Follow by Email

Sonntag, 15. Dezember 2013

Vier Jahre Muppets-Show

Abteilung: Hand- und Sprechpuppen

Die Verwaltung 'alternativloser' Verteilung des gesellschaftlichen Vermögens zu den Vermögenden kann also weitergehen. Weitere Ungerechtigkeiten und Unzumutbarkeiten sind für die CDU noch besser zu verkaufen, wenn sie von den sog. Sozialdemokraten mitgetragen werden. Die SPD verkauft diese Regierungsbeteiligung als staatstragend und vernünftig. Aber sie verwaltet (mit) die 'Vernunft des Marktes'. Dafür aber braucht man diese Partei nicht - dafür hätte man die FDP über die 5%-Hürde wählen können.

Sicherlich hätte ein negatives Votum der SPD erst einmal geschadet. Der Sozialdemokratie (und auch der Demokratie an sich) hätte es genutzt. Auch die CDU wäre in der Klemme gewesen. Der einzige denkbare Koalitionspartner wären die Grünen gewesen, die aber bereits zuvor schon ziemlich deutlich ihren Unwillen bekundet haben, sich in den Schwitzkasten der CDU zu begeben.

Es wäre bei einem abschlägigem Votum der SPD-Mitglieder vermutlich auf Neuwahlen hinausgelaufen. Möglicherweise hätte die AfD oder/und die FDP dann Fraktionsstärke erlangen können. So schlimm fände ich dies gar nicht - sollen sie sich doch blamieren!

So aber haben die SPD-Mitglieder den Weg für die weitere Selbstdemontage ihrer Partei freigegeben. Wenn die SPD unter 20% rutschen wird - vielleicht ist das dann endlich Anlass für personellen und inhaltlichen Wechsel. Sicher bin ich mir nicht - die Erkenntnisresistenz der modernen SPD sollte man nicht unterschätzen...

Uns erwartet ein absurdes Theater mit Hand- und Sprechpuppen.
Meine Rolle als Blogger in den nächsten vier Jahren wird wohl sein, in dieser Muppet-Show vom Balkon aus hinunterzublöcken.

'Hehehehehe!'

Kommentare:

  1. Der "Kater" kommt vll. schneller, als ich ihn erwartete:

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/155513

    SPD-Abstimmung als Politshow
    Peter Nowak 16.12.2013

    "Gerade das Fehlen einer großen gesellschaftlichen Debatte über die Große Koalition und ihre Alternativen war die Voraussetzung für die Inszenierung der Abstimmung als Politikshow

    Erik Dietrich ist extra in die Partei eingetreten, um die große Koalition zu verhindern und hat darüber in der taz gleich einen langen Aufsatz mit Fortsetzung angekündigt. Dabei hätte sich der Neusozialdemokrat die gesamte Prozedur ersparen können. Denn das Ergebnis war absehbar. Dazu wäre bestimmt nicht das Druckpotential nötig gewesen, das führende Sozialdemokraten in den letzten Wochen einsetzen, um eine Zustimmung zu erreichen. Schließlich gab es seit Wochen Umfragen, die ein Ergebnis voraussagten, wie es nun eingetroffen ist.

    Vor diesem Hintergrund waren die Berichte, die ein offenes Rennen suggerierten, eine große Show, die aber durchaus im Interesse der SPD-Verantwortlichen war. So wurde der erwünschte Druck auch noch über die Massenmeiden weiterverbreitet.

    ...

    Zeichen von Demokratie?

    Nach dem Ende der Prozedur werden nun die SPD und ihr Vorsitzender Sigmar Gabriel als gestärkt gesehen. Manche sehen in der Mitgliederbefragung sogar die Demokratie insgesamt gestärkt.

    Dagegen klingt der Taz-Kommentator erfreulich nüchtern, wenn er feststellt, dass die SPD die Basisdemokratie nicht erfunden hat und dass von einer echten Entscheidungsfreiheit keine Rede sein kann. ...


    Jupp, wenn es nicht so traurig wäre ... Doch es ist so traurig ...

    Gruss
    Rosi

    AntwortenLöschen
  2. PS: Der im Zitat angesprochene Artikel in der Taz ist i.Ü. lesenswert.

    AntwortenLöschen