheren Sterben wird doch schon gebastelt. Wenn jeder für seine Krankheiten selbst verantwortlich gemacht wird, dauert es nicht mehr lange, bis bei "nachgewiesener Selbstverschuldung" keinerlei gesundheitliche Maßnahmen mehr bezahlt werden. Und wer dann nicht vorsorglich eine Zusatzversicherung abgeschlossen hat und aus eigener Tasche nicht bezahlen kann... Oder die immermal wiederkehrende Überlegung, bis zu welchem Alter sich Operationen noch "rentieren".

      "Sie tun dies m.M. nach in vollem Bewusstsein"

      Natürlich tun sie das. M.M.n. aber nicht in erster Linie, um Armut und Not auszulösen, sondern weil es ihnen um ihre Macht geht. Die Verlierer sind dann egal, weil unsere "Elite" einer Ideologie folgt, die (wie eigentlich in totalitären Staaten üblich), auf eine perfide Weise dem Sozialdarwinismus fröhnt und bereits faschistoide Züge annimmt.

      Es ist wirklich verwunderlich, wie es noch immer überhaupt gelingt, das alles als zivilisiert und demokratisch zu verkaufen.

      Ein Irrenhaus ist nichts dagegen. :(

      Grüße

      Cora

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    3. "Natürlich tun sie das. M.M.n. aber nicht in erster Linie, um Armut und Not auszulösen, sondern weil es ihnen um ihre Macht geht. Die Verlierer sind dann egal, weil unsere "Elite" einer Ideologie folgt, die (wie eigentlich in totalitären Staaten üblich), auf eine perfide Weise dem Sozialdarwinismus fröhnt und bereits faschistoide Züge annimmt."

      Sorry, Cora,
      aber da muss ich Dir Deine eigene These entgegenhalten:
      "Unsere Politiker billigen nicht und nehmen auch nicht in Kauf."

      Was man 'in erster Linie anstrebt' und 'billigend in Kauf nimmt', sind zwei s e h r unterschiedliche Dinge. Warum versuchst Du das zu vermischen?

      Grüße, Duderich

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    4. Da reden wir wohl irgenwie aneinander vorbei. Ich schrieb: "Unsere Politiker billigen nicht und nehmen auch nicht in Kauf. Sie stellen die Weichen". Der hier letzte Satz ist die Kernaussage, die die beiden vorher gemachten Aussagen (billigen, in Kauf nehmen)negiert. Von jemandem zu behaupten, etwas in Kauf zu nehmen oder zu billigen hieße, er würde es nicht zielgerichtet forcieren, sondern als (notwendiges) Übel anzusehen o. einfach nur die Augen zu verschließen. Wer aber die Weichen stellt, forciert es. Da gab es nie einen Widerspruch zwischen uns.

      Schon manchmal schwierig mit der Kommunikation o. der deutschen Sprache ;

      Grüße

      Cora

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    5. @ Duderich
      "In meiner Dystopie..."
      Kannst Du Dich noch an den Zug mit dem verstrahlten Molkepulver erinnern, der durch die Lande fuhr nach der Tschernobyl-Katastrophe?
      ( http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/laenderreport/491187/ weiter unten)
      Da wurde auch diskutiert, ob man das Gift nicht nach Afrika verschiffen könnte, also Hungerhilfe und Eugenik in Kombination.
      Du beschreibst eigentlich den Ist-Zustand, der schon länger besteht:
      Während sich Leistungsträger Fleisch vom Bio-Hof schmecken lassen, darf der Pöbel sich sein Discounter-Hühnchen im ABC-Anzug zubereiten.
      Ich hatte mal eine Bekannte, die im Hamburger Hafen für einen Kaffee-Importeur arbeitete. Die erzählte mal, dass wenn es zu Schädlingsbefall in der Lagerhalle kam, die den Schuppen zumachten, alles vergasten und der Bestand dann nicht an die Edelrösterei sondern den Discounter-Zulieferer ging. Sie empfahl "Albrichts Rache" zu meiden.

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    6. Die Realität übertrifft eben immer wieder jegliche Vorstellungskraft :(
      So was wird dann gerne Verschwörungstheorie genannt oder ist ein bedauerlicher Einzelfall. Ja ja ...

      Grüße

      Cora

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    7. @unschland:
      Ja, meine Dystopie ist schon teilweise Realität, Luft nach unten ist aber immer noch...

      @Cora:
      Da hab ich Dich tatsächlich falsch verstanden. Tatsächlich denken wir also genauso darüber.

      Gruß, Duderich

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  2. Ein Ziel in erster Linie anstreben und dabei etwas billigend in Kauf nehmen müssen sich meiner bescheidenen Meinung nach nicht gegenseitig ausschließen. Ziel Politik: Machterhalt sowie eigene finanzielle/karrieretechnische Absicherung nach Beendigung der politischen Tätigkeit durch und in der freien Wirtschaft. Ziel "Leistungseliten": Stetige Gewinnmaximierung/Vermehrung des privaten Vermögens sowie ebenfalls Machterhalt als "graue Eminenz" im politischen Hintergrund. Dabei als billigende Inkaufnahme zur Erreichung dieser Ziele: "Kollateralschäden" wie zunehmende Verarmung der Restbevölkerung.

    @Duderich: Besten Dank für die Aufnahme in Deine Blogroll! Habe mich dafür umgehend "revanchiert"!

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  3. ich kann da keinen unterschied mehr ausmachen, zwischen politikern und konzern-managern. für mich ist das eine masse neoliberaler egomanen, die sich für die (leistungs-)elite halten, in wahrheit aber die totengräber der erde sind.

    es mag einzelne ausnahmen hie wie dort geben, aber die werden entweder sehr schnell gleichgeschaltet (siehe das grüne establishment), versinken in der bedeutungslosigkeit (Jutta Ditfurth, Petra Kelly), oder prallen auf die geballte politisch-ökonomische widerstandskraft aus verfassungsschutz (die Linke), polizei (occupy) und springer-presse (zu der man inzwischen leider auch meistens die öffentlich rechten zählen muß).

    was wir erleben, ist soziologisch und anthropologisch höchst interessant: als erfahrung aus dem scheitern der diktaturen des 20. jahrhunderts haben die eliten eine neue herrschaftsform entwickelt: die "narkotische mimikry-demokratie". man betäubt die menschen mittels seichter medien und schuldenfinanziertem konsum, spielt ihnen eine art "demokratie-theater" mit allem zubehör (abgeordnete, freie wahlen, unabhängige gerichte etc.)vor und erzeugt auf die art eine gesellschaft willfähriger lemminge, die malochend und konsumierend auf den abgrund zurennen - und sich dabei noch wohlfühlen.

    eigentlich nicht mehr weit von der dystopie aus "Matrix" entfernt, oder?

    lg
    don

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