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Donnerstag, 4. September 2014

Gedanken über die Legitimation von Frustration

Abteilung: Katzenbabys!

(Nachfolgendes wurde unter dem Einfluss des Dialoges zwischen @Rosi und @Troptard geschrieben:)

"Ich bin mit der Gesamtsituaton unzufrieden!" - ein Lacher im Film 'Der Schuh des Manitu'. Doch welcher Oppositionelle würde diesem Zitat nicht (mit Einschränkungen) zustimmen?
Diese 'Gesamtsituation' frustiert nämlich jeden kritisch hinterfragenden Menschen. Sicherlich würde es mir im Mittelalter nicht besser gehen. Warum also diese ewige Nörgelei? Wieso stelle ich hier nicht mal ab und zu ein Tierbaby-Bild rein? Ein Foto von einem schönen Sonnenuntergang? Warum nicht auch mal was Schönes zeigen?
Als 'kritisch hinterfragender Mensch', als den ich mich gerne sehen möchte, ist es schon schwer eine positive Grundhaltung zu bewahren. Ich fühle mich nicht gut aufgehoben, im Machtgefüge, welches die Geschicke der Menschheit leitet. Sicherlich kann ich mich auch an einem Waldspaziergang erfreuen, mich mit Leuten umgeben, die ich mag und die mich inspirieren.
Ich bin nicht unglücklich, ich bin frustriert. Und ja, der Frust lähmt. Früher habe ich öfter gepostet. Heute weiß ich nicht mehr, wo anfangen und wo aufhören? Was ist noch erwähnenswert, in einer Weltordnung, die wahnsinnig erscheint - aber durchaus 'vernunftgeleitet' ist (im eigenen Wertesystem), um Macht zu konzentrieren und Ausbeutung zu fördern?
Ich spüre eine Frustration (nicht nur in mir, sondern auch um mich herum) die daraus resultiert, dass kein grundlegender >Wandel< in Sicht ist. Da ziellos, herrscht nicht im geringsten Aufbruchstimmung.
Sicher, es gibt Lichtblicke, die Löcher in die Verzweiflung stanzen.
Grundsätzlich bleibt aber die (zu widerlegende) Erkenntnis übrig, dass die Interessen weniger Privilegierter über den Interessen der gesamten Menschheit stehen. Und dies ziemlich unangefochten (wenn man den Widerstand mit dem Grad der Ausbeutung in Relation setzt).

Ich nehme mir das Recht frustriert zu sein.
Es ist keine kreative Haltung, nicht nach vorne gerichtet - sinnlos.
Das Frustriert-Sein entspricht nicht dem Zeitgeist, lässt sich nicht verwerten.
Aber hey, es wird schon genug von mir verwertet, da bleibt mir dann wenigstens meine Frustration! :-)

Und die muss ja dann nicht zwingend in Ohnmacht und Lethargie führen...



Ach, scheiß drauf! Will ja hier keine schlechte Stimmung verbreiten!
Ausnahmsweise, und nie wieder!!!:



Kommentare:

  1. Moin, Dude

    weitermachen, einfach weitermachen. Vielleicht ist der Nachteil zum Mittelalter, dass man aufgrund der heutigen Nachrichtenflut, viel mehr Informationen bekommt, die einem auf den Sack gehen oder besser gesagt, frustrieren. Damals war nur das subjektive Umfeld interessant, die paar Minnesänger, das hatte man nach ein paar Wochen wieder vergessen. Wahlmöglichkeiten hatte man eh nicht, als Leibeigener und selbst als Adeliger war man Lehensmann und der Gnade anderer ausgeliefert (ohne die heutigen Standards anzuwenden). Außerdem war die Lebensspanne um einiges kürzer, als heutzutage, selbst wenn man eines natürlichen Todes starb. Der Lebenszweck beschränkte sich auf das Überleben, was für viele Gegenden dieser Welt in unserer Zeit immer noch Gültigkeit hat.

    Nun zu heute, ich versuche so leben, dass ich am Morgen noch in den Spiegel sehen kann, ohne zu reihern. Dagegen zu halten, wenn jemand wieder Stereotype über Ausländer, Hartz IV, etc. ablässt, Organisationen zu unterstützen, die anderen helfen. Ansonsten weitermachen, einfach weitermachen, in meinem kleinen Lebensbereich.

    ps. Schön mal wieder von dir zu hören.

    Gruß Hades

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    1. Vielen Dank für die aufmunternden Worte!

      Sicher werde ich weitermachen. Was bleibt mir auch anderes übrig? Aufstecken? Keine Option!

      Im Übrigen besitze ich durchaus Lebensfreude - auch wenn der Eindruck, den ich hier hinterlasse, sicherlich öfter ein anderer ist.

      Grüße, Dude

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    2. Hallo Dude,

      Du hast jedes Recht der Welt, über die bestehenden Verhältnisse und Entwicklungen traurig und verzweifelt zu sein, wie jeder, der sie durchschaut und sich nicht durch die Medien und Politikmarionetten blenden lässt.

      Das schließt natürlich nicht aus, dass es auch Zeiten gibt, in denen man die Zustände ausblendet, sich in das Private zurück zieht und auch glücklich ist. Alles andere führt auch in den persönlichen Wahnsinn. Deshalb finde ich es auch richtig, dass du dir von Zeit zu Zeit auch mal eine Auszeit gönnst.

      Dabei solltest du aber nicht vergessen, dass du etwas kannst, was anderen nicht vergönnt ist und aus dem du auch ein bisschen persönliche Zufriedenheit schöpfen kannst - schreiben, recherchieren, analysieren, politische Hintergründe und Sauereien verständlich formulieren,
      kurz gesagt: aufklären.

      Du nimmst uns Kommentatoren und stillen Lesern viel Arbeit ab, indem du dich mit den zahlreichen Themen auseinandersetzt, unzählige Texte liest, sie filterst und uns hier im Blog aufbereitest. Ich empfinde Dankbarkeit und kann mit deinem zeitweiligen Frust umgehen, zumal ich ihn auch selbst oft empfinde.

      Liebe Grüße Ruby

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    3. @Ruby:
      Mensch Ruby, Du hast es echt drauf mir ein verschämtes, schiefes und selbstgerechtes Grinsen in mein Gesicht zu stanzen! :-D

      Die Beschreibung "Du nimmst uns Kommentatoren und stillen Lesern viel Arbeit ab, indem du dich mit den zahlreichen Themen auseinandersetzt, unzählige Texte liest, sie filterst und uns hier im Blog aufbereitest. Ich empfinde Dankbarkeit und kann mit deinem zeitweiligen Frust umgehen, zumal ich ihn auch selbst oft empfinde." trifft für mich zu 100% auf 'Duckhome' zu. Gerade seine 'Aufgelesen und kommentiert'-Beiträge entsprechen genau dem, was ich mir unter Deiner Beschreibung vorstelle.

      Eben weil ich so viele wirklich gute Blogs (und viele schlechte und wenig gute Medienbeiträge lese), ist mir meine Limitierung bewusst. Oft fühle ich mich wie ein Kleinkind, welches mit Wachsmalkreiden im Louvre rumschmiert.

      Nein, aus mir spricht kein Minderwertigkeitskomplex. Ich habe weder ein überbordendes Selbstbewusstsein (ganz unsympathische Charaktereigenschaft!) noch ein Mangel an Selbstvertrauen.

      Aber das, was Du da beschreibst ist etwas, wo ich hin will und nicht das, wo ich mich sehe.

      Lob und emphatische Worte tun mir gut. Aber ich brauche auch Arschtritte - besonders gerne von Menschen, die ich mag.

      Aber vorher zum reinlesen (der neuste Auk-Beitrag:)
      http://www.duckhome.de/tb/archives/12761-Aufgelesen-und-kommentiert-2014-09-03.html

      Falls das zu viel Werbung ist: Ich bin nicht mal in seiner Blog-Roll.

      Liebe Grüße
      Dude

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    4. @ Moin, Ruby

      absolute Zustimmung, sehr gut ausgedrückt.

      Gruß Hades

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  2. Hallo Duderich, nur ganz kurz!

    Das hast Du sehr fein geschrieben. Ich finde mich in Deinen Gedanken wieder.
    Liebe Grüsse, Troptard.
    P.S.Ich werde hier weiterhin lesen.

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  3. In dieser Rede wird meiner Meinung alles gesagt, wie und warum man "trotz allem" positiv bleiben kann, ohne die Augen zu verschließen:
    www.youtube.com/watch?v=vV6Nw5MbLaI

    Oder was man noch sagen könnte: Es wäre genauso eine Logik, angesichts der Missstände in sich als natürlichen Ausgleich Positivität zu fühlen. Die natürliche Energieverteilung ist immer ausgleichend. Je negativer geladen ein Energie, umso mehr stößt es weitere negative Energie ab und ziehen positive an.

    Ansonsten ist sicherlich das Beste, jedes kleinste Quäntchen an Energie und Hinwendung darauf zu verwenden, in eine Position zu kommen, in der man seinen Lebensunterhalt so bestreiten kann, dass man darin aufgeht, und schon auf diesem Weg und aus dieser Vision Energie und Lebenskraft schöpft - statt sich mit diesem Satz einmal aus seinem Leben zu verabschieden:
    "Ich hätte ja gerne gewollt, aber dann doch nicht genug, da die Gesellschaft es mir zu schwer gemacht hat."
    Die meisten verabschieden sich mit diesem Satz aus seinem/ihrem unbefriedigenden Leben.

    Das ist es auch, was ich über die Jahre zum Thema Urlaub gehört habe von Leuten, die ihren Lebensunterhalt mit ihren persönlichen Vorlieben bestreiten können: Urlaub braucht man nur, wenn man sich mit seinem Schaffen nicht identifizieren kann und sich daher zur seelischen Hygiene regelmäßig frei machen muss davon. Wenn man in den Tätigkeiten aufgeht, dann ist man im Einklang und fühlt sich nicht besser, wenn man im Urlaub abgetrennt ist davon. Urlaub wäre dann nur, von einer Erfüllung in eine andere zu wechseln.
    Konventioneller Urlaub ist dagegen nur ein Konzept für die Masse, die nicht genau weiß, was sie eigentlich will und daher gesagt bekommt, was sie tun (arbeiten) soll und damit nicht mit sich im Einklang ist.
    (Soviel auch zu Lapuentes Ad Sinistram-Artikel heute.)

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    1. Entschuldigung!

      Aber das ist doch diese verquaste bürgerliche Ideologie oder der Sozialpädagogensprech, der mit abgefackten Standardsätzen daherkommt.

      "Nun sagen Sie mir mal erstmal drei Dinge, die sie in der letzten Woche als Positiv empfunden haben."

      Ich verstehe auch überhaupt nicht diese ständige Unterstellung, dass Menschen, die einen anderen Blick auf Gesellschaft und ihre Mitmenschen haben abgesprochen wird, sie könnten deshalb kein befriedigendes Leben finden un man müsste ihnen eine Therapie angedeihen lassen.

      Ist das die Angst vor Menschen, die anders Denken, Fühlen und Handeln, sich ihr Leben anders vorstellen, und auch auf Distanz zur Gesellschaft und ihren Mitmenschen gehen, eine ständige Bedrohung des eigenen Ich?

      Mir fällt da gerade der griechische Philosoph Diogenes ein, der mit dem Schild herumlief "Wo finde ich den wahren Menschen" und den man für sein Andersein verachtet hat.

      Ich empfinde das so, dass es in der Gesellschaft eine grosse Angst vor Mitmenschen gibt, vor ihrem abweichenden Verhalten.

      "Kritische Menschen" machen sich nicht Sorgen um sich selbst, sondern um andere, um deren Gesundheit, um deren Psyche und sonstige Auffälligkeiten, die man entdeckt.

      Ich glaube das stammt von Erich Fromm: Der Depressive ist der Gesunde in der Gesellschaft, der angeblich Gesunde der Kranke.









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    2. @Anonym, @Troptard:
      Ich habe auch allergische Reaktionen gegen diese Selbstoptimierungsscheiße. Man hat nicht nur nicht die Legitimation unzufrieden zu sein, nein, die Schuld an diesen Gefühlen sollen ausschließlich bei einem selbst liegen und sind auszumerzen.
      Unzufrieden im Beruf? Einfach zu wenig bemüht, zu unmotiviert!
      Das geht dann auch schon sehr in die spirituelle Ecke in der man mit seiner Haltung sozusagen seine Umwelt formt und gestaltet. Die Gescheiterten, die Abgehängten, die Unglücklichen - allesamt gescheitert an mangelnden Glauben.
      So kann man dann auch schön von gesellschaftspolitischen Forderungen ablenken.
      Sorry, Anonymus, aber wenn ich Dich richtig verstehe, dann meint Dein Lösungsansatz, dass die Menschen sich lediglich bemühen sollten ihren Traumberuf auszuüben und dann is allet jut. Wenigen Einzelnen mag das gelingen, daraus aber einen Lösungsansatz zu formulieren ist im besseren Fall naiv und im schlechteren schlicht Augenwischerei. Wir hätten Millionen von Künstlern, Astronauten, Sportlern, Tierfilmern aber keinen, der unsere Mülltonnen leert.
      Wie soll denn ein gesunder Mensch auf eine hegemonische Wertestruktur, die letztendlich auf Verwertung, Konkurrenz und Wirtschaftsgläubigkeit gerichtet ist, reagieren?
      Traumjob suchen?
      Übrigens sind nicht nur linke Blogger frustriert, sondern auch jene, die versuchen sich mit den ihnen umgebenen Zuständen zu arrangieren. Brauchen glückliche Menschen, die ein erfülltes Leben führen, ein Smartphone, dessen Display den ganzen Tag gestreichelt wird? Braucht es Markenklamotten und andere Statussymbole? Sind DIE nicht auch frustriert; kompensieren aber ihren Frust in Konsum?

      Ich verstehe meine Frustration als natürliche Reaktion auf meine Umwelt. Nicht ich bin fehlgeleitet und falsch fokussiert, sondern das System welche Menschen nach ihrer Verwertbarkeit und Konformität beurteilt.
      Ich brauche keine Tipps, wie ich meine Frustration loswerden kann. Meine Frustration ist die Konsequenz meiner Wahrnehmungen. Nicht meine Frustration (oder die anderer) ist das Problem, sondern die Umstände.
      Aber als Symtomträger wird man all zu oft zum Verursacher umgedeutet.
      Man kennt das ja schon durch die Agenda 2010-'Reformen'...

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    3. Troptard, "abgefackte Standardsätze" - auch in dem Video?

      "Kritische Menschen machen sich nicht Sorgen um sich selbst, sondern um andere" - Solange keine Zwangsbemutterung für die Mitmenschen daraus wird, ist es ja gut...

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  4. Anders aufgezogen: Wer seid Ihr eigentlich, dass Ihr frustriert seid?
    Ein Kumpel ist Entwicklungshelfer, berichtet mir z.B. aktuell aus dem Mathare Valley Slum in Nairobi, einem der elendsten Slums der Welt. Es ist nicht vorstellbar: Auf 300 m Breite und 2 km Länge leben dort 180.000 Menschen. In Worten: Einhundertachtzigtausend Menschen auf dreihundert Metern Breite und zwei Kilometern Länge.
    Durchschnittlich "leben" 10 Menschen auf 4 Quadratmetern. Beim Schlafen liegen die Menschen teils aufeinander. Zwei Drittel der Bewohner sind unter 20 Jahre alt, insbesondere Männer erreichen nur selten das Erwachsenenalter, Haupt-Todesursache ist AIDS.
    Es gibt natürlich kein Abwasser, kein fließend Wasser, keinen Strom, in der Regenzeit versinkt alles in einer Schlamm-Kloake.
    Hier Bilder: www.google.de/search?q=Mathare+Valley+Slum&tbm=isch
    (Schon am Rand dieses Slums stehen übrigens 5-Sterne-Hotels, und nur eine Autobahn trennt das Slum von einem riesigen Luxus-Golfplatz, auf dem die Reichen auf stets millimetergenau getrimmtem saftigem dauerbewässertem Rasen in ihren Elektro-Golfwagen von Loch zu Loch surren.)

    Ihr stellt Euch jetzt vielleicht vor, dass die Menschen da wie Zombies in Endzeitfilmen durch die Gegend geistern. Das Gegenteil ist der Fall. Es herrscht eine allgemein heitere Stimmung, und auch auf allen Fotos strahlen die Leute in die Kamera.
    Wenn man solche Fotos neben die Profilbilder der vom Weltelend frustrierten westlichen Blogger hält (die aus eigener Erfahrung größtenteils wohl kein Bild von den Zuständen anderswo in der Welt haben) und fragen würde "Wer von diesen beiden Seiten hat ein Problem?" - Jeder würde auf die westliche Blogger-Seite zeigen.

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    1. Ich empfehle dem Duderich: Aus dem Brett vor dem Kopf eine Waffe machen.

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    2. Wer bist DU denn eigentlich, dass Du mir das Recht absprichst frustriert zu sein?
      Ich habe also kein Problem, weil ich nicht im Slum lebe und an Hunger darbe? Sicherlich auch ein tröstendes Argument für alle AlG II-Bezieher! Alles nicht so schlimm - anderen geht es schlechter! Kritik und formulierter Änderungsbedarf ist also ein Luxusproblem und deplatziert. Verstehe.

      Vielleicht bin ich ja nicht frustriert wegen meiner eigenen Existenz sondern EBEN u.A. WEGEN der von Dir beschriebenen Zustände in Slums und Flüchtlingslagern. Schon mal daran gedacht?

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    3. @Anonym (04.09. 18:26):
      Danke für diesen tiefschürfenden Beitrag!
      Solch fundierte Kritik durfte ich bislang selten geniessen.
      Dein Beitrag hat eine ganze Kaskade von Erkenntnisgewinnen bei mir ausgelöst!

      Bitte mehr davon!

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    4. Wenn es dir so wichtig ist, kannst du vor Ort in Nairobi mithelfen und zahlreichen Menschen das Leben verlängern - damit richtest du mit Sicherheit mehr aus, als du es in irgendeiner Form hierzulande tun kannst.
      Wenn es dir aber nicht wert ist, dafür dein Bleibe hierzulande zumindest vorübergehend hinter dir zu lassen, dann gib hier nicht vor, in was für dunkle Löcher die Zustände dich persönlich dort stürzen.

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  5. Der Eindruck ist sicherlich nicht unberechtigt:

    Der Mensch verändert mit jedem Tag die Bedingungen seiner Reproduktion und damit wirkt er auf die Natur ein, verändert diese, aus welcher er die Quellen seiner Reproduktion schöpft ohne sich bewusst werden zu wollen, dass diese Veränderung unausweichlich auf ihn zurückschlägt.

    In seinem Geiste bleibt er dieses ewige Kind, welches die Notwendigkeit zum Erwachsen werden stets aus neue ignoriert.

    Das Beharrungsvermögen in eingefahrenen Mustern des Denkens verhält sich so, wie die Schwerkraft zur Erde.

    Unsere modernen (deutschen) Philosophen haben grosse Anstrengungen darauf verwendet, den Menschen zum vernunftbegabten Wesen zu erklären, den Verlauf der Geschichte selbst als Zeugen zu bemühen, dass sich der Mensch von den Fesseln der Natur immer mehr befreit und sich damit zugleich auch aus seinen gesellschaftlichen Fesseln befreien wird.

    Möglicherweise ist das viel banaler! Der Mensch lebt von der Iddee, dass sein Bewusstsein das Sein bestimmt, Dass er selbst Meister und Herr über das ist, was er in die Welt gesetzt hat.

    Wenn man den Blick in das tägliche Leben nicht scheut, dann sieht es wohl eher so aus, dass er Knecht in seinem eigenen Haus ist.
    Dass er die gesellschaftlichen Beziehungen, die sich auf den Verkauf und Kauf von Waren reduzieren und sich über das Medium Geld vermitteln nicht aufbrechen kann, weil sie ihm selbst als naturgegeben und unabänderlich erscheinen.

    "Die Bretter vor dem Kopf!"
    Ich glaube, dass die Bretter vor dem Kopf nicht das wirkliche Problem sind.
    Es ist dieses Verharrungsvermögen der Menschen, die sich immer noch an etwas klammern wollen. Und Gründe um festzuhalten, nicht loszulassen , finden sich dafür reichlich .

    Und die Wahrscheinlichkeit, dass die sog. Vernunft dabei auf der Strecke bleibt und Geschichte sich nicht nach unseren Philosophen richten will, das kann man schon einschätzen ohne dafür grosse Prognosen anzustellen.

    Pessimismus ist eine gute Sache, wenn er einen davor bewahrt unvorhergesehen mit dem Schädel gegen eine Wand zu laufen.

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  6. Bonne Nuit, Gute Nacht,

    Duderich!

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    1. Heul mal den fränzösischen Mond für mich an! :-)

      Guts Nächtle!

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  7. @Duderich
    Nicht auf Katzenbabys hatte ich meine Eröffnung verlinkt, zu einem ganz anderen, m.E. weit passenderen Motiv geleitet – nicht wahr nicht?
    http://www.rosi-von-dannen.ch/albums/freestyle-1/content/schrei-aus-der-dunkelheit-1/

    Glückliche Frustrationsverzweiflung zur Bestätigung der eigenen Sensibilität und Freiheit im Sinne der Andersartigkeit! – „Katzenbabys“ oder „Schrei aus der Dunkelheit“. Kann Frustration noch schreien oder macht sie nur „miau“?
    (Dann passen die Katzenbilder wenigstens anhand der Überschrift zum Thema)

    Das schicke ich allerdings lieber voraus:
    Wenn ich mich mit solchen Themen beschäftige und darüber schreibe, oder jemanden anspreche, dann heißt das nicht, dass ich einen Menschen ändern möchte usw. usf..

    Doch es ist ein Allgemeingesellschaftliches Thema, welches längst zu einem Problem geworden ist. Und nein, ich meine nicht zu einem Produktivitätsproblem im Kreislauf des Kapitalismus (der sieht das völlig anders, darauf komme ich noch im weitern Verlauf zurück).

    D.h., Ihr dürft Euch anfrusten, Frust aufwerten, Frust von mir aus als rares Recht deklarieren, Dauerfrust als zwingende Begleiterscheinung eines Kritikers voraussetzen, wann und wie immer ihr das möchtet. Doch ich habe entgegengesetzte Schlussfolgerungen aus dem an sich unbestrittenen Ist-Zustand gezogen.

    Da sich hier schon auf Fromm berufen wurde, eröffne ich mit einem Zitat:

    „Ich finde es außerordentlich schade, und um so mehr, als es ja nur ein Symptom ist, eines Defektes unserer Kultur, der nicht nur schade, sondern tödlich sein kann. Vll. könnte ich es einmal so ausdrücken: Mehr und mehr tun wir nur das, was einen Zweck hat, was, wobei etwas heraus kommt. Und letzten Endes, wobei etwas herauskommt, ja was ist das? Geld oder Ruhm oder Beförderung … Aber der Mensch heutzutage denkt kaum mehr daran, dass etwas zu tun, war gar keinen Zweck hat, dass das möglich ist, wünschenswert ist und vor allen Dingen schön ist. Dass das schönste im Leben ist, seine eigenen Kräfte zu äußern, nicht für einen Zweck, sondern wo der Akt selbst das Tun selbst zusammen fällt mit dem Zweck.“
    (Erich Fromm: „Wer nur einen liebt, liebt keinen“)

    @Duderich: „Das Frustriert-Sein entspricht nicht dem Zeitgeist, lässt sich nicht verwerten.“

    Ganz großer Irrtum, würde ich doch meinen:
    http://www.geolitico.de/2013/12/14/die-frustrierte-gesellschaft/
    Frustriertsein IST längst Zeitgeist der Gesellschaften moderner Wirtschaftsnationen!
    Wer nicht frustiert ist, trägt zu wenig Verantwortung, hat zu wenig Arbeit, hat nicht genug dafür getan oder ihm mangelt es an passendem Weitblick, hat ein zu dickes Fell oder zu wenig Hirn in der Birne ( usw. usf., so gemeinhin die gängigen und auch hier durchscheinenden Attribute, die wirklich jede Situation abdecken. Also es ist für jeden etwas dabei, mit dem er sich identifizieren kann). Das System sorgt dafür, dass man sich möglichst freiwillig einer solchen „Einsicht“ unterwirft (wenn nicht, wird nachgeholfen, HartzIV).
    Den richtigen Artikel aus der Süddeutschen hierzu hast Du ja schon verlinkt: „Es wähnt sich in Freiheit“, völlig richtig. Doch diese Illusion gilt auch für den Frust. Was soll daran frei sein?
    ff.

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  8. Teil 2

    Es wird nicht mehr lange dauern, bis der Burnout zum Qualitäts-Gütesiegels aller fleißigen Bienchen wird: http://www.crn.de/software/artikel-99277.html - A Great Place to Burn Out

    Unmodern ist es dagegen, Freude zu empfinden, gute Laune zu zeigen oder sich mit zweckfreien Dingen zu beschäftigen, von denen Fromm z.B. spricht.

    Alle vom System zur Verfügung gestellten therapeutischen Maßnahmen sind nicht dazu gedacht, depressiven Menschen ihren Frust zu nehmen (wo warst Du die letzten Jahre?). Nein, sie sind lediglich dazu gedacht, Nichtmehrfunktionierende insoweit wieder aufzustellen, dass sie noch für die Zeit ausreichen, bis es wirtschaftlicher wird, sie der letzten Etappe des Verwertungsprozesses zuzuführen. „Leistungen zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit“, nennen die KKs solches in ihren Katalogen.

    Ähnliches gilt für die meiste „Glückskeksliteratur“ irgendwelcher esoterischer Strömungen, wobei jene sich rein mit dem Verkauf ihrer Ware als Sinnzweck begnügen (mit denen offensichtlich meine Worte verwechselt wurden). Doch meine Ausführungen sind stark geprägt von Fromm (u.v.a.), nicht von „tschakka-Literatur“ und/oder den Ausführungsorganen des Gesundheitssystems.

    Niemand braucht sein Recht auf Frust einzuklagen, denn drei Dinge sollst Du fühlen: Anspannung, Angst und Frustration! Das ist Tenor, das ist on vogue. Du glaubst mir nicht? Na, dann stell Dich einmal versuchsweise auf eine Einkaufsstrasse und lache laut (die pure Vorstellung reicht vermutlich schon). Doch dann würdest Du sehen, bzw. es würde Dir bewusst werden, wie Dich die in Massen an Dir vorbei strömenden und angespannten Frustzombies empört anschauten (ob dieses faux pas natürlich). Oder natürlich feststellen: „i am not alone“.

    Das letzte was sich die Macht wünscht, wäre die gute Laune, kraftspendende Freude. Wir sind derart produktiv, dass menschliche Kraft für den Produktionsprozess kaum noch ein Faktor ist (verlass Dich drauf!). Die funktionale Kopfarbeit ist so angesetzt, dass Du einen vollständig funktionierenden Kopf nicht einmal mehr brauchst, er sich eher als hinderlich erwiesen hat.

    Frustration macht die Menschen antriebslos (wie Du selbst schon an Dir festgestellt hast und im Text anmerktest) sowie gefügig. „Netter“ Nebeneffekt: Frust braucht ein Gegengewicht und solches bietet Dir das System durch Verführung zum Kommerz (wird überwiegend genutzt, also alles so, wie es systemseits sein sollte). Denn dass hier: „Sicherlich kann ich mich auch an einem Waldspaziergang erfreuen, mich mit Leuten umgeben, die ich mag und die mich inspirieren.“, klingt nach mehr Theorie, denn Praxis. Vermutlich wird es dann doch eher ein Bier, ein Kippchen, ein Burger, was weiß ich … (und ich meine jetzt nicht Dich speziell).

    Verstärkend kommt hinzu, frustierte Menschen neigen dazu, sich zurückzuziehen, zu isolieren. Zum einen sind kraftlose Einzelgänger einfacher zu regieren und zum anderen fallen sie (ab einem gewissen Grade der Nichtproduktivität) unter die dringend nötige Reservemasse. Mit einkalkuliert ist das sozialverträgliche Ableben, welches den genannten und bekannten Verwertungszwecken zugeführt und die Endkosten bei Familienangehörigen einsammelt.

    ff.

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  9. Teil 3

    Sie bilden eine Reservearmee, die selbst die Wankelmütigen ins Hamsterrad treibt. Immer mit der Drohung im Nacken: „Schau hin, wenn Du nicht weiterläufst, wird es Dir so ergehen“. Es ist fast so, als käme der Ausstieg aus diesem Prozess einer Todesdrohung gleich.

    Frustration lässt sich somit hervorragend verwerten, selbst dann, wenn sie sich bereits ausgestiegen wähnt (ein riesiger Markt i.Ü., doch das nur nebenbei). Es entsteht keine Zaunlücke im System, durch die man schlüpfen könnte, alles ist verwertbar.

    „Die Pathologie der Normalität“ (Fromm), damit sind nicht jene wenigen Verbliebenen gemeint, die ihre Kraft noch aus den kleinen Dingen im Leben zu schöpfen gelernt haben. Sondern die Frustmasse mit Ersatzbefriedigung (wie immer sie auch aussehen mag).

    Ein weiteres (und überall deutlich zu spürendes) Merkmal des Zeitgeistes ist es, dass der Frust die positive Lebenseinstellung nicht einmal mehr ertragen kann und sie bekämpft (das ist natürlich nicht neu). Auch dies kommt dem System zupass. Denn der Frust neigt völlig freiwillig dazu, eine (für sich selbst) erhaltene positive Lebenseinstellung mit unsensibler Naivität gleichzusetzen (u.v.w. Attribute zur Auswahl, s. oben) und auf positive Zeichen entweder mit Häme oder mit offener Aggression zu reagieren. Ihr aber auf jeden Fall mit Misstrauen zu begegnen. Warum, na weil es so andersartig ist. (Mir macht doch der Frust keine Angst mehr. Habe längst registriert, dass er Teil des Problems ist).

    Genau das hat Erich Fromm vorausgesehen und darauf bezieht sich das gewählte Zitat:
    „Die Kranken, das sind die Gesunden. Und die Gesunden, das sind die Kranken.“

    Dies vorausgeschickt, bedeutet heutzutage die Normalität ‚Frust’. Wenn die Normalität das Gesunde ist, dann kann die ‚Freude’ nur noch das Kranke sein (sie ist das Fremde, und nicht umgekehrt). Frust wird in der Psychologie als Thema auch nur insoweit weiter ausgebaut, als dass es ins System passt. Damit Frust noch einen Sicherheits-Deckel bekommt (wenn ihm schon das Gegengewicht der Freude fehlt) arbeitet man jetzt gerade daran, die ‚Wut’ als Krankheit zu deklarieren. (Was jedoch m.E. nur mehr prophylaktisch geschieht. „Die Frustschlapplappen stehen eh nicht mehr auf“, wird man denken, „doch sicher ist sicher“).

    Erich Fromm wäre der letzte, der sich aufmachte und es dabei beließe, die Sensibilität der „Kranken“ elitär empor zu loben und der Freude den Todesstoß zu versetzen. Er bleibt bei solchen Feststellungen nicht stehen, sie sind oft nur im Gesamtkontext zu vertehen. „Die Pathologie der Normalität“ war für ihn Pathologie (sonst hätte er einen anderen Begriff gewählt). Nicht zum Selbstzweck, die eine Gruppe mittels Frustrationslevel einen elitären Status zuweist. Fromm war ein Humanist und mehr Realist, als Optimist. Was überhaupt nicht zu ihm passt, Misanthropie oder Pessimismus:
    http://www.humanist.de/kultur/literatur/religion/fromm1.html
    „Der schon heute legendäre Philosoph und Psychoanalytiker verdeutlicht in scharfen, weitsichtigen Analysen, wo die Krankheiten der modernen Gesellschaft und des einzelnen Menschen liegen, und er weist Wege auf, sie zu heilen.“

    „Leben ist immerwährendes Geborenwerden, hört die Geburt auf, hört das Leben auf. Tragisch ist, dass viele sterben, ehe sie geboren werden (Erich Fromm)“

    Darüber kann man nachdenken, muss es aber nicht. Man kann auch sagen: „alles Blödsinn“.

    In diesem Sinne, freies Frusten wünsch ich noch.

    Gruss
    Rosi

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  10. Passt hervorragend zum Thema:

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=23115

    "Im Zeitalter der Globalisierung ist Neoliberalismus weltumspannend. Um diesen zu bewerten, ist also Betrachtung der ganzen Welt nötig. Wenn der Autor nun behauptet, dass die Macht nicht mehr repressiv sei, hat es den Anschein, dass er die Welt nur aus dem Fenster seiner Gelehrtenwohnung und auch nur so weit überblicken will. ...
    ....
    Was ist der Unterschied zwischen Abhängigkeit und Gefügigkeit? Wieder so eine Behauptung, die der Geisteswissenschaftler unbewiesen dem Leser offeriert. Wird man durch Gefügigkeit abhängig, oder bei Abhängigkeit gefügig? Die Überschrift stimmt auch nicht: das unterworfene Subjekt sei sich seiner Unterworfenheit nicht bewusst. Das trifft eben nur für einen Teil der Unterworfenen zu. Wie anders ist zu erklären, dass bei Umfragen zur Kapitalismuskritik viele dieses System scharf kritisieren?

    Wenn weiter davon gesprochen wird, wie durch “Freundlichkeit” das Machtgefüge unsichtbar werde, so hätte der Autor an dieser Stelle den Ursachen der Ahnungslosigkeit der Massen nachgehen können. Statt dessen nennt der Herr Wissenschaftler diese immerwährende Blendung “Freiheit”. Mithin also Freiheit durch Dummheit. Das Kunststück, wie das System die Freiheit ausbeute, erklärt er nicht. Schließen sich Ausbeutung und Freiheit nicht eher aus? Also wäre an dieser Stelle von eingebildeter Freiheit zu reden. Das tut er aber nicht. ..."

    (weiter auf den Nachdenkseiten)

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  11. Rosi, hervorragend! Stimme Dir vollkommen zu...
    Erich Fromm sollte man dazu mal umfänglich reinziehen.

    Siehe auch diese Ansprache zum Thema "Psychologie als Schulfach?"
    www.youtube.com/watch?v=4NTf1swVDzU
    Fazit: Die Wirtschaft würde dann zusammenbrechen, weil die Wirtschaft unzufriedene, frustrierte Menschen braucht, der man durch den Konsum Erleichterung versprechen kann.

    Ihr pocht darauf, Opfer der Umstände zu sein.
    Ich pfeife darauf, dass ich das gleiche Recht hätte, mich als Opfer darzustellen.
    Das hilft mir nämlich nicht für positives Wirken.
    So wie es den Arzt in seinem Wirken beeinträchtigen würde, das Leiden der Menschen selbst mitzumachen, denen er hilft.
    Wenn Ihr den Frust in Euch nagen lassen müsst, um Eure Authenzität und Identität zu wahren, dann bin ich froh, dass ich das nicht muss.

    Ihr sagt am Ende Eures Leben: "Ich war Opfer der Umstände."
    Ich sage am Ende meines Lebens: "Ich war Opfer der Umstände, hab aber drauf gepfiffen."
    Welche Haltung kommt unter'm Strich der Menschheit wohl mehr zugute?

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    1. Danke! (Wenigstens 1 Fan *grins*)

      Und Sie haben Recht. Wenn schon Fromm, dann sollte man intensiver bei ihm hinein hören (gibt einiges davon aus youtube).

      Denn gerade er ist völlig als Referenz ungeeignet, um dem Frust einen Selbstzweck zu geben.

      Stand heute, würde ich vermutlich am Ende meines Lebens sagen:

      "Ich war ein Spielball der Umstände, doch ich hab mich niemals brechen lassen und/oder allein auf mich selbst zurückgezogen"

      Denn allein, bewegt ein Individuum auf diesem Planeten vll. seine Kaffeetasse von rechts nach links ...

      "Psychologie als Schulfach" ... hhhm, bin Realist, kein Optimist ;).

      Ein solches Ansinnen/Projekt birgt natürlich seine Gefahren, weil ich davon ausgehe, dass das bestehende System nur solche Material zulassen würde, welches die Schüler noch schneller und gründlicher in die ihnen zugedachten Rollen schmieden würde.

      Psychologie ist als solches erst einmal neutral. Sie kann zum Konstruktiven eingesetzt werden, so sie bildet eine fürchterliche Waffe, wenn man sie zu Destruktiven nutzt.

      Bis jetzt sehe ich Schule als längst eingenommenen Boden (s. Bildungsspiegel, Schulungsmaterial, der ewige Schrei der Wirtschaft nach rein funktionaler Ausbildung, Pisa ... usw. ..). Das ist ein Problem, m.E..

      Doch wieder zurück zum Thema: Erstaunlich manchmal, wie an verschiedenen Orten fast gleichzeitig ähnliche Diskussionen entstehen. Kaum habe ich den Text geschrieben, falle ich über eine Menge frischer Links, die zu meinen Worten passen (wobei ich mich dann schon frage, wer das alles wann lesen soll ..)

      Z.B. heute bei HDS. Ausgelöst wurde die Diskussion durch die NDS - wenn ich recht verstand - und die NDS berufen sich auf den bereits verlinkten Artikel in der Zeit:
      http://hinter-den-schlagzeilen.de/2014/09/05/krieg-loest-keine-probleme-krieg-ist-das-problem/

      Ein von Frau Diederich genutztes Zitat ziehe ich heraus:

      "Widerstand ist das Geheimnis der Freude!
      Alice Walker"


      "Und Schicksalsergebenheit ist das Geheimnis des Frustes",

      würde ich ergänzen.

      Das bedeutet nicht, dass Frust keine Daseinsberechtigung hätte, ganz und gar nicht. Meine Worte beziehen sich auf dessen Wirkung (das tun sie i.Ü. seit meinem Einstieg in diesen Dialog).

      Doch über diese Wirkung, finde ich zumindest, sollte man sich im Klaren sein. Müssen oder an eine solche Wirkung glauben, muss man nicht.

      Gruss
      Rosi

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    2. @Anonym, oder auch Kommentator aus der Deckung.

      So ein Quatsch, den Du da von Dir gibst!

      Wer hat sich denn hier bisher als Opfer der Umstände dargestellt?"
      Das ist eine Behauptung , die sich anderen leicht unterschieben lässt.
      Nur mal rein theoretisch!
      Es wäre ja auch möglich, dass diejenigen, die mit den gesellschaftlichen Verhältnissen unzufrieden sind, selbst nie ein Opfer dieser Verhältnisse geworden sind.

      So z.B. meine Person.

      Ein Mensch, der die Welt immer mit offenen Augen betrachtet hat und der aus den Widrigkeiten des Lebens auch noch Kraft geschöpft hat, ein richtiger Kampfdackel, der sein Leben ohne fremde Hilfe immer alleine gemeistert , der seine Ziele verfolgt hat, die Mittel zur Erreichung seiner Ziele sich selbst erworben hat.

      Warum wird hier mit Unterstellungen, mit Vorurteilen gearbeit, die Schubladen weit aufgemacht.

      Ich selbst habe auch viel von Erich Fromm gelesen und ich schätze ihn auch, grob gesagt sein Bemühen die Psychoanalyse mit dem Materialismus in Harmonie zu bringen.

      Nur die Welt bewegt sich weiter und ob wir es wollen oder nicht, wir können die heutigen Verhältnisse nicht einfach aus den Erkenntnissen der Vergangenheit verlängern. Es braucht eigene Anstrengungen, um diese zu verstehen.

      Der Kapitalismus ist nicht immer die Wiederkehr des Gleichen, dieses scheinbar ewige Spiel von Krise, Bereinigung und Neubeginn. Auch das, was ich als Ignoranz gegenüber Natur und Reproduktion angedeutet habe ist inzwischen vollkommen anders gelagert als noch in den goldenen 50iger Jahren.

      Unbefriedigt sein ist für mich deshalb keine persönliche Macke, die sich tiefenpsychologisch bereinigen lässt, sondern eine notwendige Vorraussetzung für Veränderung.

      Möglicherweise wird das, was man jetzt auch oft als unbrauchbare Unzufriedenheit bezeichnet, noch ein Hebel für Veränderung.

      Ausgemacht ist das nicht. Genauso haben sich Ansätze als unbrauchbar erwiesen, die im Bewusstsein des Menschen etwas verändern wollen.

      Viel Zeit bleibt uns ohnehin nicht mehr!







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    3. @Troptard: Normalerweise würde ich Dich jetzt nicht ansprechen, weil ich meine verstanden zu haben, dass Du eine Kommunikation mit mir nicht wünschst.

      Würde jedoch gerne dazu: "Wer hat sich denn hier bisher als Opfer der Umstände dargestellt?"

      etwas fragen.

      Welche Form von Opferschaft meinst Du? Also ich bin bis jetzt davon ausgegangen, dass mit 'Opfer' (als relativer Begriff) all jene gemeint waren, die sich in diesem System nicht wohlfühlen (das ist pauschal ausgedrückt und an die Äußerungen des Duderichs im Artikel und in seinen Kommentaren gelehnt).

      Das würde mir vll. folgendes erklären:
      "Es wäre ja auch möglich, dass diejenigen, die mit den gesellschaftlichen Verhältnissen unzufrieden sind, selbst nie ein Opfer dieser Verhältnisse geworden sind."

      Dachte, wir wären - der eine mehr, der andere weniger - alle 'Opfer' (immer noch relativ) dieses uns global umspannenden Systems.

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  12. @Rosi

    Habe ja bereits erklärt, dass ich im Internet nicht mehr kommentieren werde.
    Lesen ja, aber damit solls auch gut sein!

    Habe mich nur noch zu diesem Thema beim Duderich geäussert.

    Auch Dir alles Gute für die Zukunft.

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    1. Hallo Troptard

      Wünsche Dir ebenfalls alles Gute für die Zukunft.

      Vll. hätte ich Dir noch etwas ausführlicher geschrieben (nur zum Lesen, nicht zum Antworten), dass der meinige Lebensweg dem Deinigen nicht so unähnlich scheint.

      Einzig vll. im Unterschied zu «allein» (wobei dies eine persönliche Definitionsfrage sein kann).

      Doch ich belasse es lieber dabei, wünsche Dir alles Gute und

      lieben Gruss
      Rosi

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  13. Gott, was habe ich hier losgetreten, mit der Aussage das ich frustriert bin?
    Von Verständnis bis hin zur Forderung erst mal Entwicklungshilfe betreiben zu müssen um überhaupt frustriert sein zu DÜRFEN (vermutlich sollte ich auch erst einmal in Nordkorea leben um den Kapitalismus kritisieren zu dürfen).

    Sehr interessant auch die utilitaristischen Argumentationslinien:
    Frustration bringt nix, lähmt, also ist sie abzustellen (das ist natürlich sehr verkürzt wiedergegeben).

    Ich schrieb es ja bereits: Meine Frustration, meine Unzufriedenheit resultiert aus meinen Wahrnehmungen heraus, was um mich herum geschieht. Ist es von mir eine bewußte Entscheidung frustriert zu sein?
    Nein!
    Insofern zielen Argumente (ob eigene oder durch Quellen fundierte) ins Leere: Pragmatisch gesehen ist Frustration natürlich unsinnig! Da sie aber eine nicht bewusst gewählte sondern nicht steuerbare Reaktion ist, helfen die besten Argumente nichts. Ebenso wenig kann man mir ausreden zu frieren, wenn mir zu kalt ist.

    Meine Frustration ist Symptom. Sie ist eine Reaktion auf meine Umwelt.

    Ob der Rückzug in eine realitätsverleugnende Zufriedenheit zielführender ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.

    Grüße,
    Dude

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    1. Dude, eine weiter Vertiefung macht tatsächlich keinen Sinn.

      Denn das hier:
      "Frustration bringt nix, lähmt, also ist sie abzustellen (das ist natürlich sehr verkürzt wiedergegeben)"

      ist nicht nur verkürzt wieder gegeben, sondern auch noch völlig verdreht worden, um zu den falschen Schlüssen per Konsequenz zu leiten (reductio ad absurdum, fallacia non causae ut causae).

      Schrieb weder etwas von Frust "abstellen", "bewussten Entscheidungen", "Steuerbarkeit" etc., noch verstaute ich vorangegangenes unter Pragmatismus.

      Dass meine Argumente ins Leere laufen, liegt ganz sicher nicht daran, dass sie so simpel, tautologisch verdreht und inhaltlos sind, wie Du sie offensichtlich verarbeitet hast (gewollt? K/A .. irrelevant).

      @Duderich: "Ebenso wenig kann man mir ausreden zu frieren, wenn mir zu kalt ist."
      (OMG, sorry aber .. näh .. das geht weit über mein Kompensationsvermögen ... Error)

      Nein, das kann man Dir nicht ausreden, in der Tat nicht. Aber man könnte durchaus versuchen Dir zu erzählen, wie sich die körperlichen Prozesse beim Frieren gestalten. Und mit viel Glück käme man dann möglicherweise sogar soweit zu beschreiben, wo warme Mäntel hängen, von denen einer vll. (aber auch nur vll und u.U.) Dein Frieren mildern könnte.

      Und exakt so steht Deine Aussage im Verständnis zu meinen Ausführungen ... Ich spreche von den Prozessen des Frierens. Streife Beschreibungen zu Wegen, die an Orte mit Mänteln führen könnten. Und Du verstehst nur, ich wolle Dir das frieren verbieten.

      Duderich, dazu fällt mir wirklich nichts mehr ein. Außer vll. das hier.

      Gruss
      Rosi

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    2. Und Rosi zog wieder einmal frustriert von dannen.

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    3. @Anonym:
      So einfach ist es dann auch nicht.
      @Rosi:
      Antwort folgt

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    4. @Rosi:
      Wie ich in meinem Post eingangs erwähnte, ist er eine Reaktion auf Deine Ausführungen gegenüber Troptard.
      http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de/2014/07/das-einzig-richtige-sanktionen-gegen.html?showComment=1409682238251#c8446476912634006821
      ff.
      Dort intervenierst Du gegen die Unzufriedenheit von T., sprichst von 'Kathastrophenmodus' und von 'Katastrophenpropheten'. Gibst Tipps, wie die Unzufriedenheit zu überwinden ist.
      Hast Dir viel Mühe gemacht und Ich bin mir sicher, Du hast das gut gemeint.
      Dazu fallen mir aber zwei Binsen ein:
      - Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht
      - Ratschläge sind auch Schläge
      In so fern kann ich gut die darauffolgende Reaktion von Troptard verstehen.

      Und die Reaktion auf diesen Post spricht dann auch Bände.

      Dann wird hier angeführt, das Glück doch so viel politisch unbequemer ist, als Frust oder Unglück.

      Dann stelle ich mal die Frage: Was treibt Menschen auf die Straßen um politische Umstände zu bekämpfen? Glück oder Frust/Unzufriedenheit?

      Und wenn man äußert, dass man frustiert ist, wird man anscheinend ganz schnell auf seine Frustration reduziert, als könnte man aufgrund der Unzufriedenheit mit bestehenden Umständen keine Freude empfinden, politisch aktiv sein. Frust wird mit Resignation gleichgesetzt, mit Untätigkeit und Lethargie. Wie Du schon schriebst: Das Leben ist nicht nur Schwarz, Weiß oder Grau. Und Frustrierte müssen nicht zwangsweise ihren Kummer mit dem Konsum von Alkohol, Kippen und Burgern kompensieren (plakativer geht es ja wohl kaum!). Das ich gleichzeitig (neben meiner Frustration) auch tatsächlich in der Lage bin, Glücksgefühle zu empfinden, wird mir en passant abgesprochen, da es nicht dem Klischee entspricht (soviel zu Schwarz, Weiß, Grau).
      Frustration wird zwar toleriert, gleichzeitig zwischen den Zeilen aber als Erkenntnisdefizit deklariert, der durch die Auseinandersetzung mit bspw. Fromm aufgelöst werden könne.

      Und mit solchen geistigen Größen im Rücken wird dann auch quasi die Deutungshoheit übernommen.

      Und dann hast Du geschrieben, dass Frustrierte eine positive Lebenseinstellung nicht ertragen und sogar bekämpfen. Wie ist es denn umgekehrt?

      In Deinen Augen mag ich erkenntnisresistent sein, da ich Deiner Argumentationslinie nicht folge. Mag ja sein, dass Du weiter bist als ich. Mir deswegen ein Brett vor dem Kopf zu attestieren - dass ist dann aber auch ein Niveau, was mich speziell bei Dir enttäuscht...

      Grüße, Dude

      P.S.:
      "Und exakt so steht Deine Aussage im Verständnis zu meinen Ausführungen ... Ich spreche von den Prozessen des Frierens. Streife Beschreibungen zu Wegen, die an Orte mit Mänteln führen könnten. Und Du verstehst nur, ich wolle Dir das frieren verbieten."

      Nein, Du verstehst nicht, oder willst nicht verstehen. Ich habe nie gemeint, dass Du das 'frieren' verbieten willst, sondern das Frustration ebenso wenig bewusst gewählt wird, wie das frieren.
      Es sei Dir unbenommen, mir 'Mäntel' zu zeigen, aber ich werde ja wohl entscheiden dürfen, ob ich sie anziehe.

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  14. "Ist es von mir eine bewußte Entscheidung frustriert zu sein? Nein!"
    Wir waren ja längst weiter, beim eigentlich Interessanten: die Wirkung von Frustration. Das sollte jeder mal näher an sich betrachten und abgleichen mit dem von Rosi und mir Gesagten.
    "Realitätsverleugnende Zufriedenheit" zeigt leider, dass Du entweder nicht gelesen oder nicht verstanden hast. Im ersten von mir verlinkten Video wird dazu sehr kompakt gesprochen, wie ich es nicht besser rüberbringen könnte.

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    1. @Anonym (der andere)
      Im Großen und Ganzen stimme ich Ihnen zu.

      Aber zu dem ersten Video (wenn ich das richtige herausgefischt habe), würde ich sagen, dass ist vll. "etwas" too much. Und zwar in der Art und Weise, wie es herüber gebracht wird.

      Formuliere es etwas allgemeiner, pathetischer:

      Wenn jemand sich den Weltschmerz auf die Schultern lädt und von Traurigkeit und Enttäuschung emotional erfasst wäre (i.d.F. als völlig unpersonalisierte Begriffswahl), dann würde er einen derartigen Grinsemenschen, in solche einer Happy-Tonart präsentiert, ganz bestimmt nicht ertragen können.

      Das zumindest mein Fazit, welches ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen würde. Versetze ich mich in eine solche Emotionslage, würde ich mir glatt verarscht und nicht für voll genommen vorkommen. Es käme nicht so weit, dass ich mir das länger als ein paar Sekunden antun würde. Der ruhigeund sachliche Tonfall von Fromm kommt m.E. besser (angemessener).

      Es ist also nicht so, dass ich für Frust kein Verständnis hätte, das nicht nachempfinden könnte.

      Gruss
      Rosi

      Oder man versucht dem ganzen die Schärfe zu nehmen, in dem man eine Verarsche als offiziellen Gag präsentiert. Wir alle kennen doch Monty:
      https://www.youtube.com/watch?v=L2Wx230gYJw

      Das hat wenigsten schwarzen Humor und böte meinen Gegenüber, mir eine entsprechende Retourkutsche zu bieten ;)

      Gruss
      Rosi

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  15. @Anonym7. September 2014 13:52

    "Und Rosi zog wieder einmal frustriert von dannen."
    Bin nicht frustiert (sollte mich derartiges frustieren müssen?)

    Man kann auch von dannen ziehen, wenn man der Meinung ist, dass eine weitere Diskussion - aufgrund zu unterschiedlicher Herangehensweisen - keinen Sinn macht.

    Sie erkennen die Logik? Nein? Auch nicht weiter schlimm, denn dies würde mich nicht tangieren.

    Die Situation in der Ukraine, das ist z.B. etwas, was mich belastet. Oder auch so simple Dinge, wenn es jemandem in meinem Umfeld nicht gut geht usw.. Also die ganz normalen Dingen der Realität ... wie Mensch so lebt halt.

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  16. Duderich, wie schon in der Vergangenheit macht mich die Struktur hier irre, deswegen drunter und mit Quoten:

    Dude: "Wie ich in meinem Post eingangs erwähnte, ist er eine Reaktion auf Deine Ausführungen gegenüber Troptard.

    Dort intervenierst Du gegen die Unzufriedenheit von T., "


    Nein, ich interveniere nicht. Zumindest dann nicht, wenn Du das Wort über seine Bedeutung von 'auf etwas reagieren'' hinaus gesetzt hast (wovon ich jetzt leider ausgehen muss).

    Natürlich schreibe ich sachlich über Katastrophenmodus und spare auch nicht die Katastrophenpropheten aus.

    (Nur am Rande: T. habe ich dabei doch nicht Katastrophenprophet gesehen, habe nur über solche geschrieben, er war damit nicht gemeint. Das sollte herausarbeiten, das Katastrophenpropheten die ganze Angelegenheiten bei solchen Menschen verschlimmern können, die bereits frustiert sind.)

    T. hatte mich und meine Intention falsch verstanden. Wenn T. nicht geschrieben hätte, dass er sich zurückzuziehen wünscht und Du den Artikel nicht gepostet, dann hätte ich sicherlich versucht, das aufzuklären.

    Dude: "Gibst Tipps, wie die Unzufriedenheit zu überwinden IST
    *Seufz* ... Nein, das hab ich nicht getan! Dass ist das, was Du dort hinein interpretiert hast.

    Schrieb, wie man sich (ganz allgemein) evtl. vorstellen könnte, wie man u.U. gegen seinen Frust angehen könnte. Dabei bezog ich mich auf den Katastrophenmodus, weil er in der Beschreibung dem wohl am nächsten kommt, wenn man seinen Glauben an die Menschheit verliert (es geht doch wohl um die Katastrophen, die Menschheit an sich selbst verursacht, oder etwa nicht?)

    Dabei habe ich auch noch vorangestellt, dass ich gar nicht einschätzen kann, ob T. überhaupt bereit ist, sich damit zu beschäftigen. Und wenn, ebensowenig abschätzen könnte, welche Dinge ihm vll. etwas Erleichterung bringen könnten.

    Wenn ich das extra voranstelle, dann heißt das zum einen, dass ich mir bewusst darüber bin, dass man es so auffassen könnte und eine solche Fehleinschätzung im Vorfeld bereits zu verhindern wünsche. Vll. hab ich das diesmal nicht intensiv genug gemacht, nicht deutlich genug vorangestellt, doch wie soll ich es noch machen, Duderich? Sind meine Beiträge nicht schon lang genug? Wie oft soll ich eigentlich noch erwähnen, dass ich Euch weder Euren Frust abzusprechen wünsche, noch irgendjemanden zu etwas zwingen möchte?

    ff.

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  17. Teil 2

    Jetzt erzähle ich Dir mal etwas, so zwischendrin, bevor ich mich mit dem Rest Deiner Ausführungen beschäftige:

    Habe nicht auf T. reagiert, weil ich ihm vorschreiben möchte, wie er zu leben habe, was er fühlen solle, was falsch und richtig wäre und wer er denn sei. Sondern ich habe auf ihn reagiert, weil ich seit einiger Zeit das Gefühl (meins, meins, meins ...) bekommen habe, er sei von einer tiefen Traurigkeit befallen. Natürlich kann ich mich dabei irren, es könnte eine Fehlinterpretation sein, wenn Du so willst eine Projektion eigener Erführlserfahrungen vll..

    Dass er meine Reaktion als Kritik an seinem Sein auffasst, kann passieren, damit musste ich rechnen. Hätte ihn ja einfach übersehen können. Oder ich hätte mit einfallen können: "Tuck-Ttuck, armes Hascherl, verstehe Dich ja so gut, weil ich auch armes Tuck-Tuck" und es dabei belassen können. Doch ich empfinde das so sinnvoll, wie eine Fliege an der Wand. Denn ich meinen Verständnis hebt es eben nicht besondere Empathie heraus. Das ist so, als würden sich zwei im Krankenhaus treffen und sich gegenseitig ihre OP-Narben zeigen.

    Mein Posting ist also nicht einer Selbstdarstellungsintention zwecks Erziehung eines anderen Menschen entsprungen, sondern aus empathischen Empfindungen heraus. Er ist auch nicht entstanden, weil ich eine solche Emotionslage nicht verstünde oder es nicht ernst nehmen würde. Ganz im Gegenteil, Dude, ganz im Gegenteil.

    Verstehst Du das? Ja? Oder kannst Dir das zumindest vorstellen, auch wenn Du davon ausgehst, Empathie sei lediglich eine menschliche Funktion zur Selbstbefriedigung des eigenen Wohlbefindens? (Beziehe mich dabei auf von Dir gemachte Äußerungen, die ich las).

    Doch alleine schon sachlich mit Dir darüber zu disktutieren, erachte ich nahezu als aussichtslos. Man mag mir ja viel vorwerfen und unterstellen, doch eines scheint mir m.E. unübersehbar, versuche immer, sachlich an die Dinge heranzugehen.

    Das mache ich deswegen so, weil ich, wenn ich etwas sachlich verstehe, viel besser damit umgehen kann, als verstünde ich nur Bahnhof. (Eine solche Sichtweise, Herangehensweise soll sich nicht einmal als besonders ungewöhnlich erwiesen haben. D.h., völlig normal).

    Also versuche ich es mit Argumenten. Doch was bekomme ich denn auf Argumente zurück? Völliges Unverständnis! Derart unverstanden, dass ich mich manchmal tatsächlich frage, hat man es überhaupt gelesen?

    Gebe zu, meine Beiträge sind prädestiniert dafür, etwas bei meinem Gegenüber auszulösen. Doch sie sind nicht dafür geeignet, als Vorlage für spontane Bauch"argumente".

    Du versuchst doch mir meine Sachargumente mit Deiner Persönlichkeit zu widerlegen, mit Deinem Sein. Dazu gehst Du hin und versetzt Dich in die Lage einer von mir angegriffenen Person, als wollten ich Dir (oder dieser Person) etwas , z.B. bloß durch die sachliche Beschreibung zu solchen Themen.
    Deine Gegen"argumentation" kreist darum, als könne man die Welt mit Deinem Sein erklären. Mit dem, was Du fühlst und was Du daraus für Schlüsse ziehst.

    Nicht ich mache aus dem Thema 'Frust*, 'Katastrophe' und ihrem Gegengewicht, nämlich der 'Freude' etwas Persönliches, sondern diese "alles nehme ich persönliche"-Herangehensweise aus dem Bauchgefühl heraus, macht es zu zu einem solchen.

    Bin es müde, mich mit Sachargumenten durch einen Haufen von Befindlichkeiten zu wühlen.

    ff.

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  18. @ Rosi

    Ich begehe Wortbruch!

    Aber ich kann das nicht so stehen lassen!
    Ich bin nicht von einer tiefen Traurigkeit befallen und ich habe auch nicht vor mir die Kugel zu geben.

    Ich habe mich natürlich gefragt, welche Gründe es geben könnte, aus einem Dialog mit dem Duderich, wo ich bemerkt habe, "dass sich mein Wohlbefinden nicht so recht einstellen mag" eine Diskussion entwickelt von der ich meine, dass sie mit dem Interesse an meiner Person doch irgendwie nicht zusammenpasst und ich diese auch für vollkommen absurd halten würde.









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    1. @Troptard
      Danke für Deine Antwort. An die Kugel hatte ich zwar nicht gedacht, doch ich hatte mir Sorgen gemacht, es ginge Dir nicht gut,zu viele schlechte Nachrichten in der Welt.

      Man hört und liest in Nachrichten und Politik beinahe nur noch Katastrophen, eine jagt die andere. Jeder kennt oder hat Beziehungen in seinem Umfeld, denen es zunehmend schlechter ergeht, die unter diesem System leiden und deswegen gedacht, ich schreib mal etwas darüber.

      Vll. hättest Du etwas damit anfangen können, vll. aber auch nicht. Mir war klar, dass das nichts mit Dir zu tun haben muss, lehnte sich deswegen auch mehr an die zunehmende gesellschaftliche Dauerfrustration an (damit meine ich dann auch Frustration), weil man in der Masse das zu lesen bekommt, worüber sich die Menschen beklagen. Über die andere Seite liest man (überwiegend) nichts.

      Die Diskussion hier, die hat mit meiner ersten Reaktion auf Dich nichts mehr zu tun.

      Gruss
      Rosi

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  19. @Dude: “Dann stelle ich mal die Frage: Was treibt Menschen auf die Straßen um politische Umstände zu bekämpfen? Glück oder Frust/Unzufriedenheit?“

    Die Frage habe ich Dir theoretisch längst beantwortet:

    Auf die Straße treibt die Menschen das Verständnis um die Dinge, die ihnen Frust bereiten und die Hoffnung, eine verständige Möglichkeit gefunden zu haben, dieses abzustellen. Es braucht Kraft, sich in Verbundenheit auflehnen zu können:

    Normalerweise, Dude, funktioniert das in etwa so (vereinfacht):

    Die betroffenen Arbeitnehmer sind mit ihrer Arbeitssituation unzufrieden. Im ersten Schritt reflektiert das ein jeder für sich. Im zweiten sprechen sie miteinander und diskutieren/analysieren die Ursachen, um auf gemeinsame Nenner zu kommen. Nachdem das geklärt ist, geht man dazu über (der Übergang ist schleichend), entsprechende Lösungen/Gegenmaßnahmen. Alleine schon diese intensive Beschäftigung untereinander mit dem Thema bringt eine Menge positiver Einflüsse, wie z.B. Teamwork. Und erst dann, lieber Duderich, bringt man die Kraft auf, den Arbeitgebern gegenüber zu treten. Das macht man nicht nur damit, dass man diesen Arbeitgebern den ganzen Frust entgegen schleudert, es braucht positive Komponenten. (Und an nichts anderes habe ich erinnert. Doch daraus hat man etwas ganz anderes konstruiert)

    Denn alleine die Schilderung, dass man es so tut, bedeutet nicht, dass dem Frust seine Rolle genommen wäre. Es bedeutet lediglich, dass man mit Frust alleine nicht weiter kommt, das dahinter noch andere Prozesse stehen, die letztlich maßgeblich dafür sind, dass sich überhaupt gewehrt wird.

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  20. “...wird man anscheinend ganz schnell auf seine Frustration reduziert" Wie kommst Du darauf? Hab ich das geschrieben? Der einzige, der hier reduziert, bist Du selber. Wenn das Thema Frust aufkommt, was erwartest Du dann von mir? Ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Frust als solches unangemessen? Weil Du davon ausgehst, es handele sich um Reduktion einer Persönlichkeit die ich nicht einmal kenne?

    'Anscheinend' ist bei Dir nicht 'anscheinend'. Du hast es als Fakt für eine Vorwurfsaktion genommen. Dein Schwenk über Alkohol …gehe gar nicht drauf ein … (schon wieder einen Zusatz übersehen …).

    Habe z.B. an T. geschrieben, ich wüsste nicht, was ihm Freude macht (woher auch). Doch das allein zeigt schon auf, dass ich ihn nicht auf Frust reduziere und davon ausgehe, dass er welche empfindet. (Das erinnert lediglich an ein Gleichgewicht). Aber anders, als sein geäußerter Eindruck von mir, zeigt es eben auch auf, dass ich ihm gar nicht sagen wollte, wer er denn sei.

    “Frustration wird zwar toleriert, gleichzeitig zwischen den Zeilen aber als Erkenntnisdefizit deklariert, der durch die Auseinandersetzung mit bspw. Fromm aufgelöst werden könne.“ Sorry aber das ist Blödsinn! Fromm wählte ich, weil man sich auf ihn berufen hatte (das hab ich extra dabei geschrieben!). Und von Frust auflösen schrieb ich auch nichts. Frust kann man nicht einfach auflösen. Das behaupte weder ich, noch Fromm hätte das jemals getan. Sprach von Gegengewichten und das tut Fromm auch. Wenn ich mich als Prediger des 'Frust einfach schakka-schakka wegmachen' hätte darstellen wollen, hätte ich ganz sicherlich nicht Fromm aufgegriffen.

    “Nein, Du verstehst nicht, oder willst nicht verstehen. Ich habe nie gemeint, dass Du das 'frieren' verbieten willst, sondern das Frustration ebenso wenig bewusst gewählt wird, wie das frieren.“ Entschuldige bitte, ich darf Dich zitieren: "Ebenso wenig kann man mir ausreden zu frieren, wenn mir zu kalt ist." Wenn Du nicht der Meinung bist, man wolle Dir Dein Frieren derart ausreden, als sei es bewusst steuerbar, warum vergleichst Du es dann damit und reduzierst meine Worte auf solch ein Gleichnis?

    Wenn Du mir das nicht vorwirfst, was hast Du mir dann noch vorzuwerfen, was bleibt übrig?
    Dass ich überhaupt etwas dazu geschrieben habe? Stimmt, hätte es besser wissen können.

    @Es sei Dir unbenommen, mir 'Mäntel' zu zeigen, aber ich werde ja wohl entscheiden dürfen, ob ich sie anziehe.“ Äh ja … was genau macht denn Deine Kritik an mir aus?

    Und was nun, Dude, Du wirfst mir das vor oder Du wirfst es mir nicht vor (einen Satz vorher nicht, hier jetzt wieder). Dabei habe ich Dir nicht einmal Mäntel gezeigt, der Satz war doch so einfach. Sondern ich habe mich lediglich bei meiner textlichen Beschäftigung mit Frustprozessen auf die Beschreibung von Ansätze möglicher Wegbeschreibungen begrenzt (und das auch nur gestreift). Aber ganz sicher habe ich Dir nicht die Entscheidung genommen, ob Du einen Mantel anziehst. Wie bitte schön sollte ich das machen? Du fühlst vll. (die Bedeutung von vll. ist Dir klar?) eine diffuse Bedrohung, von der Du mir unterstellt, dass es mein Ansinnen sei, Dir diese Entscheidung zu nehmen.

    Befindlichkeiten, die sich darauf berufen, dass ich auf T. reagiert habe und mich schriftlich mit dem Thema Frust auseinandergesetzt habe. Seit dem hagelt es Unterstellungen und Einschätzen, warum ich das tat und auf jeden Fall wollte ich Euch etwas nehmen. Wenn das eine nicht, dann das andere.

    Um es mit Troptards Worten zu sagen:

    Schön: „dass Menschen, die ich nicht kenne, mehr über mich zu wissen scheinen, als ich von mir selbst weiss.“

    Wie gut, dass der Duderich weiß, wie es zu Katzenbabys auf meiner Homepage gekommen sein mag und was das Rosi mit Ihrem Text an Troptard zu bezwecken wünschte.

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    1. Sorry, Rosi - aber langsam wird mir das zu blöde. Deine rabulistisch anmutenden Unterstellungen und Verdrehungen der Intensionen meiner Worte lassen es mir unmöglich erscheinen noch eine konstruktive Weiterführung der Diskussion zu betreiben. Ich spüre bei Dir nicht den Willen mich ansatzweise zu verstehen was ich ausdrücken will. Nicht mal der Verweis, dass ich mit frieren nicht meinte, dass Du das (frustriert sein) verbieten willst verändert irgendwas. Das rauchen, saufen, Burger fressen habe ich nicht auf mich bezogen, sondern auf die Frustrierten, denn anders als Du mir es unterstellst lese ich Deine Zeilen. Wenn ich aber sage dass ich durchaus Freude empfinden kann dann relativierst Du das mit dem Verweis, dass es sich 'theoretisch' anhört.

      So Aussagen, wie "Bin es müde, mich mit Sachargumenten durch einen Haufen von Befindlichkeiten zu wühlen." sind bei Deinen Ausführungen leider keine Seltenheit. Rosi, die besonnene, sachliche Argumentiererin vs. dem ausschließlich aus der Befindlichkeit heraus greinenden brett-vernagelten Ignoranten.
      Komm mal wieder runter von Deinem hohen Ross!

      Und dass das Katzenvideo nichts mit Dir zu tun hat, sondern als ironische Brechung gemeint war scheint auch absolut außerhalb Deines Vorstellungsvermögens zu sein.

      Ich könnte hier endlos weiterschreiben, aber ich folge ausnahmsweise mal Deiner >Hilfestellung< und wende mich positiveren Dingen zu.

      Lassen wir es dabei bewenden - es führt zu nichts, außer dass ich langsam richtig wütend werde.

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    2. es führt zu nichts, außer dass ich langsam richtig wütend werde. Ja, ich erinnere mich gut … „angepisst“ ...

      Möglich ist, wir sprechen innerhalb unterschiedlicher Wortbedeutungen? Mein Text bezog sich auf eine gesellschaftliche Dauerfrustration, spez. im Ausgangsbeitrag, den Katastrophenmodus. Du sprichst möglicherweise eher von temporären Emotionen, vll. sogar mehr in Bezug zur Unzufriedenheit und das wiederum in Verbindung mit Dir selbst?

      „Ich spüre bei Dir nicht den Willen mich ansatzweise zu verstehen ...“

      Doch, ich bemühe mich wirklich Dich zu verstehen. Sonst würde ich mir die Mühe mit einem Dialog nicht machen (wenns nicht geht, geht es halt nicht). Aber Deine Antworten bekomme ich nicht in den Zusammenhang mit meinen Texten (das müsste ich doch theoretisch können, weil sie der Anlass für Deinen Artikel gewesen sind). Dein Verweis mit dem Frieren hat etwas geändert, das hab ich geäußert: Es ist schlimmer geworden. Weiß nicht einmal mehr, was Du überhaupt gegen meine Ausführungen einzuwenden hattest. Was Dich dazu bewegte, Deinen Artikel zu schreiben. Was hat Dein „Frust“ mit meinen Beschreibungen im Text zu tun?

      Mein Eindruck, je mehr Du dazu schreibst, desto weniger Bezüge. Das ist keine Rabulistik, sondern mir ergeht es tatsächlich so. Wenn ich „Error“ (als Sammelbegriff) dazu schreibe, dann meine ich das auch so. D.h., meine Fragezeichen werden größer, nicht kleiner.

      "rauchen, saufen, Burger fressen habe ich ...auf die Frustrierten" Meine Worte kann man so übersetzen und negativ auf Betroffene übertragen. So waren sie jedoch nicht gemeint. Sie waren als Synonyme für die vom System zur Verfügung gestellten sog. Ersatz"freuden" (Konsumangebote, die Freude und Freiheiten versprechen) eingesetzt, die keine sind. Somit negativ dem System zugeschrieben (als „Angebot“ seitens des Systems). Durch meinen vorangegangen Schwenk auf das System dachte ich, das sei klar. Habe weder an Alkoholiker oder sonst irgendwelche Klischees gedacht (auf solch eine Idee bin ich nicht einmal gekommen).

      Es mag bei Dir so sein, dass Du Dein Glücksempfinden aus vielerlei Dingen speisen kannst (schön für Dich). Jene, die im Katastrophenmodus oder solche, die tatsächlich vom Dauerfrust befallen sind, die können das nicht mehr (das wollte ich unterstreichen). Alles was sie vom System „angeboten“ bekommen, schmeckt nach abgestandenem Bier, abgerauchten Kippen, Pappburger (Du verstehst?). Und manchen gönnt das System nicht einmal das. Um jene ging es, nicht um Dich.

      "denn anders als Du mir es unterstellst lese ich Deine Zeilen." Das ist doch nur eine mögliche (und schon per Formulierung als unwahrscheinlich angenommene) Erklärung. Das liegt daran, dass ich mir Deine Schlüsse aus meinen Worten kaum noch erklären kann. Das geht schon los mit Bezug zur Dir selbst (Artikel).

      “..nichts mit Dir zu tun hat, sondern als ironische Brechung gemeint war scheint auch absolut außerhalb Deines Vorstellungsvermögens zu sein.“ Stimmt, mein Vorstellungsvermögen findet keinen anderen Sinn, als eben Ironie:

      „Dabei behauptet der Sprecher etwas, das seiner wahren Einstellung oder Überzeugung nicht entspricht, diese jedoch für ein bestimmtes Publikum ganz oder teilweise durchscheinen lässt. Sie kann dazu dienen, sich von den zitierten Haltungen zu distanzieren oder sie in polemischer Absicht gegen angesprochene Personen zu wenden.“ (Wiki) Du musst zugeben, ein solcher Schluss liegt tatsächlich dann nahe.

      Und genau das ist es, was ich nicht kapieren kann. Wieso im persönlichen Bezug und dann irgendwie eher doch nicht?
      Wenn ich den Bezug zu Worten, die das Ergebnis meines Denkens sind und die ich selbst geschrieben habe nicht verstehe, Du mir das nicht erklären kannst (weil ich mich nicht genug bemühe, was auch immer). Dann nimm mich doch einfach als Bezug wieder heraus, finde ich in Deinen Worten nicht wieder. Was hältst Du davon?

      Gruß
      Rosi

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    3. Unsere Diskussion ist wohl ein gutes Beispiel für gestörte Kommunikation (Watzlawick).
      Zu versuchen, das alles aufzubröseln halte ich nicht für die Mühe wert, die es machen würde.
      Belassen wir es dabei, dass wir (ohne bösen Willen) aneinander vorbeiargumentiert haben und fangen wir bei der nächsten Diskussion von Neuen an - okay?

      Grüße, Dude

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  21. Hallo Dude,

    hier mal ein Beispiel für guten Journalismus und Frustabbau. Lohnt sich wirklich, zu lesen

    http://www.fr-online.de/gerechtigkeit/friederike-habermann-ohne-wachstum--kein-kapitalismus,28235374,28315898.html

    Liebe Grüße Ruby

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    1. Hallo Ruby!

      Es ist natürlich schön von alternativen Wirtschaftsformen zu lesen, jenseits von Konkurrenz, kapitalistischer Verwertung von natürlichen und menschlichen Ressourcen, etc.

      Es ist nicht so, dass ich diesen Artikel schlecht fände, aber diese alternative Wirtschaftsform wird mir leider zu grob umrissen. Und die Kausalketten die dort beschrieben werden sind schon sehr grobmaschig und ungenau.
      Beispiel: "Und wenn Sie weniger erwerbsarbeiten? Die Beschäftigung sinkt, darum sinkt das Volkseinkommen..."
      Ich bin kein Ökonom, aber Stellenreduzierung bei gleichem Lohn würde doch das Gegenteil bewirken, oder? Aufgrund des technisch bedingten Produktivitätszuwachses wäre dies nicht nur möglich, sondern auch gerecht. Durch die Stundenreduzierung würde die Arbeitslosigkeit nachlassen, da für das gleiche Arbeitsaufkommen mehr Arbeitskräfte benötigt würden. Dadurch dann mehr Steueraufkommen und verminderte Sozialabgaben.
      Was hältst Du von dieser Kausalkette? Übersehe ich irgendwas?

      Sicherlich ist dieses Beispiel INNERHALB des kapitalistischen Systems, welches, keine Frage, zu überwinden gilt.

      Auch ich bin der Meinung, dass die Lösung in einer Alternative mit dezentralen, basisdemokratischen Mechanismen liegt, aber ein Elefant ist mit 'groß und grau' leider nur unzureichend beschrieben...

      Die viel größere Frage aber ist: Wie lässt sich unter gegebenen politischen und wirtschaftlichen Machtverhältnissen solch alternative Ökonomieformen etablieren?
      Denn die Profiteure des aktuellen Systems werden ALLES tun um dies zu verhindern.

      Zwei große Fragen, die zwar nicht unmöglich aber sehr schwer zu beantworten sind...

      Grüße, Dude

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    2. Guten Morgen Dude,

      jetzt bin ich schon etwas enttäuscht. Anstatt das neue Denken vor allem in der FR anzuerkennen, bist du gleich auf der Suche, was daran alles falsch ist.

      Nachfolgende Thesen aus diesem Text habe ich noch nicht mal im ND gelesen. Mir geht es um dieses Umdenken und dass es möglich ist, solches in der FR zu lesen.

      Folgende Thesen ließen mich besonders aufhorchen:

      "Wachstum ist keine Option, denn eine absolute Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch hat sich historisch als unmöglich erwiesen"

      "Ohne Wachstum kein Kapitalismus"

      "Okay, was also, wenn viele gemeinwohlorientierte Unternehmen auf sinnlose Produktion verzichten würden?"

      "Es ist eine gute Nachricht, dass jetzt endlich Schluss sein muss mit dem Kapitalismus."

      "Und ohne Konkurrenz und Ausschlüsse haben wir keinen Kapitalismus. Denn dann brauchen wir auch keine Finanzmärkte, keine Erwerbsarbeit und kein Geld. "

      "...gäbe es kein Eigentum mehr über jenen Besitz hinaus, den jemand tatsächlich braucht und gebraucht"

      "Da der Zugang zu Ressourcen nicht von unserer Verwertungsmöglichkeit auf dem Erwerbsarbeitsmarkt abhinge, bräuchten wir das jedem Menschen innewohnende Verlangen, sich in dieser Welt zu verwirklichen, nicht kaputt machen zu lassen durch Konkurrenz, Druck und Entfremdung."

      Mir geht es nicht darum, ob da irgendwelche ökonomischen Kausalketten nicht stimmen oder die Gedanken "zu grob umrissen" sind.. Es ist ein Anfang und der geht weiter als ich es je für möglich gehalten hätte und das in den Mainstreammedien.

      Mich stört es, wenn wirklich gute Gedanken zerpflückt werden. Können wir nicht erst mal das Positive hervorheben. Ich erwarte auch von Niemanden, dass er Utopia aus dem Ärmel schüttelt. Das sollte sowieso gemeinschaftlich diskutiert werden. Die Gedanken weisen in meinen Augen in die richtige Richtung und bilden eine Grundlage, auf die man aufbauen kann. Immer Schritt für Schritt.

      Liebe Grüße Ruby

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    3. Liebe @Ruby!

      Bitte nicht enttäuscht sein! Sicherlich ist es gleichermaßen selten, wie begrüßenswert, wenn in Mainstreammedien Inhalte zu lesen sind, die über den Kapitalismus hinausdenken.

      Ich habe den Text lediglich inhaltlich beurteilt und nicht in dem Kontext seiner Erscheinung.

      Ich hoffe es kommt jetzt nicht blöd rüber, aber auf einer Seite wie 'http://le-bohemien.net' wäre er ein Beitrag von Vielen (was nicht heißen soll, das die Qualität nicht gut ist).

      Ich habe jüngst auf dieser Seite folgenden Text (Interview) gelesen, der mir persönlich mehr mitgegeben hat:
      http://le-bohemien.net/2013/03/01/weltrevolution-in-der-szenekneipe/

      Da ist er wieder, der 'Ja, aber...'-Duderich, der immer ein Haar in der Suppe findet. Der Linke als des linken größter Feind. Vielleicht bin ich das ja unbewusst - schade der 'Sache'.
      Ich will das nicht sein, aber ich hinterfrage eben kritisch was ich lese und höre.
      Dadurch bin ich ja erst beim Antikapitalismus gelandet. Dadurch beziehe ich überhaupt Opposition.

      Und da sind wir dann wieder bei meinem Frust, der ja Thema dieses Posts ist:
      Je mehr ich mich mit den mich umgebenden Zuständen auseinander setze, umso unwahrscheinlicher halte ich eine gewaltlose Umkehr zur Vernunft.
      Da muss dann erst der GAU kommen.
      Und danach ist immer noch nicht gesagt, dass sich bei einem Neuanfang die Vernunft durchsetzt.

      Sitzen wir nicht händeringend in den Löchern und hoffen, dass endlich der Kapitalismus crasht, weil wir ihn nicht mit unseren Ideen überwinden können?

      Solche Gedanken frustrieren mich, aber ich WILL sie denken.
      Auch wenn sie weh tun...


      Und mir wird auch immer bewusster, dass ich selbst von mir ein Bild eines Misanthropen zeichne, stets negativ denkend, schlechte Laune verbreitend, nevative Schwingungen sendend, einen schiefen Furz im Dickdarm habend..
      Ruby, ich bin ein fröhlicher Mensch, lache viel, reiße Witze. Ja, ich genieße mein Leben! Ich habe sogar eine positive Grundeinstellung und versuche im Alltag auch im Schlechten immer das Gute zu sehen!
      Ich bin vom Sternzeichen Zwilling - Du verstehst? :-)

      Wie auch immer - ich komme ins Plaudern... :-)

      Bitte lies den oben verlinkten Text, denn ich möchte Deine Meinung dazu hören!
      (soll natürlich nicht so rüberkommen, als wolle ich einen Wettstreit der Texte eröffnen)

      Liebe Grüße,
      Dude.

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    4. Hallo Dude,

      Der Blog le-bohemien kannte ich noch gar nicht, obwohl ich mich täglich auf ähnlichen Seiten rumtreibe und informiere.

      Das ist ja alles gut und schön und richtig, was dort veröffentlicht wird. Nur, wer liest das denn. Doch nur die, die schon weitestgehend aufgeklärt sind.

      Das Entscheidende war für mich ja gerade, dass Töne wie "Der Kapitalismus muss weg." nun endlich in den Mainstreammedien angekommen sind. Das lesen doch viel mehr Menschen und vor allem solche, die noch nie über diese Materie je gehört, geschweige nachgedacht haben. Was hilft es, wenn der Blog, den du mir hier empfiehlst, detaillierter und wegen mir auch richtiger berichtet und es lesen doch nur eine Handvoll?

      Wir brauchen keine linken Debattierclubs, die unter sich bleiben. Die Ideen müssen unter die Massen.

      Liebe Grüße Ruby

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    5. Hallo @Ruby!
      Du scheinst ein wenig angepisst. Das ist okay, was soll denn auch immer dieses FriedeFreudeEierkuchen?

      Leider hast Du mir keine Rückmeldung gegeben, ob Du den von mir verlinkten Text gelesen hast - und wenn, bis zu Ende - er ist lang...

      Da wird nämlich genau das aufgegriffen, was Du ansprichst!

      Und ja, es ist toll das die 'breite Masse' solch einen Artikel lesen darf.Trotzdem dürften die wenigsten SGB II-Empfänger diesen Text gelesen haben (steile Behauptung von mir).

      Gerade die Tatsache, dass dieser Beitrag für breite Schichten zur Verfügung gestellt wird, ist etwas Besonderes.
      Das ist doch auch schon bezeichnend..?

      Ruby, Du bist mir lieb, aber ich fürchte hier trennen uns Welten:
      Die Meinungshegemonie ist klar definiert.
      In der Bevölkerung ist kein Streben nach Autonomie.
      Man möchte Entscheidungen abgenommen bekommen und bezahlt dafür brav seine Steuern.

      Laut Umfragewerten, vertrauen wir Merkel.

      Das sagt zwar nicht alles, aber doch sehr viel.

      Ein potentes revolutionäres Potential (kritische Masse) gibt es derzeit nicht.

      Dieser Artikel wird relativ ungehört verhallen.

      Nicht das, was wir lesen bringt uns auf die Straße, sondern das was wir fühlen!

      Die Revolution wird nicht durch den Kopf ausgelöst, sondern durch den Bauch.

      Und noch hungern wir nicht. Gibt ja immer noch Suppenküchen.


      Bin anderer Meinung als Du.
      Ich hoffe, Du bist mir nicht böse deswegen.

      Liebe Grüße, Dude

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    6. Hallo Dude,

      bin dir nicht böse. Deshalb habe ich ja nun auch deinen Link gelesen und finde mich in vielem auch bestätigt. Da ich nicht so toll formulieren kann, habe ich mal für mich wichtige Passagen für unseren Diskurs rauskopiert:

      "Es gibt keine Sympathie, kaum Empathie, wenig Verständnis und auch keinerlei Versuche, derartige soziale Qualitäten zu aktivieren. Die Mitglieder der Gesinnungsgruppe bestärken sich untereinander natürlich vor allem in ihrer Abgrenzung, Distanz und Differenz. Offenheit ist nicht erwünscht, sie würde ja den sozialen und emotionalen Zweck der Vereinigungen nur stören."

      "Ja, sie alle sind verliebt in ihre Gleichheit, die sich von allen Anderen scheinbar so sehr unterscheidet, und verachten jeden, der nicht ganz genauso ist wie sie selber."

      "die Abgrenzung wird argumentativ und rhetorisch quasi-militarisiert"

      "Das meine ich damit, wenn ich sage, dass die Solidarität linker Gruppen, deren gemeinsames Erbe ja die Solidarität ist, kaum mehr über die eigene Identitätsnische hinauskommt. Und noch innerhalb dieser Nischen entstehen neue Nischen, bis jeder bald sich selbst in seiner Privatnische begraben lassen"

      "Man sollte einmal darüber nachdenken, warum die Unterschiede zwischen linken Gruppierungen von diesen selbst stets und systematisch übertrieben werden, ohne dass jemals Kompromisse auch nur erwogen würden.
      Nun, ich denke, dass damit jede Kooperation schon im Vorhinein verhindert werden soll und zwar deshalb, weil jedem Linken klar ist, dass Kooperation der einzige Weg zu Praxis und politischer Wirksamkeit ist."

      "die meisten linken Gruppierungen sind Wahlfamilien, die ihre Differenzen zu politischen Nachbarn maßlos überhöhen, um ihre Identitätsbaracken nicht verlassen und in einen solidarischen Klassenkampf ziehen zu müssen"

      "Dieses Muster beinhaltet eine vielleicht nicht bewusst, aber akzeptiert unrealistische Forderung nach Reinheit der Lehre, die als Ausrede für mangelnde Praxisorientierung benutzt wird."

      "Die Beseitigung inhaltlicher Unterschiede – notabene nur bei den anderen! – ist also ein nicht erreichbares Scheinziel, das man sich setzt, um das wirkliche Ziel, nämlich die Ablösung der bestehenden Verhältnisse, dessen Erreichung das Erreichen des Scheinziels strategisch vorgeschaltet ist, gar nicht erst ansteuern zu müssen, weil es weniger amüsante Konsequenzen haben könnte."

      "Ich schließe daraus, dass für ebendiese Gruppen das bestehende System dann eben einfach nicht das drängende Problem ist."

      Für mich sind diese Erklärungen, auf die ich selbst nie gekommen wäre, logisch nachvollziehbar. Es wird immer das Trennende gesucht. 6 Jahre lese ich nun schon auf den verschiedensten Blogs aber nirgendwo finde ich Ansätze, selbst Veränderungen herbeiführen zu wollen. Hat mal jemand Vorschläge, wie man vorgehen kann, disqualifiziert er sich sofort, weil er nicht Marx oder.... gelesen hat.

      Erinnerst du dich noch, als ich die Diskussion über Robert Havemann angeregt habe, bei der ich gehofft habe, dass wir gemeinsam Ideen entwickeln, wie eine gesellschaftliche Alternative aussehen kann? Die meisten Kommentatoren hatten nichts besseres zu tun, ihre theoretischen Kenntnisse, natürlich hochwissenschaftlich marxistisch begründet, hier auszubreiten - nicht eine Vision, keine Ideen, nichts kam dabei heraus. Alle hatten nichts besseres zu tun, als ihre Intelligenz am Thema vorbei hier darzulegen. Ich bezweifle, ob das Außenstehende überhaupt verstanden haben. Mein Fazit für mich war, für die bin ich halt zu blöd.

      Und eins noch zum Schluss: Ich glaube, die Masse wird erst auf die Straße gehen, wenn sie an eine für sie bessere Alternative glauben kann, ein gemeinsames Ziel, dass zukunftsgerichtet ist - und dieses muss wenigstens in groben Zügen vorher vereinbart werden.

      Liebe Grüße Ruby

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    7. Ich möchte noch einige Bemerkungen zu deinem Post hier ergänzen:

      "Trotzdem dürften die wenigsten SGB II-Empfänger diesen Text gelesen haben (steile Behauptung von mir)."

      Diese Behauptung finde ich auch sehr steil. Reihst du dich damit nicht eigentlich in das fürchterliche Hartzer-Bashing ein? Das ist doch nur eine Vermutung von dir, die worauf beruht? Pauschalisierungen? Die gesellschaftlichen Verhältnisse werden auch nicht von den Schwächsten der Gesellschaft beseitigt werden können. Das wäre vermessen, das zu glauben. Dafür sind sie viel zu sehr am Boden und werden dort auch gehalten. Nein der Anstoß für eine Revolution muss von denen kommen, die dazu in der Lage sind und auch genügend Kraft haben.

      " Laut Umfragewerten, vertrauen wir Merkel" - Muss ich dir erklären, wie Meinungsumfragen entstehen und dass sie immer das Ergebnis hervorbringen wie der Auftraggeber es gern hätte.

      "Nicht das, was wir lesen bringt uns auf die Straße, sondern das was wir fühlen!" Willst du damit behaupten, dass es keine Medienmanipulation gibt? Ich denke, dass alles, was wir lesen besonders auf unsere Gefühle Einfluss hat.

      "Die Revolution wird nicht durch den Kopf ausgelöst, sondern durch den Bauch." Bullshit - 1989 litt in der DDR niemand Hunger.

      Liebe Grüße Ruby

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    8. @Ruby:
      Wow, jetzt bin ich aber auch enttäuscht!

      "Reihst du dich damit nicht eigentlich in das fürchterliche Hartzer-Bashing ein?"
      Ich hoffte, langwierige Leser WISSEN, dass ich mich immer mit Hartz-IV-Opfern solidarisch gefühlt habe.
      Beispiel:
      http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de/2012/09/unfassbar.html

      Mit meiner steilen These meinte ich, dass Hartz-IV-Empfänger damit beschäftigt sind zu überleben. Da werden eher die Sonderangebote studiert, als Beiträge der FR.
      Und irgendwie muss ja auch der Geburtstag des Kindes herausgespart werden, weil er im Regelsatz nicht eingerechnet wird.
      Es gehört zur politischen Agenda, dass die, die unter diesem System leiden, gar nicht mehr die Kraft haben aufzubegehren - und zuvor in Mussestunden die Frankfurter Rundschau zu lesen.

      "Muss ich dir erklären, wie Meinungsumfragen entstehen...?"

      Nein, musst Du nicht. Ganz Bedeutungslos für den Spiegel der Gesellschaft sind die Ergebnisse trotzdem nicht, und auch nicht sooooooooooo fernab der bestehenden Zustände.
      Wer will das schönreden?

      "Willst du damit behaupten, dass es keine Medienmanipulation gibt?"
      Hallo?
      Kennst Du mich wirklich so wenig?
      Ich meinte damit, dass uns Gefühle (Bauch) auf die Strasse bringen und nicht die Ratio (Kopf).

      Die Wut im Bauch, treibt uns auf die Straßen und nicht die Kommentarspalten der FR.

      Der ZORN, mit Schramm gesprochen.
      https://www.youtube.com/watch?v=AhqXM8MOeI4

      Ich meinte mit 'Bauch' also nicht Hunger.

      Aber auch dieser kann - und wird - die Menschen auf die Strassen treiben.

      Traust Du mir auch eine AfD-Mitgliedschaft zu?

      Verstörte Grüße
      Dude

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    9. Da hat die Ruby aber mal dem Dude demonstriert, wie leicht es ist, nur das Trennende aus einem Kommentar herauszupicken ;-)) - und so entstehen Scheindiskussionen, die mich persönlich sehr erlahmen lassen.

      Kennst du mich wirklich so wenig, dass du tatsächlich denkst, ich würde dir das alles unterstellen können? ;-))

      Aber, dass du AfD-Mitglied bist, ahne ich schon lange. Denn ich konnte von einem früheren "hochgeschätzten" Troll hier lernen, wie nah sich links und rechts sind - du verstehst schon Kreis, Berührungspunkte..

      Konnte ich dich jetzt wieder entstören?
      Liebe Grüße Ruby

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    10. Du bist ja ein ganz schöner Schlingel! :-P

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  22. Wenn ich Linker wäre, etwas ändern wollte und sogar ein schlüsselfertiges Konzept einer "Lösung" hätte, die die meisten Menschen aber ohnehin nicht fassen und die Mächtigen sowieso torpedieren würden... würde ich alle Energie darauf setzen, mit immer neuen Formulierungen der Argumente beständig nur eine einzige Forderung immer und immer wieder in die Öffentlichkeit zu bringen, die für sich allein schon einen Dammbruch in die gewünschte Richtung ist, aber eben nur eine einzige überschaubare und für jedermann merkbare Forderung ist.
    Sowas könnte z.B. sein die Forderung nach einer radikalen Besteuerung von Schwerreichen.

    Diese Forderung über Jahre hinweg beständig mit Guerilla-Plakatierungsaktionen und Flugblättern im öffentlichen Raum großer Städte in den Köpfen der Menschen mit immer neuen Formulierungen der Argumente frisch halten und immer tiefer verankern, dass es gar nicht ständig so viele Talkshows zu dem Thema geben kann, dass gegenteilige Forderungen eine höhere Präsenz im Alltag der Leute haben könnten.

    Ob es was bringt, kann auch nicht garantiert werden, aber im heutigen unablässigen Strom aus Hunderttausenden Nachrichtenthemen, News, Messages, Umweltreizen, die durch die Leute hindurchströmen, würde ich es ganz sicher nicht so machen wie dieses Blog (und viele andere), das die Energie thematisch in alle mögliche Richtungen streut, verpufft, heute hierhin schweift, morgen dahin, verschlungen in den Wogen der Hunderttausenden sonstigen Themen, und dabei zu 99% sowieso nur Leute erreicht, die es zur Selbstbestätigung lesen... während der Blogger darauf hofft, dass es ein kleiner Beitrag zum Umdenken der Allgemeinheit ist...

    Sondern die Konzentration auf eine zentrale Forderung legen, die den Leuten repetitiv aus den Hunderttausenden Themen immer wieder aufpoppt wie ein Fenster, das sich alsbald immer wieder neu öffnet, nachdem es weggeklickt wurde, immer wieder zeigt, immer wieder die eine gleiche Forderung, immer wieder, immer wieder, und nur diese eine Forderung, aber immer und immer wieder aufgefrischt... statt sich in Themenbreite und -masse und Diskussionen zu allem zu verlieren.

    Wenn die Hälfte der Politblogger sich auf so eine Forderung einigen würden und über Jahre hinweg die tägliche Stunde (oder mehr), die sie auf's Bloggen und soziale Medien in diesem Kontext verbringen, damit verbrächten, die Message im öffentlichen Raum unterzubringen, während die andere Hälfte ja so weitermachen kann wie bisher und ihr Glück in der Abdeckung der Breite versucht - dann bestünde die Chance, dass etwas durchdringt, hängenbleibt.

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    1. Was ein schmarrn! Das läuft wohl eher in der kategorie »wenn ich millionär wäre und auch noch etwas geld auf dem konto hätt und mir zusätzlich noch was wünschen dürfte...«

      Man kann linke ideen nicht durch hirnwäsche und manipulation verbreiten, die leute die müssen die lebensverhältnisse, in denen sie sich befinden, begreifen. Und sie müssen selbst etwas anderes wollen - und sie müssen selbst ideen entwickeln, wie sie denn leben wollten.

      Die forderung nach »besteuerung der schwerreichen« ist eine sehr kleinbürgerliche idee.

      Wer, wie Du es vorschlägst, ein »schlüsselfertiges konzept« in der tasche hätte und es anderen menschen aufzwingen wollte, könnte alles mögliche sein. Jedoch nicht links. Ich kann die arbeiterklasse nicht befreien. Das kann auch sonst niemand, höchstens die arbeiterklasse selbst. Die glauben derzeit jedoch, daß sie allein von einem höheren wesen gerettet werden könnten.

      Daß die arbeiter sich heutzutage nicht einmal mehr als unterdrückte klasse wahrnehmen, wäre vielleicht etwas, das sich ändern ließe.

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    2. @M.M.:
      "Daß die arbeiter sich heutzutage nicht einmal mehr als unterdrückte klasse wahrnehmen, wäre vielleicht etwas, das sich ändern ließe."

      Kreative Vorschläge dazu, oder geht das von selbst?

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    3. @MM
      "Daß die arbeiter sich heutzutage nicht einmal mehr als unterdrückte klasse wahrnehmen"
      Wieso sollte er, bei x Wochen Urlaub, Rente, 5-Tage-Arbeitswoche, Häuschen, Pool, Auto, Zweitauto, Motorrad, Privatschule für die Kinder usw.?
      Mich erstaunt das nicht, wenn sich der Arbeiter nicht als Unterdrückten sieht. Er ist es nicht.

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    4. Also, die Arbeiter die ich kenne haben kein Häuschen, Pool, Zweitauto. Deren Kinder gehen auch nicht auf die Privatschule.

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    5. Er spricht nicht von den 68,7 %, sondern von denen, die sich in den drei Balkileins darüber abbilden:
      http://ftalphaville.ft.com/files/2013/10/Screen-shot-2013-10-09-at-12.18.07.png

      Für aktuellere Zahlen Deutschlands musste ich leider etwas länger recherchieren:
      http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/120807_vermoegensverteilung.png

      Von solchen abgesehen, die Ihren Tellerrand offensichtlich über ihre eigene Situation nicht erweitert bekommen, glaube ich, dass heutzutage NIEMAND die Arbeiterschaft darüber aufklären muss, wie es ihr finanziell ergeht und welche Ausbildung sie ihren Kindern noch ermöglichen können. Das haben die jeden Monat vor Augen!

      So unwahrscheinlich es auch für mich klingt, sollte es tatsächlich noch vereinzelt echte Verwirrte geben (nicht solche, die nur so tun als ob, während sie gegen die Untersten keilen), werden ihnen das die AG unter Zuhilfenahme des Arge-Knüppels einbläuen. Wenn sie das 40 Lebensjahr überschritten haben und so langsam auf die 50 zugehen, wird es brenzlig.

      In der Tat, das hat seine Zeit bis zur Erkenntnis gebraucht. Doch Umgewöhnung dauert halt. Hinzu kommt, für einige Zeit wird die Substanz die Illusion erleichtert haben, in Kombination mit der Hoffnung auf das Dauerversprechen, dass es wieder besser werden wird.

      Mittlerweile ist das allerdings längst aufgebraucht. Beides, sowohl der Glaube an die Versprechungen sowie die Substanz. Letzteres wurde mehr als nur deutlich, durch die realisierten Verluste seit Beginn der Krise, als sich die einst rosig ausgemalte Zukunft im Alter als hohles Versicherungs-Ei erwies.

      Die junge Generation dagegen, häufig auch "Generation Praktikum" oder "Generation Laminat" bezeichnet, lernt das wieder von der Pike auf. Das geht natürlich dann schneller.

      So könnte man formulieren, das ging nicht von selbst, aber es geht wie von selbst.

      Wer also meint, es gäbe noch etwas aufzuklären, der ist verdammt spät dran.

      Gruss
      Rosi

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    6. Hallo Rosi!

      Gehe mit Dir mit, dass der Arbeitnehmerschaft bewusst ist, dass es ihnen nicht wirklich gut geht.
      Über die Zusammenhänge ihrer Ausbeutung besteht meiner Meinung nach schon ein gewisser Aufklärungsbedarf.

      Grüße,
      Dude

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    7. Wenn Du mit Zusammenhänge die systemischen meinst, wirst Du wohl richtig liegen.

      Wobei man natürlich bedenken muss, dabei hat kaum jemand den vollen Überblick.

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    8. @Rosi, @All:

      "Wenn Du mit Zusammenhänge die systemischen meinst, wirst Du wohl richtig liegen."

      Youp! Genau die meine ich.

      "Wobei man natürlich bedenken muss, dabei hat kaum jemand den vollen Überblick."

      Ich wage mal zu behaupten, dass niemand(!) 'den vollen Überblick' hat.

      Die wenigsten haben tiefe Einsichten, die (falls publiziert) Wenige lesen.

      Deswegen ist der Kapitalismus ja auch immer noch Hegemonie.
      Er ist mittlerweile so allumfassend!
      Da gibt's keine einzelne Wurzel.
      Kein personelles Feindbild. Keine einzelne Strategie, sondern viele, unzählig viele, die es anzugreifen gilt - und die einzelne Wirkung verpufft.

      Und die Medien lullen unterm Strich mehr ein, als sie aufklären.

      Ebenso plump, wie provokant ausgedrückt:
      Jeden Tag, den wir diese Zustände tolerieren, legitimieren wir sie.

      Viel Aufklärungsarbeit ist zu leisten. Viele Abgehängte sind zur Urne zu bringen.


      Aber haben Stimmergebnisse überhaupt noch das Potential wirkliche system- und denkmusterübergreifende Veränderungen auszulösen?

      Oder braucht es da mehr?

      Man weiß es nicht.!?

      Vielleicht kann mir jemand helfen?

      Liebe Grüße,
      Duderich

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    9. @ Anonym

      Arbeiter! Merket auf! Die kommunisten stehlen Euch Eure Wannseevillen! Wenn die die macht im staat kriegen, könnt Ihr Eure kinder nicht mehr in Salem zu tüchtigen menschen erziehen lassen!

      Aber mal spaß beiseite.

      Klar, im ländlichen raum mag es auch arbeiter geben, bei denen vorm reihenhaus eine aufblasbare kinderplantsche steht. Das häuschen gehört denen aber in den seltensten fällen. Weil die kein geld haben, gehört es entweder der bank oder sie haben so wenig geld, daß sie nicht kreditwürdig sind, dann sind sie gezwungen, ein leben lang für etwas zu zahlen, das ihnen niemals gehören wird. Dann müssen die sich auch noch zwei autos leisten - und von vorn herein ist klar, wo sie mit ihren schrottkisten hinfahren. Irgendwie müssen die ja im umkreis von 100 km alltäglich auf ihre arbeit kommen. Das alles ist kein luxus, sondern teure notwendigkeit, um in dieser tollen gesellschaft zu überleben.

      X wochen urlaub? X ist die römische zahl für 10. Das ist so jedoch falsch. Tariflich gebundene arbeiter haben bis zu 6 wochen urlaub. Nicht tariflich gebundene 3, weil die 24 gesetzlichen urlaubstage sich nicht auf arbeitstage, sondern auf werktage beziehen können. Diesen menschen stehen also nicht einmal 6 % der 52 wochen, die das jahr hat, zur freien verfügung - und da können sie auch nicht wirklich machen, was sie wollen, weil freizeitvergnügungen jedweder art geld kosten. Und das ist selbst bei sogenannten »gutverdienern« oft knapp.

      Warum gibt es denn rente? Das ist das eingeständnis, daß die paar kröten, die der lohnmalocher erhält, nie für sein ganzes leben reichen, sondern in den meisten fällen von monat zu monat gerade so zum überleben. Deshalb muß man die arbeitenden durch ein staatliches umverteilungsprogramm dazu zwingen, die leute, die zu alt zum arbeiten sind, mit durchzufüttern.

      Das alles deutet darauf hin, daß den leuten in dieser gesellschaft einiges aufgeherrscht wird, das ihnen nicht guttut.

      Es ist in diesem staat keine selbstverständlichkeit, daß man bekommt, was man zum leben bräuchte. Es ist staatlich beschlossene sache, daß die mehrheit davon ausgeschlossen ist und sich jeden tag in konkurrenz zueinander darum bemühen muß, durch lohnarbeit an die mittel zu kommen, die man zum leben benötigt. Und das geht nur, wenn ein anderer ein lohnendes geschäft aus der arbeitskraft machen kann. Wer da nicht an unterdrückung und erpressung denkt, weil er das glück hat, für eine relativ leichte arbeit geld zu bekommen, belügt sich selbst.

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    10. @ Duderich

      Ich habe das bewußt vorsichtig im konjunktiv + vielleicht formuliert.

      Bei mir ging das von selbst. Allerdings hat es sehr lange gedauert. Man kann den leuten das denken nicht abnehmen. Und wenn die lieber nach zerstreuung suchen, um sich vom elend in ihrem leben abzulenken als sich gedanken um die ursachen ihrer prekären situation zu machen, kann man das nicht ändern.

      Als kleiner blogger mit geringer reichweite kann man gegen die medienmacht von Springer oder Bertelsmann wenig ausrichten. Man kann allerdings schreiben. Auf daß hinterher niemand von sich behaupten kann, daß man das alles vorher nicht hätte wissen können.

      Die abgehängten landen eher in der urne, als daß sich hier durch wahlen etwas ändern würde. Wer sich hier zur wahl stellt hat das ziel, diesen staat besser zu führen als die konkurrenz. Wer etwas anderes wollen würde, würde sofort verboten, weil das gegen die prinzipien dieses staates verstoßen könnte.

      Lg,
      Mechthild

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    11. Guten Morgen Duderich,

      Dude, hältst du "zur Urne" gehen tatsächlich für eine Alternative?
      Wer bitte ist denn wählbar?
      Die Linke?
      Gehört die nicht mittlerweile zur Einheitspartei?

      Lieben Gruß Ruby

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    12. @Dude: "Ich wage mal zu behaupten, dass niemand(!) 'den vollen Überblick' hat."

      In etwa solches sollte meine Formulierung ausdrücken. Sie war jedoch mit Absicht gewählt, weil ein Einzelner (»Jemand« ist ein unbestimmter Platzhalter, können auch mehrere sein) das auch nicht braucht. Menschliches Wissen ist immer ein kollektives Produkt.

      Was das System betrifft:

      "Systeme sind keine Konstrukte, sondern Prozesse"
      (Wer meint, Prozesse mit Konstrukten – egal welcher Art -bekämpfen zu können, ist eh m.E. auf dem Holzweg)

      Deswegen ist es so unübersichtlich, es verändert sich. Oder um es mit Deinen Worten zu sagen, die "Wurzeln" von gestern sind heute längst wieder woanders oder haben sich durch Steinspalten gearbeitet, die man nicht für möglich hielt. Manche sterben ab, dafür bilden sich anderen Orten neue.

      Nur eines scheint mir immer gleich zu bleiben, die Pflanzenart, die diese Wurzeln ständig überall in den Boden schlägt, ist immer noch dieselbe familia. D.h. die Strategie, um an die kostbaren Nährstoffe zu kommen, richtet sich an den jeweiligen Gegebenheit aus (die sind selbstverständlich auch nicht statisch).

      Doch dass sie es tun und warum Sie es tun, ist kein Geheimnis. Formulieren wir es mal so: „das wusste mir schon meine Großmutter zu berichten“. Und Du findest sie in meiner verlinkten Pyramide oder auch dort:
      http://de.wikipedia.org/wiki/0,1_%25_%E2%80%93_Das_Imperium_der_Milliard%C3%A4re

      Wenn Du ein Profiling dieser familia suchst, guckst Du z.B. hier:
      http://shop.recentr.com/buecher/neue-weltordnung/211/politische-ponerologie-die-wissenschaft-ueber-das-boese

      Es ist überhaupt nicht wichtig, ob man dabei plakativ, wenig differenziert und von welcher Seite aus man an die Angelegenheit herangeht. Wichtig ist, man trifft den Kern und die Natur.

      Deswegen fällt es mir so schwer, zu glauben, dass folgendes überhaupt von Nöten sei:

      "Da gibt's keine einzelne Wurzel.
      Kein personelles Feindbild."

      Ja ebenda!

      Wenn wir innerhalb der biologischen bzw. landwirtschaftlich Sinnbilder bleiben: Damit hält sich kein Bauer auf. Vll. der ein oder andere Vorgartenbesitzer im Einzelfall, doch wahrscheinlich ist es, dass der Blumenkasten-Balkonier eine solche Strategie fährt.

      Ob die Mittel immer gut sind, zu denen der Bauer greift, lasse ich mal dahingestellt. Doch auch das leitet Veränderungen ein und dann nähern wir uns wieder dem Thema Wahlen.

      Halte es tatsächlich für falsch, sich auf den Standpunkt zu stellen, Wahlen würden nichts verändern (das stimmt einfach nicht). Vll. erinnerst Du Dich noch an die ein oder andere Diskussion zu dem Thema. In Zeiten, in denen solche Themen noch vertieft wurden (Du formuliertest: „Hach, die guten alten Zeiten.“

      Bin mitnichten die einzige gewesen, die die These vertreten hat, dass sich die Situation verschärfen wird (Aktion – Reaktion innerhalb Autopoietischer Systeme), bzw. bevor es zu Verbesserungen kommen kann. Es innerhalb der nächsten Jahre zunächst einmal zu radikaleren Wählerbewegungen in Richtung rechts kommen wird und dies so sicher, wie das Amen in der Kirche. Und das passiert gerade!

      ff.

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    13. Teil 2

      Wenn die Wähler sich radikalisieren, dann rechts von der Mitte (zumindest bei der jetzigen Konstellation, die geboten wird). Sie wählen nicht liberal links, weil ihnen das zu liberal ist. Also entscheiden sie sich entweder dafür nicht zu wählen oder für radikalere rechte Variante, bis hin zu ganz offen radikal rechts. Wenn man sich das als Armband vorstellt: An diesem rechten Ringelchen ist der Verschluss (Diktatur), das Steckerchen befestigt Das krude an der Sache ist, gäbe es ein radikal Links (das Gegenstück, das Mütterchen), wäre das wiederum so radikal, dass sich beide Teile zu einem vereinen. Je weniger Kettenglieder (liberale) sich dazwischen befinden, desto enger das Armband.

      Verhindern kann man solche Entwicklungen nicht (der Zeitpunkt ist in der Vergangenheit längst verpasst worden). Wenn Du Dich fragst, warum man das nicht verhindern kann:

      Nun, das liegt daran, dass kaum jemand den Kassandras (Miesmacher, Schwätzer, Gehirnwichsern, Elfenbeinturmler, Vortraghalter, Klugscheixxer, Verschwörungstheoretiker u.v.a. Bezeichnungen mehr …) dieser Welt wirklich Glauben schenkt (schenken will). Im Grunde genommen werden sie zu »Deppen« deklariert und man lacht sich einen Ast. Als Beweis, dass sie keine Deppen seien, erwartet man von ihnen kurze, schlüssige, griffige Konstrukte gegen das System. Doch solches wird man nicht liefern (können) und so werden es auf immer die gleichen Deppen bleiben.

      Wenn Dir das Verständnis für die Menschen dort draußen fehlt, könnte ein wenig Selbstreflexion nicht schaden. D.h., Du bist auch nicht viel anders. So wie wir letztlich alle sind. Nur, die einen sind sich darüber bewusst (der eine mehr, der andere weniger) andere gar nicht. Solange sich dies nicht ändert, wir uns vorrangig darum raufen, wer der größere und wer der kleinere Depp ist, anstatt zu erkennen, dass wir alle Deppen sind, bleibt das Fakt:

      Troja muss (unabdingbar) erst gefallen sein!
      (Oder: das Armband zerrissen sein)

      denn wir sind Teil des Prozesses und damit auch Teil des Problems! (Wobei ich mir persönlich nicht mehr sicher bin, ob man es tatsächlich noch Problem nennen kann … )

      Und dies lieber Duderich, scheint mir doch zu den menschlichen Naturgesetzen zu gehören. Oder einschränkend: Zumindest zeichnet es sich auch diesmal so ab. „Et kütt, wie et kütt“ sagt der Kölner dazu und ich kann mir jetzt schon vorstellen, wie der ein oder andere tief Luft holt. (Nein, das bedeutet nicht, den Kopf in den Sand zu stecken, denn sonst würde es ja nicht so kommen … Systeme sind Prozesse! … und [Sark. on] wäre doch schade um die Prophezeiung [Sark. off])

      Wahlen verändern etwas. Nicht immer führt das direkt zum Guten (oder was wir dafür halten). Manchmal braucht es eben erst den Fall Trojas.

      Die Abgehangen, die wird man auch diesmal nicht an die Wahlurnen bekommen. Dass dies jemand schaffen würde bevor Troja gefallen ist, wäre wirklich das allererste Mal in der Menschheitsgeschichte. Doch da kaum jemand selbst davon überzeugt ist (bist Du davon überzeugt, Duderich?), wird das wohl nichts werden. Man kann niemanden von etwas überzeugen, an dass man selbst nicht glaubt! (und eigentlich sollen wir ja auch nicht daran glauben, sagen die »Wurzeler« und v.a.m.)

      Jene tauchen erst wieder dann auf, wenn sie nicht mehr die Abgehangenen sind. Das kann dadurch passieren (wäre ja wünschenswert), dass sich die Situation für jene verbessert hätte oder aber, das ist wahrscheinlicher, für alle anderen so verschlechtert, dass sie sich nicht mehr als abgehangen betrachten können.

      Gruß
      Rosi

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    14. @ Rosi,

      Soweit ich informiert bin ist ponerologie in der religion so etwas wie »die lehre vom bösen«. »Das böse« kann man schlechterdings nicht wissenschaftlich betrachten. »Böse« ist doch bloß eine moralische wertung und nichts, das sich objektiv als eigenschaft bestimmten personen oder dingen zuordnen ließe.

      Im folgenden kommt dann dieser satz: »Sie wählen nicht liberal links, weil ihnen das zu liberal ist.« Man kann nicht Dinge aus sich selbst heraus erklären. Diese aussage ist ungefähr so hilfreich wie »sie springen nicht ins naß, weil ihnen das zu naß ist.« Das ist ein zirkelschluß. Da wird nicht einmal überlegt, warum das so ist oder welche gründe das haben könnte, sondern das ist so, weil es halt so ist.

      Dann auch noch das schöne bild vorm armband: das »steckerchen« am rechten rand sei so radikal, das es perfekt zum »mütterchen« am linken rand passe, weil die ränder sich in ihrer radikalität ähneln täten.

      Aber betrachten wir doch mal, was mit denen vom rechten rand los ist: sie beklagen den schwachen staat, deshalb befürworten sie den krieg, damit der staat dadurch stärker wird. Sie verabsolutieren die nationalen interessen, mythisieren die volksgemeinschaft. Das recht des stärkeren soll gelten und ein starker führer bestimmen, was richtig ist. Das ist das streben nach dem totalen staat. Nur auf das allernotwendigste zusammengefaßt, was faschisten wollen.

      Den menschen vom linken rand schwebt bekanntermaßen »fast das gleiche vor«: sie wollen die nationalstaatlichkeit auflösen, damit nicht mehr geherrscht, sondern nur noch verwaltet wird. Der grundsatz »jeder nach seinen fähigkeiten, jedem nach seinen bedürfnissen« soll gelten - unabhängig von hautfarbe oder herkunft.

      Diesen beiden standpunkten ist gemeinsam, daß sie radikal sind. Miteinander vereinbar sind sie deshalb noch lange nicht. Wie sich diese gegensätze »zu einem vereinen« sollten, ist zumindest mir unverständlich.

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    15. Liebe Frau Mühlstein

      Mache es für meine Verhältnisse ziemlich kompromisslos deutlich:

      Mit manchen Kommentatoren kann man sich unterhalten mit anderen weniger und mit einigen gar nicht. Das kann an vielerlei Dingen liegen. Manche lassen sich überwinden, andere nicht:

      Mit Ihren Äußerungen in der Szene habe ich noch nie etwas anfangen können, sie sind mir alle, ausnahmslos ALLE nur unangenehm aufgefallen. Keine Logik, für mich nur unverständliches Gebrabbel. Übertrieben ausgedrückt, wenn Sie japanisch schreiben würden, könnte ich wenigstens noch Babelfish zugunsten evtl. übersehener Sachinhalte bemühen.

      Ihre Aussagen sind mir generell zu memetisch, ihre Diskussions-Dialoge münden mir nur all zu schnell ins Persönliche. Habe das Verfahren jetzt einfach mal abgekürzt, um uns (nah eher mir, egoistischer Weise) das Vorgeplänkel zu ersparen. In meinen Augen tun sie vorrangig nichts anders, als dass, was man gemeinhin Trollen unterstellt. (Mag mich täuschen, spielt aber keine Rolle).

      Bis jetzt bin ich davon verschont geblieben (darüber war ich nicht undankbar). Insoweit, Sie mögen mir verzeihen (müssen es aber nicht), betrachte ich Ihre Ausführungen lediglich als Lock-Angebot, auf dass Ihnen weitere Ausführungen meinerseits das bieten, was Ihnen "Rechtfertigung" für Ihr ansonsten übliches Tun liefert (bzw. das, was ich als derartiges werte).

      Und dass Sie überhaupt das Wort an mich richten (gerne dürfen Sie mich paranoid nennen) verbuche ich darunter, dass Sie meine Position hier im Forum als angegriffen und somit als Schwäche werten (auch solches meine ich oft genug beobachtet zu haben: wenn einer angeschlagen ist, kann es nicht lange dauern, bis Frau Mühlstein zuschlägt).

      Es gibt bei mir nur zwei Nicks mit Wiedererkennungswert aus der Szene, mit denen ich wirklich, wirklich nichts aber auch gar nichts zu tun haben möchte. Das klingt zwar hart, es ist sicherlich auch gegen die Nettiquette, doch es ist absolut ehrlich und Sie wissen jetzt, woran Sie bei mir sind:

      Sie sind ein Nick der beiden!

      Mit anderen kann ich mich zoffen, uneins sein, missverstehen oder gar nicht verstehen, ja sogar richtig sauer werden. Doch niemals käme mir in den Sinn zu sagen: Diese Person kann ich einfach nicht ab. Bei Ihnen und (unbenanntem) Nick Nr. 2 ist das anders. Da ist es genau so!

      In einem freien Land, so wie im Real Life so auch im www, darf mir das aussuchen und niemand kann es mir vorwerfen.

      Vorschlag: Lassen wir uns lieber wieder gegenseitig ignorieren wie bisher. Sie können mir jetzt gerne auch noch ausführen, was Sie von mir halten (kein Problem). Dies wird die einzige Reaktion meinerseits auf Sie sein, die Sie jemals von mir erhalten werden!

      Für mich ist das kein Problem! In der Regel meide ich sogar die Blogs freiwillig, in denen Sie erhöhte Präsenz zeigen (das macht die Sache doch einfacher).

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    16. Rosi@
      Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Kommentar freigeben soll.
      Wenn es in's beleidigende gegenüber anderen Kommentatoren abtriftet, dann ziehe ich normalerweise die Reißlinie.

      Du benutzt keine Schimpfwörter aber Du beleidigst. Ungerechtfertigt, wie ich finde.

      Ich kann Deine allergischen Reaktionen auf Mechthild Mühlstein nicht nachvollziehen.
      Als total Verblendeter erinnert mich das an Stutenbeißen.

      Wenn man mit Kommentaren Anderer nichts anfangen kann, besteht immer noch die Möglichkeit, nicht darauf einzugehen.

      Dein wortreiches Nachkarten ist für mich kein guter Stil.

      Der Moderatorich

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    17. @Duderich
      Wenn wir schon erzieherische Stil-Maßnahmen austauschen ... was ist jetzt mit Deinem Text? Mich öffentlich zu maßregeln, ohne dass sich jemand ein Bild hätte machen können ... ach, möchte nicht weiter darüber nachdenken.

      So als Tipp: eleganter wäre vermutlich per Email gewesen. Sonst stehen jetzt die Deinigen Maßregelungen an mich als alleiniges "Nachkarten" für sich. Zwar nicht so wortreich, aber dafür in Buchstaben.

      Dennoch wird Frau Mühlstein jetzt wissen (also habe ich Dir zu danken, denn das ist für mich die Hauptsache):

      Mich braucht sie erst gar nicht anzufunken. Denn in der Tat, ich reagiere tatsächlich hoch allergisch auf Frau Mühlstein. Jow, das kann man so ausdrücken, damit bin ich voll und ganz einverstanden.

      Gruss
      Rosi

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    18. Hä, aber Du hast es doch veröffentlicht, sehe ich gerade. Gut, dann hängt Dein Text nicht so rum, das ist gut.

      Gruss
      Rosi

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    19. @ Rosi

      Mit Ihrer Reaktion auf Frau Mühlstein haben Sie sich selbst keinen Gefallen getan.

      Da ich davon überzeugt bin, dass Sie über die sprachlichen Fähigkeiten verfügen, auf eine Kritik angemessen zu reagieren, habe ich eine andere Reaktion erwartet.

      So bleibt für mich der Eindruck einer vollkommen überzogenen Reaktion, die sich ein Aussenstehender wie ich kaum erklären kann.

      @ Duderich

      Du hast lange überlegt! Ich nehme nicht den Platz für Dich ein.
      Du hast Dich entschieden! Deine Entscheidung mag richtig sein. Ich hätte mich wohl anders entschieden, weil ich in dem Kommentar von Rosi etwas herausgelesen habe, was für mich Elemente von Hass gegenüber Andersdenkenden enthält.

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    20. Hallo @Troptard, alter Weggefährte!
      cc: @ Mechthild, @Rosi

      Für mich war es eine Entscheidung, wo es keine ausschließlich richtige oder falsche Lösung gab.
      Ich habe aus dem Bauch heraus entschieden - in dem Gefühl, das Mechthild gestanden genug ist, um mit dem Kommentar umgehen zu können.
      Letztendlich wird Mechthild entscheiden müssen, ab meine Entscheidung ok (für sie) war.

      Auch fiel es mir schwer, Rosi sozusagen über den Mund zu fahren.
      Ich habe Rosi's Kommentare immer geschätzt, wenn sie nicht eine Reaktion auf Mechtilld waren.
      @Rosie: Eine dümmere Version von mir würde diese Zeilen tippen, als wenn ich nichts von Dir gelesen hätte.

      Ich will niemanden vorführen: Weder Mechthild noch Rosi.

      Da ist ein Konflikt am Laufen, den ich nicht ganz nachvollziehen kann. Muss ich ja auch nicht.
      Mir geht es bedeutend besser, seit ich mir zugestehe nicht alles verstehen zu müssen - letztendlich verstehe ich das Wenigste, was um mich herum geschieht.
      Ganz ehrlich:
      Ich fühle mich wie in einem Tollhaus - in meiner persönlichen Existenz, aber auch wenn ich herauszoome. Erst wenn die Erde nur noch eine blaue Perle im Weltall ist kehrt Friede ein..

      Aber ich komme mal wieder in's Plaudern....
      @Rosi, @Mechthild:

      Wenn Ihr Euch in Zukunft gegenseitig ignoriert ist das durchaus eine tragfähige Lösung. Es gäbe noch andere, aber damit wären wir schon weiter.

      PEACE!

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    21. Hallo Duderich!

      Ich weiss ja nicht! Aber nach den Ausslassungen von Rosi, wenn sie an mich gerichtet wären, ich weiss nicht, wie ich mich danach fühlen würde.
      Was ich in meinem französischen Domizil so schätze ist, diese " Forme de Politesse". Allgemein formuliert, welchen Respekt ich meinem Gegenüber entgegenbringe.

      Da ich ja selbst aus einem deutschen Stall entstamme, habe ich mir schon oft einige Ohrfeigen eingefahren, nur weil ich vergessen habe meine Gegenüber mit Herr oder Dame anzusprechen.

      Das nur nebenbei!

      Ich kann Dir absolut zustimmen: Ich versuche auch nicht mehr "Alles" zu verstehen. Bin aber immer wieder sehr erstaunt, woher diese Omnipotenz meiner kritischen Zeitgenossen stammt, auf "Alles" die richtige Antwort zu finden.

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    22. @Troptard:
      Ich habe schon viel Gegenwind erfahren. Letztendlich bin ich froh, dass es so war.
      Ich selbst will ja auch hinterfragt werden, weil ich keinen verblendeten, falschen unhinterfragten Meinungen verfallen will.

      Gerade Kritik ist das beste Mittel, seine eigene Weltanschauung weiter auszutradieren.
      Manchmal passt es halt nicht, und es gibt keinen Weg einer ungestörten Kommunikation.
      Dann breche ich diese ab und ignoriere den Verfasser.

      Ich versuche, die Gefühle meiner Kommentatoren zu schützen. Aber ich will grundsätzlich auch keine Kritik untereinander (auch wenn sie nicht meinem Geschmack entspricht) zensieren, weil in der nachfolgenden Dynamik unheimlich viel positives passieren kann.

      Auch wollte ich Mechthild die Möglichkeit einer Replik geben.

      Nach, wie vor, weiß ich nicht, ob meine Entscheidung die richtige wahr.
      @Mechthild: Du bist die Einzige, die das klären kann.

      Liebe Grüße,
      Dude

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    23. @ Duderich

      Es ist völlig richtig, daß Du den beitrag von Rosi durchgelassen hast, damit komme ich schon klar. So ein absurdes schreiben habe ich seit meiner letzten abmahnung nicht mehr erhalten. Aber es zeigt doch, wes geistes kind die verfasserIn ist.

      Erst macht sie werbung für den internetauftritt des herrn Benesch http://www.antifaschismus2.de/personen/51-benesch-alexander und dann folgen beleidigungen wegen kritik, hätte ich mir ja auch denken können, denn solche figuren haben ja die wahrheit gepachtet, tut mir leid, hatte ich vergessen.

      In sofern verstehe ich diese beschimpfungen, denn kritik kann und darf es da nicht geben. Auch, oder gerade dann, wenn sie richtig sein sollte. Ich habe mit Rosi noch nie ein problem gehabt. Leute, die ich aus dem internet kenne, hasse ich generell nicht. Die schreiben richtiges oder falsches und dazu kann man etwas schreiben oder es lassen.

      Ich denke, so kann sich jeder ein bild davon machen, was ich geschrieben habe und was sie darauf geantwortet hat und wie er das einordnen möchte. Mach Dir das bloß keen kopp drum,
      liebe grüße,
      Mechthild

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    24. Werte Rosi,

      wenn ich nun Japanisch schriebe, würde Ihnen auch der »babelfisch« nichts nützen, weil ich dann das selbe auf Japanisch schriebe. Erscheint also nicht unbedingt plausibel, daß Sie dann eher verstünden, was ich schreibe.

      Klar bin ich ein troll. Deshalb blogge ich seit inzwischen sieben jahren unter meinem namen und spitze Ihnen seit dem fortwährend in sämtliche diskussionen hinterher, ich habe schließlich nichts besseres zu tun.

      Und wenn ich tagelang oder gar wochenlang in anderen blogs nichts kommentiere, tue ich das ausschließlich, um Ihre paranoia zu füttern, weil ich nämlich im nächsten augenblick schon wieder »zuschlagen« könnte. An sich liegt mir das fern, fremden menschen mit ferndiagnosen zu kommen. Aber da Sie selbst davon angefangen haben: so einen kleinen »verfolgi« scheinen Sie schon zu haben.

      Das wort habe ich an Sie gerichtet, weil ich das, was Sie geschrieben haben, grundverkehrt finde, besonders den schon tausendmal gelesenen blödsinn von der totalitarismustherorie. Dann erklären Sie doch einfach mal, wie denn die extrem rechten ideen mit den extrem linken zusammenpassen. Ich habe dargelegt, was faschisten wollen und was kommunisten wollen.

      Ich sehe Sie überhaupt nicht als »schwach« an, weshalb sollte ich, ich kenn Sie doch gar nicht. Allerdings betrachte ich es als »schwache leistung«, wenn auf kritik mit beleidigungen reagiert wird. Ich schreibe nicht, damit alle ganz toll finden, was ich schreibe. Wenn man das kritikabel findet, muß man halt formulieren, was da dran nicht stimmt.

      Übrigens wüßte ich nicht in welchen blogs (außer meinem eigenen) ich »höhere präsenz« zeigen würde. Ich bin eher kommentarfaul, weshalb ich Ihre tirade eher in der rubrik »absurdes theater« verbuche.

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    25. @Troptard: "Mit Ihrer Reaktion auf Frau Mühlstein haben Sie sich selbst keinen Gefallen getan.

      Wollte mir keinen Gefallen tun und ich bin mir bewusst darüber, dass es keiner ist.

      @Troptard: "Da ich davon überzeugt bin, dass Sie über die sprachlichen Fähigkeiten verfügen, auf eine Kritik angemessen zu reagieren, habe ich eine andere Reaktion erwartet."

      Welche Kritik? Habe auf keine Kritik reagiert.
      Es ist in der nur so, wie ich beschrieben habe. Muss für niemanden Erwartungen erfüllen, andere erfüllen die meinigen auch nicht.

      @Troptard"So bleibt für mich der Eindruck einer vollkommen überzogenen Reaktion, die sich ein Aussenstehender wie ich kaum erklären kann."

      Verstehen: Das müssen Außenstehende auch nicht.
      Jeder ist irgendwann einmal der Außenstehende, der sich etwas nicht erklären kann.

      Und ich möchte das auch nicht detaillierter schildern, nur damit andere das nachvollziehen können. Solches würde ich meinerseits für nicht fair halten. Denke, dafür haben Sie Verständnis.

      Es mag jemanden beleidigen (bzw. sich getroffen und beleidigt fühlen), wenn ein anderer klar sagt, dass man ihn nicht mag. Das ist nicht schön, doch nicht wirklich eine Beleidigung.

      Wieso kann man das nicht einfach akzeptieren?

      Mir begegnen in Kommentaren auch immer wieder Reaktionen, die ich mir kaum erklären kann.

      Vll. noch als Ergänzung: Bin davon überzeugt, Frau Mühlstein wüsste das wohl einzuschätzen und kann höchstwahrscheinlich damit umgehen.

      Wenn wenn ich Sie seit Jahren sehe und lese, dann sie mich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ebenso. Es wird beidseitig einen Grund geben, warum wir uns seit Jahren ignorieren. Mir ist daran gelegen, dass es so bleibt. Punkt. Es gibt nichts, um weiteres dort hinein zu interpretieren.

      @Troptard: "Hass gegenüber Andersdenkenden enthält." *seufz*

      Wie solches z.B. .... Vll. interpretieren Sie das so, weil Sie - das schließe ich aus Ihrer Einleitung - meinten, ich reagierte auf Kritik eines Kommentators an meinen Ausführungen?

      Nein, mich interessiert nicht einmal, was dort steht. Mir ist egal, was sie denkt und wie sie es denkt und/oder ob es anders sei. Das ist etwas Persönliches (meins). Ganz offen dargelegt, nicht getarnt durch die Hintertür, verpackt durch Pseudoargumentation, sonst üblichen Sticheleien. Das ist, welch ein Schrecken offenbar, ein geöffnetes Visier. Offener kann ein solches m.E. nicht mehr sein.

      Dagegen: Anders Denken ist kein Problem für mich, kann mich auch nicht erinnern, mir jemals solches zu schulden kommen lassen. *Grübel* Nöh!

      Das, was ich fühle, nennt man gemeinhin einfach Antipathie. Hass ist ein Gefühl, weiß nicht, muss lange her sein, Jugendzeit vll.. Hasse nichts und niemanden. Trotzdem muss ich nicht gleich die ganze Welt lieb haben und/oder mich mit jedem unterhalten wollen.

      Eine (freiwillige, also nicht funktionale) Unterhaltung muss meinem Gegenüber und mir doch zumindest etwas Positives mitgeben (und sei es noch so belanglos). Das wird zwischen Frau Mühlstein und mir nicht passieren können. Denn ich will das nicht.

      Gruss
      Rosi

      PS: Und schöner wird das jetzt für Frau Mühlstein durch unsere Diskussionen, warum ich das wohl getan haben mag, auch nicht.


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    26. @Dude "Manchmal passt es halt nicht, und es gibt keinen Weg einer ungestörten Kommunikation."

      Volltreffer :), gut erkannt, so simpel ist das. Es geht nicht um andere Meinungen, geht nicht um Weltanschauungen oder gar um so etwas wie Hass. Nicht einmal um Respektlosigkeit. Es passt nicht, es wird niemals passen.

      So etwas passiert einfach im Zwischenmenschlichen. Jeder müsste schon mindestens einmal im Leben Ablehnung erfahren und erteilt haben.

      Ungewöhnlich vermutlich, derartiges in Blogs zu lesen.
      Weitaus üblicher ist, sich mit dem Mäntelchen der Pseudoargumente zu behängen, um sich gegenseitig dann doch auf die Köppe zu hauen, Spitzen zu setzen ... usw.. Manchmal wird sich auch dabei zusammengerottet oder es bilden sich Lager ... usw. usf., das kennen wir doch alles ...

      Meine Variante finde ich dagegen ehrlicher (gebe zu ungewöhnlich, in der Tat). Doch so krude es auch klingen mag:

      "Ein ehrliche Umgang (und damit auch eine ehrliche Ablehnung) ist ebenso eine Form des Respektes" (meine Meinung).

      (Also nicht nur die üblichen gesellschaftlichen Höflichkeitsfloskeln und/oder diese sog. 'sweet little lies' fallen darunter.)

      D.h., ich respektiere Frau Mühlstein und das war es dann. Und ich gehe weiterhin davon aus, Frau Mühlstein kann damit weit besser umgehen, als alle Zuschauer ;) (mich würde es wundern, wenn nicht).

      Gruss
      Rosi

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    27. Werte Rosi,

      Es mag sein, daß SIE mich seit jahren ignorieren. Es ist allerdings glatt gelogen, daß wir einander gegenseiteig ignorieren würden.

      Sie haben im obensteheden kommentar über mich behauptet, daß ich trollen würde. Das ist ein harter schimpf, und jetzt tun Sie so als sei davon nie etwas gesagt worden.

      Sie haben offensichtlich ein extrem schlechtes kurzzeitgedächtnis, wenn Sie sich nicht daran erinnern, eine andersdenkende im selben faden weiter oben beschimpft zu haben.

      Nun gut, das ist ja die, die sie ignorieren wollen. Daß sie nicht sehen wollen, was da steht, kann ich sehr gut verstehen, sind alles »pseudoargumentationen«.

      Aber dann stellen Sie doch mal nicht Ihr licht unter den scheffel und setzen Sie halt mal richtige argumente dagegen!

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    28. @Rosie
      Hast Du es nicht begriffen?
      Es geht nicht um sog. 'Antiphatie', sondern wie man damit umgeht.
      Niemand macht Dir einen Vorwurf, dass Du jemanden nicht leiden magst.
      Wie Du damit umgehst schon.
      Zumindest ich.

      Ich hoffe, Du findest Deinen Weg wieder und erblickst den wahren Feind.
      Deine politische Bildung wird Dir den Weg weisen.

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    29. "Zugleich ist es nicht länger überraschend, daß die deutsche, angeblich linke Partei, „DIE LINKE“ weiterhin mit den europäischen Rechtsextremisten zusammenarbeitet"
      https://linksunten.indymedia.org/de/node/122663

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    30. @Dude: "Hast Du es nicht begriffen?"

      Doch natürlich habe ich das verstanden (meine Argumentation wäre sonst auch nicht dazu passend. Stelle mit meiner Argumentation den Sinn gewisser Umgangsformen, Procedere (also das, was Dich und v.a. stört) infrage.

      Denke, darüber könnte man sich (losgelöst von den Personen bzw. des jeweils Persönlichen) Gedanken machen.

      Was mich natürlich schmunzeln lässt (so nebenbei):

      Nähme ich nun den Erstbeitrag bezüglich des "Bösen" als reine Definitionsfrage, die sich wissenschaftlich nicht untersuchen ließe (wobei ich die Definitionen: "Was Wissenschaft denn sei", was bildet dort die "Objektivität", rein spielerisch außen vor lassen muss) und lehne das an meine Äußerungen an. Hhhm jupp, was ergäbe sich dann? Ein Paradoxon, gel?

      Oder anders: So schnell hab ich noch nie jemand ein Kalenderblatt mit einem aufgedruckten Theorem abreißen und sich selbst ad absurdum führen sehen ;).

      Das würde allerdings auch passieren, wenn ich eine andere Herangehensweise gewählt hätte. Denn das ist kein Einstieg, mit dem man ein offenes Diskussionsergebnis einläutet (so etwas sieht ganz anders aus). Es würde in eine Elefantenrunde münden, bei der man sich gegenseitig aneinander abarbeitet (das meinte ich mit: "Verfahren abkürzen, dazu fühle ich mittlerweile einfach zu alt ... und das ist alles so sinnfrei ...). Hierbei beziehe ich mich u.a. auch auf Fromm (hatte ich irgendwo schon mal angesprochen und verlinkt). Man kann das anhand bestimmter Formulierungsmuster im Vorfeld abschätzen.

      Das soll auch aussagen, meine Ausführungen sind nicht mit Rechtfertigungen zu verwechseln. Denn bezüglich Rechtfertigungen kann man sich sicherlich einig sein, Sinn = China, Sack Reis.

      Das wird u.a.v.m. auch damit zu tun haben, dass ich mich selbst nicht so wichtig nehme. Derartiges wirkt sich kausal darauf aus wie wichtig ich anderes nehme. Du verstehst? Das ist letztlich alles eine Sinnfrage ... Ok, passt vll. nicht in dieses heutige Zeitalter ... da bin ich wohl etwas in der Zeit zurück ;)

      Gruss
      Rosi

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    31. Stelle mit meiner Argumentation den Sinn gewisser Umgangsformen, Procedere (also was Dich und v.a. stört) infrage.

      Was anderes habe ich auch nicht erwartet. Bei mir hätte das immerhin für eine Entschuldigung gereicht.

      ",dass ich mich selbst nicht so wichtig nehme."

      Der Eindruck stellt sich für mich nun nicht gerade ein, dafür geben ihre Texte 1.,2.,3., nun gerade keinen Hinweis.

      Ich habe da eher einen anderen Eindruck.

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    32. @Troptard: "Was anderes habe ich auch nicht erwartet. Bei mir hätte das immerhin für eine Entschuldigung gereicht."

      Nun, das hab ich jetzt nicht ganz verstanden. Hört sich so an, als hätte ich diesmal eine Erwartung erfüllt? Na immerhin.

      Troptard:"Der Eindruck stellt sich für mich nun nicht gerade ein ..."
      Macht nichts. Sich selbst nicht so wichtig nehmen, bedeutet ja nicht, es sei einem jeder und alles völlig gleichgültig. Letztlich eine Interpretationssache. Es gibt gar welche, die gehen davon aus, irgendwo irgendetwas zu kommentieren, fiele bereits unter: "sich zu wichtig nehmen" (über diese Frage sinniere ich noch).

      Aber es ist generell so ein Dingens mit den Eindrücken von virtuellen Personen. Dabei kann man ganz schnell daneben greifen. Ist mir doch tatsächlich kürzlich erst passiert. Wird andere sicherlich ebenso passieren können.

      Gruss
      Rosi

      PS: Unumwunden gebe ich zu, dass mich das Thema "Rosi" sehr langweilt. In Zukunft werde ich mich nicht mehr erklären. Das ist sinnlose Zeitverschwendung; es gibt schöneres und natürlich wichtigeres.

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  23. @Ruby und @Anonym:
    Antwort heute abend
    Lesetipp bis dahin:
    http://le-bohemien.net/2014/09/09/kollaps-des-kaputtalismus/

    Grüße, Dude

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  24. Dafür, dass Du Dich 'Anonym' nennst, bist Du wirklich eine coole Sau!
    Ganz ohne Ironie!
    So konstruktiv, wie Du bin ich leider selten bis nie.
    Machst konkrete Lösungsvorschläge, begründest vernunftorientiert und sachlich. Menschen wie Dich hätte ich gerne in der Politik.

    Ich unterschreibe Deine Argumentation und würde Deine Vorschläge auch gerne umsetzen.

    Weiß aber nicht wie. Kann ja nicht jeden Tag über den Sinn der Reichenbesteuerung schreiben.
    Wer mich länger liest, weis, dass sich meine Kritik an der Reichtumsverteilung, wie ein roter, langer Faden durch diesen Blog zieht.

    Ich danke Dir (wohl auch im Namen meiner Leser) für diesen Beitrag!

    Herzliche Grüße
    Dude

    P.S.: Bitte gib Deiner Meinung einen Namen, Anonym!

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  25. @Ruby: "Erinnerst du dich noch, als ich die Diskussion über Robert Havemann angeregt habe, bei der ich gehofft habe, dass wir gemeinsam Ideen entwickeln, wie eine gesellschaftliche Alternative aussehen kann?"

    Ein Vorschlag: Vll. liest Du die Diskussion noch einmal in Ruhe nach. Erinnerung ist eines, es zu lesen ein anderes:

    http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.ch/2014/01/der-rasende-zug-utopia-und-die-linken.html

    Denn das habe ich doch „etwas“ anders in Erinnerung (und nachgelesen, auch meine Erinnerung hätte eine trügerische sein können). Was meine Erinnerung mir aufzeigt und was ich dort lese, zeigt mir jedoch etwas ganz, ganz anderes. Nämlich solches, dessen Beschreibung von mir (über das, was dort gerade passierte) Du damals nicht verstanden hattest. Und was sollte ich es weiter beschreiben? Was ablief ist bis heute nachlesbar.

    @Ruby"Die meisten Kommentatoren hatten nichts besseres zu tun, ihre theoretischen Kenntnisse, natürlich hochwissenschaftlich marxistisch begründet, hier auszubreiten " Ach ja? Wenn Du einen solchen Kommentar in dem Tröt findest, auf den Du Deine Erinnerung berufst, dann wäre ich Dir dankbar. Habe jetzt den Tröt drei mal durchgeforstet und nicht ein einziges Mal auch nur das Wort Marx gefunden (meine Browser-Funktion auch nicht). Toi, toi, toi!

    Ansonsten, hhmm, interessante Fortführung der einstigen These verschiedener Kommentatoren, was jene immer so tun und wie sie so sind. Jetzt: Was sie damals taten, diese "meisten". Und das immer noch, obwohl sie einst recht einheitlich (fast ohne Ausnahme, auch dann, wenn es z.B. nicht verstanden wurde - exemplarisch hierfür steht für mich Charlies 1. Einlassung) dafür plädierten, sich doch bitte an Rubys Vorschläge zum Diskussionsleitfaden (Havemann und die Zusammenfassung "der größten Probleme der Menschheit") zu lehnen. Also jene, gegen die man sich damals prophylaktisch warm lief, für den Fall, dass sie tun könnten, was Klischees und Vorurteile so über sie zu berichten wissen.

    @Ruby "- nicht eine Vision, keine Ideen, nichts kam dabei heraus."
    Jow, das wundert mich jetzt nicht wirklich. Hatte man sich doch auf zuvor geschildertes konzentriert, also Schlimmstes zu verhindern.

    Aber natürlich, in der Erinnerung sind jene "meisten Kommentatoren" nun auch schuld, weil am Ende nichts rausgekommen ist. Auch dann, als die „Störenfriede“ sich verzogen hatten, weil sie sich die Schilderungen (wie destruktiv sie doch für eine solche Diskussion seien) nicht länger antun wollten (was hauen die auch einfach ab, klar, verstehe ...). (Sark on)“Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte man sie auch noch gelassen. Um Himmelswillen, gib denen den Havemann und einen Leitfaden für die Diskussion an die Hand … dann kommen die mit Wissenschaft und Marx. Gott bewahre, so etwas gilt es zu verhindern, garrrr keine Frage. Wie konntest Du nur solche Vorschläge machen, Ruby? Du hättest es besser wissen müssen, die greifen so etwas glatt auf.(Sark. off).

    Meine das ernst, Ruby, lies es Dir in Ruhe noch einmal durch. Dann entscheide, wer alles Deine konstruktiven Vorschläge ernsthaft in Erwägung zog (um darüber zu diskutieren) und welche sich doch lieber inmitten eines von Vorurteilen und Klischees geprägten Intellektuellen-Bashings wieder fanden. Und vll. stellst Du dann fest, wie trügerisch Eindrücke und erst recht Erinnerungen sein können. Möglich auch, dass Du erkennst, in was man sich alles hineinziehen lassen kann, wenn man nicht aufpasst.

    Gruß
    Rosi

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  26. @Anonym: "würde ich alle Energie darauf setzen, mit immer neuen Formulierungen der Argumente beständig nur eine einzige Forderung immer und immer wieder in die Öffentlichkeit zu bringen, ..."

    Aber das tun Sie doch ständig und schon fast seit Jahrzehnten, kann man sagen (nicht bis auf eine einzelne Forderung zerlegt, doch auf einen begrenzten Forderungskatalog ausgerichtet). Die Inhalte der Reden und dieses Forderungskatalogs (z.B. der Partei Die Linke) haben sich nicht maßgeblich in den letzten Jahren verändert. Die Reden werden abgewandelt, so, wie auch die Anlässe unterschiedliche sind, zu welchen man eines dieser Themenstränge herausgreift.

    Vll. reagiert man hier und da auf etwas Neues (bspw. TESA/TTIP/CETA) und erweitert sein Portfolio. Doch im Grunde genommen bleibt alles beim alten.

    Wenn man sich die Reden der Vergangenheit anhört, dann ist es schon eine ständige Wiederholung der Inhalte bis heute. Wir lesen, reden und schreiben seit mind. einem Jahrzehnt immer dasselbe. Ein wenig hat es sich durch die Krise 2008 verstärkt, doch nicht wirklich nachhaltig. Das gilt nicht nur für die Partei.

    Sehe diese ewige Themenhüpferei nicht als solches in den Blogs. Vll. wenn man das nur über eine kurze Zeitspanne verfolgt, mag einem das so vorkommen. Die Anlässe mögen auch hier unterschiedlich sein, auch, wann welcher Blog aus diesem Themenkatalog sich eines mal wieder heranzieht. Doch im Grunde genommen, wird es so sein, wie ich das empfinde. Dauerthema Kapitalismus seit einem Jahrzehnt. Manche Blogs sind längst wieder eingestampft, neue sind aufgetaucht. Geändert hat sich nicht wirklich etwas.

    @Anonym: "Diese Forderung über Jahre hinweg beständig mit Guerilla-Plakatierungsaktionen und Flugblättern ..."

    Damit zu übertreiben, davon rate ich allerdings ab. Sonst ergeht es der Botschaft nachher so, wie es den einfachen Werbebotschaften ergeht.

    Niemand hört mehr hin oder es führt zu einer massiven Verweigerung (so wirkt Werbung z.B. bei mir ... komm gar nicht so schnell an die Zapp-Maschine, wie ich möchte, meide so gut wie alle Sender, die auf Werbeetats aufgebaut sind. Auf meinem Briefkasten steht: "Werbung einwerfen verboten". Bei Anrufern wünsche ich sofort einen guten Tag und lege einfach auf. Mein Browser ist mit allen Blockern bewaffnet, die ich dafür bekommen kann ... usw. usf.).

    Der Vorwurf an die Partei Die Linke, sie erzähle immer die gleichen langweiligen und einfachen "Wahrheiten", sie kämen nur stets in "anderer Verkleidung" dürfte nicht unbekannt sein.

    Immerhin ist in den Mainstream-Medien nach mehr als 7 Jahren Krise angekommen, was Ruby etwas übertrieben formuliert:

    @Ruby "Töne wie "Der Kapitalismus muss weg." nun endlich in den Mainstreammedien angekommen sind.

    Nicht wirklich "muss weg" (m.E.) in den Mainstream-Medien. Man sucht eher nach Reformwegen, Mittelchen zur Milderung des Problems, weil sich zumindest die einfache Erkenntnis durchsetzt "der Kapitalismus führt zu mehr Ungleichheit und Ungerechtigkeit". Was sich dort gerade am heftigsten aufregt, findet Beachtung. Was das wann gerade ist, unterscheidet sich nicht wesentlich von Blogs.

    Und doch scheint sich gerade im Mainstream Deutschlands die Erkenntnis durchzusetzen, dass es einem so ergehen könnte, wie es anderen längst ergangen ist (z.B. den Süd-Europäern).

    Wenn man jetzt tatsächlich (und das, obwohl schon alles ewig dauert) jede einzelne politische Forderung, die man sich zur Begrenzung der schlimmsten Auswüchse dieses hochkomplexen Systems auf die Flugblätter setzt, dann hat sich vll. (und mit viel Glück) diese eine einzige Botschaft nach 6 Jahren in die Köpfe der Menschen gepflanzt. Doch wahrscheinlicher ist, weil solche Einzelforderungen keine Lösung gegenüber einem komplexen System darstellen, dass man nach diesen 6 Jahren immer noch sein Flugblatt in der Hand behält und statt dessen gesagt bekommt: "Sie haben auch keine Lösung".

    Gruss
    Rosi

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  27. Hach, die guten alten Zeiten.
    Bin Rosi's Verlinkung gefolgt und habe mir die Kommentare noch mal reingezogen.
    Und aus der Gegenwart betrachtet hat das alles schon eine gewisse Komik - mit leicht tragischer Einfärbung.

    Der Verriss von Charlie lässt mich heute schmunzeln. Sicherlich war mein Post von dem naiven Ansatz getragen, dass sich daraus etwas kreatives und vielleicht sogar konkretes ergeben könnte.
    Charlie ist über mich gestolpert und hat sich abgearbeitet. Ist vollkommen okay - mach ich auch so.
    Und wenn der mal irgendeinen Bullshit schreibt, dann kriegt er aber sowas von auf die Mütze!
    Ist bisher aber nicht vorgekommen. :-)

    Nach wie vor ist Charlies 'Narrenschiff' in meiner Blog-Roll, und umgekehrt.

    Für mich ist das wertvoll.
    Das man (gerade innerhalb gleichgerichteter Stoßrichtungen) Differenzen akzeptiert, ist eine Erfahrung die ich all meinen liebgewordenen KommentatorInnen gönne.

    Besinnliche Grüße
    Euer Duderich

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  28. Vor fast zwei Jahren hatte ich hier als „Ano12“ einen Beitrag mit dem Titel: „Linke als Helfershelfer der Neoliberalen“ veröffentlicht.
    http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.ch/2012/12/gastbeitrag-ano12-linke-als.html

    In der Einleitung schrieb ich:
    Vielleicht ist dieser Beitrag ungewohnt "linkskritisch". Aber ich glaube sowieso nicht an eine "linke Community". Die gab es nicht, schon vor über 150 Jahren gab es die verschiedensten sozialistischen Strömungen, die sich keineswegs nur in Freundschaft und Solidarität gegenüberstanden, sondern es gab progressive und reaktionäre Strömungen, die sich auch entsprechend bekämpften.

    So kam es dann auch in diesem Blog.

    Mit meiner Kritik an den „Reformlinken“ habe ich damals nicht wenige frustriert, was sich dann in Angriffen gegen mich äußerte.

    Zunächst ein Hinweis zu Fromm. Er sagt: „Glücklich der, der ein Symptom hat!“
    http://www.youtube.com/watch?v=9R9C-MYaILI

    Frustration ist so ein Symptom. Wer in dieser Gesellschaft nicht Frustration erlebt, bei dem stimmt etwas nicht. Der ist krank, ohne es zu wahrzunehmen und zu wissen.

    Die Frustration kommt aus dem Wissen, dass die Produktivkräfte schon längst so weit entwickelt sind, dass wir ein ganz anderes und besseres Leben führen könnten.

    Dass dieses Leben ein - weil gegen unsere menschliche Natur gerichtetes - falsches Leben ist. Und dass es – in den Worten von Adorno – „kein richtiges Leben im falschen“ gibt.

    Der Wirtschaftwissenschaftler Prof. Dr. Heinz-J. Bontrup (2014) weist darauf hin::
    „Der herausragende deutsche Ökonom Oswald von Nell Breuning forderte schon in den 1960er Jahren die 10-Stunden-Woche als er schrieb: „Auch die heutigen Schritte sind nicht kampflos vor sich gegangen. Aber ich denke nicht an die 35-Stunden-Woche, auch
    nicht an die 24-Stunden-Woche. Ich denke an eine viel weiter gehende Arbeitszeitverkürzung. Ich stelle mir vor, daß wir dahin kommen werden, daß zur Deckung des gesamten Bedarfs an produzierten Konsumgütern ein Tag in der Woche mehr als ausreicht.“


    Und dies bereits vor einem halben Jahrhundert!!!

    So begegnet uns – um nur ein Beispiel für diese falsche System aufzuzeigen - Obsoleszenzproduktion jeden Tag. Wir kaufen Waren, in denen künstlicher Verschleiß (Sollbruchstellen etc.) eingebaut und die so konstruiert sind, dass man diese nicht reparieren kann.

    Wir kaufen neue Waren, die hinsichtlich Haltbarkeit immer schlechter werden. Wenn z. B. deren „technische Lebensdauer“ nur ein Fünftel oder ein Zehntel dessen ausmacht, was technisch möglich und sinnvoll ist, dann müssen wir den gleichen Gegenstand im gleichen Gebrauchszeitraum 5 – 10x kaufen. Wir produzieren dabei 5 – 10x so viel Abfall und Umweltbelastung.

    Zudem bezahlen wir 5 – 10x so viel fürs Recycling. In der Schweiz gibt es eine „vorgezogene Recyclinggebühr“, die beim Kauf zusätzlich zum Kaufpreis entrichtet werden muss.

    Das ist vom System her idiotisch.

    Selbstverständlich frustriert dies jeden intelligenten Menschen.

    Die lohnarbeitenden Menschen arbeiten sich nicht nur krank, sondern zudem arm. Das kann man in Deutschland besonders gut nachweisen, weil die Schere zwischen Produktivitätssteigerung und Reallohn in den letzten 4 Jahrzehnten immer weiter auseinander gegangen ist und der Reallohn gesunken ist.

    Wie kann man mit der Frustration umgehen?

    Verdrängen?
    Chronische Verdrängungsprozesse führen zu psychischen und psychosomatischen Erkrankungen.

    Illusionäre Hoffnungen?
    Dass irgendwelche systemimmanenten Reformen irgendwann zu einer qualitativen Systemveränderung führen?
    Das ist typischer linker Selbstbetrug schon seit über 100 Jahren.

    Psychotrope Substanzen konsumieren?
    Alkohol, Psychopharmaka, illegale Dogen etc.
    Das macht ein großer Teil der Bevölkerung.

    Flucht in die Unterhaltung, in Amüsement, in käufliche (Konsum)Erlebnisse (Rockkonzerte, Fußballstadien, Spaß-Veranstaltungen wie Fun-Meile, Street Parade usw.)?

    -> Teil 2

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  29. 2. Teil

    Dauerhafte Realitätsflucht führt zu Veränderungen des neuronalen Gehirn-Konnektivität, die häufig irreversibel und daher auch nur begrenzt therapeutisch beeinflussbar sind. Das wissen wir von kognitiver Dissonanz, Neurosen, Suchterkrankungen, Borderline-Erkrankungen wie narzisstische Störungen, usf.

    Manche konditionieren sich dazu, in allem nur Positives zu sehen.
    Dieses „Thing positive“ führt aber auf Dauer genauso zu einem „Gehirnschaden“ wie jede dauerhafte Realitätsflucht, sei es mit „Verdrängung“ oder mit Drogenkonsum.

    Genau das macht die „Pathologie der Normalität“ (Fromm) aus.

    Frustration sollte als das genommen werden, was es ist, nämlich als Gefühl von Enttäuschung über eine Erwartung, welche nicht eingetreten ist.

    Aber war diese Erwartung überhaupt realitätsgerecht?
    Ent-Täuschung kann doch auch die Überwindung von Selbsttäuschung sein.

    Viele versuchen sich damit zu trösten, dass das Universum so groß, ist aber der Mensch so klein.
    Sie reduzieren ihre Bedürfnisse und Erwartungen nach dem Motto: „Ich erwarte nicht viel vom Leben – also bin ich auch nicht enttäuscht!“

    Was ist dies anderes als Resignation?

    Selbstverständlich sollte jeder aus seinem Leben das Beste machen, denn er lebt nur einmal.

    Im Kapitalismus werden alle Kinder aus lohnarbeitenden Familien in eine Gesellschaft hineingeboren, in welches sie ein Leben mit Zwang zur Lohnarbeit erwartet. So wie die Kinder von Sklaven in früheren Zeiten.

    Wie kann man sich aus diesem „modernen Sklavenleben“ befreien?

    Emanzipation ist zunächst immer ein individueller Widerstand und Kampf gegen all die Fremdbestimmung, Zumutungen und Zwänge, denen wir in die Gesellschaft ausgesetzt sind.

    Frustrationen vermeiden wir, in dem wir realistische Perspektiven entwickeln und erreichbare Aufgaben und Ziele setzen. Und zwar im Real Life.

    Um die Gesellschaft verändern zu können, brauchen wir zukunftsweisende Gemeinschaftsprojekte und Solidarität.

    Wenn wir meinen, mit unserer Kritik und unserer Gejammer im Internet würden wir die Gesellschaft zum Positiven verändern, wird die Frustration nicht ausblieben.

    Grüsse

    Ano12

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    1. Sehr schöner Kommentar, Ano12!

      Weiß noch, wie der defekte Fernseher in meiner Kindheit zum Fachhändler zur Reparatur gegeben wurde. Autogetriebe wurden repariert, es gab Bücher mit Reperaturanleitungen für jeden Autotyp zum selbst reparieren.
      Ach, wie viel fortschrittlicher sind wir heute! Kaputt gibt neu! Schließlich brauchen wir Wirtschaftswachstum! Elektrische Zahnbürsten und Haarschneider bspw. sind mit den billigsten wiederaufladbaren Batterien ausgestattet, die man kriegen kann. Selbstverständlich nicht austauschbar ohne das Gehäuse zu zerstören.
      Meine Waschmaschine hat auch so eine Soll-Bruchstelle:
      Der Waschprogramm-Regler (100% Plastik) bewegt eine metallene Nut. Klar, dass die Plastik-Führung irgendwann herausbricht. So auch bei mir. Hätte man mit 10 Cent durch Materialeinsatz vermeiden können. Will man aber nicht, sondern das Gegenteil.
      Die meisten würden sich nun eine neue Waschmaschine kaufen. Ich hingegen drehe die Nut zur Programmanwahl mittlerweile mit der Kombi-Zange. Mühselig, aufwendig und unbequem - aber ich lasse mich doch nicht verscheißern!

      ...

      Tja, die gute alte Frustration! Hab ich hier schon viel drüber geschrieben. Unter Anderem, dass ich sie für eine natürliche Reaktion auf die bestehenden Umstände betrachte.
      Vieles wird getan, um von dieser Frustration abzulenken und sie umzudeuten. Manchmal, wenn ich mich so umschaue, sind die Leute viel zu BESCHÄFTIGT um ihre eigenen Gefühle überhaupt wahrzunehmen.
      Und wenn man mit offenen Augen das Tagesgeschehen reflektiert (was fast determiniert in eine Frustration mündet) dann heißt es: 'Hey, kann Du denn keinen Spaß haben und Dich an den schönen Dingen des Lebens erfreuen?"
      Klar, kann ich. Trotzdem bin ich frustriert. Obwohl ich eigentlich eine positive Grundeinstellung habe und pflege.

      Aber Gerechtigkeit und Vernunft sind keine Werte in deren Richtung sich unsere Gesellschaft hin entwickelt. Es sind Werte, von denen wir uns immer weiter entfernen.
      An diesen Werten messe ich unsere Gesellschaft.
      Das Ergebnis - wenn mag es überraschen - frustriert mich.

      Ich akzeptiere diesen Frust als Teil von mir. Er dominiert mich nicht.

      In der Unzufriedenheit wird der Widerstand geboren. Die Eloy gehen nicht auf die Strasse.
      Und die Welt wäre noch viel schlimmer, wenn gewisse Personen nicht Angst davor hätten, dass die Unzufriedenheit revolutionäres Potential freisetzt.

      Sei gegrüsst Ano12!

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  30. Die Menschen sind unheimlich gefrustet, auch wenn sie es nicht zeigen oder sogar verleugnen.

    Es ist falsch anzunehmen, die Menschen wüssten nicht, was in dieser Gesellschaft los ist, und man müsste sie darüber aufklären.

    Was tatsächlich anläuft, ist psychologisch sehr kompliziert.

    Die Menschen wissen die Wahrheit, aber glauben an ihre eigenen Illusionen.

    Dazu dieses Zitat:
    Der Kapitalismus besitzt für Žižek nicht nur eine schier unzertrümmerbare Stabilität, weil man den Menschen vorgaukle, sie hätten freies Mitspracherecht. Nein, es ist noch viel perfider: Sie wissen, daß sie nur zum Schein frei sind, sie wissen – kurz gesagt – um die Ideologie, aber sie handeln so, als ob sie nichts davon wüßten. In Anlehnung an seinen konservativen Wahlverwandten, den Philosophen Peter Sloterdijk, meint auch Žižek, Menschen hätten ein »aufgeklärt falsches Bewußtsein« (Sloterdijk: Kritik der zynischen Vernunft, 37). Der paradigmatische Satz der Fetischanalysen im Marxschen Kapital, »sie wissen das nicht, aber sie tun es« (MEW 23, 88), wird also geradezu in sein Gegenteil verkehrt: Sie wissen zwar, aber sie tun es trotzdem. [Hervorh. d. mich]
    http://www.jungewelt.de/2014/09-23/024.php

    Viele Menschen sind an der gesellschaftlichen Wahrheit nicht interessiert oder reagieren sogar „allergisch“ darauf. Eben weil sie diese schon kennen und durch deren Thematisierung noch mehr gefrustet sind.

    Dann schalten sie auf „taub“, ziehen sich zurück oder werfen mir vor, eine „Spaßbremse“ zu sein.

    Junge Menschen wissen, dass ihnen vielen von ihnen HartzIV und Altersarmut droht. Aber das wollen sie nicht thematisieren.

    Es ist ja nicht nur der Frust, sondern die Kombination von Frust und Ohnmacht.

    Sie begreifen jedoch nicht, dass diese Ohnmacht selbstverschuldet ist, vor allem deshalb, weil sie sich als vereinzelte Einzelne aus der Gesellschaft zurückziehen, sich aufs Private fokussieren und so ihre gesellschaftliche Irrelevanz selbst herbeiführen.

    Denn sie engagieren sich nicht politisch, sie solidarisieren sich nicht, sie organisieren sich nicht.

    Mit ihrer politischen Passivität und ihrem TINA-Denken machen sich so zu Objekten der gesellschaftlichen Verhältnisse.

    So können sie niemals zu einer gesellschaftlich relevanten Kraft werden.

    Grüsse zurück!
    Ano12

    P.S. Warum kann man beim „Narrenschiff“ ohne Emailadresse anonym einen Nick eingeben und hier nicht?

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    1. Spontan zu Deinem P.S.:

      Keine Ahnung!
      Ich bin Blogger und kein IT-Systemadministrator.
      Bei Blogspot.de ist das wohl so. Kann ich nicht abstellen.

      Selbstverständlich sehe ich die E-Mail Adressen nicht. Wofür man die braucht, weiß ich auch nicht.

      Bin, wie immer, unschuldig! :-)

      Grüße, Dude

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    2. Huch!
      Narrenschiff ist ja auch Blogspot!

      Wer mir also Jemand sagen könnte, wie ich das ändern kann...?

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  31. @ Ano12
    Hallo,

    Das ist mir etwas zu pessimistisch. Es schliesst an das an das was ich in meinen Kommentaren über die Ideologie und Erforschung des Bewusstseins versucht habe klar zu machen. http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de/2014/09/der-oktroyierte-tellerrand.html

    Ich erkenne in der Verbreitung der Frustration und der genannten Mittel (wie Alkohol, Drogen etc.) die Versuche ein intersubjektives Trauma zu überwinden. Dieses Trauma entsteht durch die Dekonstruktion des Kollektivbewusstseins (http://de.wikipedia.org/wiki/Kollektiv#Kollektivbewusstsein ). der Kapitalismus hat zwar auch die traumatischen erscheinungen die er verursacht verinnerlicht, aber es ist eine Spirale in die Auflösung.

    Kapitalismus (aber auch die Kritik v. Marx) beruht auf einer Revolution des Kollektivbewusstseins die wir als Aufklärung kennen. Hinter der Idee der Rationalität der Aufklärung steht auch ein Drang nach Kontrolle des Verstandes über das Individuum, das Selbst und die Gesellschaft. Um so mehr die Kontrolle scheitert um so verzweifelter versucht man die Kontrolle zurückzugewinnen. Die Konsequenz kann auch ein totalitäres System sein.

    Ich komme bei solchen Überlegungen immer wieder auf Foucaults "Überwachen und Strafen" zurück, eine Allegorie in der wesentlich mehr Erkenntnis über uns selbst und unsere Gesellschaft steckt als man beim ersten mal lesen annimmt.

    Die Technik der Macht, die darin geschildert wird, beruht auf die Isolation des einzelnen in seiner Zelle. Ich bin sicher, dass Foucault darin auch eine Allegorie zu der funktionalen und reduktionistischen Sicht der Neurowissenschaft / Biologie etc. auf das Bewusstsein und das Selbst in dieser Gesellschaft sieht. Die Subjektivation des Einzelnen, die ihn in eine von der Gesellschaft vorausbestimmte Form pressen soll, ist nach seiner Deutung die Definition der Macht. es ist eine Zelle die wir in unserem Bewusstsein bauen.

    Diese Machttechnik kann man auch in der Isolation des einzelnen als Unternehmer seiner selbst sehen, in Leiharbeit, Werksvertrag, Selbständigkeit etc.. Das Kollektiv wird vom Revoltieren abgehalten da es der Solidarität beraubt wurde.

    Ideen wie das Leistungsprinzip, die uns in den panoptischen Käfig sperren beruhen auf die Verortung der Schuld beim einzelnen. Der einzelne wird isoliert und Beobachtet in der Zelle seiner Psyche.

    Die Unterwerfung ist so total, dass wir unser gesamtes Leben auf das Funktionieren in der kapitalistischen Marktwirtschaft ausrichten.

    Der Ausbruch einer Gesellschaft aus so einem selbstgestrickten Gefängnis ist aber möglich, wenn die Ideologie wankt. Krise eines Systems, bedeutet dann auch Krise der Machttechniken. Mit jedem einzelnen der sich der Subjektivation verweigert, bröckelt das Gebäude.

    Diese Krisen im System führen auch zu traumatischen Krisen des Einzelnen. Neben Drogen zur Leistungssteigerung wächst der Bedarf an Drogen der Flucht, wie oben richtig genannt. Diese müssen auch keine chemischen Substanzen sein, sondern können auch Geld, Konsum, Sport, etc. sein.

    Es gibt wie richtig bemerkt keinen Automatismus der uns eine bessere Welt beschert, aber es gibt eine Chance, dass neue Ideen und Erklärungen über die Welt sich ausbreiten wenn die bisherigen offensichtlich scheitern.

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  32. Meine These ist, dass man als intelligenter und vernünftiger Mensch in dieser Gesellschaft, die längst zum Irrenhaus geworden ist, ständig Gefühle der Frustration erlebt.

    Menschen, die von dieser Gesellschaft nicht gefrustet sind, sind entweder zu „dumm“, psychisch deformiert und/oder stehen unter dem Einfluss von Drogen.

    Wobei Ideologien, Religionen oder diverse Formen von Realitätsflucht oder von süchtigem Verhalten Drogenfunktion besitzen können. Man denke z. B. an Süchte, wie Spiel-, TV-, Internet-, Musik-, Sexsucht usf. Oder an die „Apple-Süchtigen“.

    Allerdings darf man diese These jedoch nicht umkehren und Frustration als Zeichen von Intelligenz und Vernunft ansehen.
    Sondern in der Art und Weise, wie mit dieser soziogenen Frustration umgegangen wird, zeigen sich Intelligenz und Vernunft.

    Der Kapitalismus erzeugt massenhaft Frustration, zugleich wird mit Angeboten zum Zwecke der Kompensation des Frusts macht er ein riesiges Geschäft gemacht.

    So erzeugt Werbung die Illusion, dass der Kauf und Besitz von Produkten ein gutes Gefühl erzeugt. Mit einem teuren Auto werden schöne Frauen assoziiert, mit Reisen tolle Erlebnisse und das Verwöhnaroma von Jacobs Krönung schafft zufriedene Menschen und festigt Beziehungen.

    Den Waren werden Eigenschaften angedichtet. Dies wird als Warenfetischismus bezeichnet.

    Im Kapitalismus wurde für die Frustrierten eine riesige und profitable Unterhaltungs- und Erlebnisindustrie geschaffen. Konzerte kosten die Rock-Fans richtig Geld, genauso geht es den Fußballfans. Usf.

    „Fan“ ist eine durchaus zutreffende Bezeichnung. Denn „fanatic“ hat die Bedeutung von „Bessener“ und „Narr“. So gibt es Fußball-, Formel 1-, Sport-, Waffen-, Hundenarren usf. sowie religiöse, politische, rassistische, feministische etc. FanatikerInnen.

    Wobei frustkompensierendes Konsumverhalten keineswegs grundsätzlich abzulehnen ist. Denn nur ein Zwangscharakter kann seine Bedürfnisse nach kompensatorischen Befriedigungen dauerhaft unterdrücken.

    Zudem gehört zum Leben auch die zeitweilige Regression aus der herrschenden gesellschaftlichen Rationalität, welche Freud als Realitätsprinzip bezeichnete.

    So spricht ein Anti-Konsum-Fanatismus keineswegs für psychische Gesundheit.

    Der Duderich kann also weiterhin ohne schlechtes Gewissen „Dschungelcamp“ anschauen, was er natürlich auch ohne diese Anmerkung machen würde. :-D

    Im Kapitalismus sind insbesondere die Bedürfnisse nach liebevollen Beziehungen sowie nach sexueller Befriedigung extremen Frustrationen ausgesetzt.

    Das gehört zur Herrschaftstechnik. Denn sexuell frustrierte Menschen lassen sich leichter beherrschen und manipulieren.

    Deshalb war Sexualunterdrückung immer ein Mittel der Politik.

    Allerdings hat sich die Art und Weise dieser Sexualunterdrückung geändert.
    So beschreibt und analysiert Dietrich Haensch in seinem Buch „Repressive Familienpolitik. Sexualunterdrückung als Mittel der Politik“ (1969) die Politik der Sexualunterdrückung vor der „liberalen Wende“ ums Jahr 1970.

    Heute wird eine Politik die Sexualunterdrückung durch Förderung des Geschlechterkampfs betrieben.

    Dazu könnte man noch viel schreiben …

    Zum Abschluss eine letzte These:
    Die Lohnabhängigen finden im Kapitalismus Bedingungen vor, welche von Repression, Manipulation und Frustration dominiert werden.

    Solange die Gesellschaft (noch) nicht von totalitärem Konformitätsterror bestimmt wird, solange können die Individuen den herrschenden Verhältnissen die Entwicklung von konkreten gesellschaftlichen Gegenstrukturen mit einer emanzipatorischen Kultur entgegensetzen.

    Das muss selbstverständlich im Real Life geschehen.

    Grüsse
    Ano12

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  33. @alien observer

    Der Kapitalismus ist keineswegs ein Resultat der Aufklärung, im Gegenteil, er ist die Fortsetzung von Herrschaft und Ausbeutung mittels des kapitalistischen Systems.

    Sie schreiben:
    Kapitalismus (aber auch die Kritik v. Marx) beruht auf einer Revolution des Kollektivbewusstseins die wir als Aufklärung kennen.
    Hinter der Idee der Rationalität der Aufklärung steht auch ein Drang nach Kontrolle des Verstandes über das Individuum, das Selbst und die Gesellschaft. Um so mehr die Kontrolle scheitert um so verzweifelter versucht man die Kontrolle zurückzugewinnen. Die Konsequenz kann auch ein totalitäres System sein.


    Zutreffend ist, dass das Kollektivbewusstsein revolutioniert wurde. Dabei muss jedoch zwischen „Moderne“ und „Kapitalismus“ differenziert werden, welche unterschiedliches Bewusstsein aufweisen.

    Die „Moderne“ zeigt sich in der Revolution des wissenschaftlichen Bewusstseins, aus dem der wissenschaftlich-technische Fortschritt resultiert und welches als Voraussetzung die Überwindung von religiös geprägtem, mystifiziertem Bewusstsein hat.

    Hingegen ist der Kapitalismus durch ein geld- und warenfetischisiertes Alltagsbewusstsein gekennzeichnet, welches aus aufklärerisch-humanistischer Perspektive einen Rückschritt darstellt.

    Keineswegs will Aufklärung die Individuen einer kapitalistischen Rationalität i. S. eines „homo oeconomicus“ unterwerfen.

    Das behaupten Kapitalismus-Apologeten, welche nicht zwischen „Moderne“ und „Kapitalismus“ unterscheiden, sondern Kapitalismus mit Moderne gleichsetzen.

    Aufklärung strebt die Emanzipation der Menschen an, will aus der „Unmündigkeit“ befreien und alle Verhältnisse umwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes und beleidigtes Wesen ist.

    Vgl. z. B. dazu die Ausführungen von Adorno in der „Zeit“ (27.6.1969)
    http://www.zeit.de/1969/26/kritik/komplettansicht

    Grüsse
    Ano12

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  34. @Ano12

    Man muss die Anforderungen an den einzelnen nicht so hoch hängen wie du das tust. Das kann wiederum zu Frustration führen.

    Der Widerstand ist organisiert und hat zahlreiche Strategien gefunden.

    Für alle die es noch nicht kennen hier eine ergiebige Quelle für Ideen und kreative Strategien das System zu erodieren:

    http://explore.beautifultrouble.org/#-1:00000


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  35. Die Frustration über die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse kommt aus dem Wissen, dass die Produktivkräfte schon längst so weit entwickelt sind, dass wir ein besseres, menschlicheres und erfüllteres Leben führen könnten.
    Denn ein neues und menschenfreundliches System ist möglich und nötig.


    Das ist meine Grundthese.

    Das würde auch erklären, warum ab ca. dem Jahr 1970 als gesellschaftlich neues Phänomen Jugendliche so massenhaft Drogen konsumierten. Eben weil sie die gesellschaftlichen Verhältnisse „im Kopf“ = „psychisch“ nicht mehr aushielten.
    Auch wenn es vielen nicht klar bewusst war, so spürten sie es.

    So wie der 68-er-Bewegung ein verändertes Lebensgefühl vorausging, und irgendwann die gesellschaftlichen Nebelschwaden rissen und man im Kopf Klarheit über die Verhältnisse bekam.

    Der gesellschaftlichen Realität können sich die Menschen nicht entziehen.
    Entscheidend ist, wie die Menschen damit umgehen.

    Sie können diese verdrängen, sie können Drogen nehmen etc. Aber damit unterdrücken sie zugleich einen Teil ihres Menschseins, ihrer Subjektivität und ihres kreativen Potentials.

    Das Individuum ist im Kapitalismus nicht gefangen wie in einem Käfig. Es kann im Rahmen der realen Möglichkeiten entscheiden, welche Aufgaben und Lebensziele es sich stellt und welchen Lebensweg es geht.

    Grüsse
    Ano12

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