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Freitag, 2. Mai 2014

Das Kasperltheater namens 'Demokratie'

Abteilung: Die allumfassende Verarsche

Prolog:
Ja, es war still um den Duderich. Es gibt Phasen, in denen ich mich wie ein Flusskieselstein fühle. Abgeschliffen, bedeutungslos, gefällig.
Man liegt auf dem Grund eines Flusses, die Strömung (geistiges Rauschen) umschließt einen. Ecken und Kanten  wurden längst rund gelutscht von der Kaskade des täglichen Wahnsinns.

Verzweiflung macht sich breit, Resignation. Welchen Sinn macht es in der Wüste zu stehen, und gegen den allgegenwärtigen Sand anzuschreiben?
In einer Welt, die weitgehend in Ordnung wäre - aber Makel und Fehler hätte, könnte ich mehr schreiben.
In dieser Welt wäre einzeln auftretender Wahnsinn schillernd und leuchtend.

In der Welt aber, in der der Wahnsinn regiert, die Normalität definiert, wo fängt man da an mit seiner Kritik an, und wo hört man auf?

Mir ist bewusst, dass eine gewisse Erwartungshaltung besteht. Möglichst täglich dies und das des 'ganz normalen Wahnsinns' zu kommentieren. Manchmal fehlt mir (mittlerweile) dazu die Lust und Motivation, weil ich es zumindest so empfinde, dass der Wahnsinn sich selbst kommentiert. Dass der Mut sich des eigenen Verstandes zu bedienen eigentlich ausreichen müsste, dieser Kafkaeske Einhalt zu gebieten, oder sie zumindest als solche zu erkennen.

Manchmal komme ich mir vor (als Blogger und im Real-Life), wie jemand, der sprichwörtlich im Walde steht, in eine beliebige Richtung deutet und verkündet: 'Schaut mal, da steht ein Baum!' Wer kritisch hinterfragt, der braucht mich nicht. Andere werden wohl sowieso nie auf meiner Seite landen - und wenn doch, würde es auch nichts ändern.
In einer Welt zu leben, in der Merkel zum dritten Mal demokratisch als Bundeskanzlerin legitimiert wurde, als Jemand, der die Interessen des gemeinen Volkes vertreten soll, der 'Schaden vom deutschen Volk' abwenden soll, da fällt es dann (zumindest mir) schwer nicht zu verzweifeln. Diese Verzweiflung lähmt (mich).

Zum eigentlichen Thema: (liest noch jemand mit?)

Da gibt es also jemanden, der offen gelegt hat, dass die USA verdachtsunabhängig Kommunikationsdaten abgreift. Snowden heißt er. Das Fundament unserer Demokratie, beruht elementar darauf, selbst darüber bestimmen zu können, welche Informationen von wem genutzt wird. Wenn Telefone abgehört werden, E-Mails und SMS gelesen werden, ja sogar Spielekonsolen (X Box One) die technischen Möglichkeiten haben, das privateste auszuspähen, und dies auch offensichtlich praktiziert wird, wo genau ist da denn noch die Grenze zu einem absoluten Überwachungsstaat? Sind wir denn nicht alle vorauseilend gehorsam, weil wir nicht wissen, wer mithört?
Was ich schreibe, was ich lese, was ich sage und was ich sehe: Akzeptieren wir es mittlerweile schulterzuckend, das diese Daten mit technischen Mitteln ausgewertet werden, was in einem terroristischen Gefährdungspotential münden kann? Andersdenkende als Bedrohung?
Wie weit genau sind wir denn noch von faschistischen Strukturen entfernt, die Andersdenkende bekämpfen?

Merkel hat einen Eid darauf geschworen, Schaden vom deutschem Volke abzuwenden. Gemäß ihrem Eid müsste sie die Aufklärung gegenüber ausländischem Verfassungsbruch bekämpfen.
Aber auch inländische Geheimdienste bedienen sich gerne Daten der NSA, wenn es gilt dem Einhalt des Bundesverfassungsgerichts (Vorratsspeicherung) zu umgehen.

Man möge sich endlich mal die Frage stellen, ob diese Regierung noch verfassungsfest ist. Ob unsere Bundeskanzlerin ihrem geleistetem Eid nachkommt, oder ganz andere Interessen vertritt.

Unser Grundgesetz beruht auf den Erfahrungen einer unsäglichen Epoche deutscher Geschichte.
Unser Grundgesetz atmet einen Freiheitsgedanken, der, gerade eben dieser Erfahrungen, einen Freiheitsgedanken nicht nur zulässt, sondern anstrebt. Dazu gehört elementar, dass man Einfluss darauf hat, WEM man seine eigene Gedanken zukommen lassen will - um staatliche Verfolgung Andersdenkender zu vermeiden.

Butter bei die Fisch: 
Sind die Werte des Grundgesetzes (wir haben es versäumt bei der Wiedervereinigung über eine Verfassung abzustimmen) Verfügungsmasse, oder haben sich unsere gewählten Vertreter deren verpflichtet?

Letztendlich zählen nur noch Wirtschaftsinteressen. Geld ist Macht, und Macht dominiert die Politik.

Ging es jemals um die Interessen der Bevölkerung?

Ging es jemals darum, der Masse (Bevölkerung) Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, und überbordender Macht Einhalt zu gebieten?

In der gesamten Menschheitsgeschichte, wäre dies ein Novum.

Dass man die bestehenden Reichtums- und Machtverhältnisse demokratisch nennt, macht es auch nicht besser. Dies macht es lediglich einfacher sich verarschen zu lassen.

Letztendlich hat sich die Menschheit keinen Deut weiterentwickelt. Die Verarsche wurde letztendlich nur subtiler gestaltet und von den modernen Medien willfährig unterfeuert.

Seit jeher geht es um die Bewahrung von Macht- und Besitzverhältnissen.
Seit jeher sind die Legislative, die Judikative und die Exekutive Instanzen, um Besitz- und Machtverhältnisse zu legitimieren.

Wer noch glaubt, alle vier Jahre ein Kreuzchen machen zu dürfen und damit in einer freiheitlichen, basisdemokratischen Gesellschaft zu leben, den kann ich vermutlich auch nicht mehr erwecken können...

Kommentare:

  1. Moin Dude
    Ich kann auch nicht jeden Tag etwas schreiben,weil es für mich noch anderes im Leben gibt als Blogs ,aber auch , weil es bei mir mal Tage gibt,wo ich keine Lust habe zu schreiben,und der Rechner einfach ausbleibt.
    Ich gklaube, Merkel hatte beim Sprechen des Amtseides Probleme ,einen Lachkrampf zu unterdrücken, so oft ,wie sie den schon gebrochen hat.
    Wenn ich höre ,das die USA für den Fall einer Vernehmung Snowdens gedroht hat ,dies wäre eine kriminelle Verabredung, kann ich nur Oliver Welke zustimmen,der gestern in der hute-Schow gesagt hat:"Angesichts so einer Demütigung,ist Merkels Treffen mit obama eine kriminelle Verabredung.
    Putzig auch wieder die Grünen ,deren Obmann im Untersuchungsausschuß ,Snowdens Vernehmung im U-Ausschuß damit begründete, das dieser ja unter Putins Fuchtel stünde.Es ist doch erstmal eine demokratische Bankrotterklärung für die USA, das ein US-Bürger ausgerechnet bei Putin Schutz sucht ,und für unser tolles ,demokratisches Deutschland ist es doch ein armutszeugnis das er auch deshalb bei Putin Schutz suchen mußte,weil alle europäischen Staaten ihm kein Asyl bieten wollten,im vorauseilendem Kadavergehorsam gegenüber den USA.
    Aber bald bekommen wir ja das Freihandels abkommen,wenn es nicht doch verhindert wird,und gerade wird noch an einem anderen Abkommen verhandelt,das es Konzernen erlaubt sich die öffentliche Daseinsvorsorge europäischer Staaten,wie die Wasserversorgung , unter den Nagel zu reissen.Dann ist die Diktatur der Konzerne vollendet und Wahlen werden dann überflüssig werden,weil die Politik dann sowieso nichts mehr zu sagen hat.Aber die Meisten wollen das ja anscheinend auch,sonst würden sie nicht ständig die neoliberale Einheitspartei wählen.

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    1. Das Gutachten der konserativen US-Kanzlei ist schon der Brüller. Der Täter erklärt die Vernehmung des Belastungszeugen für illegal. Da muss man auch erst mal drauf kommen.
      Das Freihandelsabkommen ist auch so ein Thema: Würde die MdB's mal gerne zu den Inhalten befragen. Auch hier wäre in einer richtigen Demokratie eine Volksabstimmung angezeigt, bei so umfassenden Änderungen. Wie immer dient dies nur der Wirtschaft und der normale Mensch schaut wieder in die Röhre.
      Man könnte verzweifeln.
      Gruß, Dude

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    2. Ich würde es mir wünschen, dass mutige Politiker z.B. der Linken drauf pfeifen und per Videokonferenz doch Snowden befragen und das Ganze online stellen auf möglichst vielen Plattformen, damit die Zensur schwerer fällt. Die meisten bei den Linken können sich die Einreise in den USA eh abschminken und es wäre echt der HAMMER, wenn unsere Regierung es wagen würde, diese Politiker dann an die USA zu übergeben, damit diese dort per Schauprozess verurteilt werden können. Man muss es befürchten, aber dann wäre wirklich der letzte Schleier gefallen. Es spricht doch schon wirklich Bände, dass US-Kanzleien uns hier jetzt erklären, was Recht und Unrecht ist. Einen souveränen deutschen Staat gibt es nunmal de facto nicht. Noch nicht mal auf dem Papier, denn dort sind wir weiterhin unter Besatzung.

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  2. Guten Morgen Dude,

    du bist mal wieder in einer Depriphase, die ich gut verstehen kann. Ich habe zunehmend den Eindruck, diese Phasen kommen immer öfter. Du bist ein aufgeklärter Mensch, der an den bestehenden Verhältnissen verzweifelt. Du suchst nach einem Weg, etwas zu ändern. Du hast vor Jahren diesen Blog eröffnet. Kannst du dich noch erinnern, was deine Motivation war?

    Die bestehenden Verhältnisse, gegen die die Masse ankämpfen müsste und es nicht tut, weil sie
    a) Vieles nicht versteht oder
    b) eher davon profitiert oder
    c) keinen für sie sichtbaren Schaden bedeutet...d).......e)......

    führen schon in die Verzweiflung, wenn man sich in der Minderheit befindet. Alle diese Gruppen, die mehr oder weniger verstehen, was hier abläuft, werden gegeneinander ausgespielt nach dem Motto "Jeder ist seines Glückes Schmied" oder "Wenn sich jeder um sich selbst kümmert, ist um alle gekümmert."

    Du beweißt gerade dieser uninformierten Mehrheit, dass es sich nicht lohnt, zu hinterfragen. Du gibst ihren Argumenten - "wozu soll ich mich informieren, es ändert sich dadurch auch nichts" Nahrung. Sie erleben alle in ihrem Umfeld diese Aufgeklärten. Wie wirken diese auf sie?
    * sehr klug und informiert aber
    * genervt
    * aggressiv
    * arrogant
    * beleidigend
    * unzufrieden.

    Im Gegensatz dazu sind Viele von ihnen in ihrer Uninformiertheit nicht unglücklich. Ihnen reicht es, wenn sie 1 x im Jahr in Urlaub fahren können, am Wochenende sich Fleich auf den Grill legen können...zu jedem Volksfest in ihrer Nähe rennen können..

    Die wenigsten von ihnen merken nicht, dass sie seit der Geburt auf diese Gesellschaft vorbereitet (manipuliert) werden, den größtmöglichen Nutzen für das Kapital zu erbringen. Ihnen ist diese Manipulation überhaupt nicht bewusst. Selbst die Manipulatoren wie Eltern, Lehrer.... sind auch nur Opfer dieser Manipulation.
    Um diese Manipulation erst einmal zu begreifen, muss man fähig sein, seine zugewiesene Rolle zu verlassen und die Gesellschaft von einer anderen Perspektive zu betrachten. Das schaffen die wenigsten allein. Dazu braucht es verständnisvolle Menschen und Aufklärungsmedien.

    Ein Blog wie deiner ist eine Möglichkeit. Du hast das Gefühl, du hast alles schon zum hundertsten mal durchkommentiert - stimmt!
    Vielleicht solltest du dein Betätigungsfeld etwas ändern ohne vom Aufklärungsgedanken zu lassen.
    Bisher schreiben die meisten Blogbetreiber nicht für die Aufklärungswilligen, sondern für ihresgleichen. Im schlimmsten Fall grenzen sie sich so weit ab, dass sie hochtrabende Diskussionen führen und die uninformierte Masse beschimpfen. Hier erkenne ich bisher keinerlei Nutzen für die Allgemeinheit.

    Denk doch mal darüber nach, deine Blogbeiträge so zu verfassen, als ob täglich Uninformierte deinen Blog zum ersten Mal besuchen, um hier vom Glas der Erkenntnis zu trinken. Du hast doch eine pädagogische Ausbildung und damit unterstelle ich dir genügend Empathie und Intuition, hier an der richtigen Stelle anzusetzen (Beispiel Medienmanipulation - nimm doch mal konkrete Sendungen wie gestern die "heute show" und nimm die mal richtig auseinander nach dem Motto, was soll die graue Masse glauben von einer vermeintlich kritischen Sendung).

    So, genug gefaselt, hoffe , dass ich dich trotzdem irgendwie erreicht habe und du nicht aufgibst.

    Liebe Grüße Ruby



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    1. Schön, von Dir zu hören, Ruby!
      Vorab vielen Dank für Deine Ausführungen! Muss sich erstmal setzten. Reaktion dazu später.
      LG, Dude

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    2. Ruby,
      gestern noch habe ich einem Kollegen erzählt, dass ich früher regelmäßig die Attac-Sommerakademien besucht habe. Auch da stellte ich mir schon die Frage, warum ich Seminare besuchte, die mich mit der Ungerechtigkeit der Welt konfrontierten, während andere Menschen am Strand lagen und entspannten. Ich konnte damals besser damit umgehen als heute. Meine Frustrationstolleranz war wohl noch größer.

      Heute aber finde ich mich wieder, in der Mitte eines Wahnsinns, der Normalität ist (den gab es damals schon).

      Wir sehen uns als aufgeklärte Gesellschaft - akzeptieren aber sogar innerhalb der EU Leid, Armut und elementare Nöte. Unsere Antworten darauf, sind Einsparungen eben bei den Leidtragenden und die Subventionierung der Nutznießer des sozialen Gefälles.
      Währenddessen, suchen die Fernsehanstalten Topmodells und Superstars. Währenddessen nehme ich die nachwachsende Generation als smartphonestreichelnde Internetzombies war.
      Ich bin nicht depressiv! Depressionen entsprechend einem Krankheitsbild. Ich empfinde mich als geistig gesund - und eben deshalb bin ich frustriert!
      Meine These ist:
      Wer mit dieser kranken Welt klar kommt, ist selber krank!
      Nicht ich bin krank, sondern meine Umgebung, die in ihrer Schwarmintelligenz Normalität definiert.

      Ich bin auch realistisch genug, um die Bedeutung meiner veröffentlichten Gedanken einzuschätzen.
      Dieser Blog ist Selbsttherapie. Meine Postings ersetzen Monologe bei einem Therapeuten.
      Nicht mein Blog errettet auch nur einen Einzigen, von dem Wahnsinn, der uns umgibt.
      Es bedarf weder Medien noch Blogs (wie meinem) um diesen Wahnsinn zu erkennen, der alltäglich ist.
      Wer kritisch hinterfragt und so die allgegenwärtige Manipulation erkennt, braucht nur Augen, Ohren und Verstand und nicht zuletzt auch Herz.
      Es ist nicht mein Anspruch, die Wahrheit zu präsentieren, denn diese ist allgegenwärtig und wohnt in uns selbst - wenn wir denn mutig genug sind, hinter die Vorhänge schauen zu wollen.

      Du hast richtig erkannt, dass die Illusion von den bestehenden Umständen zu profitieren, bestehende Umstände zu manifestieren. Gerade die Empathie, die Du mir zuschreibst zwingt mir Erkenntnisse auf, die Du depressiv nennst.
      Die (empathische) Erkenntnis, dass jeder letztendlich, Wahrheiten meidet und unterdrückt um unbequeme Fragen nicht zu stellen, frustriert mich jeden Tag auf's neue.
      Welche Relevanz hat umfassende (Verteilungs-)Gerechtigkeit, wenn die Wahlberechtigten im Sinne des Wirtschaftsstandorts Deutschland votieren um den eigenen Status Quo zu erhalten?

      Letztendlich wird die Unterdrückung von unterbezahlten Lohnsklaven doch gerne in Kauf genommen, wenn die Produkte derer möglichst billig sind. Die meisten von uns haben sowieso so wenig Lohn für ihre Erwerbsarbeit um auf Schnäppchen angewiesen zu sein.

      Täglich und allumfassend stützen wir dieses System durch unser Konsumverhalten. Auch ich.
      Und diese Hegemonie kann ich auch nicht durchbrechen, wenn ich meinen Bedarf nur in Bio- und Fair Trade Läden decke (was ich mir gar nicht leisten könnte).

      Die mediale Manipulation ist allgegenwärtig. Welche Medien sind wirklich systemkritisch? Welche TV-Formate hinterfragen dieses System der Ausbeutung? Solange die Preise stimmen?

      Nicht die 'Heute Show' ist Satire, sondern bereits die 'heute' Nachrichten.
      Und genau daran krankt ja mein Gemüt:
      Es gibt so unendlich vieles zu hinterfragen, zu kritisieren, und in diesem Blog aufzuarbeiten.

      Wo anfangen?
      Ich fühle mich einfach nur überfordert.

      Ein sehr viel besserer Blog als meiner ist bspw. 'Duckhome'
      Ein beliebiger Post aus 'Aufgelesen und kommentiert' dokumentiert den Wahnsinn, der uns umgibt und Demokratie heißt.

      Liebe Grüße
      Dude

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    3. Hallo Dude,

      ich musste erst mal ein Weilchen über deine Worte nachdenken.

      Das Thema deines Artikels: das Kasperletheater....geht viele Probleme an, die alle im Kapitalismus verortet sind.
      Haste auch alles schon zum x-ten Male artikuliert und zur Diskussion gestellt.

      Nur ich lese vordergründig ein gänzlich anderes Thema heraus - deine Verzweiflung über deine Hilflosigkeit darüber und dem Umgang der Mehrheit damit.

      Dieses Thema war und ist sehr oft auch meins und ich denke ständig darüber nach, wie man damit umgehen soll, um nicht vollständig verrückt zu werden.

      Vielleicht solltest du mal deine Kommentatoren hier fragen, wie sie damit umgehen, denn dieses Problem haben sie wohl mehr oder weniger alle. Wahrscheinlich werden wir dann viele verschiedene Hilfestellungen bekommen.

      Liebe Grüße Ruby

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    4. Liebe Ruby!
      Ist denn leiden nicht die einzig mögliche (emotionale) Reaktionen auf die uns umgebenden Zustände? Brauche ich Strategien um mich in diesem Irrsinn wohlzufühlen?
      Das Leid, was ich empfinde ist aus meiner Sicht die einzig mögliche Reaktion.
      Wie ich auf dieses Leid reagiere, ist dann die Frage die ich mir stelle und bislang noch nicht beantworten kann.
      Denn ich als Person, kann die Umstände nicht verändern. Weder als Blogger, noch als Wähler, noch als Demonstrant, der noch so gut gemeinte Aufrufe auf Schildern vor sich her trägt.
      Dieses System manifestiert Macht und Besitzverhältnisse. Politiker sind lediglich Sprechpuppen, die nicht offenlegen, welche Hand sie plappern lässt. Jedenfalls nicht die Stimme des Volkes - schon gar nicht die Stimme der Abgehängten dieses Systems.
      Du würdest mir gerne Trost zusprechen - aber ist das dann nicht auch wieder Beschwichtigung mich mit den bestehenden Umständen zu arrangieren?

      Eben weil die sog. Demokratie das Kapserltheater ist, welches ich bereits als solches benannt habe, habe weder ich noch Du Einfluss auf den Verlauf auf die weitere Entwicklung.
      Oder weißt Du bspw.einen Weg, das Freihandelsabkommen zu verhindern?

      Liebe Grüße
      Dude

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    5. Letztlich gibt es für Menschen wie uns da keinen Ausweg. Du hast ja selbst hier geschrieben, dass du dich noch mit Leid auseinandersetzt, während andere im Schwimmbad liegen. Aber könntest du anders? Könntest du dein kritisches Denken abschalten und "Deutschland sucht den Superstar" schauen? Wohl kaum. Selbst wenn wir wollten, wir müssten schon zur Lobotomie greifen, um in dieser Welt und diesen Umständen zufrieden sein zu können. Ich kann den Frust daher sehr gut nachvollziehen. Wir können weder das System noch uns selbst ändern. Wir können uns kurzzeitig Dinge schönreden, uns ablenken, uns betäuben, mehr aber auch nicht. Damit sind wir auch nicht die ersten und wir werden auch nicht die letzten sein. Es ist einfach traurig, aber wer hat nicht schon das ein oder andere mal beneidet, wie Menschen mit ihrem Feierabendbier vor der Sportshow sitzen und denken können "Hey, das Leben ist gut". Wann haben wir das zuletzt gedacht? Ich erinnere mich nicht.

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    6. Hallo Dude,

      ich will dir dein Leiden nicht wegnehmen, kenne es ja selbst gut genug. Aber trotzdem können wir anderen nicht helfen, wenn wir nicht auf unser Wohlbefinden aufpassen.

      Ich glaube, ich bin da auf eine mögliche Lösung gestoßen, auf der Internetseite der Schrottpresse habe ich das Logo der Partei "Die Partei" angeklickt, ein bißchen auf deren Seite rumgestöbert und mir Videos angeschaut. Zur Zeit lese ich das Buch von Martin Sonneborn (Parteivorsitzender derselben und ehemaliger Chefredakteur der Titanic) und komme aus dem Lachen nicht mehr raus. Die schaffen es auf wunderbare und humoristische Art und Weise die Politiker samt ihrer Parteien so derartig vorzuführen - herrlich.

      Die Partei "Die Partei" hat es doch tatsächlich geschafft, die deutsche Bürokratie so derartig vorzuführen, dass sie selbst ohne nennenswerte Inhalte (was ja in den anderen Parteien auch nicht anders ist) zu verschiedenen Wahlen und aktuell zur Europawahl zugelassen zu werden und wurde auf dem Stimmzettel als letzte Partei aufgelistet, aber immerhin.

      Vielleicht ist das ja auch eine Möglichkeit, die heutige Politik lächerlich zu machen (was sie ja auch durchaus ist) und anderen die Augen zu öffnen. Außerdem hat es noch niemanden geschadet, auch in der Politik mit viel Humor eigenen Frust abzubauen.
      Denk dran, lachen tut gut, hält gesund und gibt viel Energie, weiter an der Aufklärung der Massen zu arbeiten.

      Schaus dir wenigstens mal an und vielleicht kann das pantoufle ja noch einige Infos beisteuern.

      Liebe Grüße von der immer noch schallend lachenden Ruby

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    7. Hallo Ruby,
      ich selbst bin ein großer Fan von Martin Sonneborn. Die unvergleichbare ultratrockene Art von ihm hat mich schon oft den Tag versüßt und auch ich musste oft herzlich lachen. Habe so ziemlich jedes Video von ihm gesehen. Tritt auch manchmal als Korrespondent in der heute-show auf.

      Die Existenz von Menschen wie Sonneborn tröstet . da gebe ich Dir recht.

      Liebe Grüße zurück
      Dude

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    8. @Ruby:
      Falls Du sie noch nicht kennst: Google mal die 'Yes Men'!
      :-)
      Hardcore-Aktivisten

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  3. Guten Tag Duderich!

    Da hast Du Dir beim Schreiben richtig Mühe gegeben!

    Nun empfinde ich es selbst nicht so, dass sich der "Wahnsinn selbst kommentiert." Das würde voraussetzen, dass der Wahnsinn auch als solcher erkannt wird.
    Diejenigen, die diesen Wahnsinn erkennen, haben oft den Eindruck, dass sie mit ihrer Erkenntnis wie das Schwarze Schaf in einer Herde von Weissen Schafen herumlaufen.

    Ruby hat von einer depressiven Phase gesprochen, Ja, es gibt viele Lebensumstände die einen depressiv machen können. Für mich stellt sich das, was Du beschrieben hast etwas anders dar.

    Für mich ist es so etwas wie ein täglicher Kampf gegen meine Entpersonalisierung (habe gerade keinen besseren Ausdruck dafür).
    Dieses Gefühl zu haben, mich täglich selbst retten zu müssen, weil das,
    was täglich auf mich einhämmert von einem einzelnen Menschen kaum zu
    verarbeiten ist.
    Dazu der ständige Druck , der von aussen herangetragen wird: Hier eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, da eine neue zusätzliche Steuer die einem ins Haus flattert, Strom-und Wasserrechnung mal locker um 10 % erhöht.

    Also dies ständige Abgreifen stellt immer mehr auch die Existenzfrage in den Vordergrund.

    Nun ist es nicht so, das ich/wir davon alleine betroffen wären. Aus meinem Umfeld weiss ich, dass immer stärker die Einsicht heranreift, dass dieses System zu einem System der Verarmung wird ( oder noch unfreundlicher ausgedrückt, ein Abzocker-System ist).

    Im Moment ist es noch so, dass die Maus wie hypnotisiert in die Augen der Schlange schaut, unbeweglich verharrt.

    Ich habe keine Ahnung was daraus folgt!
    Bisher äussert sich die allgemeinen Krisenstimmung nur in Wahlresultaten zugunsten der extremen Rechten. Ich bekomme keine Depression, sondern ich bekomme grosse Ängste.

    Ich grüsse Dich, Troptard.

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    1. Hallo Troptard!
      Schön, mal wieder von meinen Stammlesern zu hören.

      Antworte Dir später in angemessener Weise.

      Bis dahin!

      Grüße, Dude

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    2. Hey Troptard,
      ich sehe das ähnlich wie Du. Wir werden über unseren Konsum definiert. Wir sind keine Individuen mehr, sondern Konsumenten.
      Konsumieren wir fleißig wird uns unterstellt, wir wären glücklich.
      Das Gegenteil ist der Fall: Je unglücklicher wir sind, je weniger wir uns selbst verwirklichen (können) desto mehr kompensieren wir dies mit Konsum. Die Spitze der maslovschen Bedürfnispyramide, nämlich der Selbstverwirklichung, ist unerreichbar - wird gar nicht mehr angestrebt. Das Selbst wird kompensatorisch definiert durch die Klamotten die man trägt, das Duschgel was man benutzt, das Bier das man trinkt.
      Selbst die eigene Identität - so will man uns das 'verkaufen' drückt sich dadurch aus, welches Produkt wir wählen.

      Immer weniger Freiräume werden dem Menschen zugebilligt.
      Der Staat (welch anonymes und undefiniertes Gebilde, verbietet jenes und fördert anderes. Pflanzen werden für illegal erklärt.

      Demokratie heißt für mich nicht, dass ich meine Souveränität abgebe. Dass ich Instanzen wähle, die mir sagen, was ich zu tun und zu lassen habe. Demokratie, wie ich sie verstehe, heißt Selbstbestimmung. Heißt, einer Wertegemeinschaft anzugehören auf die man selbst Einfluss hat. Die man mitgestaltet.
      Stattdessen nehme ich war, dass jede legislative Veränderung Freiheit einschränkt.
      Gäbe es die FDP nicht, würde ich mich für die Liberalisierung aussprechen. Aber ich meine nicht die Freiheit der Märkte, sondern die des Individuums.
      Ich brauche keinen Staat, der vorgibt mich in meinem Namen zu gängeln und zu sanktionieren, ja, erziehen zu wollen!
      Wurden je Gesetztesnovellen verabschiedet, die Strafen mildern, die Sanktionen abbauten?

      Nein, stattdessen werden Sanktionen immer weiter verschärft.
      Parallel dazu werden den Kapitalinteressen immer mehr Freiräume zugestanden. Aktuelles Projekt dazu:
      Das Freihandelsabkommen welches selbst elementarste Güter wie Wasser den Gesetzen des Marktes übergibt.
      Hauptsache das Kapital profitiert davon.
      Der gemeine Mensch zahlt mal wieder die Zeche, und wird gen-manipulierte Scheiße vorgesetzt bekommen, die nicht mal als solche zu erkennen ist. Hauptsache Konzerne wie Monsanto machen ihren Schnitt, gegen die Natur und die Menschlichkeit.

      Den Reichen Reichtum und den Armen Armut.
      Das ist die Welt und die Verteilungslogik, in der wir uns befinden.

      Die wahrnehmbare Mehrheit hat anscheinend kein Problem damit.
      Dieses perverse System wird nicht mehr (relevant hörbar) in Frage gestellt.
      Zuletzt von den mittlerweile verlachten 68'.

      Mittlerweile sind wir ja vernünftiger und vertrauen den Gesetzen der Märkte.

      Immer noch. Erkenntnis-resistent, wie wir sind.

      Nicht jeder Einzelne, der dies liest folgt dieser Logik. Aber genügend Menschen, die Merkel ihr Schiksal anvertrauen, oder die die Steigbügelhalter der SPD gewählt haben.

      Ich grüsse Dich mal ganz dolle zurück
      Der Dude




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    3. Hallo Troptard,

      wenn ich deine Zeilen lese, bekomme ich Wut und bin gleichzeitig traurig. Ich kann es nachvollziehen, wie du dich gerade fühlst. Dieser ewige Kampf ums Überleben, weil du in eine Welt hineingeboren wurdest, in der es für deine Lebensqualität so wichtig ist, über wie viel Geld du verfügst.

      Ist das der Sinn des Lebens - ein ganzes Leben lang dem Geld hinterher zu rennen?
      Alles dem Geld unter zu ordnen?
      Wer von uns kann denn ein selbst bestimmtes Leben führen? Doch nur die, die genug Geld haben, um nicht arbeiten zu müssen.
      Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen - nur ca. 1% der Menschheit ist auf Grund der Geldmenge, die sie besitzt, in der Lage, ein Leben zu führen, wie sie sich das erträumen können. Das sie es letzendlich auch nicht tun und auch nur täglich dem Geld hinterher hecheln ist ein anderes Thema.

      Troptard, was mich mal interessieren würde - welche Hilfen (Almosen) bekommt man denn in Frankreich, wenn man am Existenzminimum lebt?

      Liebe Grüße Ruby

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    4. Hallo Ruby!

      Ich bin kein Mensch, der sich weder in jungen Jahren und auch jetzt wo ich älter bin für Geld interessiert hat.
      Meine Bedürfnisse sind relativ bescheiden. Ich habe nie das Bedürfnis gehabt ein neues Auto zu fahren, noch an den heutigen Bedürfnissen Anteil zu nehmen.

      Nur ist Geld das einzige Medium das uns den Zugang zum Konsum verschafft oder ihn auch versperrt.

      Dem Geld hinterher jagen, dass ist doch tatsächlich eine Eigenschaft, die unserem System innewohnt, aus mehr Geld mehr Geld zu machen, dem Zwang zum ständigen Wachstum.

      Was den Sinn des Lebens ausmacht, das kann jeder Mensch nur für sich selbst beantworten.
      Ich kenne hier in Frankreich, in meiner Umgebung, so viele Menschen deren Sinn des Lebens soweit reduziert ist, das ihre Gedanken nur darum kreisen, wie sie sich selbst und ihre Familien am Leben erhalten.

      Ich kann das hier nicht im Datail erörtern. Ich fange mal mit der Altersarmut an. Es gibt hier viele Renter, bezogen immer auf mein Umfeld, welches ich ziemlich gut kenne, die zwischen 260 und 400 Euro Rente bekommen und auf Wochenmärkten versuchen mit irgendwelchen Verkäufen noch über die Runden zu kommen.

      Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, das der Mindestlohn 2014 gerade um die 1100 Euro liegt. Der Mindestlohn ist ein Einstiegslohn von dem es sehr viele Ausnahmen gibt. Jugendliche unter 18 bekommen Abschläge von 20-30%. Die Vertragsgestaltung erlaubt sogar nur 30% davon zu bezahlen ( z.B. Contrat d'Insertation, Eingliederungsvertrag für Arbeitslose). Der Staat springt dann ein und bezahlt den Rest.

      Aber selbst mit staatlichen Hilfen finden hier viele, besonders junge und ältere Menschen, keine Arbeit.

      Was die staatlichen Unterstützungen betrifft, so ist das ein ziemlich weites Feld, was ich hier in der Kürze nicht beackern kann.

      Es gibt hier einen RSA ( Revenue de solidarité active ), eine Hilfe zum Einkommen( Solidaritätseinkommen) oder auch für Personen ohne Einkommen, was sich nach der Anzahl der Familienmitglieder berechnet.

      Ganz grob entspricht er in etwa dem Hartz IV. Bisher allderdings (noch) ohne die Sanktionen und dem Zwang jede Arbeit anzunehmen.

      Noch, weil der Arbeitgeberverband Medef, den Mindestlohn unterlaufen will und auch Vorschläge unterbreitet hat, Arbeitssuchende auch ohne Bezahlung erst mal ein Jahr zu testen.

      Gruss Troptard!

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    5. Ergänzung:
      Betr. Mindestlohn: Brutto 9,53 Euro pro Std. Auf der Basis einer 35 Stundenwoche Brutto 1.445,38 Euro. Nach Abzug von Sozialabgaben ca. 1.128 Euro netto.

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    6. Zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben. Wie hier auch, würde ich sagen. Als Arbeitsloser dient man ja nur noch einem Zweck, Druckmittel für die zu sein, die Arbeit haben und faire Löhne wollen. Dafür bedarf es auch keiner sonderlichen Qualifikation. Das beste ist ja, dass die Industrie über Fachkräftemangel jammert, aber den angestellten Fachkräften stets impliziert, dass sie ja gehen können, wenn ihnen das Gehalt nicht passt, steht ja schon der nächste beim Amt vor der Tür. Irgendwas stimmt doch da nicht.

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  4. Der Kanzlerin "Marktkonforme Demokratie" ist eine Volte der neueren Geschichte.
    Genaugenommen parliert sie über die "Konsumgesellschaft" die, wie Louis Althusser feststellte, ihre Mitglieder primär in ihrer Eigenschaft als Konsumenten "interpelliert" oder "anruft" (sie befragt, an sie appelliert, antreibt, bestraft oder stört).
    Eine Gesellschaft die einzig die Entscheidung für eine konsumistische Lebensstrategie und einen marktkonformen Lebensstil propagiert.
    In der Praxis besteht lediglich die Möglichkeit sich an die Grundsätze der Konsumkultur anzupassen (und nur an diese), um die Mitgliedschaft in diesem Gesellschaftkonstrukt einzulösen.
    Noch im Diskurs des 18. Jahrhundert war der Konsument eine befremdliche und seltene Figur, die im normalen Leben eher als Randexistenz wahrgenommen wurde.
    Selbst die elfte Edition der Encyclopaedia Britannica von 1910 definierte den Begriff "consumption" kurz und bündig mit "körperliches Dahinschwinden" oder im Fachterminus als "die Vernichtung von Gütern".
    In Konsumgesellschaften ist nicht die Befriedigung von Wünschen, Sehnsüchten oder Bedürfnissen erstes Ziel (das im übrigen niemals erreicht werden kann), sondern dass sich der Konsument als Ware begreift.
    In seinem unermüdlichen Bestreben den Vorgaben gerecht zu werden, ist es ihm zeitlich kaum noch zumutbar, sich mit anderen Lebensentwürfen und -zielen auseinanderzusetzen.

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    1. Stimme Dir zu! Meine Meinung zum Konsumtimismus kannst Du meinem Kommentar zu Troptard entnehmen.
      Grüße, Dude

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  5. @Ruby
    Oder um Dir die Suche zu erspraen, gucksu hier: Yes-Man regeln die Welt in voller Länge und Schönheit.

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