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Donnerstag, 8. August 2013

Pavianfelsen

Abteilung: Ärsche

Es sind Zeiten wie diese, die mich an zurückliegende Beobachtungen des Gebarens auf einem Pavianfelsen während der Fütterungszeit erinnern. Fast möchte man sich schon bei der Gattung der Paviane entschuldigen, wenn man sie mit der Menschheit vergleicht...

Wir, die Menschen, rühmen uns als 'Krone der Schöpfung', die wir doch mit einem kritisch reflektierenden Verstand ausgestattet sind.
Wir, die 'Oberprimaten', die wir uns auf dem Baum der Evolution auf den obersten Ast hinaufgehangelt haben, sind in der Lage zu abstrahieren.
Wir philosophieren über Begriffe wie 'Freiheit' und 'Gerechtigkeit'.
Streiten für 'Humanität', was ja im Wortsinn nichts anderes als Menschlichkeit bedeutet.
Nur, für was steht diese 'Menschlichkeit'?
Für Freiheit, für Vernunft, für Gerechtigkeit?

Schöne Worte - wo aber werden sie gelebt und im politischen Handeln umgesetzt?
Oder wo werden sie von der Bevölkerung eingefordert, gehört und (im gelebten Auftrag des Souveräns) realisiert, statt niedergeschlagen und unterdrückt?

Wofür steht die Menschheit in der Reflexion der Geschichte wie auch der Gegenwart?

Gab es je eine Ära in der Menschheitsgeschichte, in der nicht eine breite Masse von Unterprivilegierten einer bedeutend kleineren Masse von Herrschenden zugearbeitet hat?

Wurde Reichtum jemals von Oben nach Unten verteilt?

Muss, oder soll das so sein???
WER sagt, dass es muss; WER sagt, dass es soll?
Die Mehrheit, oder die von der Mehrheit gewählten?

Ist die Gravitation des Reichtums, respektive der Macht, so unüberwindbar wie die naturwissenschaftliche Gravitation der (physikalischen) Masse?

Diese ganzen humanistischen, aufgeklärten Werte mit der sich die Demokratie gerne schmückt, taugen nicht dazu, die gegenwärtigen Verhältnisse zu beschreiben.
Meiner Wahrnehmung nach etablieren sich stattdessen immer größere Fliehkräfte, die uns von dem Kern dieser Werte entfernen.
Selbst unser 'unantastbares' Grundgesetz wird immer mehr zur Verfügungsmasse...
Auf die 'Würde des Menschen' wird seit Beginn der Menschheitsgeschichte geschissen - warum sich dann noch über den Verlust der informationellen Selbstbestimmung aufregen, die darauf fußt?
Im Kontext des Zeitgeistes mutet der Geist unseres Grundgesetzes sowieso mittlerweile als linksverblendetes Spinnertum an.
(...)

Das Gros der Weltbevölkerung leidet unter der Verteilung der Besitzverhältnisse, die stetig durch die Legislativen ALLER Staaten per Saldo verschärft werden. Man mag fast geneigt sein, 'Demokratie' als das 'Unwort des Jahres' vorzuschlagen.
Die Vernunft manifestiert sich für mich nicht nachvollziehbar in der gesellschaftlichen Entwicklung.
Die herausragende 'Intelligenz' der Menschheit mag uns in die Lage versetzen, das menschliche Genom zu entschlüsseln und selbsteinparkende Autos zu entwickeln.
Eine ethische Entwicklung vermag ich aber nicht wahrzunehmen.

Wenn man den roten, prallen Pavianarsch durch Geld und Macht ersetzt - was unterscheidet uns dann noch von denen, die wir im Zoo verlachen?

Kommentare:

  1. "Wurde Reichtum jemals von Oben nach Unten verteilt?"
    Ja, in den 50ern in den USA.

    "Muss, oder soll das so sein???"
    Nein.

    "WER sagt, dass es muss; WER sagt, dass es soll?
    Die Mehrheit, oder die von der Mehrheit gewählten?"
    Das ist wirklich eine seht interessante Frage. Wer definiert eigentlich Dinge wie Eigentum, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, etc. Das sind Dinge die es lange Zeit nicht gab und sich erst nach und nach entwickelt haben. Wahrscheinlich hatte irgendjemand die Idee und diese Idee verbreitete sich in den Köpfen der Menschen. Sie konnten sich mit ihr anfreunden und verbreiteten sie weiter. Irgendwann war es dann normal.

    "Wenn man den roten, prallen Pavianarsch durch Geld und Macht ersetzt - was unterscheidet uns dann noch von denen, die wir im Zoo verlachen?"
    Weniger als wir glauben, schätze ich. Aber immerhin können wir die Verhältnisse hinterfragen, kritisieren, um sie dann durch ein anderes auch auf Macht basierendes System zu ersetzen.

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    1. "WER sagt, dass es muss; WER sagt, dass es soll?
      Die Mehrheit, oder die von der Mehrheit gewählten?"


      das mit der Mehrheit, und was die so sagt oder will, ist allerdings auch ne Sache für sich...

      die Medien erzählen den Leuten, Merkel wäre die beliebteste Bundeskanzlerin und hätte 80% "Zustimmung" (wofür genau? in Bezug auf was eigtl?) - und zack, wird das auch von eigtl kritische Menschen unhinterfragt nachgebetet, die daraus schließen, wie bescheuert der "Michel" sei etc...

      (mal grundsätzlich zum Thema Umfragen/ Beliebtheitswerte: da erinnere ich nur mal an Guttenberg, wo teils Jahre alte Werte herangezogen wurden um zu beweisen, daß seine Beliebtheit mit der Affäre noch "gestiegen sei"; bzw wie die BILD so lange "umfragte", bis das gewünschte Ergebnis stand)

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