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Dienstag, 8. Oktober 2013

Die Scheinheiligkeit des Mitgefühls

Abteilung: Leichensäcke gibt es nur in der europäischen Währungsunion

Lampedusa:
Im Vergessen darin, dass vermutlich weit aus mehr Menschen dabei starben um überhaupt an das Mittelmeer zu gelangen, ist der Aufschrei groß, wenn sie kurz vor der europäischen Küste verrecken. Weniger die 300 andershäutigen Seelen erschrecken uns, als vielmehr die Tatsache, dass durch den Überlebenswillen Getriebene versuchen, die Pforten europäischer Wirtschaftsstandorte einzurennen. Aber auch dies kann und wird vermutlich mißbraucht werden:
'Wenn Afrikaner ihr Leben riskieren um nach Europa zu kommen, kann es doch auch für die Abgehängten hier nicht so schlecht sein...' 
So höre ich jetzt schon die Systemprofiteure ihre Menschenverachtung hinaus speien.
So werden die Ärmsten gegen die Armen ausgespielt. Die Allerärmsten auf diesem Planeten sterben nur dann medienwirksam, wenn sie in Sichtweite zu unserem Kontinent verrecken. Aufgebahrt im europäischem Kontinent lassen sie sich schwerer ignorieren, als die zahllosen Hungertoten, die täglich und viel zahlreicher sterben.
Niemand mag von sich behaupten wollen, dass er nicht wüsste, dass täglich zig-fach mehr in Afrika und anderswo an Hunger sterben.
Namenlose, weit weg von hier.
Wo ist der Unterschied, als die der geographischen Nähe und der medialen Aufarbeitung?

Wer unterschreibt das universale Recht auf Leben?
Was wollen wir tun, um dies umzusetzen?
Wofür stehen wir ein, wenn nicht darin?

Dieses ganze System der Ressourcen- und Reichtumsverteilung basiert auf die Verdrängungsmechanismen die wir angelernt bekommen. Wir denken national, nicht global. Wir denken nicht mal europäisch. Wir wählen die (CDU), von denen wir glauben, dass sie den 'Wirtschaftsstandort Deutschland' gegen andere europäische Länder behaupten. Der Abbau des Sozialstaates wird gefeiert als Überlebensstrategie in einer globalisierten Welt.

Wettkampf, Konkurrenz, Erhaltung des Status Quo.
  • Wer reich und vermögend ist, will nicht in die Oberschicht abfallen.
  • Wer der Oberschicht angehört, will nicht in die Mittelschicht abfallen.
  • Wer der Mittelschicht angehört, will nicht in den Niedriglohnsektor abfallen.
  • Wer dem Niedriglohnsektor angehört, will nicht arbeitslos werden.
  • Wer arbeitslos ist, der will nicht in Hartz IV abfallen.
  • Wer Hartz IV bezieht, der will nicht, dass das Sozialstaatsniveau auf das anderer Länder in der Zugehörigkeit dieser Währungsunion abfällt (z.B. Griechenland)
  • Wer als Abgehängter in europäischen Staaten der Austeritätspolitik anheim fällt, will nicht verhungern.
  • Wer am verhungern ist, der will nicht sterben.
In einem 'aufgeklärten' Staat wie diesem wird eine höhere Besteuerung von Millionären und Milliarden nicht umgesetzt. Statt die Armut zu bekämpfen, wird der Reichtum geschützt. Unabhängig davon, ob dieser Reichtum durch eigene Leistung, oder durch die Ausbeutung durch Unterprivilegierte erworben wurde und wird.
National und global.
Banken werden mit Milliarden gerettet, Hunger wird mit Millionen bekämpft.

Wer sein Kreuzchen bei der CDU, SPD, GRÜNEN, FDP und AFD gesetzt hat und jetzt betroffen tut, ob der 300 Todesopfer vor Lampedusa:

Ihr, die Ihr Euch vermutlich als 'Leistungsträger' wähnt und in Eurer Betroffenheit Hartz IV Empfänger und die griechische Bevölkerung parallel dazu als Schmarotzer empfindet:

Möge es Hungertote und Verstand auf Euch einregnen.

Den Schirm der Ignoranz habt ihr wahrscheinlich früh genug aufgespannt...


Kommentare:

  1. Den Popo piekt halt immer nur die Spitze des Eisbergs.

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    1. Teil II kam hier doppelt an, aber es fehlt Teil I...
      Bitte nachreichen!

      Grüße, Duderich

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  5. Wenn es es nach Innenminister Friedrich ginge würde wohl eine Mauer um ganz Deutschland gezogen.Wir ruinieren die südeuropäischen Länder mit brutalen Austeritätsdiktaten und drücken ihnen dann noch die Flüchtlinge auf und lassen sie damit allein.Das versteht die Bundesregierung unter Europäischer Partnerschaft.
    Die Flüchtlinge sind das Produkt einer asozialen und egoistischen Wirtschaftspolitik zulasten afrikanischer Volkswirtschaften,von zerstörerischem Raubbau durch Rohstoffförderung und Kriegstreiberei,von der wieder die deutsche Rüstungsindustie profitiert.Es klingt doch geradezu wie Hohn,wenn uns unsere Kanzlerin weiszumachen versucht,das aus,von Deutschen Unternehmen nach Syrien gelieferten,Chemikalien natürlich keine Giftgaswaffen hergestellt werden.Natürlich,genausowenig,wie Deutsche Panzer in Saudi-Arabien und Quatar nicht gegen Demonstanten und Deutsche Waffen von der Türkischen Armee nicht gegen Kurden eingesetzt werden,schon klar.
    Erst erzeugen wir Flüchtlinge durech verantwortungslose,egoistische Politik und dann schlagen wir ihnen die Tür zu und lassen sie lieber ersaufen,als sie aufzunehmen.Im,SPD-regierten Hamburg gehen die Behörden jetzt retiktiv gegen afrikanische Flüchtlinge vor,die es von Lampedusa hierher geschafft haben, und wollen sie abschieben.So sieht das weltoffene Deutschland heute aus.
    Ich habe mich auf meinem Blog auch dazu geäußert.
    http://schumt3.blogspot.de/2013/10/lampedusa-die-schande-europas.html

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    1. Sehe das genauso:
      Wirtschaft geht über Moral und Ethik.
      Immer, und überall.
      That's capitalismus, stupid!

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