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Sonntag, 28. Oktober 2012

Zum Schutz des Bürgers

Abteilung: Es gibt schlechtes Wetter - die Drohnen fliegen tief

Die EU ist ja allgemein bekannt dafür, dass der Bürger und dessen Wohlergehen im Vordergrund ihrer Bemühungen steht.
So war es auch keine große Überraschung, dass sie den Friedensnobelpreis erhalten hat.

Um des Bürgers Wohl zu schützen, hat die EU konsequenterweise ein Forschungs-Projekt namens 'INDECT' in's Leben gerufen. INDECT steht für 'Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment', zu deutsch: 'Intelligentes Informationssystem zur Unterstützung von Überwachung, Suche und Erfassung für die Sicherheit von Bürgern in städtischer Umgebung'.
.

Der Schutz des Bürgers soll mit folgenden Maßnahmen gewährleistet werden:
  • Umfassender Ausbau der Video-Überwachung des öffentlichen Lebens durch Überwachungskameras und Kamera-Drohnen
  • Vorbeugende Kriminalitätsbekämpfung durch vollautomatisierte Erkennung 'abnorm' handelnder Menschen. Diese werden dann durch Gesichtserkennung identifiziert und mit Datenbanken abgeglichen (bspw. auch durch die Verknüpfung von Personaldaten sozialer Netzwerke).
Ziel sei es, automatisch strafrechtlich relevante Bedrohungen und Taten zu erkennen. Dies durch die automatisierte Erkennung abnormen Verhaltens. 'Dazu zählt nach Angaben von Kritikern – neben vielen anderen Kriterien – etwa „zu langes Sitzen“ oder „auf dem Boden sitzen“ in einem öffentlichen Verkehrsmittel oder in einem Flughafen, oder das Verlieren des eigenen Gepäcks. Auf Überwachungsbildern als „verdächtig“ identifizierte Personen sollen durch computergestützte Gesichtserkennung automatisch identifiziert und von ferngesteuerten fliegenden Drohnen mit Überwachungskameras automatisch und selbständig verfolgt werden.' (Quelle: Wikipedia)

Es ist sicherlich beruhigend, wenn das eigene leibliche Wohl mit so einem technischen Aufwand geschützt werden soll.
Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Der sich wundert, warum so wenig über dieses sicherlich nicht uninteressante EU-Projekt informiert wird.
Diese Installation technischer Überwachungshardware und deren automatisierter Auswertung könnte nämlich auch prima dazu verwendet werden, Widerstande in der eigenen Bevölkerung möglichst effektiv bekämpfen zu können - und diese Widerständler (ob gewaltfrei oder nicht) dingfest zu machen.

Nicht erst seit Heiligendamm werden (auch gewaltfreie) Demonstranten mittels Überwachungstechnolgie erfasst.

Schöne, neue Welt.

Wir werden immer sicherer gegen Andersdenkende...
Da kann man sich als unbescholtener Bürger ja entspannt zurücklehnen:
'Ich hab ja nix zu verbergen!'

Drohnen sind übrigens sehr preiswert zu haben.

Ergänzende Links zu dem Thema:
Futurezone
Der Standart

Kommentare:

  1. Nun ist mir klar geworden, weshalb die EU den Friedensnobelpreis erhielt. Dies war nur konsequent. Wenn Obama als "Herr der Drohnen" den Preis erhalten hatte, musste die EU als neue Drohnenkönigin den Preis folgerichtig auch bekommen.

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  2. Es kommt noch besser...http://rt.com/news/big-brother-street-lamps-286/
    Den Link hatte ich mal hier: https://netzpolitik.org/2012/akustische-uberwachung-in-der-stadt-verteilte-mikrofone-sollen-schusse-erkennen/ gepostet:

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    1. @Publicviewer
      Es kommt immer noch besser: Unter "smart steps" versteht man eine neue Anwendung dank der Zusammenarbeit von Telefonica und GfK. Eine Kombination von Bewegungsdaten und Handynutzerdaten ermöglicht ganze neue Werbemöglichkeiten...
      http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/telefonica-will-daten-seiner-kunden-weiter-verkaufen-a-864204.html

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    2. Hmm, gab es nicht mal das Recht auf 'informationelle Selbstbestimmung'?
      (http://de.wikipedia.org/wiki/Informationelle_Selbstbestimmung)

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  3. Hier mal das Neueste aus Fukushima.
    So erfährt der Bürger endlich auch mal, wo der Keinohrhase herkommt....:-(
    https://denkbonus.wordpress.com/2012/10/26/fukushima-die-nachste-katastrophe-naht/

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  4. Ich finde das mit der Überwachung gar nicht so übel. Wenn ich meinen Schlüssel, mein Handy oder meine Brieftasche verliere, brauche ich nur beim örtlichen Überwachungsverein nachzufragen, die sagen mir dann genau, wo ich das verloren habe, ggf. wer es aufgehoben hat. Win-win!

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    1. Alternativ könnte die Überwachungssoftware sicher auch erkennen, dass ich gerade etwas verliere und mich mit einer automatischen Ansage über die sicher auch bald überall hängenden Lautsprecher darauf aufmerksam machen. Die nächste Drohne könnte den verlorenen Gegenstand sogar durch farbige Beleuchtung hervorheben, damit ich ihn leichter wiederfinde. Der Nutzen für den Bürger ist praktisch unermesslich!

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    2. Ich hoffe Du verlierst nicht mal deinen Kopf.

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    3. Der wird, dank Satellitenüberwachung, schnell wiedergefunden.

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    4. Mein Kopf ist glücklicherweise angewachsen. Bloß die Ironie-Tags vergesse ich immer.

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