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Dienstag, 16. April 2013

Werbung - die allgegenwärtige Manipulation

Abteilung: Wir kaufen uns glücklich

Wir haben uns daran gewöhnt, dass der öffentliche Raum mit Werbung tapeziert ist. Kaum ein Blick, der nicht eine oder mehrere Werbebotschaften einfängt. Aber auch in unseren Wohnungen - unseren letzten Rückzugsrefugium - hat die Werbung schon längst Einzug (via Radio, Fernsehen, Internet und Zeitschriften) gefunden.

Und weil Werbung so allgegenwärtig ist, so präsent und in jede Sphäre unserer Wahrnehmung eindringend, fällt sie kaum noch auf - und wenn, dann wird sie als harmlos und schlimmstenfalls als nervend empfunden.
Ein stetiges Stakkato an Manipulationsversuchen - Alltag halt.
Kleines Experiment dazu: Zählt mal die Anzahl der Werbeträger bei der nächsten Fußballübertragung!
Einleitend zur Halbzeitpause wird dann darauf hingewiesen, dass nun Werbung folgt. Harhar!

Niemand aber glaubt von sich selbst, von Werbung beeinflussbar zu sein. Nur: Wenn dem so wäre; wenn sich die riesigen Werbeetats nicht rechnen würden - würde keiner mehr Werbung machen.

Der simple Trick: Werbung spricht nicht die Ratio an, sondern unsere unterbewussten Wünsche und Sehnsüchte nach Status, Coolness, ... ja nach Lebenssinn und Selbstverwirklichung.

Nur in Ausnahmen - so die tägliche Erfahrung - wird mit Eigenschaften des Produktes geworben. Sinn der Werbung ist vielmehr, das Produkt mit einem Live-Style-Gefühl zu verknüpfen. Es soll uns suggeriert werden, dass es nur dem Kauf und Gebrauch der richtigen Produkte bedarf um Glück zu erfahren.
Dieses Glücksgefühl stellt sich manchmal sogar beim Erwerb eines so durch Gehirnmanipulation aufgeladenen Produktes tatsächlich ein:
Bei zelebrierten Verkaufsstartsevents von Apple bspw., mag man Jenen, die sich stolz für das erworbene Produkt von der jubelnden Menge feiern lassen, sogar das empfundene Glück glauben.
In diesem Moment lassen sie ihren getunten gesellschaftlichen Status abfeiern, den sie kurzfristig mit einem I-Wasauchimmer erworben haben. Man ist hipp, man ist in, man gehört dazu.

Identität wird zelebriert über Marken. Sinnlichkeit über Konsum. Glück über Besitz.

[Hierzu ein äußerst konsumkritischer (kicher) Beitrag von 'CHIP-TV':]



Doch noch bevor sich jeder Rotzlöffel dieses Produkt angeeignet hat, weicht die Euphorie der Normalität. Bald schon erntet man keine neidischen Blicke mehr, bald schon verschwindet man wieder in der anonymen Masse.

Glücklicherweise lässt das vielumworbene Nachfolgeprodukt (mit marginalen Verbesserungen) nicht lange auf sich warten und man bekommt die Gelegenheit wieder den neuesten Trend zu reiten. Und alles geht wieder von vorne los. Hüh-hott!
Denn der Konsum ist nicht auf Langlebigkeit ausgerichtet, sondern auf hohe Umschlagszahlen. Ein Produkt von hoher Lebensdauer widerspricht den Anforderungen einer wachstums- und konsumbasierten Gesellschaftsordnung (auch grob und verkürzend Kapitalismus genannt).

Kleidungsstücke werden schnell altmodisch (ständige Modewechsel, die in den Medien unkritisch als neue Trends gefeiert werden), technische Geräte immer schneller rückständig.

Kaputt gibt neu.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da wurden defekte Fernsehgeräte nach mehrjährigen Gebrauch vom Fernsehtechniker des Vertrauens repariert! Heute unvorstellbar. Lieber auf den Müll damit und ein Neues gekauft.
Hosen und Socken wurden noch geflickt und halbjährlich bimmelte der Messerschleifer vor der Tür.

Das Konsumkarussel muss sich heutzutage aber immer schneller drehen, um die Wachstumszahlen zu generieren, die für die Erhaltung dieses Systems mittlerweile nötig sind.

Dazu, und nur dazu, dient die Werbung. Als Produktinformation am allerwenigsten.

Bedürfnisse sollen erzeugt werden, die es ohne die Werbung gar nicht geben würde. Und die Befriedigung dieser Bedürfnisse - so das nicht eingehaltene Versprechen - soll uns zu einem erfüllteren Leben verhelfen.

Gerne auch auf Kreditbasis...



Kommentare:

  1. hey, nix gegen Kreditbasis - ohne anschreiben nix Export-Weltmeister!

    "wir shoppen nicht - wir kaufen uns glücklich"
    Realität ist echt die beste Satire. Keine Ahnung woher das Foto stammt - aber allein daß ein Laden sowas offen dahin schreiben kann, ohne bei den Kunden "Denkprozesse" befürchten zu müssen, sagt schon so einiges...

    ein Bekannter von mir hat sich jetzt auch ein I-Phone 5 zugelegt. Dafür hat er sein altes iPhone in Zahlung gegeben, nochmal 300€ draufgelegt - und bekommen hat er - tataa - kein neues, sondern gebrauchtes(!) I-Phone 5.

    Markenfetischismus hin oder her, aber sowas... unfassbar.

    V.A. ist der Typ jetzt kein Millionär, sondern hat Netto knapp unter 1.000€/Monat raus... aber "unbedingt haben wollen".
    Diese Marken-Identifizierung, gerade über Handys, ist sogar unter HartzIV-Empfängern extrem verbreitet. Tja, schon traurig. Sowas wie Revolution ist mit dieser Generation wohl nicht mal ansatzweise in Sicht.

    Daß hier jedes halbe Jahr ein neues Handy angesagt ist, geht dabei wieder mal zum größten Teil auf Kosten der Dritten Welt - vom Rohstoff-Abbau bis zum "löblichen" Recycling.

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    1. Zum Foto:
      Ist aus einem älteren Beitrag recycelt (http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de/2012/10/shoppen-war-gestern.html)
      Habe es in einem Einkaufszentrum meiner Heimatstadt aufgenommen (Forum-Mittelrhein).
      Gruß, Dude

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  2. der analyse ist wenig hinzuzufügen.

    werbung ist deswegen so perfide, weil sie ein evolutionäres überbleibsel, das eigentlich endgültig überwunden werden sollte, nämlich die unstillbare gier nach immer mehr, sogar noch anheizt.

    gesunder menschenverstand müsste einem eigentlich sagen, dass eine gesellschaft nur dann nachhaltig wirtschaften kann, wenn sie ganz überwiegend auf produkten aufbaut, die keiner werbung bedürfen.

    aehr erhellend dazu übrigens: R. & E. Skidelsky, Wieviel ist genug?, Kunstmann Vlg.

    die Skidelskys widmen speziell der werbung viele kritische gedanken und versuchen kriterien zu entwickeln, wie man güter erkennen kann, die primär der lebensqualität und nicht einer konzernkasse dienen.

    lg
    don

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  3. Ich mag nur ergänzen, dass die ganze Leuchtreklame eine himmelschreiende Verschwendung von Energie ist.

    Ich verstehe wirklich nicht, wie sich riesige Unternehmen wie Google oder die Privatfernsehsender über Werbung finanzieren können.

    Der Werbefeind Lautenist

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    1. <----------- advertisement ----------->
      oh
         Herr

       K
        A
         R
          L


      unser täglich Gelächter
      Gib
      UNS
      heute!

              AMEN!

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  4. Apple hat übrigens diesjährig den Big-Brother-Award in der Kategorie 'Arbeitswelt' verliehen bekommen:
    http://www.bigbrotherawards.de/2013

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  5. <----------- Hier könnte irre Werbung stehen ----------->

                Quote № 00 +++ UPDATE +++

          <----------------- copy&pasta ----------------->

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  6. Ich besass und führte über 20 Jahre lang eine Handelsfirma und habe den Einfluss der Werbung und des Sponsoring eingehend überdacht. Und bin zum Schluss gekommen, dass Werbung verboten werden sollte. Sie fördert nur grosse Firmen und Konzerne und benachteiligt die kleinen Firmen. Sie trägt in hohem Masse zur Bildung einer Plutokratie bei.
    Und bezahlen tut die Werbung immer der Kunde und die Allgemeinheit durch verteuerte Produkte.

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    1. Sie trägt in hohem Masse zur Bildung einer Plutokratie bei.

      Im Nationalsozialismus war Plutokratie ein zur Kapitalismuskritik oft verwendeter Begriff. Insbesondere wurde er durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Joseph Goebbels häufig verwendet...ff.
      Des Weiteren diente der Begriff der Diffamierung des Judentums, dem unterstellt wurde, es habe durch große Kapitalkraft auch Einfluss auf die Politik (siehe auch "Weltjudentum").

      http://de.wikipedia.org/wiki/Plutokratie#Kampfbegriff_im_Dritten_Reich

      ...wie war das nochmal mit dem Duktus?

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    2. Ich antworte mal auf diesen x-ten Versuch, mich in die rechte Ecke drängen zu wollen, mit folgendem doch recht schlüssigen Zitat:
      "altautonomer meint:
      November 21st, 2012 at 19:55
      Das Hitler Vegetarier war interessiert mich nicht die Sojabohne. Selbst wenn, dann hat er vielleicht auch morgens Kaffee getrunken. Was schließen wir daraus? Alle Kaffeetrinker sind Faschisten?
      Ich bin Vegetarier, trinke seit 13 Jahren keinen Alkohol (auch keine alkoholfreie Plörre) und habe noch nie geraucht. Dazu kommt noch der “Zucker”, der auch kaum noch zuckt;-). Damit erfülle ich in den Augen vieler die Kriterien eines unglücklichen Asketen."

      http://feynsinn.org/?p=16320#comment-62055

      Da ich hier offensichtlich unerwünscht bin, werde ich in Zukunft hier nicht mehr kommentieren.
      Ich wünsche euch noch ein harmonisches Beisammensein!

      der Herr Karl

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    3. Fragen über Fragen!17. April 2013 um 21:00

      Hallo bittschön was hat das jetzt mit einem 'altautomen' zu tun?
      Grassiert hier irgendwie der reine Verfolgungswahn?
      Aufwachen!
      Es geht um den Begriff Plutokratie - einen Kampfbegriff aus dem dritten Reich, den du eben mal so leichtfertig in die Runde schmeißt. Ich habe den Eindruck, daß rein garnichts von dir 'eingehend überdacht' wurde.

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    4. Tages Anzeiger:
      "Die Plutokraten in Davos
      Was Ascot für die britische Aristokratie war, ist das WEF für die neue globale Plutokratie. Das Treffen findet nicht zufällig in der Schweiz statt.

      http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/wef/Die-Plutokraten-in-Davos/story/19678985?dossier_id=1261

      15 Mal "Plutokrat..." in diesem Artikel. Muss ein Nazi-Blatt sein, dieser Tages Anzeiger aus der Schweiz.

      Bhüati

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    5. Da ich hier offensichtlich unerwünscht bin, werde ich in Zukunft hier nicht mehr kommentieren.
      ...
      Ich werde mich zu Flatter vom Feynisnn mit keinen Satz mehr äussern. Dafür ist mir die Zeit zu schade geworden...
      ...
      leere Versprechen

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    6. @der Herr Karl
      15 Mal "Plutokrat..." in diesem Artikel. Muss ein Nazi-Blatt sein, dieser Tages Anzeiger aus der Schweiz.

      Wänn du so lang wärsch wie tumm, müesst mer dir s Fuetter mit de Kanone uf de Mond schüüsse.

      Er [Der Tages-Anzeiger] verstand sich als unparteiischer Anzeiger, der alle Meinungen und Akteure zu Wort kommen liess. Wie der Historiker Konrad Zollinger schreibt, hatte diese Haltung ökonomische Gründe: «Denn wenn man nicht urteilte, konnte man auch niemanden verärgern – weder den Leser, sprich Käufer – noch den Inserenten, sprich Geldgeber.» Dies führte auch dazu, dass 1931 ein Artikel von Adolf Hitler mit dem Titel «Was wollen wir Nationalsozialisten» und 1933 sieben Artikel von Benito Mussolini abgedruckt wurden. Die Berichterstattung über die Frontisten in den 1930er Jahren war unkritisch und nahm viel Platz ein.

      Konrad Zollinger: Frischer Wind oder faschistische Reaktion? Die Haltung der Schweizer Presse zum Frontismus. Chronos, Zürich 1991, S. 399–404.

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    7. @ @der Herr Karl

      und die Geschichte dieser Zeitung in den 30ern ... hat mit dem Artikel aus 2013 jetzt was zu tun?

      und ist diese Chrystia Freeland auch Faschistin, weil sie ihr Buch "Plutocrats" genannt hat?

      ich weiß es nicht, ernsthafte Frage.

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    8. Sagt mal Leute, habt ihr sonst keine Probleme?

      Weil dieser Begriff von Faschisten benutzt wurde ist jeder ein Faschist der ihn benutzt? Meint ihr das Ernst?

      Der Inflationäre Gebrauch des Ausdrucks Faschismus (als "Kampfbegriff") ist in sich selbst schon sehr bedenklich.

      Die Ausgrenzung andere (Wie herrn Karls) auf Grund eines seltsamen "Sprachkodex" ist natürlich auch Ausgrenzend und intolerant.

      Der Begriff selber ist ein rein Wissenschaftlicher Begriff der eine Herrschaftsform (durch Vermögende) Beschreibt, und in keinster Weise als Bedenklich.

      Die Diskussion darüber hirnrissig und unverständlich.

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    9. @ alien observer

      bis auf eine fast schon pathologische Selbstgerechtigkeit unterscheiden sich viele selbsternannte Linken nicht groß von den Rechten.

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  7. Ich sehe noch andere Aspekte der Werbebotschaften. Meiner Meinung nach sorgen sie dafür, dass die Verlierer in dieser Gesellschaft sich mit ihrem Los zufrieden geben und damit für das Weiterbstehen der Ungerechtigkeit und Ausbeutung in unserer Gesellschaft.

    Die Werbung verbreitet (natürlich plakativ) das Idealbild des "Erfolgsbürgers", der sich Leisten kann was ihm die Werbung anbietet. Er "hat sich verdient" was er Konsumiert. Er "Leistet einen Beitrag" für unsere Gesellschaft und darf sich Belohnen.

    Wer es sich nicht Leisten kann sich glücklich zu kaufen "macht wohl etwas falsch" bzw. muss sich Minderwertig fühlen.

    Wer nicht so Perfekt wie die Werbeträgermenschen ist "ist nicht normal", "mit mir stimmt etwas nicht" sagt er sich.

    Wesentlich dabei ist, dass ihm eingetrichtert wird es wäre seine Schuld dass er arm ist.

    Dieses permanente Schuldgefühl führt zu einem Gefühl der Hilflosigkeit (Stichwort: Erlernte Hilflosigkeit). "Jeder kann es schaffen, aber ich schaffe es nicht".

    Natürlich sieht es in Wirklichkeit ganz düster aus mit der sozialen Durchlässigkeit der Schichten. Arm bleibt wer arm ist und wahrscheinlich arm geboren wurde.

    Die Werbung ist eine der mächtigsten Waffen im Klassenkampf, der einseitig von Seiten des Reichtums geführt wird. Dahinter steckt keine Verschwörung sondern nur eine simple form der Vermittlung von Werbung, das "Lernen am Modell", das unbewusst diese Botschaft immer wieder verstärkt und vermittelt.

    Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialkognitive_Lerntheorie


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    1. Natürlich sieht es in Wirklichkeit ganz düster aus mit der sozialen Durchlässigkeit der Schichten. Arm bleibt wer arm ist und wahrscheinlich arm geboren wurde.

      Naja, so einfach kann man das nicht sagen Es gibt immer wieder Arme, die's "schafen", genauso wie Reiche, die abstürzen - z.B. die Schlecker-Familie - ehemals auf der Forbes-Liste, und jetzt - gerade mal 40 Mio ... ne, Scherz. Aber dieses Klassen-Denken ist MMN wirklich zu kurz gegriffen. Soziale Faktoren sind wichtiger denk ich, vllt nicht für die Mega-Konzern-Gründung, aber jedenfalls für Abi, Studium etc

      was die "Verlierer" betrifft - MMN werden gerade die durch Werbung angesprochen, sich die Bestätigung zu kaufen, die ihnen mangels Beruf etc versagt bleibt.
      Daher find ich die Reklame oben, "glücklich kaufen" auch so sarkastisch. Würde ein Dealer dir sagen, "das ist bloß gekauftes Glück", wäre vllt noch Nachdenken angesagt - aber nicht mal das ist zu befürchten. Ist ja auch nur "normaler" Konsum.

      Wie du schon schreibst - daß die Werbung so erfolgreich ist, den "Verlierern" einzureden, welche zu sein, seh ich als Hauptproblem.

      Andererseits transportiert Werbung halt auch ein Lebensgefühl. Feynsinn hatte mal einen guten Text dazu. Sogar sogenannte "alternative" Leute, Punks etc... sind durch & durch Marken-fixiert; und wenns bloß der richtige Haarschnitt sein muß, oder andere wg Marken abgelehnt werden.

      Dabei ist nicht mal empirisch meßbar, wieviel Einfluß speziell Reklame überhaupt darauf hat. Im Endeffekt wird die ganze Kohle nur auf gut Glück in den Wind geblasen.

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  8. Nachtrag,

    Siehe dazu auch den guten Artikel von George Monbiot:
    http://www.monbiot.com/2006/07/07/willy-loman-syndrome/

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  9. alien: Lesetipp: Rainer Trampert, "Coaching statt Peitsche". Googelst Du.

    Auszug:
    "Der Mensch rächt sich für das, was ihn quält, an seinem Körper. Die Tortur erklärt, warum positiv Denkende keine zufriedenen Menschen sind, sondern arme Teufel oder grinsende Rohlinge, die das Gespräch über Flüchtlinge, die im Mittelmeer versenkt werden, als Spaßbremse abtun. Die Übermacht der Dinge ist ihnen derart in die Glieder gefahren, dass sie sich selbst messen, kontrollieren und disziplinieren, so dass sie der Peitsche nicht bedürfen. Sie geißeln sich und stellen die Ernährung um, weil sie glauben, dass sie für ihre Krankheit und ihren Tod verantwortlich sind. Ängstlich achten sie auf Berichte, die ihnen vorrechnen, wie hoch Krankheit, Pflege, Arbeitslosigkeit und fehlende Fitness die Gesellschaft belasten und die suggerieren, dass, wer nicht mitmacht, genauso draußen ist wie der Kommunist."

    Werbung hat aber neben dem Konsumanreiz und der von der Werbebranche behaupteten Produktinformation noch andere gefährlichere Aspekte. Zum Beispiel die Werbung für Alkohol durch prominente Sportler (Vorbildfunktion für Jugendliche?). Oder das Versprechen von gesundheitlichen Effekten durch das sog. Function-Food. Auch das Anfixen von Kindern für Zuckersucht durch die Milchschnitte, Kinderschokolade und ähnlichem Sauzeug.

    Dazu die Berieselung mit den auf den Privatsendern laufenden, als Doku-Soap oder Castingshow getarnten Dauerwerbesendungen. Eine derartige Steuerung des Unterbewußtseins spielt bei Kaufentscheidungen eine nicht unerhebliche Rolle.

    Es gab dazu mal einen Test mit den Besuchern eines vollbesetzten Kinos. Während des normalen Filmablaufs wurde für den Bruchteil einer Sekunde immer wieder mal das Coca-Cola-Logo eingeblendet. Der Effekt, war , das über 70 % der Kinobesucher in der Pause eine Cola bestellten.



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  10. Da informiert ein Hyperventilierender unter seinem Sauerstoffzelt die mitlesende Öffentlichkeit: Das Duo - Pantoufle und der Altautonome - "wütet" nun beim Duderich.

    Gruss vom Wüterich an Duderich und an den Wutbürger Pantoufle.;-)

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  11. @altautonomer:
    Grüße, zurück! :-)

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  12. Ach, wenn ihr auch alle da seit, entlarve ich mich heute: Entlarv!
    Nur den Wutbürger verbitte ich mir: Wenn der letzte Bolzen am Zylinderkopf auch noch der Vernunft nachgibt, ist es ein glorreicher Tag. Bezahlterweise frei (kein Material), Zeit für Motorradschrauben und Sonne.
    Grüße aus der Werkstatt vom
    Pantoufle

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    1. Schrauben und sonnen... Die Welt könnte so schön sein, wenn nur die verdammte Lohnabhängigkeit nicht wäre. Hach!
      Grüße in die Werkstatt
      Dude

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    2. Ach, Duderich: Die Lohnabhängigkeit hab ich ja auch... wenn auch als selbstständig Arbeitssuchender :-)
      Aber heute ist einfach mal nur geil. Muß auch mal sein. Einer kam wegen sein Getriebe, der andere, weil die Bremse nich so richtich und ein anderer wegen Kondensatoren/U-Kontakten. Der ganze Hof voll mit Karren, die Vernünftigeren unter ihnen haben einen Kasten Bier mitgebracht und jetzt säubern wir uns etwas (aba nicht soo viel und schmeißen den Grill an. Deswegen bin ich jetzt auch wieder weg, weil das Leben hier stattfindet und nicht am Draht. Allen einen schönen Gruß, genießt das Leben, bekämpft Markt, Geld und Eigentum - am besten mit ein paar Kästen Becks.
      So, ab geht er.
      einen schönen Abend für alle wünscht
      das Pantoufle

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  13. Kaum wird um 13.13 mal mit 'ner Rosine geschossen und schon stellt um 15.00 '_der Herr Karl' sein Flucht-Velo bereit?
    So schnell soll der Rosinenkrieg schon wieder vorbei sein?
    WTF... Jungs, meine Klickraten sind schon jetzt dramatisch im Keller und die zukünftigen Werbepartner finden das garnicht cool!
    Prosit!

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  14. Mit Deinem Artikel sprichst Du mir natürlich aus der Seele. Reklame ist eine Pest und untergräbt die Gesellschaft mit ihrer Kommerzpropaganda.

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