Follow by Email

Donnerstag, 29. November 2012

Grundsatzdiskussion: Kapitalismuskritik und Verzicht

Abteilung: 'Kennt Ihr DEN schon? Kauft sich ein Linker 'ne Rolex...'

Es hat sich eine, wie ich finde, sehr interessante Diskussion in der Kommentarspalte meines Posts 'Lobhudelei-Rede' aufgetan. Ich war und bin relativ überrascht, dass anscheinend eine - noch unabschätzbare breite - Front gegen diese Seite besteht. Es gibt auch eine eigene Internet-Seite in denen sich Kritiker von Roberto's Seite sammeln. Diese Kritiker führen an (ich hoffe, ich kann das verkürzend so zusammenfassen), dass R.J.D.L. zwar einerseits gegen den Kapitalismus anschreibe, andererseits die kritisierte 'Kuh' für eigenes Gewinnstreben melken würde.
Amazon wird in diesem Zusammenhang gerne als Musterbeispiel aufgeführt, deren Werbebanner wohl seine Seite ziert. (Ich muss zugeben, dass ich dies nicht überprüfen kann, da ich nicht weiß, wie ich den Add-Blocker deaktivieren kann; gehe aber davon aus, dass  dies nicht herbeiphantasiert wurde.)

Ich möchte Euch hiermit ein Diskussionsforum bieten, da ich denke, dass diese Diskussion sich (auf der Meta-Ebene) mit der Archilles-Ferse aller links Engagierten auseinandersetzt:

Welcher Verzicht ist notwendig, um als Linker das Prädikat 'Authentisch' zu er-/behalten?

Darf man Hummer essen? (S. Wagenknecht)
Darf man Porsche fahren? (K. Ernst)

Darf man in einer kapitalismuskritischen Seite Werbung führen?
(Wenn ja, welche?)
(R.J.D. Lapuente)

Anmerkung:
Dieser Post ist als Diskussionsforum konzipiert, daher werde ich (im Fall der Fälle) nur moderierend eingreifen.

Die Positionierung dazu ist nicht einfach...
Ich werde dies aber - so ist der Plan - in einem späteren Post versuchen.

Kommentare:

  1. Hummer essen: ja, 2x pro Jahrzehnt maximal.
    Porsche fahren: ja, aber nur gebraucht gekauften bis max. 10000€, muss selbst repariert werden.
    Werbung: ja, Höhe der Einkünfte daraus sind offenzulegen, ein Teil sollte gespendet werden.

    Duderich, guckstu Deine Schreibe: Laputente :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hört sich für mich besser an. LapuTente
      Aber Du hast natürlich Recht.
      Werde das 't' im Post killen.

      Danke!

      Löschen
  2. Gute Frage, gibt es das Richtige im Falschen?

    Das Problem ist dass auch links denkende Menschen nicht von Luft und Liebe leben. Und die Frage stellte sich schon so lange ich denken kann, zum Beispiel diese: Darf ich als Mensch mit ökologischem Bewußtsein ein Auto besitzen und auch noch damit fahren? Oder, noch präziser, darf ich mir eine bessere Welt wünschen obwohl ich doch in der schlechteren lebe und von ihr profitiere?

    Ich habe dann immer das Gefühl, die Stoßrichtung ist die Schwächung des eigentlichen Anliegens. Kapitalismuskritik wird doch nicht falsch dadurch daß der Kritiker selbst im Kapitalismus lebt und in diesem überlebt?
    Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung wie es um die Finanzen eines R.J.d.L. bestellt ist, kenne mich auch nicht damit aus welche Kosten das Bloggen verursacht. Ich weiß aber durchaus wieviel Zeit es kostet sich zu informieren und die Früchte dieser Information dann in Form von guten Artikeln zu veröffentlichen. Daher kann ich nicht verstehen was falsch daran sein soll zumindest kostendeckend zu arbeiten.

    Die politische Linke macht Politik für Menschen, die wenig bis gar nicht haben. Diese werden dafür kaum bezahlen können um Kampagnen zu unterstützen. Für andere Gruppierungen gilt das eher nicht: http://lobbypedia.de/index.php/Parteispenden
    Mit einer Selbstbeschäftigung, bei der nur diskutiert wird ob man seinem eigenen Anspruch zu 100 oder nur zu 80% selbst gerecht wird kann das Entwickeln echter Alternativen zum momentan Existierenden hervorragend verhindert werden.

    Vielleicht an anderer Stelle mehr dazu, im Moment fehlen mir Zeit und Mittel :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @mone
      "Mit einer Selbstbeschäftigung, bei der nur diskutiert wird ob man seinem eigenen Anspruch zu 100 oder nur zu 80% selbst gerecht wird kann das Entwickeln echter Alternativen zum momentan Existierenden hervorragend verhindert werden."

      Das ist der Knackpunkt.

      Und mit einer gegenseitigen Auf-/Abwertung, gerne auch in Form von Aufzählungslisten, machen wir dann ein Punktesystem, wer denn nun überhaupt noch das Recht hätte, das System zu kritisieren, seinen Standpunkt zu vertreten.

      Ist dann in etwa wie bei DSDS. Nur mit anderen Themen und einige «Kandidaten» sehen sich gleichzeitig in der Funktion von «Juroren». Natürlich geht ein jeder «Juror» davon aus, der gerechtere «Kandidat» zu sein.

      Nein, nein, das ist keine überspitze Satire, sondern eine Umschreibung der Realität.

      So beschäftigen sich die «Kritiker des Systems» mit der Kritik an den «Kritikern des Systems» und sind somit längst mehr «Kritiker der Kritiker des Systems», wie denn selbst noch «Kritiker des System».

      Dass sich dabei - angesichts solch "sinnvoller" Darbietungen -immer mehr Menschen, die man doch angeblich erreichen wollte, aus den Diskussionen zurückziehen, scheint indessen völlig unbemerkt zu bleiben. Wenn auch gleichzeitig bewusst, wie auch unterbewusst forciert und gewollt.

      Der Schrumpfungsprozess, innerhalb der Blog-Szene ist meiner Einschätzung nach kaum noch übersehbar. Die Mehrfachpräsenz der Kommentatoren scheint darüber hinweg zu täuschen. Doch meiner Beobachtung nach, bedient ein bestimmter Kreis zwar immer mehr Blogs, dafür werden es weniger Nicks. (Das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung).

      "Daher kann ich nicht verstehen was falsch daran sein soll zumindest kostendeckend zu arbeiten."

      Weil es in Wirklichkeit gar nicht darum geht.

      Auseinandergebröselt und überspritzt, geht es tatsächlich nur darum zu entscheiden, wer der «gerechte Kritiker» sein darf, resp. wer sich zum Wort berufen fühlen darf.

      Dabei sind die Argumente, die gegenseitig herangezogen recht mannigfaltig. Die einen argumentieren, wie hier jetzt, mit dem bisserl mehr oder weniger "Ausstieg" aus dem System, wieder andere scheinen zu meinen, erst ab einem gewissen IQ sei es gestattet, ganze Gruppen gehen davon aus, nur ihre Doktrin sei geeignet und wieder andere versuchen es mit der Auslotung des Bildungsgrades und jene wiederum schlagen sich darum, welche Fachrichtung es denn nun ein darf. Dabei geht ein jeder davon aus, alleinig derjenige zu sein (resp. Gruppe), der mehr Recht auf das Wort hat, als die anderen.

      ff.

      Löschen
    2. Teil 2

      @mone
      "Ich habe dann immer das Gefühl, die Stoßrichtung ist die Schwächung des eigentlichen Anliegens."

      Insoweit ist das m.E. schon eine korrekte Einschätzung und vorsichtige Formulierung ;).

      Wobei nicht die Schwächung des «eigentlichen» Anliegens im Fokus steht (das setzte eine Einigung des Anliegens voraus, doch nicht einmal solches zeichnet sich ab), sondern die Schwächung des Anliegens «Anderer» und dies doch letztlich nur, weil man den Absolutismus des «eigenen, persönlichen Anliegens» garantiert sehen möchte.

      Dass man dabei genau den Kräften und Manipulationen im «Spiel der Kräfte» unterliegt, sie unterstützt, hilfreich zur Seite steht, sei nur nebenbei bemerkt. Durch nichts, durch absolut nichts kann sich ein System besser vor seinen Kritikern schützen, als sie gegeneinander in Grabenkämpfe um die Form der besseren Kritik zu wähnen. Wäre ich das System, würde ich sog. U-Boote schicken, die genau diese Aufgabe zu erfüllen bzw. anzuheizen hätten. Doch ich gehe davon aus, das ist nicht einmal mehr nötig, denn offensichtlich schaffen sie es ganz alleine; soweit hat man die Gesellschaft doch längst gespalten, viel bis zum letzten Individuum gegeneinander fehlt doch m.E. gar nicht mehr (vll. noch ¼ Generation, grob geschätzt). Und darüber lacht sich das System förmlich einen Ast, nicht selten sogar öffentlich. Diesem Hohn und Spott dürfte wohl so gut wie jedem mittlerweile aufgefallen sein.

      Es bleibt zu hoffen, dass sich abseits dessen, was uns in der Blog-Szene geboten wird, im Real Life doch noch genug Menschen finden, die sich statt dessen mit einem Konsens vieler zufriedener zeigen. Somit mehr zur Zusammenarbeit bereit sind, als jene, die nur ihre persönliche Passion garantiert zu wissen wünschen ("so, wie ich oder gar nicht") und denen Konsens und Zusammenarbeit infolge abweichender Meinungen/Lebens/Philosophien etc. pp. .

      Für andere Teile Europas scheint sich das auf jeden Fall abzuzeichnen (und auch in Deutschland meine ich kleine, eher zaghaftere Erfolge zu bemerken).
      Die haben nämlich einen Konsens und der nähert sich der nackten Existenz. Da spielen die persönlichen Eigenheiten und Rechthabereien eher eine untergeordnete Rolle.

      ff.

      Löschen
    3. Teil 3

      Und manchmal bekommt man den Eindruck (nur ein Eindruck), je losgelöster sich ein Teilnehmer vom «Spiels» selbst wähnt (also weniger ins System eingebunden), desto tiefer als er sich das selbst zugeben würde steckt er drin. Und dann kommt es zu vermehrten Projektionen, die nicht selten häufig die Logik unterbieten und recht heftig, bis tief unter die Gürtellinie ansetzen.

      Darauf hinzuweisen, bietet meiner Erfahrung nach wenig Aussicht auf Erfolg.
      Versuche es trotzdem:

      Halten wir bspw. die Aussagen von Publicviewer fest (nichts für ungut, sie sind nur ein anschauliches Beispiel für das, was ich versuche darzulegen):

      "Sicher darf Man(n)/Frau Hummer essen"
      "ein alter 911er" hat schon was.
      "einen alten GolfII GT Spezial,.. 500€"
      "Konzessionen machen um über die Runden zukommmen"

      Das würde wiederum bedeuten:

      Herr De Lapuente darf Hummer essen, einen alten 911er fahren und/oder einen alten Golf für 500 Euro. Konzessionen darf er machen, wie die meisten Leute, so es ihm finanziell derart schlecht ginge, dass er ansonsten nicht über die Runden käme.

      Das setzt Publicviewer als eine Form der Grundsatz-Parameter, die von Herrn De Lapuente eingehalten werden müssten, damit er seine Kritik am System kund tun dürfe, weil es in etwa dem Lebensumfeld von Publicviewer entspricht, nicht einer übergeordneten logischen Herleitung.

      Dabei sind bspw. die beiden Autotypen enorme Spritvernichter und recht teuer im Unterhalt allgemein, die sich andere erst gar nicht leisten könnten, vom Hummer ganz zu schweigen.

      ", aber ob das auch für einen deratigen Block gilt, wie der von "Roberto", wage ich zu bezweifen."

      Dabei geht er hin und mutmaßt - frei von der Leber weg - der finanzielle Status von Herrn De Lapuente läge darüber, so dass der Eindruck entsteht, dass «Konzessionen machen müssen» keinesfalls zutreffen kann. Wissen, tut er das nicht. Die Mühe einer Herleitung scheint nicht einmal im Ansatz stattgefunden zu haben.

      Nun kann ich nicht viel über Herrn De Lapuentes finanziellen Status sagen, weil ich ihn persönlich nicht kenne und er mit Persönlichem in der Regel eher nicht hausieren geht.

      Doch ich für meinen Teil setze meine Mutmaßung (aus Fragmenten verschiedenster Äußerungen, Textpassagen, Ereignisse, Überlieferungen Dritter in Verbindung mit Wahrscheinlichkeiten) mal dagegen.

      Bin mir nicht sicher, ob Herr De Lapuente überhaupt ein Auto fährt. Nur eines scheint mir doch wesentlich wahrscheinlicher: höchstens schrammt er vll. an der mittleren Mittelschicht vorbei, mit der Tendenz darunter. Wie weit darunter lasse ich dahingestellt-

      ff.

      Löschen
    4. Teil 4

      Und es sei darauf hingewiesen, dass es uns nichts angeht. Statt dessen sollte man sich darauf konzentrieren, einen Konsens finden zu wollen. Dazu ist es schlicht und ergreifend nicht nötig und destruktiv, anderen das Wort abbinden zu wollen.
      Wir können natürlich auch warten, bis wir der Existenzfrage näher rücken. Wäre ja nicht das erste Mal in der Menschheitsgeschichte, dass präventiv vorher einfach nichts zu machen ist.

      Weiter gebe ich zu bedenken, nur ein einige Volk kann sich gegen ein System wehren ... und stets war und ist "Einigkeit" dabei ein höchst relativer Begriff.

      Doch so, wie ich das sehe, hat sich die Notwendigkeit für viele Einzelne noch nicht gezeigt, aus der jeweiligen Realitätsblase auszusteigen. Ganz im Gegenteil, sie hat erbittert verteidigt zu werden und das macht man am einfachsten dadurch, in dem man alle anderen Realitätsblasen als die falschen deklariert.

      Gruss
      Rosi

      Löschen
    5. 1. Teil

      Nur mal zur Info, mein 1,8er Golf II GT Spezial verbraucht im Schnitt 8 Liter, wenn ich normal fahre.
      Wenn ich sparen möchte kann ich ihn auch mit 7 Litern fahren.
      Dieses Auto ist bei weitem das billigste Auto seiner Klasse im Unterhalt, sprich, Ersatzteilpreise und nicht zu vergessen der Arbeitsaufwand bei Reparaturen.
      Ich liege mit diesem Wagen unter 100€ im Monat, alles inbegriffen, bei einer jährlichen Fahrleistung von etwa 10 bis 11tausend Kilometern im Jahr.
      Ich shabe immernoch etwa 12 Golf II mit gleichem Motor in der Kundschaft und und etwa 2 Dutzend Golf 3 mit ähnlichen Werten.

      So jetzt zu dem Restlichen...

      Das mit dem Hummer war ein Spass, ich hatte ja keine Angaben dazu gemacht, wie oft er sich im Jahr einen Hummer einverleibt.


      Mir ging es um das Konsumverhalten an sich und dazu gehört es sich eben, "NICHT" in einem "Porsche Cayenne" oder auch irgendeinem anderem neuen Fahrzeug in der Gegend herumzufahren, wenn man glaubwürdig sein möchte.
      Genauso wenig wie einen Account bei "Facebook" zu haben oder gar ein "I-Phone" zu besitzen.



      Löschen
    6. 2. Teil

      Passiver Widerstand ist das Motto:
      Passiver Widerstand, ein paar Gedanken dazu.
      Die Grundnahrungsmittel in der Umgebung kaufen, achtet auf "Faire Trade", wie zum Beispiel bei der Teekampagne, in Berlin.
      Kauft keine neuen Autos mehr, denn die alten sind meist viel billiger. Das ist mein Spezialgebiet, ihr könnt mir glauben, dass die neuen Autos allesamt eine hightech wegwerf Ware darstellen.
      Glaubt nicht an den Quatsch von Abgasnormen, niedrigeren Co2 Ausstoß.
      Das ist wie mit der Feinstaubplakette und vielen Anderem auch, eine absolute Verarschung.
      Breitbandbildschirme, Handys, PC´s auch mal ein paar Jahre länger benutzen, viele technische Geräte braucht sowieso kein Mensch.
      Keine Markenklamotten mehr, erteilt Gucci, Boss, und Armani eine klare Absage
      Keine Aktien und Börsenspekulationen, nehmt nicht vorschnell Kredite auf, am besten ihr verzichtet ganz darauf.
      Vergesst nicht, dass unser gesamtes System auf Kredite und unbegrenztes Wachstum aufgebaut ist.
      Treibt wieder Tauschhandel wenn irgend möglich.
      Das gleiche gilt für die Kreditkartenbenutzung, benutzt wieder Bargeld, das ist nicht zurück zu verfolgen.
      Erteilt dem Konsum eine klare Absage!
      So bekommt man dass System in die Knie.
      Schaut mal nach, ob ihr wirklich all Eure Versicherungen überhaupt braucht, die ihr Euch in all den Jahren angeschafft habt.
      Wenn die Menschen nur noch das kaufen würden, was sie wirklich benötigen, wird sich dieses System ganz schnell als ad acta bestätigen.
      Ach, und holt euer Geld von der Bank, falls ihr noch Welches habt...;-)
      Fazit: Die einzige Handlungsalternative sei „eine Kultur der Verweigerung“. Dies bedeute, „jede Mitverantwortung für ‚Marktwirtschaft und Demokratie‘ zu verweigern, nur noch ‚Dienst nach Vorschrift‘ zu machen und den kapitalistischen Betrieb zu sabotieren, wo immer das möglich ist“.

      Löschen
    7. 3.Teil

      Wir waren damals auch viel zu wenige, die eine umfassende gesellschaftliche Veränderung anstrebten.
      Die Arbeiterklasse wollte letztendlich auch nur mehr Geld in der Kasse haben.
      Heute ist die Ausgangslage noch weit prekärer, da die Systemimmanenten Kräfte, wesentlich besser aufgestellt sind, als noch zu 68er Zeiten.
      Viele sind unzufrieden, aber jeder möchte etwas anderes und allein schon daran, werden alle Bemühungen scheitern.

      Die herrschende Klasse pisst auf uns und erzählt dem Volk, dass es Regnet....

      Löschen
    8. 4.Teil
      Dies ist meine Meinung dazu und ich erhebe auch keinen Anspruch auf Nachahmung...
      Schließlich wurden wir hier vom Duderich um eben diese gefragt. ;-)

      Löschen
    9. @Rosi: danke. Ist mir schon ein paar Mal aufgefallen dass Sie in Ihren Kommentaren sehr gut zum Ausdruck bringen können was ich meine :-)

      @Publicviewer: Wer sagt Ihnen aber daß die von ihnen verurteilten nicht genau das tun im Rahmen ihrer Möglichkeiten?

      Löschen
    10. Was tut wer, ich verstehe den Beitrag leider nicht so ganz?

      Löschen
    11. Nun, Sie empfehlen doch offenbar dies:

      "Fazit: Die einzige Handlungsalternative sei „eine Kultur der Verweigerung“. Dies bedeute, „jede Mitverantwortung für ‚Marktwirtschaft und Demokratie‘ zu verweigern, nur noch ‚Dienst nach Vorschrift‘ zu machen und den kapitalistischen Betrieb zu sabotieren, wo immer das möglich ist“."

      Vielleicht tun die von Ihnen kritisierten ja genau das? Wo fängt denn der Boykott an oder wo hört der Dienst nach Vorschrift auf? Sie fahren ein möglichst sparsames Auto, ein Bekannter von mir fährt gar keines, besitzt nicht einmal ein Auto. Sich gegenseitig vorzuhalten wer denn nun der bessere (Hier beliebiges Wort einsetzen, wie z. B. Christ, Linke, Umweltaktivist etc.) sei ist erstens kleinlich und lenkt zweitens vom Wesentlichen ab.

      Nach all der Zeit die ich nun schon politisch aktiv bin werde ich dieser gegenseitigen Angriffe langsam überdrüssig. Sehr schön satirisch bearbeitet haben das einst Monty Python: https://www.youtube.com/watch?v=6pwmffpugRo

      Löschen
    12. Okay, es ging also um den "passiven Widerstand".
      Ich habe ja auch nie in Abrede gestellt, das meine sogenannten "kritisierten", oder gar "Verurteilten", (was ich ich zwar nicht unbedingt annehme), dies nicht tun...???

      Ich habe niemanden Verurteilt, sondern nur meine Sichtweise eines Menschen kundgetan, der verantwortungsvoll, kritisch und nachhaltig (links) ?? in dieser Gesellschaft sein dasein fristet.

      Löschen
    13. @Publicviewer

      Schummeln gilt nich ;-) :

      "Ich brauche ja nicht weiter zu erwähnen, das ich jegliche Werbung für Firmen, wie Amazon, Facebook und Konsorten, als Verrat erachte"

      Einen vernichtenderes Urteil kann ich mir fast kaum noch vorstellen. Wobei ich sicherlich, das möchte ich anmerken, die Emotionen dahinter gut verstehen kann.

      Es ist nichts dagegen zu sagen, so man seine

      "Sichtweise eines Menschen kundgetan, der verantwortungsvoll, kritisch und nachhaltig (links) ?? in dieser Gesellschaft sein dasein fristet."

      doch geht das nur und ausschließlich über vernichtende Urteile über jene, die es nicht ganz so halten, wie man selbst davon überzeugt ist, dass andere es ebenso halten müssten? Das ist m.E. völlig kontraproduktiv.

      Und genau das ist doch unser Problem. Alle warten auf die Auferstehung des perfekten Menschenbildes, alle anderen werden vernichtend aussortiert. Das praktiziert eine unglaubliche Überzahl an Menschen. Jeweils mit dem Blickwinkel aus der persönlichen Position.

      Ein paar Tröts zurück, bietet mir jemand gegen Herrn De Lapuente das Buch von Herrn Wüllenweber auf (wieso auch immer):

      www.nachdenkseiten.de/?p=15299#h19

      Hier der Tröt:
      http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.com/2012/11/lobhudelei-rede.html?showComment=1354362074689#c8695503956549999104

      Und hier irgendwo Herr Wüllenweber im Einsatz:
      http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2012/11/25/westart-talk.xml

      http://www.wdr.de/tv/westart/sonntag/sendungsbeitraege/2012/1125/wuellenweber.jsp

      http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/sendung/2012/2509-high-society-oder-hartz-100.html

      Also angesichts dessen .. und nicht nur deswegen ... sehe ich solche Debatten für völlig am Problem vorbei laufend. Sie isolieren noch mehr, weil kaum noch jemand unserem Wunschbild entspricht. Und das halte ich, wie in der Diskussion mit Don dargestellt für gefährlich:

      http://www.buchreport.de/pressemitteilungen/pressemitteilungen/datum/2012/08/02/hans-joachim-maaz-das-gier-syndrom-kritisches-psychogramm.htm

      Das ist nur eine Sichtweise, über die ich heute bei WDRWestArt gestolpert bin, aus dem Betrachtungswinkel der Gegenwart. (Hab es noch nicht gelesen, ist unterwegs).

      Nicht weniges, was ich ansonsten rund um die Gesellschaft las, war aus der Vergangenheit, mit dem Blick in die Zukunft.

      Für mich erschreckend, wie sehr doch die Theorien übereinander lappen, was heute längst Realität geworden ist.

      Gruss
      Rosi

      Löschen
    14. Trotzdem bleibt und ist es "MEINE" Sichtweise.
      Ich habe schon sehr früh gelernt(1.Schultag), dass ich mit "Meinen" ethisch-moralischen Vorstellungen von dieser Welt, ziemlich alleine dastehe.
      Ich führe praktisch seit meiner frühesten Jugend einen Privatkrieg gegen das System.
      Die Diskussion erinnert mich jetzt auch ein wenig an den damaligen Zwist der Grünen, zwischen "Realos" und "Fundies"...lächel....;-)

      Löschen
    15. Genau das ist das Problem!
      (Und so knüpft sich die Diskussion mit Don nahtlos an)

      Damit meine ich mitnichten Gleichmacherei. Oder es ist auch keine Kritik an Ihnen, dass Sie eine solche Sichtweise nicht haben dürften (ganz im Gegenteil) oder aufgeben sollten, etc. pp., will sie Ihnen nicht einmal streitig machen. Auch kein Schuld-Vorwurf à la: "selbst schuld", sondern ein Blick auf die Gesellschaft und die Folgen sowie die Ursachen selbst.


      Denn Publicviewer, in dieser Gesellschaft fühlt sich doch nahezu ein überwältigender Teil alleine. Allein gelassen und gleichzeitig als Einzelkämpfer der seinigen, einzig korrekten Sicht- und Lebensweise. Jeweils aus der individuellen Perspektive sowie ein jeder sich seinen Weg dort hindurch bahnt. Eine Gesellschaft voller Sonderlinge und doch sind sie sich alle ähnlich, es sieht nur keiner und niemand reicht dem anderen die Hand. Gott bewahre, man könnte Ähnlichkeiten mit anderen entdecken, das würde man sofort verleugnet.
      M.E. mit dafür verantwortlich, dass wir so den Fokus auf das Negative (oder das, was wir dafür halten) im Anderen legen.

      Denken Sie tatsächlich, Herrn De Lapuente, als Kind einer Einwanderfamilie, wäre es im Kontext mit der Gesellschaft und seinen eigenen ethisch-moralischen Vorstellungen anders ergangen? So viel anders? Sicherlich, alle Schicksale sind höchst individuell, doch Sie verstehen sicherlich, was ich damit ausdrücken möchte.

      Das wird Herrn De Lapuente so gehen, Herrn Wüllenweber, vielen anderen Bloggern, Lesern und Kommentatoren ... Ihren Nachbarn, Kollegen ... usw. usf.. Und allen fehlt der Blick für die jeweils "anderen" und nur wenige gestehen es sich ein.

      Schrieb doch schon irgendwo, wir sind nicht mehr wirklich eine Gesellschaft, sondern ein Haufen einsamer Individuen. Selbst wenn diese unter lauter Menschen sind. Gemeinsam allein. (Und dabei habe ich nicht im geringsten etwas gegen autarke Individuen ... ganz im Gegenteil, nur aus solchen Individuen können sich stabile Gemeinschaften bilden ... alles andere ist nur eine Ersatzidentität ... )

      Wirklich miteinander sprechen, das tut man schon lange nicht mehr, davon abgesehen, dazu lässt man uns kaum noch Zeit und die Rest-Zeit räumen wir uns dafür nicht ein. Es täuscht darüber hinweg, dass wir ständig über andere reden. Doch wir reden tatsächlich überwiegend über andere, nicht mit anderen, denn wir wollen weder zuhören, noch wirklich verstehen und irgendwie haben sich viele auch einfach nichts mehr zu sagen (von ewigen Wiederholungen und Banalitäten abgesehen).
      Und doch hallt überall der Ruf nach Verständnis, nur mit der Praxis anderen gegenüber, da hapert es. Das kann ich ja verstehen, Ursache und Wirkung. Die Gesellschaft hatte keines für mich, also habe ich keines für die Gesellschaft. Ein Teufelskreis.

      Was uns zu fehlen scheint, ist die gesunde Basis eines gesellschaftlichen Konsens zur Zusammenarbeit, Akzeptanz, Respekt und Toleranz, die einst die Spezies Mensch so erfolgreich machte. Das Gespür um den Nutzen der menschlichen Zusammenarbeit und das ist nicht in der Konformität zu finden (so widersprüchlich sich das auch anhören mag).
      Einst bedeutete es schnell unseren Tod, so wir davon abwichen. Heute dauert das wesentlich länger. Man könnte formulieren: Psychisch verenden wir langsam und qualvoll.

      Blicke ich mich um, sehe ich überall nahezu nur noch verletzte, bis hin zu schwerst verletzten Einzelkämpfer (von zu selten stattfindenden Positiv-Gegenbeispielen, meisten Bürger-Initiativen in der gegenseitigen Hilfestellung, abgesehen ... so etwas macht sich rar ...).


      ff.

      Löschen
    16. Teil 2
      Das werden auch noch mehr einsame Einzelindividuen in der Masse werden, so erzogen mit I-Pod, statt Familie, ständig wechselnden und überforderten Bezugspersonen und facebook als Sozialisationsersatz. Wie man mittlerweile sogar vernehmen kann, verliert eine erschreckend ansteigende Anzahl unseres Nachwuchses die natürliche, spielerische Fähigkeit des normalen Erlernens des Sprechens. Klar, wozu sollten sie auch, spricht ja niemand wirklich mit ihnen und wie sollten sie dann lernen?

      Und wenn ich all meinen ganzes Blabla zusammennehme und das mit diesen Aussagen verbinde, so kann es mich nicht wundern, wenn Don davon ausgeht, dass wir zwar keine "fähige" Einzelperson zur Führung Verfügung haben, jedoch dringend eine benötigen würden. Da wir keine haben, müssten wir uns wohl eine backen.
      Wir suchen jemanden, der es für uns in die Hand nimmt, uns das Gefühl gibt, wir seien nicht so alleine.

      Doch diese Sicht ist völlig versperrt, denn das kollidiert mit einer angeblichen „Schwäche“, der „Schwäche“, die in dieser Gesellschaft völlig geoutet ist. Niemand hat hier noch „so schwach“ zu sein, nicht völlig alleine über die Runden kommen zu können (egal, wie das sich auch immer gestaltet). Und dabei ist es ein menschliches, angeborenes Grundbedürfnis (bis auf Einzelfälle), sich innerhalb einer Gruppe aufgehoben zu fühlen, eben nicht alleine der Einzelkämpfer zu sein. Eine steigende Anzahl von Personen findet es nicht einmal in den kleinsten Einheiten, der familiären Gemeinschaft oder gar nur der Liebesbeziehung. Doch wir sind keine Tiger, keine Wasserschildkröten, deren Nachkommen sich alleine aus dem Sand buddeln müssen, wir sind Humanoiden.
      Wer sich das ausgedacht hat … hat der menschlichen Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes ein Ei gelegt.

      Ob unsere Diskussion derer der Grünen ähnelt, kann ich nicht wirklich beurteilen (sagen wir so, bin zu faul, das im Detail zu prüfen). Doch ich wage es zu bezweifeln, weil ich weder von vermehrter Anpassung an die Realität, noch von Konformität spreche, sondern von einem generellen gesellschaftlichen Problem.

      Und das Problem, das ist die Realität, nicht eine von mir geschusterte, sondern eine, die ein jeder fühlen kann und fühlen wird, so er das zulässt. Selbst die Statistiker halten bereits bedenkliches Zahlenmaterial dazu fest … Natürlich haben wir noch zufriedene und glückliche Menschen innerhalb unserer Gesellschaft. Wollte auch nicht darstellen, es gäbe sie nicht. Doch einer ständig wachsenden Gruppe ist das nicht mehr zugänglich.

      Und wenn ich so etwas schreibe, dann bin ich hin und her gerissen. Denn ein jeder Einzelkämpfer hat doch diesen Panzer nicht einfach nur so, weil es ihm Spaß gemacht hat, einen solchen zu tragen. Nein, ein solcher Panzer wurde quasi aufgrund der Gesellschaft geschmiedet, zum Schutz der eigenen Seele. Kratzt man an solchen Panzern, können die Folgen fatal sein. Doch ließe man sie alle unbesehen, kann sich niemals etwas ändern. Wir sind das System, alle. Nicht alle als Initiatoren, nein, das meine ich nicht, sondern als Püppchen auf dem Schachbrett.

      Herr Gott noch mal, weiß doch auch nicht, wie man diesen Teufelskreis unterbrechen kann. Nur eines, darüber bin ich mir sicher, alleine, als Einzelkämpfer, schaffen wir das niemals und als Püppchen, die nur meinen, sie bewegen sich selbst , auch nicht.

      Lieben Gruß
      Rosi

      PS: Denke, habe jetzt genug dazu geschrieben …
      Hier noch eine höchst interessante Doku-Reihe. Man sollte sich alle Teile anschauen (macht sonst nicht den gleichen Sinn): http://www.fernsehserien.de/reich-und-obdachlos/sendetermine
      (Wobei "Reich" mal wieder völlig falsch definiert wurde. Ist nur einer dabei, auf den das m.E. tatsächlich zutreffen würde, der Rest ist mehr Mittelschicht)

      Löschen
    17. Guter Beitrag, es ist schon richtig was Du schreibst, aber ich möchte keine Kommpromisse mehr machen und schon gar nicht in den paar Jahren die mir noch bleiben.
      Das Volk it dermasse auf "Konsum" konditioniert, viel schlimmer als noch in den goldenen 70er Jahren.
      In der Medien werden wir zu konsumierenden und ängstlichen "Abzockern" und "Geizhälsen" getrimmt, vor allem die Jugend.
      Die Werbung war schon immer ein Spiegel der Gesellschaft, "Boxen" "Wetten" und Glücksspielegewesen sind wieder in.

      Wo soll es denn herkommen?

      In einer Welt, die fast nur noch von Äußerlichkeiten und Profitdenken bestimmt wird (siehe solche Beiträge wie "DSDS", oder die völlig abartige Sendung mit der Frau aus Bergischgladbach), falscher Moral und Ethik (Geiz ist Geil, werde zum Abzocker), die in den allgegenwärtigen Medien präsentiert werden, brauchen wir uns nicht zu wundern, das viele Teenager an "Anorexie" leiden, sich besinnunglos besaufen, oder auch synthetische Drogen einfahren.

      Wo soll´s denn auch herkommen, wenn die "Helden" der Jugend in unserer immer schnellebigeren Zeit, z. B."Xavier Naidoo" (ein elendiger Frömmler und Kokser, der einen auf "Antidrogen" macht), oder so völlig bescheuerte Zicken, wie "Paris Hilton", oder "Lady Gaga" heißen?

      Wo soll es denn hinführen, wenn uns Politiker jeden Tag ungestraft anlügen, Statistiken beschönigen, oder gar von vornherein Falsche in Auftrag geben. Die uns weismachen wollen, wir seien im Aufschwung, aber uns nichts von den Gewinnen der multinationalen Konzerne abgeben wollen?
      Allein schon durch ihre Subventions und Steuerpolitik, die mit immer neuen Abschreibungsmöglichkeiten den Multis ermöglicht, fast gar keine Steuern zu bezahlen. Dazu kommt ein4 Milliarden € Paket an die Pharmaindustrie für die Schweinegrippe. Nicht zu vergessen die "Abwrackprämie" an die ach so kränkelnde Automobilindustrie, mit etwa dem gleichen Betrag.
      Wenn jetzt am 12.September erst der 800 Milliarden schwere ESM-Vertrag ratifiziert wird, wir uns defacto in die Hände von selbsterwählten Lobbyisten begeben ist der Zug endgültig abgefahren.
      Wie soll es weitergehen, wenn immer mehr Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz durch "Rationalisierung", "Outsourcing", (Nur damit kurzfristig der Aktienindex stimmt) und auch neuerdings durch "Mobbing" gefährdet sehen?
      Das soziale Gefüge durch den allseits so gepriesenen "Neoliberalismus" am zusammenbrechen ist, weil die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht.

      Lasst uns nur weiter diskutieren, wie durch Hetzkampagnen der Bildzeitung, sowie der vielen anderen Medien, propagiert wird, ob ein Hartz IV Empfänger 5€ mehr bekommen darf.
      Lasst uns weiter in die Einkaufsmeilen unserer Stadt ziehen und uns das neueste I-Phone, den größten Breitband-Flachbildschirm, und die angesagtesten Marken-Klamotten zu unserer vollsten Zufriedenheit einkaufen, Dinge, die gerade unsere Jugend so dringend benötigt .
      Lasst uns nur weiter in die "Allianzarenen" zum Fussball rennen und glauben, alles sei in bester Ordnung.
      Lasst uns auch weiterhin glauben, daß Atomkraftwerke wirklich sicher sind...

      Inkompetenz lässt grüßen, sag ich dazu nur...begegnet mir in allen Bereichen des Lebens fast jeden Tag.

      Löschen
    18. Wo soll es denn herkommen?

      Das war eun Essay, das ich anfang September geschrieben hatte.

      Löschen
    19. @Publicviewer

      Sie haben ja Recht, so ist es, so zeigt es sich. Doch wo soll es schon herkommen? Präventiv:

      Nur aus uns selbst heraus!

      Dazu ist es einfach notwendig, dass mehr und mehr Menschen erkennen, dass "keine Kompromisse machen" quasi schon der Leit-Slogan und Gedanke des Neoliberalismus selbst ist. Jeder für sich und möglichst viele.

      Denn etwas anderes, kann man nur konsequent bei sich selbst versuchen, sich ständig wieder dazu ermahnen, man könnte es schon «aufraffen» und/oder «zusammenreißen» (klingt brutal, ist es auch) nennen. Und dann versuchen, es vorzuleben, in der Hoffnung, solche Gedanken werden aufgegriffen; zwingen, das kann man niemanden dazu.

      Es ist mir völlig klar, dass das Zeitgeschehen unsere Toleranz und Geduld völlig aufbrauchen kann, die Lebenszeit schwindet, unsere eigene Zeit wird knapp. Doch das wird uns nicht weiter bringen. Weil es zwar:

      Nur aus uns selbst heraus!

      resultiert, doch nur in Zusammenarbeit und gegenseitiger Akzeptanz funktionieren könnte. Es steht nicht drauf, dass wir selbst davon noch profitieren könnten. Doch m.E. sollte man als Humanist über mehrere Generationen hinweg denken. Wenn nicht wir, vll. dann unsere Nachkommen oder deren Nachkommen.

      Und als Fazit: In vielen Ausführungen, auch in den Ihrigen birgt es ein düsteres Bild, sehr düsteres Bild, im Ergebnis. Nun, dann werden wir wohl auf schlimmeres Leid warten müssen. So hetzt die eine Seite über Arno Dübel und die andere zerfleischt sich in der Kritik daran lieber selbst.

      Nein, für mich ist es kein Geheimnis, warum die Linke keine Wähler erhaschen kann. Selbst wenn sie einen m.E. als Partei weitaus vernünftigeren Kurs fahren wird, als ihre Anhänger das tun (das ist nicht stringent gemeint, sondern allgemein), reicht ein Blick auf die Anhänger, bzw. jene, die sich als solche deklarieren. So hat diese Linke-Szene niemals eine Chance, denn nur wenige dürften sich davon frei machen und bereit sein, das Risiko einzugehen, dass man doch von solch einer Praxis auf die Partei zurückschließen kann (was im weitesten Sinne auch nicht falsch ist).

      Und, wie der Duderich später auch schreibt, in Sackleinen gehüllt macht das ebenso keinen Sinn. Weder bei den Anhängern, noch bei den anderen. Sackleinen nimmt letztlich niemand ernst, auch wenn er sich das nicht zugibt, nur Ausnahmen. Und mit Ausnahmen kommen wir nicht weiter.

      Wir hängen im Streben nach den perfekten Vorbildern (weil sie uns vermutlich von klein auf überhängig fehlten) und dem Sein des Anderen fest, die all das kompensieren sollen, was in dieser Gesellschaft schief läuft (oder wir als solches so empfinden) und das Unrecht, was uns selbst widerfuhr. Das schafft keiner. Niemand kann das schaffen, höchstens eine passende Illusion dazu erschaffen. Und exakt das hat damals Hitler gemacht und doch war das Bild nur Illusion. Eschreckend, nicht wahr?

      Wenn wir als Menschheit weiter kommen wollen, dann brauchen wir dazu Menschheit. Ohne geht es nicht; macht auch keinen Sinn, die Sterne brauchen diesen Quatsch nicht.

      Gruss
      Rosi

      Löschen
  3. Ui, das könnte spannend werden, sehr interessantes Thema. Melde mich bei Gelegenheit dazu.

    AntwortenLöschen
  4. Sicher darf Man(n)/Frau Hummer essen, wo ist das Problem?
    Ich habe lange in der Autobranche gearbeitet, denn ein alter 911er hat schon was.
    Nur sollte man von der Higttech-Wegwerfware die Finger lassen, egal um welche Marke es sich handelt, vor allem, wenn man das herrschende System ernsthaft kritisiert und in Frage stellt.
    Ich fahre einen alten GolfII GT Spezial, der mich in der Anschaffung vor knapp 8 Jahren 500€ gekostet hat.
    Die meisten Leute müssen Konzessionen machen um über die Runden zukommmen, aber ob das auch für einen deratigen Block gilt, wie der von "Roberto", wage ich zu bezweifen.
    Ich kenne bekennende Naturschützer aus der alten 68er Gemeinde, die ihr Projekt von dem "WWF" mitfinanzieren lassen, was ich auch, als absolutes "NO-go"erachte.

    Hier mal ein Video dazu, es lohnt sich...!!!!
    http://www.livingscoop.com/watch.php?v=MTU1Nw==

    Ich brauche ja nicht weiter zu erwähnen, das ich jegliche Werbung für Firmen, wie Amazon, Facebook und Konsorten, als Verrat erachte.
    Dadurch wird jeder systemkritische Blog mehr als unglaubwürdig.

    AntwortenLöschen
  5. ich gehe das thema mal von zwei seiten an:

    zum einen auf einer individuellen ebene: frage: kann ein "echter" linker überhaupt freude empfinden an einem Porsche oder einem hummer? kann er tatsächlich an jeder tankstelle und bei jedem bissen das leid ausblenden, das unvermeidlich damit verbunden ist?
    ich denke, dass das nur unter schmerzen möglich ist (oder unter zu hilfe nahme eines ordentlichen Mouton Rothschilds - zumindest zum hummer!).

    zum zweiten auf einer sozialen ebene: kann man (glaubhaft) gewerkschafter und first-class-flieger, Linken-chef und porschefahrer oder kommunist und kaviar-esser sein?
    ich glaube nicht. und ich glaube, dass viele derjenigen, die mit den einschlägigen argumenten, ihren opulenten lebensstil verteidigt haben, dem linken projekt einen schweren tort angetan haben. weniger aufgrund der argumente, die sie dem politischen gegner liefern, als vielmehr aufgrund der zersetzenden wirkung im eigenen lager.

    wie eltern, wirken auch politische führer mm mehr durch eigenes vorbild, als durch worte. könnte man sich einen Gandhi vorstellen, der, statt hungernd zu streiken, mit Churchill eine havanna qualmt? wäre Che ein solches idol geworden, hätte er sein leben am strand von Cuba statt im bolivianischen dschungel beendet?

    ich glaube nicht.

    nun verlange ich deswegen keine total-asketen, die im leinengewand für die Linke im bundestag sitzen, aber zur legitimation gehört zumindest das bemühen, das eigene leben solidarisch und somit bescheiden zu führen. insbesondere die auswahl meiner gesprächs- und wirtschaftspartner sollte auch meine gesinnung widerspiegeln.

    und hier komme ich zu Roberto: war er es nicht, der vor kurzem einen - wie ich meine - fulminanten artikel zum thema "ich verweigere rechtsradikalen das gespräch" verfasst hat?
    hier hat er selbst wunderbar ausgeführt, dass es nicht angeht, mit diesem rechten gesocks auch nur zu sprechen. auch nicht vor dem hintergrund des vorwurfs, man wäre undemokratisch.

    gilt das gleiche dann nicht auch für die frage, wessen werbung ich auf meiner seite veröffentliche, oder über welche wege ich meine bücher vermarkte?

    so sehr ich die intellektuelle brillianz der artikel De Lapuentes schätze, ist mir dieser widerspruch auf seinem blog von anfang an, ein dorn im auge gewesen.

    lg
    don

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Don ... nichts für ungut ...

      "wie eltern, wirken auch politische führer mm mehr durch eigenes vorbild, als durch worte. könnte man sich einen Gandhi vorstellen, der, statt hungernd zu streiken, mit Churchill eine havanna qualmt? wäre Che ein solches idol geworden, hätte er sein leben am strand von Cuba statt im bolivianischen dschungel beendet?"

      Wenn wir schon wieder nach solchen übermenschlichen, fast fehlerlosen Vorbild-Führungsnaturen (Führung, auch im Sinne von richtungsweisend) streben (irrelevant, ob von links oder rechts) ... dann wird mir tatsächlich Angst und Bange um die Nation.

      Sicherlich ... das mag daran liegen (Projektionen ... werde nicht frei davon sein), lese gerade das Ursprungs-Psychogramm aus 1943 über Adolf Hitler (dort beziehen sich so viele andere drauf)

      Und natürlich wird auch dort über den möglichen Konsens spekuliert, der das starke Band und die Identifikation des Volkes mit Hitler ausmachte. Man ging davon aus, dass es Deckungsgleichheiten in den Tiefen der Psychologie sein mussten.

      Jetzt fragen Sie mich bloß nicht, was Hitler gesucht hat, was gleichzeitig das gewesen sein soll, was eine große Masse von Volk suchte ... in welchem Gleichnis es steht ... und beide dann irgendwie in der Projektion fanden ...

      Und ich bin mir nicht sicher, ob jetzt ein Ghandi hier der Richtige wäre ... von Che ... möchte ich nicht sprechen ... Und ob Idole letztlich tatsächlich so sind, wie man sie verkauft ... also das wäre ich vorsichtig. Ghandi nehme ich seine Rolle voll und ganz ab, zu Che müsste ich erst einsteigen ... über den weiß ich einfach nicht genug.
      Und irgendwie ist mir überhaupt nicht nach Einzelidolen vor Nationen ...

      Gruss
      Rosi

      Gruss
      Rosi

      Löschen
    2. hallo Rosi,

      also ganz ehrlich: mir IST "angst und bange um die nation". und zwar weniger aufgrund ihres tatsächlichen zustands, als vielmehr aufgrund der lethargischen trägheit, mit der auch der teil der masse darauf reagiert, der de facto zu den verlierern der letzten jahrzehnte zählt.

      und hierfür mache ich das fehlen von linken integrationsfiguren und vorbildern hauptverantwortlich. und da brauchen wir nicht gleich bei wohl unerreichbaren idolen wie Gandhi anzusetzen. es war unter Willy Brandt, als es der linken erstmals gelungen ist, den deutschen nachkriegs-verdrängungs-mief ein wenig zu lüften.
      und Brandt war tatsächlich ein mensch aus fleisch und blut - mit allen schwächen. aber eben mit noch größeren stärken: ihm gelang es, jugendliche für die SPD zu begeistern, die betonköpfe im osten zu erweichen und wahlen gegen die strukturelle konservative mehrheit zu gewinnen.
      leider folgte ihm der pragmatiker (was für ein hässliches schimpfwort!) Schmidt, der alle erfolge mit deiner "wer visionen hat soll zum arzt gehen"-politik schnell wieder zunichte gemacht hat.

      seither fehlen im linken spektrum menschen, die ihre politik glaubwürdig vertreten. und zur glaubwürdigkeit gehört nunmal (für mich zumindest) auch ein wenig konsequenz. ein Porsche (gebraucht oder nicht) gehört definitiv nicht dazu.

      Löschen
    3. ANGST UND BANGE

      Angst und Bange

      macht mir der kausale Zusammenhang, dass dieses Volk immer ein Führervorbild zu brauchen scheint, um aus der Lethargie «erweckt zu werden», wie kaum ein anderes Volks auf diesem Globus. Andere Völker erwachen, das klingt ähnlich, ist jedoch ein gewaltiger Unterschied.
      Besonders erschreckend, exakt das beschreibt auch noch Walter C. Langer. (Natürlich nicht nur er, und mitnichten nur aus der Perspektive der Wissenschaft Psychologie)

      Angst und Bange

      wird mir auch deswegen, diese Rolle könnte somit ein jeder Übernehmen, der das einfach nur wirklich will und verkorkst genug ist, in eine solche Rolle hineinzuschlüpfen.

      Angst und Bange

      muss mir sein, wenn ich schon erkenne, wie einfach man eine solche Rolle schreibt? Man hört sich einige Zeit im Volke um und macht einen Schnitt aus dem, was die Masse sich wünscht, um den größtmöglichen Nenner zu erreichen. Dabei sollte man im Fokus haben, was unter der Oberfläche brodelt, das teils Unterbewusste. Man muss es nicht einmal wirklich im Detail kennen, es reicht, wenn man ähnliches fühlt.

      Angst und Bange

      wird mir, das Entscheidungskriterium ist lediglich gesteuert durch dass Schicksal, die chaotischen Kausalitäten des "Zufalls" mit seinen Umständen (auch für einen Hitler brauchte es Umstände und Voraussetzungen), gepaart mit dem Unterbewussten, in welche Richtung dieses Volk dann geführt würde. Können Sie sich auch nur anhand der vielen Schlagzeilen ausmalen, wie das Unterbewusstsein des Volkes gerade aussieht? Was fühlen Sie gerade? Was stellen Sie sich vor, was die anderen fühlen, was herrscht denn vor? Wogegen schreibt das Rosi auf vielen Plattformen, so auch hier? Klappen Sie das sog. Rationale doch mal weg, was bleibt dann noch übrig?

      Angst und Bange

      muss mir auch sein, wenn ich bedenke, dass Brandt, der Mensch aus Fleisch und Blut, auch nur deswegen seine Chance gehabt haben wird, weil es eben noch so kurz nach den Schrecken des WKII gewesen ist. Wie schnell war doch einst die SPD und ihre Funktionäre, aufstrebende "Führungssterne am Himmel" von der Platte geputzt, als jemand sich aufmachte, das Volk «zu erwecken» (und wie er das gemacht hat).

      Angst und Bange

      wird mir auch, wenn ich lese, dass die Erfahrungen aus dem Nationalsozialismus in dieser Nation für Brandt entweder nicht lehrreich genug waren zu sehr verleugnet oder doch wieder zu weit in der Vergangenheit lagen, dass - wenngleich nicht ganz so offen - doch schon wieder ähnliche Kräfte wirkten - resultierend aus den gleichen alten Ängsten - um ihn abzuschießen:

      http://www.zeit.de/2012/49/Spionage-CDU-CSU-Willy-Brandt/komplettansicht

      ff

      Löschen
    4. Teil 2

      Angst und Bange

      macht es mir, wenn man sieht, wie sich der Extrem-Kapitalismus in seinen faschistischen Zügen doch den Grundgedanken des National"sozialismus" ähnelt.

      Angst und Bange

      macht es mir, dass sich der Sprachgebrauch annähert, unglaubliche Schriften der Asozialitäten wieder Anklang finden:
      http://ad-sinistram.blogspot.ch/2012/11/die-asozialen-hinter-die-asozialen.html

      Angst und Bange

      ist mir, wenn sich die Fronten verhärten, die gegenseitigen Parameter der Vorwürfe immer enger gezogen werden

      Angst und Bange
      nein
      Panik bekomme ich
      Schnappatmung förmlich garantiert

      wenn die einzige Antwort darauf, der Ruf nach «authentischen erwachet Volks-Vorbilder» ist. Und, dass jene Menschen, die man als solche sich hätte vll. vorstellen können, dem nicht entsprechen, gar nicht entsprechen können. Denn für den einen ist es amazon, für andere der Porsche, für den nächsten die Höhe der Diäten, für andere wiederum ist es die Partnerwahl usw. usf..
      Was sagt mir das? Sucht man doch schon wieder den nächsten Übermenschen. Denn nur ein «Übermensch» kann einen Schnitt im Gesamten erreichen. Was diese «Übermenschen» wirklich sind, die sich stets rund um den Globus finden (haben) lassen, wenn Zeit und Mensch (ist ja fast schon wie in der Physik … was heißt hier fast ...) in eine Formel geworfen werden, überlasse ich der Phantasie des Einzelnen. Nur eines, dass sei erwähnt, «Übermenschen» sind es nicht. Allesamt nicht!!!!

      Wann, Don, wann wird diese Nation endlich erwachsen!!!!!!!!!!!!!

      Denn diese Nation sucht und macht sich ihre Führer doch selbst, die fallen nicht vom Himmel. Alles was Du an Personen auf dem Parkett siehst, das sind Menschen, die sind durch die Gesellschaft gemacht, das ist die Gesellschaft, sie sind der Spiegel der Gesellschaft. Und Gesellschaft, die kannst Du nicht ändern, ändern kannst nur Du Dich allein.

      Gruss
      Rosi

      PS: Und Brandt würde den Bewertungs-Kritieren, die hier an die Linken gestellt werden, auch nicht einhalten, er war mitnichten der Braun-Kohle-Typ.

      Die veränderte Zeit und damit die veränderten Stati, Ansehen, Bildungsgrad und Wohlstand beachtend, ist Brandt genaus das. was Sie heute so streng bewerten:

      http://www.hdg.de/lemo/html/biografien/BrandtWilly/index.html

      Es mag Ihnen so vorkommen, als würden Sie einen Brandt suchen. Nein, nein, Sie suchen etwas anderes, Deutschland sucht schon wieder nach einer Vaterfigur, die gleichzeitig der Mutterfigur ähnelt und zwar so, wie ein jeder sich das vorstellt, wie sie hätten gewesen sein sollen.

      Löschen
    5. PSPS: Und Ihr macht Euch Sorgen um De Lapuente .... Sarah Wagenknechts Hummer und nen alten 911er ... ich fass es nicht .. ich fass es nicht ...

      Und auch das macht mir Angst und Bange

      Löschen
    6. ich verstehe ja den fast schon verzweifelten schrei nach (volks-)vernunft, die keines "führers" bedarf. wäre mir ja auch sympathisch. allein: die geschichte lehrt, dass ihr fortschreiten immer mit personen verbunden war. im positiven wie im negativen.

      eine masse von menschen bedarf offensichtlich einer art katalysator um sich ihrer notwendigkeiten, aber auch ihrer möglichkeiten bewusst zu werden.

      ich habe das ja schon mehrfach betont, aber ich glaube, dass die - heute weit verbreitete - linke aversion gegen personen an der spitze einer bewegung einer der hauptgründe für die marginalisierung emanzipatorischer bewegungen sind.

      mir fällt nunmal auch nach angestrengter überlegung kein beispiel dafür ein, in der ein radikaler gesellschaftlicher wandel (und nichts anderes brauchen wir) nicht mit einzelnen personen verbunden gewesen wäre.
      da bildet für mich D keine ausnahme.

      und, liebe Rosi, ich suche fürwahr weder vater- noch mutterfigur, sondern einzig nach einem gangbaren weg, den scheinbar unaufhaltsamen lemmingszug der welt aufzuhalten.

      lg
      don

      Löschen
    7. Schön, dass Du mich verstehst und Deine Wortwahl trifft es m.E. ziemlich genau.

      Aber ich sehe oder bilde mir ein, unterschiedliche Entwicklungen und Mentalitäten feststellen zu können. Wenn man bspw. sich die Französische Revolution etwas detaillierter, in ihren Ursprüngen anschaut (bspw. den Eckpunkt mit dem Sturm auf die Bastille), dann merkt man schnell, die "Köpfe", die nachher damit verbunden werden bzw. die den Ruhm in den Geschichtsbüchern wie eine Fahne vor sich hertragen, die waren nicht einmal dabei.

      @Don:"mir fällt nunmal auch nach angestrengter überlegung kein beispiel dafür ein,"

      Ägypten? ;), nein, diesmal meine ich es ernst. Natürlich sind sie noch weit entfernt und längst noch nicht damit fertig (wo immer der Wandel auch hingehen mag), doch auch die französische Demokratie wurde nicht in ein paar Monaten erschaffen. Da ging aber noch einiges zwischen durch schief, salopp formuliert.

      Und dann schauen wir mal nach Griechenland. Aus meinem Betrachtungswinkel, befindet sich Griechenland beinahe schon im Bürgerkrieg, wenn nicht gar mit einem Bein drin. Ähnliches gilt für Portugal, Spanien ... Die beiden letzteren halte ich für noch leichter entzündbar, als es die Griechen zu sein scheinen (so wirklich wissen, kann ich es nicht, bin akut nicht dort gewesen ... isse etwas sparsam mit der Berichterstattung, bin der griechischen Sprache nicht mächtig).

      So wie ich das historisch (und aktuell) rund um den Globus sehe, Deutschland braucht wohl offensichtlich seine Rädelsführer. Jene schickt man vorne weg und deswegen erhalten sie ihren Platz in der Geschichte. Andere Nationen packen auch so schon mal schnell die "Forke" aus und jene, die sich dabei an markanten Eckpunkten der Geschichte besonders hervor getan haben oder sich im weiteren Verlauf an die Spitzen setzen, werden im Nachhinein geadelt.

      Dass wir das aus unserer gewohnten Betrachtungsweise ganz anders interpretieren, sofort davon ausgehen, es hätte zu Beginn solche Rädelsführer/Vorbilder (watt auch immer) stets als Initiatioren/Auslöser gegeben, liegt vermutlich daran, dass wir es nicht anders praktizieren und auch so denken. Selbst der Bauernaufstand brauchte seinen Rädelsführer ...

      Somit bildet D für mich schon eine Ausnahme, bzw. befindet sich m.E. eher in einem kleinen Kreis von Ausnahmen. Mir ist klar, das ist jetzt sehr allgemein gehalten ... Herr Stefan Rose, so er hier aufschlägt, mag mich da gerne korrigieren.

      Aber man kann ein Volk natürlich nicht ändern, wenn es also der Schluss sein soll, dass dieses Volk eines Führers bedarf, dann muss ich das so hinnehmen.

      Nur die These, dass andere Völker dies ebenfalls alle so halten, die halte ich für nicht korrekt, hab eine andere Sicht darauf. Jetzt bin ich nun kein Historiker und habe meinen Fokus vll. auf ganz andere Vorgänge gelegt ... was weiß ich.

      Lieben Gruss
      Rosi

      PS: @Don "und, liebe Rosi, ich suche fürwahr weder vater- noch mutterfigur, sondern einzig nach einem gangbaren weg, den scheinbar unaufhaltsamen lemmingszug der welt aufzuhalten."

      Lieber Don, Du warst auch nicht wirklich persönlich gemeint, denn das kann ich doch aus der Ferne überhaupt nicht beurteilen (steht mir nicht zu, und ich würde es nicht beurteilen wollen).

      Doch eines sei angemerkt, wenn es denn so wäre, würdest Du es mit recht hoher Wahrscheinlichkeit nicht einmal wissen. (Und das ist jetzt tatsächlich rein hypothetisch) Dazu sind doch die Projektionen da, und diese funktionieren in der Regel im absolut reibungslosen Übergang.

      So gut wie niemand kennt die die Tiefen seiner Seele oder weiß seinen Denkweisen/Verhaltensmuster/Charakter (wie immer man das zu nennen gedenkt) wirklich auf die Spur zu kommen, auch nur halbwegs korrekt zu interpretieren, geschweige denn sich solchem zu stellen. Denen als vorteilhaft taxierten Mustern ergeht es nicht ganz so in eiserner Ablehnung . Das ist u.U. auch ein Grund (n.v.a.m. natürlich), warum Therapeuten so "beliebt" sind und ein jedes schwarze Schaf der Gilde, sofort als Gegenbeispiel aus der Tasche gezogen wird.

      Löschen
    8. PSPS: Und wo steht geschrieben, wenn es denn für die gesamte Menschheit gelten würde (was ich - wie gesagt - bezweifle), dass das auch so bleiben muss? Menschheit ewig auf der eigenen Kreisbahn der an die nächsten Generationen weiter gegebenen Verhaltensmuster gefangen bleibt, sich niemals daraus befreit?

      Müsste ich dann nicht davon ausgehen, Menschheit sei zu einer Entwicklung nicht fähig? Nein, das kann ich nicht akzeptieren.

      Löschen
    9. PSPSPS: Was noch für meine These der Unterschiedlichen Handhabung und Sichtweisen der Nationen spricht:

      "Bei uns sind Generalstreiks glatt verboten"

      in anderen Nationen Europas nicht. Man mag mir vll. da mit dem Nationalsozialismus kommen, doch mittlerweile sind wir längst Europa. Insoweit halte ich die Begründung für nicht ganz statthaft, so sie mir denn einer liefern würde.

      Löschen
    10. Zitat:"mir fällt nunmal auch nach angestrengter überlegung kein beispiel dafür ein, in der ein radikaler gesellschaftlicher wandel (und nichts anderes brauchen wir) nicht mit einzelnen personen verbunden gewesen wäre.
      da bildet für mich D keine ausnahme."

      Rosi hat es zwar schon erwähnt, aber dazu muß ich trotzdem nochmal: Und weil es möglicherweise schon immer so war muß das so bleiben?

      Zu den Anführern, gerade einer unserer aktuellen "Helden" zeigt uns doch, dass die Köpfe, die oft mit einem solchen Aufstand verbunden werden meist gar nicht dabei waren geschweige denn etwas ersonnen haben.
      Umgekehrt ist es oft so, daß die Wegbereiter der Revolution später keine Erwähnung mehr finden, nicht selten handelt es sich dabei nicht um einzelne sondern Gruppen von Leuten, wer feiert schon Gruppen?

      Löschen
  6. Um es mit dem großen Philosophen Euronics zu sagen: Leudeleudeleudeleudeleude!
    Hier wirds mir streckenweise ein wenig arg ideologisch. Können wir das alles bitte mal eine Nummer tiefer hängen?
    Ich denke, Roberto de Lapuente hat in Duderichs unterhaltsamer, kleiner, nicht repräsentativer Umfrage vor allem deswegen so viele Höchstnoten bekommen, weil der Mann definitv mal sprachlich begnadet ist (was einige Kommentatoren auch bereits angedeutet haben). Weiterhin wurde wohl auch gewürdigt, dass seine Arbeit für viele Blogger eine echte Inspiration war und ist (so geht es mir jedenfalls). Ob man mit jedem seiner Artikel zu 100% d'accord gehen muss, ist eine ganz andere Frage. Ich meine: Nein, und nochmals nein. Im Gegenteil: Wenn man von einem Autoren erwartet, immer nur den eigenen Kopf gesteichelt zu bekommen, ist man entweder arg infantil oder schlicht ein Spießer - egal, ob man sich selbst für links, rechts, progressiv, konservativ oder was auch immer hält. Der Anspruch an sich selbst und andere, ein komplett von Widersprüchen freies Leben zu führen, ist nicht nur eindimensional und langweilig, sondern wird auch menschlichen Schwächen nicht gerecht und kann schnell im Extremismus enden.

    Was die schandbare Kooperation mit Amazon angeht: So weit ich weiß, lebt Roberto - zumindest größtenteils - von seiner Schreiberei. Wer in etwa eine Vorstellung hat, was man als freier Autor so verdienen kann, wird diesen Kompromiss vielleicht in etwas milderem Lichte sehen. Ihn für so dämlich bzw. zu halten, dass er nicht weiß, mit wem er sich da ins Bett legt, ist beinahe schon eine Beleidigung seiner Intelligenz. (Und übrigens: Ich bin schon groß und kann lesen. Daher sind Belehrungen unnötig.)

    Schließlich, liebe aufrechte De-Lapuente-Kritiker: Es ist ja schön, dass ihr verhindern wollt, wenn jemand unberechtigterweise heilig gesprochen wird, aber ist euch euer Gejammer nicht irgendwie zu doof? "Bäääh, der böse Roberto hat mich zensiert! Der ist voll gemein." Es hat nichts mit Zensur zu tun, wenn eine Zeitung bzw. ein Blogger Kommentare nicht freischaltet. Das ist sein gutes Recht. Wem's nicht passt, der kann problemlos selber bloggen.

    So, das war der längste Kommentar, den ich jemals in einem Blog gepostet habe. Dabei habe ich von der bourgeoisen Denunze, dass Linke grundsätzlich arm sein müssen wie die Kirchenmäuse, noch nicht einmal angefangen.

    Dass das hier übrigens in der Kommentarsektion zur Lobhudelei-Rede passender gewesen wäre, ist mir klar.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sicher weiß der Mann mit welchem Partner er diesen Balance-Akt vollzieht.
      Ich gehe auch damit konform, dass es wohl kaum einen Menschen gibt, der nicht ohne einen Widerspruch sein Leben fristet.
      Nur sollte, wenn man denn schon einen kritischen Blog betreibt, nicht nur reden und diskutieren, sondern auch mal dezidiert, Stellung beziehen.....

      Löschen
    2. Gejammer ist meist nichts anderes als versteckte Aggressionen!

      Löschen
    3. Was hast Du gegen Aggresssionen?
      Es ist an der Zeit etwas aggressiver zu werden, anstelle sich immer nur zu ducken...

      Löschen
    4. @Stefan Rose

      Das ist mir aus der Seele gesprochen ....

      Gruss
      Rosi

      PS: Herr De Lapuente hat niemals behauptet, ein authentischer, geschweige denn ein linientreuer Linker zu sein ... Da wir jetzt gleich in zwei Tröts zum Thema agieren, dort hab ich auch noch einmal darauf hingewiesen:

      http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.com/2012/11/lobhudelei-rede.html?showComment=1354287764325#c7669160059356764382

      und vorher in einem anderen Zusammenhang hier:
      http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.com/2012/11/lobhudelei-rede.html?showComment=1354286708174#c740196671754635878
      Den maßgeblichen Absatz zitiere ich der Einfachheit halber:

      "Sie sehen Herrn De Lapuente in der Rolle eines "scharf kapitalismuskritischen Blogs". Also meiner einer nicht. Ich sehe seinen Blog in der Rolle des Herrn De Lapuente, mehr ein Gesellschaftskritiker in der literarischen Auseinandersetzung mit sich selbst. Wüsste nicht, was es dagegen einzuwenden gelte."

      Löschen
    5. PS: Und für einen harschen Kritiker des Kapitalismus halte ich ihn i.Ü. auch nicht. Gesellschaftskritiker kann ungleich einer reinen Konzentration auf den Kapitalismus sein ... und links muss auch nicht zwangsläufig drauf stehen.

      Also so langsam gewinne ich den Eindruck, es handelt sich hierbei eher um enttäuschte Erwartungen. Doch das liegt m.E. mehr an den Erwartungen, erst recht dann, wenn sie sich mit der Intention des Autors gar nicht decken.

      Löschen
  7. Ein authentischer linker ist für mich der Typ vom Betriebsrat der nur Bildzeitung liest damit er weiß was die leute reden, auf Gewerkschaftsdemos den JAV Vorsitzenden an der Trinkhalle besoffen macht, damit der die Schilder während des anschliessenden Marsches trägt und nach dem Verkauf der Firma an einen Kapitalfond, in der Zeit der restrukturierung (Massenentlassung), an Magenkrebs stirbt.

    AntwortenLöschen
  8. Ich finde zwar, dass man nicht päpstlicher sein sollte als der Papst, was eine etwaige "reine linke Lehre" angeht, finde aber Reklame generell unangebracht und lehne diese für meine Websites auch grundsätzlich ab. Gerade so einem Konzern wie Amazon würde ich erst recht keine Bühne bieten wollen.
    Wenn man etwas Geld für das Bloggen bekommen möchte, empfehle ich (sofern man genug Leser hat, wovon ich bei Ad Sinistram jetzt mal ausgehe) die Anmeldung bei der VG Wort, über die man als Autor via "METIS" (Texte im Inernet) einmal im Jahr ein paar Euro (kann durchaus drei- oder gar vierstellig sein!) an Ausschüttung erhält. Sicherlich mehr als durch eklige Bannerreklame.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "eklige Bannerreklame"

      So etwas blende ich, wenn mein Browser das nicht schon für mich macht, einfach aus. Das ist schon ein Automatismus, nimmt mein Gehirn kaum noch zur Kenntnis, in der Rolle eines Verteidigungsmechanismus gegen das allgemeine Werbebombardement ...

      Gruss
      Rosi

      Löschen
    2. Einen Adblocker habe ich natürlich auch installiert, das ist ja klar, anders wäre das heutige Internet kaum zu ertragen. :-)

      Löschen
    3. Wohl wahr ... Peter, gleiches gilt für den Briefkasten *grins*

      Gruss
      Rosi

      Löschen
  9. @ Stefan Rose:

    niemand sollte "arm wie eine kirchenmaus sein". aber kann ein linker wirklich reich sein?
    insofern als "reich" immer eine relation beinhaltet, denke ich, dass das ein widerspruch in sich ist.
    damit ist nicht gesagt, dass alle gleich sein sollten und alle das gleiche besitzen dürfen. gegen gleichmacherei zu sein, bedeutet aber nicht automatisch, reichtum zu akzeptieren. insofern als der begriff reichtum einen großen abstand zwischen dem besitz des einen und dem des anderen impliziert.

    woher sollte der reichtum des einzelnen kommen, wenn nicht aus der ausbeutung anderer?

    ich habe nichts dagegen, das system mit seinen eigenen waffen zu bekämpfen. dazu gehört auch die akkumulation von geld, etwa für größere projekte oder zur unterstützung bedürftiger. aber für den eigenen luxus im sinne von hummer und Porsche? und egal mit welchen mitteln? also (extrem gesprochen) waffenlieferung für afrikanischen warlord zur finanzierung von friedensmärschen in Europa?

    da drängt sich dann doch recht schnell der verdacht auf (wie leider bei vielen "linken funktionären"), dass linke argumente nichts weiter sind, als populäre rhetorische strickleitern in die bequemen, kapitalistischen hängematten. die karrieren von Schröder und Fischer lassen grüßen.

    lg
    don

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Was ist denn Reich? Und was ist Arm?

      http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Hr9zPxvXXQc#!

      Wenn man die Bewertungs-Parameter innerhalb des gesellschaftlichen Kontext immer mehr verschiebt, so, wie das hier in dieser Gesellschaft seit fast 2 Jahrzehnten - höchst erfolgreich, wie ich sehe - passiert ist, verschieben sich auch die Urteile, wer wann was wie wo zu sein hat.

      Gruss
      Rosi

      Löschen
    2. PS: wenn wir alle wieder im absoluten Elend angekommen sind, ja, dann werden wir wohl gleich sein und dann ist Ruhe im Karton.

      Nur Vorsicht, jeden Morgen schläft ein Mensch die Augen auf, der ist noch ärmer, wie wir selbst, das gebe ich zu bedenken.

      Denn wo Armut ist, das ist auch Reichtum und zwar echter Reichtum, nicht dass, was man dafür hält. Und das, was man dafür hält, ist auch nicht verantwortlich für die Armut der Welt, gerade mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht, dass schafft nur der richtige Reichtum.

      Weiß der Geier, wie viel uns doch letztlich zur Verfügung steht, um mehr als nur einmal die Weltbevölkerung aus der Armut zu holen.

      Löschen
    3. Gott, hab ich da Tippfehler reingehauen ...

      Löschen
  10. Würde da einfach auf den Instinkt vertrauen.

    Irgendwann , nicht immer sofort , spürt man , ob jemand im Zweifel und in der Tendenz seinen Inhalten den Vorzug gibt oder der besser bezahlten Anpassung.
    Die SZ hat vor einigen Druck von Anzeigenkunde aldi gekriegt , wegen einer Kritik an den Arbeitsbedingungen .

    Sie blieb standhaft unter Inkaufnahme der (mittlerweile zurückgenommenen ) Auftragskündigung seitens aldi.

    Ich persönlich finde es deutlich besser ohne Werbung und , das läßt sich nicht wegdiskutieren , auch glaubwürdiger , würde aber wegen Werbung nicht gleich von Unglaubwürdigkeit sprechen, aber Vorsicht - es gibt durchaus "Kunden" , die die Glaubwürdigkeit kosten können.

    Und das ziemlich schnell ,wer sich aus der Nische heraus versteht , geht schnell den Bach runter , wenn er zu sehr mit den Wölfen heult.

    AntwortenLöschen
  11. @mone
    "Nach all der Zeit die ich nun schon politisch aktiv bin werde ich dieser gegenseitigen Angriffe langsam überdrüssig."
    Jupp, dito, nur fehlt bei mir das "werde" *grins*.

    " Sehr schön satirisch bearbeitet haben das einst Monty Python: https://www.youtube.com/watch?v=6pwmffpugRo"

    Klasse :)) An die Szene kann ich mich gar nicht erinnern. Aber das passt.

    Lieben Gruss
    Rosi

    AntwortenLöschen
  12. Hallo zusammen!

    In letzter Zeit habe ich als „Ano12“ einige Kommentare bei „Flatterwatch“ geschrieben.

    Vielleicht ist dieser Beitrag ungewohnt „linkskritisch“. Aber ich glaube sowieso nicht an eine „linke Community“. Schon vor über 150 Jahren gab es die verschiedensten sozialistischen Strömungen, die sich keineswegs nur in Freundschaft und Solidarität gegenüberstanden, sondern es gab progressive und reaktionäre Strömungen, die sich auch entsprechend bekämpften. Vgl.
    http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm#Kap_III

    Die Einheit der SPD zerbrach während des Ersten Weltkrieges zunächst an der Frage der Unterstützung des imperialistischen Krieges, später sah die SPD-Führung in den Kommunisten ihre Todfeinde. So geschah auch die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht mit Billigung der SPD-Führung unter Friedrich Ebert.

    Die Gleichung

    „links“ = gesellschaftlich fortschrittlich

    gilt schon lange nicht mehr. Wahrscheinlich traf sie niemals zu.

    Ich finde, es wäre interessant, das Thema „Kapitalismuskritik und Verzicht“ mit „Kapitalismuskritik und Karriere“ zu ergänzen.

    Was ist denn beispielsweise aus den ehemaligen marxistischen Juso-Bundesvorsitzenden geworden?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Jusos-Bundesvorsitzender

    Angefangen mit Karsten Voigt (1969 -1972), über Wolfgang Roth (1972 – 1974), Heidemarie Wieczorek-Zeul (1974 – 1977), Klaus Uwe Benneter (1977), Gerd Schröder (1978 bis 1980) ….?

    Das waren doch die „ganz Roten“, die „Linksaußen der SPD“.
    Gerd Schröder gehörte sogar seit Anfang der 70-er Jahre zu den Göttinger „Antirevisionisten“, den schärfsten Kritikern des kapitalistischen Systems in der SPD, die sich mit ihrer Kritik revisionistischer sozialistischer Theorie und Politik auf Karl Marx und Rosa Luxemburg bezogen.

    Die genannten Juso-Bundesvorsitzenden waren doch in der damaligen Zeit die großen „Linksblinker“ in der SPD, welche der SPD ein linkes Image und damit viele Wählerstimmen verschafften, während der SPD-Kurs von den Parteirechten, den „Seeheimern“, bestimmt wurde. Vgl.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Seeheimer_Kreis"

    Das Gemeinsame an diesen „Linksaußen der SPD“ ist, dass sie alle große Karriere machten, sie alle wurden „rechts und reich“.

    Nun kann man sich im Vergleich dazu die Karrieren von Politikern der „Grünen“ anschauen, z. B. Joschka Fischer, Daniel Cohn-Bendit, Jürgen Trittin etc.

    Und auch die großen „Linksblinker“ der Linkspartei - wie Lafontaine, Gysi, Wagenknecht etc. - haben als BerufspolitikerInnen für sich selbst hohe Einkommen aus politischen Posten generiert und sind selbst schon längst in die Schicht der Vermögensmillionäre aufgestiegen.

    Aus der Retrospektive könnte man sagen, dass am Beispiel der genannten Personen aufgezeigt werden kann, dass deren Kapitalismuskritik ein erfolgreiches Mittel ihres sozialen Aufstiegs und wirtschaftlichen Erfolges war.

    Linke Parteien benötigen solche Linkspopulisten, um die Stimmen von den mit dem System unzufriedenen Menschen einzufangen, um diese Menschen ans herrschende politische System anzubinden und so politisch zu pazifizieren.

    Der Erhalt des sozialen Friedens ist eine wichtige Funktion von linken Parteien, die auch entsprechend "honoriert" wird.

    Diese Funktion kritisiere ich auch nicht, sondern halte sie für politisch notwendig. Denn das jakobinische und leninistische Revolutionsmodell sind längst historisch obsolet geworden. Ein „Klassenkampf“ dieser Art macht sich nur zum Helfershelfer der herrschenden Geld-Oligarchie.

    Wer glaubt, mittels linken Parteien in einer repräsentativen Demokratie zu einer Systemveränderung zu kommen, ist ein realitätsferner Illusionist bzw. Ignorant.

    Robert Michels hat bereits vor 100 Jahren aufgezeigt, warum dies aus soziologischer Sicht nicht möglich ist.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ehernes_Gesetz_der_Oligarchie

    --> weiter

    AntwortenLöschen
  13. --> Teil 2

    Überhaupt bedarf die etablierte linke Parteienpolitik, in deren Zentrum Umverteilungsforderungen stehen, einer kritischen Analyse und Reflexion.

    Denn wohin führt diese Politik?

    Der Soziologe, Prof. Dr. Hartmut Rosa, meint dazu :
    http://www.gegenblende.de/18-2012/++co++4e7c6fe2-38a8-11e2-aecc-52540066f352

    „Ich möchte hier die These vertreten, dass die unheilvolle Konzentration der politischen Linken auf die Frage der Verteilungsgerechtigkeit niemandem anderen als dem neoliberalen Gegner in die Hände spielt und das unheilvolle Spiralsystem, welches jener betreibt, in Gang hält..“

    Die linksliberale Linke, bei der Verteilungsgerechtigkeit und Umverteilung durch Steuerpolitik im Zentrum steht, macht sich zum Helfershelfer der Neoliberalen – so diese These.

    Nach Rosa unterliegt diese Politik einem Irrtum:

    „Auf den ersten Blick scheint die Sache klar zu sein: Die spätmoderne kapitalistische Gesellschaft erzeugt systematisch Gewinner und Verlierer, und sie lässt die Gewinne der Sieger ebenso wie die Verluste und Leiden der Verlierer immer größer werden. Folglich tut die politische Linke gut daran, ebendiese Verteilungslogik zum Hauptgegenstand ihrer Kritik zu machen. Und die faktischen Verhältnisse drängen diese Kritik ja auch unmittelbar auf: Die öffentliche Diskussion konzentriert sich aktuell auf das unbestreitbare Skandalon, dass die Gehälter der Spitzenmanager in Deutschland inzwischen das 400fache des einfachen Angestellten oder Arbeiters betragen – und geradezu explodieren, während die Reallöhne am unteren Einkommensende schrumpfen. Klarer Fall, Attacke?

    Irrtum! Ich möchte hier die These vertreten, dass die unheilvolle Konzentration der politischen Linken auf die Frage der Verteilungsgerechtigkeit niemandem anderen als dem neoliberalen Gegner in die Hände spielt und das unheilvolle Spiralsystem, welches jener betreibt, in Gang hält.“


    Diese These besagt, dass die linksliberale „Verteilungslinke“ sich
    entweder
    a)unbewusst zu Helfershelfern – Lenin würde von „nützlichen Idioten“ sprechen - der Neoliberalen macht, weil sie diesen Irrtum nicht erkennen
    oder
    b) dies bewusst aus zynisch egoistischen Kalkül betreibt, was wahrscheinlich für nicht wenige der JournalistInnen, BerufspolitikerInnen etc. zutrifft, die so zu ideologischen Manipulateuren und Betrügern werden.

    Wie immer spielen auch Feigheit, Opportunismus sowie Dummheit und kognitive Dissonanz eine große Rolle.

    So können sich diese linksliberalen „Verteilungslinken“ sich selbst als „Gutmenschen“ sehen und nach außen darstellen, während sie objektiv Helfershelfer der Neoliberalen sind. Und regelmäßig negiert oder bekämpft diese „Reformlinke“ die anti-kapitalistischen Systemkritiker, während sie zugleich Illusionen über gesellschaftliche Veränderungen auf dem „Reformwege“ mittels Parteipolitik im System der repräsentativen Demokratie entwickelt und verbreitet.

    Eine Annahme wäre, dass das soziologische Verständnis der gutmeinenden Reformlinken nicht ausreicht, um diese komplexen Zusammenhänge zu verstehen, denn sonst würden sie keinen linksliberalen Reformillusionen anhängen.

    Was tun?

    Grüsse
    Ano12

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.