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Freitag, 21. Februar 2014

Die Meta-Ebene

Abteilung: The ....... survive

Der Austausch mit dem Doktor hat mich inspiriert.

Beispielsweise hatte ich die banale Erkenntnis vorher nicht, dass dieses Spiel ('Neo-Kapitalismus', 'Marktgläubigkeit' - wie auch immer man es nennen mag) nur EINEN Sieger kennt. In der Denke der Marktgläubigen braucht es Konkurrenz für Fortschritt. Für Entwicklung.
Schwache werden niedergerungen, die Starken überleben.
Bis letztendlich EINER übrig bleibt.
Erst dann wäre dieses Spiel der konkurrierenden Reichtumsverteilung beendet!
Die Erde wäre selbstverständlich längst vorher in Arsch...

Wir sind wieder bei Darwin angelangt. "The riches survive" oder, wie hieß das noch?

Ich vergleiche die ideologisch bestimmte Dynamik der Armut- und Reichtumsverteilung durch meine Wahrnehmung, mit den Gravitationsgesetzen:
Je mehr Masse, desto mehr Anziehung. (Zinssystem)

Der Reichtum wird wachsen. Und die Armut wird wachsen.
War schon immer so - nur nicht so schnell.

Unser hegemonisches Wirtschaftsgefüge (welches stark neoliberal geprägt ist) hat die Funktion, die Verteilung von Unten nach Oben zu organisieren.

Man interpoliere doch nur mal die gegenwärtige Armut- Reichtumsverteilung in die Zukunft...!

Und immer Weniger werden viel haben, und immer Mehr wenig - bis gar nichts...

Materieller Reichtum bedarf der Armut. Der Ausbeutung.

Der Anspruch der Veränderung der Reichtumsverteilung (national wie global) sollte die gemeinsame Basis, einer oppositionellen, linken Gegenbewegung sein:

Die Reichtumsverteilung von Unten nach Oben gilt es nicht nur zu stoppen, sondern UMZUKEHREN!

Wäre dies keine mögliche gemeinsame Forderung / Basis, auf die sich das zerstrittene, oppositionelle linke Lager einigen könnte?

Kommentare:

  1. Noch eine banale Erkenntnis, welche oft vergessen wird. Die Reichen sind reich, weil der Rest es erlaubt. Es gibt keinen anderen Grund.

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  2. In der Denke der Marktgläubigen braucht es Konkurrenz für Fortschritt. Für Entwicklung.

    Die Konkurrenz-Situation entsteht allein dadurch, dass ich aus mehreren Angeboten auswählen kann. Ich kann die Konkurrenz-Situation nur abschaffen, wenn ich die wirtschaftliche Wahlfreiheit abschaffe.
    Und ja, sie ist eine Triebfeder für Entwicklung.

    Schwache werden niedergerungen, die Starken überleben.

    In der freien Wirtschaft muss das so sein. Eine Gesellschaft basiert aber nicht nur auf wirtschaftlischen Spielregeln, die Schwachen benötigen einen funktionierenden Sozialstaat.

    Die Reichtumsverteilung von Unten nach Oben gilt es nicht nur zu stoppen, sondern UMZUKEHREN!

    Ein Blick zurück zeigt, das dies mit unserem Wirtschaftssystem möglich ist. Schaue dir diese Grafik an, insbesondere den Zeitraum '60 - '80.

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  3. Mein lieber Duderich, hast Du vielleicht eine noch einfältigere Phrase parat? Ganz im Ernst - was soll diese "Erkenntnis", die dem Küken ähnelt, das die Eischalen seiner Herkunft erkennt, denn bewirken?

    Dass die Linke zerstritten ist (und dies fast immer war), hat nicht in dem "kleinsten gemeinsamen Nenner" seine Ursache, sondern immer nur in Detailfragen. Da wird munter immer weiter gestritten, ob nun beispielsweise Vegetarismus der richtige und einzige Weg sei, oder ob religiös-esoterische Elemente vielleicht nicht doch Berücksichtigung finden sollten, oder ob man Rauchen oder Drogen oder Alkohol verbieten soll, oder ob es schon halbkriminell ist, wenn man von "Bloggern" statt von "BlogerInnen" spricht.

    Die Grundlagen sind allen Linken ohnehin gemein - dazu musst Du kein so albernes Posting mehr verfassen. Die Frage ist nicht, wie wir eine gemeinsame Basis schaffen - sondern vielmehr, wie wir es hinbekommen, dass all die Leute, die genauso denken und empfinden, an einem Strang ziehen - selbst dann, wenn all die unterschiedlichen Detailforderungen nicht von allen getragen werden?

    Genau an dieser Albernheit krankt die Linke seit Jahrhunderten - und es ist keinerlei Aussicht auf Besserung erkennbar. Die kapitalistische Bande lacht uns aus - sie selbst schafft es ebenfalls seit Jahrhunderten, etliche völlig verschiedene Strömungen und Forderungen in ihren Reihen problemlos zu integrieren.

    Eine alberne Forderung nach einer Auflösung des absurden Superreichtums einer kleinen Minderheit ist da nicht mehr als eine Binsenweisheit, die nicht weiterführt. Selbstverständlich ist das die Grundlage - was denn bitte auch sonst? Die brennende Frage ist doch eine ganz andere - nämlich: Wie schaffen wir es, die vielen Details unter einen Hut zu bringen, die sich bisher gegenseitig eher bekämpfen?

    Liebe Grüße!

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  4. Hallo Duderich!

    Der grösste gemeinsame Nenner der Linken ist, dass es so wie es ist nicht weitergehen kann und soll und der kleinste ebenso.

    Dazwischen die unterschiedlichsten Anschauungen von dem, was wir alle bis zum Erbrechen kennen. Hier nur eine kleine Auswahl:

    Bewusstseinsveränderung in den Köpfen der Menschen! Bitte anstellen in der Warteschlange! Linke Politik in den Parlamenten vorantreiben. Hat leider noch nie funktioniert, allenfalls dann, wenn es opportun und es etwas zu verteilen gab, die Wirtschaft gefunzt hat.

    Den Sozialstaat wieder in die Plicht nehmen.Dabei scheint nur wenigen aufzufallen, dass er die meisste Kohle dafür bereits raushaut und fast daran erstickt.

    Die Reichen mehr zu besteuern, dann würden sich die Probleme wie von selbst lösen. Dabei wird leider der Unterschied zwischen dem was Geld und dem was Kapital ist aus dem Blick verloren.

    Den Kapitalismus abschaffen! Ein frommer Wunsch, solange die Linke nur noch eine sich selbst überschätzende Marginale ohne Massenbasis, ist, die das auch will. Avantgarde sehe ich nicht!

    Wenn wir ehrlich zueinander sind, dann müssen wir uns eingestehen, dass wir auf dem Acker der Veränderungen nicht mehr viel zu bestellen haben.

    Was ist damit gewonnen zu fordern, eine gemeinsame Basis zur Reichtumsverteilung national oder global einzufordern. Hier wäre auch eine Unterscheidung zwischen abstraktem Reichtum, das was Profit einbringt, und gesellschaftlichem Reichtum, was eine Gesellschaft erwirtschaftet hat, ihr aber vorenthalten wird, weil es keinen Profit abwirft.

    Ich vermute mal 80 % der Menscheit verfügen noch nicht einmal über gesellschaftlichen Reichtum, weil auch dort die notwendige Voraussetzungen für Lohnarbeit nicht existieren.

    Also kein positives Fazit für die Linken! Was mich aber nicht daran hindert , jede Menge Forderungen aufzustellen, von denen ich selber weiss, dass diese zu keinerlei Konsequenzen führen.

    Gruss Troptard.







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    1. Hallo Toptard!
      'Dabei wird leider der Unterschied zwischen dem was Geld und dem was Kapital ist aus dem Blick verloren.'

      Es geht nicht nur um die Reichtums-Verteilungsfrage sondern auch um die Macht-Verteilungsfrage. Macht wird nicht politisch verteilt, sondern ökonomisch.

      Die Macht (des Geldes, des Kapitals) emanzipiert sich immer mehr von der demokratischen Regulierung.

      Wirklich wichtige Entscheidungen werden weder im Bundestag noch im EU-Parlament getroffen. Diese finden in 'Hinterzimmern' statt.
      Um Reichtum der Reichen zu mehren und um vor der daraus resultierenden Armut abzulenken.

      National, europäisch, global. Die Gesetze der Ausbeutung sind universal.

      Reich wird reicher. Arm wird ärmer.

      Reichtum und Macht/Einflussnahme - die selbe Seite einer Medaille.
      Erkauft durch die andere Seite.

      Die sog. Linke kann nur bestehende Zustände reflektieren und Lösungsansätze anbieten.

      Beides tut sie.

      Leider geht es im medialen Diskurs aber nicht um Erkenntnis sondern um Grabenkriege ideologischer Lager.

      Ideologien werden medial genauso unterfüttert, wie Pferdefleisch in Lasagne.

      Nebelkerzen und Ablenkungsmanöver.

      Nie aber geht es um soziale Gerechtigkeit. Hunger und Suizid wird toleriert; Hauptsache die Wirtschaft funzt. Deren Rahm einige Privilegierte abschöpfen.

      Monetärer Reichtum = Macht

      Den Rest brauche ich wohl nicht zu erklären (Dir schon gar nicht, Troptard).

      Gruß, Dude

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  5. eigentlich wäre es gar nicht so schwer, den prozess umzukehren. die nötigen instrumente gibt (bzw. gab) es: erbschafts- und vermögenssteuer!

    ich habe den vorschlag schon oft gemacht, die reaktionen reichen von "dann gehen die reichen halt ALLE ins ausland" bis zu "dann geh doch nach Nord-Korea, du kommunist" .

    ich würde oberhalb eines freibetrags (etwa 200.000€) und mit ausnahme von selbstgenutzem wohneigentum (oma ihr klein häuschen), eine erbschaftssteuer von 80 prozent veranschlagen. auch und gerade für familienbetriebe, wobei man von einem echten ertragswert ausgehen müsste - also nicht willkürlich kleingerechnet.
    die steuerschuld würde ich in raten fällig stellen, so dass die erben nicht zu liquidationen gezwungen wären.

    mit den steuermehreinnahmen sollten die sozialsysteme sämtlich vom versicherungs- auf das steuerfinanzierungssystem umgestellt werden.
    lebensnotwendige bedürfnisse (nahrung, wohnung, kleidung, medizinische versorgung und bildung) sollten realistisch berechnet werden und den menschen in form eines BGE zur verfügung gestellt werden.

    wenn dann noch mittel verbleiben, sollten diese verwendet werden, um lohn- und einkommensteuern zu senken, so dass im effekt leistungsloses einkommen be- und erwerbseinkommen entlastet wäre.

    für mich wären das schritte in eine gesellschaft, in der zumindest etwas mehr chancengleichheit herrschen würde und nicht schon bei der geburt der komplette lebensverlauf feststünde.

    das größte problem dabei ist wieder mal der verängstigte mittelschichts-michel, der gar nicht merkt, wie er im jetzigen system gemolken wird, sich aber mit zähnen und klauen wehrt, wenn es ums erbe geht. und das obwohl in meinem system die allermeisten ohnehin nicht betroffen wären.

    lg
    don

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  6. Also Don ! 80 % das ist doch mal ne Marke. Endlich will jemand den Kapitalismus abschaffen.
    Habe nichts dagegen!

    Bei 80 % hätte ich als Erbe eines Familienbetriebes sicherlich keine Probleme, diese Erbschaft auszuschlagen.

    Das Ratenangebot könnte mich nicht locken, denn irgendwie muss ich das dann ja am Markt wieder über die Preise kompensieren.

    Also würde ich dem Staat meine Klitsche schenken und ihm viel Erfolg bei der Verwertung wünschen oder das Unternehmen in eine Kapitalgesellschaft umwandeln.

    Also das mit den lebensnotwendigen Bedürfnissen, die dann irgendwo berechnet werden, das hat für mich sehr viel von Hartz IV.

    Warum sollte ein Mensch das Bedürfnis haben, sich so vom Staat abhängig zu machen, seine Existenz vollständig einem Staat anzuvertrauen , wo dieser doch selber abhängig ist von einer gelingenden Verwertung des Kapitals und dabei nicht zu unterschlagen , dass diese Verwertung im internationalen Wettbewerb auch erfolgreich gelingen muss.

    Wenn nicht, dann steht die Almosenzahlung BGE ständig zur Disposition und das mehr an Gerechtigkeit besteht darin, seine Arbeitskraft zu allen gesetzten Bedingungen verkaufen zu müssen und das bis zu dem Tag , wo das eigene Namensschild einem an den grossen Zeh geheftet wird.

    Nein! Ich habe da eine Schamgrenze, die ich nicht überschreiten kann.

    Andersrum gesagt: Ich mag keine faulen Kompromisse!









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    1. hi Troptard,

      richtig: mein ziel ist es den kapitalismus abzuschaffen. aber ohne dabei auf die effektivität des marktes komplett zu verzichten. deshalb lasse ich dem einzelnen die freiheit, am markt erfolgreich zu sein, halte aber die wirtschaft insgesamt verhältnismäßig kleinteilig, weil die ganz großen kapitalansammlungen via erbschaftssteuer immer wieder sozialisiert würden.
      ob ein betrieb als erbe ausgeschlagen würde oder nicht ist dann ein einfaches rechenexempel:
      - zb: betrieb macht 1mio gewinn -> davon 800 tsd steuern bleiben immer noch 200tsd leistungsloses einkommen
      - eigene arbeit (zb als geschäftsführer) wäre steuerlich deutlich entlastet
      - erweiterungen und zusätzliche profite unterlägen nicht mehr der einmal festgestellten erbschaftssteuer auf den ertragswert zum zeitpunkt des erbes.

      damit geht der erbe zwar ein gewisses risiko ein, was aber jeder neugründer ebenfalls tut, ohne auf einer ererbten grundlage aufbauen zu können.

      die strukturen, die der staat für die verwertung der betriebe bräuchte, deren erben sie ausschlagen, wären leicht zu schaffen: nichts anderes machen insolvenzverwalter heute schon: sie prüfen, ob sich die fortsetzung lohnt, suchen kaufinteressenten oder liquidieren.

      wenn die firma erträge abwirft, wird sie käufer finden, wenn nicht, ist es ohnehin nicht schade drum.

      bzgl. der bedürfnisse gebe ich dir recht, dass es kein sehr angenehmes gefühl ist, vom staat abhängig zu sein. allerdings übernimmt der sozialstaat heutzutage nunmal die rolle, die früher großfamilie, clan oder stamm gespielt haben.
      deswegen ist es seine pflicht, ein menschenwürdiges leben zu ermöglichen. dass das mit den derzeitigen h4-sätzen nicht gegeben ist, ist zwar richtig, aber kein gegenargument.
      die frage, wie hoch die leistungen sein sollen/müssen ist sicher schwierig und müsste ständig gegenstand eines fairen und machtfreien politischen diskurses sein. sie wären übrigens natürlich bedingungslos, also nicht an eine bestimmte arbeitsleistung gebunden.

      all das ist vision, funktioniert nur international und wird während meiner letzten paar lebensjahrzehnte nicht mehr realisiert werden. aber träumen wird man wohl noch dürfen.

      lg
      don

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    2. @Don M. Tingly

      richtig: mein ziel ist es den kapitalismus abzuschaffen. aber ohne dabei auf die effektivität des marktes komplett zu verzichten.

      Das ist leider keine Abschaffung des Kapitalismus, sondern nur ein Ketten anlegen an das Rauptier. Wobei eine einzige Kette viel zu wenig ist. Die Erbschaftssteuer ist jedoch ein guter Ansatz, da sie "leistungsgerecht" ist und "anstrengungslose Dekadenz" vermeidet. Dennoch lassen sich bestimmt nicht alle Schlupflöcher schließen. Eine Familienstiftung, Verlagerung des Firmenvermögens ins Ausland etc. Die Kreativität des Menschen unter der Zeilsetzung des Eigennutzens sollte niemals unterschätzt werden.

      all das ist vision, funktioniert nur international und wird während meiner letzten paar lebensjahrzehnte nicht mehr realisiert werden.

      Die Umsetzung geht schnell und vieles ist auch in einem nationalem Rahmen möglich, das Problem ist die mangelnde Analyse. Und Kritiker, die Unabschaffbares wie Märkte oder Geld fordern, helfen bei der Verschleierung der echten Probleme. [Letzter Satz ist natürlich nicht an sie, sondern an den Blogherren adressiert.]

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    3. Hallo Don!

      Ich lasse mal die Problematik Deiner Besteuerung beiseite, gehe dennoch mal kurz auf den Punkt ein, der immer wieder unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit läuft.

      Wenn ein Unternehmer die Ware Arbeitskraft einkauft, so zahlt er wie für jede andere Ware, Maschinen, Vorprodukte einen Preis dafür, der sich nach den Kosten für die Herstellung dieser Waren bemisst. Bei der Ware Arbeitskraft sind es die Kosten für die Reproduktion dieser speziellen Ware.

      Diese können sehr unterschiedlich ausfallen, je nach Branche, Region, Land und Staat in dem diese Arbeitskraft arbeitet oder lebt.

      In einem System, wo der Markt die Austauschverhältnisse bestimmt, ist darin auch keine Ungerechtigkeit zu erkennen. Der Unternehmer versucht sich den Mehrwert anzueignen in der Form von Gewinn um ihn für die nächste Runde neu zu investieren.

      Ich will damit sagen, dass er den Gewinn ja nicht vollständig verfrisst.
      Das was er nicht reinvestiert, sondern für sich behält, wird ja ohnehin in Form von Einkommenssteuer bei Privatunternehmen und über ausgeschüttete und einbehaltene Gewinne bei Kapitalgesellschaften besteuert. Über die Höhe der Besteuerung lässt sich unbedingt diskutieren.

      Wenn der Staat diese Besteuerung weitgehend gering hält und Unternehmen fast davon ausschliesst, so ist dass für mich unbedingt ein Hinweiss dafür, dass das, was auch den Staat selbst ernährt, was ihn überhaupt handlungsfähig macht, durch mangelnde Profite nicht mehr wie gewünscht abschöpfbar ist, seine Alimentierung selbst zur Diposition steht.

      Dann fehlt es überall an Geld und der Staat reduziert sich auf das, was man früher den Nachtwächterstaat nannte.

      Nun bin ich ein Mensch, der die Forderung nach einem sozialen Staat und einer sozialen Wirtschaft schon für den Beweis an und für sich hält, dass der Markt und seine Effektivität eben dieses nicht bewerkstelligen können, dass dieses System in seiner bisher schwersten Krise steckt.

      Ich bin sogar davon überzeugt, dass die Forderung nach einem BGE diesem System wieder Luft zum atmen verschaffen könnte, ihm eine Lebensverlängerung ermöglicht.

      Für die Menschen, Gerechtigkeit? Der Markt kennt keine Gerechtigkeit !

      P.S. Mit meinen Ausdünstungen will ich keinesfalls Deine sozialen Absichten ignorieren!
      Gruss Troptard.





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  7. @ Marc:

    ja, die "schlupflöcher" sind auch für mich das größte problem. und hier beschleichen mich immer wieder zweifel am rechtsstaat, wie wir ihn derzeit bei uns haben.
    viel zu sehr wird bei unserer rechtsprechung auf den reinen wortlaut eines gesetzes abgestellt und viel zu wenig auf den (offensichtlichen) ursprünglichen sinn eines paragraphen.
    ich würde es nicht für zu willkürlich halten, den richtern mehr freiheit bei der anwendung der gesetze zu geben. auf höchster ebene, beim BVG wird das ja zumindest teilweise gemacht. ihm gesteht man die "deutung" des GG zu. genauso sollten amtsrichter usw. die fälle mehr vor dem sinn eines gesetzes beurteilen, als vor dem reinen wortlaut.
    im gegenzug sollten sie dafür mehr demokratischer kontrolle unterliegen, für eine gewisse zeit gewählt werden und auch abwählbar sein (mit entsprechenden quoren selbstverständlich).
    mit einer solchen rechtsprechung könnte man dann schlupflöcher auch stopfen, während es im heutigen system beinahe unmöglich ist, der kreativität der steuer- und wirtschaftsanwälte beim umgehen unbequemer vorschriften her zu werden.

    lg
    don

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    1. @Don M. Tingly

      Es gäbe eine ganz fiese Methode, es den Entschlüpfenden so richtig schwer zu machen. Mit dem Bruch des absoluten Tabus: Kapitalverkehrskontrollen!
      Eine weitere, aber gewaltige Kette am Raubtier ;-)

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    2. @Don:
      Mal plump gesagt.
      Solange ein ideologisches System besteht, welches die Gier nach Reichtum und Macht hinterfüttert, solange ist auch der Einzelne ein Raubtier.
      Eine Welt, die durch Konkurrenz dominiert wird, kann nicht in friedlicher Koexistenz leben.

      Wir müssen wirklich aufwachen!
      Kollektiv!
      Allein, um elementare Menschenrechte durchzusetzen.

      Grüße, Dude

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    3. richtig Dude,

      das problem ist nur, dass die menschlichen untugenden auch in die andere richtung wirken:
      gier und neid können sich eben auch als trittbrettfahren und drückebergerei äußern.
      das ist ja das kardinalproblem unseres systems, dass es weder oben noch unten echte solidarität gibt (in der mitte natürlich auch nicht!). es maximiert jeder (zumindest zu viele) rücksichtslos seinen vorteil mit den mitteln, die ihm eben in seiner position zur verfügung stehen.

      so ist den meisten ja nicht die tatsache des steuerbetrugs selbst ein dorn im auge, sondern nur dass sie nicht auch die möglichkeit haben, im großen umfang zu betrügen.

      anders gesagt:
      solange ich als sklave nicht die sklaverei abschaffen will, sondern nur selbst zum sklavenhalter aufsteigen möchte, werden wir keinen echten systemwandel hinbekommen.

      und deshalb ist der markt zwar kein ideales mittel um eine gerechte welt zu schaffen, aber immerhin - in der gedachten form - ein effektives mittel zur ressourcenallokation.
      wenn man ihn entsprechend zähmt, könnte er als übergangsinstrument noch so lange taugen, bis bei der mehrheit (mittels entsprechender erziehung und bildung) der groschen fällt, dass zusammenarbeit aller, besser als kampf jeder gegen jeden ist.

      lg
      don

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    4. @Don M. Tingly

      Ist Dir bewusst, dass Du hier ziemlich geschickt von dem, was Duderich zu Recht gegen Deine Argumentation vorbringt, von der Systemebene auf eine anthroposophische Ebene überleitest.

      Mir fällt da gerade nur Adam Smith ein, die menschliche Natur, die nur ihrem Eigennutz folgt und in diesem Bestreben zugleich auch das Nützliche, die Wohlfahrt für alle schafft.

      Dazu braucht es nach ihm den Markt, die "Unsichtbare Hand" die dieses Wunder vollbringt.

      Leider nur Religion und durch die Wirklichkeit mehr als oft widerlegt.

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    5. @Troptard:
      Don ist das falsche Ziel. So, wie ich Euch kenne, unterscheidet Euch nur das, was uns als Individuum ausmacht. Facetten der Unterschiede, manchmal größer, manchmal kleiner.

      Troptard:
      Don ist in Ordnung!
      Dafür verbürge ich mich!

      P.S.: Schlechter Eingangstext (die Kritik von @Charlie war weitgehend berechtigt), aber spannende Kommentare.

      Was will man mehr, in dieser närrischen Zeit (nein, ich meine nicht den Karneval!)?

      Grüße an Alle und Troptard und Don

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  8. Guten Abend Duderich!

    Don ist selbsverständlich nicht ein Ziel, was ich mit Absicht ins Visier nehme.

    Du solltest mich ja schon ein wenig kennen, dass es mir nicht darum geht, mich an Personen abzuarbeiten. Meine Kommentare sind auch dadurch motiviert, mich mit mir selbst auseinander zu setzen.

    Dazu braucht es einen Gegenpol ! Und je weiter dieser von mir selbst, von meiner eigenen Denke entfernt ist, desto besser für mich.

    P.S. Dein Eingangstext ist für mich ein typischer Duderich-Text. Dafür braucht es keine Entschuldigung !

    Nur oft kommt es mir so vor wie in dem französischen Sprichwort für das Wetter: "Il ne sais pas à quel pied se mettre." (Es weiss nicht, auf welchen Fuss es sich stellen soll).

    Liebe Grüsse, Troptard.



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    1. Reibung der Standpunkte ist ja auch erwünscht!

      Argumentative 'Reibung' beeinflusst das eigene Weltbild. Oft nur marginal. Aber spannend ist es immer!

      Übrigens hat es Don gar nicht nötig von mir verteidigt zu werden.
      Er kann das a) ab, und b) darauf reagieren.

      Ihr habt beide recht.

      :-)

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  9. @ Dude, Troptard,

    keine angst, ich fühle mich weder angegriffen noch falsch verstanden. aber gerade das "abgleiten" auf die antroposophische ebene ist ja nötig, um auf dieser grundlage am ende vielleicht zu einem system (oder auch keinem!) zu kommen, das gerechter und menschenwürdiger ist.

    Smiths einlassungen sind alle theoretisch wunderbar, funktionieren aber nur mit idealwesen.
    ich orientiere mich eher an Crouch, der sich fragt, wie der neoliberale ungeist, trotz seiner eindeutigen mängel, es immer noch schafft, als weltleitbild zu dienen.

    ich frage mich aber schon seit langem, wie eine transformation aussehen müsste. und hier scheint mir die idee von einer kleinteiligen, regional basierten wirtschaft am vernünftigsten. es müsste eben gelingen, die effizienz und effektivität zu bewahren und gleichzeitig den zwang und druck auf die beteiligten zu nehmen. die leute müssen frei sein zu tun, was sie möchten, ohne angst zu haben, dann zu verhungern.

    dass dabei vermutlich solche dinge wie internet, smartphones und wettersateliten verschwinden würden, würde ich in kauf nehmen, wenn dafür auch keine cruise missiles, plastikflaschen und billig-jeans mehr produziert würden.

    aber wie gesagt: funktioniert nur international und mit gewaltiger bewusstseinsänderung der menschheit. ergo: utopisch.

    lg
    don

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    1. @Don M. Tingly

      ch frage mich aber schon seit langem, wie eine transformation aussehen müsste. und hier scheint mir die idee von einer kleinteiligen, regional basierten wirtschaft am vernünftigsten. es müsste eben gelingen, die effizienz und effektivität zu bewahren und gleichzeitig den zwang und druck auf die beteiligten zu nehmen.

      Einfache Frage: ist es effektiv, wenn ein Produkt einen längeren Reiseweg als ich ihn ihm Jahr zurück gelegt hat? Es müsste doch wesentlich effizienter sein, in der Region zu produzieren! Warum ist das nicht so? Die Antwort ist einfach: weil die Maschinen zur Massenherstellung zu teuer sind! Erst dadurch lohnen sich die langen Transportwege!
      Aber Maschinen werden billiger, kleinere Maschinen werden möglich. Ich prophezeie ein Dinosauriersterben der Konzerne und ein aufblühen der regionalen Produktion. Das wird eine alternativlose Entwicklung - dank des Kapitalismus!1!!

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    1. Aber interessant war er schon dieser Kommentar.

      Als Beispiel dafür, welche unerschlossenen Räume der menschliche Geist bereit ist, sich zu erobern.

      Gut, für meinen Geist ziemlich schwer zu folgen und ein deutliches Zeichen für seine eingeschränkte Phantasie.

      Na ja, die Welt scheint voller Wunder zu sein, auch wenn ich diesen schon irgendwann mal begegnet bin und das Leben irgendwie doch nicht viel anders verlaufen ist als vorher auch.

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    2. Na ja.
      Dumme Werbung in krudes Geschwurbel verpackt.

      Brauche ich hier nicht.

      Gruß
      Dude

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