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Freitag, 5. September 2014

Gestöber im Archiv: Eine exemplarische Diskussion

Abteilung: Argumente, Argumente!

Beim Stöbern im Archiv bin ich auf einen älteren Beitrag von mir gestoßen, der eine wirklich interessante Diskussion angestoßen hat.

Und mit Wehmut las ich die Worte von Don M. Tingly.
Fairness, Sachwissen, Souveränität und Eloquenz bestimmten seine Einlassungen.
Leider habe ich lange nichts mehr von ihm gelesen...
Ich hoffe, Dir geht es gut, Don!

Dies soll als Lesetipp für Interessierte verstanden werden. Dieser Tipp zielt nicht auf den Beitrag, sondern ausdrücklich auf die nachfolgende Diskussion.
Exemplarisch für die Gruben, die zwischen >links< und >rechts< verlaufen...

Kommentare:

  1. hey Dude,

    ich bin immer mit dabei, auch wenn ich mich nicht immer äußere.
    kann deinen frust absolut nachvollziehen. was soll man sagen, angesichts etwa solcher wahlergebnisse wie in Sachsen.
    das ist die schlimmste erkenntnis für mich: sie haben es geschafft, den menschen ihren verstand abzutrainieren. jetzt wählen die lämmer ihre eigenen schlächter.
    willkommen in der Matrix!

    lg
    don

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  2. Hey Don!
    Wirklich schön von Dir zu lesen; auch das Bewußtsein von Dir immer noch gelesen zu werden.
    Dass die Lämmer ihre Schlächter wählen ist aber meiner Einschätzung nach keine neue Entwicklung sondern zieht sich durch die Menschheitsgeschichte.
    Zu Sachsen: Die Wahlergebnisse sind nicht wirklich repräsentativ, da nur eine Minderheit überhaupt gewählt haben. Die absolute Mehrheit stellen die Nichtwähler. Die Ergebnisse stützen sich auf eine Minderheit; die (nochmal: absolute!) Mehrheit verweigert die Partizipation am 'demokratischen' Gestaltungsprozess, was für mich persönlich das aussagekräftigste Moment dieser Wahl ist.
    Letztendlich ist es eine Verweigerung der Legitimation, eine Verweigerung die politische Gestaltung an die Parteien abzutreten. ... und natürlich Faulheit und Resignation.
    Was mich am meisten am Ergebnis der Sachsen-Wahl ärgert, ist die Tatsache, dass auch linke Wähler die AfD gewählt haben. Wie blöd muss man denn sein, als Linker die AfD zu wählen???

    Liebe Grüße,
    Dude

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  3. genau das meine ich:

    wenn Linke-wähler plötzlich AfD wählen und es den meisten egal ist, wer sie regiert, dann haben die herrschenden endgültig freie bahn. dann hilft wohl tatsächlich nur noch der ganz große zusammenbruch, um die verhältnisse zu ändern.
    aber der wird schneller kommen, als es vielen lieb ist.

    lg

    don

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    1. Moin, ihr beiden.

      Die Biedermänner sind wieder da, Geschichtsklitterer und -revisionisten werden immer lauter. Die Folge: " Wir sind wieder wer" oder "In Europa wieder Deutsch gesprochen". Aber das sogenannte Bürgertum hat auch wieder existienzelle Angst, die Sündenböcke sind schon gefunden. Don, dieser Zusammenbruch wird kommen, richtig, aber die Folgen werden wieder die gleichen sein, wie vor 7 Jahrzehnten. Vordergründig werden wieder Religion, Hautfarbe, etc, also die bekannten Gründe eine Rolle spielen, die Lager werden geöffnet und die Wachtposten stehen schon bereit. Tatsächlich wird der Reichtum eine tragende Rolle spielen. (Bsp. Ukraine, hier kämpen Milizen auf Seiten der der ukrainischen Armee, bezahlt von Oligarchen.) Daraus folgt, für mich, wieder ein weltweiter Krieg unter anderen Konstelationen vielleicht, aber noch verheerender und entgültig für mehr Menschen, als der letzte. Das ist nur ein gedankliches Szenario, aber ich halte es für ehesten für wahrscheinlich.

      Überraschend ist die Wählerwanderung nicht wirklich, NPD war und ist BäBä, aber die AFD kommt in Maske der Biedermänner.
      Tatsächlich würden diese Wähler auch die "Freunde des Mondes wählen", wenn es die Wünsche widerspiegeln würde, mit Überzeugung oder einer Lebenseinstellung hat das nichts zu tun.

      Gruß Hades

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    2. Es gibt nunmal große Schnittmengen zwischen links und rechts. Das überrascht doch nicht. Beide sehen sich als Vertreter des kleinen Mannes, was bei der AfD natürlich extrem lächerlich ist. Dagegen ist die FDP ja eine wohltätige Organisation. Aber wenn ich mich auf den Marktplatz stelle und schreie "Alle Bonzen sollen hängen", jubeln Rechte und Linke, die Rhetorik kommt auch in beiden Lagern ganz klar so vor. Ich erinnere mich, LaFontaine, damals noch WASD-Kopf, in seinen Reden "Bonzen" benutzt zu haben, die NPD hatte das auf ihren Plakaten und in Werbespots. Der große Unterschied zwischen links und rechts ist natürlich Nationalismus vs Internationalismus. Das macht die beiden auch unvereinbar, aber die Gemeinsamkeiten sind groß und nicht jeder, der bisher Linke gewählt hat, ist wirklich Freund von Multikulti. Da ist der Weg zur AfD nicht weit.

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    3. @White Russian
      Die AfD kann gerne jeder Trachtenclub wählen.

      Wenn das aber selbsternannte >Linke< tun, dann fragt man sich schon, ob manche den Knall noch nicht gehört haben...

      Soll die AfL doch in die Landtage ziehen! Das wird doch bestimmt lustig und ich lache gerne.
      Jetzt, wo wir die FDP nicht mehr haben.
      Jemand muss schließlich Schäuble's Genuschel übernehmen...

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    4. "Wenn das aber selbsternannte >Linke< tun, dann fragt man sich schon, ob manche den Knall noch nicht gehört haben..."

      Das haben definitiv einige nicht und werden es auch nicht, bis es zu spät ist. Irgendwo im Netz habe ich mal eine schöne Aufstellung gesehen, was die AfD fordert und was das konkret für den kleinen Mann oder die kleine Frau bedeutet. Sowas wie Mindestlohn kann sich die Friseuse dann abschminken.Wenn sich das jeder mal anschauen würde, wäre es schnell vorbei mit 5%-Hürde. Ich frage mich auch, wieso Die Linke ständig wieder mit dem Verfassungsschutz Ärger hat und beobachtet wird, eine AfD aber fordern kann, dass sozial Schwache und Arbeitslose nicht wählen dürfen. Noch grundgesetzfeindlicher geht es doch kaum. Ich glaube, nicht mal die NPD hat jemals sowas von sich gegeben. Gegen Minderheiten hetzen ist schon grenzwertig, kann man aber machen, wenn man geschickt formuliert. Minderheiten vom demokratischen Prozess ausschließen wollen, ist aber gar nicht diskutabel, da muss eigentlich rechtlich was passieren.
      Ich denke, keiner wird bestreiten, dass die Hauptzugkraft der AfD durch ihre EU-Feindlichkeit kommt und das kann ich durchaus nachvollziehen und glaube auch, dass hierdurch Leute von der Linken zur AfD überwechseln. Es lässt sich ja auch drüber streiten, ob die EU noch was mit solidarischem Staatenbund zu tun hat oder ob es sie nur der Globalisierung und dem Handel dient. Als Linker darf man das ja durchaus ablehnen, internationaler Gedanke hin oder her. Würde die Linke die EU ablehnen, würde sie mir dadurch nicht unsympathischer. Im Gegenteil. Bin ich jetzt kein Linker mehr?

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  4. Sehr schöner Text bei Stefan Rose:
    http://fliegende-bretter.blogspot.ch/2014/09/scotland-brave.html?showComment=1410983135505#c1065116477319373162

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