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Montag, 3. September 2012

'Schnöggersburg': Das Phantasia-Land für Bundeswehr-Soldaten

Ich habe schon viel gelesen, was erstaunt und verwundert - würde mich also als medial relativ hornhäutig bezeichnen. Aber folgende Meldung lies und lässt mich zweifeln, ob ich nicht doch einer >Ente< fette Beute bin:
"Die Bundeswehr hat großes vor: Auf einer Fläche von mehr als sechs Quadratkilometern soll für 100 Millionen Euro die Stadt Schnöggersburg entstehen - mit allem, was zu einer modernen Stadt dazugehört. Eine Altstadt mit Bahnhof gehört ebenso dazu wie eine Hochaussiedlung und ein Industrieviertel. Sogar an ein Elendsquartier hat die Bundeswehr gedacht. Um die Realität möglichst nah abzubilden, bekommt Schnöggersburg zudem einen 1,5 Kilometer langen Fluss, Autobahn und Straßen. Auch eine U-Bahn soll gebaut werden. Die Stadt, in der es auch ein politisches und ein kulturelles Zentrum geben wird, ist Teil des Gefechtsübungszentrums, das die Bundeswehr in der Altmark betreibt. Das Ziel ist die möglichst realitätsnahe Vorbereitung der Soldaten auf ihre Einsätze."
(aus: Telepolis: Bundeswehr will Häuserkampf auch für Inlandseinsätze trainieren)

Kaum lässt das Verfassungsgericht Inlandseinsätze in engen (wenn auch schwammigen) Grenzen zu, wird eine Stadt(!) errichtet, um Inlandseinsätze üben zu können? Reichen dafür nicht Sandsäcke aus? Aber nein, es geht ja nicht um Katastrophenschutz, sondern um Häuserkampf. Dazu reichen dann auch nicht, wie bislang, leerstehende Häuser, die zu diesem Zweck errichtet werden. Nein - eine ganze Stadt muss es sein. Mit Bahnhof, Hochhaussiedlung, Industrieviertel, Elendsquartiere (hmm, Hungeraufstände - verstehe), Fluß (WTF?), U-Bahn und einem politischen, sowie kulturellem Zentrum - was immer darunter zu verstehen ist (in meiner Heimatstadt [Koblenz a. R.] könnte ich weder das Eine noch das Andere benennen).

Nun, dass nicht ausgeschlossen wird, innerdeutsche Wider-/Aufstände auch mit militärischer Gewalt (Verfassungsgerichtsurteil hin oder her) zu bekämpfen, mag  kritische Zeitgenossen nicht wirklich verwundern. Aber:
Hallo? Geht's nicht ein bisschen kleiner? Unauffälliger?
Sicherlich geht's mir nicht vordergründig um die läppischen hundert Millionen (wo doch heutzutage nur in mehrstelligen Milliardenbeträgen gerechnet wird), zu denen sicherlich nicht vorhergesehene(sic) Mehrkosten hinzuaddiert werden.

Was mich Naivling aber immer noch verwundert, ist diese Dreistigkeit: 
Für wie blöde, abgestumpft, stupide und unkritisch muss eine Regierung eine Bevölkerung halten, die (auf deren Kosten) eine Stadt baut, um den Kampf gegen sie zu trainieren???

Ein (zugegeben zynischer) Nachtrag:
Wäre es nicht eine super Arbeitsgelegenheit (Ein-Euro-Job) für Hartz-IV-Empfänger, Aufständische, die gegen soziale Ungleichheiten (in Schnöggersburg) aufbegehren, zu spielen?


Kommentare:

  1. Für wie blöde, stupide und unkritisch muss eine Regierung eine Bevölkerung halten, die eine Stadt baut, um den Kampf gegen sie zu trainieren???

    Das muss man nur "richtig kommunizieren"™
    Mein Vorschlag: es besteht die reale Gefahr, dass mutierte Maulwürfe aus Fukushima sich bis zu uns durchwühlen und deutsche Städte besetzen. Das Trainingsgelände ist also alternativlos, sonst würden Horden fünfschaufeliger Maulwürfen alle deutschen Kleingärten in Nullkommanix zerwühlen - das wäre der Untergang des Abendlandes!1!!
    Ein Themenwochen-Special mit einem Horror-Schocker über die Maulwürfe des Grauens, noch drei Jauch-Talkshows und es passt.

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    1. Hast mich! Gegen marodierende Maulwürfe hilft nur großzügig abgelegtes Napalm.
      Wenn dadurch Kollateralschäden, wie bspw. zufällig anwesende Demonstranten entstehen, soll's mir recht sein!
      Mutierte Maulwürfe, gottverdammt! Und ich dachte, es gäbe nur 'Farblinge' (http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de/2012/08/von-farblingen-und-kleinstpackungen.html)!

      Und wenn Jauch mir erzählt, dass die Gefahr von mutierten Maulwürfen droht, dann glaub ich das erst mal. Der hat so was seriöses, wenn er in die Kamera dackelt...
      :-P

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  2. dazu passt dann auch die aktuelle hochkonjunktur für meldungen über die "hochgefährlichen" deutsch-stämmigen islamisten, die sich derzeit "weltweit in terror-camps ausbilden lassen, um den dschihad nach Deutschland zu tragen".

    heute abend zb im zweiten deutschen staatsfernsehen, wird der offizielle angst-und-schreckens-beauftragte der bundesregierung Elmar Theveßen den leuten wieder klar vor augen führen, wie wichtig ein hochgerüsteter staatsapparat ist, um sie vor den bösen muselmanen zu schützen, die alle an den eu-außengrenzen sitzen und darauf warten unsere blonden töchter unter die burkas stecken und unsere tapferen söhne beschneiden zu können.

    wir brauchen also alle denkbaren trainigsmöglichkeiten für die bundeswehr. genauso wie wir alle erdenklichen abhör- ausspäh- und sonstigen überwachungsmöglichkeiten brauchen.

    also ihr naivlinge: hört endlich auf, auf den redlichen deutschen sicherheitsbehörden rumzuhacken! zeigt gefälligst ein wenig vaterlandsliebe! gebt die reste eurer freiheit endlich zugunsten eurer sicherheit auf! lasst euch am besten mit ean-codes tätowieren, mit gps-chips piercen und meldet euch freiwillig zum dienst an der waffe oder im heimatschutz!

    lg
    don

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  3. Und neben den Maulwurf-Mutanten und den finsteren muselmanischen Gestalten gibt´s da ja auch noch diese bitterbösen kommunistischen Freiheitsfeinde und Gleichmacher. Denen wird´s dann, wenn sie sich auf unsere Straßen wagen und das Volk in Aufruhr versetzen sollten, kräftig gegeben werden.
    Am besten gleich mit Strunk und Stil ausrotten, dieses verfluchte arbeitsscheue rote Pack, wenn sich die passende Gelegenheit dazu bietet. Denn nichts ist schließlich so schützenswert wie die Freiheit und das Vermögen unserer "Leistungseliten"!

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    1. Das Linke,... ähm Böse ist immer und überall. Da heißt es aufrüsten. Bin mal gespannt, wann unser Staat vollends die demokratische Maske verliert.
      Diese restriktiven Kräfte, die weiterhin versuchen uns unter immer schlechteren und ungerechteren Bedingungen unterzujochen erzeugen aber genau dadurch auch Gegenkräfte...

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  4. nichts anderes als hohenfels in bayern- nur daß das da die amis machen... die haben keine hochhäuser... und die ubahn ist ne normale bahn... aber tunnelsysteme, autobahn etc.pp..

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  5. und da kannst du auch das machen, was von dir beschrieben wurde: als nebenjob... schimpft sich COB- civilian on the battlefiel...für 90 E am tag; kein scherz

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