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Sonntag, 5. Mai 2013

Der Feind

Abteilung: system error

Die meisten meiner Leser sind wohl mit den bestehenden Verhältnissen unzufrieden:

Der Reichtum weniger Profiteure wird erkauft mit der Armut Anderer. Ein kompliziertes, vielgliedriges, kaum überschaubares System regelt die Verteilung von gesellschaftlichen Reichtum von denen die wenig haben zu denen die viel haben.
Man nennt dies auch die sich stetig weiter öffnende Armuts-Reichtums-Schere.
Doch der Zweck einer Schere ist, sich zu schließen, zu schneiden.
Nicht immerwährend aufzugehen...

Die Profiteure beuten aber nicht nur Menschen aus, sondern auch natürliche Ressourcen. Irreversiblen Raubbau an unserer Mutter Erde um weitere Gewinne zu generieren.
Artensterben, Verseuchung, Verwüstung - die menschliche Spezies wird zum Täter  gegen die eigene Substanz, die eigene Lebensgrundlage um das bestehende System aufrecht zu erhalten.
Stetiges Wachstum kann - in der logischen Konsequenz - das Ökosystem Erde auf Dauer nicht kompensieren.
Krebs ist dumm, denn er zerstört durch fehlgeleitetetem, unkontrolliertem Wachstum irgendwann seinen Wirt.
Der auf immerwährendem (Wirtschafts-)Wachstum basierende Kapitalismus ist genauso dumm.

Gefahr erkannt - Gefahr gebannt?

Nein, denn selbst diese simple Erkenntnis ist nicht wirklich in der Masse der Bevölkerung (die alle vier Jahre wählen dürfen = 'Demokratie') angekommen. Sogenannte 'Qualitätsmedien' reflektieren dies nicht, weil sie Sprachrohr interessengeleiteter Konzerne sind. Die Erkenntnis entnimmt man nicht einem Text (auch nicht diesem) - sie muss aus einem selbst erwachsen.

Aber, der Mut sich des eigenen Verstandes zu bedienen (Kant) wird in unserem Bildungssystem nicht gefördert, sondern aberzogen.

Im Schulbetrieb geht es nicht um die Förderung eines kritisch reflektierenden Geistes, sondern um die unhinterfragte Wiedergabe von sogenannten Lerninhalten.
Die Medien (schon lange nicht mehr die 'Vierte Gewalt') spielen eine ähnliche Rolle.
Sie sagen uns, wo der Fokus der Aufmerksamkeit zu liegen hat, und wie wir darüber denken sollen. Auch hier gibt es kein Ringen um Wahrheit - nein, die vermeintliche, zu fressende 'Wahrheit' wird uns in homöopathischen Dosen verabreicht.

Aber, wer ist denn der Feind?

Sind es Industriemagnaten?
Sind es Konzerne?
Sind es Parteien?

Nein, der Feind wohnt in uns selbst!

Wir, die wir vor Ungerechtigkeiten die Augen verschließen.
Wir, die wir im Konsum den Kick suchen um anderes ausklammern zu können.
Wir, die wir die Parteien wählen um unseren Status Quo aufrecht zu erhalten.
Wir, die wir stolz sind, dass Deutschland als Vorbild für Sozialabbau in anderen EU-Staaten dient.

Wir, die wir dieses verfickte, menschenunwürdige Spiel täglich neu erfinden, mitspielen, legitimieren.
Wir, die wir in unserer anerzogenen Lethargie dieses System aufrecht erhalten.

Der Feind wohnt in uns!

Revolution?

Nicht Häuser müssen brennen!
Eure Synapsen müssen brennen in Eurem Bewusstsein!

Revolution findet in Euren Köpfen statt, oder gar nicht.

Kein Führer wird gebraucht,
keiner der sagt, was richtig und was falsch ist.

Es reicht die kritisch reflektierende Vernunft...
und der Umsetzung im entsprechendem Handeln...

Kommentare:

  1. "Nicht Häuser müssen brennen!
    Eure Synapsen müssen brennen in Eurem Bewusstsein!"

    Sehr schön beschrieben. Ich denke es ist wichtig, dass wir nicht immer den anderen die Schuld geben. Auch wir tragen zum aktuellen System bei und zwar jedes mal, wenn wir von den Verhältnissen profitieren und sie nicht hinterfragen.

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  2. auch wenn ich nicht weiß, ob man so einfach vom "Wir" reden kann (v.A. was Parteien oder "stolz auf Sozialabbau" angeht) - trotzdem interessanter Punkt, den du da anschneidest

    gerade unter Linken ist Selbstgerechtigkeit leider keine Ausnahmeerscheinung. Gerade in der Fraktion der Anti-Deutschen unterscheiden sich MMN viele nur durch die Lackierung von der aktuellen "Elite".
    Wenn ich mir die am Ruder einer "revolutionierten" Welt vorstelle, bin ich manchmal ganz beruhigt, daß die wohl Utopie bleiben wird...

    (MMN braucht es nicht mal unbedingt ne Revolution... wenn sich nicht mal die Regierung ans eigene Grundgesetz hält, ist für mich offensichtlich daß es v.A. an den Regierenden liegt. Nur ist der Filz schon so tief, bis in die untersten Besoldungsgruppen durchgedrungen, mittlerweile bräuchte es wirklich neue, "revolutionäre" Leute, um da aufzuräumen... aber anderes Thema)

    jedenfalls geb ich dir vollkommen Recht - eine wirkliche Veränderung ist nur zu erreichen, wenn die Menschen sich ändern. Sonst würde sich auch ein evtl neues System nur durch die "Farbe" unterscheiden.

    ein anderer Punkt - bei der Art Einiger zu "argumentieren" frag ich mich manchmal schon, ob/ wem es überhaupt um Veränderung geht... mal als Bsp:
    während der EM knickten Aktivisten Deutschland-Fähnchen an Autos ab und erteilten "Strafzettel für Nationalismus"

    Viele versuchen gar nicht sich auseinanderzusetzen, oder erst auf jmd zuzugehn, sondern schalten (vllt auch nur unbewußt) direkt auf Angriff sobald jmd polit. anderer Ansicht ist.

    Das BT-Kasperletheater nachzuspielen eignet sich sicher perfekt zur Selbstdarstellung... allerdings dient der Bundestag auch nur zu diesem Zweck - außerhalb ist diese Taktik nur bedingt erfolgversprechend.
    Außer verhärteten Fronten erreicht man damit gar nichts.

    Wer wirklich an Veränderung interessiert ist, sollte sich mit polit. "Gegnern" vllt besser auf Augenhöhe auseinandersetzen, statt sie als Feinde* zu betrachten.
    Dann würden sich auch unter eigtl Andersdenkenden sicher noch einige "mitnehmen" lassen, v.A. da viele aus der medialen Propaganda-Dauerbeschallung einfach noch nicht "aufgewacht" sind...
    aber wenn man von oben herab kommt oder direkt Frontation sucht, hat sich das natürlich schon im Ansatz erledigt ... aber zum Glück sind wir System-Kritiker uns ja selbst genug ;)

    *) v.A. lassen sich Ansichten schlecht "besiegen"

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  3. "Es reicht die kritisch reflektierende Vernunft...
    und der Umsetzung im entsprechendem Handeln..."

    Genau da haben wir doch den Knackpunkt. Reflektieren und Grübeln tun ja nun nicht gerade wenige Menschen. Entsprechendes Handeln sieht man aber nicht. Gut, wir wissen nicht, ob wir Handeln, wenn es denn stattfände, tatsächlich auch zu sehen bekämen. Die Medien haben schon über Occupy Wallstreet quasi nicht berichtet, außer darüber, wie schmuddelig und politisch unwissend doch diese "Linken" sind. Wenn wir uns alle hier zusammenrotten und auf die Straße gehen, wer bekommt das mit? Die paar Anwohner vielleicht. Medien werden es totschweigen und Internetzensur ist keine Fiktion. Was die GEMA kann, kann der schwarz-gelbe Moloch auch.
    Sobald sich einer als "geistiger Führer" hervortut, wird er öffentlich diskreditiert. Gegen die geballte Macht von Bild und co. ist doch keiner gewappnet. Dann gibts ne kurze Razzia, weil man verdächtigt wird, verfassungsfeindlich zu sein und plötzlich findet man die Gigabytes mit Kinderpornos. So viel zur politischen Karriere.
    Wir leben zu Zeiten des Web 2.0, jeder kann sich öffentlich präsentieren. Aber nur so lange man sich darauf beschränkt, Fotos seiner Katze oder seines Frühstücks zu posten. Die Freiheit des Internets ist auch nur von oben geduldet. So schnell man heute eine Nachricht von A nach B bekommt, so schnell wird man auch mundtot gemacht, wenn diese Nachricht unpopuläre Inhalte beinhaltet.

    Die Gedanken sind frei, die Worte jedoch nicht.

    Wenn man nicht wieder anfängt, geheime, codierte Nachrichten unter den dritten Stein im Park zu deponieren, ist eine koordinierte Aktion nicht mehr möglich, ohne dass die Obrigkeit vorher schon alle Details kennt und ein Begrüßungskommando schickt.

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    1. Ich glaube nicht, dass die Zukunft des Widerstandes im geheimen liegt - sondern im offen ausgelebten zivilem Ungehorsam.

      Die Angst, den sozialen Status zu verlieren lähmt uns - da gebe ich Dir vollkommen Recht.
      Wer mag es riskieren, auf Hartz-IV-Niveau abzusinken, weil man seine Prinzipien vertritt, ja lebt?

      Ich rede hier nicht von Konsumverweigerung oder vom Plakat-Hochhalten bei Demonstrationen.
      Stichwort: Inge Hannemann
      http://altonabloggt.wordpress.com/

      Eine zivilcouragierte Frau, die für ihre Überzeugungen eintritt. Dabei auch Repressalien in Kauf nimmt. Die ihre Kraft aus der Unterstützung bezieht, die ihre Haltung auslöst.
      Sie ist mir ein Vorbild und sie kann uns als Beispiel dienen.

      Ihr Widerstand ist öffentlich.
      Aber die Reaktionen darauf auch!

      Aber es gibt auch andere Lichter im Dunkel:
      http://schumt3.blogspot.de/2013/05/zum-3prozetag-gegen-lothar-konig.html

      Nicht geheim, sondern öffentlich muss der Widerstand sein!

      Es gibt viele Helden - auch in diesen lausigen Zeiten.

      Sie sollten uns Inspiration sein!

      Ihr Leben und ihr Wirken demaskiert bestehende Zustände.

      Ich denke, dass macht sie zu glücklicheren Menschen als Merkel, Steinbrück, Rösler und Co. Bei allen Privilegien, die ihre Verachtung gegenüber humanitärer und moralischer Selbstaufgabe beinhaltet.

      Grüße, Dude

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  4. "Wir, die wir vor Ungerechtigkeiten die Augen verschließen.
    Wir, die wir im Konsum den Kick suchen um anderes ausklammern zu können.
    Wir, die wir die Parteien wählen um unseren Status Quo aufrecht zu erhalten.
    Wir, die wir stolz sind, dass Deutschland als Vorbild für Sozialabbau in anderen EU-Staaten dient.

    Wir, die wir dieses verfickte, menschenunwürdige Spiel täglich neu erfinden, mitspielen, legitimieren.
    Wir, die wir in unserer anerzogenen Lethargie dieses System aufrecht erhalten."

    Wie sagte schon der große sozialdemokratische Philosoph und Schwerdenker Peer St.: "Auf das WIR kommt es an!"

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  5. Abteilung: Synapsenfasching8. Mai 2013 um 23:37

    Der Feind w o h n t in uns!

    Ach ja?
    ... so mit allem Drum und Dran, 'ner Couch, Flachbildschirm, Pantoufles an den Füßen und pünktlicher Mietzahlung?
    Garnüch so lange her, da stand der Feind noch da wo er auch hingehörte: Vor der Tür!

    Wir, die wir...

    Wo viel w i r auftritt da spricht Merkel - siehe → Das Merkel-wir!

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    1. Deine Kritik setzt sich ausschließlich mit meiner Wortwahl auseinander und nicht mit dem Inhalt des Textes.

      Habe ich zu oft das Wort 'wir' benutzt um mit das Merkel verglichen zu werden?

      Was soll das?

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  6. "Garnüch so lange her, da stand der Feind noch da wo er auch hingehörte: Vor der Tür!"

    ja schuld sind immer die Andern. Das kommen sogar Nazis & Linke überein. Und was für den einen die Merkel, ist für den Durchschnittsbürger der faule Grieche.
    Wenigstens da sind sich alle einig.

    Wenn du jmd als "Feind" konfrontierst, kannst du dir _selbst_ zwar super beweisen, was für ein toller Typ du bist - der "Feind" schaltet dann nur auf Verteidigung, und versteift sich erst Recht auf seiner Position.

    Was meinten die Fahnenabknicker wohl, mit dieser Aktion zu erreichen?
    Daß die Betroffenen sich in stiller Stunde hinsetzen, und sich dank ihrem "Strafzetttel" besinnen?
    Oder daß sie einfach nur stocksauer auf das "verdammte Kommunistenpack" sind, und nächstes mal erst recht Rechts wählen?
    Die Chance, daß ihnen irgendwann mal von alleine aufgeht - und anders geht das mit Meinungen nun mal nicht - daß Nationalstolz bißchen unlogisch ist, wurde damit wohl eher deutlich verringert.

    Wenn du dir mal anguckst, wieviel (v.A. Jugendliche) den Kriegseinsätzen unkritisch gegenüber stehn, bzw wieviele Menschen überhaupt noch kritisch denken - ist man auf linken Blogs unterwegs, könnte man fast denken, das wär die Mehrheit... die Realität sind aber ganz anders aus.
    man sollte die Leute überzeugen - sie einfach als "Feinde" zu bekämpfen, dafür stimmen aber leider nicht die Zahlenverhältnisse.

    Im Übrigen wollte der Duderich mit dem Artikel wohl sagen, daß man besser mal anfängt, die eigenen Handlungen zu hinterfragen, bzw. zu gucken wie man selbst aktiv werden kann, statt die Schuld nur bei Merkel/ den Bankern / den Andern halt zu suchen.

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