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Mittwoch, 18. Dezember 2013

Zitat des Tages

 Abteilung: Leichenfledderei

Anne Will:
"Heute wäre Willi Brandt 100 Jahre alt geworden; aber eins ist sicher: Er wäre stolz auf seine Enkel gewesen!"

(Anmoderation in der Sendung 'Anne Will')

Kommentare:

  1. »"Heute wäre Willi Brandt 100 Jahre alt geworden; aber ein ist sicher: Er wäre stolz auf seine Enkel gewesen!"«

    Das glaub ich aber nicht.

    Willy Brandt war der am wenigsten schlechte bundeskanzler den die BRD hatte. Ich bin sehr sicher, daß der von der sozialdemokratie überzeugt war und eine bessere BRD wollte. Deshalb wurde er kaputtgemacht. Willy Brandt ist ein beispiel, daß man mit sozialdemokratischer wirtschaftspolitik verbesserungen für den lebensstandard der leute bewirken kann, jedoch bei der wirklichen macht, dem kapital, damit dermaßen danebenliegt, daß man ausgeschaltet wird.

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    1. Genau Deiner Meinung! Deshalb finde ich es so perfide (und Brandt würde sich mir wohl anschließen) ihn für Zustimmung einer Koalition mit der CDU zu missbrauchen.
      Überhaupt: Ich denke, dass wenn die Parteimitglieder über eine schwarz-rote oder über eine rot-rot-grüne Koalition hätten abstimmen dürfen, dann wäre das Ergebnis wohl anders ausgefallen.

      Wenn es der SPD um die Verwirklichung ihrer Ziele gegangen wäre, dann würde sie eine andere Strategie verfolgen.

      Es ist ein Trauerspiel. Ich bin zuletzt unter Schröder verarscht worden, und er hat sich meine Stimme erschlichen (BEVOR er die Agenda 2010 durchgedrückt hat).

      Die SPD ist mittlerweile genauso sozialdemokratisch, wie die CDU christliche Werte verfolgt, oder die FDP liberalen. Es ist nur noch Etikettenschwindel.

      Ich solidarisiere mich mit den Abgehängten, mit den sog. Hartz IV-Empfängern. Was ich diesen aber zum Vorwurf mache, ist, dass sie offensichtlich nicht wählen gehen.

      Aber auch dieser Vorwurf ist unfair, denn er ist ein Ausdruck für Perspektivlosigkeit.
      Wir leben in einer Gesellschaft, in der der Glauben an ein System verloren gegangen ist, welches die Mehrheitsbedürfnisse umsetzen soll.
      Wir sind wieder bei Brot und Spielen angelangt. Gesellschaftlich haben wir uns seit dem römischen Imperium nicht weiterentwickelt.

      Liebe Grüße,
      Dude

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    2. wie kommst du auf die idee, die 'abgehängten, sog.hatz-IV-empfänger' gingen offensichtlich nicht wählen? du bist doch mit den gleichen vorurteilen behaftet wie sarrazin, um es mal ganz hart auszudrücken! alg II-empfänger sind auch nur ganz normale bundesbürger, die wählen, wen sie wollen, wenn sie denn wollen. natürlich nur diejenigen mit deutscher staatsangehörigkeit. ich wüsste nicht, was sie jetzt besser, schlechter oder allgemein anders machen sollte als erwerbstätige. also lass einfach den mist, ihnen eine schuld am wahlergebnis wegen vorgeblichen politischen desinteresses anzudichten!

      diese art der politischen entmündigung ist diskriminierend, ganz abgesehen davon, dass sie grundfalsch ist.

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    3. @Anonym
      Über das Wahlverhalten von Sozialleistungsempfängern können wir beide nur spekulieren. Vom Ergebnis her, werden aber die Parteien bestätigt, die diese drangsalieren, entmündigen, kurz halten und verfolgen. Die LINKE setzt sich gegen die Sanktionierung von Hartz IV-Empfängern ein und dümpelt unter 10% - das wäre vermutlich anders, wenn Betroffene nicht resignieren würden.
      Ich habe von Untersuchungen gelesen, dass in reichen Wahlbezirken die Wahlbeteiligung höher liegt, als in sozialen Brennpunkten. Das ist traurig - aber wahr.

      Ich will niemanden diskriminieren, im Gegenteil - den Abgehängten gehört meine Solidarität. Ich verachte die Hartz-IV Gesetzgebung mit ihrer Verfolgungsbetreuung und Sanktionierung (habe auch die entsprechende Petition unterzeichnet). Natürlich(!) sind Hartz IV-Empfänger ganz normale Bundesbürger. Sie unterscheiden sich nur in einem von den anderen: Sie werden diskriminiert und man entzieht ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

      Sicherlich gibt es viele Sozalleistungsempfänger die wählen gehen. Wir könnten uns darauf einigen, dass es noch mehr sein sollten...

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    4. " Eine große Studie hat jetzt den Zusammenhang zwischen sozialer Stellung und Wahlverhalten untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Die gesellschaftlichen Verlierer wenden sich vom System ab. Sie fühlen sich nicht mehr vertreten - und sie werden auch nicht vertreten. 17,6 Millionen Deutsche verweigerten die Wahl. 2,7 Millionen mehr als für die CDU stimmten. Und je niedriger der Status, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wähler zu Hause bleibt. Die Autoren der Studie sprechen von einer "sozial prekären" Wahl."
      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/augstein-kolumne-grosse-koalition-stabilisiert-soziale-spaltung-a-939284.html

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    5. @Anonym
      @Dude
      Jene Teile des Volkes, die am weitesten im System als abgehängt gelten, sind auch diejenigen, die die Spaltung zwischen der von den Parlamentariern vertreten Politik und dem Volk am intensivsten spüren. Während die anderen, nicht so hart betroffenen Teile des Volkes noch in Illusionen schwelgen, wurden sie längst von der Realität knüppelhart eingeholt.

      Das gemessene Wahlverhalten hat nicht einmal wirklich etwas mit «Politikverdrossenheit» zu tun, sondern mit - unabhängig von der Partei – «Politikerverdrossenheit». «Politikverdrossenheit» ist nur ein demagogischer Begriff, der das Versagen von den Verantwortlichen hinfort lenken soll. Dabei haben immer die Akteure der Politik Erfolg oder Misserfolg in der Politik in der Hand. Das Volk selbst ist letztlich immer Politik. Und zwar als Ganzes, nicht in separate Klientel zu spalten, bei der die eine Klientel mehr berücksichtigt wird, als die andere.

      Davon abgesehen, dass sich die Abgehängten völlig unvertreten fühlen und zu niemanden mehr Vertrauen haben können, werden sie in der Realität offensichtlich auch nicht vertreten (vll. auf dem Papier ….), sonst wären sie schließlich nicht die «Abgehängten». Sei es darum, dass die Gesellschaft nicht hinter ihnen steht oder von der Kanzel heruntergebasht und gegen sie entschieden wird. Sie fühlen sich alleine gelassen, weil sie alleine gelassen wurden. Punkt. Die paar Hansel aus anderen gesellschaftlichen Schichten, die ihrer Gedenken, kann man außen vor lassen. Denn sie haben kein politisches Gewicht und können es deswegen auch nicht mehr schaffen, Vertrauen aufzubauen. Der Zug ist abgefahren, als die Gesellschaft (und somit die Politik) die Abgehängten hinter sich ließ.

      Bin über einen m.E. sehr guten Artikel gestolpert, der die ganze Breitseite der Problematik und den Zustand der heutigen Demokratien aufzeigt und letztlich in die These führt: «Die parlamentarische Demokratie, in ihrer heutigen Form, frisst ihre Kinder. Die schwächsten Mitglieder hat sie bereits aufgefressen, doch sie ist unersättlich». (Finde es schade, dass es so weit kommen musste, bzw. dass man es hat soweit kommen lassen … man musste mitnichten.)

      http://www.heise.de/tp/artikel/40/40546/1.html
      (Artikel geht über 3 Seiten, doch interessant und flüssig zu lesen)

      Eine ungeschminkte Ist-Analyse über die heutigen parlamentarischen Demokratien. Wenngleich ich dem Autor nicht in allen Punkten folge (kann u.U. begrifflicher Natur sein und womöglich lässt sich das erst nach der noch nicht erschienenen Folge klären) und gleich die «Demokratie» als ganzes System infrage stellen würde. Denn zum einen ist für mich Demokratie gar kein statisches System (zumindest dürfte es das nicht sein), der Begriff lässt (und ließ) sich stets mit Bedeutung füllen und zum anderen sehe ich den Fehler nicht ausschließlich systemisch.

      Wie viele reine Systemkritiker, argumentiert der Autor zwar gegen das System (als Objekt), doch dazu greift er all zu oft auf die Wirkungen der darin agierenden Subjekte zu, wie er auch auf die Sozialwissenschaften verweist. Nur ... die Sozialwissenschaften bleiben nicht in der Betrachtung der systemischen Wirkungen stecken. Jene kommen wieder auf das Individuum zurück und beachten die Bedeutung des Einzelnen.

      Für mich ist die Beschreibung eines menschliches System niemals statisch abgeschlossen, sobald Menschen (Individuen/Subjekt) darin agieren, die eine erweiterte institutionelle Macht inne haben und somit gestalterisch im und am System agieren und mitnichten nur reagieren (so viel freier Wille zur Entscheidung ist noch in jedem vorhanden). Weiterhin, nur «Gutes» lässt sich «miss»brauchen. Doch missbrauchen, das machen nicht die Systeme, die sind nur der Korpus/Institutionen. Missbrauch kommt immer aus dem Inneren der Individuen (in diesem Falle: sie zerstören, wofür andere gekämpft haben). Zumindest solange nicht unerkannt Außerirdische unter uns agieren, die uns völlig fremdsteuern.

      Nichtsdestotrotz, ein glasklarer Artikel, den ich gerne empfehle.

      Gruß
      Rosi

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    6. auch so eine praxis, die unsere geld-eliten von den amis übernommen haben: die öffentliche bildung lässt man finanziell ausbluten mit der folge, dass der bildungsgrad der kinder aus sozial benachteiligten familien sinkt, damit die chancen auf dem arbeitsmarkt. ein teufelskreis mit dem ziel eine dauerhafte masse billigster arbeitskräfte zu etablieren, deren allgemeinbildung nicht ausreicht, am sozialen leben - inklusive wahlen - teilzunehmen. verblödende massenmedien, billige volksdrogen und offizielle sündenböcke tun ihr übriges zu dieser entwicklung.

      gewerkschaften und "sozialdemokraten" haben ihre einstige aufgabe, für mehr allgemeine bildung zu sorgen ebenfalls aufgegeben, weil auch ihre klientel (angestellte, beamte, lehrer) von den billigen arbeitskräften profitieren.
      statt für gehälter zu kämpfen, mit denen man sich den einkauf in vernünftigen geschäften leisten könnte, begnügt man sich mit hungerlöhnen, weil die ja - dank der auszubeutenden prekären klasse - ausreichen, um sein leben mit Aldi, Lidl und Netto zu fristen.

      drei viertel der bevölkerung profitieren von einem viertel in knechtschaft lebender, dumm geahltener arbeitssklaven. der politische kampf geht nicht mehr darum, diesen skandal zu beheben, sondern nur darum nicht selbst in das letzte viertel abzurutschen. und bei diesem kampf werden keine gefangenen gemacht: er wird gnadenlos gegen alle geführt. je härter man nach unten tritt, umso größer die chance, nicht selbst abzurutschen.

      das ist die wahre "spätrömische dekadenz". nicht der unter- sondern der oberschicht. wo bleiben die Goten?

      lg
      don

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    7. @duderich,
      ich weiss wohl, dass du nicht diskriminieren wolltest. du hast nur die schere im kopf offen gezeigt, darauf habe ich eben sehr deutlich reagieren wollen. diese schere im kopf und der daraus resultierende alltägliche umgang mit denjenigen, die im rattenrennen hinten weggefallen sind, sind meines erachtens eine ursache der erodierten solidarität. was mir selbst am schwersten nachzuvollziehen fällt ist die tatsache, dass die meisten, die dieses rattenrennen aufgegeben haben, weil mittel und kräfte nicht reichten, nicht etwa froh sind und sich des lebens freuen und mit langem finger auf diejenigen zeigen, die immer noch glauben, es gäbe was zu gewinnen, sondern verzweifelt versuchen, sich das wegzubeamen, sei es mit suchtstoffen oder ersatzhandlungen; wie auch immer, zerstörte selbstachtung und mühsames durchwurschteln aller orten. aber mal genauer hingeschaut, stelle ich fest, dass die anderen, also die noch rat racer, auch nicht mehr haben.

      irgendwann mal, da bin ich mir ziemlich sicher, wird das explodieren. hauptsache, dann ist kein größenwahnsinniger österreicher oder ähnliches in der nähe. revolutionäres potential ist nur eine bedingung. der glückliche historische moment ist leider auch eine.

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    8. @Anonym: " ... ist die tatsache, dass die meisten, die dieses rattenrennen aufgegeben haben, ..."

      Das liegt m.E. daran, dass hier Ursache und Wirkung verwechselt wird. Unter solchen Voraussetzungen klärt sich gar nichts.

      Wenn man die aufklaffende "Schere" als Folge einer lang angelegten politischen Kampagne sieht (was sie ist), die man in Gesetzgebung gegossen hat (also per Gesetz verordnet ... Agenda 2010 ...), schlüsselt sich das auf (sollte es zumindest). Legt man dabei auch noch den Fokus auf die Betroffenen selbst, dann stellt man fest, dort hat sich diese Kluft (Schere im Kopf) noch weit tiefer eingegraben und dort bereitet sie auch richtig Schmerz. Rein sicherheitshalber: Das macht die Betroffenen nicht zu den Verantwortlichen oder zu den Schuldigen, oder Mehr-Scheren-Verantwortlichen … Es sind die Opfer und Opfersein hat seine Folgen, immer.

      Was an sich schon völlig logisch ist. Denn wer beschäftigt sich mehr mit dem Betroffensein und all den daraus resultierenden Folgen (z.B. zerstörte Selbstachtung etc. pp.), als der Betroffene selbst? Also ich kenne nichts, egal worum es sich auch handeln mag, bei dem dies anders wäre.

      Da gerade Attacken gegen die Menschenwürde (deswegen auch der Passus im GG) zu den schmerzhaftesten Grausamkeiten gehören, die man Menschen antun kann, versteht sich das "wegbeamen" irgendwie von selbst. Daraus ergibt sich immer eine Erst-Spaltung, nämlich die zwischen «Betroffenen» und «Nichtbetroffenen». Von der Selbst-Spaltung, die im Betroffenen entsteht, will ich erst gar nicht schreiben. Doch sie ist daran maßgeblich beteiligt, das möchte ich zumindest erwähnen.

      Dass der Nichtbetroffene diesen Schmerz erst gar nicht so empfindet, ihn jedoch bei sich selbst nicht fühlen möchte, versteht sich ebenso von selbst. Er "beamt" (schaut weg) sich quasi prophylaktisch fort; egal womit und entfernt sich somit weiter vom Betroffenen. Daher kam es zu Aussagen wie: „Als sei Hartz IV eine ansteckende Krankheit mit der man sich infiziert, wenn man es nur ausspricht“.

      Ursächlich ist hierfür die Politik! Unsere Volks“Vertreter“!

      Insbesondere eben die Regelungen rund um Hartz IV. Das hat sich keiner vom Volk gewünscht, da ist niemand für auf die Straße gegangen. Niemand hat eine gespaltene Schere aus dem Kopf auf die Plakate gemalt.

      Nein, das ist so durchmarschiert, bevor Volk überhaupt kapiert hat, was das für Folgen nach sich zieht. Man hat nicht einmal wirklich festmachen können, wer Betroffener ist und wer nicht, bzw. wen es zu "treffen hätte" oder auch so: "Wer ist denn nun der Feind?"

      Wenn man überhaupt sich damit beschäftigt hat, was hinter dem Gequaschte «Agenda 2010», «Hartz IV», «umfangreiche Reformen» und «Ausbau Billiglohnsektor» steht. Trällerte das Volk doch noch etwas von «Bruttosozialprodukt» und «Gürtel enger schnallen».

      Es ist eine staatlich verordnete und gewollte Spaltung der Gesellschaft. Wobei ein wahres Trommelfeuer der polemischen Demagogie auf das Volk niederprasselte. Niemand kann mir verkaufen, das wäre nicht geplant gewesen, niemand! Denn so blöd kann schlicht keiner sein, die Wirkungen sind seit Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden bekannt (vermutlich schon, seit Clans sich gegenseitig mit der Keule die Birne eingehauen haben). Und ausgerechnet in Deutschland, mit unseren Erfahrungen .... auch den bürokratischen ...

      Während auf der einen Seite die Betroffenen nach allen Regeln dieser zweifelhaften rhetorischen Kunst verunglimpft wurden und man jedes Selbstwertgefühl zersägte, schürte man auf der anderen Seite die Ressentiments und gleichzeitig die Ängste.

      So spaltet man Bevölkerungsteile voneinander ab, DAS IST FASCHISMUS. In diesem Falle Sozialfaschismus. Und genau so macht man das. Dabei tut es nichts zur Sache, dass latent immer Scheren im Kopfe der Menschen ruhen. Auseinander reißen, einer solchen Schere Bedeutung geben, sie beschriften („dort Leute, das ist der Feind“), das tun andere und das dient immer einem Zweck.

      ff.

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    9. Teil2

      Insoweit, @Anonym: „ich weiss wohl, dass du nicht diskriminieren wolltest. du hast nur die schere im kopf offen gezeigt“

      Nein, der Duderich hat nur sein Unverständnis gegenüber einem Fakt geäußert. Der Fakt selbst ist immer noch der Fakt, den Sie nicht infrage stellen. Wäre auch sinnlos, denn es gibt viele Studien dazu, die letztlich alle dasselbe aussagen (auch zu anderen Epochen, war quasi nie anders).

      Der Duderich konnte sich nur nicht erklären, warum es ein Fakt ist. Es in einem Vorwurf zu formulieren, zeigt in erster Linie dieses Unverständnis auf. Er als Nicht-Betroffener hat sich halt nicht intensiv damit auseinander gesetzt, was sicherlich darin begründet liegt, dass er eben nicht selbst betroffen ist. Insoweit kann die Schere ihn nicht so drücken.

      Im Gegensatz dazu, zeigt Ihre Reaktion die Schere im Kopf jedoch weit schmerzintensiver. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung, die sich aus meinen zuvor geschriebenen Zeilen erklärt. Sowie es auch erklärt, warum eine Annäherung an solche Themen unglaublich schwierig ist. Schnell folgt ein Vorwurf dem Gegenvorwurf, die Fakten geraten dabei völlig aus dem Fokus.

      Dabei ist die Schere im Kopf selbst nicht wirklich das Problem. Das Problem sind immer die, die sie auseinander reißen, während sich das Volk gegenseitig das Vorhandensein der „Scheren-Klaffung“ um den Kopf haut. Frei nach dem Motto: "Wer ist denn nun mehr manipuliert?" Als sei dies wirklich wichtig ... doch es lenkt hervorragend von Ursache und Wirkung ab.

      Gruß
      Rosi

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    10. @Don: "je härter man nach unten tritt, umso größer die chance, nicht selbst abzurutschen."

      Dabei wissen wir alle, dass das physikalischer Unsinn ist.

      Denn je heftiger man den Boden unter sich weg tritt, desto schneller geht es abwärts. Spätestens dann, wenn sich unter den Füßen nicht mehr viel Boden befindet oder zu einer rutschigen Masse geworden ist.

      Und irgendwie, so scheint mir, findet sich hierfür der Beweis nicht nur in den Lehren der Physik, im Bau, beim Bergsteigen oder Schneebrettern, sondern auch in der Betrachtung der sozialen Realität.

      Ruuuuuutsch ... Mittelschicht, die nächste Etappe ist längst eingeleitet ... Toi, toi, toi, beim Luft-Treten ....

      Das ist halt so ein Dingens mit der Schwerkraft ... ;-), manche lernen es nie.

      Gruss
      Rosi

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    11. äääh, jaaa, was wolltest du sagen?

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    12. @Anonym
      Ohhhh, nöööh, nix, sorry, falscher Adressat.

      Gruss
      Rosi

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  2. Keiner unserer Politikgrößen würde einen Kniefall machen und damit einen Fehler eingestehen. Allein das hebt Brandt von den anderen ab.

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  3. Antworten
    1. Wenn Brandt sehen würde, was aus der Sozialdemokratie im Lande geworden ist, würde er sich vermutlich im Grabe herumdrehen. Dazu muss man m.E. nicht einmal ein Brandt sein, um das zu tun.

      Gruss
      Rosi

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    2. PS: Noch nicht mal verstorben ...

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  4. Zur Wahrheit gehört aber auch:

    1. Der linke Düsseldorfer SPD-Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Hansen erfuhr in den 70er Jahren, als mit Willy Brandt ein prominter Antifaschist Bundeskanzler war, was dies in seiner Partei konkret bedeutete. Er hatte von der Bundesregierung verlangt, sich bei den USA dafür einzusetzen, daß das Berliner US-Document-Center mit Millionen Daten über Nazi-Aktivisten aus der Verwaltung der Alliierten in deutsche Hände überführt werde, damit auch deutsche Antifaschisten freien Zugang zu den Dokumenten bekämen, was bis dahin fast nur für Bürger der Kriegssiegerstaaten möglich war. Doch Willy Brandt lehnte ab; es befanden sich zuviele Hinweise auf Personen im US-Document-Center, die inzwischen die Seite gewechselt hatten und sich nach jahrelanger Treue zu den Nazis während des "Dritten Reiches" nun jahrelang als stramme Sozialdemokraten bewährt hatten. Brandt: "Wir wären von allen guten Geistern verlassen, wenn wir ... jetzt anfangen würden, nochmal das, was vor 35 Jahren ein gewisses Ende gehabt hat, aufrollen zu wollen. Das bringt uns innenpolitisch auch nicht einen Millimeter voran." Hansen wurde sogar vor der Bundestagsfraktion vom damaligen Justizminister Hans-Jochen Vogel gemaßregelt, weil er im britischen Fernsehen erklärt hatte, in Deutschland würden ehemalige Nazis von der Bundesregierung gedeckt.

    2. Der Radikalenerlass 1972: Er­staun­lich ist der Ver­gleich des Wort­lau­tes des "Ra­di­ka­len­er­las­ses" von Willy Brand mit dem des Na­zi­ge­set­zes. Nur ein­zel­ne Text­bau­stei­ne der Nazis wur­den aus­ge­tauscht, "brauch­ba­res" wurde ein­fach in den "Ra­di­ka­len­er­lass" über­nom­men. Auch das zeugt von der enor­men "an­ti­fa­schis­ti­schen Ge­sin­nung" der Re­gie­ren­den.

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    1. brandt ist eine ikone. ist doch okay. wir sind in deutschland nicht gerade mit massen an positiven politischen symbolfiguren gesegnet. er fand sich halt als kennedy berlins schön, und whiskey und weiber hatte er auch. der rest ist wie immer und überall schmutziges politgeschäft. und das betrieb, so weit ich mich erinnere, hauptamtlich sein fraktionschef wehner.

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    2. @altautonomer

      Das betrifft in etwa die gesamte politische Haltung und mitnichten nur die der Deutschen.

      Gruss
      Rosi

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  5. Anne Will:
    "Heute wäre Willi Brandt 100 Jahre alt geworden; aber eins ist sicher: Er wäre stolz auf seine Enkel gewesen!"

    (Anmoderation in der Sendung 'Anne Will')

    Ich glaube, er würde im Grabe rotieren, angesichts des Zustandes in dem sich seine Partei heutzutage befindet.

    Er hat einen Spruch geprägt, den ich in letzter Zeit öfter vernommen habe:

    „Es hat keinen Sinn, die Mehrheit für die Sozialdemokratie zu erringen, wenn der Preis dafür ist, kein Sozialdemokrat mehr zu sein.“

    Angesichts dessen, was sich bei den Verhandlungen zur Großen Koalition abspielte, und welcher "Vertrag", ich wage es kaum das Wort zu benutzen, trifft dieses Zitat m. E. voll in's Schwarze.

    Willy Brandt war ein Mensch, der in der Lage war Menschen emotional zutiefst zu berühren.
    Er verstand die Menschen und die Menschen verstanden ihn, ließen sich mitreißen, fühlten mit, spürten mit.
    Er war einer der wenigen, der sich mit der Schuld, die unser Volk auf sich geladen hat, auseinandersetzte, und er nahm die Schuld stellvertretend für sein ganzes Volk, auf sich, bat um Verzeihung, was sich im Kniefall von Warschau ausdrückte.
    Nein, diese Partei hat jedes Recht verloren sich mit diesem Mann zu schmücken.
    Gerhard Schröder und einige willfährige Genossen haben die Partei in den Abgrund getrieben, und die Kehrtwende zur Großen Koalition, von Andrea Nahles noch vor der Wahl grundsätzlich ausgeschlossen, nahm ihr den letzten Rest an Glaubwürdigkeit.
    Sie schaufeln sich ihr Grab, wissen es nur noch nicht.
    Noch dazu haben sie sich die schwierigsten Ämter aufhalsen lassen, und ganz abgesehen davon, zweifle ich schwer an ihrem Demokratieverständnis, wenn man eine solch geballte Regierungsmacht zulässt, in der die Opposition praktisch nur schmückendes Beiwerk ist, und praktisch nichts bewirken kann.

    Beste Grüße
    onlyme





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  6. Die Brandt-Darstellung in den Medien und der reale Brandt – das ist vergleichbar mit der Diskrepanz zwischen der Medienhype um Guttenberg und dem realen Guttenberg.

    Brandt war ein exzellenter Demagoge und Populist, ähnlich wie Obama, besser als Lafontaine.

    Er verstand es vor allem, prokapitalistische Reformen als „links“ politisch zu verkaufen.
    Ähnlich wie Schröder die Agenda 2010 als „Modernisierung“ propagierte.

    Selbst heute gibt es noch viele politische Deppen, die Brandt für „links“ halten, weil sie der Mediendarstellung oder der Brandt-Glorifizierung von Albrecht Müller, Egon Bahr & Co. glauben, statt kritisch historisch zu recherchieren.

    Nichts ist in der Brandt-Ära von der damaligen SPD-Programmatik umgesetzt worden:
    - keine Verstaatlichung der Banken und Schlüsselindustrien
    - keine grundlegende Steuerreform, keine Vermögensumverteilung
    - keine weitergehende Demokratisierung
    usf.

    Tatsächlich begann bereits in den 70-er Jahren die neoliberale Ära.

    Stichworte dazu:
    Notstandsgesetze 1968
    Aktionseinheitsverbot (1970) = Spaltung der Linken
    Radikalenerlass (1972) = Bekämpfung und Zerstörung der systemkritischen Linken
    Zerstörung der klassischen Universität = marktkonforme Massenhochschulen
    Massenimport ausländischer Arbeitskräfte trotz zunehmender Arbeitslosigkeit = systematische Herstellung von Massenarbeitslosigkeit
    Verhinderung sozialistischer Reformen nach der Revolution in Portugal
    etc.

    Brandt gehörte zum rechten Parteiestablishment, wie jeder bisherige SPD-Kanzler(kandididat). Nur hat er dies „links“ ummäntelt. Im Übrigen wurde die damalige Liberalisierung mehr von der FDP unterstützt als von der Spießerpartei SPD.

    Heute wird der Mythos Brand vonsystemkonformen Linken (wie: Lafontaine, Linkspartei, Albrecht Müller usf.) propagiert. Damit soll suggeriert werden, eine Rückkehr zu den „goldenen 70-ern“ sei mit anderer Politik auch im Kapitalismus möglich. Eine linksreaktionäre Ideologie.

    Aber es gibt massenhaft linke Deppen, die darauf hineinfallen.

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    1. Endlich mal ein sinnvoller Link :-)

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    2. Mit der dummen aber noch moderaten Eingangsbemerkung von Anne Will würde ich mich nicht auseinandersetzen. Und Leichenfledderei ist etwas ganz anderes, nämlich, wenn ein allseit beliebter, sich selbst für tolerant, rhetorisch begabt und sensibel haltender Schwerdenker meint, linke und linksintellektuelle Personen der Geschichte posthum in den pseudosatirischen Dreck ziehen zu müssen und sie als Projektionsfläche für seinen Linkenhass zu missbrauchen:

      http://ad-sinistram.blogspot.de/2011/02/das-gluck-mancher-linker-dritter-teil.html

      Einfach nur peinlich.

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    3. @pantoufle
      ;-) Dachte ich mir doch, der gefällt und passt irgendwie auf alles *grins*

      @altautonomer
      Für heute mag ich das gar nicht mehr lesen ... (im Kopf schwirrt noch der Artikel und die Kommentare bei Mrs. Mop)

      Neben vielen zulässigen Interpretationsmöglichkeiten für die «Australischen Prachtstaffelschwänze ... » soll der Link auch signalisieren:

      Es hat sich bei mir voll und ganz ausprovoziert, an Bedeutung verloren.Völlig wurscht, wer oder was mit welcher Selbst- und/oder Fremdeinschätzung sich auch berufen fühlen mag, so etwas oder ähnliches aus der Schublade zu holen, was ich generell unter destruktive Energie verbuche. Destruktives frisst ganz destruktiv Energien. Gerne von anderen, reine Zeitverschwendung auch noch eigene Energien hineinzubuttern.

      Mich tangiert nicht einmal mehr, ob die Einschätzung korrekt ist, meine sich damit deckt oder eben nicht. Nehme vieles schlicht und ergreifend nicht mehr ernst, selektiere massiv. Halte ich etwas für völlig spinnert, blättere ich einfach weiter.

      Menschen labern viel, nur schon um des Laberns willen. Das kann ich auch, nichts leichter als das. Wenn einer schwafeln kann, dann bin ich das. Beherrsche das Selbstgespräch, zwo-drei-vier ... ;).

      Woran erinnert mich das nur ...? Ach ja, Paul Vitti (Robert de Niro) und sein Psychiater Ben Sobol (Billy Crystal), eine Komödie, wie passend ;-).

      Weiß nicht, ob man diese Grundhaltung auf andere übertragen kann. Doch mir geht es damit bestens:

      "Die Poltik-Blog-Szene ist tot, es lebe die Poltik-Blog-Szene."

      Der eine zieht daraus seine Lehren, der andere nicht und der nächste wittert schon den Verwesungsgeruch und möchte sich an den Resten schadlos halten. Und möglicherweise landete man bei einem Neustart innerhalb kürzester Zeit wieder dort, wo man aufgehört hat.

      Scheint mir zumindest. Denn es ist gar nicht so, dass sich Geschichten nicht wiederholen. Doch, das tun sie, ununterbrochen. Wird nur häufig übersehen, denn sie kommen in abgewandelter Form. Zurzeit hab ich sogar das Gefühl, wir stecken gar in einer Zeitschleife. Kann jetzt Hamsterradler mitspielen oder es auch sein lassen. Bin für das Seinlassen.

      Wenn sich überhaupt etwas bewegen soll, so meine Einschätzung, muss man all das, was einem den Schwung nimmt, dahin befördern, wo es hingehört. (Gott schitt Schachtelsatz) Wohin ist das? Genau:

      In die Bedeutungslosigkeit! Mag mich täuschen, doch ich denke, das wäre das einzige, was helfen könnte. Denn nur in der Bedeutung ensteht die Energie, das gilt zumindest für Geistiges.

      Klar ... hört sich an, wie *ohhhmmmmm*, kann man so interpretieren, wer denn mag.

      Vll. ist es das auch. Doch das ist ebenso unwichtig. Denn wenn alle nicht mehr miteinander reden, nur übereinander, nebeneinander, aneinander vorbei oder gar gegeneinander, soll ich mich da aufregen?

      Nö ... lasst man ... Denke, das nur noch mit Humor zu nehmen, ist vll. nicht die schlechteste Art und Weise. Zumindest landen wir dann gleich wieder beim Filmtitel der zuvor erwähnten Komödie: «Reine Nervensache».

      LG
      Rosi

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    4. Warum macht man sich dann überhaupt die Mühe?

      Beste Grüße
      onlyme

      P.S. Man kann vieles einfach so sehen. Sich das anschauen, seine Schlüsse daraus ziehen, grinsen oder auch nicht.
      Aber, warum bringt man sich, seine Sichtweise dann überhaupt ein?
      Und warum endet es dann so?

      Beste Grüße
      onlyme

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    5. @Rosi:
      Ob *ohhhmmmmm*, oder was auch immer: Bist auf jeden Fall ein sehr spiritueller Mensch. Find' ich gut!

      Deine Gelassenheit inspiriert mich.

      So, genug der Schleimerei....

      Grüße, Dude

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  7. In Deutschland gibt es zwei große politische Blöcke, einen rechten und einen linken.

    Die Unterschiede bestehen im Wesentlich in zwei Punkten:
    1. In der Identifikation mit politischern Führerpersonen.
    2. In der Frage von „Umverteilung“ und Sozialstaat.

    Die „Rechten“ identifizieren sich mit Adenauer, Erhard, Kohl und Merkel, die „Linken“ vor allem mit Willy Brandt.

    Die „Rechten“ sind gegen „Umverteilung“ und Sozialstaat, weil sie wissen, dass unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Machtverhältnissen niemals von „oben“ nach „unten“ umverteilt wird, sondern lediglich von der „Mitte“ nach „unten“. Deshalb sind sie auch für weniger Sozialstaat, um die „Mitte“ - also sich selbst - zu entlasten.

    Die „Linken“ sind für mehr Umverteilung und mehr Sozialstaat und wollen sich das Geld bei den „Reichen“ und „Superreichen“ holen. Dies sagen jedenfalls die Protagonisten der „Linken“ – und die linken Deppen glauben es. Unbeirrt von realen Fakten. Denn noch nie hat eine linke Regierung die Steuern für die „Reichen“ und „Superreichen“ erhöht oder deren Vermögen nach „unten“ umverteilt. Auch in der Brandt-Ära nicht. Die rot-rote Koalition in Berlin hat keine linke Politik gemacht. Die rotgrüne Regierung Schröder-Fischer hat sogar die CDU/CSU rechts überholt, die Steuern für die „Reichen“ und „Superreichen“ massiv gesenkt und mit der „Agenda 2010“ ein radikales und rücksichtsloses Volksverarmungsprogramm umgesetzt.

    Das sind die Fakten, welche jedoch von den linken Deppen ignoriert werden. Im Gegenteil, diese träumen immer noch von einer zukünftigen „linken“ – rot-grünen bzw. rot-rot-grünen – Regierung, in die sie ihre Umverteilungs- und Sozialstaatswünsche hineinprojizieren.

    Wie die Rechten, so sind auch die linken Deppen für die Beibehaltung von Marktwirtschaft und Kapitalismus, nur glauben sie, dass der Kapitalismus im Sinne einer „Sozialen Marktwirtschaft“ gesteuert werden kann. In diesem Glauben – der völlig im Widerspruch zur Wissenschaft der politische Ökonomie steht, werden sie von systemaffirmativen Ideologen wie Albrecht Müller, Heiner Flassbeck, Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht et al. bestärkt.

    Die linken Deppen bilden die erdrückende Mehrheit im heutigen Linksspektrum und auch das Internet ist voll von ihnen. Kritische politische Blogs mit wissenschaftlich fundierter Kapitalismustheorie sind sehr selten. Zudem gehört Theoriefeindlichkeit zum linken Deppentum.

    So ist es auch nicht verwunderlich, dass in diesem Blog auf die kritischen Beiträge zum realitätswidrigen Brandt-Bild keine ernsthafte Resonanz kam. Offensichtlich gibt es kaum Menschen, die sich historisch-kritisch mit Brandt und dessen Politik befasst haben oder Opfer der Brandtschen Repressionspolitik kennen, welche Berufsverbote oder sonstige Nachteile erlitten oder – wie massenhaft geschehen – als kritische Linke aus der SPD hinausgedrängt oder ausgeschlossen wurden.

    Ich meine nicht, dass man die linken Deppen und Schwätzer bekämpfen sollte oder muss. Aber man sollte deren Unbildung, Dilettantentum sowie intellektuelle Limitierung offen und ehrlich ansprechen.
    Denn das ermutigt jene, die sich nicht in linker Doofheit und linker Geschwätzigkeit wohlfühlen wollen, sondern kritische Urteilskraft und Positionierung anstreben.

    P.S.
    Leute, die ihre Ignoranz und ihren Dilettantismus – wie oben @Rosi – offen propagieren:
    „Mich tangiert nicht einmal mehr, ob die Einschätzung korrekt ist, meine sich damit deckt oder eben nicht. Nehme vieles schlicht und ergreifend nicht mehr ernst, selektiere massiv.“
    haben sich m. E. allerdings gegen kritische Aufklärung völlig immunisiert.

    MfG
    Hardy

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    1. @Hardy:

      Ich denke, dass Rosi nicht gegen kritische Aufklärung immunisiert ist, sondern gegen Provokationen, wie sie auch Dein Text beinhaltet.

      Sind alles Deppen außer Dir selbst? Bist Du ach so schlauer und weiser als (andere?) Linke?

      Du führst groß auf, wogegen Du bist.
      WOFÜR bist Du denn?
      WOFÜR trittst Du ein; was strebst Du an?

      Du teilst aus, ohne für irgendwas einzutreten - könntest Dich ja selbst angreifbar machen.

      Gut gebrüllt, Löwe!

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    2. @ Der Duderich

      Lassen wir mal den "Deppen" weg, so hat der Hardy doch vieles gesagt, was sich schwer widerlegen lässt.

      Die Schwächen des linken Spektrums sind für mich treffend benannt. Bei den genannten Personen und Parteien steckt für mich auch ein strategisches Handeln dahinter.

      Die systemaffirmativen Ideologien (Hardy) sollen kritische Menschen im System festhalten, sie sollen nicht ausbrechen und andere Perspektiven entwickeln, die über den Kapitalismus hinausgehen. Für mich sind das Pseudolinke!

      In diesem Sinne erfüllen sie eine systemstabilisierende Funktion.

      Das lässt sich auch daran erkennen, das sog. linke Forderungen aufgestellt, diese aber nie mit der weiteren Perspektive einer Systemüberwindung verbunden werden und wie diese zu erreichen wäre.

      Adressat sind immer der Staat und seine politischen Organe, ohne dass deren Funktion in unserem Wirtschaftssystem selbst hinterfragt wird. Der Staat erscheint so als unabhängiger über den Interessen waltender Souverän.

      Nun mag es durchaus zutreffend sein, dass die Mehrheit der Linken das auch so sieht und ihre Perspektive nicht über das bestehende hinaus will und ein zurück zur sog. Sozialen Marktwirtschaft für hinreichend hält. Das wäre für mich dann Selbstbetrug an der Realität.

      Deine Fragen muss Hardy natürlich selbst beantworten, wenn er denn will.

      Natürlich ist Hardy provokativ und das mit Absicht!

      Und diese Provokation muss man versuchen zu verstehen. Und dann hilft es auch nicht weiter, mit Fragen zu reagieren, wenn sich Linke noch nicht einmal darüber im Klaren sind wo sie eigentlich selbst hinwollen.

      Gruss Troptard.




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    3. @Troptard::
      Selbstverständich hast Du damit Recht, dass Parteien wie die Linke systemstabilisierende Wirkung besitzen.
      Die SPD halte ich übrigens, ich betonte es schon mehrmals an anderer Stelle, NICHT für sozialdemokratisch oder links.

      Wenn man das aber erkannt hat, befähigt dass dann dazu alle anderen Deppen zu nennen? Und nein, dass ist keine Provokation, dass ist dumpfe Arroganz und eine Missachtung von Diskussionskultur.

      Warum es da keinen Sinn haben soll mit Fragen zu reagieren, will sich mir auch nicht ganz erschließen.
      Denn wenn die dummen Linken sich selbst nicht im Klaren sind, wo sie hinwollen, wird es ein Hardy ja sicherlich wissen. Und genau darauf zielten meine Fragen ab.

      Grüße, Dude

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    4. Hallo Troptard

      Meine volle Zustimmung.

      Was mich aber an Hardys Ausführungen gestört hat, ist a) die Bezeichnung Deppen, denn Beleidigungen helfen nicht weiter und b) warum wendet sich seine Kritik an Rosi. Ich habe aus ihren Ausführungen nicht herausgelesen, dass sie einen menschlicheren Kapitalismus möchte. Ansonsten finde ich Hardys Analyse sehr zutreffend.

      Ich halte dieses System auch nicht für reformierbar. Wie soll das gehen? Es ist Kapitalismus, der Name sagt alles. Menschlichkeit wird nur soweit akzeptiert und angewendet um den Arbeitssklaven am Leben zu erhalten. Tot kann er das Fremdkapital nicht mehren. Und damit der Arbeitssklave sich seiner Situation nicht bewusst wird, wird gespalten und allen, die "fleißig" und ohne Murren, den ihnen zugeteilten Dienst erledigen, als Leister und Gewinner des Systems "geehrt".

      Liebe Grüße Ruby

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    5. @Duderich: "Ich denke, dass Rosi nicht gegen kritische Aufklärung immunisiert ist, sondern gegen Provokationen, wie sie auch Dein Text beinhaltet."

      Völlig richtig erkannt. Das Netz ist voller "Aufklärer", die tatsächlich davon ausgehen, sich das Recht herausnehmen zu dürfen, wenn sie oben "Aufklärung" drauf schreiben, den menschlichen Umgang respektlos gestalten zu dürfen. Fast so, als wäre es eine Belohnung für die Mühsal ihrer "Aufklärung". Dabei wird vergessen, Aufklärung findet ihr Werk nicht nur in den Mühen des Aufklärers, sondern auch in solchen der Aufzuklärenden.

      Mich wundert, dass man sich wundert, wenn das Publikum nicht mehr zuhört. Scheixx Publikum halt. Nun denn, so einfach kann man es sich in der Bewertung von mir aus gerne machen. Das tue ich dann ebenso, simpel auf simpel.

      @Ruby: b) warum wendet sich seine Kritik an Rosi
      Auch völlig richtig, das ist aus meinen Texten nicht herauszulesen, bei denen es sich eh m.E. als ungünstig erweist, mit vorgefassten Urteilen eine Interpretation über die dahinter liegenden Gedanken vorzunehmen und sie aus dem Dialog zu reißen. In der Regel haben sie einen festen Bezug auf den Beitrag, auf den ich antworte. In diesem Falle ging es um ausgelebten Hass in Form von Predigten auf ad sinistram (gerne auch als Aufklärung verkauft) an @altautonomer.

      Und man bekommt über die Reaktion, wenn man sich die Mühe macht und hinhört, auch gleich den aufklärerischen Wirkungsgrad und somit deren Wert mitgeliefert. Denn was nimmt @altautonomer mit? Doch mitnichten Aufklärung.

      Anonym (oder Hardy oder MfG, viele oder einer) «richtet» (im doppelten Wortsinne) seine Kritik nicht an mich, sondern über mich und gleich über alle anderen, gar ganze Bevölkerungsgruppen. Schmeißt alles in einen Topf, rührt ihn um (erinnert mich an "smörrebröd smörrebröd pöm pöm pöm pöm ... ... Aufklärung)". Das ist ein eklatanter Unterschied.

      Kann verstehen, liest man nur oberflächlich über meinen Kommentar, mag das passieren. So zumindest deutet ich die nächstfolgende Reaktion, gleich mit einer Lebens-Sinnfrage gekoppelt. Doch wer sich als Aufklärer sieht, sollte m.E. aufmerksamer hinschauen. Habe ich den Eindruck, das passiert nicht zum ersten Male (mit oder ohne Nick), ist Skepsis angebracht. Selbst hinter meinem Link auf die australischen Prachtstaffelschwänze lag mehr, als nur ein Hinweis. Doch auch diese Hinweise ergeben sich nur im direkten Zusammenhang.

      Was sollte ein Aufklärer, neben seinem Wissen noch mitbringen? Richtig, genau zuhören können. Mag sein, ich erwarte einfach zu viel und mein Gegenüber wäre damit glatt überfordert. Doch wer so schnell die anderen mit „Deppen“ bei der Hand hat, bei dem lege ich die Messlatte an seiner zu verstanden gewünschten Darstellung ausgerichtet und das ist (m.E.) angemessen hoch. Landet er völlig mehrfach daneben … habe ich entweder falsch interpretiert, was er darzustellen wünscht oder er wird der Rolle Aufklärer in meinem Sinne nicht gerecht. Auf jeden Fall passt beides nicht, egal, welche dieser beiden Varianten nun zutreffen würden.

      Gruss
      Rosi

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    6. @all
      Niemand steht m.E. wirklich für die «Aufklärung», der seine Beiträge so "unterschreibt", wie der Zeichner sie abrundet. Zumindest nicht in dem Sinne, in dem ich Aufklärung verstehe. Es gibt sicherlich andere Sichtweisen, doch dies ist nun einmal meine Einschätzung. (Und schon wieder sorgt eine persönliche Provokation nicht für Aufklärung, sondern lediglich zu weiteren Missverständnissen, die es ohne die Provokation vermutlich gar nicht erst gegeben hätte. Jene Missverständnisse aufschlüsseln, das wird dem Vorgang «Aufklärung» nicht gerecht, sondern dreht sich mal wieder nur um Persönliches). I.Ü. eines der Gründe, warum so viele politischen Blogs sich früher oder später selbst zersetzen; doch das nur nebenbei.

      Nun denn, dann langweile ich halt ein wenig mit meiner persönlichen Gedankenwelt und kläre auf, was dahinter zu verstehen ist:

      Die «einzig wahre Lehre» gibt es für mich nicht, insoweit gibt es für mich auch nicht den «einzig wahren Aufklärer». Doch es gibt viele Aufklärer und Lehren, die sich dafür halten.

      Triefen solche Vorträge voll negativer Energien, verliert sich bei mir der Wert von Aufklärung völlig, weil es keine mehr ist. Denn laut von der Kanzel gebrüllt, sein eigenes Wissen (wobei jedes eigene subjektive Wissen eine Unvollkommenheit darstellt) an die Stelle der «Aufklärung» gesetzt, ist für mich keine «Aufklärung», eine «reine Aufklärung» schon gar nicht. Es erhebt lediglich jemand Laut einen solchen Anspruch für sich.

      In erster Linie, neben dem Abspulen eigenen Wissens ( ≠ Aufklärung), stellt es eine Respektlosigkeit an die Zuhörer dar, deren Unterwerfung über den Umweg «mein Wissen ist» "Macht" erzwungen werden soll. Eine m.E. völlig falsch verstandene Variante von «Wissen ist Macht» mit diktatorisch anmutenden Zügen. Gleichzeitig ist es es für mich ein Affront an die «Aufklärung» selbst, die somit ad absurdum geführt wird.

      Das Netz und die Literaturwelt ist riesengroß. Nahezu alles, für das man sich interessiert bzw. was der Aufklärung bedarf, kann bezogen werden, weit mehr, als ein Verstand konsumieren kann. Viele verschiedene Sichtweisen, aus unterschiedlichen Blickwinkeln kann man dazu heranziehen (sollte man m.E. auch) und die sind in der Regel überwiegend völlig beschimpfungsfrei.

      Warum in Gottes Namen sollte ich derartiges eintauschen? Gegen völlig von Vorurteilen über das Denken der anderen behaftete und provokante Vorträge?

      So lese ich, wenn die Einleitung mir signalisiert was der "Aufklärung" gleich folgen könnte, direkt den Abschluss des Essays. Nach dem Motto: "Wie Du mir, so ich Dir, nur anders als erwartet". Denn der Aufklärer ist doch in diesem Falle gar nicht an mir als Person, die es aufzuklären gelte, interessiert. Sondern lediglich an der Predigt seines Wissens, in der Form, in der er es loswerden will. Bestätigt sich der Verdacht, hat sich die Mitte für mich erledigt. Hatte diesbezüglich einen sehr guten Lehrmeister (wobei ich mir nicht sicher bin, ob es das Lernziel gewesen ist).

      Wer davon ausgeht, alle Menschen lernten immer noch am besten unter negativer Konditionierung, man müsse sie gar beschimpfen und provozieren, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen, der macht als potentieller Aufklärer m.E. etwas falsch. Bzw. hat seine eigene Intention falsch verstanden, was auch immer.

      Erinnert mich an Schulzeiten mit dem Stock auf die Finger. Es mag Menschen geben, so zumindest erklärt die Wissenschaft, bei denen es so funktioniert. Es gibt aber auch Menschen, bei denen zieht das überhaupt nicht; das erklärt die Wissenschaft ebenso. Und ich gehöre ganz offensichtlich zu Letzteren.

      ff.

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    7. Teil 2
      «Aufklärung» hat für mich seine Macht niemals in der Aggression, nicht im Destruktiven, sondern ist etwas friedfertiges, konstruktives. Aufklärung entsteht nicht aus Provokationen, Kämpfen und/oder Hasspredigten, die letztlich doch nur wieder auf persönlichen Frust zurück schließen lassen, sondern aus Dialogen, aus der Bündelung von geistiger Zusammenarbeit, so objektiv es dem Indiviuum möglich ist. Und es denkt sich m.E. ohne solche destruktive Altlasten auf der Seele viel freier.

      Bevor das zu vorgefassten Missverständnissen führt: Damit meine ich mitnichten, man möge glückselig lächelnd stets einer Meinung sein.

      Doch wer mich persönlich aufzuklären wünscht, das explizit an meine Kommentare heftet, der sollte m.E. in Dialoge treten. Und zwar von Mensch zu Mensch und mir hin und wieder signalisieren, dass er mich auch als Mensch wahrnimmt und nicht nur als Karton. Denn ein «Aufklärer» lässt nicht nur geistige Ressourcen, er beansprucht auch welche. Damit werden andere Aufklärungsmittel verdrängt, darüber sollte man sich bewusst sein, wie sich auch der Aufklärer darüber bewusst sein sollte. Beide sollten sich aufeinander einlassen, es ist ein gegenseitiges Geschenk. Eine Einbahnstraße wirkt dagegen destruktiv.

      Verschließe mich mitnichten gegen «Aufklärung», sondern gegen diese besonderen „Aufklärer“, die «Aufklärung» als diktatorischen, feindlichen Akt begreifen. (Die Geschichte ist voller solcher „Aufklärer“, alle nannten sich so, verstanden sich auch im Sinne der Aufklärung; nur wenige erkannten ihren Irrtum)

      Und zum Schluss:
      Bin ein freier Mensch, noch darf ich frei denken und mir die Aufklärer wählen und ich entscheide mich generell für die Aufklärung in Frieden, im Dialog und gegenseitigen Respekt. Bin nicht einmal verpflichtet niederzuschreiben, warum ich mich dafür entscheide. Das zu rechtfertigen, mich zu erklären, kommt mir völlig surreal vor, denn vieles davon halte ich schlicht für selbstverständlich.

      Wer mit solchen Vorurteilen um sich schmeißt: „wie oben @Rosi – offen propagieren: …. haben sich m. E. allerdings gegen kritische Aufklärung völlig immunisiert“,

      der hat mir nicht nur signalisiert, dass er meinen Hinweis gar nicht erst verstanden hat, sondern es ist davon auszugehen, es wurde höchstwahrscheinlich nicht einmal im Dialog-Zusammenhang gelesen. Auf jeden Fall hat er sich nicht die Mühe gemacht, sich auf mich einzulassen oder auch nur in Erwägung gezogen, es können – abseits seiner Schnellurteile – ganz andere Gedanken dahinter liegen.

      Zur Erinnerung: Mein Kommentar, der zu diesem merkwürdigen Schlüssen führte, war eine Replik auf Hasspredigten. Wenn ich mich auf die seinige Stufe stellen würde, müsste ich ihn mich fragen, wie deppert kann ein solcher Mensch nur sein, der das übersieht und nicht die richtigen Schlüsse daraus zieht? Doch ich erkenne seine Intelligenz, die freilich hinter vielen seiner Worte liegt. Also müsste es etwas anderes sein, was mich höchstwahrscheinlich nichts angeht.

      Doch das kommt nicht gut, für den echten Status «Aufklärer» und für mich nicht infrage. Und das kann man drehen und wenden wie man mag, niemand hat das Recht daraus erworben, mich deswegen zu verurteilen. Halte es eh für besser, länger mit seinen Urteilen zu warten und dafür mehr zu beobachten.

      Und ganz zum Ende:
      Wünsche ich allen eine frohe Weihnacht.

      LG
      Rosi

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    8. Guten Tag!

      Damit hier kein Missverständnis aufkommt, ich habe etwas dagegen, dass in Foren Menschen persönlich angegriffen werden.

      Ich selbst habe das hin und wieder erlebt, dass auf meine Kommentare agressiv reagiert und ich beleidigt wurde als Miesmacher und mit dem Hinweis, dass man von Typen wie mir ohnehin die Schnauze voll habe.

      Ich persönlich kann damit nicht immer gut umgehen, aber meistens doch. Das zeigt mir aber auch, wie schwierig es zu sein scheint, andere Meinungen/ Auffassungen zu akzeptieren zumal dann, wenn sie dem eigenen Weltbild so gar nicht entsprechen wollen.

      Ich möchte hier noch einen Gedankengang von Thomas Ebermann anfügen, weil dieser nun gerade nicht die Menschen als Deppen bezeichnet, sondern sich fragt, warum in der jetzigen Krise so wenig Widerstand erfolgt (bezogen auf die BRD).

      Er hat dafür eine Erklärung: Für Ebermann ist es wohl so, dass im Gegensatz zu den sechziger Jahren, die Menschen heute das, was ihnen von der Politik angetan, wird als sinnvoll und notwendig erachten. Selbst diejenigen, die davon am stärksten betroffen sind.

      Für mich wäre das dann allerdings der Endsieg des Wirtschaftsliberalismus, soll sagen, der Mensch akzeptiert seine Existenz mehr denn je als abhängige Variable der Ökonomie.

      Dann wundert er sich ebenso darüber, dass in der heutigen Krise die Zeiten des Keynsianismus sozusagen noch als Goldenes Zeitalter verklärt werden.

      Dabei zitiert er H. Marcuse , der bereits in den sechziger Jahren die Lohnarbeit und seine Folgen für die Menschen kritisiert hat.

      Noch ein letzter Aspekt der für mich zum Bashing der Prekarisierten gehört. Erst hat man unter Thatcher begonnen, die Arbeiterbewegung zu zerstören und heute gibt man sie der Lächerlichkeit preis, als bildungsfern/dumm, politisch uninteressiert und für den Arbeitsmarkt zu unqualifiziert, also in jeder Beziehung unnütz.

      Der Beitrag von Thomas Ebermann "Kritik des Keynsianismus"
      ist auf Audioarchive zu hören. Leider ist die Lautstärke sehr bescheiden.

      Ich habe das Glück, dass das Weihnachtsfest in France nur einen Tag dauert. Am "Heiligen Abend" wird hier voll gearbeitet und dann bleibt noch ein Tag, um sich vom "Grossen Fressen" zu erholen.

      Den Deutschländern wünsche ich dennoch ein friedliches Weihnachtsfest.









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  8. Die Frage ist, was als „links“ bezeichnet wird?

    „Links“ waren historisch und traditionell die Sozialisten, also jene, welche für eine Weiterentwicklung und Umgestaltung der kapitalistischen Gesellschaft hin zu einer sozialistischen waren.

    Als „rechts“ wurden jene angesehen, die das System von kapitalistischer Herrschaft und Ausbeutung aufrechterhalten wollten, also jene, die wirklichen menschlichen Fortschritt verhindern wollten und die Linken bekämpften. Also die Konservativen und die reaktionären Liberalen.

    Nun hatte sich die Mehrheits-SPD bereits 1914 zum Komplizen der Kapitalistenklasse und der Imperialisten gemacht, was zur Spaltung der sozialistischen Bewegung in eine systemerhaltende Linke und eine revolutionäre Linke führte. Letztere trennten sich von der SPD und nannten sich in Abgrenzung zur sozialdemokratischen Politik Kommunisten und ihre bekanntesten Vertreter und klügsten Köpfe waren Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

    Die Mehrheits-SPD sah in den Kommunisten ihre Todfeinde und bekämpfte diese mit allen Mitteln. Ebert trug die politische Verantwortung, Noske machte den Bluthund. Zur Rolle von Ebert und Co. bei der Ermordung von Liebknecht und Luxemburg (s. Klaus Gietinger: Eine Leiche im Landwehrkanal. Die Ermordung der Rosa L.)

    Da im westlichen Nachkriegsdeutschland die KPD verboten worden war und Kommunisten als Staats- und Verfassungsfeinde verfolgt und zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden, gab es mit der neu entstehenden, revolutionären 68-er-Linken erstmals seit der Weimarer Republik wieder eine sozialistische Systemopposition.

    Die SPD hatte sich mit dem Godesberger Programm 1959 ganz offen vom Endziel des Sozialismus verabschiedet.
    1961 fasste die SPD-Führung einen Unvereinbarkeitsbeschluss zwischen SPD-Mitgliedschaft und der Mitgliedschaft im nach wie vor sozialistischen SDS, wodurch die SDS-Mitglieder und -Sympathisanten aus der Partei ausschlossen wurden.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistischer_Deutscher_Studentenbund

    In der sozialliberalen Koalition mit Kanzler Brandt – damals zugleich SPD-Vorsitzender - gab sich die SPD ab 1969 ein pseudosozialistisches Image. Es wurde als Ziel der SPD-Politik der „Demokratische Sozialismus“ nach schwedischem Modell genannt, tatsächlich war die reale Politik lediglich auf eine Modernisierung kapitalistischer Strukturen ausgerichtet.

    „Demokratischer Sozialismus“ war nichts weiter als eine Mogel(ver)packung, denn tatsächlich war die SPD-Politik nichts anderes als die Fortführung der „Soziale Markwirtschaft“, also eine sozialstaatlich gemilderte kapitalistisch Herrschaft und Ausbeutung.

    Zugleich wurde die systemtransformative „Neue Linke“ entschieden bekämpft, insbesondere durch den unter Brandts Kanzlerschaft erlassenen Radikalenerlass (aka „Extremistenbeschluss“, „Berufsverbote“).
    Bereits in den 1950er Jahren hatte es einen ähnlichen Erlass, den Adenauer-Erlass, gegeben.

    „Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) stellte am 26. September 1995 im Fall der aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der DKP aus dem Staatsdienst entlassenen und später wieder eingestellten Lehrerin Dorothea Vogt einen Verstoß gegen die Art. 10 und Art. 11 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit) fest und verurteilte die Bundesrepublik zur Zahlung von Schadensersatz.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Radikalenerlass

    Aufgrund allein dieses Beschlusses des EGMR sollte bei all denen, die Brandt für einen „Linken“ halten, der Groschen fallen. Denn wie kann jemand als „Linker“ angesehen werden, der in dieser Weise die Linken bekämpft?

    Im Verlaufe der 70-er Jahre sind fast alle Sozialisten und Systemkritiker aus der SPD herausgedrängt oder ausgeschlossen wurde oder haben die SPD verlassen, weil sie den Zustand der Partei und eine weitere Mitgliedschaft als unerträglich erlebten.

    Ende der 70-er/Anfang der 80-er war die SPD dann „sozialisten- und systemkritikerfrei“, was schon damals eindeutig den Charakter der SPD als prokapitalistische und systemerhaltende TINA-Partei zeigte.

    -> Teil 2

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  9. weiter -> Teil 2

    Entscheidend für den weiteren geschichtlichen Verlauf in der BRD war, dass nach dem „deutschen Herbst“ keine organisierte Linke mehr existierte. Versuche einer linken Parteigründung, wie jene der „Demokratischen Sozialisten“ scheiterten, genauso wie der Versuch, aus der grünen Partei eine ökosozialistische Partei zu entwickeln.
    1990 verließen führenden Repräsentanten des linken, „ökosozialistischen“ Flügels, wie Jutta Dithfurth, Thomas Ebermann und Rainer Trampert, die die grüne Partei.

    Ohne organisierte sozialistische Linke war es für die SPD und die Grünen als prokapitalistische und systemerhaltende Reformparteien leicht, für sich die Bezeichnung „links“ zu okkupieren und sich ein pseudo-linkes Image zu geben.

    Damit verlor die Differenzierung von „links“ und „rechts“ völlig ihre praktische politische Relevanz, denn es gab nur noch prokapitalistische und systemerhaltende Parteien mit entsprechender „rechter“ Politik. Und neoliberale Politik wurde häufig als „links“ und „fortschrittlich“ verkleidet.

    „Links“ zu sein, bedeute nicht mehr systemkritisch zu sein und für die Überwindung der kapitalistischen Gesellschaft zu sein.

    Sondern Leute wie Oskar Lafontaine oder Albrecht Müller, welche für die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Systems, also von kapitalistischer Herrschaft, Ausbeutung und Lohnsklaverei waren, wurden für „links“ gehalten. Und in der Bevölkerung gab es massenhaft den Irrglauben, SPD und die Grünen seien „links“.

    Dies zeigt den völligen Verlust an politischer Urteilskraft und Geschichtsbewussten. Die Systemfrage wurde nicht mehr gestellt, es herrschte TINA-Bewusstsein. „Links“ bezog sich nur noch auf den systemimmanenten Verteilungskampf.

    Als „linke Deppen“ bezeichne ich jene, welche auf die auf politische Propaganda und politische Rattenfängerei hineinfallen, sich selbst jedoch für „links“ halten und nicht begreifen, dass sie sich zu nützlichen Idioten kapitalistischer Politik machen.

    Das Problem ist, dass es diese „linke Deppen“ in der Wirklichkeit gibt.
    Leute, die ideologisch völlig blind und gefangen im kapitalistischen System sind.
    Leute, die kognitiv dissonant sind und denen jegliches tiefergehendes gesellschaftliches Verständnis fehlt. Aber die sich in ihrem Selbstbild für kritisch und intelligent halten, aber in Wirklichkeit als Gläubige einem Wunschdenken unterliegen.
    Die glauben, dass Brandt ein Linker war, Lafontaine ein Linker ist und dass die Linkspartei eine linke Partei ist. Das Ganze unterliegt einem selbstimmunisierenden Prozess, weil sie sich auch nicht mit kritischen Gegenpositionen auseinander setzen, sondern nur selektiv aufnehmen, was ihrem Wunschdenken und Glauben entspricht.

    -> Teil 3

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  10. weiter -> Teil 3

    Ruby hat Recht, wenn sie meint, dass Beleidigungen nicht weiter helfen. Das Problem dabei ist, dass bereits der der Hinweis darauf, dass jemand dummes Zeug redet oder schreibt oder intellektuell limitiert ist, als Beleidigung empfunden wird, auch wenn es eine objektiv und wahrheitsgemäß tatsächlich so ist.

    So bringt es dem oder den Betreffenden meist nichts, wenn man darauf hinweist. Denn die Dummen und Ungebildeten werden nicht dadurch intelligenter und gebildeter, dass man ihnen ihre Dummheit und Unbildung vorhält. Sondern wahrscheinlich ist, dass sie Kritik ignorieren und dumm sterben werden. So sind gegenwärtig die meisten Individuen in dieser Gesellschaft psychisch strukturiert.

    Die wenigsten nehmen Kritik zum Anlass für Selbstentwicklung.

    Was jedoch erreicht werden kann, ist, dass jene, die von sich aus Zweifel an herrschenden Vorstellungen entwickelt haben, zum Beispiel, ob die SPD jemals in den letzten 100 Jahren eine linke Partei und ob Brandt ein Linker war, in ihrem Zweifel bestärkt werden und motiviert werden, diesem Zweifel durch Gespräche und Lektüre nachzugehen.

    Ruby hat sich zudem gefragt, „warum wendet sich seine Kritik an Rosi?“
    Die Antwort ist einfach. Es ergab sich aus dem Kontext so. Es ging nicht gegen Rosi als Person. Im Gegenteil, ich schätze Rosis Engagement beim Kommentieren.
    Aber sie hatte nun einmal den sinnbefreiten Link: "Australische Prachtstaffelschwänze kooperieren gegen den Kuckuck" gesetzt, anstatt sich inhaltlich auseinanderzusetzen und am Thema „Brandt“ zu diskutieren.
    Und zweitens passte das Zitat so gut. Es beschreibt hervorragend das kognitive Verhalten in der „Schrebergartenkultur“. Denn es gehört zur Schrebergartenmentalität, sich eine eigene kleine Welt zu schaffen und dabei alles Unangenehme auszublenden und zu verdrängen.

    MfG
    Hardy

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    1. 'Schön nachgetreten Hardy,
      Rosi/andere sind jetzt sicherlich auch beruhigt, da wir ja alle mal sterben und es im Moment des Ablebens wohl unerheblich ist, ob man nun dumm oder gscheit abgeht.

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    2. Willst Du - oder kannst Du meine Fragen nicht beantworten?

      'Du führst groß auf, wogegen Du bist.
      WOFÜR bist Du denn?
      WOFÜR trittst Du ein; was strebst Du an?'
      (http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de/2013/12/zitat-des-tages.html?showComment=1387725365076#c5494697396265956892)

      Bist Du etwa ein Feigling unter Deppen?

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    3. Wenn einem das persönlich unerheblich ist, ob man dumm stirbt oder sich Mühe gegeben hat, seine Cervelle (Gehirn) etwas anzustrengen, dann kann es mir wohl auch egal bleiben.

      Der Zusammenhang erschliesst sich mir jetzt gerade nicht so einfach und ich habe auch keine Lust, mich weiter anzustrengen um das zu verstehen.

      Eine Bitte habe ich noch: Ist es so schwierig unter Name/URL sein Pseudo einzugeben ? Immerhin ein Anhaltspunkt dafür, dass es sich um keine geschlechtsbefreites Wesen handelt.

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    4. Troptard,

      Du hast offensichtlich meine sarkastische Anspielung auf die impertinente Supremitaet Hardys missinterpretiert.

      Da ich als rauer Prolet gerne missverstanden werde und somit hier als Neuling auch gleich "entfernt" wurde, kommentiere ich nur noch spartanisch, und um preexistierende Voreingenommenheiten zu vermeiden, tue ich dies unter euch gutmenschlichen Weicheiern vorzueglich anonym.
      Das kannst du/ihr auch wieder woertlich nehmen&beanstanden .. and I rest my fuck'n Case ... :-)

      Gruss
      Jake (scheisse, jetzt hab ich mich doch geoutet)

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    5. Wie soll man sie denn nehmen, Deine kurzen Einlassungen?

      Als Prolet hat man es dann wohl doch nötig, mit seiner Herkunft zu kokettieren und diese dann doch wieder mit reichlich Fremdworten zu überpinseln.

      Ich selbst bin im Arbeitermilieu aufgewachsen, aber warum sollte ich dies herausstellen? Vielleicht verstehst Du unter Prolet ja etwas anderes.

      Aber ich bin nicht der Meinung, dass es eine besonderes Markenzeichen von Proleten ist, seine Gegenüber mit "gutmenschlichen Weicheiern " zu bezeichnen.

      Ich schliesse eher daraus eine Verrohung der Umgangsformen.

      Werde damit glücklich, mir ist es egal Jake. Mach was aus Deinem Leben!

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    6. Haette ich gutmenschlichen Weicheiern als "gutmenschlichen Weicheiern" gekennzeichnet, haette ich mir deinen Schluss meiner Verrohung meiner Umgangsformen erspart?

      Ohne deine weitere Recherche in Frage zu stellen, waeren ansonsten -Assumptions the Mother of all FuckUps-. "Als Prolet hat man es dann wohl doch nötig, mit seiner Herkunft zu kokettieren ..." ... the Fuck i mentioned, nor you know, about my Herkunft? ... und nebenher, welch reichliche Fremdwoerter peinigen dich denn so ueberpinselnd?
      Unter ebensolch gleicher Annahme rangiert "Ich selbst bin im Arbeitermilieu aufgewachsen, aber warum sollte ich dies herausstellen?" .... und nochmal, the Fuck you know, in which Milieu I grew up? (auch wenn ich fairzugebend im Arbeitermilieu aufwuchs)

      "Aber ich bin nicht der Meinung, dass es eine besonderes Markenzeichen von Proleten ist, seine Gegenüber mit "gutmenschlichen Weicheiern " zu bezeichnen."

      Genau deine darauffolgende Reaktion, hatte ich schon prekonditioniert: "Das kannst du/ihr auch wieder woertlich nehmen&beanstanden .. and I rest my fuck'n Case ... :-)" .. und du hast dessen Folge geleistet.

      "Werde damit glücklich, mir ist es egal Jake. Mach was aus Deinem Leben!" .... Wuerde ich dich, nach deinen sonstigen Kommentaren inkl.deinem Letzten @ altautonomer nicht irgendwie respektieren, wuerde ich dir, fuer diesen beschissenen Spruch, nach meinen 54 Jahren ein ehrlich gemeintes und aus meiner Sicht angebrachtes Go Fuck Yourself geben.

      Gruss
      Jake

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    7. @ Jake:
      Gut gemeinter Rat von einem gutmenschlichen Weichei:
      Immer locker aus der Hose atmen.
      Und, - American speak ist nicht immer cool und sinntreffend.

      Also, mach Dich locker - und argumentiere statt zu pöbeln.

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    8. "Go Fuck Yourself"

      Jetzt hast Du mich endlich zum Lachen gebracht. Wie stelle ich das nur an ? Nein ich bin nicht empfindlich! Als Prolet hält man doch ziemlich viel aus.

      "Nur die Harten kommen in den Garten."

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    9. Hab ich kein Problem mit Dude und mein Speak war schon vor Amerika cool und sinntreffend.
      Ein kleines Statement zu deinem Poepelvorwurf gestatte ich mir noch.
      Mein erster Beitrag zu Hardy bezog sich ausschliesslich auf seine abstaendige "„Schrebergartenkultur“, dummes Zeug redet oder schreibt oder intellektuell limitiert ist, Dummen und Ungebildeten, Dummheit und Unbildung, dumm sterbenden, diesbezueglich meist psychisch strukturierten, sinnbefreit ausblendend&verdrängenden ...etc. " ... was dann wohl offensichtlich missverstanden wurde, ... und selbst nach meiner kurzen Klaerung inkl. Weicheidrama, Offensive sich immer noch auf mich bezog, wodurch von meiner eigentlichen Absicht auf Hardy bezogen, absolut unsinnigst abgelenkt wurde. (auf was ich dann zugegebenermassen bloedsinnigerweise auch noch einging, well...) ....

      Daraufhin krieg ich ne Poepelwarnung(thanks for not entferning me?)
      Meine ignitionale Eingabe bezog sich, wie gesagt, ausschliesslich auf die krassen Diffamierungen Hardys, nicht nur in Richtung Rosi, sondern auch, von ihm verallgemeinert.

      Und ich soll locker aus der Hose atmen und mich locker machen und argumentieren anstatt zu pöbeln.
      Das wuerde wohl weiterhin kaum sinnmachen, solange hier nachsichtlich Hardys Kimme&Korn geleckt wird.

      So long
      Jake

      PS. If you have any Problem to understand what i mean, talk to your Hairdresser ...

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    10. Troptard,

      "Wie stelle ich das nur an ?"
      Kein Problem! Absolut nachweisbar biete ich, als ruecksichtsvoller Gutmensch, diesbezuegliche Jogakurse an, damit man sich beim Selberficken nicht unnoetig verletzt.
      Und die Harten koennen das durchaus auch im Garten durchziehen.

      Gruss+Lube
      Jake

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  11. Guten Abend Ruby!
    Ich will Deinen Kommentar nicht vernachlässigen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir es doch geschafft, einander besser zu verstehen.

    Danke für Deinen Beitrag, dem auch ich voll zustimmen kann.

    Auch von mir liebe Grüsse!

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    1. Lieber Troptard,

      du bist mir etwas zuvorgekommen. Seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, deine Kommentare auch inhaltlich besser zu verstehen. Entweder bin ich über Nacht wahnsinnig belesen und schlau geworden oder du gibst dir mehr Mühe, verständlicher zu schreiben. Ersteres ist eher unwahrscheinlich.

      Deshalb von mir ein Danke und liebe Grüße
      Ruby

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    2. Musst Dich aber nicht wieder klein machen und mich dadurch gross.

      Liebe Grüsse; Troptard.

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  12. Nachtrag zu meiner Kritik, da ich schon wieder von rechts außen angestänkert werde:

    Mir fällt dabei die Arroganz der Nachgeborenen und der noch Lebenden auf, weil sie sich wie Lapuente ereifern, auf toten Linken rumzutrampeln und eben das so tun, weil sie Linke waren. Das ist widerlich. Das ist keine linke Selbstkritik, sondern ein Dreckwerfen auf politische Gegner unter dem kritikresistenten Deckmäntelchen angeblicher Satire, die doch alles darf. Das ist in meinen Augen antidemokratisch, dreckig, dumm und antiemanzipatorisch.

    Aber dann gibt es noch die Naiven in der Kommentarspalte, die das für linke Selbstkritik halten und begrüßen und nicht als Diffamierung linker Politiken und linker Persönlichkeiten aus rechter Position erkennen, allein weil eben der Header im Weblog rot ist und "ad sinistram" übersetzt "Linksschwenk" heißen soll.

    Danke, dass ich das hier sagen darf. Die Möglichkeiten der Kritik am Bloggiotop wrden ja immer weniger (Mrs. Mop). Und die Überheblichkeit, mit der darüber hinweggetäusch wird, führt möglichrweise direkt in den Orkus.

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    1. Agree,

      "Aber dann gibt es noch die Naiven in der Kommentarspalte, die das für linke Selbstkritik halten und begrüßen und nicht als Diffamierung linker Politiken und linker Persönlichkeiten aus rechter Position erkennen, ......." .. So auch hier in Bezug auf Hardy aka ... welch herb persoenliche als auch umfangreichere Diffamierungen/Beleidigungen, anhand seiner intellektuellen, schwer widerlegbaren Verschwurbelungen, gelegentlich fuer&wider, auf somit akzeptante Provokation reduziert, gerechtfertigt/hingenommen/akzeptiert werden.

      Ansonsten brauchen Linke/Sozn eh keine externen Feinde. Sie ueberdefinieren sich innerhalb gemeinsamer Basen sowieso kaputt.



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    2. @ altautonomer

      "Die Möglichkeiten der Kritik am Bloggiotop wrden ja immer weniger (Mrs. Mop)."

      Bedauerlich, aber so ist es wohl.
      Vielleicht war das ja auch alles nicht so ernst gemeint?!
      Möglicherweise verbirgt sich hinter dem eigenen Anspruch einen "Linken Blog" zu betreiben eine ganz andere Triebfeder.

      Ich selbst habe nur festgestellt, dass sich viele kritische Stimmen aus den Blogs zurückgezogen haben.

      Wo mir das besonders aufgefallen ist, das ist bei Feynsinn.
      Für mich ist es schon ein bedenkliches Zeichen, wenn sich in einem Blog eine Gemeinschaft versammelt, die sich nur noch um ihren eigenen Bauchnabel dreht und deren verklausulierten Textbausteine für Aussenstehende gar nicht mehr nachzuvollziehen sind oder wo kein Zugang mehr zur Diskussionsebene gefunden werden kann.

      In so einem Milieu werden abweichende Meinungen entweder ignoriert oder abgebügelt.

      "Die Arroganz der Nachgeborenen und der noch Lebenden (Vorgeborenen)."

      Es ist schon erstaunlich, wie schnell und ohne grosse Widerstände all das, was meine Grosseltern mal erkämpft haben, heute dem wirtschaftsliberalen Rasenmäher zur Abgrasung freigegeben wird.

      Und irgendwie scheint dabei auch das historische Bewusstsein unter die Räder gekommen sein.

      "Überheblichkeit!" Ich muss das nicht mehr ausbaden, glücklicherweise! Und wenn ich nicht eine Tochter hätte würde ich sagen: Jede Generation muss ihre Schmerzen selber erleiden und feststellen, wer ihnen den Nasenring angelegt hat.

      Gruss Troptard.



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    3. @ anonym, 25. Dezember 2013 17:54

      Wenn das nicht selbst wieder so Verschwurbelungen sind nach dem Motto "Spiegel-Leser wissen mehr" und der Kommentator sich dann, vielleicht ungewollt, selbst auf dem Niveau wiederfindet, welches er gerade so eindrucksvoll kritisiert hat.

      Unterstellen wir mal, hinter dem Text von Hardy ist eine rechte Absicht versteckt, so sind wir dennoch damit konfrontiert etwas zu lesen was uns vielleicht nicht gefällt, was wir aber nicht einfach so wegbügeln können, jedenfalls ich nicht.

      Weil dieses berühmte Körnchen Wahrheit ja auch dazu anregen könnte, sich selbst zu hinterfragen und nicht gleich den Abwehrreflex rauszuholen.

      Nun halte ich selbst das selbstkritische Vermögen der Linken für ziemlich unterentwickelt und auch deren Selbstüberschätzung für ziemlich fatal.

      Ich persönlich halte die Linke in ihrem jetzigen Zustand für eine unbedeutende gesellschaftsverändernde Kraft. Wenn sie diese Kraft wiedergewinnen will, dann halte ich es für unbedingt notwendig, dass sie theoretisch fundierte Arbeit, also Kritik der politischen Ökonomie betreibt.

      Die Menschen darüber aufklärt in welchem System sie leben, welches ihre Bedingungen und Perspektiven in diesem System sind und wie dieses System zu überwinden ist.

      Was ich persönlich nicht brauche, sind diese endlosen Aneinanderreihungen von elenden Nachrichten die mir auch in jeder Tageszeitung serviert werden. Vielleicht kann nicht jeder zwischen den Zeilen lesen, ich traue es mir noch zu.

      Und Linke sollten das allemal können.

      Und dann gibt es auf dem Internet ja auch Seiten, wo einem die Brezeln so richtig anfangen zu schmoren.

      Wer sagt denn, dass auch ein Prolet nicht die Fähigkeit hat, sich in schwierige Texte einzulesen.

      Wie haben das die Proleten damals mit dem "Ollen Marx" geschafft. Leichte Kost?





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    4. "[....] Vielleicht kann nicht jeder zwischen den Zeilen lesen, ich traue es mir noch zu.

      Und Linke sollten das allemal können."
      Aber locker doch! .. Ich zB. habe letzte Mittwochnacht um 11 wiedermal das Sandmaennchen mit der Paintballgun von seinem Woelkchen gepustet und ihm die Fresse polliert, da der besoffene Penner wiederholt zu spaet war und mein Kleiner nicht schlafen konnte ..... True Story ...

      " Wer sagt denn, dass auch ein Prolet nicht die Fähigkeit hat, sich in schwierige Texte einzulesen."
      Niemand, da es eh kaum Proleten gibt, die irgendwer kennen wuerde, welche sich in schwierige Texte einlesen.

      "Wie haben das die Proleten damals mit dem "Ollen Marx" geschafft. Leichte Kost?"
      Dass schaff ich auch heut noch. Selbst wenns mir am Aschermittwoch noch so zum Kozn ist, schluerf ich mir diesen Bismarxhering rein .. manchmal sogar 2 ... locker.

      Gruss
      Jake


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  13. Nun habe ich ca. eine woche diesen diskussionsfaden mitverfolgt und empfinde es als äußerst ermüdend, hier mitzulesen.

    Aus der diskussion um Willy Brandt wurde nicht übermäßig viel, weil hier viel zu viel text steht, der mit dem thema wenig zu tun hat.

    Ja, ich neige gelegentlich durchaus zu harten worten. Im normalfall geht es mir dabei (profipolitiker oft ausgeschlossen) nie darum, jemanden persönlich anzugreifen. Wenn es um eine sache geht, ist das angemessen.

    Schaltet Euren persönlichen schmonzes zur feier des tages drei gänge zurück und befaßt Euch zur abwechslung mal mit dem thema.

    Macht gern so weiter, ist bloß so eine idee, daß man durchaus diskutieren könnte, wenn man dann nicht jede kritik allzu persönlich nähme und irgendwie was zum thema schriebe.

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    1. Hey, @Mechthild!
      Das Thema Brandt ist zumindest mir nicht wichtig. Und den Kommentierenden offensichtlich auch nicht.

      Schade, dass Du es ermüdend findest, den Kommentaren zu folgen. Mag sein, dass sie sich nicht in thematischen Leitplanken bewegen - lesenswert sind sie allemal, wie ich finde.

      Es ging mir bei dem Zitat nicht um Brandt - nicht um die SPD. Es ging mir um die systemtragende Funktion der Presse, die keine 'Vierte Gewalt' ist, sondern der Wurmfortstatz der anderen drei Gewalten.

      Und ja, hier geht es um 'persönlichen Schmonzes', denn jede verdammte Meinung ist persönlich! Was ist falsch daran?

      Du magst hier Meinungen lesen, die Dir gefallen und die Dir missfallen. Manche auch, die Dich langweilen. So ist das hier - wie im übrigen Leben.
      Nimm mit, was Du gebrauchen kannst - was Dich weiterbringt; und vergiss den Rest.

      Ich nehme die 'Wahrheit' nicht für mich in Anspruch - und wohl auch keiner meiner Kommentatoren. Hier werden Meinungen ausgetauscht.

      Dafür möchte ich hier Raum bieten. Die Themen sind nur ein Aufhänger dafür.

      Liebe Grüße
      Dude

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    2. Lieber Dude,

      das mag ich so an dir.

      Du bist in deinem Blog ein sehr angenehmer Gastgeber. Du lässt Jeden sein, wie er ist, achtest aber darauf, dass Niemand von deinen Gästen beleidigt wird. Du akzeptierst andere Meinungen, forderst sie sogar heraus. Solch einen Blog findet man nicht so schnell.

      Ich kann Mechthilds Standpunkt auch verstehen. Gestern habe ich hier reingelesen und mich gefragt, was wird hier eigentlich diskutiert? Ich habe kaum was verstanden und war auch zu müde, mache Kommentare 3 Mal zu lesen.
      Hier in deinem Blog habe ich aber die Traute, das auch aufzuschreiben.


      Danke dafür

      Liebe Grüße Ruby

      PS: Die Freischaltung der Kommentare nervt :-(

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  14. Mechthild: Die einen verehren Willy Brandt, die anderen Konstantin Wecker, manche sind von Hagen Rether begeistert und mit Nelson Mandela, Georg Schramm, Helmut Schmidt und Gregor Gysi ließe sich diese Liste noch beliebig erweitern. Und ich frage mich, warum? Ist die politische Indetität und das linke Selbstbewusstsein dermassen unterentwickelt, dass es irgendwelcher Ikonen, Premiumblogger oder politischer VIPs bedarf, um Orientierung zu finden? Aus meiner Erfahrung sind es nämlich die Nonames, die Nobodys, und die in den emanzipatorisch linken Bewegungen organisierten zuverlässigen Akteure, die in ihrer bescheidenen Existenz als tragenden Elemente den Widerstand und den Protest ins Bewusstsein der Merheitsbevölkerung tragen. So kannte ich aus meiner Zeit beim "Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ÖTV" (gegründet 1996) mehrere Menschen vom Typ Inge Hannemann. Nur, dass diese sich nicht den Medien aufdrängten, sondern ihre Energie in kontinuerliche Arbeit im Netzwerk und in die Gewerkschaft vor Ort steckten. Wenn Leute, die nicht gewollt oder gewählt sind, meinen, sich an die Spitze einer Bewegung/Entwicklung (sog. Anführer, nicht Führer) setzen zu müssen, werde ich misstrauisch.

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    1. @Anonym 26. Dezember 2013 10:06

      Darf ich?

      "... diese Liste noch beliebig erweitern. Und ich frage mich, warum? Ist die xxxx Identität und das xxxx Selbstbewusstsein ..."

      Beantwortet sich dann nahezu von selbst ...

      In der Tat, die Liste ließe sich nahezu unendlich erweitern ... und irgendwann landen wir sogar - über Heldensagen mit Arthur und seiner Tafelrunde - mit einer überwältigen Mehrheit von Menschen (global betrachtet) bei den Glaubensfragen ....

      Menschheit IST hierarchisch organisiert, sie wird auch heute noch von den Kindesschuhen an darauf konditioniert. Irrelevant, ob personifiziert oder institutionalisiert. Bin mir nicht einmal sicher, ob eine andere Konditionierung überhaupt möglich wäre. Für die Gegenwart sehe ich das zumindest noch nicht (erst recht nicht global).

      Nichtsdestotrotz (bzw. ausgerechnet deswegen), kann man beobachten, wie sich innerhalb von Bewegungen - auch von Linken Bewegungen - immer welche an die Spitze setzen (und dabei sogar über Leichen gehen, gerne auch über die der einst zuschaffenden No-Names).

      Nicht selten haben sich die an die «Spitze-Drängler» natürlich auch an irgendwem orientiert oder/und sie sind inspiriert worden (wie immer das spezielle Individuum das auch empfindet oder verkauft). Nur waren sie dann der Meinung,: "ich und kein anderer und das besser". Aber ein speziell linkes Thema ist das mitnichten.

      So nutzen die «Drängler» die "Gunst der Stunde", um sich zu verwirklichen. Völlig irrelevant, aus welcher politischen (die Theologie hat ebenfalls so ihre politischen Komponenten) Richtung auch immer. Wenn überhaupt der Beweggrund ein politischer gewesen ist und nicht doch mehr in der Selbstverwirklichung zu suchen wäre. Es muss mitnichten drin sein, was drauf steht.

      Das geht immer dann am einfachsten, wenn in Gesellschaften die bis dahin gesetzten Orientierungspfeiler wegbrechen. Übertrieben ausgedrückt,: das Volk orientierungs- und steuerungslos ist oder sich zumindest so fühlt. Das geht über weggebrochene Personifizierungen, doch immer gekoppelt an verlustig gegangene Werte.

      Nur eines scheint mir für die heutige politische Linke sicher zu sein: ausgerechnet dort würde man sich schwer damit tun, sich auf einen Kopf zu einigen. Es fehlt den heutigen Linken auch die streng hierarchische Struktur, welche man man überwiegend mehr rechts von links findet (je mehr rechts, desto straffer), die eine solche Haltung erleichtern würde. Bei streng hierarchischen Systemen reicht es doch schon, wenn der «Untere» den ihm am nächsten stehen Oberen eine gewisse Begeisterung entgegen bringt, die sich kontinuierlich bis an die Spitze durchreicht.

      Die Frage von Hardy hat schon ihre Berechtigung: wer sind die Linken, was ist Links? Und zu bedenken wäre, was war einst links und wie wird das heute miteinander vermengt? (Wobei ich mir dennoch sicher bin, dass eine Diskussion darüber nichts bringt).

      Haben wir überhaupt welche, also Linke in Form einer kulturell gesellschaftsrelevanten Menge? Wir haben doch nicht einmal etwas, was als Opposition funktionieren würde.

      Und Brandt fand seine Verehrer einst nicht wirklich bei den Linken, nicht einmal in der innerparteilich geschlossen in der Sozialdemokratie.

      Mag er heute herhalten, weil er vermutlich sofort als Linker über den Mainstream verschrieen worden wäre. Höchstwahrscheinlich ist er heute nur eine Gestalt, der eine breite Masse Mensch Respekt abgewinnen kann. Und es ist nicht einmal gesichert, ob er das heute noch schaffen würde, so er denn zur Verfügung stünde.

      Er konnte damals seine Wähler begeistern und diese Schar dürfte eher eine politisch heterogene Masse aus niederen Einkommensklassen gespeist gewesen sein; also mehr (damals) konservative (in der Lebensphilosophie) Wähler.

      Ein Thema wirklich für Links ist Brandt eher nicht. Wenn überhaupt, dann nur als kommunikatives Medium im politischen Querschnitt und demzufolge stört er mich dort nicht im geringsten.

      Gruss
      Rosi

      Gruss
      Rosi





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    2. @ Rosi, 27. Dezember 2013, 14:27

      "Menschheit IST hierarisch organsisiert, ... ."

      Diese Aussage, da sie ja im Begriff Menscheit die ganze Geschichte der menschlichen Entwicklung enthält und dem IST eine ewig gültige Bedingung beifügt, möchte ich doch widersprechen.

      Allenfalls kann ich diese Aussage ab dem Moment akzeptieren, wo es den Menschen durch produktive Fortschritte gelungen ist ein Mehrprodukt zu erwirtschaften, und einige Menschen daraus einen Vorteil ziehen konnten, was zu Abhängigkeiten führte und ein Zuwachs an Macht.

      Ich mag diese anthropologischen nivellierenden Betrachtungsweisen nicht, die ein Bild vom Menschen mit überhistorischer Gültigkeit aufbauen.

      Das ist dann wie mit dem abstrakten Begriff der Arbeit, der umstandslos auf die ganze Menscheitsgeschichte als ewige Bedingung der menschlichen Existenz den Menschen übergestülpt wird obwohl dieser Begriff nur im Zusammenhang mit der Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft gesehen werden darf.

      Auch Deine Ausfürungen zu Willi Brandt halte ich ehrlich gesagt für ziemlich verquer.

      Willi Brandt ist sicher eine historische Persönlichkeit, die in einer bestimmten Epoche unter bestimmten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht nur Menschen heterogener und niederer Einkommensklassen angesprochen hat.

      Mit seinem Wahlspruch " Mehr Demokratie wagen" hat er auch viele Studenten angesprochen, darunter auch mich.
      Ich habe ihn in Wilhelmshaven erlebt.

      Der konservative und antidemokratische Mief, der in Deutschland zu dieser Zeit herrschte, das Wissen, dass in Politik und Wirtschaft noch viele Altnazis die Marschrichtung bestimmten, machten ihn so attraktiv.

      Er hat die Sehnsucht nach Veränderung, besonders auch unter jungen Menschen, aufgegriffen und diese politisch für die SPD genutzt. Diese Veränderung war auch notwendig, weil dieser Staat sonst an seiner Stagnation erstickt wäre. Wenn man so will hat er damit Staat und Wirtschaft einen Bärendienst erwiesen, einen Modernisierungsschub in Gang gesetzt.

      Als Beispiel dafür: Auch Arbeiterkindern wurde es ermöglicht, ein Studium zu beginnen, weil das vorhandene Potential für die Wirtschaft einfach nicht mehr ausreichend war.

      Altautonomer und andere haben bereits auf das hingewiesen, was unter dem Sozialdemokraten Willi Brandt und in dieser Republik nie möglich sein wird, die Freiheit radikaler linker Gesinnungen.

      Ein Thema für Links ist er insofern für mich, dass man diesen Mann historisch richtig einordnet und daraus lernen kann,

      "Das Demokratie wagen", also Demokratie, kein Wert an sich ist, der unabhängig von der Ökonomie existiert und über den Köpfen seiner Bürger schwebt, sondern stets abhängige Variable der ökonomischen Verwertungsbedingungen bleibt.

      Ein Blick auf die heutige Situation dürfte meine Anschauung dazu wohl bestätigen.





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    3. Werter Toptard. Habe den Eindruck, Sie haben mich nicht verstanden und ich habe Probleme damit, Ihre Antwort als eine Replik auf meinen Kommentar zu verstehen:

      @Toptard: Ich mag diese anthropologischen nivellierenden Betrachtungsweisen nicht, die ein Bild vom Menschen mit überhistorischer Gültigkeit aufbauen.
      (Nicht interpretieren ....)

      Zum einen sprach ich über das Hier und Jetzt und zum anderen über das Ist. Wenn Sie ein anderes IST im Hier und Jetzt sehen, dann nennen Sie mir bitte ein Beispiel. Nehme auch gerne eines aus einer beispielhaften Epoche (ich kenne keine). Und das meine ich mitnichten nur rein politisch, sondern auch alltagsbezogen. Für mich ist das somit etwas, was Menschheit noch nicht erreicht hat; ob es Ihnen gefällt oder nicht.

      Ob ich mir das für die Menschheit in Zukunft wünsche, stand in meinen Ausführungen nicht. Ob ich es für ein ewiges und nichtdurchbrechbares Naturgesetz halte, stand dort ebenso nicht. Dort stand, dass ich für das Heute und Jetzt, für die festgehaltene Vergangenheit und in nächster Zukunft nicht sehe, dass sich Menschheit darüber hinweg gehoben hat, insbesondere unter globalen Aspekten. Hat sie? Hab ich etwas übersehen? Ausgerechnet am Umgang mit der Figur Willi Brandt lässt sich das m.E. hervorragend ablesen, eher nicht.

      Und jupp, das geht schon mit der Struktur der Arbeit, dem Verhältnis zur Lohn-Arbeit (eigentlich mehr im Bildungssystem) los.

      «Heterogen», das beinhaltet auch das Wahlverhalten von Studenten. Ich hatte weder Alt noch Jung oder gar Bildung, auch nicht rechts, links, Mitte abgegrenzt. Lediglich auf die unteren, bis hin zu den mittleren Einkommensgrenzen (≠ arm, ungebildet und doof) abgezielt. Das sind in der Regel jene, die es am härtesten trifft, wenn es chancenungleicher zugeht. Es sind jene, die die meisten Hoffnungen mit "mehr Demokratie wagen" verbinden, es mit ihren eigenen Wünschen verknüpfen, während die anderen ihre Felle wegschwimmen sehen. Wenn Sie mir jetzt erzählen wollen, der Wählerkreis der SPD wäre damals ein anderer gewesen, falle ich glatt von meinem Stuhl.

      ff.

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    4. Teil 2
      Dabei war und bin ich mir völlig darüber bewusst, dass diese Epoche Arbeiterkindern den Weg nach «ein wenig mehr oben» offen gehalten hat; kein Vergleich mehr zu heute. Was das jedoch mit meinem Kommentar zu tun hat, ob das ein Argument gegen meine Ausführungen sein sollte, ich verstehe es nicht und bekomme es nicht platziert. (Das gilt eigentlich für Ihre gesamte Antwort).

      "Mehr Demokratie wagen", das sprach viele an, in erster Linie das Volk, weniger die Partei. Denke, Ruby hat verstanden, dass ich die Kategorie Links dabei außen vor gelassen habe. Was jeder Einzelne des Volkes damit verbunden hat, ob Brandt damals die Hoffnung wecken konnte, den konservativen Mief auszukehren? Möglich, die Entwicklung zeigt mir jedoch eine andere Richtung, es hat sich recht wenig davon ausgekehrt, rückwirkend betrachtet eher sehr wenig.

      Stattdessen wurde eine Richtung eingeschlagen, die mit Enttäuschung der Hoffnungen vieler zu tun hatte. Insoweit sehe ich in der heutigen Situation Ihre Anschauung nicht bestätigt (wenn ich überhaupt einschätze kann, was Sie für eine haben könnten). Zumal ich dabei bedenke, dass der Weg, auf dem wir gerade heute sind, eben auch SPD-gemacht ist.

      Wobei ich mir die Frage stelle, was Sie genau unter nicht-konservativ verstehen? Was ist an Chancen der Bildung, unabhängig der Einkommensklasse, letztlich entlassen in das System der hierarchischen Arbeit eigentlich unkonservativ? Ist mehr Lohn unkonservativ? Sind Gewerkschaften, Arbeitskämpfe unkonservativ? Wovon genau sprechen Sie?

      Ja eben:
      " also Demokratie, kein Wert an sich ist, der unabhängig von der Ökonomie existiert und über den Köpfen seiner Bürger schwebt, sondern stets abhängige Variable der ökonomischen Verwertungsbedingungen bleibt."

      Mir ist nicht bekannt, Willi Brandt hätte das anders gesehen. Chancen gleicher zu verteilen, ist doch nicht gleichbedeutend damit, man würde die hierarchische Struktur beseitigen bzw. beseitigen wollen. Solange wir daran festhalten, wird sich m.E. daran auch nichts tun. Insoweit, ich weiß nicht einmal im Ansatz, wie ich Ihre Ausführungen als Anti-These mit meinem Beitrag in Verbindung bringen soll. Damit bin ich glatt überfordert, vermutlich.

      "Ein Thema für Links ist er insofern für mich, dass man diesen Mann historisch richtig einordnet und daraus lernen kann,

      Um aus der Historie zu lernen, braucht es die Auseinandersetzung mit der Figur Willi Brandt? Die Entwicklung reicht nicht, bzw. die historische Entwicklung erscheint Ihnen als zu ungeeignet, weil es eine überhistorische Gültigkeit aufbaut? Wenn man sich mehr mit diesem Menschen auseinandersetzt, dann ändert sich etwas, dann hat man mehr aus der Geschichte gelernt? Echt jetzt? Verändert sich die Geschichte dadurch, die in das Heute mündet, womöglich gar verändert sich das Heute? Nun, wenn es denn mal so wäre …

      Wer wird sich denn damit auseinander setzen (wollen) und was soll das denn dann an einem Mehr an politischer und historischer Auseinandersetzung bewirken? Die Fragen meine ich ernst und bitte um den Versuch einer Antwort. Also ich für meinen Teil resümiere: Die eine Seite braucht einen Helden, die andere den Anti-Helden, geändert hat sich nichts, Hauptsache es wurde personifiziert. Was ergibt sich daraus, nun, zwei Lager, ferdisch. Wobei die eine Seite sich hinstellt und Brandt-Gummipunkte verteilt. Weswegen?

      "Altautonomer und andere haben bereits auf das hingewiesen, was unter dem Sozialdemokraten Willi Brandt und in dieser Republik nie möglich sein wird, die Freiheit radikaler linker Gesinnungen. Ja und? Gehen Sie wirklich davon aus, das bedarf eines Hinweises? Und was heißt hier "nie möglich sein wird", der Mann ist doch tot. Unter Toten macht sich nichts möglich, soweit aufgeklärt ist die Menschheit mittlerweile schon. Es war nicht möglich, als er noch lebte.

      Gruss
      Rosi

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  15. PS: Gerade gefunden:
    http://hinter-den-schlagzeilen.de/2013/12/27/dekadenz-die-wiederkehr-eines-phanomens/

    "Dekadenz ist keine Epoche, sondern ein kulturelles Phänomen, das auftaucht, wann immer eine Zivilisation kraftlos wird und in eine Phase des Niedergangs eintritt. "

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  16. Hallo Zusammen,

    ich hab da mal ne Frage :-)

    Warum ist die Einteilung links, rechts, mitte, liberal, neoliberal, blablabla.... so wichtig?

    Ich empfinde das eher als Schubladendenken. Nur hat jeder eine andere Sortieranlage. Die Einen sind der Meinung, die SPD sei links, Andere sagen die sind konservativ und neoliberal. Dann gibt es die Leute, die sogar die CDU nach links gerückt betrachten - völlig irre.
    Ich habe über dieses Thema schon so viele Debatten gelesen und empfinde die Diskussion zunehmend als Nebelkerze und extrem unwichtig.

    Lenkt das nicht eher von dem eigentlichen Ziel der meisten Menschen ab? Wollen nicht die Meisten nur glücklich sein und wissen schon lange, dass es in diesem System nicht möglich ist?

    Es gibt kaum verständlich geschriebene Diskussionen, wie der Weg zu einer Gesellschaft bei der der Mensch Mittelpunkt ist, gehen kann. Das würde mich viel mehr interessieren.

    Liebe Grüße Ruby


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    1. Hallo Ruby!

      Gute Frage. Aber eine Antwort, die Dich befriedigen würde, habe ich auch nicht darauf.

      "Wollen nicht die meisten Menschen nur glücklich sein... "

      Meine Ärztin sagte mal zu mir Folgendes: "Es gibt Menschen, die fühlen sich unter armseligen Verhältnissen wohl und andere wiederum haben alle Voraussetzungen um glücklich zu sein, und fühlen sich unwohl.

      Damit Du das nicht falsch auffasst ! Ich will damit nicht diesen Spruch loslassen, den auch ich oft gehört habe: Auch Reiche sind nicht unbedingt glücklich.

      Von daher fühle ich mich mit dem "glücklich sein" wohl auf der falschen Fährte.

      Ich vermute eher, dass sich die Menschen zwar körperlich und geistig wohlfühlen , dass sie keine materielle Not leiden wollen, dieses Bedürfnis aber nicht durch einem Systemwechsel verwirklicht sehen (jedenfalls eine ziemlich grosse Mehrheit nicht), sondern im jetzigen System.

      Und darunter gibt es wiederum viele, die jammern zwar, aber leiden, was ihre wirtschaftlichen Voraussetzungen betrifft, nicht besonders.

      Jetzt greife ich noch mal auf den ollen Marx zurück, sinngemäss:

      Selbst wenn sich die Menschen nichts anderes mehr vorstellen können als in diesem System zu leben, so wird ihnen das nichts nützen. Der Kapitalismus stösst unweigerlich an seine innere Schranke und wenn die Menschen in ihrer Gesamtheit nicht bereit sind dieses System zu überwinden, so wird dieses in die Barberei führen.
      Diese Aussage und die dahinter stehende Theorie führt unter Linken zu erheblichen Auseinandersetzungen. Die einen sehen diese innere Schranke jetzt erreicht, die anderen sehen darin eine Zusammenbruchstheorie, einen Zusammenbruch, der zwar schon oft vorausgesagt wurde aber bisher nie eingetreten ist,

      Krise als ewige Fortsetzung von wirtschaftlichem Niedergang und darauf folgender Erholung.

      Ich vermute, so wird das in der Bevölkerung auch gesehen. Zumindest besteht darin die Hoffnung.

      Gruss Troptard.

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  17. Grundsätzlch reibe ich mir immer noch die Augen, welche Resonz dieses plumpe Zitat ausgelöst hat - und immer noch auslöst.

    Es geht hier auch wohl längst nicht mehr um Brandt als historische Figur.

    Es geht hier mittlerweile um die Interpretation historischer und aktueller Zustände.

    Und Interpretationen sind per Definition ja immer subjektiv - was die Diskussion hier offensichtlich anfeuert.

    Und da bin ich bei Ruby:
    Wo sind die Diskussionen, die auf huminatäre Ausrichtung einer Gesellschaft abzielen. Viele wirklich intelligente und theoretisch untermauerte Meinungen sind hier zu lesen.
    Aber:
    Wie bewirkt man eine positive Veränderung der Bevölkerung im HIER und JETZT? Abseits der Theorie und zurückliegender Wahlergebnisse?

    Brandt war gestern (Geschichte aus der wir sicherlich lernen können), wie aber setzen wir diese Erkenntnisse heute um? Mit Merkel als Mutter der Nation? Mit der SPD als Steigbügelhalter? Mit einer Opposition, die weniger Redezeit hat, als Werbeblöcke im öffentlich-rechtlichen (zwangsfinanziertem) Fernsehen?

    Wir sollten uns fragen, was die Bedeutung der Demokratie heute ist.
    Und ja, auch in wie fern der Bundestag den Souverän ausdrückt.

    Vertritt der Bundestag, deren Fraktionen, die Wünsche und Bedürfnisse der Bevölkerung?

    Wenn nicht, dann hat die historische Figur Brandt da relativ wenig mit zu tun!

    Ich liebe die Diskussionen, die manche Threats von mir auslösen. Wirklich sinnführend und konstruktiv sind sie aber deshalb nicht zwingend...

    Liebe Grüße,
    Dude

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  18. Hallo Duderich!

    Du kannst es einem wirklich schwer machen!

    Ich habe Rubys Text gelesen und auch darauf geantwortet. Ich lese darin eine Unzufriedenheit, die wohl darin begründet ist, mehr Antworten darauf zu finden,

    "wie der Weg zu einer Gesellschaft bei der der Mensch im Mittelpunkt ist gehen kann."

    Da muss ich dann erstmal tief durchatmen, weil hier ein Anspruch formuliert wird, unter dem man als einzelner Mensch und zumal in einem Blog eigentlich nur zusammenbrechen kann.

    Das Bedürfnis kann ich wohl nachvollziehen nur frage ich mich auch, wann hat es eine Gesellschaft gegeben, in der eine bessere Zukunft mehr war als eine Utopie, eine Vorstellung davon, wie man sich diese vorstellen möchte.

    Der Weg dorthin wurde dann auch unterschiedlich gesehen: Revolution oder Reformismus. Der Rest ist wohl bekannt!

    Einfacher ist es dann wohl auf Deine Fragen einzugehen, wobei ich allerdings bezweifle,ob die Antworten darauf Ruby befriedigen werden.

    Und dann noch eine Bitte an Dich! Wenn Du Zweifel hast, dasss die Diskussionen hier sinnführend und konstruktiv sind, dann liegt es auch an Dir Deine Themen enstsprechend zu formulieren.

    So, für heute genug, Gruss Troptard.













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    1. Hey @Troptard:
      Möglicherweise hast Du mich falsch verstanden:
      Diese Diskussion mag aus meiner Sicht nicht zielführend sein - aber sie ist keineswegs sinnlos!
      Im Übrigen wird es nicht von meiner Themenstellung abhängen, welche Kommentare folgen.
      Dieser Treat ist das beste Beispiel dafür.

      Ich will auch keine Leitplanken des Denkens setzen, welche dann in meinem Sinne, zum besten Ergebnis führen.
      Troptard, gebe die Verantwortung des Denkens nicht an mich ab. Ich bin schlicht nicht bereit sie anzunehmen.

      Ich bin nicht schlauer und weiser als die Kommentaristen hier. Und ich habe es nie vorgegeben zu sein.

      Ich besitze keine Wahrheit, zu der ich meine Leser hinführen will.
      Ich lade lediglich meine Leser ein, sie mit mir zu suchen.

      Und in diesem Sinne danke ich den Kommentatoren.

      Wir geben alle nicht vor, die Wahrheit zu kennen.
      Den zwingenden Weg nach Gerechtigkeit zu wissen.

      Wir sind hier alle Suchende.

      Sowenig es bislang den realen Kommunismus, oder Sozialismus gegeben hat, sowenig weiß doch niemand von uns, wie wirkliche Gerechtigkeit (auch global) umzusetzen ist.
      Sicherlich nicht nur durch einen gesetzlichen Mindestlohn - nicht mal, durch Wiedereinführung einer Vermögens-/Reichtumsteuer.

      Und selbst - wenn wir soziale Gerechtigkeit für ALLE realisieren würden (eine Utopie) so wäre das Öko-System Erde damit immer noch nicht gerettet.

      Es wird keine einfachen Lösungen geben - und sie werden hier auch nicht zu lesen sein.
      Möglicherweise können wir uns im Austauch dieser nähern.
      Dann aber fängt die Arbeit erst an - nämlich diese Utopie gesellschaftlich umsetzbar zu machen.

      Dicke Bretter werden also zu bohren sein.
      Und es ist fraglich, ob überhaupt jemals der Bohrer angesetzt werden wird.

      Wenn überhaupt, kann dieser Blog nur dazu dienen, diese dicken Bretter überhaupt bewusst zu machen.

      Liebe Grüße,
      Dude

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    2. "Es wird keine einfachen Lösungen geben - und sie werden hier auch nicht zu lesen sein."
      Der Grund dafuer: http://www.youtube.com/watch?v=-Na9-jV_OJI
      and I like to be a Battery ..

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    3. @Anonym:
      Sicherlich: Matrix ist cool - der erste Teil.
      Aber: Bringt er uns der Antwort näher - oder begründet er nur, warum wir keine haben?
      Du selbst hast nicht mal einen Nickname!
      Scheiße, Mann! Bin ja froh für jeden Kommentar; aber liegt die Lösung unserer Menschheit tatsächlich in Blockbuster-Filmen?
      Bleibt letztendlich nur die Frage, welche Farbe die Pille hat, die wir schlucken?

      Ich freue mich über Deinen Beitrag,
      Aber, wenn Du eine Meinung hast, so formuliere sie und gib ihr einen 'Namen'.

      Liebe Grüße,
      Duderich

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    4. Guten Tag,

      @ Troptard und all

      "wann hat es eine Gesellschaft gegeben, in der eine bessere Zukunft mehr war als eine Utopie, eine Vorstellung davon, wie man sich diese vorstellen möchte."

      Weißt du, als wir 1989 auf die Straße gingen, hatte wir ziemlich klare Vorstellungen, was anders laufen musste im real existierenden Sozialismus. Uns war aber immer bewusst, selbst wenn wir es schaffen, unsere Forderungen durchzusetzen, bleibt diese Gesellschaft, die wir uns erkämpft hätten nur eine Durchgangsstation hin zum Kommunismus. Dazu hätten die Länder um uns herum erst mal nachziehen müssen. Wir hätten aber vergleichsweise ein gutes Leben gehabt, das wir akzeptiert hätten.
      Im Unterschied zu heute wurde uns nicht das GELD als Maß aller Dinge eingebleut. Dem Geld nicht hinterherhecheln zu müssen, gestattet ein viel menschlicheres und beruhigteres Leben.

      Fragt mal unzufriedene ehemalige DDR-Bürger (und die gibt es in Massen), mit welcher Veränderung seit der Wende sie am wenigsten klar kommen - zu 99 % kommt: die EXISTENZANGST und die menschliche KÄLTE.

      Liebe Grüße Ruby

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    5. Hallo Ruby!

      Ist mir schon klar, was Du geschrieben hast.
      Die Angst, das ist ein ständiger Begleiter im Kapitalismus.

      Hier kannst Du nur sorgenfrei leben, wenn Du von irgendwo einen ziemlich grossen Haufen Geld hast. Haste den nicht und auch keine Produktionsmittel, dann bleibt Dir eben nur die eine Möglichkeit: Jemanden zu finden der Deine Arbeitskraft gebrauchen kann und diese auch noch so bezahlt, dass Du davon anständig leben kannst.

      Ich bin damit aufgewachsen. Im Elternhaus und von der Schule wurde ich für dieses Leben vorbereitet. Und so habe auch ich ,wie viele andere, das als normal, ja gottgegebenes unabänderliches Schicksal empfunden, als das Normalste in der Welt.

      Die menschliche Kälte kommt ja nicht von ungefähr. Auch diese halte ich für das Resultat unserer Konkurrenzgesellschaft. Jeder ist sich Konkurrent, sei es um den Arbeitsplatz oder als Anbieter von Waren.

      Das mit den Demonstrationen 1989 sehe ich nicht ganz so gradlinig wie Du. Sicher gab es in der DDR auch 'ne Menge Bürger, die einen eigenständigen Weg nicht gehen wollten, sondern den Anschluss für die beste Lösung hielten.

      Ohnehin halte ich es für einen Fehlschluss anzunehmen, dass es in westlichen Gesellschaften eine breite Basis für grundlegende gesellschaftliche Veränderungen gibt.

      Obwohl es derzeit eine Chance dafür gebe, noch nie war das System so am absaufen, verstehen sich Politik und Wirtschaft besser denn je darauf, ihre Interessen knallhart durchzusetzen.

      Es herrscht für mich einfach zu viel Friedhofsruhe.

      Um zum Abschluss zu kommen: Mir würde es schon reichen, wenn es genug Menschen gäbe, die eine andere Gesellschaftsorganisation überhaupt wollen und bereit wären, die jetzige zu überwinden.

      Was danach kommt, wird man dann sehen. Dann braucht es wohl auch einiger kluger Köpfe, die ein Gespür dafür haben, wann dafür ein günstiger Moment gegeben ist.

      Ich werde das aller Vorraussicht nicht mehr erleben.
      Jetzt fällt mir gerade noch ein Satz ein, dessen Urheber ich vergessen habe: "Es scheint so, als wenn der Kapitalismus uns beweisen wolle, das nach ihm nichts anderes mehr kommt."

      Das könnte ihm so passen!

      Liebe Grüsse, Troptard.



      Was danach ko

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    6. Hallo Troptard und all,

      "Ohnehin halte ich es für einen Fehlschluss anzunehmen, dass es in westlichen Gesellschaften eine breite Basis für grundlegende gesellschaftliche Veränderungen gibt."

      Da bin ich mir nicht so sicher. Je nach Fragestellung wirst du unterschiedliche Antworten bekommen.

      Wenn du fragst: Möchtest du, dass es allen Menschen gut geht?
      Außer der Teufel sagen alle ja.

      Oder du fragst: Möchtest du einen Systemwechsel?
      Dann wird dein erwartetes Ergebnis eintreffen.

      Das Wort Systemwechsel suggeriert, auch mit Hilfe der Medien, so viel Negatives wie
      * Verlust des jetzigen Lebens, auch wenn es noch so besch...n ist. Man hat sich daran gewöhnt.
      * Sozialismus, Kommunismus
      * DDR
      * Stasi
      * Revolution, Gewalt, Tod...............
      * Was kommt nach dem Wechsel? Barbarei?

      Der letzte Punkt ist für mich der Entscheidende, die anderen sind leicht zu widerlegen.

      Wir sollten zu mindestens mal so etwas wie ein Modell entwickeln, gemeinsam und zur Diskussion stellen.

      Und wir sollten gaaaaaanz viel Werbung darum machen, ganz viel darüber diskutieren.
      Das Thema muss in der Öffentlichkeit Präsenz bekommen. Für die Menschen muss es normal sein, darüber zu lesen, sich eigene Gedanken zu machen, darüber zu diskutieren. Nur dann kann die Angst vor Veränderung weniger werden.

      Ich lese jetzt seit 2008 in verschiedenen politischen Blogs. Es hat mir viel gegeben und ich empfinde Dankbarkeit, dass die Blogger sich so viel Mühe gemacht haben, aufzuklären. Über so ziemlich jedes Thema habe ich nun gelesen und mich schlau gemacht.

      Aber das Thema: Wie wollen wir leben?, wurde noch nie ausführlich diskutiert.

      Nun frage ich mich, kommt da noch was...?, oder labern wir nur.

      Das macht mich unzufrieden. Geht es nur mir so?

      Liebe Grüße Ruby

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    7. Guten Abend Ruby!

      Ich kann Dir da kaum widersprechen.

      "Nun frage ich mich, kommt da noch was...?, oder labern wir nur."
      Was mich betrifft, so lese ich viel, lese auch auf verschiedenen Blogs und wenn es mich mal juckt, mag ich auch kommentieren. Im Grunde bin ich dann auf der Suche, ob es noch ein paar andere Menschen gibt, die ähnlich denken und fühlen wie ich.

      Was im meinem Umfeld von Interesse ist, beschränkt sich darauf, was man an Weihnachten für Essen macht, welcher Urlaub im nächsten Jahr geplant ist und auf Fragen ob wir uns auch den neuen IPod ,oder wie das Ding heisst, gekauft haben, die weiblichen Kinder Nachwuchs bekommen haben usw..

      Manchmal kommen dann auch noch so Hinweise, dass eine grosse Koalition wohl das Beste für uns alle wäre, halt dieser für mich belanglose Kram. Man braucht ja Themen um zu kommunizieren.

      Ich werde dann immer schnell müde und meine Hoffnungen in den westlichen, zivilisatorisch so hochstehenden Menschen zerinnen wie der Schnee im Frühling.

      Gruss Troptard.

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    8. @Ruby: Aber das Thema: Wie wollen wir leben?, wurde noch nie ausführlich diskutiert.

      Nun frage ich mich, kommt da noch was...?, oder labern wir nur.


      Das Problem ist, liebe Ruby, man kann sich nicht einmal darauf einigen, was gewesen und was ist. Damit erklärt sich, wie schwer es ist, sich damit auseinander zu setzen, was werden wird oder werden soll. Denn die Wünsche nach einer Zukunft, die rekrutieren sich bekanntermaßen aus der subjektiven Sichtweise der Vergangenheit und Gegenwart und zwar pro Individuum.

      Ihre Liste spiegelt das im Kleinen ein wenig wider:
      "Man hat sich daran gewöhnt.
      * Sozialismus, Kommunismus
      * DDR
      * Stasi
      * Revolution, Gewalt, Tod...............
      * Was kommt nach dem Wechsel? Barbarei?"


      Barbarei wäre nicht neu, unsere letzte ist nicht ganz ein Jahrhundert her und global betrachtet ganz aktuell. So fehlen mir Worte, wie Demokratie, Nationalsozialismus, Feudalismus, Diktatur etc. pp. und zu oberst: Kapitalismus. Denn letztlich läuft für mich jedes System darauf hinaus. Sie münden alle in den Kopf einer machtvollen, kapitalistischen Elite (mit mehr oder weniger Beteiligten je System) und damit in die Diktatur des Kapitals bzw. der Kapitalisten (oder wie immer man sie nennen mag). Was Menschheit also noch niemals ausprobiert hat, wäre, uns den Kapitalismus tatsächlich vorgenommen zu haben. Es waren lediglich Versuche, kläglich gescheiterte und manche waren nicht einmal wirkliche Versuche.

      Wenn jedoch die Meinungen derart weit auseinander gehen, dass toptard z.B. davon ausgeht, die Demokratie sei die Triebfeder des Kapitalismus, Rosi meint, Kapitalismus sei die Triebfeder jedweden politischen Systems, wird es nahezu unmöglich, einen Konsens zu erzielen. Denn tob tard müsste sich logischerweise auf den Standpunkt stellen, die Demokratie sei abzuschaffen, während Rosi mehr den Kapitalismus selbst aufs Korn nimmt und weit und breit kein System sieht, als eine demokratischer ausgestaltete Demokratie (die rein Parlamentarische hat sich als nicht effektiv erwiesen), welche man als Gegengewicht setzen könnte.

      So viele Möglichkeiten gibt es auch nicht, entweder es entscheiden wenige über den Lauf der Geschicke oder es entscheiden viele bzw. alle, die möchten. Wenn ich den ganzen Blabla-Umbau von den Systemen herunter nehme, bleibt letztlich somit nur die Unterscheidung: Diktatur oder Demokratie. Ich für meinen Teile möchte die Demokratie, die Entscheidung aller.

      Denn das Problem mit dem Kapitalismus ist, dass er sich auf eine elitäre Oberschicht konzentriert, früher oder später offensichtlich auch immer so durchsetzt. Dem kann man nur die Interessen vieler entgegen halten, wenn sie denn entgegen halten dürfen und es nicht immer nur so aussieht, als dürften sie.

      Meine Utopien sind derart weit von der Realität entfernt, dass ich mit Grund nicht davon ausgehe, dass sie sich zu meinen Lebzeiten noch durchsetzen würden. Alle leben in Frieden, ganz global, wir sind technisch soweit gereift, dass der Globus nicht mehr unter uns ächzt. Jeder hat automatisch sein Auskommen, kann sich seinen Platz im Leben suchen, Statusdenken wird irrelevant, die meiste Arbeit erledigt eh die Technik. Warenaustausch, Produktionsteilung, Energieaustausch … hat nichts mehr mit Kapitalismus zu tun und dient nur noch der gesamten Menschheit zu ihrer Existenzerhaltung und zu ihrer weiteren Entwicklung.

      Gehe jedoch davon aus, es wird zunächst noch weitaus barbarischer und zwar soweit, bis das nicht mehr funktioniert. Vorher tut sich da nichts. Es sei denn, Außerirdische zwängen Menschheit zum Umdenken. Doch das hilft letztlich auch nicht weiter, am Ende steht nach Jahrhunderten ein neuer top tard auf, zeigt mit dem Finger auf die Außerirdischen und redet von Zwangsstartrekisierung.

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  19. Hallo Dude, hallo all

    Anlässlich des historischen hieran aufgehangen und als Ergänzung zu verstehen:

    @Toptard: "Altautonomer und andere haben bereits auf das hingewiesen, was unter dem Sozialdemokraten Willi Brandt und in dieser Republik nie möglich sein wird, die Freiheit radikaler linker Gesinnungen." @Rosi: "Ja und? Gehen Sie wirklich davon aus, das bedarf eines Hinweises? … der Mann ist doch tot."

    möchte ich noch einmal auf die Serie in TP des Politikwissenschaftler Wolfgang J. Koschnick verweisen, der mit einer m.E. ausgezeichneten Analyse des Aufbaus unserer Repräsentativen Demokratie begonnen hat und im Desaster des Hier und Jetzt landet, dem IST.

    Auszüge aus Teil 2 der Artikelreihe: Die repräsentative Demokratie frisst ihre Kinder

    "Ob das Misstrauen der Gründerväter nicht ohnehin eine historische Fehlinterpretation war, soll hier nicht entschieden werden. Tatsache ist, dass die Entscheidung für ein starkes System der Repräsentation ohne nennenswerte Beteiligung der repräsentierten Bevölkerung getroffen wurde.
    Ein solches System steht und fällt mit dem Maß der Repräsentation. Wenn die Repräsentanten die Repräsentierten nicht ordentlich repräsentieren, bildet sich unweigerlich ein Sumpf aus Korruption, Kungelei und Vetternwirtschaft - der ideale Nährboden für eine Ochlokratie. …..

    Alle Gewalten sind von Mitgliedern derselben politischen Parteien besetzt. Sie sind der Staat.

    Festzuhalten bleibt: In der Zusammensetzung des Bundestags - wie im Übrigen auch der Länderparlamente - nach Beruf, Alter oder Geschlecht wird die "soziale Struktur der Bevölkerung … nicht einmal annähernd widergespiegelt"[8]. Die Parlamente sind ein Spiegelbild der "gehobenen Schichten" - wie immer man die auch definieren mag. Sie sind Instrumente der Herrschaft dieser Schichten über den Rest des Volks. ...“


    Vll. wird nach dem Lesen der Serie klarer, wieso ich der Auseinandersetzung mit einzelnen repräsentativen Funktionären im Detail nichts abgewinnen kann. Wobei ich nicht ganz nachvollziehen kann, wieso dies wiederum von Relevanz sein soll. Doch offensichtlich scheint es so zu sein. Manch einer mag mir sogar vll. meinen Verstand und/oder meinen Wunsch nach Aufklärung absprechen, so ich mich damit doch nicht zu beschäftigen wünsche.

    Natürlich, kann man machen, Personenhistorie, das steht jedem frei und hat einen Sinn für jene, die sich damit entweder noch nicht auseinandergesetzt haben und/oder sich damit auseinanderzusetzen wünschen oder aber die historische Person hatte enorme, nahezu ausschließlich auf die Person konzentrierte Machtspielräume (das trifft m.E. auf Willi Brandt nicht zu, denke da eher an Personen, wie Lenin, Hitler etc. pp. … bei Mutti bin ich mir noch nicht ganz schlüssig … sie ist noch nicht fertig mit uns). Doch letztlich kann man Personen m.E. nur als Beispiele heranziehen, um der Sprache mehr beispielhafte Bilder zu verleihen. Sprechen tut man jedoch über etwas anderrs. Im Fall Willi Brandt: wie viel Sozialdemokratie war denn drin, in der Sozialdemokratie der damaligen Zeit?

    Wichtiger könnte jedoch die Fragen sein, wie viel Demokratie steckte denn in unserer Demokratie seit der Gründung, welche Faktoren führten in die heutige Entwicklung und was sollen die nächsten Ziele sein? (Ich kapiere immer noch nicht, wieso dies nicht ohne Auseinandersetzung mit der Figur Willi Brandt funktionieren sollte).

    Personen sind für mich nur Symptome ihrer Zeit und sie fungieren, wie eine Schlagzeile über einem Artikel. Man braucht eine Schlagzeile über einem Artikel, doch wirklich sachlichen Gehalt hat eine solche in der Regel nicht, der ergibt sich erst aus dem Text.

    Gruss
    Rosi

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  20. Hallo Rosi!

    Da Du mich zitiert hast. Ich habe nun wirklich keine Lust, mich an der Figur eines Willi Brandt abzuarbeiten. Sozialdemokraten sind mir einfach zu unwichtig. Mit denen und anderen, wie der Partei "Die Linken", DKP und was da noch so in den ausgetretenen Latschen rumläuft.

    Zur (parlamentarischen) Demokratie habe ich inzwischen eine ziemlich gefestigte Meinung. Stichwort: Demokratie das perfekte Herrschaftsinstrument.

    Wie Demokratie nun ausgestaltet ist und welche Mängel die verschiedenen Ausformungen der Demokratie nun haben, ob die repräsentative Demokratie den Namen verdient oder nicht, ist mir auch ziemlich Wumpe.

    Demokratie ist für mich eine notwendige Vorraussetzung für die Funktionsfähigkeit des Kapitalismus, wenn auch keine hinreichende. Die Diktatur die hässliche Seite der Demokratie.

    Was ich mit meinen Einlassungen zu Willi Brandt ausdrücken wollte ist das, was Willi Brandt bei uns jungen Menschen angesprochen hat, auch wenn das heute bedeutungslos ist.

    Sozusagen als Zeitzeuge. Ich bin in dem nachkriegsdeutschen Mief aufgewachsen, wo wir als junge Schüler die Leichen aus deutschen Kz's ohne Kommentar vorgeführt bekamen. Wahrscheinlich auf Anweisung der Alliierten.

    Die deutsche Bevölkerung hatte bei den ersten Wahlen wieder ordentlich Rechts gewählt. Die Schändung jüdischer Friedhöfe nahm wieder ihren Anfang. "Dreigeteilt niemals!" hang in Plakaten an Laternenpfählen.

    Also mehr Mief als dieser deutsche war kaum zu ertragen. Und meine Eltern gingen für 50 Pfennig die Stunde wieder fröhlich in ihre Lohnarbeit.

    Gut, das interessiert heute kein Schwein mehr, genausowenig wie die Frage " wie viel Demokratie steckte denn in unserer Demokratie seit der Gründung, ... .

    Meine Antwort: Soviel, wie Deutschland sie noch nie gehabt hatte und nicht aus eigenem Wunsch, sondern mit brutaler Gewalt der Alliierten, den Deutschen aufgezwungen.

    Nur soviel dazu!




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    1. @Trop tard

      Mit einer gefestigten Meinung lässt sich schlecht diskutieren. Doch m.E. darf man derartiges einfach nicht unkommentiert stehen lassen:

      "Demokratie ist für mich eine notwendige Vorraussetzung für die Funktionsfähigkeit des Kapitalismus, wenn auch keine hinreichende. Die Diktatur die hässliche Seite der Demokratie."

      Wenn Demokratie sich dem Kapitalismus in der Form der Diktatur unterworfen hat, ist es für mich nur noch der politisch-bürokratische Verwaltungsaufbau des Kapitalismus und keine Demokratie mehr. Gefährlich ist für mich insoweit nicht die Demokratie, sondern die Prozesse, die es schaffen, quasi aus allem eine kapitalistische Diktatur zu machen; egal, welches politisches System man auch immer drauf schreibt. Das dürfte auch den Siegeszug des Kapitalismus rund um die Welt erklären, unabhängig davon, ob eine Nation als demokratisch gilt oder nicht.

      Eine notwendige Voraussetzung für Kapitalismus ist die Demokratie m.E. nicht, war es historisch betrachtet auch nie und wie gesagt, global betrachtet ist sie es auch nicht. Nu ist das Wort Kapitalismus alleine schon mit vielen Bedeutungen und noch mehr Interpretationen belegt ....

      Gehe ich von der ursprünglicheren und damit der simpleren Bedeutung des Wortsinnes aus, ist Kapitalismus ziemlich alt, weit älter, als die Demokratie und im Gegensatz zu ihr auch überall vorhanden. M.E. dient eine komplexere Sicht lediglich einer Verschleierung.

      Wenn das jedoch alles ziemlich wumpe ist, dann wird es das auch bleiben. Nicht unbedingt als Fakt, jedoch für toptard.

      Ob die Demokratie nach WKII mehr von außen aufgezwungen gewesen ist, wie denn als logische Konsequenz folgen musste, lasse ich mal dahingestellt, weil ich denke, das wollen Sie so völlig unangreifbar sehen. Daran lässt sich dann nichts machen, obwohl ich diese Sicht für falsch halte.

      Wenn ich weiterhin beim ursprünglichen Wortsinne des Kapitalismus bleibe, dann hat ausgerechnet die Epoche, deren Leichen sie als Kind vorgeführt bekamen (nebenbei bemerkt: davon halte ich davon gar nichts, wenn es sich auch erklärt: Hass sät immer Hass), weitaus mehr Nähe zum Raubtier-Kapitalismus. Ein elitärer Raubtierkapitalismus, der sich nicht einmal die Mühe machte musste, sich jahrzehntelang als Demokratie zu tarnen. Ein Land besitzt, die Konkurrenz wird platt gemacht, der Rest der Welt hat ab Sieg diesem einen Land zu dienen. Diente ausschließlich der Besitzstandswahrung, Besitzstandsmehrung einer ausgewählten Elite, nicht einmal des eigenen Volkes (das diente lediglich als Hilfsmittel zur Durchsetzung dieser kapitalistischen Idee). So lautete zumindest der schief gegangene Plan. Wenngleich die Kapitalisten-Elite nahezu gleich geblieben sein dürfte (auch nachher … am Familienvermögen hat sich bei den wenigsten etwas getan). Ein paar hatte man ausradiert, andere sind hinzugekommen, das Portfolio selbst jedoch erhielt seinen Bestand bzw. konnte ihn gar mehren.

      Folge ich Ihren Gedanken, müsste ich resümieren: möglich natürlich, die Deutschen sind und waren schon immer die wahren Kapitalisten oder wollten es zumindest sein (für mich liegt die Wiege des Kapitalismus in Europa, nicht in den USA). U.u. konnten sie deshalb der Weimarer Republik nichts abgewinnen. Es ging ihnen einfach zu langsam, nicht gründlich und nicht effektiv genug. Krieg war dafür schon immer ein probates Mittel, wenn man sich abgehangen fühlte und lieber doch an der Spitze gesehen hätte.

      Für mich ist der Nationalsozialsmus ein Elitär-Raubtier-Kapitalismus in Reinstform. So rein und simpel formuliert vermutlich, dass man ihn nicht einmal mehr als solches erkennt (wenn nicht die brutalen Durchsetzungmittel alleine schon davon ablenken).

      Diktatur ist nicht die hässliche Seite der Demokratie. Sie ist die hässliche Seite des Kapitalismus, welcher immer diktatorischer Züge bedarf. Unabhängig vom politischen System, in dem der Kapitalismus gedeiht. Und, schau ich so ganz global in die Welt, setzt er sich - früher oder später - auch immer wieder überall ganz diktatorisch durch (zumindest bis jetzt).

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  21. Nachsatz eines Artikels, der sich an meine Worte anfügt:
    http://www.theeuropean.de/alexander-wallasch/7780-spionage-jahresrueckblick-2013
    Zitatauszug:
    ".... für viele demokratischen Verfassungen weltweit, einfach davon galoppiert. Und mit ihr der Fixstern einer seligmachenden Allianz aus Kapitalismus, Demokratie und individueller Freiheit. Der Kapitalismus ist heute dort am erfolgreichsten, wo er Jahrzehnte am intensivsten bekämpft wurde, in China – angetrieben, angeheizt und ausgewrungen von einer überschaubaren Gruppe obskurer Oligarchenfamilien und zukunftsfest gedeckelt von einem pervertierten, antidemokratischen Label des Kommunismus.

    Die Trennung ist vollzogen

    Jakob Augstein hat es in seinem 2013 erschienenen (ansonsten enttäuschend zauderlichen) Buch „Sabotage“ in einem Zusatz zum Titel deutlich gesagt: „Warum wir uns zwischen Demokratie und Kapitalismus entscheiden müssen.“ Denn um nichts anderes geht es. "


    In der Tat, m.E. müssen wir uns entscheiden, Demokratie oder Kapitalismus. Eine Ehe oder auch nur eine Allianz funktioniert offensichtlich nicht auf Augenhöhe.

    Gruss
    Rosi

    PS: Schon klar, alles wumpe ... Ist in Zeiten der subjektiven Meinungshoheiten innerhalb der Depression nahezu kausaul, gemeint damit der Zerfall von aktuellen Systemen, subjektiv immer wumpe ...

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  22. @ Rosi
    Nur eine kurze Erläuterung:
    Ich hatte geschrieben: "Die Diktatur die hässliche Seite der Demokratie."

    Man darf sich natürlich auch mal die Frage stellen, in welchem Bereich wir eine Diktatur in den demokratisch verfassten Gesellschaften bereits haben, ohne Ausnahme. In diesem Bereich verbringen wir die meiste Zeit unseres Lebens, um unsere Existenz zu sichern.

    Ich wundere mich immer darüber, dass das nicht gesehen oder ausgeblendet wird. Wenn das nicht ausgeblendet werden würde, so müsste einem doch auffallen, dass die Diktatur in der Demokratie bereits angelegt ist, in ihrem demokratischen Schoss, der dafür so fruchtbar ist, wenn die Verwertungsbedingungen für das Kapital nicht mehr stimmen.

    Dann verstehe ich nicht, warum Du mich in Deinem post scriptum anmachst. Was willst Du mir mit "subjektiver Meinungshoheit" eigentlich sagen?

    Und wenn ich über die KZ- Leichen geschrieben habe, die uns Kindern in Filmen vorgeführt wurden, ohne dass meine Lehrer auch nur ein Wort der Erklärung darüber verloren haben, uns mit diesen scheusslichen Eindrücken allein gelassen haben, dann hat mir das gezeigt, in welch einem armseligen Zustand sich diese Gesellschaft befunden haben muss.

    Auch wenn es Dir nicht gefallen sollte, ich bleibe dabei: Die Deutschen haben sich für die Demokratie nicht freiwillig entschieden, Geschichtskenntnisse vorausgesetzt.

    Hass säen, was für ein Unsinn.






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    1. @Trop tard

      Das ist keine persönliche Anmache: "subjektive Meinungshoheit", sondern ein kulturgesellschaftliches Problem, welches sich in Blogs widerspiegelt und ich sowohl zu Kenntnis nehme, als auch berücksichtige. Letztlich frönen wir ihr alle, der eine mehr, der andere weniger.

      Das kann man auch in diesem Strang ablesen. Wenn ich zB. das gleiche formuliere:

      Rosi:Wichtiger könnte jedoch die Fragen sein, wie viel Demokratie steckte denn in unserer Demokratie seit der Gründung, welche Faktoren führten in die heutige Entwicklung und was sollen die nächsten Ziele sein?

      Wobei Sie zunächst den Umweg über „wumpe“ nehmen, als seien es nicht ausgerechnet die Fragen, die man sich stellen müsste, um mir dann diese Replik anzubieten, dann ist das schon ein Grund, sich zu wundern und zu fragen, worum es Ihnen denn geht:

      Trop tard: "Man darf sich natürlich auch mal die Frage stellen, in welchem Bereich wir eine Diktatur in den demokratisch verfassten Gesellschaften bereits haben, ohne Ausnahme. In diesem Bereich verbringen wir die meiste Zeit unseres Lebens, um unsere Existenz zu sichern. Ich wundere mich immer darüber, dass das nicht gesehen oder ausgeblendet wird. Wenn das nicht ausgeblendet werden würde, so müsste einem doch auffallen, dass die Diktatur in der Demokratie bereits angelegt ist"

      Ja ebenda! Davon berichtet auch die Artikelserie, m.E. sehr fundiert und detailliert, so, wie der Artikel solche Fragen zu einem großen Teil auch beantwortet. Wo genau ist jetzt der Unterschied? Also außer, dass die einen Worte vom Artikel-Autor, die anderen von Ihnen sowie von mir stammen?

      @Trop tard: “Ich hatte geschrieben: "Die Diktatur die hässliche Seite der Demokratie."
      Das hatte ich exakt so verstanden, und darauf geantwortet, dass es in dem Augenblick, in dem (mit Ihren Worten), die hässliche Seite auftaucht, es für mich keine Demokratie mehr ist, sondern eben eine Diktatur. Darüber täuschen lediglich die vielen Köpfe/Korpus/Verwaltungseinheit/Personal/Institution/Procedere sowie die Wahlen hinweg.

      Um Buchstaben zu sparen (nicht einen zweiten Teil machen zu müssen), hatte ich einen Absatz gelöscht, der im Tenor lautete: „Wenn Sie in den Artikel hinein gelesen hätten, dann müsste klar sein, dass weder der Autor, noch Trop tard oder Rosi bezüglich der Einschätzungen über den Allgemeinzustand von Demokratien sehr weit voneinander entfernt sind.

      ff.

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    2. Teil 2
      Trop tard:“Auch wenn es Dir nicht gefallen sollte, ich bleibe dabei: Die Deutschen haben sich für die Demokratie nicht freiwillig entschieden, Geschichtskenntnisse vorausgesetzt.“

      Mir ist das letztlich egal, ob jemand subjektiv bei dieser Sicht zu bleiben wünscht. Doch sind Sie sicher, dass wir tatsächlich über Geschichtskenntnisse sprechen oder vll. doch eher über persönliche Interpretationen einer solchen?

      Meine Worte waren ein Anstoß, der in die Richtung einer Frage stieß:

      „Was meinen Sie, welch andere Regierungsform hätte denn das Volk in der Mehrheit nach WKII Ihrer Meinung nach denn gewünscht?“

      Das trifft natürlich direkt den Sinn, einer solchen, Ihrigen Sicht der Zwangsdemokratisierung durch die Alliierten, in der Tat, keine Frage.

      Dabei gilt es alle Umstände zu bedenken, die es auch damals zu berücksichtigen galt. M.E. bleibt nicht viel übrig, was man sich noch hätte anderes wünschen können, als ein demokratisches System, für die Nation des verlorenen Krieges, inmitten Europas und doch direkt an der Grenze zum Osten (wenn alle dort hin gewollt hätten, hätte es nicht ausgerechnet die Mauer aus dieser Richtung gebraucht. Wenn mich nicht alles täuscht, wollten nur wenige hinein, doch viele heraus), die es sich mit einem Großteil der Welt verscherzt hatte. M.E. braucht nicht mehr viel gezwungen werden.

      Insoweit sehe ich auch den Zwang der Alliierten auf das demokratisch repräsentative System eher relativ bzw. mehr im Ausgang von WKII und er uns umgebenden Umstände begründet. Hätten wir den Krieg gewonnen, wäre es auch nicht mehr die Frage gewesen, was Volk denn hätte wollen, es wäre bei der Diktatur im Nationalsozialismus geblieben.

      Davon abgesehen ist es recht schwierig festzumachen, was Volk denn wirklich möchte und was das Volk danach wirklich wollte. Das Wollen des Volkes politisch auf einen Nenner zu bringen, dürfte bis heute ein Problem geblieben sein. Es war damals sicherlich so heterogen, wie heute. Auch ich habe natürlich Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten, Zeitzeugen, die ihre politischen Wünsche kund taten (neben der Literatur natürlich, wobei darunter auch Zeitzeugen fallen, wie z.B. die Kellner Tagebücher, subjektiv: sehr aufschlußreich).

      Für meine Familie gilt zumindest: Es waren alles Befürworter des demokratischen Systems. Doch so, wie die Ihrige, sind das alles rein subjektive Einschätzungen und man muss sich hüten, es gleich auf das ganze Volk zu übertragen. Dennoch, die Wahlmöglichkeiten für die Wünsche waren nur schon aufgrund der äußeren Umstände begrenzt. Äußere Umstände nehmen immer Einfluss auf die Entwicklung, die Kultur und somit auch auf die Wünsche der Individuen. Das sollte man m.E. berücksichtigen.

      Aber ich muss mich daran nicht abarbeiten. Denn letztlich lese ich bei Ihnen eine Menge Ambivalenzen und ich kann immer noch nicht genau abschätzen, was Sie für ein System befürworten würden, was Sie genau am jetzigen System stört. Ob Sie gegen oder für mehr Demokratie sind, ob Sie sich gewünscht hätten, wir wären damals besser einen nicht-demokratischeren Weg gegangen, geschweige denn kann ich einschätzen, wie Sie den Kapitalismus begrenzen oder abschaffen wollen und wenn, womit.
      ff.

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    3. Teil 3
      @Top tard: “Und wenn ich über die KZ- Leichen geschrieben habe, die uns Kindern in Filmen vorgeführt wurden, ohne dass meine Lehrer auch nur ein Wort der Erklärung darüber verloren haben, uns mit diesen scheusslichen Eindrücken allein gelassen haben, dann hat mir das gezeigt, in welch einem armseligen Zustand sich diese Gesellschaft befunden haben muss.“

      Völlig richtig! Wieso hätte die Gesellschaft auch eine andere sein sollen? Nur, weil man den Krieg verloren hatte und in der Zwischenzeit kriegsmüde geworden war; davon abgesehen, dass nicht mehr viel Menschen als Kanonenfutter zur Verfügung standen?

      Das Personal der jungen Republik war doch noch zu einem Großteil dasselbe, wie im Nationalsozialismus und in der damaligen Rechtsauffassung, wer denn für welche Taten im Nationalsozialismus zur Rechenschaft gezogen wurde und wer nicht.

      So schnell hätten sich die Einsichten auch nicht ändern können, alles nur Fassade. Das gilt m.W.n. insbesondere (u.v.a.m.) für sämtliche Institutionen des Rechts- und des Bildungssystems. Personalmangel, lautete die gemeinhin gültige Erklärung, neben den Erschwernissen der Rechtsausfassung.

      Davon abgesehen, dass ein Krieg stets eine enorm prägende Wirkung auf mehrere nachfolgende Generationen hat. Das gilt insbesondere für eine Nation, die als Kriegsverlierer gilt. Das bleibt mitnichten in den Kleidern stecken oder wäre mit einem ordentlichen Bade abgewaschen, Stopfen raus ziehen und ferdisch.

      Wie ich schon schrieb, halte und hielt ich davon überhaupt nichts, die Filme ausgerechnet den Kindern vorzuführen (die Live Show noch schlimmer) und sie im Nachgang sich selbst zu überlassen. Wenn es Sie nicht geprägt hätte, würde es Sie nicht bis ins hohe Alter beschäftigen. Doch an wen hätten sie sich auch wenden sollen, an ihre Eltern? An das Personal innerhalb der Psychologie, die eigens selbst ein besonders dunkles Kapitel hinter sich hatte? Die waren doch alle mit sich selbst beschäftigt.

      Es ist i.Ü. nicht richtig, dass sich heute dafür niemand interessiert, es mag auf Ihr Umfeld zutreffen, das kann ich nicht beurteilen. Insbesondere gilt dies jedoch ausgerechnet nicht für mich, denn ich habe mich sehr intensiv mit den mannigfaltigen Folgen auseinandergesetzt: Bin quasi rückwärts, zunächst über die psychologische Komponenten durch die Historie marschiert. Landete irgendwann bei den Römern (das war eindeutig zu weit), hab mich durch die Literatur bis zu den Ursprüngen durch gegraben und nehme den geschichtlichen Marker Preußen. Doch selbst dann werde ich irgendwie mit den Ursprüngen kaum noch fertig. Es stapelt sich die Literatur der unterschiedlichen Sichtweisen und Interpretationen, der unterschiedlichen Wissenschaften, wobei innerhalb der jeweiligen Wissenschaften die Sichtweisen sich auch schon nicht einig sind. Da stellt sich schon die Frage, ob man seine Gedanken nicht vll. doch etwas mehr nach vorne richten soll. Wie viel soll man denn aus der Geschichte lernen, bis man nach vorne blicken darf?

      Doch gerade die Geschichte um die grausame Leichendokumentation, ist für Sie ein sehr persönliches Thema, Ihr persönliches Thema. Darauf gehe ich in einem öffentlichen Blog nur sehr, sehr ungerne detailliert ein, eben weil es so persönlich ist und dann in der Regel dazu führt, wozu es führen muss.

      Sie wollen sich mit Sicherheit nicht wirklich damit hier öffentlich auseinander setzen. Was soll ich Ihnen auch dazu erzählen? Ich habe Sie ebenfalls gesehen, diese Filme?

      Sie fühlen doch was Sie fühlen. Das mag so aussehen, als interessiere es mich nicht, doch letztlich ist es lediglich der Höflichkeit und dem Respekt gegenüber Ihrer Privatsphäre geschuldet. Deswegen werde ich mich immer bemühen, um Allgemeinplätze herumzutanzen.

      Auch wenn Sie es auch für Blödsinn halten, spielt Hass hierbei eine wesentliche Rolle, zumindest dann, wenn man den Begriff «Hass» in seiner Gesamtdeutung betrachtet, nicht, was wir subjektiv in der Regel als geflügeltes Wort damit verbinden.

      Gruss
      Rosi

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    4. @Rosi, All:
      "... geschweige denn kann ich einschätzen, wie Sie den Kapitalismus begrenzen oder abschaffen wollen und wenn, womit."

      Genau dieses Thema werde ich durch Anregung von Ruby hier Anfang nächsten Jahres diskutieren lassen - weil uns die Problematik wohl alle umtreibt.

      Also, verschießt nicht schon Euer Pulver! :-)

      Grüße, Dude

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  23. Farewell

    Von mir aus glaubt, dass Willy Brandt ein Linker war, von mir aus wählt weiter die Linkspartei, von mir aus hofft auf ein verborgenes politisch-intellektuelles Potential bei den Arbeiterschichten und beim Prekariat. Und träumt von einem BGE.

    Ich werde den linken Schrebergarten nicht mehr durch provokante Thesen und Positionen stören.

    Die Kritik am heutigen linken Milieu bringt nichts. Die Mainstream-Linken sind fixiert auf systemimmanente Verteilungskämpfe und sozialstaatliche Reformen.

    Reformlinke und revolutionärer, systemtransformativer Humanismus passen nicht zusammen. Das führt nur zu frustrierenden Missverständnissen und Auseinandersetzungen.

    Ein Beispiel dafür sind die Fragen vom Duderich (24. Dezember 2013 21:18). Er hat nicht verstanden, dass seine Fragen danach, wofür ich bin und was ich anstrebe, längst beantwortet sind, und zwar von der Logik der Sache her. Und der Vorwurf von „Feigheit“ war völlig daneben.

    Denn es müsste doch völlig klar sein, dass mein Ziel die Systemtransformation hin zu einer nachkapitalistischen Gesellschaft ist. Ansonsten würde meine Kritik am Kapitalismus und an den systemerhaltenden Linken doch gar keinen Sinn machen.

    Das impliziert eine neue Eigentumsordnung und eine neues ökonomisches System: Ersatz der marktwirtschaftlichen Tauschwertökonomie durch eine gemeinwohlorientierte, demokratisch gesteuerte Gebrauchswertökonomie.

    Also nichts mehr mit „Markwirtschaft“, nichts mehr mit entfremdeter Arbeit und Lohnsklaverei, nichts mehr mit Spaltung der Gesellschaft in einerseits wenige Eigentümer, die mittels ihres Eigentums ein arbeitsfreies Einkommen erzielen können, und andererseits die Massen von Eigentumslosen, die den gesellschaftlichen Reichtum erarbeiten und sich dabei als Ware auf dem Arbeitsmarkt anbieten müssen, um sich im Job als Lohnarbeiter kaputt arbeiten müssen, aber dennoch niemals zu Wohlstand kommen.

    Das Grundproblem beim Kapitalismus ist, dass die Tiefenstruktur der Funktionsweise des kapitalistischen Herrschafts- und Ausbeutungssystems sich dem empirischen Zugang und damit dem Alltagsbewusstsein versperrt. Es ist diese Funktionsweise selbst, welches ein falsches Bewusstsein zwangsläufig aus den Alltagshandlungen und dem Alltagserleben produziert.

    Nun, dies ist alles hervorragend theoretisch ausgearbeitet und belegt worden.

    Die revolutionäre Linke wusste um diese Zusammenhänge. Die systemintegrierte Reformlinke weiß es nicht, denn ihr Bewusstsein verbleibt an der Oberfläche und daher systemimmanent.

    Die gesellschaftliche Dekadenz hat längst auch die Linken erfasst.

    Daher können sie sich nichts anders als einen gesteuerten (keynesianischen) und sozialstaatlich reformierten Kapitalismus vorstellen. Daher auch ihre Identifizierung mit dem pseudo-linken und in Wahrheit linksreaktionären Willy Brandt und der Linkspartei. Sie halten die 70-er Jahre für „goldene Zeiten“. Und verstehen nicht, warum gerade in dieser Zeit TROTZDEM eine revolutionäre Bewegung entstanden ist.

    Genau dies macht die Differenz in der Kultur aus, nämlich der Kampf für die Überwindung des Kapitalismus, um den Beginn eines neuen Kapitels der Menschheitsgeschichte zu eröffnen, wo der Mensch kein erniedrigtes und beleidigtes Wesen mehr ist.

    Daher auch die Inkompatibilität der Kultur von linkem Mainstream und kritischer wissenschaftlicher Intelligenz.

    Schöne Tage und einen Guten Rutsch!
    Hardy

    P.S.
    Dies ist der 2. Versuch. Denn bereits gestern hatte ich diesen Kommentar abgesendet.

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    1. Hey Hardy,
      zunächst einmal: Ich habe diesen Kommentar zuvor nicht bekommen, sonst hätte ich ihn bereits freigestellt.

      Entschuldige übrigens, wenn ich Dich zuvor verprellt haben sollte. Aus einem Reflex heraus, verteidige ich zumeist auch die systemkompatible Linke.
      Und nein, Du hast mich mit Deinen Aussagen nicht links überholt. Ich denke genauso wie Du, dass der Kapitalismus überwunden werden muss.
      Ich versperre mich auch nicht dem Argument, dass die Partei die LInke - und sowieso die SPD die Funktion erfüllt, linke Kräfte in dieses System einzubinden, um es zu erhalten.
      Nur, sind wir noch sehr weit von einer kritischen Masse entfernt. Ein wirklich revolutionäres, systemüberwindendes Potential ist nur marginal vorhanden.
      So also, wo ein revolutionäres Potential nicht vorhanden ist (das liegt übrigens AUCH daran, dass keine wirklich vorstellbare Alternative der relevanten Masse der Bevölkerung überhaupt nur bekannt (gemacht worden) ist. Dieser Umstand liegt wohl in erster Linie an der medialen Landschaft, aber auch an dem Unvermögen der linken Intelligenz(ia).

      Eine Verstaatlichung der Banken, ein Verbot des Spekulationstums, was auch immer - würde es reichen, den Kapitalismus (und die damit einhergehende Ausbeutung menschlicher und humanitärer Ressourcen zu beenden)?

      Die Wurzeln des K. reichen verdammt tief. Gegen ein bestehendes System zu sein reicht nun mal nicht - wenn man keine konkrete Vision einer alternativen Gesellschaft hat, die von der Masse getragen wird.
      Sonst wird lediglich nur das bestehende Ausbeutungssystem überwunden, um ein neues - genauso ausbeuterisches System - zu etablieren. Die Geschichte ist voll vor Beispielen.

      Der Ruf nach Systemüberwindung greift also zu kurz, wenn kein wirkliches, alternatives Modell in den Köpfen einer relevanten Masse etabliert ist.

      Du selbst kennst ja sicherlich, die Zerstrittenheit im links-ideologischen Lager.

      Die LINKE (auch wenn sie ein Teil des politischen Systems ist) prangert zumindest die Geisel des K. an. Prominente Linken-Politiker, wie bspw. Wagenknecht, Gysi schaffen zumindest ein Bewusstsein dafür, dass der K. und seine Auswüchse zu bekämpfen sind.

      Wo wäre das politische Bewusstsein der Bevölkerung, wenn es nicht mal diese kritischen Stimmen gäbe?

      Auf die heutige SPD sei geschissen - da bin ich bei Dir.
      Aber Brandt war damals weitaus mehr links - als sämtliche (bekannten) SPD-Politiker heutzutage.
      Links ist nicht nur, wer Revolution anstrebt - ohne schlüssiges Zukunftskonzept. Links ist auch der, der soziale Verbesserung (auch innerhalb dieses Systems) anstrebt.

      Es fällt leicht, anderen das Links-Sein abzuerkennen, weil diese, der eigenen Ansicht nach, nicht radikal genug sind.

      Dann sei Du doch mal radikal genug und zähle die Veränderungen auf, was zu verändern ist um den K. zu überwinden - und wenn möglich auch, wie dies umzusetzen ist - ohne ein Machtvakuum zu schaffen, welches anderen Diktaturen Raum bietet.

      Dir auch einen Guten Rutsch
      Grüße, Dude

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  24. Guten Tag Hardy, Dude, Rosi, Troptard und all,

    bitte hört auf zu streiten.

    Das Wort "links" wurde wahrscheinlich von den Kapitalisten erfunden, um die Menschen zu spalten, die in einer anderen Gesellschaft leben wollen. Wie man hier sieht, klappt es ja auch hervorragend. Jeder will linker sein als der andere.

    Als Beobachterin eurer Diskussion lese ich aber raus, dass ihr alle das Gleiche wollt:
    eine Gesellschaft ohne Kapitalismus, für die die Mehrheit der Menschen bereit sind einzutreten.
    Robert Havemann (Staatsfeind Nr. 1 in der DDR) behauptete in seinem Buch "Utopia" sogar, dass es ohne Gewalt gehen könnte.

    Verständigen müssen wir uns, wie soll in groben Zügen diese Gesellschaft aufgebaut sein und wie ist der Weg dahin.

    Hierüber wünsche ich mir schon lange einen Meinungsaustausch. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, jeder geht diesem Thema aus dem Weg.

    Warum?

    Liebe Grüße Ruby

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    1. Hallo Ruby!
      "Verständigen müssen wir uns, wie soll in groben Zügen diese Gesellschaft aufgebaut sein und wie ist der Weg dahin.

      Hierüber wünsche ich mir schon lange einen Meinungsaustausch. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, jeder geht diesem Thema aus dem Weg."

      Mein guter Vorsatz für's neue Jahr: Werde dieses Thema Anfang des Jahres hier zu Diskussion stellen.

      Grüße, Dude

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    2. @Ruby
      "Robert Havemann (Staatsfeind Nr. 1 in der DDR) behauptete in seinem Buch "Utopia" sogar, dass es ohne Gewalt gehen könnte."

      Meiner einer geht sogar so weit, die These zu vertreten, dass es mit Gewalt gar nicht funktionieren kann, weil Gewalt letztlich nur wieder in Gewalt mündet und es obendrein auch noch eine subjektive Empfindung ist, was unter Gewalt fällt und wer oder was sie ausübt. Insoweit bedarf es m.E. einer sanften und schrittweisen Entwicklung, die die Menschen mit nimmt und nicht, ganz wie in der Vergangenheit üblich, ihnen etwas vor die Füße schmeißt. M.E. ist das schon ein Faktor, der uns auf eine Kreisbahn führt, dass man davon ausgeht, es sei Gewalt und somit ein Diktat erforderlich und man müsse es unbedingt über die Köpfe der Menschheit - zu ihrem Besten natürlich nur - verordnen. Die Verordner stellen in der Regel jedoch nur die nächste Macht-Elite der Diktatoren. Zumindest sieht es bis jetzt so aus, als sei es stets so gewesen und würde auch immer wieder dort enden. Also braucht es doch m.E. einen neuen, anderen Anfang.

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    3. @Ruby: bitte hört auf zu streiten.
      Aber ich streite doch gar nicht, versuche streng auf sachlicher Ebene zu bleiben, alles andere macht für mich keinen Sinn.

      Doch ich sehe nicht, ich würde dem Thema aus dem Wege gehen. Dennoch geht mir alleine nur schon der Atem aus, einem solchen Eindruck aus dem Wege zu gehen bzw von mir zu weisen. Denn soll ich allein geflissentlich darüber hinweg lesen, wenn das Bemühen nicht zur Kenntnis genommen wird, sondern statt dessen glatt auch noch eine Herausforderung darzustellen scheint, nach dem Motto: "Da wird sich doch was finden lassen?"

      Sie hätten gerne auf mein „Utopia“ antworten können, doch niemand hat darauf geantwortet, Sie auch nicht. Ich für meinen Teil kann nicht einmal mehr abschätzen, was troptard meint, was hardy nun wirklich möchte.

      Darunter fallen eben eben Begriffe, wie "Die Linke", Personen, wie "Brandt", war er nun ein Sozialdemokrat oder war er keiner. Würde er heute als Linker gelten oder eher nicht. Noch weniger konstruktiv finde ich, wenn man unbedingt festgehalten zu wissen wünscht, wer denn jetzt nun hier im Blog den Narren stellt. Sind es Die Linken da draußen, sind es die hier drinnen, sind es die heutigen, wie waren die damaligen, wer ist und war der bessere Linke und ist das überhaupt gut, ein solcher zu sein. Ganz, wie Sie schon formulierten, als sei es ein Kampfbegriff (neben vielen anderen), vielseitig einsetzbar, der jeden zum Narren stempeln soll, der vor die Flinte kommt, natürlich ausgenommen sich selbst. Letztlich landet man doch nur wieder beim: „Ich und die da, das sind die anderen und jene sind die Narren“.

      Wenn ich all hier die Meinungen lese und sie als Parameter setzte, wüsste ich nicht einmal mehr, was ich denn nun bin (weder intellektuell, noch politisch), geschweige denn wie sich die Kommentatoren hier drinnen definieren, von Unbeteiligten dort draußen, möchte ich erst gar nicht reden.

      Gott, wenn es denn so wichtig ist:
      "Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, dass er ein Narr ist."
      (Shakespeare)

      Solange der Narr nicht akzeptiert, dass wir alle nur Narren sind, bleibt sein Hauptziel, den Narren von sich zu weisen und was noch mehr zu Narreteien führt ist, ihn anderen unterzuschieben. Als sei er damit hinfort, der Narr in jedem von uns selbst. Solange bleibt beim Narren alles andere Nebensache (das kann man m.E. hervorragend hier verfolgen und das ist eines der Probleme, nicht nur hier im Blog). Denn auch dem Narr, der sich seiner Narretei bewusst ist, dem bleibt letztlich doch nichts anders übrig, als dem Narren zu sagen, dass wir alle nur Narren sind, solange der Narr darauf besteht.

      Doch so fühlt sich wiederum der Narr genarrt. Denn ein Narr im Narr würde doch nicht zulassen, dass er selbst ein Narr bliebe. Und so gibt er keine Ruh, narrt solange, bis er glaubt, dies geklärt zu haben. Doch letztlich hat er nur erreicht, dass die anderen Narren stille schweigen. So narrt sich Am Ende nur noch der Narr, er allein sei nun nicht mehr der Narr. Diese Narretei resümiert er daraus, da er nun allein ist. Was für eine Narretei.

      Und nun?
      Also gehe ich in erster Linie davon aus, ich bin halt nicht in der Lage, mit anderen zu diskutieren. Kann so viel Literatur und Artikel lesen, wie ich mag, es passt halt nicht. Dem einen bin ich zu blöd, der nächste meint, es mangele an historischen Kenntnissen, wieder anderen schreibe ich zu komplex und kompliziert und die nächsten meinen, ich wolle ihnen etwas oder sei gar zu streitlustig.

      Näh, in der Tat, so kann ich nicht darüber diskutieren, wie ich mir die Zukunft vorstelle und wie man dahin kommen könnte. Das geht doch alles glatt unter und irgendwie, denke ich, wird mir meine Zeit zu schade. Denn man kann mir vieles nachsagen, doch Stoff, Themenansätze sowie weiterführende Texte hab ich m.E. satt und genug geliefert.

      Wünsche allen ein frohes Neues Jahr und verabschiede mich. Vll. funktioniert es ohne mich besser.

      Gruß
      Der Narr

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    4. Rosi:
      Ich lese Deine Ausführungen sehr gerne - und ich bin mir sicher, nicht ich alleine.

      Es wäre schade, wenn Du Dich von Jenen, deren Diskussionskultur Du kritisierst, verprellen lässt. Stattdessen solltest Du Dich auf Jene einlassen, mit denen Du gerne diskutierst und mit Denen eine konstruktive Diskussionskultur leben.

      "Vll. funktioniert es ohne mich besser."
      Bisher Deine schwächste These! :-)

      Bitte überlege es Dir noch einmal im neuen Jahr - mit ein wenig Abstand.

      Du würdest mir und diesem Blog sehr fehlen!

      Liebe Grüße
      Dude

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    5. Liebe Rosi,

      ich habe deine Ausführungen über Utopia gelesen und dir zustimmend geantwortet. Bisher sehe ich das ganz genauso wie du auch mit der Gewaltfreiheit. Hast du das Buch von Havemann gelesen?, sehr empfehlenswert und auch eine gute Diskussionsgrundlage.

      Aber halt - ich bin ja eine Närrin. Du konntest ja meine Antwort gar nicht lesen, denn ich formulierte sie nur in meinem Narrenkopf und vergaß, sie hier reinzuschreiben. Entschuldige bitte.
      (@ Dude - ich muss dir eine kleine Mitschuld geben. Normalerweise reagiere ich immer sofort, wenn ich Zeit habe. Aber meine Lust am Kommentieren schwindet leider zunehmend, da es oft viele Stunden dauert, bis du frei schaltest. Kannst du da nicht nochmal in dich gehen?)

      @ Rosi
      Mir ist schon aufgefallen, dass du bisher die Einzigste warst, die wenigstens anfing, eine Idee einer neuen Gesellschaft zu gestalten. Ich hoffe, andere werden folgen und mit viel Phantasie mitwirken, ein neues Gesellschaftsgerüst zu entwickeln.

      Dir und allen anderen wünsche ich ein besseres neues Jahr und viele produktive Diskussionen hier beim Dude
      Ruby

      PS: Nur nebenbei: Warum sietzt du mich und die anderen eigentlich?

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    6. @ Rosi

      PS:
      Du würdest mir hier auch sehr fehlen.
      Du bist ein Mensch mit eigenen Gedanken und daher genau richtig hier.

      Also, bleib bitte!

      Liebe Grüße Ruby

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    7. @Ruby:
      Bin ich mich gegangen...
      Liebe Grüße
      Dude

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    8. falls du die Rosi bist, die hier (interessante Diskussion, auch wenn ich die Attestierung einer Persönlichkeitsstörung doch etwas übertrieben fand ;) ) oder schon damals bei herr Karls Blog geschrieben hast, haben wir zwar noch nicht miteinander geschrieben - deine eher seltenen, dafür informativen Beiträge hab ich aber immer gern gelesen... v.A. weil sie Klasse statt Masse, und wie gesagt eben, informativ waren ;)

      dein Gefühl "nicht diskutieren" zu können kenne ich zwar gut, ich wurde auch schon wie oft mißverstanden oder hatte das Gefühl aneinander vorbei zu reden, aber das liegt bei online-Kommunikation wohl einfach i.d. Sache... mehr als oberflächlich zu diskutieren ist online - zumindest unter Unbekannten - wahrscheinlich fast unmöglich.

      trotzdem fänd ich's schade, deine Beiträge in Zukunft zu vermissen, auch wenn nur als Leser - deshalb: kein guter Vorsatz ... im Übrigen, was ich vor Kurzem schon einer anderen Bloggerin schrieb: man sollte niemals nie sagen

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    9. @Dude: “Stattdessen solltest Du Dich auf Jene einlassen, mit denen Du gerne diskutierst und mit Denen eine konstruktive Diskussionskultur leben.

      *Grübel*, das wird aber schwierig, wenn von jenen, die eine konstruktive Diskussionskultur zu pflegen wünschten, mich kaum jemand wirklich ansprach (also außer in der dritten Person), geschweige denn mit mir diskutiert hat. Stellenweise dachte ich: „Selbstgespräch, zwo, drei, vier“. Gut, beherrsche ich, doch mit der Selbstdiskussion, das hab ich noch nicht so drauf *grins*, muss ich noch üben.

      @Dude: "Bisher Deine schwächste These! :-)"
      Haha, Dude *grins*, Du solltest mich mittlerweile besser kennen ;-). Auch wenn ich mich mit diesem einen Satz erstaunlich kurz fasste, so liegen doch einige Gedanken dahinter. Sehr selbstkritische in diesem Falle. Befürchte, ich fungiere einfach zu sehr als Projektionsfläche (ohne das detailliert zu erläutern). Wenn dem so ist, kann ich das zunächst nur erst einmal zur Kenntnis nehmen. Ob mir eine Lösung dazu einfällt, weiß ich nicht.

      Kann mir gut vorstellen, dass das Auswerfen meiner Texte als Folge eines mit Informationen beladenen Kopfes wie daher geschmissen, durcheinander und somit deplatziert wirkt. Dem Leser, so es ihm nicht gleich zu viel des Textes ist, mag sich der rote Faden nicht erschließen. Mit dem darauf folgenden Menscheln (nenne es jetzt einfach mal so), kann ich einfach nicht umgehen. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass ich es nicht kann (und mittlerweile auch nicht mehr möchte, da hängen mir die Trauben einfach unerreichbar zu hoch ;-), man sollte seine Grenzen kennen). Statt sich Themen zuzuwenden, tanzt man um Personen herum. Ich persönlich empfinde das als sinnlose Zeitverschwendung. Doch das ist mein eigenes Problem, nicht das der anderen. Kann nicht um mehr Toleranz für mein Sein bitten und es gleichzeitig anderen absprechen.

      Und mir macht es persönlich nichts aus, einfach nur mitzulesen. Erst recht nicht, wenn ich den Eindruck gewinne, nähme ich mich als Projektionsfläche heraus, liefe es u.U. viel flüssiger. Fühle mich also in keinster Weise beleidigt, vergrault oder sonstiges. Nur ziehe ich in Erwägung, als Schreiber deplatziert zu sein (kann jedem passieren). Und das kann man am einfachsten testen, wenn man seine Finger von der Tastatur nimmt und zuschaut. Denn in erster Linie wichtig, so flach das für manche klingen mag, sind doch die Räume, in denen man sich miteinander wohl fühlt. Die werden rar, ziemlich rar sogar und somit für den Einzelnen kostbar. Ich für mich habe solche Räume, muss den anderen die ihrigen nicht kaputt machen, nur schon alleine dadurch, dass ich mich dabei nicht wohl fühle.

      Gruss
      Rosi

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    10. @Ruby: „“Nur nebenbei: Warum sietzt du mich und die anderen eigentlich?
      Das liegt daran, dass ich (gebe zu, vll. etwas überaltert) eine Vertreterin der alten Höflichkeitsformeln bin. Diese Höflichkeitsformeln symbolisieren für mich ein Stück Respekt vor der Privatsphäre der Anderen. Mit dem „Du“ würde ich diese private Grenze um ein ganzes Stück überspringen, dabei stünde mir jedoch noch kein anderes Mittel zur Verfügung, um meinen Respekt zu beweisen. Mit dem „Sie“ signalisiere ich meinen Gegenüber den Respekt und seine Privatheit als Person selbst und als mir fremde Person.

      Damit praktiziere ich eine Gegenströmung zur gegenseitigen Respektlosigkeit und gegen den Verlust des Privaten. Mir ist klar, angesichts der kulturellen-gesellschaftlichen Aufhebung solcher Persönlichkeitsgrenzen via facebook, ständiger Erreichbarkeit, Überwachung etc. pp.., völlig sinnlos. Doch man sagt auch, dass Sprache Einfluss nimmt auf das Sein, wie Sprache das Sein spiegeln kann. Es ist u.a. auch Teil, eines Entschleunigungsprogramms, in erster Linie natürlich des meinigen.

      Erst wenn man tatsächlich einige Worte gewechselt, sich gegenseitig dadurch etwas besser einzuschätzen gelernt hat und mir mein Gegenüber signalisiert, dass er das jetzt für angebracht hält oder mich so und so oft selbst geduzt hat, übernehme ich das „Du“ (nicht selten etwas holprig und das trägt dann zur allgemeinen Erheiterung bei, auch zur meinigen ;-)).

      Das trifft hier im Blog in erster Linie auf den Dude und den Don zu. Don ist nicht da. Und damit keine Missverständnisse entstehen: Das praktiziere ich, ohne die Sitten und Gebräuche anderer, die direkt das Du wählen, zu bewerten oder als Respektlosigkeit mir gegenüber zu verstehen. Zumal jene sich gegenseitig oft kennen und es schwierig ist, dauernd die Anrede zu wechseln.

      Also liegt es auch dran, dass ich gar nicht so häufig schreibe. Wenn, dann zwar viel, doch das recht selten. Bis dahin haben die Anwesenden sich oft ausgetauscht, es sind neue da, andere fort, Grüppchen haben sich gebildet und ich bin quasi immer wieder „Die Neue“ ;-).

      Da Sie mich jetzt direkt und darauf ansprechen, werde ich mich in den nächsten Beiträgen umorientieren ;-)
      Gruss
      Rosi

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    11. @Garfield “falls du die Rosi bist,

      Sicher und danke für das Kompliment.

      Versuchte damals – erfolglos – einen sich bereits deutlich abzeichnenden Eklat zwischen der feysinn-Szene, Herrn Karl und dem Blog hier zu vermeiden, in dem es niemals einen Sieger, nur Verlierer hätte geben können.

      Mit dem Begriff 'Persönlichkeitsstörung' gehe ich nicht hausieren, es sei denn, es hat seinen handfesten Grund. Wenn Sie damit den einstigen Einfall der sich als kommende Elite-Führerschaft wähnenden Sektenprediger in diesem Blog meinen, dann stehe ich dazu und erachtete es damals und heute als notwendig. Die sind wirklich gefährlich.

      Die hatten (umgangsprachlich) ganz offensichtlich einen Schuss weg oder einen solchen zumindest nicht gehört. Sie propagierten als neues Gesellschaftsmodell eine Insel mit und für ihren Besitz und ohne Regeln (für sich natürlich nur und die eigenen Regeln ausgenommen, die äh, keine solchen gewesen sein sollen). Rundherum ein paar Schergen, die sich – ganz freiwillig und im Sinne der Freiheit – bewachend, zuschaffend und beschützend als Kanonenfutter zur Verfügung stellen sollten, um die eigenen Reihen zu stärken und der eigenen Sache zu dienen, als Folge einer "logische" Erkenntnis, dass dem so sein muss.

      Hinzu kam, m.E. war ein Bruch in der Fähigkeit der normal-menschlichen Logik nachzuweisen. Das wurde nicht einmal bestritten bzw. galt in ihrem Sinne die normale Logik als die falsche und ihre „Logik“ war die richtige. Quasi: man muss auch loslassen können, von der Logik, um zur Erleuchtung zu gelangen. Hab mir ja nicht nur die Äußerungen hier im Blog angetan … und noch einiges um die Gruppe herum recherchiert.

      Alles, was nicht in ihr Elite-Utopia passte bzw. was ihren Versprechungen an die Freiheit für die Anderen zuwiderlief, wurde einfach ausgeblendet, bzw. mit einstudierten Textbausteinen beantwortet, die keiner Logik bedurften, weil es eben einstudierte Textbausteine waren, von denen man nicht abwich. Echte Gegner wurden abgebügelt, mit diesen Textbausteinen zugeschüttet, schwache Verbalgegner zur Untermauerung der eigenen Logik den anderen oder potentiell zukünftigen Mitgliedern zur Schau gestellt. Das kam mir doch alle so furchtbar bekannt vor.

      Den anderen, also uns Nicht-Eingeweihten fehlte lediglich der Erleuchtungsfaktor, den wir bekommen würden, so wir uns der Aufklärung unterwerfen würden, die dann für das jeweilige Subjekt den Weg zur persönlichen Freiheit eröffnen würde. Wer das nicht wünschte, galt von Hause aus dem freien Denken nicht zugetan. Zusätzlich hatten wir da noch das Symptom, dass man versuchte, den Sprachgebrauch/Begriffe/Bedeutungen umzudeuten, bzw. die Notwendigkeit einer Umdeutung als Naturgesetz zu verankern … Aber halloooo, dann wird das Rosi mehr als nur misstrauisch.

      Ich war mir nicht ganz darüber im Klaren, welche Sekte dahinter gestanden haben mag (und nachher auch nicht mehr notwendig, das weiter zu recherchieren). Doch die perfekte Struktur, der professionelle Aufbau, der eine Menge Hintergrundkapital und Personalkapazitäten durchscheinen ließ sowie die nicht ganz so ungeschickt angesetzten psychologisch-manipulativen Mechanismen (sie kannten die Knöpfe, auf die man drücken muss), ließ mich doch vermehrt in Richtung Scientology vermuten. Und wenn man sich den Aufbau und die Ziele von Scientology anschaut … passte schon … Ihr „Glaube“ bedeutet Besitzstandswahrung und -mehrung, für ein paar Auserlesene.

      Da deren Knöpfe offensichtlich sehr gut funktionierten, entschied ich mich für Frontalangriff, weil ich damit schon einmal Sektenprediger in einem Forum als solche enttarnen und letztlich zur Vertreibung beitragen konnte (never change a running System); irgendwelche Jünger des Dingenskirchen … was mit Licht.

      Frontalangriff, verbal jemanden in der Ecke festnageln und zu entblößen, so etwas mache ich wirklich sehr ungerne und sehr, sehr selten. Doch in einem solchen Falle spiele ich doch gerne den Mittermeier:
      http://www.youtube.com/watch?v=cvNYllEEZr4

      Und ich würde es immer wieder tun, wenn ich gerade mitten drin stecke und zuschaue.

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    12. @Rosi:
      Ich habe Dich (soweit ich mich erinnere) immer geduzt. Nicht weil ich Dich nicht respektierte, sondern weil Du mir von Anfang an vertraut warst!
      Für Dich ist das 'Sie' ein Zeichen des Respekts - ich selbst würde mich absolut angepisst fühlen, wenn Du mich siezen würdest.
      So ist jeder anders, in seiner Wahrnehmung und auch in seiner Subjektivität.
      Du hast Dich auch beklagt über eine mangelnde Resonanz Deiner Ausführungen. Das kann ich gut verstehen!
      Man merkt Deinen Ausführungen an, dass da ziemlich viel Herzblut mitfließt. Ich hätte in der Vergangenheit vielleicht öfter auf Dich reagieren sollen. Aber, ich habe Deine Texte gelesen und hatte dem nichts hinzuzufügen.
      Aber auch das hätte ich Dir ja schreiben können! Und, ja - ich hätte es auch sollen.
      Denn sicherlich fühlt man sich alleine gelassen, möglicherweise auch überflüssig, wenn die eigenen Gedanken unkommentiert - und damit auch unreflektiert bleiben.

      Rosi, kein Scheiß, Du bist Teil der Seele dieses Blogs.
      Dies ist keine Schleimerei - für mich ist es ein Faktum.

      Und ich bin mir sicher, dass mir diesbezüglich niemand widersprechen wird.

      Eine Anmerkung noch:
      Du hast es gar nicht nötig um Verständnis zu werben. Aus meiner Sicht Zeit- und Kraftverschwendung.
      Es ist doch gar nicht so wichtig, dass Du von Jedem richtig verstanden wirst (sowieso ein hoffnungsloses Unterfangen).

      Ich profitiere von Deinen Ausführungen.
      Wer Dich verstehen will, der wird Dich verstehen - und sich nicht an den Rest-Prozenten aufreiben, die er nicht versteht.

      Bleibe mir erhalten!
      Liebe Grüße
      Dude

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    13. @Dude

      .... wow ... das muss ich jetzt erst einmal verarbeiten ...

      Lieben Gruss
      Rosi

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  25. Danke :-)

    Komm gut rein ins neue Jahr. Freue mich, wenn wir uns wieder lesen.

    Bis dann Ruby

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    1. @Ruby:
      Auch Dir einen Guten Rutsch - und die Freude ist ganz auf meiner Seite. :-)
      Grüße, Dude

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  26. Hallo Ruby!

    "Als Beobachterin Eurer Diskussion lese ich aber raus, dass ihr alle das gleich wollt: eine Gesellschaft ohne Kapitalismus, für die die Mehrheit der Menschen bereit sind einzutreten."

    Ich schätze Deine Vorstellung, dass es unter den Linken und in der Mehrheit der Bevölkerung eine solche Übereinstimmung geben würde.

    Ich vermute, hier ist eher der Wunsch Mutter des Gedankens als die Realität.

    Die akademische Linke ist über die Frage zerstritten, ob die derzeitige Krise nur ein Ausschlag im bekannten Auf ab Ab der Konjunktur ist, oder ob wir es mit einer grundsätzlich anderen Art von Krise, einer globalen Verwertungskrise zu tun haben, aus der es keinen systemkonformen Ausweg mehr gibt.

    Die Antwort der parlamentarischen (reformistischen) Linken darauf ist ziemlich eindeutig. Hier wird eindeutig auf Marktwirtschaft gesetzt, also auf marktkonforme Lösungen.

    Als wohltuende Ausnahme fällt mir nur der krisentheoretische Beitrag von Manfred Sohn ein (Partei Die Linke ), der von seinen parteilinken Funktionären dafür heftig angegriffen wurde.

    Den hat der Dude natürlich auf seine Replik an Hardy nicht erwähnt, sondern ausgerechnet eine Sarah Wagenknecht! Ludwig Erhardt lässt grüssen.

    Das macht dann auch den Unterschied aus, welche Lösungen für die Zukunft angestrebt werden, ob die Hoffnungen lieber auf eine gerechtere Verteilung oder in eine bessere Politik gesetzt werden, oder das warenproduzierende System selbst abgeschafft werden muss.

    Letzteres stösst meiner Anschauung nach auf wenig Gegenliebe.

    Du schreibst: "Verständigen müssen wir uns, wie soll in groben Zügen diese Gesellschaft aufgebaut sein und wie ist der Weg dorthin."

    Dir ist es ja schon selbst aufgefallen, dass Du ausgerechnet auf diese Frage keine befriedigende Antwort bekommst und ich zweifele daran, dass wir sie hier geben können.

    Ich selbst bin kein Freund von Utopien, weil ich zu wenig Vorstellungskraft davon habe, wie sich die Krisendynamik weiter entwickelt und wie die Reaktionen darauf sein werden.

    Was gerade absehbar ist, ist eine Tendenz zur völkisch inspirierten Kleinstaaterei und einem deutlichen Aufschwung der Rechten.

    Ich vertraue nicht auf die Einflussmöglichkeiten der Linken in diesen Prozess einzugreifen. Für mich ist die Linke der Verlierer in diesem Prozess.

    Ausserdem ist mir die Idee attraktiver zu schauen, was da alles an Hässlichkeiten noch auf uns zukommt und wie die Reaktionen darauf sein werden. Und dass diese kommen werden, da bin ich mir ziemlich sicher. Angela Merkel hat in ihrer Neujahrsansprache schon mal die Leitplanken ausgegeben, den Appell an die Volksgemeinschaft.

    Nochmal für Rosi von dem Altmarxisten Friedrich Engels 1844:

    "Aber die blosse Demokratie ist nicht fähig, soziale Übel zu heilen, die demokratische Gleichheit ist eine Chimäre. Der Kampf der Armen gegen die Reichen kann nicht auf dem Boden der Demokratie oder der Politik überhaupt ausgekämpft werden. Auch diese Stufe ist also nur ein Übergang, das letzte rein politische Mittel, das noch zu versuchen ist und aus dem sich zugleich ein neues Element, ein über alles Politische hinausgehende Prinzip entwickeln muss, dieses Prinzip ist der Sozialismus. (Zitiert nach Franz Schandl, Historiker und Herausgeber der Streifzüge).

    Euch allen, über alle Differenzen hinaus, ein hoffentlich ertragbares Neues Jahr!









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    1. Guten Tag Troptard,

      Du schreibst:
      "Die Antwort der parlamentarischen (reformistischen) Linken darauf ist ziemlich eindeutig. Hier wird eindeutig auf Marktwirtschaft gesetzt, also auf marktkonforme Lösungen."

      Das ist mir durchaus bekannt. Aber ich setze auf keine Parteien. Die sind Schnee von gestern. Die "Parteiendemokratie" zeigt uns doch täglich die Grenzen Veränderungen auf. Ich glaube, dass die Gestaltung einer neuen Gesellschaft allmählich, von den Menschen parteienunabhängig passieren wird.

      Du schreibst:
      "Ich selbst bin kein Freund von Utopien, weil ich zu wenig Vorstellungskraft davon habe, wie sich die Krisendynamik weiter entwickelt und wie die Reaktionen darauf sein werden."

      Solange die Menschen keine Alternativen zum heutigen System sehen, habe ich da auch keine Hoffnung. Deswegen bin ich ja so penetrant. Wir müssen anfangen, diese Alternative gedanklich zu entwickeln. Da vertraue ich auf die Phantasie vieler Kommentatoren und außerdem gibt es dazu ja auch schon Literatur mit Visionen.
      Und dann müssen wir unsere geschaffene Alternative verbreiten und zur Diskussion stellen.
      Wenn die Menschen mit dieser Alternative erst mal eine Weile schwanger gegangen sind und sich daran gewöhnt haben, könnte der Wunsch, dieses Utopia auch Wirklichkeit werden zu lassen, immer größer werden. Und glaub mir, wenn die Masse das erst mal will, kann keine Macht der Welt sie mehr aufhalten.

      So, nun könnt ihr mich alle als spinnert bezeichnen, aber ich glaube daran (zumindest halte ich es für möglich). Wir werden es nur nie herausfinden, wenn wir es nicht versuchen.

      Du schreibst:
      "Ausserdem ist mir die Idee attraktiver zu schauen, was da alles an Hässlichkeiten noch auf uns zukommt und wie die Reaktionen darauf sein werden. Und dass diese kommen werden, da bin ich mir ziemlich sicher. Angela Merkel hat in ihrer Neujahrsansprache schon mal die Leitplanken ausgegeben, den Appell an die Volksgemeinschaft."

      Bist du wirklich dieser Ansicht? - ZUSCHAUNEN?
      Wenn wir nur zuschauen, werden wir verlieren und in der Barberei enden. Dann ist aber alles sinnlos, was wir hier machen.


      Liebe Grüße Ruby

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  27. Guten Tag Ruby!

    Ich hätte wohl besser schreiben sollen, dass ich mich darauf beschränken werde, die weitere Entwicklung zu beobachten.

    Dabei gehe ich davon aus, dass sich die Krisendynamik auch auf die sog. Nordländer ausdehnen wird. Die Niederlande und Finnland haben ja schon enorme Probleme mit der Verschuldung und versuchen, diese Probleme auf dem Rücken ihrer Bevölkerung zu lösen durch das Zusammenstreichen von Sozialleistungen.

    Das Procedere ist ja bekannt: Kürzung von Löhnen und Renten, Steuererhöhungen, Entlassung von Beamten etc..

    In den Südländern hat man ja bereits den Lebensstandard der Bevölkerung um durchschnittlich 25 % zusammengestrichen.

    In Griechenland muss der Bürger ja bereits seine Medikamente und Blutkonserven mit ins Krankenhaus bringen, damit er überhaupt operiert werden kann. Die Menschen, sofern sie Land haben, legen Gemüsegärten an, damit sie etwas zu futtern haben.

    Ich selbst habe übrigens vor 5 Jahren angefangen, mein Stück Land zu kultivieren, um die ständig steigenden finanziellen Belastungen ein wenig abfedern zu können. Unsere Einnahmen halten ja damit nicht Schritt.

    Dieser Prozess, den Menschen das abzunehmen was es braucht, um die Ausfälle von Kreditgebern damit zu begleichen, lässt sich nicht unendlich fortsetzen.

    Irgendwann ist die Grenze erreicht, wo man einem Nackten nichts mehr aus der Tasche ziehen kann. Und wenn man es dennoch versucht, bin ich mir sicher, dass es zu sozialen Aufständen kommen wird.

    Wohin diese sich dann entwickeln, ich weiss es nicht. Vielleicht verlangt das Volk wieder nach starken Führern. Dann ist es wohlmöglich nötig, seine eigene Haut zu retten.

    Ich erinnere mich gerade daran, wie man Jutta Ditfurth auf ihrer Internetseite bei Frazzenbuch angegriffen hat und auch nicht davor zurückschreckte, ihr körperliche Gewalt anzutun, bis hin zu Morddrohungen.

    Wir unterscheiden uns wohl darin, dass Du ein optimistischeres Bild vom Menschen hast als ich. DDR-Vergangenheit?

    Ich wäre gern bei Dir, das darfst Du mir glauben. Habe nur das Gefühl, dass die freundlichen und wohlwollenden Ideen für uns selbst Befriedigung bringen können, aber in den Wirren der Ereignisse nicht dazu führen werden, was wir uns selbst wünschen.

    "Dann ist aber alles sinnlos, was wir hier machen." Sinnlos sicher nicht!
    Nur sollten wir auch nicht allzu grosse Illusionen machen. Die Geschichte der Linken ist ja voll von Niederlagen!

    Der Grundstein für eine erneute Niederlage ist möglicherweise schon darin angelegt, dass die Diskussionen erst dann beginnen, wenn der Kap in der Krise ist und nicht bereits während seines Normalbetriebes, wo alles noch so schön rund zu laufen scheint.

    Liebe Grüsse, Troptard.





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    1. Lieber Troptard,

      Du schreibst:
      "Ich hätte wohl besser schreiben sollen, dass ich mich darauf beschränken werde, die weitere Entwicklung zu beobachten."
      "Habe nur das Gefühl, dass die freundlichen und wohlwollenden Ideen für uns selbst Befriedigung bringen können, aber in den Wirren der Ereignisse nicht dazu führen werden, was wir uns selbst wünschen."

      Was nützt es dir, wenn du sämtliche gesellschaftliche Hintergründe durchschaust?

      Was unterscheidet dich dann von den zahllosen Unwissenden? Ihr seid beide passiv. Nur Letztere leben erst mal ruhiger und legen sich keine gepflegte Depression zu, weil sie sich ja keine Gedanken machen.

      Du kannst es einfach nicht wissen, ob die Ideen Erfolg haben werden. Aber, wer es nicht versucht, hat schon verloren.

      Fändest du es nicht befriedigender, ein Teil derjenigen zu sein, die an der Idee mitarbeiten, auch wenn sie deren Verwirklichung nicht erleben werden?

      Falls nicht, würde ich dich dann bitten, diejenigen, die an dieser Idee arbeiten möchten, nicht mit deinen Defätismus zu behindern.

      Welcher schlaue Mensch prägte mal den Ausspruch: "Wer nicht kämpft, hat schon verloren."

      Liebe Grüße Ruby

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  28. Defätismus!?

    Mir fällt es schwer, Dir auf diesen Vorwurf angemessen zu antworten, weil ich diesen sehr ernst nehme und ich auch schlecht damit umgehen kann.

    Ich habe mich eher als Korrektiv linker Selbstüberschätzungen und von linken Deutungsmustern gesehen. Das wird wohl ganz anders gesehen und sollte für mich wiederum Anlass genug sein, das zu beherzigen, was ich mir mal vorgenommen habe, mich mehr in Enthaltsamkeit zu üben.

    Also werde ich in Zukunft noch mitlesen aber die Tastatur vorläufig ausser Betrieb setzen. Zu lesen gibt es ja genug Interessantes, ohne dass ich meinen Senf dazugeben muss.

    Bin ohnehin etwas angeschlagen, weil ich/wir einen kritischen Menschen , den Schriftsteller Peter Kurzeck verloren haben. Da begleitet man einen Menschen noch ins Krankenhaus, sprichst mit ihm und wenige Tage später ist das endgültig Vergangenheit.

    Zur Zeit wird mir wieder zu viel gestorben. Jetzt auch noch Horst Tomayer.
    Eine längere Pause wird mir helfen!





    Wenn ich Hoffnungen in mir trage, dann ohnehin nicht in die Zeilen, die in einem Blog geschrieben werden, sondern darin, ob die Strasse die richtigen Antworten findet.

    Gruss Troptard

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    1. Lieber Troptard,

      es liegt mir fern, dich verletzen zu wollen.

      Nur fällt es auch mir schwer, an einer Vision festzuhalten oder eine mit zu entwickeln, wenn von dir so viel Skepsis rüberkommt. Ich schätze ansonsten deine Gedanken und Meinungen sehr. Aber wir beide können einfach nicht wissen, ob die Vision von Utopia gelingen kann. Deshalb empfinde ich von vornherein die Vision als aussichtslos zu bezeichnen als eher demotivierend.
      Ich würde mich freuen, auch wenn du von einem Erfolg nicht überzeugt bist, an einer Vision mitzuarbeiten oder uns zu mindestens Mut zu machen.

      Es tut mir Leid, dass du, für dich, wertvolle Menschen verloren hast und kann nachvollziehen, dass du eine Pause benötigst, aber bitte nicht wegen unserer kleinen Meinungsverschiedenheit. Dafür sind deine Beiträge hier viel zu wertvoll und beleben die Diskussion.

      Ich würde mich freuen, wenn wir uns weiterhin hier lesen könnten.
      Mit lieben Grüßen Ruby

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    2. PS: @ Troptard

      "Wenn ich Hoffnungen in mir trage, dann ohnehin nicht in die Zeilen, die in einem Blog geschrieben werden, sondern darin, ob die Strasse die richtigen Antworten findet."

      Welchen Sinn hat es, auf die Straße zu gehen, wenn man nicht weiß, wie die Zukunft aussehen soll. Es muss ein lohnendes Ziel her, dass erst entwickelt werden muss und von der Masse auch getragen wird. Für mich ist das Utopia.

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    3. @Ruby: "Es muss ein lohnendes Ziel her, dass erst entwickelt werden muss und von der Masse auch getragen wird. Für mich ist das Utopia."

      Das sehe ich auch so. Ein "bin dagegen" reicht bei weitem nicht mehr, um Menschen für eine Zukunft auf die Straße zu ziehen. Dazu ist die Gesellschaft in sich viel zu gespalten und ich befürchte, so sich der Druck erhöht, auf dass ein "bin dagegen" wieder ausreichen würde, es letztlich doch zu keinem Ziel führen würde.

      Ist m.E. aber auch eine schwierige Zeit. Menschheit hat nun mittlerweile viel experimentiert, doch letztlich sind ihre Hauptprobleme immer noch da und in gewissen Teilen verliert Engels (eingeschränkt natürlich, doch auch ausgedehnt auf weit ältere Schriften) seine Aktualität nicht. In manchen Teilen der Welt sogar derart da, wie sie immer schon da waren. Vll. nicht an diesem Ort, dann jedoch an einem anderen. Wenn ich den Globus nehme, dann waren sie einfach schon immer da, diese Ungleichheiten und die damit anhängigen Probleme.

      Wir diskutieren seit Jahrtausenden rund um Ungleichheiten, Besitz und Machtverhältnisse. Manchmal komme ich mir tatsächlich so vor, als seien wir in einer Zeitschleife gefangen.

      Gruss
      Rosi

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  29. @Ruby
    Fast hätte ich es vergessen, sorry
    “Hast du das Buch von Havemann gelesen“

    Nein, das hab ich noch nicht gelesen. Werde ein wenig nach Buchbesprechungen googlen und dann entscheiden … es stapelt sich bei mir wirklich ….

    @Troptard

    Nochmal für Rosi von dem Altmarxisten Friedrich Engels 1844:

    "Aber die blosse Demokratie ist nicht fähig, soziale Übel zu heilen, die demokratische Gleichheit ist eine Chimäre. Der Kampf der Armen gegen die Reichen kann nicht auf dem Boden der Demokratie oder der Politik überhaupt ausgekämpft werden. Auch diese Stufe ist also nur ein Übergang, das letzte rein politische Mittel, das noch zu versuchen ist und aus dem sich zugleich ein neues Element, ein über alles Politische hinausgehende Prinzip entwickeln muss, dieses Prinzip ist der Sozialismus. (Zitiert nach Franz Schandl, Historiker und Herausgeber der Streifzüge).“


    Aber das ist doch auch nur ein älterer Text, bei dem man m.E. nicht vergessen darf, aus welcher Epoche er stammt und von wem und welche Erkenntnisse noch folgen sollten, die Engels sicherlich nicht berücksichtigt konnte, Marx ebenso nicht. Davon abgesehen, dass sich der Text liest, als sähe der Autor den Begriff Demokratie in einer festen Definition, die keiner Entwicklung fähig sei. Das ist schon historisch und global nicht mehr haltbar. Der Begriff Demokratie bekommt seinen Inhalt durch das, was wir damit verbinden und was wir dort hinein füllen, das ist epochen- und nationsabhängig variabel. Eine solch unflexible Sichtweise halte ich für überaltert, davon abgesehen, dass es eine „bloße“ Demokratie gar nicht gibt, weltweit nicht. Doch das konnten die Verfasser damals vermutlich noch nicht ahnen. Auch nicht, was sich so alles aus Marxismus machen ließ.

    Es liegt doch nicht an der Demokratie selbst, wenn wir daraus eine Chimäre machten und machen. Die demokratischen Möglichkeiten sind doch noch nirgends ausgeschöpft worden und kein demokratisches System wurde vom kapitalistischen Herrschaftssystem mit seinen hierarchischen Strukturen tatsächlich jemals abgekoppelt (nicht einmal die undemokratischen, oder jene, die sich sozialistisch nannten). Die Menschen müssen die Demokratie weiter entwickeln.

    Mir ist völlig wurscht, ob sie es dann später anders nennen. Gebe nur zu bedenken, Sozialismus halte ich als Begrifflichkeit für völlig verbrannt und den Einsatz oder das Bestehen auf solchen Begrifflichkeiten für nicht klug. Die Menschen – und ich denke, hier darf ich verallgemeinern – wollen davon nichts mehr hören. Daran ändert sich auch nichts, wenn man drauf besteht.

    Gruss
    Ruby

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    1. Äh sorry, Ruby, copy and paste

      Muss lauten:
      Gruss
      Rosi

      Kannst Du das ändern, Dude?

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    2. @Rosi:
      Sorry, nein!
      Nicht, dass ich mich in der Gefahr wähnen würde, Kommentare zu manipulieren.
      Allein die Möglichkeit aber, dies zu können, halte ich für kreuzgefährlich!
      In so fern, gut so.

      Ich denke mal, dass sowie jetzt jedem klar ist, dass dies Dein Text ist - und nicht der von Ruby.

      Werde auch inhaltlich noch auf Dich eingehen - habe momentan weder die Muße, noch die Zeit.

      Ganz liebe Grüße
      Dude

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    3. Guten Tag Rosi,

      Du/Sie musst/müssen dich/sich nicht entschuldigen. Es würde mich freuen, wenn ich so schön formulieren könnte wie du/Sie.

      Ich stehe voll und ganz hinter diesem Text.
      Dude kann glaube im Moment nichts korrigieren, da er mal erwähnte, dass er nicht da ist.

      Darf ich dich/Sie trotzdem weiterhin duzen. Ich kann den Drang zur Höflichkeit durchaus verstehen, aber im Internet hat es sich so eingebürgert, dass sich alle duzen. Mir reicht es mittlerweile, wenn die Gesprächsteilnehmer der deutschen Rechtschreibung mächtig sind und definiere fast fehlerfreie Kommentare als einen Akt des Respektes und der Höflichkeit.

      Liebe Grüße Ruby

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    4. @Dude
      Danke und kann ich nachvollziehen ... ich muss jetzt auch raus.

      @Ruby, auch Dir danke. Und jupp, Du darfst mich duzen, ich habe es, glaube ich zumindest *grins*, irgendwo schon getan, wenn ich es auch spontan nitt finde, den Überblick völlig verloren habe und mich somit selbst noch Übungsphase wähne *lach*.

      Gruss
      Rosi

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  30. @Troptard
    "Der Grundstein für eine erneute Niederlage ist möglicherweise schon darin angelegt, dass die Diskussionen erst dann beginnen, wenn der Kap in der Krise ist und nicht bereits während seines Normalbetriebes, wo alles noch so schön rund zu laufen scheint."

    Das scheint mir jedoch eine grundlegende menschliche Eigenschaft zu sein, sich erst dann den Dingen zu stellen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Ansonsten erklärte sich auch Homers Troja nicht selbstredend, verlöre seinen Sinn. Und gerade wenn man sich jetzt anschaut, was mit den Armen und der Mittelschicht in USA passiert, wie das südliche Europa ausblutet, bestätigt sich das nur. Doch noch ist sie da, die Menschheit. Wer an der Menschheit selbst verzweifelt, kann nichts mehr für die Menschheit tun.

    @Troptard: "Ich vertraue nicht auf die Einflussmöglichkeiten der Linken in diesen Prozess einzugreifen."

    Nun, ich auch nicht. Doch das ist nicht gleichbedeutend damit, ich hätte damit in den Linken die Schuldigen gefunden oder zumindest eine Gruppe, über die ich mich erheben könnte. Wieso sollte ausgerechnet die kleinste Gruppe, die schon historisch betrachtet immer den Buhmann stellte, etwas verhindern können, von dem Sie glauben - wobei ich ihre Meinung dazu teile - dass sich niemand mehr dagegen stellen kann? Denn völlig richtig, rasende Züge ohne Bremsen lassen sich nicht mehr aufhalten, von niemandem. Und wieso sollte das überhaupt alleinig Aufgabe der Linken sein? Das erschließt sich mir nicht, denn es ist ein global-menschliches Problem.

    Äh ja, die sind immer irgendwie schuld, der Feind steht immer Links, was immer die auch sind, die Linken ohne gesellschaftspolitische Relevanz, die man in ihrer Selbstüberschätzungen und Deutungsmustern korrigieren müsste.

    Dabei habe ich immer den Eindruck, es zeigt sich letztlich daran nur die eigene Hilflosigkeit, die man einer Gruppierung zuschreiben möchte, um sich nicht ganz so hilflos zu fühlen, wie man denn ist. Und man bekommt statt dessen so einen verfehlten Freund-/Feindfokus, der schneller Mitdiskutierende in Schubladen steckt, als einem vermutlich bewusst ist. Also ich für meinen Teil betrachte es als reine Zeitverschwendung, auf ein paar Linken (egal, wer sie stellen soll) herumzutrampeln, geschweige denn mich als Korrektiv zu fühlen. Wozu? Die Menschheit hat aktuell ganz andere Probleme, als ein paar Linke. Denke, das ist der falsche Ansatz, die sind eh schon von einer kleinen Gruppe auf ein noch kleineres Grüppchen zurecht gestutzt.

    @Troptard: "Wenn ich Hoffnungen in mir trage, dann ohnehin nicht in die Zeilen, die in einem Blog geschrieben werden, sondern darin, ob die Strasse die richtigen Antworten findet.“

    Tschah, glaube weder an die Straße, noch an Blogs. Doch ich glaube daran, dass die Menschheit das Potential hat, sich weiter zu entwickeln. Wenn nicht heute, dann vll. später und möglicherweise muss es tatsächlich so sein, dass man zuerst einem weiteren Irrweg folgt. Davon abgesehen, dass man trotz alle dem darüber nachdenken darf und auch sprechen sollte. Wenn wir nicht einmal mehr das tun, dann hat m.E. Menschheit sich wirklich selbst aufgegeben.

    Gruss
    Rosi

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  31. @Troptard
    "Bin ohnehin etwas angeschlagen, weil ich/wir einen kritischen Menschen , den Schriftsteller Peter Kurzeck verloren haben. Da begleitet man einen Menschen noch ins Krankenhaus, sprichst mit ihm und wenige Tage später ist das endgültig Vergangenheit."

    Das tut mir wirklich leid, helfen kann man einem Nahestenden nicht und alles was man dazu sagt, ist irgendwie falsch.

    Doch es erklärt mir den dunklen Farbton Ihrer Worte und ich kann verstehen, wenn man dann nicht so konstruktiv und offen agiert, wie man es ansonsten von sich gewohnt ist. Also ich für meinen Teil könnte in so einem Fall nichts mehr vernünftiges zustande bringen. Alleine dass Sie sich noch so beteiligt haben, wie Sie das getan haben, zollt meinen Respekt.

    Gruss
    Rosi

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    1. Guten Abend Rosi und Ruby!

      Danke für Eure Anteilnahme. Wohlmöglich habe ich da wieder zu stark aufgetragen. Dem Verlust, dem ich da nachtrauere, hat wohl mehr mit mir selbst zu tun.

      Das Gefühl, das jedesmal auch ein Stück meines Lebens damit verlorengeht.

      Auch die Umstände, die zum Tode geführt haben.

      Viele Untersuchungen ohne Ergebnis. Ein Schlaganfall, dem weitere schwere folgten. Und das Wissen, das der heutige Mensch nicht mehr "normal" sterben kann, sondern dem Tode irgendeine schwere Krankheit vorausgeht.

      Das macht auch Angst, unter welchen Umständen man selbst mal das Namensschild am grossen Zeh tragen wird.

      Robert Kurz, Autor und Herausgeber der Exit ist ja bekanntlich an einer Fehloperation gestorben. Horst Tomayer an Krebs.

      Nochmal zu meiner Einlassung auf eine Hoffnung in die Bewegung der Strasse, also auf eine APO.

      Jutta Ditfurth hat in einem Video behauptet, dass in der ganzen Geschichte nicht eine Verbesserung der Lebensbedingungen ohne den Druck der Strasse zustande gekommen wäre und das ihre Aussage bisher von niemanden widerlegt werden konnte.

      Das betrifft so Selbstverständlichkeiten wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die Begrenzung des Arbeitstages, dem Anspruch auf einen arbeitsfreien Lebensabend und auch die Begrenzung des Baus von Atomkraftwerken durch die Anti-AKW-Bewegung.

      Wenn hier kein Widerstand kommt, so werden zukünftige Generationen wohl wie früher in der Regel am Arbeitsplatz sterben oder der Familie zur Versorgung freigegeben werden usw..

      Natürlich bin ich auch gespannt darauf, welche Zukunftsperspektiven von Euch kommen werden und wie ihr die Menschen davon überzeugen wollt.

      @ Rosi

      Zur Demokratie nur noch eine Anmerkung.
      Mir geht es um die übliche Trennung von Demokratie und Wirtschaft. Demokratie als dasjenige, was unabhängig vom Kapitalismus existiert. Das halte ich für einen Irrtum!

      Dazu Franz Schandl: Kritik der Demokratie. Gibt's auf Youtube zu hören.

      So Euch eine gute Zeit!



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    2. Vielleicht kennt ihr den schon:

      Ein Pessimist und ein Optimist bewegen sich in einem Tunnel.
      Der Optimist zum Pessimisten. Ich sehe Licht am Ende des Tunnels. Der Pessimist zum Optimisten: Du hast Recht, da kommt ein ICE auf uns zugerast.

      Gruss Troptard.

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    3. @ Troptard

      Eigentlich verstehe ich deinen Pessimismus, bin eigentlich selbst so drauf.

      Aber seit dem ich in dem Buch von Havemann meinen Kindheitstraum schwarz auf weiß beschrieben, gelesen habe, lässt mich die Idee von Utopia nicht mehr los. Auch er sah nur diese eine Alternative und hat auch Lösungsansätze formuliert.
      Vielleicht besorgst du dir aus dem Internet das Buch ja mal und verstehst mich hoffentlich dann.

      Lieben Gruß Ruby

      PS: Den ICE sehe ich schon lange. Aber im Gegensatz zu dir, sehe ich auch die Möglichkeit, ihn aufzuhalten. Das ist die einzigste Sache, bei der ich mir bewusst
      den Optimismus leiste, weil ich weiß, dass der Pessimismus Aufgeben bedeutet und in den sicheren Abgrund führt.

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    4. @Toptard: "Ein Pessimist und ein Optimist bewegen sich in einem Tunnel.
      Der Optimist zum Pessimisten. Ich sehe Licht am Ende des Tunnels. Der Pessimist zum Optimisten: Du hast Recht, da kommt ein ICE auf uns zugerast."


      Hhhm, ja , hätten die zwei besser mal einen Realisten mitgenommen. Denn der hätte nämlich gesagt: "Husch, husch in die Niesche, auf den Schienen stehen bleiben ist sehr ungünstig". ;-)

      Gruss
      Rosi

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  32. @Toptard: "Zur Demokratie nur noch eine Anmerkung.
    Mir geht es um die übliche Trennung von Demokratie und Wirtschaft. Demokratie als dasjenige, was unabhängig vom Kapitalismus existiert. Das halte ich für einen Irrtum"


    Stehe doch gar nicht auf dem Standpunkt, das, was wir jetzt praktizierten sei von der Wirtschaft bzw. vom Kapitalismus getrennt. Stehe auf dem Standpunkt, dass es dringend einer solchen Trennung bedarf.

    Gruss
    Rosi

    PS: Den Rest kann ich erst später wieder lesen ...

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  33. @troptard
    "Dem Verlust, dem ich da nachtrauere, hat wohl mehr mit mir selbst zu tun."
    Naja ... wäre es anders, würden wir nicht trauern, denke ich, Trauer findet immer in uns und durch unsere Erfahrung statt. Insoweit kann man das nicht zu dick auftragen und meine Anteilnahme ist demzufolge völlig ernst gemeint. Anteilnahme funktioniert letztlich auch bei mir genau so. Jeder, der mit dem Verlust von geliebten oder befreundeten Menschen konfrontiert wurde, der kann sofort nachfühlen, was das bei Ihnen auslöst und das hat letztlich immer mit einem selbst zu tun, man erinnert sich, die Gefühle werden wieder geweckt und gleichwohl wird man sich der eigenen Sterblichkeit wieder ein Stück bewusster.

    Sie können sich vermutlich gar nicht vorstellen, was ich für eine Zicke nach außen sein kann, wenn ich gerade mit Trauer belastet bin (war vor kurzem noch ganz akut der Fall, mein Schwiegervater ist verstorben, ich hab ihn sehr gemocht und sobald jemand geliebtes oder geschätzes in meinem Umfeld stirbt, werden sofort Erinnerungen an den Schmerz über die andere Menschen wach, die man verloren hat ... zumindest ist das bei mir so, es kummuliert sich also).

    Besser ist, ich nehme mich dann für einige Zeit aus der Gesellschaft, bis ich wieder 'normal' bin, denn andere können schließlich nichts dafür. Kann ziemlich hart verbal zuhauen (wenn das selten jemand zu lesen bekommt, heißt das nicht, ich wäre dazu nicht fähig). Will das gar nicht. Und doch steht oft genug ausgerechnet dann einer auf (Murphy’s Law?), der will es auch noch unbedingt wissen. Lässt sich von keinem Signal abschrecken, gestattet mir meinen Rückzug nicht und tritt mir dabei auch noch auf den Zeh. Nun, das verbuche ich dann für den Betroffenen unter "dumm gelaufen", der lernt eine Seite von mir kennen, die ich sonst so nicht habe, bzw. ziemlich gut im Griff halte. Denke, daraus kann man dann schon erkennen, für mich gilt dann: bloß nirgendwo in einem Blog oder Forum auftachen, mache ich auch nicht ;).

    Lange Rede, kurzer Sinn, Sie können damit offensichtlich besser umgehen und trotzdem dürfte der Schmerz ein ähnlicher und nicht kleiner sein. Es ist also kein schlechtes Gewissen oder Bedauern notwendig, Sie haben mein vollstes Verständnis und meinen Respekt.

    Lieben Gruss
    Rosi

    ff. zur Diskussion «Utopia»

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  34. @troptard: "Natürlich bin ich auch gespannt darauf, welche Zukunftsperspektiven von Euch kommen werden und wie ihr die Menschen davon überzeugen wollt. "

    Eine detaillierte Ausarbeitung eines Utopias bedarf zunächst einmal einer grundsätzlichen genauen Analyse des Ist-Zustandes, wobei sich die Teilnehmer einer solchen Projektarbeit über diesen Zustand und über die Begrifflichkeiten einig sein sollten.

    Für uns zwei Beiden (ohne darüber böse oder verärgert zu sein) sehe ich beispielhaft hapert es schon an den Interpetationen der Begrifflichkeiten. Wir sind offensichtlich inhaltlich nicht einmal weit voneinander entfernt und doch ist es, als schrieben zwei Welten (nur ein Beispiel, für ausgeschlossen halte ich das nicht).

    Meint man das ernsthaft und möchte es nicht nur undetailliert und oberflächlich abhandeln, darf man schlicht nicht aneinander vorbei schreiben. Doch das ist gar nicht mal so sehr mein Problem. Der eine liest Marx, Engels, der nächste Havelmann u.a., wieder einer Marcuse etc. (oder alles) bzw. in meinem Kopf kreist jetzt gerade die frisch gelesene Artikelserie von Koschnick, die nicht einmal zu Ende ist, jedoch sich an Gruppendynamiken der Soziologie anlehnen dürfte (zumindest erinnert es mich daran) und zumindest für mich einen Ansatzpunkt liefern könnte.

    Bin mit meiner Analyse nicht soweit, um auch nur anhand dieser Artikelserie auszuarbeiten, wie man den beschriebenen Prozessen Einhalt gebieten könnte, die uns ständig in oligarchische Strukturen führen, bis jetzt: unabhängig vom System, ohne mir gleich einen anderen Menschen backen zu müssen.

    Selbst wenn ich im Kopf fertig wäre, müsste ich das Ganze zu Papier bringen. Die Artikelserie bringt es bis jetzt auf ca. 50 DinA4 Seiten und ist noch nicht fertig. Weiß nicht einmal, wie viel da noch kommt. Kann Ruby zuliebe auch nicht direkt Havelmann dazwischen schieben, um auf der gleichen Ebene kommunizieren zu können und leichter zu verstehen, worauf sie hinaus möchte (habs nicht hier ... zumindest nicht bei mir gefunden). Selbst wenn ich es hätte, müsste ich es erst einmal lesen und dann mit Koschnick (als Platzhalter, seine Thesen lehnen sich an andere) in Einklang bringen.

    Wenn ich mir jetzt vorstelle, Koschnick schreibt noch 30 Seiten zur Ist-Analyse, dann müsste die detaillierte Fehlerbeseitigungsthese (nenn ich jetzt mal so, ohne festzusetzen, dass sie dem gerecht werden würde) für Utopia mindestens das doppelte, wenn nicht gleich das dreifache in Anspruch nehmen. Wobei es nur schon eine Aufgabe im Blog darstellen würde, so etwas zu posten.

    Weiterhin erfordert eine solche Beschäftigung eine vorbildliche Diskussionskultur aus lauter ernsthaft mit dem Thema beschäftigten Teilnehmern, die sich voll uns ganz darauf und aufeinander konzentrieren. Sich gegenseitig mitnehmen, über einen langen Zeitraum. Projektarbeit ist Teamwork und die bedarf vieler Voraussetzungen. Kaum jemand macht sich die Mühe, derart viel ernsthafte Zeit und Gedankenarbeit irgendwo in ein Projekt hineinzustecken, wenn es gar keines ist.

    Wobei mir ein Blick in den dafür vorgesehen Tröt voll und ganz reicht. Hallo, das ist nichts für mich. Wer das kann, solls tun, ich kanns nicht. Das ging mir jetzt eindeutig zu schnell und der Anspruch wurde über ein gemeinsames, oberflächliches ’mal darüber reden’ gesetzt.

    Mir selbst ist es für Details in meinem Kopf noch nicht sortiert genug (wie soll das dann erst für andere aussehen: „hätte sie geschwiegen …“ ;)). Und ich weiß doch vorher, dass ich berechtigte Fragen, „wie soll denn jenes und solches funktionieren?“, beantworten können müsste, zumindest im Ansatz. Könnte unter den dortigen Bedingungen nicht einmal oberflächlich plaudern, so abschreckend wirkt das auf mich. Und wie ich las, gilt dies für Sie und andere ebenso ...

    Gruss
    Rosi

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    1. @ Rosi,
      da bin vollkommen Ihrer Meinung!
      Gruss Troptard.

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  35. @Ruby
    Ihre Reaktion zeigt, dass sie das Wesentliche meiner Argumentation überhaupt nicht verstanden haben, wenn Sie schreiben:
    „Das Wort "links" wurde wahrscheinlich von den Kapitalisten erfunden, um die Menschen zu spalten, die in einer anderen Gesellschaft leben wollen. Wie man hier sieht, klappt es ja auch hervorragend. Jeder will linker sein als der andere.“

    Die Behauptung: „Jeder will linker sein als der andere.“ ist psychologisierend und blind für die politische Inkompatibilität der Positionen zwischen systemerhaltender Linke und revolutionärer Systemkritik.

    Denn beide Positionen ergänzen sich nicht, sondern stehen in Widerspruch zueinander. Die systemerhaltende Linke will Verbesserungen IM System, also kapitalistische Herrschaft und Ausbeutung aufrechterhalten.

    Die revolutionäre Systemkritik will hingegen ein neues System, zum einen, weil dies durch die Entwicklung des wissenschaftlich-technisches Fortschrittes objektiv möglich geworden ist, zum anderen weil erkannt wurde, dass das kapitalistische System aufgrund seiner soziologischen Eigengesetzlichkeit sich immer mehr auf einen Wirtschaftsfaschismus sowie auf eine Barbarei hinentwickelt.

    Die Forderung nach „Verbesserungen“ und „Reparaturen“ ist bei einem untergehenden Schiff der falsche Weg.

    Wenn man erkannt hat, dass der Spätkapitalismus sich im Dekadenzstadium einer untergehenden Zivilisation befindet, dann kann es nur eine historische Antwort darauf geben, um Recht, Freiheit und Chance auf eine menschenfreunliche Zukunft zu erhalten, nämlich Systemtransformation.

    Die Politik der systemerhaltenden Reformlinken ist jedoch genau entgegengesetzt. Diese Linke ist zum Komplizen der reaktionären herrschenden Klasse geworden, welche das System von kapitalistische Herrschaft und Ausbeutung möglichst lange aufrechterhalten will.
    Genau darum ging es auch bei der kritischen historischen Einschätzung von Brandts Politik.

    Die Reformlinke ist in Worten links und in ihren Taten reaktionär, weil systemerhaltend. Sie ist eine linksreaktionäre Linke.

    Der Duderich schreibt:
    „Ich versperre mich auch nicht dem Argument, dass die Partei die LInke - und sowieso die SPD die Funktion erfüllt, linke Kräfte in dieses System einzubinden, um es zu erhalten.“


    Aber was macht der Duderich an praktischer Politik?

    Anstatt die Ideologie der Linksreaktionäre argumentativ und deren politische Dominanz zu bekämpfen, stärkt er diese. Er wählt die Linkspartei und seine Blogroll ist voller Links zu Websites von linksreaktionären „Reformern“.

    Irrationalität und politische Schizophrenie? Oder?

    MfG
    Hardy

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  36. @Hardy: Viel ist Ihren Einlassungen bezüglich der ersten zwei Drittel nicht hinzuzufügen. Doch mir ist immer noch nicht klar, wozu sie da ausgerechnet Brandt brauchen? Für mich ist er kein historischer Marker in Bezug auf Ihre Ausführungen. Seine Marker liegen doch eher in der Verständigungspolitik im Konflikt zwischen Ost und West.


    Gruss
    Rosi
    Die Politik der systemerhaltenden Reformlinken ist jedoch genau entgegengesetzt. Diese Linke ist zum Komplizen der reaktionären herrschenden Klasse geworden, welche das System von kapitalistische Herrschaft und Ausbeutung möglichst lange aufrechterhalten will.


    Die Reformlinke ist in Worten links und in ihren Taten reaktionär, weil systemerhaltend. Sie ist eine linksreaktionäre Linke.

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    1. @Rosi
      „Doch mir ist immer noch nicht klar, wozu sie da ausgerechnet Brandt brauchen?“

      Brandt ist eine Symbolfigur.

      Lafontaine, Gysi et al. bezogen sich bei der Gründung der Linkspartei explizit auf Brandt und positionierten die Politik der Linkspartei als in der Tradition der Brandt-SPD stehend.
      Brandt wurde und wird posthum von den systemerhaltenden Reformlinken als „Hoffnungsträger“ benutzt, um die Illusion zu verbreiten, mit linker Politik wäre eine wirtschaftliche Wende und eine Rückkehr zu den angeblich „goldenen Zeiten“ der 70-er Jahre möglich.

      Tatsächlich war die damalige SPD-Politik keineswegs „links“, sondern systemerhaltend, prokapitalistisch und antisozialistisch.

      Es gab keine einzige sozialistische Reform, weder im Bereich der Banken und der Großindustrie, noch bei der Vermögensumverteilung oder der Steuerpolitik.

      Die sog. neue Ostpolitik war eine Variante des „Kalten Kriegs“. Die Kreditvergabe war ein „trojanisches Pferd“, welches die Situation des ökonomischen Systems im Osten verschlechterte.

      Die Bildungsreformen entsprachen der Forderung der Wirtschaft nach mehr akademisch qualifizierten Arbeitskräften.

      Insgesamt handelte es sich damals um kapitalistische Anpassungsreformen, die bereits vor der Brandt-Kanzlerschaft begonnen worden waren.

      Ralf Dahrendorf - als Soziologe und damaliger FDP-Politiker ein ganz wichtiger Zeitzeuge - spricht es im TAZ-Interview deutlich aus:

      Allerdings bin ich der Meinung, dass alle entscheidenden Reformen vor 68 stattgefunden haben, in den frühen Sechzigerjahren. Als Willy Brandt sein berühmtes Diktum vom "Mehr Demokratie wagen" ausgab, da wusste keiner mehr, was das eigentlich bedeuten sollte. Eine Phrase ohne Inhalt.
      Wollen Sie am Denkmal sägen?
      Nein, seien Sie beruhigt. Mit ist klar, dass ich durch dieses Gespräch niemanden dazu bewegen werde, zu dieser Zeit etwas anderes als das zu denken, was er ohnehin denkt. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass die eigentlichen Reformen vor 1968 mit dem Beginn der Brandt-Scheel-Regierung geschehen sind, 68 war im Grunde ein Schlusspunkt, nicht der Anfang. Nehmen Sie die große Bildungsdiskussion - die Reform des Bildungsbürgerrechts wurde 1963/64 umgesetzt. Und Brandts Regierungserklärung, ja, die war unglaublich, toll. Aber wenn man sie sich genauer ansieht, beinhaltet sie keine Vorschläge für Veränderungen mehr.


      Man muss zwischen linksreaktionären Parteipolitikern, welche politische Rattenfängerei betreiben, und ihren gutgläubigen Anhängern unterscheiden.
      Die Berufspolitiker machen mit der Propagierung linker Illusionen Karriere und ergattern hochdotierte politische Jobs. Ihre Anhänger hingegen sind kleine Leute, die auf eine bessere Zukunft hoffen. Insofern haben die linken Parteien zum Teil die traditionelle ideologische und sozialpsychologische Funktion von Kirchen übernommen.

      Mit der Sozialstaatspolitik verhält es sich so wie mit der Sozialarbeit. Ihre Akteure erzielen ihr Einkommen aus der Verwaltung von Armut und Elend. Aber der Auftrag und der Zweck der Sozialarbeit sind nicht, die systemischen Ursachen für Armut und Elend zu beseitigen, sondern im Gegenteil Systemerhalt.

      MfG
      Hardy

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  37. Der soziologische Unverstand personalisiert statt systemisch zu denken.

    Weil Brandt eine andere Politik als Schröder machte, glaubt der soziologische Unverstand, dies liege an der Person von Brandt.

    Tatsächlich sind politische Figuren nur Träger von Rollen. Ihr Handlungsspielraum wird vom System vorgegeben. Das sind dann die sog. Sachzwänge, nämlich primär die Aufrechterhaltung des Systems, d.h. kapitalistische Herrschaftssicherung und Erhalt der Funktionsfähigkeit der kapitalistischen Ökonomie.

    Zu Brandts Zeit waren die gesellschaftlichen Bedingungen anders als zu Schröders Zeit. Beide waren sozialdemokratische Parvenüs und Karrieristen. Es liegt also die These nahe, dass sich Schröder zu Brandts Zeit wie Brandt verhalten hätte, Brandt zu Schröders Zeit wie Schröder.

    Für Brandt bedeute das Primat der Aufrechterhaltung des kapitalistischen Systems die Verabschiedung von Notstandsgesetzen und Radikalenerlass, für Schröder die Agenda 2010.

    In beiden Fällen war es eine Politik für die herrschende Klasse und gegen die bestehende Verfassung sowie eine Politik gegen existierende Freiheitsrechte. Beides war Ausdruck der „Diktatur des Kapitals“.

    Weil der soziologische Unverstand nicht abstrakt und systemisch denken kann, versteht er nicht, dass das Handeln von politischen Figuren jeweils Ausdruck gesellschaftlicher Bedingungen und Machtverhältnisse ist.

    Insofern führen Wahlen lediglich Politikerwechsel herbei. Zwischen der Politik von Erhard, Kiesinger, Brandt und Schmidt gibt es eine Kontinuität, die der Logik des Systemerhalts folgt, genauso wie zwischen Kohl, Schröder und Merkel.

    Nichts spricht dagegen, dass Brandt als heutiger SPD-Parteivorsitzender auch eine Große Koalition mit Merkel eingehen würde, so wie er 1967 unter Kiesinger eine Große Koalition eingegangen ist, um anschließend mit verfassungsändernder Mehrheit die Grundrechte im Rahmen der Notstandsgesetzgebung einzuschränken.

    Insofern erfasst der Spruch, Brandt „wäre stolz auf seine Enkel gewesen!", durchaus die Realität.

    Das begreift aber der soziologische Unverstand nicht, weil er personalisiert und nicht versteht, dass und wie die repräsentative Demokratie als Instrument der Aufrechterhaltung kapitalistischer Herrschaft funktioniert.

    Deshalb wählt der soziologische Unverstand die Linkspartei und hofft auf einen Politikwechsel durch eine „linke Mehrheit“, statt die linken Reformillusionen als Mittel der Aufrechterhaltung kapitalistischer Herrschaft zu entlarven und zu bekämpfen.

    Der linke Unverstand begreift nicht, dass er durch sein Verhalten dazu beiträgt, gesellschaftlichen Fortschritt zu verhindern.

    Mfg
    Hardy

    P.S.
    Dazu passt, dass der linke Unverstand nach „Utopien“ ruft, anstatt zu begreifen, dass die wissenschaftlich-technischen Voraussetzungen zu einer grundlegenden Gesellschaftsveränderung schon längst als Potential in der Realität (!!!) vorhanden sind und allein das fehlende Bewusstsein darüber die Umsetzung in gesellschaftliche Wirklichkeit dies verhindert.

    Es ist allein der gesellschaftliche Unverstand, welcher den Schein von „Alternativlosigkeit“ hervorruft.

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    1. PPS.
      Dies noch als Ergänzung meiner Antwort auf die Frage von Rosi.

      MfG
      Hardy

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