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Freitag, 13. September 2013

Steinbrück kann Punk - solange keine Inhalte hinterfragt werden

Abteilung: Ein Finger im Blätterwald

Der gestreckte Mittelfinger - eine internationale Geste, die keiner Erklärung bedarf. Nicht nur Beinfreiheit braucht der Kanzlerkandidat, auch die Finger möchte er spielen lassen.
Eigentlich ein interessanter Coup. Zu verlieren hat er ja nichts mehr, der Steinbrück.
Es wäre naiv zu glauben, dass Steinbrück das Foto (gibt es eigentlich schon T-Shirts mit dem Foto drauf?) in einem unbedachten Moment freigegeben hat. Denn Steinbrück kann auch BILD. Nicht nur Bertelsmann und Springer, er spielt momentan auf der Klaviatur ziemlicher aller Zeitungen, die von mir wahrgenommen werden.
Gerade jüngere Altersgruppen in wahlfähigen Alter mag diese Geste ansprechen. Ein nonverbales Fuck-Off in kontrastierender Gestik zur bräsigen Merkel-Raute.
Dass hat dann doch schon was progressives, oder?
Der Stinkefinger gegen die Merkel-Raute. Welch ein Wahlkampf!

Politische Inhalte? Visionen? Opposition und der fühlbare Entwurf einer alternativen Politik?

Viel zu kompliziert, langweilige Auseinandersetzung mit fachspezifischen Details!

Man sollte bei der Betrachtung dieser für Kanzlerkandidaten ach so progressive Geste nicht vergessen, dass die Inhalte Steinbrücks, für die dieser Eintritt, ein gereckter Stinkefinger gegen Arbeitslose und Hartz-IV-
Empfänger ist. Die Agenda 2010 zu verteidigen, Verfolgungsbetreuung gut zu heißen, hat dann doch nicht dem Nimbus von Freigeistern, die die Gesellschaft durchrütteln wollen, Opposition zu bestehenden Verhältnissen bieten zu wollen.

Einzig das Image zählt. Die medial transportierte Realität, die keine ist.

'Wahrheit' im Zusammenhang von politischer Willensbildung ist schon fast beängstigend. Jeder von uns (Widersprüche?) wäre überrascht, sie auszumachen. Und vor allem fremden fürchtet sich der Mensch - so ist er halt konditioniert. Wahrheit (und dessen kleinen Bruder 'Gerechtigkeit') mag ich mir von niemanden vorsetzen lassen. Beide Hürden sind zu hoch, als dass sie von einer Person übersprungen werden könnten. Aber das Streben danach - sich diesem nicht erreichbarem Idealen nähern zu wollen - das nehme ich kaum noch war... Einzelne treten dafür ein - die politische Kaste scheint aber gänzlich befreut von diesen Intensionen zu sein. Spätestes in der Regierungsverantwortung...

Zurück zu Steinbrücks freigegebenem Gestus:
Letztendlich ist dieser Stinkefinger gegen die Wählerschaft gerichtet. Gegen die, die sich eine wirklich sozialdemokratische Politik herbeisehnen. Denn, hat sich jemals Steinbrück von der Deregulierung des Spekulationswesens während seiner Zeit als Finanzminister distanziert?

Diese Geste mag, so hoffe ich immer noch naiv, nicht von den Inhalten ablenken, die sich nur marginal von der CDU unterscheiden. Links blinken und rechts abbiegen, dass kennen wir schon von Schröder.
Fool me once, shame on you! Fool me twice, shame on me!

Einen Stinkefinger zurück, Herr Steinbrück!

Da ist sogar die buddhistisch anmutende Raute der Kanzlerin authentischer.
Ich hasse es, Sätze wie diesen schreiben zu müssen...


Kommentare:

  1. Dieser Artikel zeigt, dass Du keinen blassen Schimmer hast, in welchem Zusammenhang Steinbrück diese Geste gemacht hatte.
    Man kann an Steinbrück ja Vieles kritisieren - aber diese Geste eben gerade nicht, wenn man den Kontext und die Aufgabenstellung seiner nonverbalen Interviewantworten kennt, respektive kennen will.
    BILD-Niveau.

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    1. Könnte sein, dass Du mich unterschätzt...
      Der Stinkefinger war Geste innerhalb eines Rahmens, in dem nicht verbal antworten durfte. Innerhalb dieses Rahmens ist die Geste vollkommen legitim - auch angesichts der provokativen Fragestellung.

      Aber, ist Steinbrück so naiv, dieses Bild für die Süddeutsche freizugeben, ohne sich Gedanken über die Wirkung (und möglichem Wahlverhalten) zu machen?

      Tue doch bitte mal nicht so oberschlau und unterstelle mir unhinterfragt Wissenslücken.
      Genau dies ist nämlich BILD-Niveau!

      Und, verdammt noch eins:
      Wenn Du beim kacken mal Langeweile hast - dann denk Dir mal nen Nickname aus!
      Stehe mal für Deine Pöbelei mit einem Namen, an dem man Dich wiedererkennen kann! Bezieh' mal Stellung und sei dabei als Verfasser erkennbar!

      Alles andere kommt doch nur trollig rüber. Wenn Du aber eine Meinung hast, für die Du einstehen willst, dann gib dieser Meinung einen Namen!

      Wenn Du streiten willst, Argumente austauschen willst - anstatt blöde Anfeindungen zu posten, die auf keiner Basis beruhen, dann gib Deiner Meinung einen Namen!

      Ansonsten bist Du einfach nur blöde Spam.

      Deine Entscheidung!

      Name oder Spam?

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    2. Oh, der Duderich fühlt sich getrollt...

      Dass Du die Hintergründe für die Geste zu den nonverbalen Interviewantworten gekannt haben willst, macht die ganze Sache natürlich noch schlimmer.
      Andernfalls hätte man Dir - ausser dem BILD-Niveau - höchstens noch grenzenlose Naivität und ein dümmliches RTL-Nachplappern zugute halten können.
      Nun aber ist es vorsätzliche Unterschlagung von bekannten Hintergründen zwecks billigstem Steinbrückbashing.

      Ausserdem mag ich keine Diskussion über Netzanonymität und das Einsetzen von Sockenpuppen führen.

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    3. @Anonym:
      Jeder sollte einen Stinkefinger im entspechenden Kontext zeigen können. Auch Steinbrück. Darum geht es aber gar nicht. Es ist vollkommen unerheblich, wie dieses Bild entstanden ist. Steinbrück hat dieses Bild freigegeben. In der Schlussphase des Wahlkampfes. Sicherlich nicht, ohne sich mit der medialen Wirkung vorher auseinandergesetzt zu haben. Dahinter steckt Kalkül. Damit setzt sich mein Text auseinander.

      Zur Netzanonymität:
      Ich will keinen Klarnamen von Dir. Einfach nur ein Pseudonym, damit verschiedene Kommentare einer Person zugeordnet werden können. Die, die zu ihren Kommentaren stehen haben da auch kein Problem mit.
      Ich will mit Dir keine Diskussion über Netzanonymität führen. Ich will lediglich einen Nickname von Dir, den Du auch beibehältst.

      Vielleicht ist es Dir ja auch mal aufgefallen: Die, die am lautesten krakelen heißen dann in der Überzahl 'Anonym'.

      Zufall?

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    4. Du meinst also:
      "@Anonym:
      Der selbe Mangel an Phantasie, der Dein 'Nickname' ausdrückt, setzt sich in Deiner Dystrophie fort..."

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    5. @Anonym
      »Ausserdem mag ich keine Diskussion über Netzanonymität und das Einsetzen von Sockenpuppen führen.«
      ...eine Anonymität, die durch die Annahme eines Nicks wohl kaum leiden würde.
      Wenn Du schon über diese Themen nicht diskutieren magst: Wie wäre es dann mit Gesprächskultur und Manieren?

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    6. @Duderich
      Wenn du anonym einordnen willst,nenn ihn doch einfach:Der Herr Karl.Die Wortwahl verrät ihn Von sockenpuppen schreibt er regelmäßig auf seinem,...Blog.Ausserdem den Satz:
      "@Anonym:
      Der selbe Mangel an Phantasie, der Dein 'Nickname' ausdrückt, setzt sich in Deiner Dystrophie fort...",hat er von einem deiner Kommentare,die er unlängst dort reinkopiert und veröffentlicht hat,um gegen dich zu hetzen.die Schlußfolgerung,das es sich bei QAnonym um der Herr Karl handelt,drängt sich somit auf.
      M.f.G.

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    7. @Anonym

      "Steinbrück-bashing"

      Der Begriff Bashing definiert sich als"Öffentliche Beschimpfung".Vor diesem Hintergrund lies noch einmal den Artikel und sag ,wo du da eine öffentliche Beschimpfung erkennst.Sicher,Duderich kritisiert Steinbrück,aber zwischen Kritik und Bashing ist doch ein großer unterschied.Nach deiner Logik müsste man dann auch den Artikel beim Öffinger Freidenker,in dem Stefan Sasse Müllers NDS-Artikel zur Syrien Krise kritisiert als billigstes Albrecht-Müller-Bashing bezeichnen.Merkst du jetzt wie falsch du liegst?

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    8. @ Thorsten Schumann:
      "Wenn du anonym einordnen willst,nenn ihn doch einfach:Der Herr Karl."

      Ja, der Verdacht hat sich mir auch schon aufgedrängt... :-)

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    9. @ "Herr Karl"

      naja, zumindest bei der Mehrzahl der anonymen comments, die in den letzten 3,4 Threads hier auftauchten & in 'Diktion' & Tonfall ziemlich ähnlich waren, bin ich mir zu 99% sicher daß es _nicht_ der Herr Karl war.

      wie schon mal gesagt, ist DAS auch grad das Tückische an anonym geposteten Provokationen: hinterher werden Hinz & Kunz verdächtigt - diesmal dHK, nächstes mal X oder Y.
      (woran sich natürlich auch nichts ändern würde, wenn statt "anonym" irgend ein "Wegwef-Nick" genommen würde)

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    10. "Ich will mit Dir keine Diskussion über Netzanonymität führen. Ich will lediglich einen Nickname von Dir, den Du auch beibehältst."

      Was hälst Du von:
      Argo
      gerdos
      Melina
      sramXX
      Jos Joskens
      Phantomas
      Jan de Plakker
      Groetjes
      ?

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    11. Super!
      Such Dir halt einfach einen aus!

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    12. Vielleicht einen, der noch nicht vergeben ist - um Verwechslungen zu vermeiden...

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    13. Woher weisst Du, dass diese Namen schon vergeben sind?

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    14. @Anonym:
      Weil mir ein paar davon bekannt vorkommen.
      Ich habe aber zunehmend keine Lust auf diese Art von Gespräch.
      Wenn Du bis jetzt nicht den Sinn von Nicknames begriffen hast, dann wirst Du es auch nicht mehr.

      Auch habe ich zunehmend keine Lust auf Kommentatoren zu reagieren, die sich 'Anonym' nennen.

      So einfach ist das.

      Vielleicht gehen ja rechtstendierende Blogseiten da liberaler mit um...Oder andere linke Seiten. Vielleicht da mal probieren...

      Findest bestimmt eine Seite, die Dich nicht mit Nickname und so nen Quatsch nerven.

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    15. @Anonym
      Argo und Melina geht nicht - das sind meine beiden. Wegwerfnicks: Pöhh!! Die sind erstklassig mit Email und Website. 1a Sockenpuppen, wie der gemeine Troll zu wimmern pflegt!
      @Duderich
      Er darf bei mir, wenn er will. Nicht daß ich mich als Hort der Liberalität verkaufen will, aber meinen Spaß habe ich gerne mit solchen ... äh, ja :-)

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  2. sehr gut auf Anonym geantwortet Duderich, Respekt!

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  3. Was nun, Hinduismus oder Buddhismus?

    "Da ist sogar die buddhistisch anmutende Raute der Kanzlerin authentischer." (Duderich)

    "Die aus dem Yoga stammende Übung, die Fingerkuppen gegeneinander zu pressen, hat eine lange Tradition. Nur, dass jemand vergessen hat, Angela Merkel zu sagen, dass man die Hände auch wieder loslassen kann, wenn man die Position einmal eingenommen hat …" (CARTA)

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  4. Es sind bei Steinbrück einfach nur die medialen PR-Tricks zur Steigerung der öffentlichen Aufmerksamkeit. Wenn er meint öffentlich auf einem Podium heulen zu müssen, dann tut er das nach Anweisung der Regie. Wenn er meint, den Bushido mimen zu müssen genauso. Das alles sind Strategien der Anbiederung an spezielle Wählerschichten: Menscheln für Lore-Roman-Leser hier und hippe Zeichensprache Techno-Jünger dort.

    Steinbrück ist so durchschaubar, dass die SPD an seiner Stelle auch ein Stück Schwarzbrot als Spitzenkandidat hätte nominieren können: Kernig, kantig und kann auch kein Schach.

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