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Dienstag, 10. September 2013

Guaia Guaia!

Abteilung: Berufswunsch Terrorist

Nachfolgend ein, wie ich finde, geiles Stück Musik, welches die Kraft hat den eigenen faulen Arsch vom Sofa zu erheben und wackeln zu lassen (so war es zumindest bei mir).



Die beiden sympatischen Jungs sind übrigens obdachlos (oder waren es?). Erfrischend ist für mich, dass diese beiden offensichtlich ihren Status nicht als belastend empfinden, sondern als Ausdruck einer gelebten Freiheit. Nichts liegt mir ferner, als das Schicksal der Obdachlosigkeit zu relativieren oder zu verharmlosen.

Die Allerallermeisten leiden unter diesem Schicksal. Haben einen tiefen Sturz hinter sich.

Diese beiden Jungs aber, so scheint es mir zumindest (ich mag mich irren) leben einen Anarchismus, und scheinen Energie und Kreativität daraus zu ziehen.

Ich kenne sie nur über Youtube. Das, was ich gesehen habe, bildet zwei glückliche Menschen ab, die mit sich im reinen sind und ihr Ding durchziehen. Ihr Leben leben und dabei Spaß haben. Ich kann nicht hinter den Vorhang schauen - ich hoffe einfach, dass es so ist.

Lebensfreude, abseits von Konsum und fragwürdiger Sicherheit. Ich möchte gerne, Sozialromantiker der ich bin, daran glauben, dass hier die Form eines Gegenmodells zu unserer Gesellschaft gelebt wird.

Dieses Abseits unserer konsumorientierten Gesellschaft muss aber auf FREIWILLIGKEIT beruhen. Niemand darf darin hineingepresst werden. Solange die Randexistenz selbst gewähltes Schicksal, ja ein anarchistischer Akt ist, solange erfrischen und inspirieren die mich, die diesen Weg wählen.

Noch scheint der Ausdruck ihrer Musik nicht der Verwertbarkeit der kapitalistischen Logik zu folgen. Mag sein, dass ich mich schon hier irre, aber ich will das nicht glauben!

Wie auch immer:
Schön jedenfalls, dass Obdachlose, auf die man so gerne herabblickt, dem Opfer-Status nicht entsprechen.
Dies aber - darauf möchte ich noch einmal explizit hinweisen - ist die Ausnahme!

Die allermeisten Obdachlosen sind(!) Opfer dieser Gesellschaft. Überflüssig (sic), da nicht mehr verwertbar. Solange diese Teil dieser Gesellschaft sein wollen, solange sollte man ihnen einen Zugang gewähren!

Die Anderen aber, die dies nicht wollen - von denen sollten wir eine Gesellschaftskritik ableiten, mit der wir uns auseinandersetzen sollten...

http://www.youtube.com/watch?v=-aMZX2c3uXc
http://www.youtube.com/watch?v=EMqAMu0XZbQ

Kommentare:

  1. "Diese beiden Jungs aber, so scheint es mir zumindest (ich mag mich irren) leben einen Anarchismus, und scheinen Energie und Kreativität daraus zu ziehen. [] Das, was ich gesehen habe, bildet zwei glückliche Menschen ab, die mit sich im reinen sind und ihr Ding durchziehen. Ihr Leben leben und dabei Spaß haben. []Lebensfreude, abseits von Konsum und fragwürdiger Sicherheit. Ich möchte gerne, Sozialromantiker der ich bin, daran glauben, dass hier die Form eines Gegenmodells zu unserer Gesellschaft gelebt wird."

    Echt abgefahren, deine Sicht, Du Möchtegern-Anarchist-Terrorist-Weltschmerz-Sozialromantiker.

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    1. Der Duderich ist harmlos, der Typ Mitläufer eben.

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  2. "Die Anderen aber, die dies nicht wollen - von denen sollten wir eine Gesellschaftskritik ableiten, mit der wir uns auseinandersetzen sollten..."

    ...von denen dann wieder 51% bis 99% dumm, feige und böse sind?

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  3. na Duderich, da hast du dir aber einen Fan angelacht, he ;)
    so, ich weiß nicht wo ich jetzt anfangen soll...

    ich nehm mal das Thread-Thema:
    Obdachlosigkeit ist als Thema natürlich immer ein "heißes Eisen"... nicht nur weil sehr weit & komplex; sondern v.A. weil es es DEN Obdachlosen genauso wenig wie DEN Russen/ Deutschen/ Moslem/ etc gibt...
    auch wenn der Anteil verschwindend gering ist, gibt es auch tatsächlich Aussteiger, die freiwillig "Platte machen" - teils sogar mit Ausbildung/Studium & besten Berufschancen - die aber einfach keinen Bock haben.

    was "Guia Guia" betrifft, kommt mir die Sache aber auch leicht faul vor...
    "leben auf der Strasse" & der Dokufilmer muß beim "Strom abzapfen" helfen - der Sprit für den 3.000-Watt-Verstärker ist dann aber doch immer da... und Instrumente sind erfahrungsgemäß auch nicht ganz billig.
    Mit echter Obdachlosigkeit hat das eher wenig zu tun.

    auch wenn Plattenvertrag & professionell gedrehte Videoclips erst nach der Phase mit dem "verschimmelte Essen" kamen: schon vorher wurden die beiden - mindestens wenn's drauf ankam - noch nebenher gesponsert (von Mami oder wemauchimmer), anders wär sowas kaum möglich gewesen.

    "Obdachlosigkeit" als Abenteurerurlaub ... aber für den Notfall steht die Tür immer offen.
    Wenn nicht eh bloß reiner Marketing-Gag...

    ich will jetzt nicht das Haar i.d. Suppe suchen: aber wird ihnen dieser Lebensentwurf - abseits von "diesem kranken Konsum, Selbstzwang, Lifestyle..." - nicht erst durch eben dieses System ermöglicht? Sogar wenn sie wirkliche Obdachlose wären - die ganzen Türen werden ihnen allein durch ihre Musik/Berühmtheit geöffnet - Möglichkeiten, die andere nicht mal grad so haben...
    kein Plan, irgendwie erinnert mich diese Sache stark an das hier.

    @deinen "Kritiker":
    wenn du über die Hintergründe von "Guaia Guaia" so viel besser informiert bist als Duderich - man hätte das, statt arrogant von oben herab, evtl auch sachlich rüberbringen können.
    Dann hättest du zwar nicht den Dicken machen können - dafür wär die Chance, daß dir jmd ernsthaft zuhört, aber sehr viel größer gewesen... aber halt ne Frage der Prioritäten, stimmt's ;)

    btw: daß das Label "Universal" heißt, sagt mal grad gar nichts - ebenso wieviel oder wenig Kohle die machen. Sogenannte Independent-Label sind Geschäfte betr. auch nicht unbedingt weniger abgewichst, teils sogar im Gegenteil.

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    1. Ich muss mich jetzt mal outen:
      Ja, ich wurde aufmerksam auf die beiden durch deren Auftritt bei Stefan Raab (schäm). Die Jungs kamen sympatisch rüber, also hab ich mal bei Youtube reingeschaut. Vielleicht sind das Millionärssöhne, FDP-Wähler, was weiß ich. Ich will keinen Hype um diese beiden machen. Im besten Falle sind es Menschen, die einen anderen Lebensentwurf leben. Im schlechtesten Falle ist es ein Promotion-Gag.

      Na ja, der Song gefällt mir - und das ist (zumindest für mich) auch schon mal was.

      Man sollte diese ganze Chose nicht zu einem Politikum erheben.

      Aber die Vorstellung, dass sich Opfer zu 'Tätern' (im positiven Sinne) erheben, hat mich dann schon irgendwie berührt...

      Grüße, Dude

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