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Dienstag, 2. Oktober 2012

Steinbrück - das verkörperte Wesen der SPD

Abteilung: Hängende Mundwinkel als Kanzlereigenschaft

Jetzt ist es also der Steinbrück. Gut, von mir aus. Die 'Enttäuschung' wäre exakt die selbe, wenn es Gabriel oder Steinmaier geworden wäre. Aber Ent-täuschung setzt voraus, dass man zuvor ge-täuscht wurde: Keiner von diesen drei 'Troikern' konnte mir glaubhaft vorgaukeln, dass er (auch nur strategisch) der geeignete Kanzlerkandidat wäre, und noch weniger, dass einer von ihnen, in Regierungsverantwortung etwas würde zum Besseren verändern.

Andererseits aber könnte man behaupten, dass Herr Steinbrück ein formidabler Kandidat ist, weil er das Wesen der momentanen SPD so gut verkörpert:

  • Als Regierungschef von Nordrhein-Westfalen hat er 2005 das historisch schlechteste Wahlergebnis der SPD seit den frühen Fünfzigern eingefahren. Was ihn übrigens nicht davon abhält, jüngst vernehmen zu lassen, dass er im Bundestagswahlkampf nicht auf 'Platz sondern auf Sieg' setzten wird. Nun, Wahlen verlieren, das können die Sozen. Selbstverständlich bar jeder nachfolgenden selbstkritischen (Fehler-)Analyse. Die Nominierung Steinbrücks verkörpert somit die Erkenntnisresistenz der Parteiführung.
  • Steinbrück hat als Finanzminister den Finanzmarkt dereguliert. Er ist einer der neoliberalen Architekten jener Krise, unter der Europa heute zu leiden hat. Jetzt tritt er an, um die Banken zu zähmen. Ackermann, sein 'Bilderberger'-Kollege lobt ihn dafür?! Hier repräsentiert Steinbrück vortrefflich die Unglaubwürdigkeit der SPD. Besonders bezüglich der absoluten Unvereinbarkeit zwischen Wahlkampfgetöse und der Regierungsarbeit.
  • Steinbrück schließt die Zusammenarbeit mit den LINKEN und den PIRATEN aus. Vorbildlich in der Tradition der heutigen SPD alle Koalitionen, die einen Politikwechsel / eine oppositionelle Alternative, möglich machen könnten(!?), von vorne herein ausgeschlossen werden. Wahltaktisch total schlau um Wähler zu mobilisieren, gelle SPD?

Für Steinbrück, für die SPD, bleibt zu hoffen, dass der gemeine Wähler die Aufmerksamkeitsspanne einer Stubenfliege nicht überschreitet.

Wenn ich mir so manche Wahl- und Umfrageergebnisse anschaue, dann könnte für Steinbrück tatsächlich noch Hoffnung bestehen...

Kommentare:

  1. Steinbrück und die Glaubwürdigkeit. Daraus könnte man ja glatt ein Theaterstück machen !
    Steinbrück als einer der Architekten der Agenda 2010, einer der die Hartz-Gesetze mitentwickelt hat und einer, der auf der anderen Seite von “Sozialer Gerechtigkeit” salbadert….aus einer Partei, die unter ihrem Logo “SPD” KEINERLEI Existenzberechtigung mehr hat…will Kanzler werden ?
    Nein, will er mit Sicherheit nicht. Jeder Spiegel müsste zerspringen, an dem er vorbeiginge. Die jetzt aus der Nebeneinkünfte-Affäre geschmiedeten Sargnägel sind hoffentlich ein Epilog auf diesen Berufslügner !
    Anton Chigurh

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    1. Hallo @Anton Chigurh,
      interessant ist auch, dass es niemand für erwähnenswert hält, dass Steinbrück letztes Jahr überraschend bei den Bilderbergern eingeladen wurde.

      http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de/2012/10/bilderbruck-und-steinberger.html

      Man muss ja nicht gleich eine Verschwörung daraus basteln, aber erwähnenswert ist es schon, wie ich finde.
      Passt wohl nicht in die mediale Hochschreiberei Steinbrücks

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