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Sonntag, 14. Oktober 2012

'Ihr könnt mich alle am Arsch lecken! ...'

Abteilung: Topaktuelle Klassiker


"Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, dass die Zeiten mies sind. Das wissen Sie genauso gut wie ich. Es herrscht Depression. Viele sind ohne Arbeit, oder haben Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Der Dollar ist keine 5 Cent mehr wert. Banken gehen pleite. (...) Es scheint Niemanden zu geben, der weiß, was man dagegen tun kann. Wir wissen, die Luft die wir einatmen ist vergiftet, genauso wie die Lebensmittel, die wir essen. Wir sitzen zuhause im Sessel, sehen fern und lassen uns von irgend einem Ansager erzählen, dass es heute 15 Morde und 63 Gewaltverbrechen gegeben hat. So, als ob das ganz normal wäre.

Wir wissen, die Zeiten sind mies; schlimmer als mies. Sie sind verrückt. Es ist, als ob überall alles verrückt geworden ist, so dass wir gar nicht mehr heraus gehen wollen. Wir sitzen zuhause und langsam wird die Welt in der wir leben immer kleiner und wir sagen nur: 'BITTE, lasst uns wenigstens hier in Ruhe, hier in unserem Wohnzimmer. Lasst mich meinen Toaster haben, meinen Fernseher, meine Stahlgürtelreifen, dann sag ich auch nichts. Lasst mich bloß in Ruhe!' Ich werde Euch aber nicht in Ruhe lassen! Ich will, dass Ihr wütend werdet! Ich will nicht, dass Ihr protestiert, oder Krawalle veranstaltet, oder Eurem Kongressabgeordneten schreibt, denn ich wüßte nicht, was Ihr ihm schreiben solltet. Ich weiß nicht, was man gegen die Depression tun kann, die Inflation, gegen die Russen und die Verbrechen auf den Strassen. Ich weiß nur, dass ihr erst einmal wütend werden müsst! Ihr müßt sagen: 'ICH BIN EIN MENSCHLICHES WESEN, VERDAMMT NOCH MAL! MEIN LEBEN HAT EINEN WERT!' 

Also: Ich will jetzt, dass Ihr aufsteht! Ich will jetzt, dass Ihr alle aufsteht, Einer wie der Andere! Ich will dass Ihr sofort aufsteht, zum Fenster geht, es aufmacht, den Kopf rausstreckt und schreit: 
'IHR KÖNNT MICH ALLE AM ARSCH LECKEN, ICH LASS MIR DAS NICHT MEHR LÄNGER GEFALLEN!"
aus: 'Network' (1976)

Dazu passender Filmausschnitt und weiteres Video unter "Weitere Informationen".

Update: Wie in den Kommentaren nachzulesen, wurde mir folgendes Musik-Video von 'Maybeshewill' mit dort eingebetteter Original-Version zugespielt, welches mir musikalisch (ja, ich mag die harten Töne) aber auch visuell sehr gut gefällt:



Kommentare:

  1. Maybeshewill, eine britische instrumental Rockband, haben die englischsprachige Version in ihrem Lied "Not for want of trying" wunderbar musikalisch eingebettet:
    http://www.youtube.com/watch?v=goJWdPnPA8I
    Ab 1:34, sollte der Anfang zu wild sein ;-)

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    1. Vielen Dank für den Tipp! Habe es, wie Du vielleicht schon gemerkt hast in den Beitrag reingestellt.

      Erinnert mich in seiner Monumentalität ein wenig an Devin Townsend, was für mich ein riesen Kompliment ist!
      Habe es auch bei mir persönlich unter meinen YouTube-Favoriten gespeichert.

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  2. In der Stadt, in der ich einst wohnte, steht eine Mauer an einer vielbefahrenen Strasse, auf der viele Graffiti gesprüht sind, und vor mind. 20 Jahren hat dort jemand gut leserlich in Grossbuchstaben seinen Protest hingeschrieben: MIR REICHTS! ICH HAB DIE SCHNAUZE VOLL! Ohne Adressaten, ohne Erklärung, einfach nur so. Das steht glaube ich heute noch da... (ich wars nicht)

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    1. Nun,ich denke, es geht immer mehr Menschen so. Ganz aktuell.
      Was mich persönlich verwundert, ist, dass dies vor 20, 30, 40 Jahren wohl auch schon so war, obwohl die soziale Spaltung, die Ungleichheit damals noch weitaus geringer war.
      Ich empfinde es so, dass es permanent immer unerträglicher wird, egal ob Ökonomie, Ökologie oder schlicht moralisch.
      Damit steigt auch die Notwendigkeit Widerstand mit den bestehenden Zuständen zu äußern - öffentlich zu machen. Anderen das Gefühl zu geben, dass diese mit ihrer Ohnmacht nicht alleine sind.

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    2. Jeden Tag redet man, ob beim Bäcker, an der Tanke, oder sonstwo, sich den Mund fusselig. Mit Bekannten und Freunden redet man und das sich was ändern muss, darin sind sich viele einig. Aber das wie, das ist wie eine unsichtbare Mauer, aus Ignoranz, Vorurteilen, Faulheit oder Zeitmangel zum Nachdenken. Dies zum einen, zum anderen, die Propaganda wirkt, einen kleine Veränderung könnte ja schon zur Katastrophe führen, wie diese aussehen soll, weiß keiner, aber Katastrophe. Damit wären wir wieder bei Ohnmacht, aber nicht aufgeben.

      Werner

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  3. Ich warte gespannt auf deinen nächsten Artikel.

    @Duderich
    Ich glaube, dass die Gärung in der Gesellschaft wegen den fortschreitenden Ungerechtigkeiten dank dem Internet bald ein kritisches Stadium erreicht hat. Dann braucht es nur noch ein Funke...

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    1. Hey, @der Herr Karl

      Ich warte selbst gespannt auf meinen nächsten Artikel!
      Dieser ganze Wahnsinn um mich herum ist mittlerweile Standard. Nichts, was mich momentan inspiriert mich irgend wozu auszulassen.
      Ich befinde mich in einem Loch.
      Hey, vielleicht sollte ich dazu etwas schreiben?

      Grüße, Duderich

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