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Freitag, 24. Oktober 2014

Unser täglich Weltuntergang gib uns heute

Abteilung: Meteroitensplitter im Müsli












Es gibt genügend Szenarien der Apokalypse, die wir täglich präsentiert bekommen.

Während des Frühstücks konsumieren wir medial bereits Ebola, IS, NSA und den restlichen Bodensatz der menschlichen Stoßrichtung und deren Konsequenzen.
Zwischendurch unterbrochen vom Werbeblock, der einen glauben lassen will, dass ein erfülltes Leben von der Wahl des Shampoos abhängt.
Oder des Müslis. Des Autos, oder der Versicherung.
Was auch immer.

Wenn es wirklich 'Demokratie' gäbe; wenn wirklich die Mehrheit der Weltbevölkerung über Wohl und Wehe entscheiden könnte - nicht deren korrumpierte Volksvertreter - ich hoffe und glaube, die Welt sähe anders aus.

Es gibt sicherlich nicht Wenige, die eine Apokalypse herbeisehnen.
Vielleicht überlebt man sie ja - und die Karten werden neu gemischt.
Welch Verheißung!

Dieses Szenario wird aber nicht von den Gewinnern dieses System angestrebt. Die Vermögenden, die Mächtigen, die Nutznießer dieses Systems, möchten, dass alles so bleibt, wie es ist.
Vielleicht noch ein bisschen mehr Gewinnverteilung von Unten nach Oben.
Und noch ein bisschen Sozialabgaben und Lohnkosten schleifen.
Aber das Steuersystem und dessen Löcher soll bitte genau so bleiben.

Aber man will den Bogen auch nicht überspannen. Man will ja keine sozialen Revolten. Gerade soviel zu Fressen geben, dass man zu faul ist für die Barrikaden. Den Rest macht die (gekaufte) Propaganda.

Und viele Abgehängte schlürfen ihr Frühstücks-Müsli, und hoffen, dass endlich ein verdammter Meteorit einschlägt und diesen Planeten und dessen Machtgefüge mal so richtig durchschüttelt...

Denn, ansonsten ändert sich ja nichts.
Nicht wirklich.

Kommentare:

  1. Ich habe letztens einen Vortrag über die Lebensstandards in Mitteleuropa der letzten 3000 Jahre gehört. Es wurden die Lebensumstände einer Durchschnittsfamilie in den Jahren -1000, -500, 0, 500, 1000, 1500 und im Jahr 2000 dargestellt.
    Was die Menschen alles durchgemacht und sich den Arsch aufgerissen haben für ein besseres Leben und all die Grundlagen, auf denen wir heute wie selbstverständlich und "gottgegeben" unser Leben führen, ist schier unvorstellbar. Durch die Vorarbeit von Hunderten Generationen vor uns haben wir heute ein Leben und Errungenschaften, von denen die meisten Menschen, die je gelebt haben, nur träumen konnten.
    All diesen unseren Vorfahren einfach den dicken Mittelfinger zeigen und eine "Apokalypse herbeisehen" ist von einer derartigen Borniertheit, Geschichtslosigkeit und Kleinstgeistigkeit, dass es einem sämtliche Körperzellen zusammenrollt.
    Es gibt ständig Fehlentwicklungen zu korrigieren, aber diese Einschätzung der Gegenwart in dem Artikel ist nur maßlos und frei von Einordnung.

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    1. mein lieber Anonym,

      genau die einstellung, die du hier zum besten gibst, zeigt wie erfolgreich das kapitalistische brainwashing in den letzten 200 jahren war.

      da werden uns dann junk food, plastikverseuchte nahrungsketten und billig t-shirts von Tacco noch als etwas verkauft, wofür wir sogar dankbar zu sein hätten.

      das unendliche leid hunderter von millionen menschen, menschenverachtende kriege, die zerstörung unserer lebensgrundlagen, das verminen ganzer länder usw. usw. das wird alles relativiert anhand der härten des lebens im mittelalter und der antike.

      glaubst du wirklich ein kind in den slums von Lagos oder Sao Paolo ist heute besser dran, als seine vorfahren vor tausend jahren, bloß weil es einmal im jahr eine dose cola bekommt?

      glaubst du ein menschenleben zählt in Chinas fabriken heute mehr als auf einer amerikanischen sklaven-farm vor 200 jahren?

      oder glaubst du eine indische mutter ist froh über den fortschritt in der medizin, weil sie dadurch eine niere verkaufen kann um ihre kinder ein jahr länger durchzubringen?

      nein, die welt ist heutzutage keinen deut besser geworden, als sie früher war. ich habe das schon mal ausgeführt:
      gerade weil wir heute so enorme technische fähigkeiten haben, ist es ein skandal, dass täglich (!) 10.000 kinder an mangelernährung sterben.
      gerade weil wir in Europa und Amerika mehr denn je erwirtschaften, ist es ein skandal, dass immer mehr arme in den selbstmord, in die drogen oder in die kriminalität gedrängt werden.
      und gerade weil wir die schrecken des krieges seit 70 jahren nicht mehr kennen, ist es ein skandal, wenn wir krieg und gewalt überall auf der welt nicht nur dulden, sondern mit waffenlieferungen sogar noch daran verdienen.

      die von dir erwähnten "grundlagen" dienen dem wohlergehen einer winzigen, elitären kaste. die masse der menschen leidet wie eh und jeh.

      der mensch früherer zeiten mag ein hartes, teilweise brutales leben geführt haben. aber sicher musste er nicht hilflos zusehen, wie die gesamte erde zum wohle einiger weniger wissentlich unbewohnbar gemacht wurde.

      im übrigen braucht man die "apokalypse"gar nicht herbeisehnen. dafür sorgen unsere "führer" aus politik und wirtschaft schon ganz allein.

      lg
      don

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    2. Hey, ich kann Dich ja verstehen!
      Da sitzt jemand vor dem Computer (Errungenschaft der Technik) und pöbelt in's Internet (Errungenschaft der Technik) seine unzufriedene Meinung (Errungenschaft der Demokratie [Meinungsfreiheit]) hinaus.

      Es ist unbestritten, dass aus dem Mut, Fleiß, Kreativität, ... vergangener Generationen, Wohlstand erwachsen ist, aus dem auch ich partizipiere.

      Hartz-IV-Empfänger und die anderen Abgehängten wird aber immer mehr von diesen Errungenschaften genommen.
      Bei diesen Menschen sind auch demokratische und rechtsstaatliche Errungenschaften - die Generationen vor uns erkämpft haben - faktisch immer weniger existent.

      Haben wir uns in den letzten Dekaden moralisch und ethisch weiterentwickelt?
      Und, wer bestimmt die Moral und die Ethik? Der Westen?

      Der Ebola-Virus bspw. ist nicht neu. Längst hätte dagegen ein Impfstoff entwickelt werden können. Aber Afrika ist ja nicht als kaufkräftiges Klientel bekannt. Rechnet sich nicht.

      Jetzt aber, wo diese Epidemie sich zu einer Pandemie entwickelt und jenseits von Afrika an Türen klopft, DA legt man sich plötzlich in's Zeug! (Momentan sind nach meinem Kenntnisstand zwei Impfstoffe in Entwicklung)

      Was ist mit dem Humanismus?
      Ist nicht neu, jeder glaubt dran, aber wir leben in einer inhumanen Welt in der manche Menschenleben eben bedeutend mehr Wert sind, als andere.

      Die Erde hätte die Ressourcen die Weltbevölkerung zu ernähren.

      Trotzdem sterben täglich Menschen an Hunger. Werden gesteinigt gefoltert (auch in den USA) oder auf andere Weise hingerichtet (auch in den USA) und abgeschlachtet.

      Solidarität mit Schwachen ist ein christliches Prinzip. Ist das die Politik der Parteien, die das 'C' in Ihrem Namen führen?

      Können wir uns zurücklehnen, weil WIR keinen Hunger fühlen? Weil wir, nicht davon bedroht sind unter einem Bombenteppich aufzuwachen oder irrtümlich von Drohnen liquidiert zu werden?

      Du sagst ja selbst, dass Fehlentwicklungen zu korrigieren sind.
      Da sind wir ja schon mal einer Meinung.

      Und auf der Suche nach den Fehlentwicklungen und deren Korrektur sollten wir den Fokus auf das Gemeinsame richten, und nicht auf das Trennende.

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  2. Die Lebensempfindung der Menschen anderswo entsteht nicht im Abgleich mit europäischen Standards, die für sie genauso abstrakt sind wie für uns das Leben in anderen Gesellschaften, sondern die Empfindungen bilden sich relativ zum jeweiligen Umfeld, in dem man lebt.
    Und da ist die Tendenz weltweit, dass die Kinder in Rückschau auf das Leben ihrer Eltern und ihrer Großeltern heute ein besseres Leben vorfinden.

    Welches eindimensionale Denken findet man in diesem Blog vor?
    Solange Länder nicht unseren Lebensstandard haben, geht es den Menschen dort sowieso schlecht - und wenn sie unseren Standard hätten, was heißt das angesichts von Hartz IV schon?
    Es ist also sowieso alles nichts, weil es grundsätzlich gute Zustände nicht gibt auf der Erde.
    Der Mensch muss also überhaupt oder in sehr viel höherem Ausmaß erwachen - das ist er bisher nicht wirklich, und solange das nicht der Fall ist, muss das menschlice Grundgefühl seit des Menschen' Existenz zwingend die Traurigkeit sein. Denn alles andere wäre zynisch und unangemessen.

    Letztlich geht es darum, das Beste aus dem Leben zu machen. Jeder muss selber sehen, wie sehr er sich dazu in negative Gefühle vertieft.

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    1. dein erster absatz bedeutet aber doch auf gut deutsch, dass die kinder in der dritten welt sich gefälligst nicht über ihr verhungern und verdursten aufregen sollen. schließlich hat es das dort schon immer gegeben und früher sind von 10 kindern sogar noch 8 gestorben - jetzt nur noch 6. alles also in bester ordnung?

      das recht auf leben ist also für dich ein "abstrakter europäischer standard"?

      aber bei uns sieht die sache dann wieder anders aus, oder? hier soll sich der h4-empfänger gefälligst nicht am allgemeinen niveau der gesellschaft orientieren, sondern bitteschön noch danke sagen, dass er nicht verhungert oder erfriert?

      ja, da hast du recht: dieses denken ist tatsächlich zynisch. ich denke an sowas hat Fromm gedacht, als er sagte die "gesunden wären die kranken".

      genau dieses egoistische, eurozentrierte menschenbild brauchen unsere konzerne um auch weiter die unterstützung der massen zu haben, wenn sie damit fortfahren mensch und umwelt bis auf den letzten tropfen auszupressen.

      was meine negativen gefühle betrifft, kann ich dich übrigens beruhigen: mitgefühl heißt nicht mitleid. und so lange man nicht in allmachtsphantasien versinkt, bauen einen tägliche kleine fortschritte in unmittelbarer umgebung immer wieder auf.

      man muss sich eben Sissyphus als einen glücklichen menschen vorstellen...

      lg
      don

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  3. Was zeichnet die Katastrophen aus von denen der Duderich spricht?

    In der öffentichen Diskussion werden Katastrophen meist als Folge einer "höheren Gewalt" angesehen. Ist dem so? Kam der Ebola Erreger aus dem Himmel? Ist eine Epidemie Folge eines unvorhersehbaren Zufalls?

    Die Gründe für die Mutation einer Virenpopulation und die Entstehung einer Epidemie sind Komplex (http://www.scq.ubc.ca/pathogen-virulence-the-evolution-of-sickness/ ), aber generell sind sie die Folge eines Komplexen Wechselspiels zwischen Virus und Mensch.

    Der Annahme, dass allein die Erreger Epedimien auslösen widerspricht, dass sich die Erreger seit unzähligen Generationen in einer Koevolution mit der menschlichen Gesellschaft befinden.

    Da Ausbrüche der Art, wie wir sie heute Erleben, in Westafrika nicht bekannt sind, obwohl die Wildtiere (z.B. Fledermäuse) die den Ebola Virus tragen in dieser Region heimisch sind, muss es Veränderungen gegeben haben, die die Evolution des Erreger begünstigt haben. Diese Veränderungen sind im Sozialgefüge zu suchen.

    Was sind die maßgebenden Veränderungen im Sozialgefüge Westafrikas?

    Die "national academic society" (Moseley et. al.) beschreibt hier eindringlich die auswirkungen der Globalisierung und der neoliberalen agenda in Westafrika: http://www.pnas.org/content/107/13/5774.full

    Land Grabbing, Exportorientierung der Landwirtschaft, Zersörung kleinbäuerlicher strukturen, Landflucht, abbau sozialer Leistungen, Privatisierung des Gesundheitssystems, etc. also all die Maßnahmen die die liberale Marktwirtschaft als Segnungen preist haben die sozialen Strukturen massiv verändert.

    Sie führten zu Landfucht, Armut, Massenarbeitslosigkeit und dem rasanten Wachstum einer veramten Stadtbevölkerung, die in extrem beengten Bedingungen leben in denen hygienische Zustände und die schlechte Ernährungssituation und hohe Mobilität einen idealen Nährboden für die Mutation eines Erregers zu einer Epidemie bilden.

    Der Evolutionsbiologe Robert G. Wallace resümiert in seinem Vortrag ( http://ias.umn.edu/2014/10/13/wallace/) :

    “Pathogens routinely trace society’s inequalities and expropriations like water traces cracks in ice… Ebola represents such a case. The shifts in land use in the Guinean region where the new strain apparently emerged are connected to the kinds of neoliberal structural adjustments that, alongside divesting public health infrastructure, open domestic food production to global circuits of capital… [The corporate agribusiness land acquisitions in Africa] are markers of a complex policy-driven faith change in agroecology…that undergirds Ebola’s emergence here.”
    ...

    "commoditizing the forest and neoliberal dispossession may have lowered the region’s ecosystemic threshold to a point that no emergency intervention can drive the pathogen population low enough to burn out on its own. The pathogen will continue to circulate with the potential to explode. In short, neoliberalism’s shifts aren’t just a background upon which such emergencies take place."

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  4. Die neoliberale Ideologie kann nur aufrechterhalten werden in dem sie Wirtschaft, gesellschaft und Natur als abgetrennte Bereiche betrachtet.

    Die Realität ist eine andere. Mensch, Wirtschaft und Natur sind Teile in einem Komplexen und nicht linearen System. Kleinste Änderungen und Handlungsweisen einzelner Subjekte können Auswirkungen von beliebiger und Unvorhersehbarer Tragweite entfalten. Man nennt solche Systeme auch Chaotisch. Sie sind nicht Steuerbar und nicht Kontrollierbar und befinden sich vor allem NIEMALS in einem stabilen Gleichgewicht.

    Die fundamentale Kritik an der Neoklassik aud die sich die VWL stützt und die als Legitimation für die zerstörerische Wirtschaftspolitik des Neoliberalismus dient ist, dass sie sich weigert die Rückkopplungsprozesse und Wechselwirkungen dynamischer System anzuerkennen.

    Nur in den Micky Maus Modellen der VWL kann das Handeln des "egoistischen Marktteilnehmers" zu einem stabieln Gleichgewicht führen das "für alle Vorteilhaft" ist.

    Die Dynamik nichtlinearer Systeme sagt uns das genaue Gegenteil. Die ersten die Wirtscdhaft dynamisch modellierten waren Dennis Meadows und sein Team, das ergebnis war der Titel der Studie: "Limits to growth".

    Nicht nur also ist unsere kapitalistische Marktwirtschaft nicht im Gleichgewicht und nicht Steuerbar, sondern zerstört langfristig unsere Lebensgrundlagen.

    Da sich dynamische Komplexe Systeme chaotisch verhalten, hat jedes infinitesimale Handeln des einzelnen Akteurs potentiell unendlich große Auswirkungen auf das Gesamtsystem, sei es wirtschaftlich, sozial oder ökologisch.

    Für den einzelnen Bedeutet dies eine Verantwortung für das Gesamtsystem in jeder seiner Handlungen.

    Es ergibt sich aber daraus auch die Gewissheit, das auch die kleinste Handlung im Einklang mit dem Bewusstsein der Verbundenheit das Gesamtsystem immer auch infinitesimal "zum besseren" verändert.

    Ausschliesslich den eigenen Vorteil auf Kosten anderer zu verfolgen macht die Welt dafür "schlechter". Die Unsichtbare Hand, die aus dem egoistischen Handeln des Einzelnen automatisch das Optimum für alle schafft existiert nicht, wenn man die Rückkopplungen im Gesamtsystem betrachtet.

    Daher muss man in der Öffentlichkeit darauf beharren, dass Katastrophen "höhere Gewalt" sind. Wir wollen uns nicht eingestehen, dass in unseem eigene Handeln ihre Ursache zu finden sein könnte. Wir haben freien Willen und damit Verantwortung. Die Lehre vom freien Markt tut alles dazu diese unsere Verantwortung vor uns zu verbergen und uns einzureden uns Einzureden dass das streben nach dem eigenen Vorteil stets dem Wohle aller dient.

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    1. Ganz recht, alien observer!
      Wir haben die Verantwortung!
      Möglicherweise gibt es im Käfig des Kapitalismus alternativloses Handeln - aber auch dieses System - welches nur den Fokus auf Wirtschaftswachstum und Gewinnmaximierung richtet - ist nicht alternativlos.
      Hunger ist nicht alternativlos!

      Und wer Hunger und andererseits überbordenden Reichtum als Naturgesetz akzeptiert hat einfach den Knall nicht gehört.

      Anonym: Deine Abwehrhaltung gegenüber dieser Erkenntnis ist symtomatisch für das, was wir denken sollen.

      Du sprachst von Fehlentwicklungen: Gehört auch der Hunger in dieser Welt und die Diskriminierung von Hartz-IV-Empfängern dazu - oder was meinst Du mit Fehlentwicklungen?

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  5. @ don
    "dein erster absatz bedeutet aber doch auf gut deutsch, dass die kinder in der dritten welt sich gefälligst nicht über ihr verhungern und verdursten aufregen sollen"

    Es ist eine Beschreibung, wie die Wahrnehmung des Menschen funktioniert, keine Aufforderung. Dies deckt sich auch in der "Dritten Welt" mit der Realität, denn diese sieht so aus, dass in Slums keineswegs eine depressive Stimmung herrscht, im Gegenteil herrscht ein großes heiteres Miteinander, wie wir das aus unserer Gesellschaft kaum kennen. Das ist jedenfalls das, was mir befreundete Entwicklungshelfer berichteten - als etwas, was man als Europäer zunächst nicht verstehen könne.

    @ Duderich
    "Du sprachst von Fehlentwicklungen: Gehört auch der Hunger in dieser Welt und die Diskriminierung von Hartz-IV-Empfängern dazu - oder was meinst Du mit Fehlentwicklungen?"

    Absolut!

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  6. Die Apokalypse wird nicht nur von den Verlierern des Systems herbeigesehnt, auch die Gewinner wünschen sie sich, da sie ja das Geld haben, aus der Scheiße lebend rauszukommen. Die, die eh schon alles haben und nicht wissen, wohin mit ihrem Geld, wünschen sich nur noch eines, unter sich zu sein. Der ganze Pöbel muss möglichst auf ein Mindestmaß reduziert werden, halt noch so viele Leute, wie man braucht, um die Drecksarbeit zu erledigen. Der Rest kann durch Katastrophen, Terroristen und Seuchen ruhig verrecken. Niemand wünscht sich die Apokalypse so sehr wie die Elite. Die Arche Noah 2.0 wird von Milliardären besetzt sein, die ihren Cocktail schlürfen, während wir ersaufen.

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    1. Was aber sind die geparkten Millionen-/Milliardenbeträge auf den Konten der Steuerparadise noch wert, wenn die globale Wirtschaft zusammengebrochen ist?

      Grüße, Duderich

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    2. in ihrer abgehobenheit gleichen die eliten tatsächlich ein wenig dem frz. adel im 18. jhdt.
      ein tanz auf dem vulkan.

      ich bin ziemlich sicher: wenn der zusammenbruch kommt, dann hilft auch keine blackwater-armee mehr. und die guillotinen sind nur eingerostet - nicht weg.

      man verstehe das nicht falsch: ich bin (noch) gegen gewalt. aber die entwicklung in den USA deutet bereits in diese richtung. und vom gefühl her tickt auch bei uns in europa eine bombe.

      lg
      don

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    3. @Duderich
      Die Millionen und Milliarden sind ja jetzt bereits nichts wert, da sie rein fiktiv sind. Das wissen diese Leute auch und investieren in Land und Immobilien. Wenn die Welt vor die Hunde geht und 90% der Menschen verrecken würden, bräuchte man ja auch kein Geld mehr. Die paar Überlebenden schuften für ihr Essen und die oben schaukeln sich die Eier. Dem Geld rennt nur der Pöbel hinterher. Dazu zählt auch der Top-Manager, der 20 Millionen im Jahr verdient. Der ist für die wahre Elite auch nur Dreck. Der war halt erfolgreicher als der Rest vom Pöbel, aber in den erlauchten Kreis der "Macher" kommt er damit nicht. Für die Elite ist Geld nur ein Werkzeug, das irgendwann überflüssig ist.

      Was ist denn der einzig wahre Luxus daran, stinkreich zu sein? Nicht mehr an Geld denken zu müssen. Der Top-Manager hat seine Villa, seine Autos, seine Yacht, seine minderjährigen Edelnutten, aber er muss immer noch ans Geld denken, Angst haben, dass das Finanzamt ihm ans Bein pisst, die nächste Krise kommt, usw. Die Elite kümmert sich da einen Scheiß drum. Deren Imperien stehen wie der Fels in der Brandung, weil das Fundament nicht auf fiktiven Währungen gebaut ist. Wenn morgen der Euro komplett zusammenbricht und das Ersparte nicht mehr für ein trockenes Brot reicht, werden die Euro-Milliardäre weiter Champagner schlürfen und Austern fressen. Wir messen dem Geld einen Wert bei, der von oben, von genau diesen Menschen festgesetzt wird. Das Geld ist rein gar nichts wert, wir gehen täglich 8 Stunden arbeiten, damit sich digitale Zahlen auf unserem Konto verändern. Wenn jemand die Delete-Taste drückt, ist die Altersvorsorge halt weg. Pech gehabt.

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  7. Die Menschheit hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr als verdoppelt, was unfassbar ist, und heute können die Menschen überall auf der Welt auf ihre Eltern und Großeltern zurückschauen - als weniger als halb so viele Menschen lebten - und feststellen, dass es ihnen heute vergleichsweise besser geht.
    Das ist absolut großartig und Anlass zu positiver Stimmung, die sicherlich zu größerer Handlungsmotivation taugt als die (als falsch erwiesene) Haltung "was auch immer getan wurde, es hat ja doch nichts gebracht".

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    1. Seltsamer Kommentar.

      Warum geht es den Menschen neute besser?
      Erklärung A: Der Kapitalismus sorgte dafür weil er mit Arbeitsteilung und Innovation für unendliches Wachstum gesorgt hat und durch den freien Markt die bestmögliche Verteilung der Güter bewirkt?

      Erklärung B: Weil gigantische Mengen Energie in Form von fossilen Energieträgern jedem von uns hunderte von Energiesklaven zur Verfügung stellen die die Arbeit für uns erledigen?

      Was sagt uns die empirisch Beobachtung?
      Ein Krise, die nach der Ideolgie der freien Marktwirtschaft gar nicht "exisiteren darf" beschäftigt uns seit 2007.
      Das Wachstum stagniert und soziale Ungleichheit grassiert obwohl der Kapitalismus nie so "Frei" war wie heute.

      Freie Marktwirtschaft wird seit dem künstlich am leben gehalten in dem gigantische Mengen Geld gedruckt werden.

      Seltsamerweise trifft der Zeitpunkt der Krise exakt mit Peak Oil zusammen. Trotz aller Bemühungen der Regierungen kann das Wachstum in den Industrieländern nicht erneut entfacht werden.

      5 mal mal mehr Ölquellen versiegen als neu erschlossen werden, Erschliessungen wie Fracking deren Energieertrag gegen null geht.

      Was ist wenn Wachstum, Industriekapitalismus, Innovation und Bevölkerungswachstum nur Artefakte des fossilen Zeitalters sind und Kapitalismus nur zufällig mit dem Erdölzeitalter zusammenfiel, bzw. weil Kapitalismus sich als das Wirtschaftsystem gezeigt hat, dass mit Militarismus am besten Kompatibel ist?

      Was ist wenn dieses Fossile Zeitalter zu Ende geht?
      Was ist dann mit dem tollen "Fortschritt" der bewirkt, dass es und allen besser geht?

      Man kann natürlich den Kopf in den Sand stecken in dem Glauben, dass alles so bleibt wie es ist, der Klimawandel eine Lüge ist, das Öl noch für Jahrhundertte reicht, grünes Wachstum unsere Rettung ist, erneuerbare Energien ausreichen um das Wachstum in Zukunft anzutreiben usw.

      Wir könnten auch große Steinköpfe bauen die die Götter besänftigen und dafür die letzten Bäume auf unserer (Oster) Insel fällen. Diese Strategie hat schon immer geklappt.

      Meine Empfehlung; Crash Course schauen: http://www.peakprosperity.com/crashcourse und dann nochmal nachdenken.

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    2. Prima Vortrag von Paul Watzlavic:

      "Warum finden Probleme, auf deren Lösung Menschen ihre ganze Kraft konzentrieren, dennoch keine Lösung? Anhand vieler anschaulicher Beispiele vermittelt der Psychoanalytiker und C.G. Jung-Schüler Paul Watzlawick in diesem Vortrag seine Thesen, die heute wie vor 20 Jahren sehr bedenkenswert sind. "

      https://www.youtube.com/watch?v=M7aMmiMrYmU

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  8. @ Anonym:

    um die richtigen schlüsse zu ziehen, darf man aber nicht nur die entwicklung der bevölkerung heranziehen:

    seit 1960 hat sich das weltsozialprodukt inflationsbereinigt vervierzig(!)-facht. im gleichen zeitraum hat sich die bevölkerung nicht einmal verdreifacht.

    wenn es dann immer noch 800 millionen hungernde gibt und milliarden, die keinen zugang zu sauberem wasser, keine kanalisation, keine schulen und keine medizinische versorgung haben, dann ist es einfach nur zynisch zu behaupten, den leuten ginge es besser als ihren eltern.

    oder findest du es angemessen, dass bei uns immer noch 16,5 % dem armutsrisiko unterliegen, obwohl sich das sozialprodukt pro kopf seit 1970 fast verzwanzig-facht hat?

    die verteilung ist und bleibt der skandal

    lg
    don



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  9. @ Don
    Ja, die Konzentration des Geldes ist ein Problem, keine Frage.
    Die Schere geht weiter auf, allerdings weisen beide Klingen der Schere nach oben, die untere nur weniger stark als die obere. Und das sollte sich fraglos ändern.

    @ Alien
    Wenn die fossilen Brennstoffe weg sind und keine guten Alternativen im nächsten halben Jahrhundert aufkommen, werden weltweit halt mehr Atomkraftwerke gebaut, außer vielleicht in Deutschland, das dann eben wieder ein Agrarland wird. Die Technik der Atomkraftwerke wird dann ein paar Jahrzehnte weiter sein, Atommüllentsorgung wird evtl. durch die Raumfahrt gelöst, und selbst wenn es alles halbe Jahrhundert mal einen größeren Unfall gibt irgendwo auf der Welt, wird das von den Leuten in Kauf genommen werden.
    Die Anzahl der Toten im Kampf um Öl ist um ein Vielfaches höher als die der Atomopfer der heutigen Zeit, daher werden das die Leute als notwendiges Übel hinnehmen.
    Oder wie sehen Eure Prognosen aus?

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    1. also meine prognose ist 1:1 für die gewinner oder aber, möglich wäre es, für die verlierer. ich würde mich aber nicht darauf verlassen. prognosen sind wahrscheinlich so sinnvoll wie bundesliga. aber deutschland als agrarland mit neo-lpgs, das wäre schon ein kapitales 2:2 für die gewinner oder verlierer.

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