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Donnerstag, 17. Oktober 2013

Die Stille meiner Blogsphäre

Abteilung: Die Verschissenheit der Dinge

Kein Output hier vom Blogbetreiber.

Sicher, es gäbe genug zu schreiben, wenn man (ich) es denn wollte.

Es ist alles so sinnlos:
  • Die SPD wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach an die CDU verkaufen. Und danach wird sich weiterhin ungebremst (mit marginalen kosmetischen Einschränkungen, die die 'sozialdemokratische Seele' befrieden sollen) der gesellschaftliche Reichtum von unten nach oben verteilen. Überhaupt: Es geht (auch in den medialen Stellungnahmen) nur noch darum, was und in welchem Maße der Wirtschaft dient - oder diese hemmt. Mindestlohn? Vermögenssteuer? Ui - dass könnte dem Wirtschaftswachstum schaden! Die Frage, in wie fern die breite Bevölkerung an diesem Wirtschaftswachstum überhaupt partizipiert wird wohlweislich gar nicht mehr gestellt.
  • In Fukushima wird, nach wie vor, extrem kontaminiertes Wasser in das Ökosystem der Weltmeere eingelassen. Wen interessiertes es? Wird schon irgendwie gut gehen! Solange die Fischstäbchen im Supermarkt nicht davon betroffen sind ist es dann doch wirklich nur Gutmenschengejammere, nicht wahr?
  • 30 Millionen verbaute katholische Protz-Architektur in Limburg? Hallo? Brauch wirklich noch jemand Beweise für feudale Strukturen der katholischen Kirche? Wer dass zum Austritt aus der Kirche zum Anlass nimmt, der sollte sich Fragen, warum er überhaupt noch bis jetzt Kirchensteuer gezahlt hat. Jetzt auf einmal die Kirche hinterfragen? Wegen 30 Millionen? Wie naiv kann man denn sein - selbst als Katholik?
  • Und dann dieses Drama der Hungernden, die über das Mittelmeer versuchen dem Tode zu entfliehen. Wenn sie innerhalb des Kontinents am Hunger verrecken interessiert es keine Sau. Der Aufschrei erfolgt nur dann, wenn sie als Ertrunkene auf europäischem Festland aufgebahrt werden. Anderseits interessiert es uns einen Scheiß, unter welchen Bedingungen Coltan für unsere geliebten, schicken Smartphones abgebaut wird.                                                                                                                 
  • Habe ich einen aktuellen Anlass der momentanen Belanglosigkeit übersehen? Man mag es mir verzeihen. Im schlimmsten Falle möge man von mir erwarten, dass ich mich damit auseinandersetze...
Ich muss immer wieder erkennen, dass Ungerechtigkeiten uns nur dann interessieren, solange wir davon betroffen sind. Unsere ach so aufgeklärte, abstrahierende Spezies interessiert doch nur, was die eigene Existenz betrifft. So lassen wir uns auch gerne gegen die aufhetzen, die unserer Solidarität bedürfen. Hier zu Lande, und auch global.
Wir benutzen ausbeuterisch produzierte Handys mit Flatrate.
Aber wofür?
Um uns zu vernetzen? Um uns mithilfe eines weltumspannenden Netzes und dem Zugang zu globalem Wissen zu informieren?
Nein! Wir benutzen es um geistlose und sinnbefreite SMS auszutauschen.

Ich weiß, ich habe viele unter meiner Leserschaft, die unsere Umwelt ähnlich (kritisch) sehen.

Diese ausgenommen, habe ich momentan die Position, dass die Menschheit doch bitteschön vor die Wand fahren soll.

Warum sollte sie (die Menschheit) denn was besseres verdient haben?

Fühle mich ohnmächtig. Was soll ich denn schreiben? Was könnte irgend etwas relevantes bewirken?

Alles wird seinen Gang gehen. Ich bin zur Rolle des (kommentierenden) Zeugen verdammt.

Ich bin es einfach satt, zur Zeit.

Wird wohl wieder besser werden...

Bis dahin...

Euer Dude

Kommentare:

  1. Moin, nur ganz kurz:

    http://www.youtube.com/watch?v=NYB92jGPnlg

    Mir hilft es wenn die Menschheit mich wieder ueber alle Maßen ankotzt.

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  2. Du hast wohl eine kombinierte Herbst - Politik Depression. Gute Besserung.

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  3. ja Dude, ich kann dich sehr sehr gut verstehen. ich kenne diese krisen aus eigener erfahrung nur zu gut. es ist der Buddhismus, der mich gelehrt hat, alles etwas entspannter, oder besser formuliert aus größerer höhe zu sehen. ja, der mensch ist eine katastrophe und dabei , sich seine eigene grube zu buddeln. aber man darf nicht vergessen: homo sapiens bevölkert diesen schönen planeten gerade einmal 100-200 tausend jahre lang. gemessen an den äonen des universums ein wimpernschlag. und gemessen am universum ist die frage, ob sich eine winzige, unwichtige spezies auf einem kleinen planeten in einem der milliarden sonnensysteme der milchstraße, einer von milliarden galaxien da draußen, selbst auslöscht oder nicht, sowas von unbedeutend, wie nur irgendwas.

    also gilt es für mich nur auf mein eigenes handeln (buddhistisch: in gedanken, worten und taten) zu achten. ich muß mit mir selbst im reinen sein. und zwar ohne jeden selbstbetrug und unter beachtung möglichst aller zugänglichen informationen. nicht den kopf in den sand stecken und denken, was ich nicht gewusst habe, kann mir später keiner vorwerfen.
    auch das bemühen um information gehört bereits zum gelungen leben. das bemühen um bildung, um zusammenhänge zu verstehen und schließlich das bemühen, das eigene handeln evtl. zu ändern. evtl. auch immer wieder zu ändern.

    damit wird man kaum den lauf des planeten ändern. aber wenn man am ende ein leidlich gutes gewissen hat, kann man denke ich von einem gelungenen leben sprechen.

    lg
    don

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  4. Diese ausgenommen, habe ich momentan die Position, dass die Menschheit doch bitteschön vor die Wand fahren soll.

    Das ist der Punkt, wo man dann später den Nihilisten von dem trennen kann, der die Menschen trotzdem liebt. Viel Glück mein Freund.

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  5. Ich kann das bestens nachvollziehen und fühle mich seit einiger Zeit auch sehr oft ohnmächtig und fatalistisch, was die Entwicklung der Welt angeht. Zu oft scheinen mir die Leute einfach total ignorant gegenüber den Auswirkungen ihres Handelns zu sein (sei es nun im Konsum- oder Politikverhalten)... Ansonsten kann ich mich den Worten von Don nur anschließen - man sollte zumindest versuchen, sein eigenes Verhalten seinen Ansprüchen und Idealen anzunähern.

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  6. Aufrechten Dank für Eure Worte! Muss wohl meine Batterien ein wenig aufladen...

    Liebe Grüße
    Dude

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  7. Hallo Dude,

    Natürlich kann auch ich deine Frustration verstehen. Du strengst dich an, aufzuklären und siehst so wenig Erfolg.

    Habe ich alles selbst erlebt. Mein ganzes Umfeld wollte ich bekehren, war verzweifelt ob der unfassbaren manipulierten Masse. Selbst meine Tochter, die es doch durch mich besser wissen müsste, gehörte dazu.
    Trotzdem war sie diejenige, die mir den Spiegel vorhielt und mir einen anderen Weg zeigte, mit dieser Frustration umzugehen. Bei unseren zahlreichen politischen Diskussionen, bei denen sie gänzlich "unbewaffnet" war und dadurch meinen Frust noch verstärkte, hatte sie die Größe, mir Wahrheiten über mich entgegen zu schleudern.
    Ich demütigte sie unbewusst, weil ich ihr ständig ihre Unwissenheit zeigte, überforderte sie mit meinem politischen Wissen aber trotzdem stellte sie sich jedem Gespräch. Gleichzeitig bewunderte sie mich, was ich alles so wusste. Irgendwann war sie diejenige in ihrem zahlreichen Freundeskreis, die größeres politisches Wissen hatte und es auch einsetzte als alle anderen. Sie schlüpfte also ihren Freunden gegenüber in die gleiche Rolle , die ich ihr gegenüber hatte. Hier erlebte sie auch die gleiche Frustration, die ich ständig erlebte. Sie kannte nun beide Seiten, die des Aufgeklärten und die des Unwissenden. Natürlich fühlte sie sich in der Rolle der Aufgeklärten wohler, hat aber gleichzeitig erlebt, wie demütigend, langwierig und schmerzhaft der Erkenntnisprozess ist.
    Ideal war für sie, dass sie erkannte, welche Fehler der Aufklärer machte, weil sie sein Tun am eigenen Leib erfahren hatte. Davon habe auch ich profitiert und seitdem ich das beachte, geht es mir viel besser. Ich dränge niemanden mehr meine Meinung auf - seitdem ist sie aber mehr gefragt. Dabei achte ich immer auf meinen Gegenüber, nach dem Motto "Hole ihn da ab, wo er steht und erschlage ihn nicht mit deinem Wissen." Der Andere ist nicht dazu da, meinen eigenen Frust auszuhalten- er ist nicht wirklich dafür verantwortlich!!!

    Diesen Prozess des Erkenntnisgewinns und seine Folgen auf weniger Begabte sollte auch jeder Pädagoge verinnerlicht haben. Denn genau das ist es, Pädagogik.

    Auch auf diesem Blog lese ich von manchen Kommentatoren den falschen Umgang mit Unwissenden:
    Hier mal einige Beispiele, wie man Leute, die sich gern auf verschiedenen Blogs informieren wollen, erfolgreich vergrault:
    * Die Kommentare sind viel zu lang,
    * viel zu unverständlich geschrieben
    (Was nützt es einem Menschen viel zu wissen, wenn er nicht in der Lage ist, es weiterzugeben?),
    * Beleidigungen der Unwissenden, anstatt ihnen zu helfen
    ( Die meisten stillen Leser, die auf solch einen Blog stoßen, werden nicht lange hier bleiben, wenn sie beschimpft werden. Das hat die gleiche Wirkung als wenn der Lehrer zum Schüler sagt: "Du bist so dumm.")
    * arrogantes Auftreten der Stammkommentatoren......

    Dir Dude kreide ich solche Post wie diesen an. Es ist auch nicht der erste, bei dem du deinen Frust auslässt. Versetze dich mal in die Lage, von Leuten, die von deinem Geschriebenen lernen wollen.
    Sie lesen: "Alles sinnlos, das Ganze fährt gegen die Wand..."

    Wie würdest du reagieren?

    Ich würde mich in mein Privates zurückziehen und keinen weiteren Wert mehr auf Aufklärung legen. Denn bei dir lese ich ja wie unglücklich politische Aufklärung macht.

    Bei allem Verständnis für deinen Frust. Ich meine, hier gehört es nicht hin. Es sei denn, du bezweckst mit deinem Blog etwas gänzlich anderes als Aufklärung.

    So, nun habe ich meine erste Regel ("Die Kommentare sind viel u lang.") auch nicht beachtet. Asche auf mein Haupt.

    Dude, ich wünsche dir und vielen anderen mehr Gelassenheit. Akzeptiere, dass du erst mal nicht mehr tun kannst, außer verständlich aufklären. Du bist in der Lage, dieses aber richtig gut zu tun.

    Liebe Grüße Ruby

    PS: Meine jetzige Gelassenheit hat dazu geführt, dass meine Tochter jetzt von selbst kommt, um mit mir politisch zu diskutieren.

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    1. Ruby ...
      Auch auf diesem Blog lese ich von manchen Kommentatoren den falschen Umgang mit Unwissenden:
      Hier mal einige Beispiele, wie man Leute, die sich gern auf verschiedenen Blogs informieren wollen, erfolgreich vergrault:
      * Die Kommentare sind viel zu lang,


      *hust* echt ? Ihr Text: 4009 Zeichen, 624 Wörter

      (Was nützt es einem Menschen viel zu wissen, wenn er nicht in der Lage ist, es weiterzugeben?),

      ..was nutzt es in den blumigsten Worten behutsam " Aufzuklären" wenn eine Schlagzeile in der BLÖD reicht deine Bemühungen in Scheiße zu verwandeln ...?

      Sie lesen: "Alles sinnlos, das Ganze fährt gegen die Wand..."

      und sind für vielleicht 5 Minuten betroffen ...

      sie hören lesen sehen ...

      *wie die Profiteure sich lachend die Taschen füllen und es noch legalisiert bekommen
      * wie FRONTEX "unser" Paradies verteidigt und die Leute einfach ersaufen und verrecken lässt..alles legal
      *wie jeder Zweifel oder Unmut kriminalisiert wird ..alles legal
      *"wir" alle in unserer Freiheit und Menschen- und Persönlichkeitsrechten beschnitten werden..legal
      *wie Polizeigewalt gegen Bürger zunimmt ..legal
      *ganz Europa in Sklaverei und Lebensarmut geprügelt wird ..legal
      * Alte nach einem Arbeitsreichen Leben in bitterste Armut verfallen trotz Zwangsversicherung ..legal

      blablablabla ..

      BETROFFENHEIT FÜR 5 MINUTEN !! THATS IT
      man jubelt sabbernd den Reichen zu ...

      Ruby ... das kannst du dir so schön reden wie du willst .
      Ich behalte LEIDER recht ..

      gauckel -> Lazarus09+feynsinn+Groko

      Daaaaamit hätte man nicht rechnen können ......oder ?
      cheers

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    2. "..was nutzt es in den blumigsten Worten behutsam " Aufzuklären" wenn eine Schlagzeile in der BLÖD reicht deine Bemühungen in Scheiße zu verwandeln ...?"

      Lazarus, bitte verallgemeinere nicht immer. Ich rede nicht von den BLÖDzeitungslesern sondern von denen, die im Internet kritische und politische Blogs suchen, um sich zu informieren. Nur weil du noch keine erkennbaren Ergebnisse siehst, heißt es noch lange nicht, dass sie nicht doch greifen.

      Meine erster Blog, auf dem ich mich regelmäßig informierte, waren die Nachdenkseiten. Sie kommen gänzlich ohne Beschimpfungen aus. Deshalb bin ich auch dort geblieben.

      Meinst du, es wäre konstruktiv, Menschen, die endlich aus ihrer Ahnungslosigkeit heraustreten wollen, zu beleidigen? Glaubst du, sie wissen nicht selbst wie blamabel es ist, so unwissend zu sein, wenn sie es einmal kapiert haben. Da muss man nicht noch draufhauen.

      Die Medienmanipulation im Kapitalismus ist schon sehr ausgefeilt. Viele begreifen gar nicht, was hier abgeht.

      Die ehemaligen DDRmedien konnten nur wenige täuschen. Viele von uns glaubten den Schwachsinn nicht, viel zu primitiv und dogmatisch. Jetzt ist es weit aus schwerer hinter die Kulissen zu schauen.

      Gruß Ruby

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    3. Hallo Ruby:
      Erstmal eine Antwort zu Deinen Beitrag, ohne bislang die Reaktion von Lazarus und Deine Antwort gelesen zu haben.

      Inhaltlich unterschreibe ich Deinen Kommentar. Auch über die Effektivität andere Menschen zu überzeugen - oder besser - mitzunehmen.

      Mein Post sollte nicht so verstanden werden, dass ich sozuagen keinen Bock mehr haben, weil eh alle zu blöd sind und meiner 'Genialität' nicht folgen können. Man kann ihn natürlich so sehen und ich könnte es keinem übel nehmen.

      Überhaupt: Es ist ein schlechter Text, ich weiß das. Wenn er überhaupt was bewirken sollte, dann ist er vermutlich kontraproduktiv in meinem Sinne.

      Es ist einer von diesen Texten, bei denen ich es am nächsten Tag bereu(t)e, sie gepostet - oder zumindest nicht anders geschrieben zu haben.

      Die Intension dieses Posts war auch nicht, meine Leser eine fatalistische Sichtweise zu verkaufen - Anlass war, meinen momentan geringen Output zu entschuldigen.

      Es gab Phasen in diesem Blog, da sprühte es aus mir heraus, wollte mich mitteilen, ja, wollte Widrigkeiten schier HINAUSSCHREIEN.
      In letzter Zeit stellte ich fest, dass selbst mein schlechtes Gewissen mich nicht dazu antreiben konnte einigermaßen regelmäßig einen Text zu verfassen.
      Die Antwort auf diese nach innen gerichtete Frage lautete 'Resignation'. Es gab auch Impulse, diesen Blog einzustellen.

      Wenn es überschaubare Missstände auf dieser Welt gäbe, so würde mir vermutlich nicht die Kraft fehlen, diese stetig anzuprangern.
      Es ist mir momentan einfach (subjektiv wahrgenommen) zu viel Scheiße, die auf mich einregnet.

      Ich lebe in einer Welt, in der so ziemlich an jeder Ecke etwas kolossal schiefläuft, was sich in immer größerem Ausmaße in elementare Ungerechtigkeit manifestiert. Einerseits gibt es einen Markt für goldbedruckte Klopapierrollen für 500€ das Stück, andererseits haben andere Menschen nicht mal eine handvoll Reis für den täglichen Nahrungsbedarf. Tendenz: Immer reicher und immer ärmer.

      Wer diese Zusammenhänge nicht sehen will, der ist nicht dumm, sondern ignorant.

      Und, sorry, meine geschätzte Ruby:
      Um den Leuten zu erklären, dass es auch eine Welt gibt - außerhalb des hochauflösenden Bildschirms ihres Smart-Phones - dafür fehlt mir mittlerweile dann doch die Geduld.

      Dein Anspruch an mich ist vielleicht, diese Geduld aufzubringen. Das mag vielleicht auch eine Schwäche sein, ziemlich sicher sogar ist dies eine.

      Werde niemanden herabwürdigen, der mehr erfahren will, der sich mit den bestehenden Zuständen auseinandersetzen will - unabhängig von seinem Bildungsstand. Freue mich auch über jeden, der durch meine Gedanken Neugierde bekommt, hinter den Vorhang gucken zu wollen.

      Abschließend eine Volksbinse:
      'Man kann ein Pferd zur Tränke führen - aber saufen muss es selber!'

      Liebe Grüße,
      Dude

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    4. So, @Lazarus und @Ruby:
      Habe Eure (nachfolgenden) Kommentare jetzt gelesen:

      Ruby: Wer aus seiner Ahnungslosigkeit heraustreten will, der wird weder von mir, noch von Lazarus beleidigt. Kritisiert werden DIE, die sich in ihrer Ahnungslosigkeit eingerichtet haben, sich dort wohlfühlen - und auch dort bleiben wollen.
      Das, was Lazarus an 'legalen' Gegebenheiten aufführt, kann jeder lesen, der sich interessiert. Die Frage aber ist, ob die Menschen das wissen WOLLEN, ob es sie überhaupt INTERESSIERT.

      Ruby, ich schätze Dich total. Ich lese immer gerne Deine Kommentare und Deine idealistische Haltung erweckt große Symphatie in mir:
      Aber:
      Von meiner Denke her folge ich Lazarus Argumentation:

      Von denen, die nicht begreifen, wie sie von den Massenmedien manipuliert werden, sind die Allerwenigsten die, die unbequeme Wahrheiten erfahren wollen - und in der Konsequenz dann vielleicht ihre Konsumhaltung überdenken müssten.

      Das Wahlergebins der CDU spricht doch schon eine gewisse Sprache. Auch die SPD und GRÜNEN-Wähler werden kaum aufgrund nationaler und internationaler Solidarität mit den Abgehängten dieses System ihr Kreuzchen entsprechend gemacht haben.

      Die Frage ist für mich, ob eine relevante Mehrheit der Bevölkerung nicht begreifen KANN oder WILL.

      Liebe Grüße
      Dude

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    5. Guten Morgen Dude,

      Danke für deine Antworten.

      Ich gebe dir mit allem Recht. Diese Wut, Frustration, Resignation - kann ich alles total verstehen.

      Als ich nach einigen Jahren der Suche nach Wahrheiten und Hintergründen selber zu den Wissenden gehörte, habe ich das auch gefühlt und war schier verzweifelt. Seitdem ich aber mich eher darauf konzentriere, denen, die wissen möchten zu helfen und die, die der Einheitspartei zujubeln, zu ignorieren und jegliche politische Diskussion mit ihnen kategorisch ablehne, geht es mir viel besser.

      Da ich aber beide Seiten kenne - unwissend (ihr würdet jetzt wahrscheinlich dumm sagen) und wissend, weiß ich um die Wirkung solcher Texte, die du in deiner schlechten Stimmung geschrieben hast.
      Es geht ja nur um die Leute, die sich informieren möchten. Andere verirren sich ja kaum zu dir, sie werden verschreckt.
      Erst, wenn sie soweit informiert sind (und das kann Jahre dauern), dass die Wahrheit für sie glaubwürdig ist (wie ihr wisst, sind die meisten Wahrheiten in unseren Medien nur Verschwörungstheorien), können sie mit der Wut auf Ahnungslose umgehen.

      Das war auch der Grund, warum ich tatsächlich die ersten Jahre nur die Nachdenkseiten gelesen habe. Eigentlich war das aber schade, weil ich auf vielen anderen Seiten später viel weiter gedachte und für mich logischere Gedanken gefunden habe (leider aber immer mit diesen Beleidigungen).

      Dude, was ich eigentlich sagen will - versuche mit diesen Frust irgendwie umzugehen.
      Ich habe auf einen anderen Blog vor kurzem gelesen, dass diese massiven Verschlechterungen für die Bevölkerung und die vielen Krisen, die letzten Zuckungen des Kapitalismus sind. Ich meine, selbst bei Karl Marx Ähnliches gelesen zu haben.
      Falls es stimmt, wäre das doch eine schöne Nachricht.

      Wir müssen halt nur darauf vorbereitet sein. Deshalb habe ich hier auch schon mehrmals geäußert, dass wir uns über eine Gesellschaft DANACH unterhalten müssten.

      Liebe Grüße Ruby

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  8. leider Ruby muss ich auch eher Dude und Lazarus zustimmen:

    es ist das selbstverschuldete an der unwissenheit, was mich so auf die palme bringt. es gab noch nie eine zeit, in der die informationen so leicht erhältlich waren, wie heute.
    und dass es auch anders geht, haben uns die 60er und 70er jahre des letzten jahrhunderts gelehrt. da verfügte ein wesentlich größerer teil - besonders der jungen menschen - über politische bildung. und mehr noch: sogar über politischen willen.
    leider kann ich auch deine erfahrung mit schlecht informierten nur ganz bedingt teilen: in vielen diskussionen beharren die menschen auf ihren falschen ansichten, verteidigen den eigenen falschen lebensstil bis aufs blut, beleidigen dich und werfen dir "linke spinntisiererei", gutmenschentum und was weiß ich noch vor.

    insbesondere beim thema "Griechenland" bzw. "asyl" habe ich das mehrfach erleben dürfen.

    das ist ja der grund, warum ich versuche mich mehr auf mich selbst, mein eigenes verhalten und vielleicht noch das meines engsten umfelds zu beschränken. da spare ich mir den frust und kann im besten fall qua vorbild den einen oder anderen wenigstens zum nachdenken bringen.

    tut mir leid. klingt recht pessimistisch. ist aber meine erfahrung.

    lg
    don

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    1. Informationen sind leicht zugänglich, jedoch für den normalen User schwer zu filtern. Woher soll ein Durchschnittsurfer wissen, welcher alternative Blog nun tatsächlich Fakten zu bieten hat und welcher nur krude Verschwörungstheorien? Woher soll man wissen, wer hinter einem Blog steht und welche Agenda derjenige fährt? Warum soll ich einem Duderich eher glauben schenken als einem Bild-Redakteur? Letzterer hat zumindest eine journalistische Ausbildung (aus der er nur leider nicht viel gemacht hat).
      Menschen wachsen im System auf und kriegen täglich Scheiße gefüttert. Nun kommt ein "Gutmensch" und erzählt ihnen, dass sie ihr Leben lang eingelullt und belogen wurden. Rote oder blaue Pille?

      Die meisten wollen ihr Weltbild nicht erschüttern lassen. Lieber die Scheiße, die man kennt, als das große Unbekannte. Das ist nicht dumm oder ignorant, das sind normale, menschliche Schutzfunktionen. Keiner kann sein Leben leben, wenn er nicht wenigstens ein paar Konstanten im Leben hat, auch wenn diese nur Täuschung und Betrug sind. Sie geben trotzdem Halt.

      Das weiß auch unsere Elite, das weiß auch die Bild. Da können wir noch so lange missionieren, der Großteil der Menschen wird sich nicht darauf einlassen, ihre festgefahrenen Leben zu hinterfragen.

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  9. Ziemlich wütender Beitrag meines geschätzten Bloggerkollegen Stefan Rose über den deutschen Michel, der gut zu dieser Diskussion passt:
    http://fliegende-bretter.blogspot.de/2013/10/der-schizoide-michel-und-sein-wille.html

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    1. Ich gehe sogar so weit, dass ich mich zunehmend schäme, Deutsche zu sein.

      Das, was Stefan Rose schreibt, unterschreibe ich. Deutsche sind mehrheitlich Untertanen. Ihnen Macht in Europa zu geben, kann nur ins Fiasko führen.
      Mein Vertrauen liegt da eher im Europäer selbst.

      Mir geht es nur darum, die wenigen Deutschen, die sich informieren wollen, nicht zu verkraulen und gleichzeitig zu lernen, mit dem Frust über die stumpfe, dumme, ignorante, konsumgesteuerte und rassistische deutsche Masse umzugehen (keine Ironie).

      Ich wollte euch nur erzählen, wie ich damit umgehe. Ich ignoriere sie, auch wenn sie mit mir diskutieren wollen. Ich sage ihnen nur einen Satz: "Ich diskutiere nicht mit gänzlich Unbewaffneten." Glaubt mir, das sitzt immer.

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    2. Von den restlichen, mitnichten einladend wirkenden Ausführungen abgesehen, DAS muss man sich erst einmal durch die Windungen laufen lassen:

      «diskutiere nicht mit gänzlich Unbewaffneten»

      Sagt alles ...

      Jupp, mach ich dann auch so und putze mir den Mund ab.
      Lässt also genug Spielraum für persönliche Interpretationen ...

      Gruss
      Rosi

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  10. Es gibt kein Recht auf Blödheit , es gibt aber auch keine Pflicht , die Kritik daran zu übernehmen.

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  11. Ich glaube,dass es den meisten Leuten so geht,die auch nur einen ein wenig kritischen Blick auf die Welt haben.
    Um so besser,dass es immer noch Menschen gibt,die trotzdem nicht aufgeben ;)

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