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Freitag, 10. Januar 2014

Demokratie und der Wert des Lebens

Abteilung: Die Wertigkeit des Lebens

Es ist ein diffuses Gefühl der Ungerechtigkeit, was meine Wut befeuert. Ich fühle mich nicht gut aufgehoben, in einer Gesellschaft, in der Oppositionelle, im Zweifel niedergeknüppelt werden.
Opposition ist ja auch per se nicht positiv. Es gibt auch eine Opposition gegen Immigranten, sexuell anders Gerichtete - schlicht, es gibt auch eine konservative Opposition, gegen eine Liberalisierung der Gesellschaft (nicht zu verwechseln mit den Werten, die die FDP vertreten hat).
Opposition ist schlicht die Kraft, die gegen gesellschaftlich und politisch etablierte Werte anstinkt. Das ist oft begrüßenswert, aber eben nicht immer.
Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass die Parteien, die mehrheitlich durch den Souverän legitimiert wurden, also Macht auszuüben, diesen Auftrag auch umsetzen.
Im Sinne der Demokratie (so die Theorie) wird der Mehrheitswille umgesetzt. Eine Opposition wäre - diesem Gedanken folgend - immer eine Minderheit, die (argumentativ) um eine Mehrheit ringt.
Dies ist, so sagt uns die Erfahrung, aber oft anders. Mehrheiten sind oft (zumindest punktuell) gegen Regierungshandeln.
Aber die Wähler hätten ja schließlich auch anders wählen können. In so fern tragen sie für die Dauer der jeweiligen Legislaturperiode (unabhängig davon, welche Konstellation sich nachfolgend ergibt um die absolute Mehrheit zu erringen und damit die Regierung zu bilden) deren Entscheidungen, vulgo Politik mit.

Sicher, man kann alle vier Jahre sein Kreuzchen einer Partei geben. Man kann sogar per Erststimme eine Person wählen, die man gerne im Bundestag hätte.

Daraus ergibt sich dann letztendlich ein Machtgefüge der Parteien und Direktmandate.
Hier endet der Einfluß des Wählers und genau hier beginnt dann aber auch das strategische Kalkül der Parteifunktionäre und Ministeramtshoffer.

Ich war nie ein Fan der Grünen. Dies zu begründen, sprengt diesen Rahmen. Aber ich muss anerkennen, dass sie sich Merkel (respektive der CDU) nicht angebiedert haben, um mitregieren zu dürfen.

Der gesetzliche Mindestlohn beispielsweise wird verschoben auf den Sanktnimmerleinstag, und dann aber auch durch vielfältige Ausnahmeregelungen, die den Sinn dieser Idee korrumpieren.
Sicher, es wird ihn irgendwann geben, aber er wird eben nicht allgemeingültig sein. Nie!
Wird dieser dann auch für Arbeitsgelegenheiten gelten - und wenn nein, warum nicht?

Nein, dieses momentan etablierte System befeuert sich durch Ausbeutung! Und Ausbeutung kann es nicht geben, ohne Ausgebeutete. Und die, die durch das System der Verwertbarkeit fallen, sind eben die, die froh sein müssen, den Wohlhabenden und Besitzenden zuarbeiten zu dürfen. Für welchen Hungerlohn auch immer.

Der Neoliberalismus feiert seinen Siegeszug. Es ist der Ausdruck eines Wirtschaftsdarvinismus. 'The fittest survive' (Darwin).
Nur, der Fitteste ist in der momentanen Wertigkeit, der mit Kapital!
Die Erlangung aber eben dieses Kapitals wurde IMMER durch Erbschaft (Dynastien) oder der Ausbeutung minder privilegierter errungen.

Aber diese Zustände werden durch die Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen und akzeptiert.
Unzählige Armutsflüchtlinge verrecken im Mittelmeer. Unzählige zivile Personen lassen ihr Leben in geopolitischen Konflikten.
Wir aber bangen um Schumacher, weil er reich ist und erfolgreich war.

Dies anscheinend, macht sein Leben so viel wertvoller als andere, die an Hunger verrecken oder im Mittelmeer ersaufen.

Wann endlich, kommen wir zu der nahe liegenden Erkenntnis, dass jedes Leben gleich viel wert ist?

Erst dann können wir dann auch Flora und Fauna ehren.

Die Wertigkeit, nach denen wir Leid beurteilen, ist hinterfragungswürdig.
Ja, auch ich wünsche Schumacher baldige Genesung.
Aber, es sei hier bitte die (provokante) Frage gestattet, wie viele Hungertote es geben muss, dass sie schwerer wiegen, als das Wohl eines Rennfahrers, der mehrfacher Weltmeister war?

Was genau macht ein Leben (und unsere persönliche Anteilnahme) wertvoller als andere?

Jede Existenz liebt sein Leben. Morgen schon könnten wir an einem Herzinfarkt, Schlaganfall, ... usw. sterben. Wir hoffen, dass dies nicht passiert.
Wir hoffen das auch für andere.

Aber, nach welchen Maßstäben hoffen wir für andere?

Kommentare:

  1. "Ich war nie ein Fan der Grünen. Dies zu begründen, sprengt diesen Rahmen. Aber ich muss anerkennen, dass sie sich Merkel (respektive der CDU) nicht angebiedert haben, um mitregieren zu dürfen."

    Korrektur;
    Ausgerechnet in Hessen, dem Land der Psychiatrisierung von erfolgreichen Steuerfahndern und der Scharfmacher Roland Koch und Volker Bouffier gehen die Grünen als Testlauf für den Bund eine Koalition mit der CDU ein. flatter würde es Freilandversuch nennen.

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  2. http://www.vergessene-buecher.de/system.html

    Meine Persönliche Erleuchtung, im Hinblick auf die Ökonomischen Zustände und Kriegsfälle der Gegenwart, niedergeschrieben vor über 100 Jahren.

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