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Freitag, 8. März 2013

Wir linken Systembewahrer

Abteilung: Ehrenamtliches Engagement linker Kräfte zum Systemerhalt
Eine Streitschrift

Mal angenommen, unsere Regierung, und die ganze restliche Bagage, die sich parlamentarische und außerparlamentarische Opposition nennt (die LINKE sei hier in Teilen, mal teilweise ausgenommen) könnte sich wünschen, wie sich oppositionelle, progressive, reformistische (im wahren Sinne des Wortes) Kräfte in ihrem Sinne aufführen sollten.

Was würde sie sich wohl wünschen?

  • Dass die viel zu wenigen, sich gegenseitig verbal und argumentativ die Köppe einschlagen?
  • Dass diese ihren Fokus untereinander auf das Trennende richten, statt auf das Verbindende?
  • Dass diese auf die Masse, die es gilt zu sensibilisieren und zu überzeugen, den (nicht unberechtigten) Eindruck hinterlassen, dass mit dem zerstrittenen Haufen eh 'kein Staat' zu machen ist?
  • Dass diese, die Alle bestehende Zustände überwinden wollen, ihre Kräfte vergeuden, als Einzelkämpfer Demarkationslinien zu ziehen?
  • Dass jeder von ihnen glaubt, dass sie im Besitz des Grals der Erkenntnis sind, keinen Jota kompromissbereit, und schon bspw. die Frage, ob man als wahrer Linker Fleisch essen darf, unüberwindbare Gräben in's reformistische Lager fräst?
  • Dass die Aggressionen sich ausschließlich innerhalb dieses Lagers entladen, statt sich gegen die zu bündeln, die uns Tag für Tag verarschen, die Armut und Hunger immer unverfrorener etablieren, um Reichtum bei wenigen zu erhalten und auszubauen?
Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. All diese Wünsche erfüllen wir - ehrenamtlich selbstverständlich.

Wir könnten nicht besser funktionieren, im Sinne derer, die diesen ganzen menschenverachtenden Schwachsinn aufrecht erhalten, ja ausbauen wollen.
Wir lassen uns als Weltverbesserer beschimpfen, weil wir die Welt verbessern wollen. Wir lassen uns das als Makel verkaufen.
Wir klagen lieber darüber, dass wir rechtlos sind, anstatt bestehende(!) Rechte wahrzunehmen oder einzufordern.
Wir lassen uns als naiv beschimpfen, weil wir nicht an ewiges Wachstum, an eine marktkonforme Demokratie, an das Wohl unregulierter Märkte glauben.

Es gäbe genug Gründe und genug Ziele sich deshalb zu solidarisieren.
Es gäbe genügend Gründe den Feind ausserhalb(!) unserer Gemeinschaft (sic) auszumachen und zu bekämpfen.
Wir aber streiten uns darüber, ob man wählen sollte, oder nicht. Ob man demonstrieren sollte, oder nicht.
Dies oder Jenes. Nichts könnte zu blöde oder zu nichtig sein, um uns deshalb zu entzweien und aufzuspalten.

Wir beschimpfen uns als Faschisten, Sexisten, Antisemiten, Marxisten, Kommunisten, Trotzkisten, Stalinisten,....

Jeder für sich, ist der wirklich wahre Linke, weil er ne Jute-Tasche benutzt und nicht bei Amazon kauft (beliebig austauschbar). Anderen sprechen wir das 'wahre Links-sein' ab, sind Richter und gleichsam verbale Henker. 

Einen tollen Haufen geben wir ab - nicht wahr?
Die da oben brauchen nicht mal mehr zu teilen und zu herrschen. Das Teilen übernehmen wir narzisstisch selbst und lassen uns so willfährig beherrschen.

Die Systemprofiteure hingegen stehen Seit' an Seit'!
Sie verbindet das Bewusstsein über uns zu stehen und uns ausbeuten zu dürfen, um ihren Reichtum zu mehren. Sie verbindet die Erkenntnis, dass wir so blöde sind, dieses Spiel mitzuspielen. Ihre Regeln anzuerkennen und befolgen.
Ihr Reichtum auf Kosten unserer Armut ist ihr naturgegebenes Recht, die Ausbeutung der dummen Masse ein unanfechtbares Privileg. Besitzverhältnisse alternativlos. 
Es besteht ein breiter Konsens da oben. Die haben ein gemeinsames Ziel und sie haben es nicht nötig, sich gegenseitig zu zerfleischen. Sie alle leben ziemlich gut in diesen System der Verteilung von unten nach oben.

Die Ausgebeuteten (selbst wenn sie ihren Status erkennen) zerfleischen sich derweilen selbst und spielen somit den bestehenden Verhältnissen in die Hände.

Armselige Freak-Show und absurdes Theater, welches wir sog. Linken performen!

So wird das nix mit dem Erstreiten einer besseren, gerechteren Welt...
Nicht mal im Ansatz! 




Kommentare:

  1. "So wird das nix mit dem Erstreiten einer besseren, gerechteren Welt...
    Nicht mal im Ansatz! "

    vielleicht hat es ja damit zu tun, dass es uns nicht an "linken" oder "rechten" mangelt, sondern an menschen?

    und zwar an menschen im sinne des schönen deutschen wortes menschlich?

    seien wir ehrlich: den meisten "linken" geht es weniger um gerechtigkeit, schon gar nicht im globalen maßstab, als um ihren persönlichen platz im system. sie empfinden nicht das system als ungerecht, sondern ihren platz darin.
    die beispiele innerhalb linker parteien, der gewerkschaften und anderer organisationen sind endlos. man braucht sie, glaube ich, nicht mehr anzuführen.
    kaum einer schafft es, narzissmus, egoismus und selbstgerechtigkeit dauerhaft zu überwinden, auch wenn er erstmal in den dunstkreis der macht gelangt ist.
    Hugo Chavez ist da vielleicht nur das letzte glied in einer langen, langen kette.

    auf der "rechten" passt egomanie einfach besser ins weltbild. auf der "linken" liefert das "wasser predigen und wein trinken" mehr angriffsfläche - eben auch für die eigenen genossen.

    und so komme ich wieder zu meinem mantra von der notwendigen "echten" veränderung der menschen. nur wer gerechtigkeit im herzen trägt, egal ob er mächtig, reich, ohnmächtig oder arm ist, wird glaubwürdig und dauerhaft das vertreten können, was wir unter "linker" politik verstehen.

    und nur so jemandem kann es gelingen, die menschen hinter sich zu vereinen und kleinliche streitereien bzgl. des richtigen weges, zugunsten des gemeinsam angstrebten ziels zu verhindern.

    lg
    don

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    1. Mein lieber Don!

      Eine 'echte Veränderung der Menschen' wäre schön, ja. Ich fürchte nur, dass der Mensch immer auch ein Produkt seiner Umwelt und des sozialen Systems ist. In einem 'besseren System' gäbe es auch 'bessere Menschen' und mit 'besseren Menschen' auch ein 'besseres System. Nur, wie kommen wir dahin?
      Die 100.000 $-Frage! Ach, da sind wir wieder beim Geld...

      LG
      Dude

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  2. Volle Zustimmung, lieber Duderich

    Diesen Post solltest du auf alle linken Blogs als Kommentar kopieren. Vielleicht bringst du damit einige zum Nachdenken. Einen Versuch wäre es wert.

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    1. Danke für Deine Rückmeldung, aber man sollte das Pferd nicht zur Tränke tragen...
      :-)

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    2. Im Normalfall sollte das Pferd laufen aber wenn der Weg zur Tränke zu schwierig, würde ich es doch hintragen, ehe es verdurstet ;-)

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  3. habe die diskussion bei Herrn Karl mal kurz überflogen:
    ja, hier werden die dilemmata der "linken" beinahe alle sichtbar:

    utopie vs. desillusionierung
    gewaltsame revolution vs. pazifismus
    freiheit vs. soziale gerechtigkeit
    kleine schritte vs. großer sprung
    geld vs. kein geld
    eigentum vs. sozialisierung

    usw. usw.

    unser größter nachteil im "kampf" gegen rechts sind unsere permanenten skrupel und selbstzweifel. beides ist zwar zeichen von reflektiertheit, aber eben auch großer nachteil im ringen mit einer skrupellosen, gewaltbereiten, neoliberalen macht-clique, die all diese gedanken locker als "gedöns" zur seite schiebt.

    allein bei dem gerede von "geschichtlich überholt" im bezug auf linken (auch gewaltsamen) klassenkampf, würgt es mich im halse. das ist nichts als ein großer erfolg der mainstream-meinungsmache:

    linke strategien sind "geschichtlich überholt", aber die verelendung von millionen menschen durch das weltweite comeback rücksichtslosesten manchaster-kapitalismus, ja, das ist "die globalisierte, moderne welt, aus der es kein entkommen gibt".


    sch... ist das. und zwar gequirrlte.

    was wir brauchen ist zweierlei: ein umdenken beim einzelnen weg vom egoismus hin zum neuen (dank an Lazarus!) star-treck-menschen. und dazu (auch wenn viele "linke" das nicht hören wollen: ein weiteres dilemma!) das charisma von führern ala Lenin, Luxemburg, Guevara etc., die dieses umdenken vorleben und massenwirksam (also letztlich: unintellektuell) verbreiten können.

    ob dann gewalt nötig sein wird, oder nicht, werden die umstände zeigen. ich befürchte, ganz ohne wird es nicht abgehen.

    lg
    don

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    1. "das würde ich so unterschreiben .... "

      Ich kann so gut wie alles von Don unterschreiben. Dies selbstverständlich auch. Die Diskussion bei Herrn Karl ist aber wenigstens schönes Anschauungsmaterial zum Inhalt dieses Beitrags und dem Text 'Weltrevolution in der Szenekneipe'...

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    2. << ein weiteres dilemma!) das charisma von führern ala Lenin, Luxemburg, Guevara etc., die dieses umdenken vorleben und massenwirksam (also letztlich: unintellektuell) verbreiten können. <<

      Wie wärs denn statt mit Führern mit Vorbildern?
      Die können massenwirksam sein, ohne den bei Führern konsequent folgenden, autoritären Kack-Scheiß.
      Desweiteren: M.E. notwendiger Grundkonsens im Ziel:
      Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit als Herrschaftsfreiheit und klassenlose Gesellschaft; d.h. Anarchie im weitesten Sinn, was kommunikativ eine deutliches nein! zu den gescheiterten, autoritären Ostblock-Sozialismen sein muss.
      Das Verhältnis zu Staat, Kapital, Eigentum etc. ergibt sich daraus.
      Keine Schweintröge, die irgendwelche Karrieristen, Bonzen und schlimmeres anziehen können; kein Privilegientum für sich zukünftig konstituierende "linken" Eliten.

      Dann kanns vielleicht was werden...

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    3. @Anonym:
      Bitte um Nickname; der Wiedererkennung halber.

      Ich sehe das wie Du. Aber nicht ganz.
      Wir brauchen keine Führer (der Begriff ist eh unsagbar negativ aufgeladen. Aber, ich gehe noch weiter: Wir brauchen keine Vorbilder. Wir brauchen ein neues Bewußtsein - und da bin ich, so glaube ich wieder bei Don, obwohl ich ihm oberflächlich widerspreche.

      Wir brauchen ein kollektives Bewußtsein, dass wir was ändern müssen und auch, dass wir das bewegen können.

      Keine Ikone, kein Idol, kein Leitbild - nichts personifiziertes.
      Wir brauchen eine Idee, ein Ideal, welches sich in unseren Köpfen etabliert.

      Keine Ideologie, keine vorgegebene, sondern selbst gewonnene Erkenntnis.
      Nichts, was konsumiert, oder übernommen wird, sondern was gemeinschaftlich gelebt wird - aus Überzeugung!

      Zugegeben, ziemlich abstrakt und weit entfernt, von momentan erlebter Realität.
      Vielleicht braucht es dazu der konkreten Wahrnehmung einer sich anbahnenden Apokalypse. Vielleicht sind wir dann endlich soweit, wenn sich der letzte Scheideweg auftut.
      Wir haben nicht mehr viel Zeit, um das Ruder rumzureißen.
      Unser Planet als Öko-System kann dem Raubbau, den die Menschheit ihm antut, nicht viel länger kompensieren. Vieles ist jetzt schon irreversibel. Wir machen weiter, in der Hoffnung, dass die Schäden, die wir diesem Öko-System antun, nicht in unserer Lebensspanne uns unsere Lebensgrundlage entzieht.
      Aber es wird nicht mehr lange dauern, bis die Notwendigkeit eines Wandels, die pure menschlichen Existenz erhalten kann.
      Je früher wir eine Exit-Strategie entwickeln, um so besser für die nachfolgenden Generationen.
      Entweder wir finden diese früh genug, oder wir entziehen uns unserer Lebensgrundlage.
      Unsere momentane Ökonomie zerstört sukzessive die Grundlage der menschlichen Existenz.
      Wenn dies mehrheitlich erkannt wird, wenn dies so offensichtlich wird, dass es nicht mehr abgeleugnet werden kann, dann brauchen wir weder einen charismatischen Führer, noch Vorbilder.

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    4. @Duderich

      Ich gebe dir völlig Recht. Es ist kurz vor 12.

      Aber in einem Punkt kann ich dir nicht zustimmen. Wenn die Menschheit wartet, bis in den Köpfen der meisten Menschen ein Umdenken stattfindet, um das Ruder rumzureißen, werden wir es nicht schaffen.

      Ich kenne so viele Leute, die fühlen, dass hier in der Realität die gesellschaftliche Entwicklung der Katastrophe zusteuert und gleichzeitig absolute Hilflosigkeit. Sie suchen krampfhaft einen Strohhalm, an den sie sich klammern können, finden aber keinen. Ich habe das Gefühl, in einem starken Führer würden sie ihre Rettung finden.

      Nur, wer wird sie führen?
      Ein 2. Hitler? Ich denke, diese Möglichkeit sollten wir nicht ausschließen.

      Wir brauchen charismatische, überzeugende, kluge, informierte, sensible Köpfe, die die Menschen in die richtige Richtung lenken und sich, wenn sich die neue Gesellschaft etabliert und gefestigt hat, langsam wieder zurückziehen.

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    5. Dude, ich denke schon das wir wenigsten in soweit einig sind, das ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden muss . Solange jeder nur dem Mammon nachläuft "Millonär" werden und nach "Oben" und es "Schaffen" will wird's nichts .. Die Leute haben die falschen Ideale..

      Und Führer braucht da echt kein Mensch.

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    6. @Don

      allein bei dem gerede von "geschichtlich überholt" im bezug auf linken (auch gewaltsamen) klassenkampf, würgt es mich im halse. das ist nichts als ein großer erfolg der mainstream-meinungsmache

      wie du sagst, geschichtlich überholt ist nicht der Gedanke sondern die Strategie, gerade an der hängen aber noch viele...

      "den Arbeiter" im Sinne von Marx gibt es nicht mehr, im Bezug auf Zugang zum Gymnasium etc macht es heute auch keinen Unterschied mehr ob ArbeiterKIND oder nicht...
      jedenfalls solange keine Studiengebüren eingeführt werden.
      Arbeiterkinder, Migranten, Frauen... tatsächlich kann es jeder schaffen... aber eben nicht ALLE - 99% bleiben zwangsläufig auf der Strecke - und DAS ist das Problem.

      Stimmt, "geschichtlich überholt" ist genauso eine Mainstream-Indoktrinierung, wie der "Historische Beweis" vom Scheitern des Sozialismus (wobei der "real existierende" & trotzdem demokratische in südamerik. Ländern gern außer acht gelassen wird)...

      andererseits bedienen sich viele Linke immer noch wirklich überholter Agitation, womit sie sich MMN den Zugang zu vielen Menschen verbauen (die sonst eigtl genau die gleichen Interessen haben)...

      Dazu kommen dann diese hoch-philosophischen Diskussionen, wo ständig große Namen & Zitate von Adorno bis Nietzsche fallen... gerade die Leute, ohne deren Beteiligung es zwangsläufig nicht geht - eben die Verlierer dieses Systems - haben diese Namen bestenfalls mal gehört... die werden damit eher abgestossen als erreicht.
      Nirgendwo passt der Spruch mit den "Elfenbeintürmen" besser als auf solche Dikussionen (wo es meinem Eindruck nach oft eh nicht um Meinungsaustausch, sondern um's "gewinnen" geht).

      Feynsinn hatte mit seinen Texten da eigtl mal einen ganz guten Ansatz, in den Diskussionen ist es meistens aber genau andersrum, die mir meistens auch eine Spur zu utopisch sind

      vielleicht hat es ja damit zu tun, dass es uns nicht an "linken" oder "rechten" mangelt, sondern an menschen?

      kann ich auch voll unterschreiben... ein großes Problem sind da die Medien, die - wenn auch unbewußt - unglaublichen Einfluß auf die Menschen haben.
      Solang man auf die (Medien) keinen Einfluß hat, ist das Einzige was man da machen kann, selbst mit gutem Beispiel vorangehn...
      wenn sich das aber alle [Linken/an Veränderung interessierten] wirklich zu Herzen nehmen würden, wäre allein damit schon viel erreicht

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    7. @ Garfield 16:48
      "ein großes Problem sind da die Medien, die - wenn auch unbewußt - unglaublichen Einfluß auf die Menschen haben.“
      Das bei Liz Mohn und Friede Springer im Hexentanz mit der INSM!
      Habe irgendwo von Dir schon profundere Medienanalysen gelesen? :-(

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    8. ich meine hier nicht spezielle Sendungen oder Verlage... die Medien überhaupt sind das Abbild einer kaputten Welt, die sie so wieder verstärken.

      Dazu gehören auch 75% aller Filme und Gangster-Rapper, die noch nie im Knast waren aber irgendwelche Stories erzählen...
      Auch das Internet würd ich da nicht ausnehmen.
      Jeder Jugendliche kann sich mittlerweile echte Kriegs-Videos ansehn, wo man Leute mit halb-weggeschossenen Kopf und Gehrinmasse sieht, die Kamera zoomt noch drauf (sich als >18 bei YouTube anzumelden, ist ja nicht so ein Problem)...

      hört sich vllt spießig an & vllt werd ich einfach nur alt, aber mittlerweile denk ich auch Ballerspiele haben ihren Anteil an Verrohung & Waffenfetischismus, nicht umsonst werden solche Spiele ja von der Armee benutzt um die Hemmschwelle vorm Abdrücken zu senken (muß jetzt weg, ne bessere Quelle hab ich auf die Schnelle nicht gefunden).

      Wenn auch nur unbewußt - du kannst mir doch nicht erzählen daß sowas keinen Einfluß hinterläßt?

      Profunde Medienkritik? Wenn ich jetzt Namen nennen sollte, würd ich morgen noch hier sitzen... daß die Medien nur Scheiße produzieren ist halt ein Selbstläufer, teils weil Profit-orientiert, teils weil Sensationen schon an sich mehr ansprechen...

      Da nehmen sich allerdings weder Friede Springer noch irgendwelche "alternativen" Verlage groß was.

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    9. edit: das mit den Medien war ja auch nicht umsonst unter "Politik", sondern das Kapitel "wir brachen Menschen ... im Sinne von menschlich" gesetzt

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    10. zu meiner Quelle oben -
      war zugegeben nicht die beste, war aber wie gesagt in Eile...

      ändert aber nichts daran daß Grossmann ein viel zitierter Wissenschaftler ist, dessen Aussagen sich u.A. auch im "Standard" finden:

      Wie hoch diese Hemmschwelle ist, zeigte sich nach einer amerikanischen Studie im Zweiten Weltkrieg: Nur 15 Prozent der Soldaten schossen demnach tatsächlich gezielt auf ihre Feinde. Die Mehrheit habe lieber absichtlich daneben gezielt. Schon im Vietnam-Krieg war dann laut Grossman durch Training zu reflexartigem Schießen die Rate der gezielten Schüsse auf 90 Prozent gestiegen. Heute üben Soldaten und Polizisten mit Computersimulationen, die dann in kaum abgewandelter Form auf den Spielemarkt kommen - und Kinder zum Töten konditionierten, wie Grossmann überzeugt ist.

      ich hab einen Artikel gelesen, wo die oben genannte Studie durch Befragung von Veteranen & die daraufhin geänderten Ausbildungsmethoden noch genauer beschrieben werden, find ich aber leider nicht mehr...

      wie gesagt gings mir um die Medien überhaupt, und deren Auswirkung auf die Menschen, oder vllt besser gesagt die Kultur.

      Die Kampagnen & subtile Propaganda von Springer & Co sind wieder ein ganz anderes Thema.

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    11. @ Garfield 09:05
      Dann wäre ja diese Unschärfe geklärt. Als „Preuße“ habe ich es immer ein wenig genauer. ;-)
      Vor ein paar Monaten verstieg sich beim „Oeffinger Freidenker“ der wohl nicht unbekannte Tobias Fuentes dazu zu behaupten, die Medien seinen „Linkslastig“.
      Da bin ich immer etwas allergisch.

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    12. ja, und Gysi hat die Kommunisten salonfähig gemacht

      es muß ein Paralleluniversum geben... im selben Deutschland wie ich leben solche Leute jedenfalls nicht

      wie auch immer, muß mich nochmal ne Std aufs Ohr hauen, kaum geschlafen heut nacht

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    13. ja, und Gysi hat die Kommunisten salonfähig gemacht

      ...auf jeden Fall hat die CDU als Folge der Zentrumspartei die Altnazis nach dem Krieg wieder salonfähig gemacht ..

      Hans Globke war Staatssekretär unter Adenauer. Während der NS-Zeit hat er als Jurist an den Nürnberger Rassengesetzen mitgewirkt.

      Hans Speidel wirkte am Aufbau der Bundeswehr und an der Eingliederung in die NATO mit.

      General Gerhard Graf von Schwerin war unter Adenauer Berater für Sicherheitsfragen.

      Kurt Georg Kiesinger war Bundeskanzler. Er war vorher im Aussenministerium unter Ribbentrop für die Verbindung zu Goebbels zuständig.

      Hanns Martin Schleyer war Arbeitgeberpräsident, in der Nazizeit hatte er Funktionen bei Studentenverbindungen, er ist durch üblen Rassismus aufgefallen, bewohnte eine Villa, die Juden gehört hat, welche im Konzentrationslager ermordet wurden. Weil er noch jung war, wurde er von den Amerikanern als minderbelastet eingestuft. Damit gab er sich nicht zufrieden, bis man ihn als Mitläufer einstufte.

      Reinhard Gehlen war erster Chef des Bundesnachrichtendienstes. Er missbrauchte seinen Einfluss in der Bundesrepublik Deutschland, um gesuchten Nazis zur Flucht zu verhelfen.

      Hans Filbinger war Ministerpräsident von Baden-Württemberg, obwohl er als Marinerichter an Todesurteilen beteiligt gewesen war. Erst der Schriftsteller Rolf Hochhuth hat dies in den Achtziger Jahren der Öffentlichkeit bewusst gemacht.

      Aber das war ja auch was anders ;-)

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  4. Don M. Tingly

    Gut zusammengefasst und im Grossen und Ganzen auch meine Sicht der Dinge, das würde ich so unterschreiben ....

    cheers

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  5. "Gut zusammengefasst und im Grossen und Ganzen auch meine Sicht der Dinge, das würde ich so unterschreiben .... "

    Ich unterschreibs gleich ohne Konjunktiv.
    Danke an Dude und die Beitragenden!

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  6. Linke gegen Rechte, Rechte gegen Linke, eine wahrlich geniale Strategie. Damit kann man wunderbar spalten und keiner merkt, dass sie - ob rechts oder links - alle den selben Feind haben, der sie gekonnt gegeneinander ausspielt und sie daran hindert sich einmal zusammen an einen Tisch zu setzen und mit einander zu reden und jeder dem Anderen auch zuhört, mit dem gebotenen Respekt voreinander.

    Rechts und Links gibt es nicht. Dies sind Ideologien die das System braucht um zu bestehen. Es sind auf jeder Seite MENSCHEN mit unterschiedlichen Anschauungen und Wissensstand mal mehr und mal weniger manipuliert.

    Eine friedlichere Welt ist nicht machbar wenn man gegeneinander kämpft. Das schafft man nur gemeinsam, ob es einem gefällt oder nicht. Wenn die die sich links einordnen sich mit denen die sich rechts einordnen zusammen tun könnte das Establishment gestürtzt werden. Dann könnte es was werden mit einer lebenswerten Welt.

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    1. @Margitta Lamers:
      Sicherlich sind Kategorien, wie 'links' und 'rechts' nicht wirklich genau und auch nicht immer zielführend. Links, meint, wie ich diesen Begriff gebrauche eine progressive Haltung, die eine (Rück-)verteilung von Oben nach unten meint. Die Nachhaltigkeit nicht den Gesetzen des Marktes unterordnet, ... usw. Rechts hingegen, will den Status Quo erhalten, will bestehende Besitzverhältnisse verteidigen - glaubt an die Gesetze des Marktes.
      Das sind zwei Pole von Ideologien, die sich gegenüberstehen. In so fern halte ich es schon für nicht arg schlimm, dass diese beiden Lager argumentativ streiten um die Zielrichtung, wo es in Zukunft hingehen soll.
      Aber der Linken größter Gegner ist nicht 'rechts' (im oben genannten Sinne) sondern kommt aus dem gleichen ideologischen Lager.
      INNERHALB diesen Lagers wird sich bis auf's Blut bekämpft! Gegen Rechts (damit meine ich nicht nur das 'Braune' Lager, aber auch) findet argumentativ kaum noch ein Austausch statt. Dieses Phänomen nimmt nicht selten pathologische Züge an...

      Unter 10 Linken findet man MINDESTENS 11 Meinungen, und genau dass macht es für Aussenstehende so schwer, sich argumentativ überzeugen zu lassen. Entgegen manchem Verdict, liegt es mir fern, mit Gewalt erwünschte Ziele und Vorstellungen herbeizuführen. Und meinem Anliegen möchte ich auch keiner einzelnen Person anvertrauen, die ein Sprachrohr für mich sein soll. Macht korrumpiert, und selbstverständlich sind auch Linksideologische nicht davor gefeit - wie die Geschichte hinlänglich beweist.

      Systemische Gewalt, ein Beispiel sei hier unsere Sozialgesetzgebung, die Opfer zu Tätern macht, ist aber so allgegenwärtig, dass sie Niemanden auffällt. Die hochkochenden Emotionen und Energien wünschte ich mir gegenüber diesen Zuständen.

      Übrigens: Die, die ich ins rechte (also konservative - auch ein sehr schwammiger Begriff) können meiner Beobachtung nach, sehr gut mit dem 'Establishment' leben. Will die CDU dass stürzen, die FDP, die SPD oder die Grünen?

      Ich denke nicht.

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    2. sorry Dude, ich denke ich weiß zwar du meinst -
      aber nach deiner Definition links = progressiv, rechts = Status Quo erhalten -
      demnach wären Golbalisierungsgegner rechts, und die Agenda-Befürforter links...

      im Grunde ist es heute doch schon konservativ, wenn man sich weigert jedesmal das neueste I-Phone zu kaufen...

      mal abgesehn wie oft gerade die "rechte Ecke" als Totschlargument gebraucht wird - als vor 20 Jahren der Euro eingeführt werden sollte, hat jeder mahnende Ökonom die Nazi-Keule übergekriegt (das Gleiche heute mit den ESM-Kritikern, zumindest im Bundestag - sogar der LINKEn wurde ja "national-konservatives Denken" vorgeworfen) - heute haben sich die damals aus PC-Gründen totgeschwiegenen Prophezeiungen bewahrheitet...
      in dem Sinn ist die Einteilung in links/rechts schon v.A. spalterisch

      MMN ist dieses Schema aber sowieso überholt & nicht mehr zeitgemäß... wo passen da z.B. die Neoliberalen rein?
      Zumindest "Klassisch rechts" = nationalistisch - was auf Neoliberale aber auf keinen Fall passt, für die steht Kohle über jeder Flagge...

      ansonstens sehe ich diese Spaltung innerhalb der Linken eh nicht so extrem, bzw nicht extremer als anderswo in der Politik, wie unten schon gesagt.
      Auch wenn man sich wirklich mehr auf das Vereinende bzw gemeinsamen Gegner, als das Trennende konzentrieren sollte...

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  7. um mal auf den Artikel zurück zu kommen -

    Dass die viel zu wenigen, sich gegenseitig verbal und argumentativ die Köppe einschlagen?

    sehe ich eigtl gar nicht so ehrlichgesagt... jedenfalls nicht weniger als in der Politik insgesamt, oder bei den Rechten - gerade da geht's noch viel schlimmer zu, im Vergleich mit denen kann von von "linker Spaltung" gar keine Rede sein... als Publikative noch der NPD-Blog war haben die ja regelmäßig berichtet, ich hab mich oft gefragt wozu es überhaupt einen VS braucht, die zerstören sich nämlich wirklich selbst.

    Und wenn Rösler und Brüderle sich um den Parteivorsitz streiten, wird ja auch nicht jedesmal der Teufel an die Wand gemalt & die "Spaltung der FDP" heraufbeschworen...

    solche Spaltungs-Rufe sind z.T. halt auch Interessen-geleitet, MMN sollte man auf die gar nicht so eingehn - im Gegenteil ist mir eine gesunde Diskussionskultur, die auch eigene Meinungen und Widersprüche erlaubt, allemal lieber als das was in den Einheitsparteien SPD & Union abgeht.

    ne andere Sache ist da natürlich der 2. Punkt -

    Dass diese ihren Fokus untereinander auf das Trennende richten, statt auf das Verbindende?
    der MMN auch direkt zu Nr. 5 führt:
    ... dass sie im Besitz des Grals der Erkenntnis sind, keinen Jota kompromissbereit, und schon bspw. die Frage, ob man als wahrer Linker Fleisch essen darf, unüberwindbare Gräben in's reformistische Lager fräst?

    das ist MMN aber keine Frage von Links/Rechts/whatever, sondern einfach menschlicher Eitelkeit...
    solchen Typen gehts meistens sowieso weniger um Ziele oder Veränderung, sondern um's eigene Ego und den Heiligenschein - sie wollen die besseren Menschen sein, bzw besser als die anderen, und da sind Gräben natürlich hilfreich, umso dunkler die Kollegen sind, umso heller strahlt man halt selbst.
    solche Leute gibt's aber überall, trotzdem richten sie in der jeweiligen Bewegung natürlich v.A. Schaden an.
    Das einzige was man da machen kann, ist wohl solche Leute zu erkennen, und dementsprechend drauf einzugehn...

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  8. (Fortsetzung)

    Wir aber streiten uns darüber, ob man wählen sollte, oder nicht.

    in dem Punkt finde ich einen Streit, bzw. eine Diskussion aber ziemlich wichtig...

    MMN gibt's nur 2 Wege: a) - entweder man geht wählen, und sorgt dafür das wenigstens eine starke Opposition da ist,
    oder man sagt sich b) - statt Opposition zu machen bleibt man lieber dogmatisch, und verlegt sich auf ne Art APO & Widerstand...

    mit Weg a läßt sich akut mehr Einfluß nehmen, aber natürlich wird man so zwangsweise Teil des Systems, und die (Ex-)Opposition wird mit der Zeit auch mehr oder weniger korrumpieren (was Macht aber in jedem System mit sich bringt), ist also weniger dafür geeignet, den Kapitalismus komplett übern Haufen zu schmeißen...
    v.A seh ich die Gefahr, um so mehr Regierungs-Verantwortung die Linke (ja ich weiß, haha) zum Zeitpunkt des endgültigen Knalls i.d. €-Zone (nur ne Frage der Zeit) gerade hat, umso mehr Schuld wird ihr zugeschoben, und die Leute wenden sich schlimmstenfalls wieder den neoliberalen "Wirtschaftsexperten" zu...

    die Gafahr ist mit Weg b zwar nicht gegeben, allerdings glaub ich auch kaum daß sich auf die Art viel verändern läßt... die einzig realistische Option auf diesem Weg dürfte sein, auf den endgültigen Systemzusammenbruch zu warten, und dann neu anzufangen - das dürfte aber ne Frage von Generationen sein...

    zum außerparlamentarischen Widerstand mal grundsätzlich: die "Revolution" der DDR wird ein Kinderspiel dagegen gewesen sein...
    heute gibt's nicht mehr zwei Blöcke, sondern nur noch eine EU - was die Lage viel schwieriger macht, nicht nur wg Instrumenten wie der Solidaritätsklausel.

    und zum Thema "Nicht-Legitimierung durch geringe Wahlbeteiligung" zitiere ich jetzt zum x-ten mal Roland Koch:
    Über die geringe Wahlbeteiligung darf man sich nicht wundern: 75 Prozent sind mit der Stadtpolitik zufrieden

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    1. @Garfield:
      Wir sehen viele Sachen anders, und das ist geil so!
      Zur Linken und deren Zerstrittenheit: Die ist geschichtlich verbrieft, war schon immer so, und wird auch leider immer so sein.
      In meiner Wahrnehmung ist es halt so, dass die Linken mehr mit dem Kampf gegen sich selbst beschäftigt sind, als mit denen, die ihre Aggression verdient haben.
      Mag sein, dass dies mit meiner selektiven und auch subjektiven Wahrnehmung zusammenhängt - aber ich empfinde es halt so.

      Die Hoffnung auf Veränderung sehe ich nur außerparlamentarisch. Aber dazu fehlt es (noch?) einem breiten kollektiven Bewußtssein, welches dem allgegenwärtigen Mindfuck widersteht. Die Auflage der BILD-Zeitung mag ein Indiz dafür sein.
      Solange die Leute Flat-Rate haben und einen hochauflösenden Bildschirm in ihrem Handy werden sie weiter Touchscreens streicheln. Damit ist keine Revolution zu machen.
      Zahlenmässig sind die Systemkritiker immer noch eine verschwindend kleine Minorität. Die meisten, die Masse, erkennt ja nicht mal ein System!
      Bejubeln sich, wenn sie das neuste I-Phone erstanden haben.
      Für soziale Ungerechtigkeit gibt es ja noch kein App.
      Ja, ich bin frustriert!
      Nicht mal Fünf vor Zwölf, frühestens drei vor Zwölf mag da ein Bewußtsein entstehen.
      Zur Zeit sind wir noch die Kälber, die unsere Metzger selber wählen.

      Es ist bereits 5 vor 12!
      Die Zeit drängt, aber wir sind immer noch eine paralysierte Masse, die ihren Status Quo bewahren will, und keine Veränderung möchte.

      Keine Solidarität schlechter gestellten gegenüber. Weder in der BRD, noch der EU, noch global.

      Nicht viel Grund zur Hoffnung zur Zeit.
      Aber diese stirbt ja bekanntlich zuletzt...

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  9. "demnach wären Golbalisierungsgegner rechts, und die Agenda-Befürforter links..."

    Häh?

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    1. na weil Globalisierung im Grunde progressiv ist (also =fortschrittlich), genauso wie die Agenda-Politik...

      im Umkehrschluss sind die Gegner dann konservativ (also im Sinn von "(alte Werte) erhalten") ;-)

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    2. Also will die Agenda 2010, die Verteilung von Unten nach oben umkehren???

      Die Globalisierung will das?

      Progressiv ist nicht, irgendwas ändern zu wollen, um die Besitzverhältnisse zu bewahren. Progressiv, also links ist es, wenn man was ÄNDERN will, an der Verteilung von Reichtum!

      Ist es progressiv, weiter Sozialleistungen zu kürzen, weil es Veränderungen brächte?

      Willst Du, oder kannst Du mich nicht verstehen?

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    3. Und, was verstehst Du eigentlich unter 'fortschrittlich'?

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    4. "fortschrittlich" ist völlig wertfrei.

      Fortschritt kann genauso gut wie schlecht sein. Drohnen, Bundestrojaner, CCTV-Gesichtserkennung, Patente auf Gentechnik, etc ... sind ja auch ein Teil des Fortschritts.

      Ich würde "links" halt nicht über "fortschrittlich", sondern "soziale Gerechtigkeit" definieren.

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    5. sorry, edit:
      was verstehst du unter progressiv?

      eben fortschrittlich

      steht zumindest so im Duden, auch wenn's da noch den "Progressivismus" gibt, der etwas anders definiert wird

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    6. oh man, bißchen verpeilt... ein Freudscher "Verleser" oder was war das?
      na wie auch immer, vllt verstehst du was ich meine

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    7. @Garfield:
      "Ich würde "links" halt nicht über "fortschrittlich", sondern "soziale Gerechtigkeit" definieren."

      Wir fahren Karussell miteinander:
      Also ist die Globalisierung jetzt links oder rechts, wie du zuvor behauptet hast?
      Im Sinne von sozialer Gerechtigkeit - global betrachtet?

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    8. die Gobalsierung würde ich nicht als rechts bezeichnen, weil "rechts" wenigstens im klassischen Sinne nationalisitsch/"auf einen starken Staat bedacht" bedeutet.
      Deswegen passt dieses Eindimensionale links/rechts Schema MMN auch nicht mehr auf unsere Zeit, wie gesagt.

      Euro-Gegner finden sich ja nicht nur unter Linken, sondern auch im rechtesten Flügel der CSU.

      Die Globalisierung ist auf jeden Fall sicher nicht links, und MMN - neben wenigen Vorteilen - ziemlich asozial. Im Grunde gewinnen nur die intl. Konzerne auf Kosten der lokalen Unternehmer, aber das brauch ich hier wohl nicht auszuführen...

      "Progressiv" (wenn man's wörtlich nimmt) ist die Globalisierung allerdings, genauso wie die Agenda-Politik und der ganze andere neoliberale Scheiß, weil "progressiv" eben nichts als fortschrittlich/ "mit der Zeit gehn"/ sich entwickeln bedeutet, was nicht zwangsläufig positiv verlaufen muß - wie man ja auch an D sieht, das vor 30, 40 Jahren noch weit sozialer war.

      daß "progressiv" unter vielen Linken so uneingeschränkt positiv konnotiert ist, kommt wahrschieinlich vom "Progressivismus", auch wenn ich davon bis eben ehrlichgesagt gar nichts gehört hab...
      im Grunde hat "progressiv" aber nix mit Politik und schon gar nicht gut/schlecht zu tun

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    9. als Kurzfassung: wenn du "Links" mit "progressiv" gleichsetzt - dann wär die Globalisierung links

      jetzt verstanden? ;-)

      aber wie gesagt, dank meiner mangelhaften Bildung kannte ich "progressiv" halt nur in der Duden-Definition, nicht als Adjektiv zu "Progressivismus"

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  10. statt hier Streitereien über Begriffe zu führen:

    du hast geschrieben, du setzt deine Hoffnungen eher auf außerparlamentarische Aktionen...
    aber wie sollen die aussehen? Generalstreiks wären zwar ne Möglichkeit, aber ich meine guck dir bloß mal Griechenland und Spanien an... und ausgerechnet die Deutschen sind ja noch weniger für ihr Temperament bekannt...

    Andererseits hab ich auch keine Lösung parat. Man kann wohl nur drauf warten daß der Euro endgültig zusammenbricht, und das vor der Union Europas passiert, dann wird die Demokratie nämlich endgütlig auf der Strecke bleiben.

    Zu glauben Nicht-Wählen würde irgendwas ändern halte ich aber für ne gefährliche Illusion. V.A. solang wir überhaupt noch können, und die Wahlen nicht wie in Griechenland mal eben verschoben werden, um einen Goldman-Sachs-Kanzler zu installieren...

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