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Samstag, 23. März 2013

Euroland ist abgebrannt

Abteilung: Demokratie unter Finanzierungsvorbehalt

Volkswirtschaftslehre, oder überhaupt dieser ganze Finanzmarktkram, ist nicht die Sache vom Duderich.
Bin ja schon überfordert, mein Konto nicht zu überziehen...
Ich trete hier also als Laie auf, und Jeder der sich besser auskennt, sei hiermit eingeladen mich zu korrigieren.

Nun, dass außerhalb der Steueroasen (Schweiz, Lichtenstein, Cayman-Inseln, ...) und Regionen mit exorbitanten Bodenschätzen (Saudi-Arabien) alle Volkswirtschaften verschuldet sind (ob innerhalb oder außerhalb des Euroraums) ist eine Binse. Dass diese Volkswirtschaften nie wieder schwarze Zahlen schreiben werden, ebenso. Zinszahlungen sind und werden weiterhin eine feste Größe der Belastungen dieser Volkswirtschaften bleiben. Ich denke mal, falls sich versierte Ökonomen unter meinen Lesern befinden, werden diese mir nicht widersprechen, dass auch die BRD da keine Ausnahme bildet. Demnach ist die BRD mit aktuell 2.168.680.740.618 € verschuldet, macht pro Kopf 26.493 € (Tendenz selbstverständlich steigend).
Das sind natürlich Peanuts im Vergleich mit der USA: 16.807.315.770.649 $; 53.261$/Kopf.  Macht 12.941.902.060.452 € und 41.011,82 €/Kopf.
Das allerdings ist ja nun, die meisten mögen es erkannt haben, die eine Seite der Medaille. Denn wir wissen ja alle, das Schulden/Verbindlichkeiten des Einen (auch wenn es Volkswirtschaften sind) die Vermögen/Forderungen des Anderen sind. Selbstverständlich verzinst.
Diese Zinslasten werden zuerst bedient, bevor darüber entschieden wird, welche Sozialkosten getragen werden. Unsummen von Zinszahlungen fließen nur marginal an Kleinsparer sondern im größten Teil an Finanzoligarchien, die diese vom gesellschaftlichen Reichtum auspressen. Milliardäre deren Zinsansprüche von den Staaten (respektive der Steuerzahler) bedient werden.

Kommen wir zurück zur EU:
Immer mehr Volkswirtschaften in diesem Wirtschaftsverbund zerbrechen unter den Lasten, die Zinslasten des pervertiert anwachsenden Reichtums weniger noch zu stemmen. Als Kur wird die Austerität von kaum verschuldeten (?) Wirtschaftsstandorten wie Deutschland verschrieben, die die Bürger noch mehr auspressen, aber auch volkswirtschaftlich aufgrund einbrechender Binnennachfrage die Staatseinnahmen reduzieren.
Sozialleistungsabbau, Stellenabbau und Privatisierung um die Zinslasten bedienen zu können (das ist auch in Deutschland nicht anders). Besitz/Vermögen und der Anspruch der durch Zinsen gebotenen Vermehrung desselben sind der heilige und unantastbare Kral des Kapitalismus. Alles wird dem untergeordnet. Menschen in der EU hungern, oder zünden sich aus Verzweiflung an, weil ihnen die Lebensgrundlage genommen wird. Einzig und alleine aus dem Grunde, damit die Zinsen bedient werden können.

Regulierende Vermögens-, Kapitalertrags- und Erbschaftssteuern gelten als Teufelswerk.
Weder überbordender Reichtum noch existenzielle Armut werden ausreichend in den Medien thematisiert.

Stattdessen wird der Fokus auf die 'Märkte' gerichtet, und wie diese auf politische Entscheidungen reagieren. Falsche Wahlentscheidungen - weil sie die Märkte verunsichern. Demokratie soll bitte marktkonform sein.
Italien und Zypern. Deren Demokratie hat versagt, weil die Ergebnisse demokratischer Wahlen nicht marktkonform waren.

In einer Welt, in der nicht das Wohl der Menschen sondern das Wohl der Märkte politische Entscheidungen dominiert, sollte sich niemand wundern, wenn die Ergebnisse von demokratischen Wahlen systeminkompatibel sind.

Dann lieber konsequenterweise direkt die Demokratie abschaffen, das letzte obsolete Deckmäntelchen der Marktdiktatur.

Kommentare:

  1. In mir wirst Du keinen Experten finden!
    Ich versuche es trotzdem mal. In der Volkswirtschaftslehre wird man zu Thema Finanzmärkte wenig erhellendes finden. Kommt einfach nicht vor.

    Umso mehr vom Markt und sein ausgeprägtes Bewusstsein für ein Gleichgewicht, das sich herstellt, wenn sich alle Marktteilnehmer marktkonform verhalten. Marktkonform verhalten sich Marktteilnehmer, wenn der Markt im Gleichgewicht ist, Angebot und Nachfrage übereinstimmen.

    Dieses Gleichgewicht ist dann nicht im Gleichgewicht, wenn sich die Markteilnehmer falsch verhalten.

    Beispiel: Es gibt viel Arbeitslose, weil das Angebot die Nachfrage übertrifft. Angebot und Nachfrage können zum Ausgleich gebracht werden, wenn das Angebot zu einem marktgerechten Preis angeboten wird. Sinkt der Preis für die Ware Arbeitskraft, dann steigt auch die Nachfrage nach Arbeitskräften.
    Woran liegt es, dass Angebot und Nachfrage nicht zum Ausgleich kommen? An den Gewerkschaften, weil sie Löhne fordern, die nicht dem Marktgleichgewicht entsprechen.

    Also es sind in der VWL immer exogene Faktoren, die das Marktgleichgewicht stören.
    Das gilt auch für den Staat. Bedient er sich doch an dem erwirtschafteten Volkseinkommen über Steuern als Zwangsabgabe, und fördert damit noch das Ungleichgewicht, indem er Unsummen für Sozialleistungen ausgibt und damit verhindert, dass sich die Ware Arbeitskraft zu dem Preis verkauft, der dem Markt entsprechen würde.

    Insofern ist die VWL der Freispruch für die Marktwirtschaft.
    Für die VWL verträgt sich der Bedarf des Staates an finanziellen Mitteln nicht mehr mit den aus der Wirtschaft zu generierenden Profiten.

    Deshalb auch die Forderung nach Einstampfung aller nicht marktkonformen Leistungen.

    Die Banken sind davon ausgenommen, denn ohne sie würde auch die kreditfinanzierte Wirtschaft zusammnebrechen.





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    1. Schön zusammengefasst. Das Kosten auch Einnahmen sein können, kommt in der Standard VWL nicht vor. Darum versucht man im Süden Europas ja auch über Kürzungsprogramme zu sparen. Die gelebte VWL in Deutschland ist mehr eine Religion als eine Wissenschaft.

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    2. Ist das nun zynischen Satire oder Dein Ernst?

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    3. Ich empfehle mal hier Wealth of Nations von Adam Smith in die Runde. Ich habe den Nachdruck von 82' gelesen , es gibt aber auch recht gute Übersetzungen...
      Das was heuer als VWL verkauft wird ist gefärbter Lobbyismus ..und dient einzig dem " macht die Reichen reicher ".
      Ist alles schon bis zum abwinken inhaliert diskutiert analysiert wiedergekäut..

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    4. Vielleicht nach ergänzend ...eigentlich ist das was wir hier seit sPD Agenda 2010 als Durchmarsch der Einheitspartei NEOLIB erleben ein Aufguss 2.0 des Manchester-Kapitalismus .

      Auch das hatte ich schon zig ma......

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    5. "Ist das nun zynischen Satire oder Dein Ernst?"
      Das ist mein Ernst. In dem typischen Gleichgewichtskreuz der VWL ist die Nachfrage immer nur vom Preis abhängig.
      Am Arbeitsmarkt sinkt die Bereitschaft der Arbeitnehmer zu arbeiten mit sinkenden Löhnen. Bei den Arbeitgebern steigt die Bereitschaft im Gegenzug. Dort wo sich beide kreuzen ist das Gleichgewicht erreicht.

      In diesem einfachen Modell kommen die Erwartungen von Unternehmen nicht vor. Ein Unternehmen stellt Leute ein, wenn es erwartet mehr Produkt verkaufen zu können. Die Löhne beeinflussen diese Erwartungen, da sie die Nachfrage der Produkte darstellen.
      Des Weiteren kommt in dem Modell nicht vor, dass Unternehmen warten können und Arbeitnehmer nicht. Die freie Wahl ist in diesem Fall asymmetrisch. Auch muss ein Arbeitnehmer seinem Arbeitsplatz folgen, ein Unternehmen folgt aber nicht seinen Arbeitnehmern.

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  2. Ich habe vergessen mein Pseudo drunterzusetzen!
    Hiermit nachgeholt von Troptard.

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  3. Trotard:
    "Das gilt auch für den Staat. Bedient er sich doch an dem erwirtschafteten Volkseinkommen über Steuern als Zwangsabgabe, und fördert damit noch das Ungleichgewicht, indem er Unsummen für Sozialleistungen ausgibt und damit verhindert, dass sich die Ware Arbeitskraft zu dem Preis verkauft, der dem Markt entsprechen würde."

    Die Preisfindung des Marktes kann schon deshalb nicht stattfinden, weil der Arbeitskraftanbieter (im ALG 2-Bezug) seine Arbeitskraft anbieten muss!

    Wenn keiner für 6€/h Betten machen wolllte, würden diese dann in einem Hotel nicht mehr gemacht werden? Würde der Hotelier diese dann selbst machen, bzw. den Gästen sagen, dass sie diese selbst machen sollen?

    Der Arbeitsmarkt ist kein Markt, auf dem gleichberechtigte Marktteilnehmer aufeinandertreffen. Solange der sanktionierte Zwang zur Arbeitsaufnahme besteht, können auch die als allwissenden Marktgesetze nicht herangeführt werden.

    Wenn nicht Löhne gezahlt werden, die für die Bestreitung der Existenz ausreichen und durch Aufstockung des Staates überhaupt lebbar sind, solange gibt es auch keinen Gesellschaftsvertrag, der lebenswürdige Löhne sichert.

    Gerade die von Dir propagierten Marktgesetze werden besonders bezüglich der Arbeitskraft einseitig politisch beeinflusst.

    Und der Staat, wenn man diesen als ausgleichendes Moment der Reichtumsverteilung sehen will, hat die Aufgabe Ungleichgewichte zu korrigieren um den sozialen Frieden zu erhalten.

    Das Gegenteil findet momentan statt - und irgendwann wird der Wert des sozialen Friedens höher bewertet werden als dies heute der Fall ist.

    Die wenigsten der Begüterten wandern nach z.B. Somalia aus, weil dort die Steuersätze niedriger sind.

    Niemand der Vermögend ist, will letztendlich seine Luxuskarosse von drei privaten Security-Menschen (die dann auch wieder bezahlt werden müssen) bewachen lassen. An jeder Ecke von Hungernden angeschnorrt werden.

    Die wenigsten Vermögenden wollen hinter einem bewachten Zaun leben.

    Soziale Gerechtigkeit dient letztendlich nicht nur den Schwachen sondern auch den Starken.

    Der Markt ist nicht allwissend, auch wenn uns das ewig gestrige dauernd einhämmern wollen.

    Es braucht ein ausgleichendes, regulierendes Moment.

    Das werden auch irgendwann die begreifen müssen, die nur mittelbar davon profitieren...

    Solange die Vermögenden jedes Steuerschlupfloch suchen, den Staat niederringen wollen und Steuern als Teufelswerk betrachten, solange werden auch die Reichen nicht ihren Frieden finden.
    Soziale Spannungen, die immer weiter aufgehende Schere der Reichtumsverteilung, wird irgendwann in den Kollaps münden.
    Weder der Staat noch private Sicherheitskräfte werden dies dann aufhalten können.

    Die Strategie der Abgabenvermeidung ist sehr kurzfristig gedacht.
    Zwar marktkonform, im Sinne neoliberaler Doktrin, aber sicherlich nicht nachhaltig...

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    1. Ich hoffe nicht, das meine vereinfachenden Ausführungen für meine persönlich Meinung genommen werden.
      Heute haben wir es ja mit der neoklassischen VWL zu tun, die sich auf die Grenznutzentheorie stützt. Das Gleichgewichtsmodell wird aber beibehalten.

      Hier ein zwei Zitate, die aufzeigen sollen, dass es beim Arbeitsmarkt schon immer um das Interesse der Verwertberkeit, dessen rentablen Einsatz, und auch, um dieses Interesse zu sichern, um den Einfluss auf die sozialen Sicherungsleistungen.


      Georg Adler 1884 (Aus Neue soziale Praxis 1949)

      "Der Gedanke, dass Müssigang etwas schönes sei, soll nicht Boden gewinnen, und dehalb darf die Unterstützung nur das Existenzminimum gewähren; der Arbeiter, der bei voller Gesundheit(wenn auch unverschuldet) untätig ist, soll Entsagung üben."

      Herbert Grubel (Soziale Sicherung und Weltinflation, Tübingen 1974)
      Neoklassiker
      "... je grösser das Einkommen aus Arbeitslosenunterstützung relativ zum Arbeitseinkommen ist, um so grösser ist auch die Tendenz der Arbeiter Freizeit zu geniessen und höhere Anforderungen an die Arbeitsstelle betreffs Lohn, Betriebsklima und so weiter zustellen. Auf diese Weise geschieht es, dass eine Anzahl von Arbeitern angibt, sie sei auf Arbeitssuche, die ohne öffentliche Unterstützung Versicherung nicht ohne Stellung wäre."

      Weitere Zitate von Arbeitgeberverbänden und Bund der Steuerzahler erspare ich mir mal.

      Gruss Troptard

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  4. man muss sich den "reinen" markt wie eine gladiatoren-arena vorstellen: jeder gegen jeden. am ende überlebt nur der stärkste.
    in der klassischen theorie, werden leider viele menschliche abgründe ausgeblendet. hier gleichen sich angebot und nachfrage immer schön aus und die ressourcen werden auf wunderbare weise (die berühmte "unsichtbare hand") am effizientesten verteilt.
    das hat mit der realität so viel zu tun, wie Grimms märchen. (oder sogar noch weniger!)
    unberücksichtigt bleiben zb die ungleichen ausgangslagen der marktteilnehmer, ihre ungleiche machtverteilung, die tendenz zu kartellen (und sei es via konkludentem verhalten, wie im benzin-bereich)und (gebiets-)monopolen; die einflussnahme auf politische entscheidungen, die total ungleich verteilt sind; die unterschiedlichen möglichkeiten, kosten zu externalisieren usw. usw.

    eine vwl, die in ihren modellen nach wie vor tatsächliches menschliches verhalten nicht berücksichtigt, sondern stattdessen von einer rosa wunderwelt ausgeht, in der alle fair, gesetzestreu und unbestechlich sind, wird nie eine geeignete ratgeberin für die politik sein.
    und damit ist noch nichts darüber gesagt, in wie weit selbst in der idealen vwl-welt werte wie gerechtigkeit, nachhaltigkeit etc. umsetzbar sind.

    die politik sollte sich danach richten, wie menschen tatsächlich sind und daraus regeln ableiten, die am ende das wohl aller (auch künftig geborener und in anderen ländern lebender) menschen maximieren.

    in welchem schlaraffenland könnten wir mit unseren technologischen möglichkeiten leben, würden wir es nicht zulassen, dass gier, neid und hass den lauf der geschichte bestimmen.

    lg
    don

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    1. "die politik sollte sich danach richten, wie menschen tatsächlich sind"

      Warum herrschen Gier, Neid und Hass? Weil der Mensch so geboren wird?
      Menschen entwickeln diese Eigenschaften nur, weil es auf der Welt materielle Unterschiede gibt in Form von Privatbesitz und Geld und diese Dinge Statussymbole darstellen. Dass der Mensch ein Wesen ist, der nicht allein leben kann und die Anerkennung seiner Sippe braucht, ist wahrscheinlich unbestritten. Stellt euch mal vor, auf der Erde gäbe es kein Geld und keinen Privatbesitz und dadurch hat niemand Macht über andere. Wie würde das Leben dann hier aussehen?

      Jetzt ist Phantasie gefragt.



      "in welchem schlaraffenland könnten wir mit unseren technologischen möglichkeiten leben, würden wir es nicht zulassen, dass gier, neid und hass den lauf der geschichte bestimmen."

      Ein schöner Satz - meine volle Zustimmung.
      Ich habe diesen Traum, irgendwann wird er wahr werden oder die Welt wird gegen die Wand gefahren.

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    2. Don, wie schon gesagt die Leute haben kein Problem mit dem System, nur mit ihrem Platz darin !

      ...weil Hey, jeder kann Millionär werden 'BOoooaah' aber eben nicht jeder BUuuuuhhHH .... ┌∩┐(◕_◕)┌∩┐

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    3. nicht alle BUuuuuhhHH .... ┌∩┐(◕_◕)┌∩
      soll's heissen ;-)

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    4. "man muss sich den "reinen" markt wie eine gladiatoren-arena vorstellen: jeder gegen jeden. am ende überlebt nur der stärkste."

      Eine Ergänzung muss ich machen. Zwar sind alle in der Arena und der Stärkste gewinnt. Aber einige sitzen in einem Panzer, während die Masse, nackt mit den Händen kämpft. Der reine Markt verbietet den Vorteil der Masse und erlaubt den Vorteil der Macht.
      So lässt es sich auf den Punkt bringen. Menschen die sich in Form von Staaten oder Gewerkschaften organisieren sind etwas schlechtes. Reiche die willkürlich Menschen ausbeuten handeln marktkonform.

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  5. Don ... Ich vergleich's gerne mit Monopoly, im Moment spielen alle über das Ziel hinaus, denn alle bis auf den gewinnenden Mitspieler verschulden sich bei der "Bank" um das Geld dem zu geben bei dem sich die Bank das Geld leiht.. es gibt für den "Gewinner" nur noch uneinbringliche Schuldtitel zu "gewinnen". Und da der Gewinner nicht nur seine Pacht haben will sondern auch das an die Bank verliehene Geld wenn's geht mit "Traumrenditen" können alle anderen "sparen" wo sie wollen .."Rien ne va plus"

    Es macht keinen Sinn mehr aber man lässt krampfhaft weiter spielen ...

    Und ja Dude du hast recht so etwas wie einen "freien Arbeitsmarkt " gab es nie, es ist und war immer nur ein sprachlich reingewaschener Sklavenmarkt.Der Habenichts hat weder etwas über seinem eigenen Bedarf zu verkaufen noch kann er den Preis seiner Ware auf gleicher Augenhöhe bestimmen. Was soll das für eine Freiheit sein wenn du die "Wahl" hast, von der biologischen Grundversorgung abgekoppelt zu verrecken oder für ein einseitig zum Wohle des Produktionsmittelbesitzers festgelegten Entgelt zu knechten...

    Es ist Zeit das Brett zusammen zu klappen ... aber auch all das habe ich in den letzten 10 Jahren schon zigfach geschrieben. Es ödet an denn es wäre längstens Zeit zum handeln aber selbst die Verlierer wollen lieber weiter spielen weil ja JEDER gewinnen kann .. *ab-wink* Schönen Sonntag noch.. bei -8 Grad hier

    * PS: das Monopoly hinkt natürlich in saweit das beim Spielbeginn wirklich alle die gleichen Chancen haben was im Real-Existierenden nicht der Fall ist, da steigen ein Parr schon mit den besten Strassen samt Hotel drauf + Barvermögen ein !!

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    1. @Lazarus 09
      "Es ödet an denn es wäre längstens Zeit zum handeln aber selbst die Verlierer wollen lieber weiter spielen weil ja JEDER gewinnen kann"

      Woher nimmst du dieses Wissen?

      Ich kenne viele Verlierer dieses Systems, die auf die Straße gehen würden, wenn sie darin einen Sinn sehen würden. Das Problem ist, diese Unzufriedenen zu vereinen und ihre Wut zu bündeln. Das schaffen sie nicht, weil sie keine Kraft haben, nicht wissen wie es geht und "Teile und herrsche" funktioniert. Sie erleben täglich, dass die arbeitende Bevölkerung eher nicht mit ihnen solidarisch ist. Jeder einzelne Hartz IV-Empfänger fühlt sich allein und selbst in der Familie oft ausgegrenzt. Dass hier gerade die Medien ganze Arbeit geleistet haben, erkennen nur die wenigsten.
      Es braucht Leute, die hier mit dem nötigen Sachverstand organisieren und nicht solche, die ständig mit den Fingern auf sie zeigen.

      Deinen Vorwurf kannst du auch getrost gegen dich selbst richten.

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    2. Deinen Vorwurf kannst du auch getrost gegen dich selbst richten.

      Ruby , ich persönlich mache mit Leuten so einiges im analogen Leben was aber nur in kleineren Verbänden funktioniert ..weil... wie schon gesagt ..blabla . -- Endlosschleife --

      Die Mehrzahl der Leute unterhalb der Oberen 10% .. wollen nicht aus welchen Gründen auch immer ,und sicher spielt da divide et impera unter Mithilfe der betäubenden Systempresse der Profiteure eine Rolle, keine Frage, aber unter dem Strich ist einmal Sehen mehr als zehn mal Hören, und inzwischen sollte jeder sehen können. Und wenn ich sehe das eine Online Abstimmung über „Jogi“ Löw 's Strategie beim XY-Spiel mehr Aufrufe und Feedback bekommt als eine Online Bittschrift * greife ich mir ans Hirn ...

      * Ja wie schon geschrieben Petitionen sind für'n Arsch weil's der Name schon sagt, da fordert nicht der Souverän sondern ..blabla ..wenigstens ein Zeichen ..blabla aber nicht mal dazu reicht's .. Da gibt es nichts schön zu reden !!1!

      Organisieren kannst'e auch was du willst Gauckel --> Occupy London --> Anti terror laws ... der Club (wir ) hat sogar Anwälte angeschleppt die vor Ort Rechtsberatung gegeben haben ( was darf die Polizei, welche Angaben dürfen sie verlangen, was braucht ihr nicht zu sagen , dürfen die euch einkesseln , dürfen die euch wegdrängen etc )
      Solange das Regime entscheidet was legal ist und was nicht hast du keine Chance, jeder Protest der Veränderungen bewirken könnte wird kriminalisiert ... Man räumte unter den scharfen Anti Terror -Gesetzen..wer nicht geht ist TERRORIST and will face legal action !!1!

      Soviel aus der Realen Analogen Welt wo WIRKLICH was getan wird außer fettem Abgedröhne im Internet wie es in so manchen Blogs leider zu finden ist ... UND JA, ALLES WAS HELFEN SOLL WIRD ILLEGAL SEIN !

      cheers

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    3. @ Lazarus09

      "aber unter dem Strich ist einmal Sehen mehr als zehn mal Hören, und inzwischen sollte jeder sehen können. Und wenn ich sehe das eine Online Abstimmung über „Jogi“ Löw 's Strategie beim XY-Spiel mehr Aufrufe und Feedback bekommt als eine Online Bittschrift * greife ich mir ans Hirn ... "


      Die Verlierer des Systems sehen schon ihre beschissenen Lage und jeder versucht sich irgendwie dem System zu entziehen und sei es nur mit Arbeitsverweigerung.

      Was sollten oder können sie denn deiner Meinung nach tuen, um sich zu befreien?

      Komme mir jetzt aber bitte nicht mit Petitionen, deren Sinnlosigkeit du ja selbst beschrieben hast.

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    4. Die Verlierer des Systems sehen schon ihre beschissenen Lage und jeder versucht sich irgendwie dem System zu entziehen und sei es nur mit Arbeitsverweigerung.

      Ruby .. wie schon beim Karl mal gesagt, sowie sich für einen der"Verlierer des Systems" durch Erbschaft ,Lottogewinn oder unerwartete Anstellung mit passablem Einkommen die Situation ändert, ändert sich auch dem seine Wahrnehmung und er fängt an das Hohe Lied auf die Leistung zu singen .. nur ganz wenige bleiben am Boden.

      Ändern muss sich etwas in der Gesellschaft was bei jedem einzelnen anfängt ..auch hatten wir erst unlängst hier ... guxu unter -> sind die Menschen schlecht .

      Wir diskutieren im Kreis....

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  6. @ Lazarus:

    "Monopoly" trifft es sehr gut. auch weil der name so schön naiv auf das hinweist, worum es auch in der realwirtschaft geht:
    versuche so schnell wie möglich zumindest in teilmärkten ein monopol (alternativ ein oligopol mit guten freunden) zu errichten, gehe dabei über leichen, vergesse jegliche ethik und bewege dich immer im rechtlichen graubereich, hart an der grenze der (beweisbaren) legalität.
    sodann, nutze deine profite, um deine alleinstellung weiter zu festigen und verbünde dich mit den wenigen ebenbürtigen, auf dass ihr euch nicht gegenseitig weht tut, sondern euren jeweiligen profit maximiert.
    gebrauche das märchen von der chancengleichheit und der demokratie, um dein handeln vor dir selbst und den anderen jederzeit rechtfertigen zu können und verdamme das recht des stärkeren erst in dem moment, in dem du einem hungrigen mob mit knüppeln in den händen gegenüber stehst. dann schreie nach dem staat, verurteile "gewalt in jeglicher form" und empöre dich über "radikale und islamisten" die dem fortschritt im wege stünden.

    das sind die regeln unseres weltweiten Monopoly.

    Und, ja, Lazarus, du hast völlig recht: selbst die, die schon hundert mal verloren haben, wollen immer noch nach den selben regeln weiterspielen, weil sie unfähig sind, einzusehen, dass die ohnehin kleine wahrscheinichkeit, einmal selber zu den siegern zu gehören, bei jeder runde nochmal etwas winziger wird.

    lg
    don

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    1. Don ..ich denke wir sind in weiten Teilen auf der selben Welle .*


      * du drückst es allerdings besser aus, als der bessere Schreiber ...Chapeau ;-)

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  7. danke für die blumen, aber

    glaub mir, ich wäre oft lieber - wie du - ein mann der tat, als ein mann des wortes. wörter sind nämlich keineswegs immer schärfer als schwerter...

    lg
    don

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    1. Wenn jeder das macht, was er in seinem Umfeld kann, um den Reichen und dem Establishment in die Suppe zu spucken sollte sich etwas ändern. Aber wie auch du schon festgestellt hast , die Mehrheit lebt nach Schema F weiter und versucht sich im rasant wachsenden und vermeintlich kalkulierbaren Elend einzurichten ..oder anders rum .. "wir" sind zu wenig, da lässt sich nichts beschönigen.

      Jeder hier denke ich kennt das, wenn er zu irgendwelchen Aktionen aufruft die auch nur einen Hauch von Mühe machen ,sieht er wie sich die ersten unter fadenscheinigen Ausreden verdrücken ....

      Schiller lässt in der Bürgschaft sagen :
      "Das Land vom Tyrannen befreien...das sollst du am Kreuze bereuen" ... *abwink*

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  8. „Volkswirtschaftslehre, oder überhaupt dieser ganze Finanzmarktkram, ist nicht die Sache vom Duderich. ... und jeder der sich besser auskennt, sei hiermit eingeladen mich zu korrigieren.“
    Das ist erst einmal eine ehrliches Bekenntnis. Wir wissen aber inzwischen, dass im vorherrschenden Gesellschaftssystem der Ehrliche der Dumme ist.
    Wirtschaftsscharlatane lassen jährlich sich ohne Scham mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften auszeichnen, ohne dass sich durch ihre Theorien etwas zum Guten gewandelt hätte.
    Dass mehr als 70% der Nobelpreisträger aus dem Hort der Neoliberalen* kommt, ist dann doch nur konsequent.
    Es ist aber unbekannt, welche bewusstseinverändernde Drogen das Komitee vor seiner Entscheidung nimmt.
    * Es gibt unter den Preisträgern sicher auch Ausnahmen, die nicht zu dem Kreis zu zählen sind.

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    1. das schlimme daran ist, dass die neolibs die unis v.a. die angelsächsischen, aber auch unsere geradezu gekapert haben.
      will sagen: wenn sämtliche professoren neoliberal denken und lehren, kritische studenten keine chance haben und lehrstühle weitestgehend von konzernen finanziert werden, wie werden dann die profs der nächsten generation wohl denken?

      die nazis nannten das prinzip "gleichschaltung" !?

      lg
      don

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    2. @ don

      „... aber auch unsere ...“!
      Dieser Windbeutel (Rheumadeckenverkaufer) wurde an der Uni bereits mehrfach von den Professoren bejubelt. :-(

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  9. Ein paar interessante Gedanken eines bekannten Konservativen zum Thema: „Womit wir möglicherweise wieder bei Frau Wagenknecht wären...!“

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