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Mittwoch, 17. September 2014

Der oktroyierte Tellerrand

Abteilung: Tulpenzwiebeln auf der Untertasse


Eine Utopie? Die Eloi











Alle politisch Interessierten streben Veränderungen/Verbesserungen an.
Eine weitere steile These: Ein 'weiter so!', selbst im Paradies, wäre eine unpolitische Haltung.
Vielleicht war bereits der 'Sündenfall' (bin absolut unreligiös, aber diese Metapher scheint mir geeignet) dann doch eher ein Glücksfall! Der Mensch (Gottes 'Krone der Schöpfung') wurde vor eine Entscheidung gestellt!

Ja, der Apfel des Baumes der Erkenntnis war vergiftet - aber was wäre aus dem 'Projekt Mensch' denn geworden, wenn er NICHT in den Apfel gebissen hätte?
Die verdammten Eloi ?

Der Apfel als Überbringer der Erkenntnis ist als Metapher schlecht gewählt.
Gegenvorschlag vom Duderich: Der Trüffel!
Man muss eine feine Nase haben um ihn zu orten. Muss sich dann durch Erdreich wühlen (auch durch 'Wurzel'werk) um diese Beute an's Tageslicht zu befördern...
Nicht so der Apfel, der (gerade im Paradies) in den Schoss fällt, oder gar dort hin geworfen wird!(?)

Verlassen wir die biblischen Metaphern und finden uns wieder in der uns umgebenden Realität:

Jeder Mensch hat Probleme - und jeder Mensch hat (wenn auch nicht für alle P.) Lösungsansätze dazu.

Öffentlich (nicht, wie hier - in den Untiefen des Internets) werden ausschließlich Lösungsstrategien präsentiert, die innerhalb dieses Systems denken. Man kann diese Hegemonie (wird noch zu  meinem Lieblingswort...) auch 'Kapitalismus' nennen, 'neoliberal', oder 'marktgläubig':
Es ändert nichts daran, dass nachhaltige Lösungen für viele aktuelle Probleme, innerhalb der vorgegebenen, systemimmanenten Denkstrukturen, nicht lösbar sind.

Über den Kapitalismus hinausführende Gedanken hingegen haben aber schon fast einen 'volksverhetzenden' (mir ist der historische Kontext bewusst) Verdict.

Innerhalb des namensgebenden oktroyierten Tellerrandes darf gedacht werden.
Die stetig aufspreizende Schere zwischen arm und reich bspw. wird aber (bzw. deswegen) weitgehend politisch, wie medial ignoriert, weil dieses Problem systemimmanent (sprich: innerhalb des Kapitalismus nicht lösbar) ist.
Eine dieser Relevanz angemessenen öffentliche Auseinandersetzung damit (außerhalb der vorgegebenen Denkstrukturen), bleibt leider völlig aus.

Lösungsansätze, die über die ganze neoliberale Gehirnwäsche hinausgehen, sind Ausgeburten naiver Spinner, die den Knall (Globalisierung, Konkurrenz, Sachzwänge, ...) noch nicht gehört haben.

Wer Lösungsansätze außerhalb kapitalistischer Doktrinen sucht, wird verfolgt...
... oder fühlt sich so (Paranoia, oder gesunder Menschenverstand?).
Wenn die 'innere Schere' nicht greifen sollte, folgt die 'äußere' dann irgendwann per Datenabgleich und Risikobewertung.

Der Kapitalismus ist im Grundgesetz nicht festgeschrieben.
Der Verfassungsschutz (und andere Zaungäste) beobachtet aber jene, die den Kapitalismus überwinden wollen  - Lösungen außerhalb vorgegebener Denkmuster suchen.
Mit welcher Legitimation eigentlich?

(...)

Traut Euch über vorgegebene Grenzen hinweg zu denken!


Wie sagte mein Vater (Frieden seiner Seele) so schön:

"Gedanken sind zollfrei!"

Kommentare:

  1. Welche Denkstruktur müssen wir überwinden wenn wir auf eine bessere Gesellschaft hoffen wollen?

    Meiner Ansicht nach ist es die, die das Individuum einengt in ein gedankliches Korsett seiner eigenen Verantwortung. Der Gedanke der das bestehende System vor allen anderen Legitimiert ist das "Leistungsprinzip". Wer reich ist hat sich das verdient und wer arm ist ist selber schuld. Das ist in höchstem Maße Paradox.

    Es gibt keine rationale Begründung und keine Wissenschaft, die das Leistungsprinzip unterstützt, während dieser Mythos selbst unbewusst unser Denken und damit unsere Gesellschaft fundamental prägt.

    Die Wirklichkeit ist, dass sich soziale Stellung reproduziert. Arme sind fast ausschliesslich deshalb arm weil sie als Arme geboren wurden. Reiche sind fast ausschliesslich deshalb reich weil sie die Lotterie der Geburt gewonnen haben.

    Die existierenden Ausnahmen werden ebenfalls von der Gesellschaft gemacht, nicht vom Individuum. Der Einfluss der eigenen Leistung ist nach jeder wissenschaftlichen Erkenntnis statistisch verschwindend gering.

    Die Masstäbe darüber was Leistung eigentlich ist werden wiederum ausschliesslich durch die Prägung der Werte und Überzeugungen bestimmt und nicht von irgendeiner in der Realität verwurzelten Begründung.

    Wir haben unser Gehirn, unsere Werte, unser Überzeugungen und unser Unterbewusstsein nicht selbst gewählt. Wir verinnerlichen in unserer Persönlichkeitsentwicklung diese und andere Narrativen die von aussen auf uns einwirken und die uns eigentlich unterdrücken.

    Die einzige Chance auf Freiheit liegt darin, die gesellschaftliche Prägung zu Erkennen und zu hinterfragen. Unser angeblicher freier Wille ist so lange eine Ilusion so lange wir nicht lernen zu Hinterfragen welche unserer Überzeugungen auf dieser Prägung beruhen und welche auf die Wirklichkeit.

    Für die Freiheit benötigen wir die Mittel und das Bewusstsein zu hinterfragen woher unsere Überzeugungen kommen und vor allem wer und was davon profitiert.

    Die Erkenntnis dass die Menschen all diese Mythen, die das System erhalten und uns unterdrücken Verinnerlicht haben, ist nicht nur der Schlüssel zu unserer Befreiung, sie hat auch andere Konsequenzen die unsere Gesellschaft völlig umkrempeln könnten.

    Wer erkennt, dass seine Identität die Folge der Prägung seiner Umwelt und Menschen seines sozialen Umfelds ist, der muss auch den Mythos der Individualität in Frage stellen, der ebenfalls im Kern der bürgerlichen Ideologie steckt. Konsum und wird angetrieben vom angeblichen Streben nach Individualität, und produziert doch immer nur Uniformismus.

    Denn wir streben in Wirklichkeit nicht nach Individualität, sondern nach Zugehörigkeit. Auch das ist in jeder Sozial-, Psycho- oder Neuro -Wissenschaft Konsens.

    Es gibt aber noch eine viel wichtigere Konsequenz aus der Erkenntnis die klar wird wenn wir wirklich dazu in der Lage sind die Ketten in unserem Gehirn zu sprengen.

    Wenn Ich Ich bin, weil die Gesellschaft, also alle anderen, ein Teil meiner Identität sind, dann bin Ich nicht nur Ich, sondern eben auch in gewisser Weise alle anderen.

    Ich bin dann eben nicht ein separiertes Individuum in einem Kosmos von separierten Individuuen, mein Ich reicht hinaus über mein eigenes Gehirn.

    Ich bin wiederum ebenso ein Teil der anderen, Meine Handlungen beinflussen daher in bestimmter Weise immer alles anderen auch. Ich bin auf eine fundamentale Weise mit allen anderen und meiner Umwelt verbunden.

    Meine Vorstellung von dem was ich bin muss sich dann konsequenterweise erweitern auf die anderen und meine Umwelt. Diese Erkenntnis besagt, dass wenn ich dem Anderen Schade dann schadet das unweigerlich auch mich. Wenn ich die Umwelt zerstöre, dann zerstöre ich auch einen Teil von mir.

    Mit einer solchen tiefgreifenden Erkenntnis über das Ich ist der Kapitalismus wiedersinnig und die Vorstellung eines homo ökonomicus wird absurd.
    Nationalismus, Rassismus, Sexismus und jede andere Form der Ausgrenzung macht dann keinen Sinn mehr.

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  2. Nachtrag:
    Wenn wir diese Erkenntnis verbreiten können (und das geschieht gerade Weltweit mit großem Anklang) dann kann sich vielleicht alles ändern.

    Z.B. dieser eindringlicher TEDx Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=cAYBgR8zlu0
    Oder dieser Occupy Film mit Charles Eisenstein: https://www.youtube.com/watch?v=BRtc-k6dhgs

    Es ist dabei erstaunlich wie die Erkenntnisse der Neurowissenschaft, der Biologie, Psychatrie, Sozialwissenschaft, Philosophie usw. gemeinsam auf eine Erkenntnis hinauslaufen die (meines Wissens) Kern der Überlegungen Buddhas ist. Aber das nur am Rande. Ich habe nichts mit Buddhismus zu tun und mich damit nie beschäftigt.

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    1. was du hier ansprichst, nennen die Buddhisten "pratitya-samutpada", was so viel heißt wie "entstehung in wechselseitiger abhängigkeit".
      sie wurde zunächst vom Buddha Shakyamuni gelehrt und später vom indischen philosophen Nagarjuna weiter entwickelt.

      sie besagt im wesentlichen, dass alles was entsteht, in abhängigkeit von bedingungen entsteht und durch dieses bedingungsgeflecht alles mit allem verbunden ist.

      z.b.: du isst einen apfel. er ernährt dich, wird teil deines körpers. er ist also bedingung für deinen körper. gleichzeitig gießt du den baum und düngst ihn, so dass er erst durch dich äpfel tragen kann.

      diese lehre ist (genau wie du beschreibst) eine begründung für die buddhistische forderung nach mitgefühl für alle wesen (und eigentlich sogar auch für unbelebte materie).

      lg

      don

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    2. @Don ... So funktioniert eigentlich m.E. alles. Auch unser Universum ... alles aus dem selben Stoff.

      @Duderich siehste, sag ich doch ;) ... ist gar nicht so einfach mit dem Apfel.

      @all, denke, den habt Ihr schon gelesen, setze trotzdem mal den Link hier rein:

      http://feynsinn.org/?p=1786

      Die Frage ist nur, diesmal ja oder nein?

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    3. @Don M. Tingly:
      Letztendlich ist B. Respekt für die Natur.
      Die Achtung vor dem 'Ganzen' und seiner Beziehungszusammenhänge.
      Man könnte es auch 'Schöpfung' nennen, aber dieser Begriff impliziert mir zu viel Religion...

      Buddhismus ist Philosophie - keine Religion; so soll es auch bleiben.

      Das Christentum ist mir seit je her zuwider.

      An Argumenten für meine Haltung mangelt es nicht. Auf Rückfrage zähle ich sie gerne auf.

      In einem Paradies, in dem ich alles bekomme, ist mir ein Apfel scheißegal.
      Wenn er mir aber als einziges verboten wird, wird er interessant. Tolle Erkenntnis; danke Bibel!
      Ziemlich billige Dramaturgie (wäre es mit Trüffeln auch gewesen).

      Dem Buddhismus mit seiner weitaus unaufgeregten Haltung zum Sein und zur Existenz ist mir beträchtlich nahe stehender.

      Wie sagte Nietzsche: "Gott ist tot!"
      Für mich stimmt das.

      Je mehr wir uns im Jenseits Verheißung erhoffen, umso genügsamer und manipulierbarer sind wir im Diesseits.

      Grüße, Dude

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    4. Hier sind also alle einig, dass dieses Bewusstsein eine Gemeinsamkeit mit einer der großen Welltreligionen (oder Wertesysteme) hat.

      Buddhismus hat 250 - 500 Mio Anhänger Weltweit. Das ist ziemlich viel. Anscheinend ist diese Idee durchaus "Verkaufbar". (sry :) ).

      Die Ethologie zeigt uns, dass viele indigene oder schamanistische Gesellschaften ein ähnlich fundamentales Beziehungsgeflecht zwischen Natur und Mensch und Mensch und Mensch Wahrnehmen.

      Viele die sich mit der Idee auseinandersetzen erleben anscheinend eine Art Deja vu, dass das etwas ist, was sie irgendwann einmal wußten aber leider vergessen haben.

      Wenn das so ist, dann ist es nicht so absurd anzunehmen, dass es eine Revolution hin zu einer solchen fundamentalen Änderung unserer Werte und unserer Vorstellungen geben könnte. Was können wir tun um eine neue Gesellschaft, die auf neuen Ideen beruht, auf den Weg zu bringen.

      Laut Immanuel Wallerstein haben Ideen neue dann eine Chance sich auszubreiten wenn ein bestehendes System aus dem Gleichgewicht gerät.

      (Siehe "Crisis of the Capitalist System, "where do we go from here",
      http://mrzine.monthlyreview.org/2009/wallerstein121109.html )

      Seine Ansicht nach ist der Kapitalismus in akuter Schieflage und wird sich auch nicht mehr aufrichten.

      Hier die Vorschläge Wallersteins was zu tun ist (nicht meine und ich bin auch noch nicht sicher ob ich seiner Meinung bin)

      Wir müssen:

      1. weiterhin jede Möglichkeit der Veränderungen in der politischen Agenda im kleinen weiter versuchen, auch wenn der Systemwechsel das eigentliche Ziel ist.

      2. Immer wieder Diskussionen darüber anzustossen wie ein neues Welt-System eigentlich aussehen könnte.

      3. Hier und jetzt alternative Ideen vorleben und deren Funktionieren in keinen Projekten, Kommunen etc. vorführen.

      4. Immer wieder die Moralische Debatte suchen und die unterschiedlichen Auswirkungen der möglichen Handlungsweisen für das Gemeinwohl aufzeigen. Wir müssen die Wertebasis des Systems beständig Angreifen.

      5. Wir müssen uns (als Linke) davon verabschieden, dass die Geschichte in irgendeiner Form auf unserer Seite ist. (in form der unausweichlichen kommunistischen Revolution usw.)

      Wie wird das hier gesehen?

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    5. @Rosi
      danke für den Link auf die Diskussion bei Feynsinn. Sehr guter Text.

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    6. @Alien
      Sag ich doch ;)

      Habe ein paar Dinge weiter unten kommentiert. Doch generell bin ich flatters Meinung. Man kann sicherlich weiter denken, doch die Machtfrage, die müsste als erstes gestellt bzw. gebrochen werden. Ein erster Schritt wäre sicherlich eine direktere Demokratie (doch nur schon davon sind wir weit entfernt).

      Ansonsten würde letztlich alles nur wieder für die Macht passend gemacht. Manchmal bin ich selbst überrascht, wie die Macht das immer hinbekommt ;), so meine Beobachtung (z.B. Fairtrade / Bio / EEG ... usw. usf. ..). Oder wenn ich bedenke, was aus den vielen einstigen Ursprungsgedanken zu mehr Unabhängigkeit des Menschen geworden ist ... Statt autarker Erwachsene HarzIV und eine Vereinzelungsgesellschaft, über die sich Stirner die Hände gerieben hätte).

      Gruss
      Rosi

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  3. @Duderich: "Der Apfel als Überbringer der Erkenntnis ist als Metapher schlecht gewählt.
    Gegenvorschlag vom Duderich: Der Trüffel!"


    Du Snob ;) ... und so einfach ist das mit dem Apfel auch nitt und die können duften, ich sachs Dir :) und herzhaft in einen Trüffel rein beißen ... also ich weiß nitt *grins*

    PS: komme sicherlich später noch einmal auf den Text zurück und finde, das Alien hat schon gut eröffnet.

    PSPS: @Alien: Von der unterschiedlichen Begriffsbedienung im Buddhismus abgesehen, sind mir die sich häufenden Parallelen zu den Wissenschaften über den Menschen, insbesondere die neueren Ergebnisse,(aber auch bei einigen frühen Vordenkern) auch schon aufgefallen.

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  4. der Buddhismus deckt sich sogar in ganz erstaunlicher weise mit vielen modernen wissenschaftlichen erkenntnisse, sei es aus der biologie, gehirnforschung, quantentheorie usw.

    es spricht inzwischen sehr viel dafür, dass der indische prinz Gautama vor 2500 jahren intuitiv und via meditativer versenkung tatsächlich dinge erkannt und/oder verstanden hat, für die der rest der menschheit 100 generationen und sämtliche wissenschaftlichen methoden gebraucht hat.

    leider ist auch dem Buddhismus die okkupation durch klerikale und letztlich nur an macht interessierte kreise nicht erspart geblieben. in seiner ursprünglichen variante hätte er mm nach durchaus das potenzial, DIE weltanschauung und vor allem DIE lebenspraxis zu sein, die diesen planeten befrieden könnte.
    große denker wie Hegel, Schopenhauer, Nietzsche, Herman Hesse oder Francisco Varela haben sich immer wieder auf Buddha berufen.

    für mich ist er vor allem deshalb so faszinierend, weil er ohne logischen bruch auskommt. also genau ohne dieses element, bei dem andere religionen dann immer das "glauben" ins spiel bringen, das einem aufgeklärten menschen so schwer fällt.

    lg
    don

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    1. Mir scheint es manchmal wenn man auf solche uralten profunden Weisheiten stößt die wir erst jetzt verstehen lernen, dass wir Mitteleuropäer uns wie halbstarke Schulhofraudis in der Welt benommen haben die nicht zuhören wollten wenn Erwachsene uns etwas zu sagen hatten. Möglicherweise waren andere schon erwachsen als wir noch nicht abgestillt waren, aber wir hatten die größeren Muskeln.

      Wenn man erwachsen wird geht es um die Verantwortung die man übernimmt.

      Verantwortungsbewusst Handeln heißt sich der Konsequenzen des eigenen Handelns auf andere und seiner Umwelt bewusst zu sein bevor man handelt. Als Gesellschaft sind wir noch weit davon entfernt.

      Unsere Auffassung über die Welt zeichnet sich leider vor allem dadurch aus, dass sie jegliche Verantwortungslosigkeit legitimiert (wie Kinder in der Trotzphase). Indem wir uns hinter kindlichen Narrativen wie dem Leistungsprinzip oder dem Rassismus verstecken können wir jegliche Verantwortung für andere und die Welt von uns weisen.

      Wir sind daher ohne jegliches Bewusstsein für die Konsequenzen "gewachsen" und haben übersehen, dass Wachstum nicht das Ziel sein kann sondern nur erwachsen werden. Vielleicht wollen wir ja immer weiter Wachsen weil wir vor dem Erwachsenwerden Angst haben?

      Die Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen vollzieht sich eben durch die Erfahrung, dass jedes Handeln negative Konsequenzen haben kann. Die schrecklichen Konsequenzen unseres unverantwortlichen Handelns werden uns heute um so mehr bewusst um so mehr sich die Krisen zuspitzen.

      Hoffentlich entwickeln wir uns dadurch zu einer erwachseneren Gesellschaft die ihrer Verantwortung gerecht wird.

      PS: Ok, möglicherweise überstapaziere ich das Bild, aber es kommt mir wie eine stimmige Parabel vor die einem vielleicht ein bissche den Frust nehmen kann. Schliesslich kann man dem kleinen Kapitalismus nicht wirklich böse sein, vielleicht braucht er mal ein paar hinter die Löffel, aber dann muss man sich wieder versöhnen. Vielleicht wird er ja ein Anarchismus wenn er groß ist.

      PPS: Manche, wie anonym unten, werden aber leider nie erwachsen,

      Gruß

      AlienObserver

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  5. Nur Allgemeinplätze von selbsternannten Schwerdenkern.

    Gibts auch was Neues an Erkenntnis?

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  6. Es wurde nach völlig Radikal neuen Sichtweisen gefragt, also hier mein bester Versuch (der auch an meine obigen Kommentare anknüpft) :

    Die politik des Bewusstseins, Teil 1
    Eine Idee die sich gerade den Weg bahnen könnte und die so völlig gegen den Strich gebürstet ist, dass sie einem Albtraum der spießigen Bürgerlichkeit gleich kommt, ist die Idee der gezielten Konfrontation des Menschen mit den Prägungen seines Unterbewusstseins durch psychadelische Substanzen wie DMT.

    Offenbar hat eine Vielzahl von Kulturen gerade in Krisen versucht Antworten auf die wichtigen Fragen zu finden in dem sie danach strebten andere Bewusstseinszustände zu erreichen. Sei es durch Meditation wie im Buddhismus oder durch den Einsatz von Substanzen wie DMT.

    Im Herzen aller religiöser Überlieferungen über „Propheten“ und Gründer großer Weltreligionen ist immer die Beschreibung einer das normale Bewusstsein transzendierenden Erfahrung zu finden (wie z.B. der brennende Busch). Vielleicht haben wir die wesentlichen Wandlungen unserer Wertesysteme dem Einsatz von Bewusstseinserweiternden Substanzen zu verdanken?

    Der „War on Drugs“ ist in vielerlei Hinsicht eines der unmenschlichsten Unterfangen die die Menschheit je begonnen hat. Heute kennen wir die „Oval Office Tapes“ der Nixon Ära in denen „Tricky Dick“ ganz klar die eigentliche Agenda der Drogenpolitik der USA formuliert.

    ( http://www.alternet.org/story/12666/once-secret_%22nixon_tapes%22_show_why_the_u.s._outlawed_pot )

    Die pathologische Paranoia die Nixon allen bewusstseinsverändernden Substanzen gegenüber hatte war darauf zurückzuführen, dass er in ihnen die größte Gefährdung seiner (sehr radikalen und verstörenden) Überzeugungen sah.

    Nixon war davon überzeugt, das „jüdische Psychiater“ die Droge verbreiten würden, und dass all die „verrückten Kommunisten, Neger, Homosexuelle“ usw. sich verschworen hatten um mittels Marihuana und anderer Drogen die USA zu zerstören. Es geht ihm politisch darum kritische Kräfte und ihm unliebsame Minderheiten in den USA durch eine harsche Drogenpolitik kriminalisieren zu können.

    Der Grund dafür dass wir diesen Krieg gegen bestimmte Formen der Bewusstseinsveränderung seit dieser Zeit führen, kann meiner Ansicht nach nur darin liegen, dass diese Ängste und die politische Agenda auch heute noch eine große Rolle spielen.

    Gibt es vielleicht Bewusstseinszustände die eine gewisse gesellschaftliche Prägung verstärken und andere die sie in Frage stellen? Wäre das nicht etwas was sich zu erforschen Lohnen würde?

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  7. Teil 2
    Aus einer akademischen Sichtweise heraus ist es sehr Fragwürdig warum diese Tabuzonen des Wissens errichtet werden. In der Gentechnologie wird Umweltschützern gerne eine allgemeine Wissenschaftsfeindlichkeit vorgeworfen. Die Erforschung unseres eigenen Bewusstseins stößt aber auf massive Widerstände in der bürgerlichen Gesellschaft.

    Warum haben wir das Bewusstsein das wir haben? Warum sind andere Bewusstseinszustände uns so nahe, dass die Einnahme von Substanzen uns in diese Bewusstseinszustände transportieren können?Warum haben wir dieses Bewusstsein entwickelt und nicht ein anders, wie die die wir durch diese Substanzen oder durch Meditation erreichen können? Anscheinend sind diese theoretisch gleichberechtigt wahrscheinlich, da eine Änderung der Konzentration von körpereigenen Enzymen (wie DMT) ausreicht um die Wahrnehmung der Welt völlig zu verändern.
    Wie Zufällig ist das was wir als Realität wahrnehmen eigentlich, wenn die Auswirkungen von psychadelischen Substanzen so fundamental sind?

    Welche Rolle spielten Veränderungen des Bewusstseins in unserer menschlichen Entwicklung? Es gibt deutliche Hinweise die darauf schließen lassen, dass sie ersten Anzeichen von Kultur, die steinzeitlichen Höhlenmalereien, in veränderten Bewusstseinszuständen gefertigt wurden.

    Um all diese wissenschaftlich höchst relevanten Fragen ist eine gesellschaftliche Tabuzone errichtet. Die Frage danach wer wir eigentlich sind, darf keinesfalls mit den offensichtlichen Werkzeugen beantwortet werden die wir seit der Steinzeit dazu benutzen.

    Nur durch eine andere Perspektive kann man sich aus einem Teufelskreis ständigen Wiederholens der gleichen Fehler befreien. Die Antworten auf die bedeutenden Fragen werden immer wieder nur aus Perspektive gesucht die die Probleme geschaffen hat. Die Lösungen für die Krisen des Systems können nur dann gefunden werden wenn wir unsere Perspektiven erweitern.

    Vielleicht müssen wir uns in Phasen einer Destabilisierung unseres Systems und der gesellschaftlichen Werte Zugang zu einem neuen Bewusstsein und einer neuen Perspektive verschaffen um neue Formen des Zusammenlebens zu entwickeln.

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  8. Nachtrag: Disclaimer.
    Ich halte eine völlige unkontrollierte Freigabe von stark Bewusstseinsverändernden Substanzen wie Psilocybin oder DMT für ebensowenig Produktiv wie die Prohibition.

    Wenn wir von den Kulturen lernen wollen die diese Substanzen förderlich für ihre Gemeinschaft einsetzen, dann müssen wir den Schamanen ähnliche Experten schaffen die die Erforschung des Bewusstseins begleiten und den nötigen Respekt vor einem solchen Wagnis vermitteln.

    Ich könnte mir vorstellen, dass Therapeuten und Heilppraktiker eine solche sichere Umgebung für Patienten anbieten die selbst zu der Entscheidung kommen, dass eine Konfrontation mit dem Unbewussten für sie nötig ist.

    Dazu müssen wir die Nebenwirkungen und Risiken einer solchen Behandlung kennen um dem Therapeuten und dem Patienten einen Verantwortungsvollen Umgang zu ermöglichen.

    Eine solche Therapie müsste durch vorbereitende Gespräche und Folgesitzungen begleitet werden. In einem solchen Setting sehe ich weniger Gefahr als durch den heute weit verbreiteten Einsatz Persönlichkeittsverändernder Substanzen, die ein "Funktionieren" trotz kognitiver einem leidenden Unterbewusstsein in unserer Gesellschaft garantieren sollen, wie Ritalin und anderer Psychopharmaka.

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    1. @alien: Die Gedanken sind natürlich alle nicht neu, bei Metzinger findest Du ganz ähnliche Ansätze.

      Persönlich möchte ich keine bewusstseinsverändernde Drogen nehmen. Sehe diesen Vorschlag, auch bei Metzinger, einer gewissen Verzweiflung gegenüber der Menschheit geschuldet.. Nicht wenige der intelligenten Vordenker neigten dazu, hin und wieder mal die Geduld mit der Menschheit zu verlieren. Einige davon berappeln sich später wieder .. (aber nicht alle).

      Ist halt meine Einschätzung (und das ist vermutlich nicht ganz von der Hand zu weisen), obwohl ich ihn und seine noch unfertigen (nach seinen eigenen Aussagen) theoretischen Forschungen ansonsten sehr, sehr zu schätzen weiß.

      Doch wir können nicht die Menschheit einfach zum Psychiater schicken und/oder, weil der Mensch wohl nicht so richtig sei, wie er denn ist. Und gelangt sie nicht selbst auf einen Weg, der ihr wirklich gut tut, dann die Psyche verändernde Drogen einnehmen. Dann wären wir auch nicht mehr was wir sind. Bzw. nur dann was wir sein sollen, wenn wir gerade stoned sind.

      Natürlich bin ich der Meinung, dass unser heutiges Bewusstsein, bzw. dessen funktionale Ausrichtung, nicht das Gelbe vom Ei ist. Unser Wissen, unser Gehirn und Denken schlechthin noch zu sehr auf funktionales Denken ausgerichtet ist. Und obwohl wir uns doch recht häufig vom Tiere erhoben fühlen, ist es ausgerechnet das, was uns wieder mehr mit ihm verbindet.

      Aber ich halte es für verkehrt, erst den Menschen umzubauen, auf dass sich sich ein Menschlein ergäbe, welches einigen wenigen gefällt.

      Bin der Meinung, die Menschheit muss ihren Weg selber finden und gehe davon aus, dass sie ihn eines Tages finden wird (auch völlig ohne Drogen).
      ".... halbstarke Schulhofraudis in der Welt benommen haben die nicht zuhören wollten wenn Erwachsene... die größeren Muskeln."

      Sehe ich auch so, ziehe nur teilweise andere Schlüsse raus. Z.B. die von uns beseitigten Kulturen standen jetzt nun nicht alle unter Drogen. Das bedeutet für mich: Geht auch ohne!

      Und was heißt hier "haben" und "wollten"?
      Hab ich was verpasst? ;) Wir tun es doch noch, ununterbrochen. Wir stoßen zwar nicht mehr auf sog. Erwachsene, weil wir die Kulturen längst zerstört haben (lang, lang ist her), aber wir sorgen m.E. dafür, dass sich nichts mehr entwickeln kann. Zumindest dort, wo man uns nichts entgegen zu setzen hat.

      ff

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    2. Teil 2

      "einem solchen Setting sehe ich weniger Gefahr ... leidenden Unterbewusstsein in unserer Gesellschaft garantieren sollen, wie Ritalin ..."
      Die Gefahr liegt immer in Manipulation und Kontrolle, verbunden mit Opportunismus und Pragmatismus des Kontrollierenden/Manipulators (im Auftrag, in wessen Auftrag?). Das richtet sich nach der Macht.

      Solche gesellschaftlichen Experimente kann man m.E. erst dann starten (und vor allen Dingen nur auf freiwilliger Basis, also für jene, die solches wirklich wollen ..), wenn das Thema der Machtfrage durch wäre. Ansonsten gibt es ein Desaster.

      Erinnert mich an einen Film: http://de.wikipedia.org/wiki/Equilibrium_%28Film%29
      (Und es ist ja nicht so, als würde man nicht schon daran forschen ...)

      "Warum haben wir das Bewusstsein das wir haben? Warum sind andere Bewusstseinszustände uns so nahe, .... durch diese Substanzen oder durch Meditation erreichen können? " Wissenschaftlich sind diese Fragen m.E. doch zum großen Teil längst geklärt (zumindest so, dass man tatsächlich etwas mit anfangen kann). Hier und da ist man sich wg. ein paar Details uneinig, aber ein Geheimnis ist das nicht.

      "Offenbar hat eine Vielzahl von Kulturen gerade in Krisen versucht Antworten auf die wichtigen Fragen zu finden in dem sie danach strebten andere Bewusstseinszustände zu erreichen. Sei es durch Meditation wie im Buddhismus oder durch den Einsatz von Substanzen wie DMT. "

      'Versucht', ist das richtige Wort ... denn wo steht man heute ... Frag mal die alten Medizinmänner ... Nicht immer hat die Pfeiffe die richtige Antwort. Vor allen Dingen dann nicht, wenn die Empfindung über das Selbst hinausgehen müsste.

      Das krude ist doch, irgendwie will uns Menschen eigentlich jeder unter Drogen setzen ... die eine Seite verfolgt halt ein Ziel, andere Seite verfolgen andere Ziele ...

      Gruss
      Rosi

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    3. @Anonym: "Gibts auch was Neues an Erkenntnis?"
      Also ich hab mir so einen News-Feader eingerichtet. Dort schlagen - neben allgemeinen Nachrichten - auch solche aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung auf. In Blogs wird eher seltener über so etwas gesprochen.

      Aber was in Gottes Namen ist ein 'Schwerdenker'?

      Ist das ein Denker, dem das Denken schwer fällt? Oder wäre das Ergebnis seines Denkens schwer? Möglich auch: ein schwerer Denker (also auf der Waage)?

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  9. PS: Vielleicht war der Apfel ja ein magic Mushroom?

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  10. Diese Diffarmierung von Kritikern zeigt nur , daß es sich bei Neoliberalen um Ideologen handelt , Ideologen können keine offene Kritik zulassen , sie sind darauf angewiesen , den Überbringer der Botschaft zu erschlagen.

    Je lauter sie also bläken , über Modernisierungsverlierer , Sozialromantiker und all dies Gedöns , desto sicherer hat man in die richtige Kerbe gehauen.

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    1. @Art, darüber muss ich noch nachdenken ...

      Immerhin, man bedenke: einst wurden Boten tatsächlich noch erschlagen. Insbesondere jene mit den nicht ganz so guten Nachrichten ;). Glaube nicht, dass das an Ideologien gekoppelt ist. Geht m.E. auch völlig ohne.

      Kritiker haben (und hatten) immer eine schweren Stand, unabhängig davon, was sie gerade kritisieren.

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  11. Hallo Rosi,

    ob Bewusstsein verstanden ist, hängt davon ab welche Position man vertritt. Materialistische Philosophen und die auf dem Materialismus beruhende Naturwissenschaft würden dem wohl zustimmen.
    So wie ich es verstanden habe, gibt es eine Reihe von Philosophen die eine materialistische Erklärung des Bewusstseins für unmöglich halten und da einer Meinung sind mit den östlichen Philosophen (Buddhismus).

    Gruß
    AO

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    1. Hallo Du Alien ;)

      Also vll. sollte ich erwähnen, bin Agnostiker. Insoweit gibt es für mich wenig bis gar nichts, welches nur einer einzigen Betrachtungs- bzw. Interpretationsmöglichkeit folgt.

      Mache es mal kurz:

      Was ist denn überhaupt Materie?
      Gibt es ein Nichts?
      Es gibt das Nichts (Metaphysik).
      Was ist es dann?

      Verbunden mit der Frage:
      Welche Sinne stehen uns zur Verfügung und wie kann unser Verstand damit umgehen bzw. umgehen lernen? (Auch unser Verstand muss lernen, hört quasi niemals auf)

      Und last but not least:
      Wenn sich die Wissenschaft darauf einlassen kann, wieso versuchst Du jetzt einen materialistischen Graben zwischen Wissenschaft und den östlichen Philosophen zu ziehen bzw. mir einen unterzujubeln?

      Die Frage ist spielerisch gemeint ... so nach dem Motto: "erwischt!" ;) ... Denn weiter oben waren wir uns noch alle einig, dass ein solcher Graben nicht von Nöten ist. Ganz im Gegenteil, es wird damit begonnen, ihn zu überwinden.

      Zu berücksichtige ist dabei jedoch der unterschiedliche Gebrauch von Begrifflichkeiten. Je nachdem, von welcher Seite aus man sich dem Graben nähert ;). Spreche aus langjähriger Diskussions-Erfahrung im Real Life ...

      Das ändert jedoch nichts an meinen Ausführungen bezüglich der Einnahme von Substanzen. Es gibt genug Bespiele, dass andere Bewusstseinsebenen auch völlig ohne zu erreichen sind.

      Oder anders herum: Wenn zum Erkennen der Nichtstofflichkeit (das metaphysische Nichts) nur über den Weg einer Substanz (Materie) verholfen werden kann, würde es die Erkenntnis des Nichtstofflichen ad absurdum führen?
      (Ist nicht wirklich wichtig, denn wir bestehen in erster Linie aus Materie. Zumindest in der Existenzform, in der wir zwei Beiden (u.v.a.m.) sich gerade befinden.

      Könnte mich theoretisch auf den Standpunkt stellen, diese Substanzen sind nur etwas für Ungeduldigen oder für die Faulen, denen ein anderer Weg zu anstrengend ist, zu viel Disziplin erfordert. (Gemein, gel? .. Nicht so strait gemeint, wie es sich jetzt liest).

      Trotzdem würde ich alleine aufgrund einer gewissen Ungeduld, die Reife für den Einstieg in eine andere Bewusstseinsebene infrage stellen. (Macht aber nichts, stelle eh schon viel zu viel infrage).

      Gruss
      Rosi


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    2. Hallo Rosi,

      mir ging es um deine Aussage :Wissenschaftlich sind diese Fragen m.E. doch zum großen Teil längst geklärt

      Ich wollte dich nur darauf aufmerksam machen, dass nach dem was ich weiss, diejenigen die behaupten das Bewusstsein verstanden zu haben, eher dem materialistischen Weltbild anhängen.

      Es soll hier keine Diskussion darum entstehen, da ich mich nicht in der Lage sehe eine solche zu führen. Ich weiss dazu noch zu wenig und das Gebiet ist zu Komplex und interdisziplinär.

      Ich habe nur meinen Eindruck vermitteln wollen der besagt, dass gerade diejenigen die den Graben zwischen Materialismus und Philosophie überwinden wollen Bewusstsein als weitestgehend unerforscht sehen..

      Mein Kronzeuge dafür wäre David Chalmers einer der Vordenker der Philosophie des Bewusstseins:

      Siehe: http://www.youtube.com/watch?v=uhRhtFFhNzQ

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    3. @Rosi

      Das krude ist doch, irgendwie will uns Menschen eigentlich jeder unter Drogen setzen ... die eine Seite verfolgt halt ein Ziel, andere Seite verfolgen andere Ziele ...

      Auch wenn das vielleicht nicht rüber kam, es geht mir nicht darum andere unter Drogen zu setzen sondern eigentlich um das Gegenteil.

      Der Psychologe, Suchtforscher und Anthropologe, Bruce K Alexander, hat bemerkt, dass der Einsatz jeder Art von Drogen und Sucht sprunghaft anstieg, wann immer eine "Welt zusammenbrach" (wie am Ende des Römischen Imperiums, dem Zerfall der UDSSR usw.).

      Bruce Alexander sieht außerdem eine eindeutige Verknüpfung von Kapitalismus und seinen Krisen (für einzelne und die Allgemeinheit) mit Suchterkrankungen, Depressionen und anderen immer weiter verbreiteten Störungen des Unterbewusstseins in unserer Gesellschaft.

      Seiner Ansicht nach missbrauchen wir keine Drogen wenn wir in einer Welt des harmonischen Miteinanders leben. Wir fliehen in die Drogen um trotz einer persönlichen Krise des Unterbewussten mit dem Leben fertig zu werden, was misslingen muss. Diese Form eines Missbrauchs spielt bei psychadelischen Substanzen keine Rolle.

      Eine Erkenntnis die ich während meiner (bisher kurzen) Beschäftigung mit der Idee gemacht habe ist die, dass psychadelische Substanzen möglicherweise deswegen nicht angewendet werden, WEIL sie die in unserer Welt gebräuchliche ständige Medikation mit Psychopharmaka beenden könnten. Man bekämpft heute Symptome und nicht Ursachen.

      Anstatt die Menschen weiter permanent unter Antidepresiva zu setzen um ihr funktionieren in einer Welt zu ermöglichen, die ihnen diese Depression verursacht hat, ist die alternative einer einmaligen Therapie mit DMT, Psylocibin oder LSD für mich definitiv die bessere. Meditation ist nicht für jeden.

      Es gibt zahlreiche Berichte darüber, dass der Einsatz von psychadelischen Substanzen es den Menschen möglich machte aus dem Verhalten auszubrechen, dass zu ihrer Krise führte. Für viele ist die Erfahrung so profund, dass sie ihr Leben ändern und danach streben ein Leben in Harmonie mit sich selbst, anderen und der Umwelt zu führen. (Ich wüsste nicht, dass nach einer solchen Erfahrung jemand beschlossen hätte ein Pharmavertreter oder Waffenschieber zu werden.)

      Ich halte die Argumente für den Einsatz dieser Substanzen daher für mehr als Überzeugend und bin sicher, dass wir in der Zukunft neben Meditation und Psychotherapie diese in der Therapie einsetzen werden.

      Die Motivation hinter all meinen Kommentaren ist, dass die Notwendigkeit Erforschung des Unterbewussten und seiner Prägung inzwischen mehr und mehr in der Gesellschaft ankommt. Auf diesen Prozess will ich mit meinen Kommentaren aufmerksam machen. Ich halte ihn für Essentiell um mit dem Trauma des gescheiterten Kapitalismus klar zu kommen. Jedes Mittel das uns dabei helfen kann sollten wir nutzen. Ob Meditation dafür "besser" ist halte ich für unerheblich.

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    4. Anscheinend bin ich noch nicht Fertig:
      Dass wir Materie sind ist alle andere als gesichert.
      Ich zitiere dazu den Physiker und Schüler Heessenbergs, Hans-Peter Dürr:
      Die Revolution, die stattgefunden hat, hat nicht nur gesagt, die Materie ist verschwunden, es ist auch die Energie verschwunden. Es hat sich herausgestellt: Das ontologische Weltbild gilt nicht mehr, in dem es heißt, es existieren Dinge, ob das nun Zeichen sind oder ob das Energie ist, sondern es gibt nur Verbindung, es gibt nur eine Verbundenheit, ohne dass die Verbundenheit an irgend etwas geknüpft ist, was wir begreifen können. Und wir haben keine Sprache dafür. Wir haben schlicht keine Sprache dafür. Etwas, das nur Verbundenheit sagt, ohne dass es sagt, was womit verbunden ist; das Grundelement der Wirklichkeit ist nicht Realität in dieser Wirklichkeit, sondern schlicht Verbundenheit.
      Die kleinsten Elemente sind nicht materielle und energetische Einheiten, sondern ich nenne sie manchmal »wirks«, weil sie Teile der Wirklichkeit sind, die wirken, ohne dass sie materiell sind. Das können wir als eine Art Feld betrachten, das im Hintergrund ist. Wir sind eben ein Meer, das selbst nicht materiell ist, und die Wellen auf dem Meer; darauf türmt sich praktisch die Materie, d. h. die Materie ist wie die Schlacke des Geistes. Der Geist, der holistisch ist der Natur nach – das ist der Grund, warum wir ihn nicht begreifen können –, ist das eigentliche, was uns zusammenhält.

      ...
      Wenn die Welt leidet, wie der Dalai Lama auch sagt, wenn irgendetwas in der Welt leidet, dann leide ich mit, aber ich weiß nicht, was der Grund ist. Ich werde deprimiert und ich weiß nicht, warum. Ich habe alles, was ich brauche, aber irgendetwas ist da, was mich unglücklich macht. Und das hat mit dem Gefühl zu tun – ein Gefühl, das sehr tief ist - ganz tief angelegt, das uns erinnert an unsere gemeinsame Wurzel; und wir interpretieren das immer mit einer weltartigen Größe, die mit uns in Wechselwirkung tritt. Aber es ist keine Wechselwirkung, weil wir mit uns selbst sprechen. Nur in zwei verschiedenen Personen. Das heißt, in mir steckt etwas von Ihnen und in Ihnen steckt etwas von mir. Und wir haben ein Selbstgespräch, das den anderen gewissermaßen mit einbezieht.
      Hans-Peter Dürr

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  12. "Was ist denn überhaupt Materie?
    Gibt es ein Nichts?"

    ich mach's auch kurz: materie ist das winzige kleine bisschen in dem riesigen nichts. wenn du deine gesamtmaterie in ein gefäß von der größe einer erbse packst, ist da noch genug platz für die materie von mehr leuten, als du erträgst.

    das hat natürlich nichts mit halusensationen und ihren verursachern zu tun.

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  13. Anhang:
    Bruce K. Alexander: The globalizatiion of addiction
    The dislocation theory of addiction.

    https://www.youtube.com/watch?v=7axaXQmdBVQ

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