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Sonntag, 15. Februar 2015

Ich bin dann mal wieder da

Abteilung: Pure Vernunft (darf niemals siegen)

Ah..., wenn man lange nichts gepostet hat, dann ist es schwer die Relevanz zu finden, die es wert ist, das eigene bleierne Schweigen zu durchbrechen.
Selbstverständlich scheitere ich daran, aber ich kann mich gut leiden und habe Verständnis für mich.
Dieses Scheitern verzeihe ich mir.

Aber es geht ja auch gar nicht um mich:
Der Anspruch dieses Blogs und auch deren Triebfeder, war und ist es, auf die Ungerechtigkeiten und deren Nutznießer hinzuweisen.
Tief in mir drin bin ich stinkewütend über die geltende Weltordnung. Über die immer breiter werdende Schneise zwischen existenzieller Armut und perversem Reichtum.

Und ich ärgere mich über die Ungleichheit von Menschenleben.
Unzählige Hungertote nehmen wir täglich in Kauf (bzw. gar nicht wahr), aber damit ein wahrnehmbarer, solidarischer Aufschrei entsteht, muss europäisches Blut fließen... /(Charlie)
Bytheway: Wie viel höher ist die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz getroffen, als Opfer eines terroristischen Anschlags zu werden? Wie blöd muss man denn sein, die eigene Überwachung in Kauf zu nehmen, um vor solch einer unwahrscheinlichen Gefahr beschützt zu werden?
Wer glaubt denen, die sagen, dass man Freiheit aufgeben muss, um sie zu erhalten?

Dieser ganze Schwachsinn wird uns als Vernunft verkauft. Eine alternativlose Vernunft, die uns suggerieren will, dass es sich nicht lohnt, außerhalb dieser Kategorien zu denken.
Naiv zu glauben, dass es eine bessere, anstrebenswerte Weltordnung geben könnte.
Und diejenigen, die davon träumen, die dort hinstreben, sind naive Gutmenschen.
Genau deshalb bin ich ein 'Gutmensch'!

Ich kann es nicht 'fassen' (in doppeltem Sinne) und nicht benennen, was alles falsch läuft.
Es ist so unbeschreiblich viel - im Kleinen wie im Großen.
Jedenfalls zu viel, um sich schmollend in die Ecke zu verziehen.


Kant rief ja bekanntlich dazu auf, sich des eigenen Verstandes zu bedienen.
... aber, wo bleibt da das Herz?

Habt vielmehr den Mut, Euch der eigenen Vernunft zu bedienen!

Kommentare:

  1. Na, verkauf den Kapitalismus mal nicht unter Wert. Vergleich ihn mal mit irgendeinem bisherigen System der Geschichte. Da gibt es wohl nicht viele, bei denen der Mensch besser wegkam.
    1990 lebten noch 49% der Menschen in Schwellenländern unter der Armutsgrenze. 2010 waren es 21%. Und das trotz der zugleich enorm gestiegenen Weltbevölkerung. Eine derartige Verbesserung ist beispiellos in der Geschichte. Deswegen will ja auch Die Linke den Kapitalismus nicht abschaffen. Zu verbessern wird es immer etwas geben, das wird immer so sein. Gravierende Missstände hat es immer gegeben. Muss die Grundhaltung des Menschen also über all die Jahrtausende niedergeschlagen sein?

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    1. "1990 lebten noch 49% der Menschen in Schwellenländern unter der Armutsgrenze. 2010 waren es 21%."
      Quelle?
      Komisch, kann mich gar nicht erinnern, dass 1990 eine Welle von Armutsflüchtlingen über das Mittelmeer kam. Und meiner Wahrnehmung nach, gab es 1990 in Europa auch nicht dermaßen etablierte und existenzielle Armut wie heute.
      Und genau deshalb wurde in Griechenland 'Syriza' gewählt; weil Politik für die Menschen gemacht werden soll und nicht für die Märkte. Und deshalb hat auch in Spanien Podemos so einen großen Zulauf.
      Die Menschen lassen sich wohl nicht damit trösten, dass es immer schon gravierende Missstände gegeben hat. Mag sein, dass das für Dich alternativlos ist - aber zum Glück gibt es Andere, die Missstände beseitigen wollen,
      Die westliche Politk versucht im Großen und Ganzen lediglich noch ein scheiterndes System am Leben zu erhalten. Die dem Kapitalismus innewohnenden Widersprüche (Wachstumszwang, Verteilung von Arm nach Reich, ...) werden immer offensichtlicher. Die Menschen leiden darunter, aber auch die Umwelt.
      Interpoliere doch mal die Reichtums- und Armutsentwicklung in die Zukunft. Interpoliere die Entwicklung des irreversiblen Raubbaus der Natur in die Zukunft.
      Was siehst Du dann?
      Eine erstrebenswerte Zukunft?

      P.S.: Bitte Nickname angeben

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    2. @ anonymphe
      Wenn jemand unbedingt gerne den total verbloedeten Depp raushaengen will, musst du mit Sicherheit kein diesbezuegliches Antragsformular ausfuellen.

      Rund die Haelfte/Menschheit(rund3,5Mlrd.) lebt unter/um Armutsgrenze/2$/Euro a' Stunde und bis, nicht ganz Unten, Unzaehlige, welche, (nicht allzu gluecklich darueber) diese 2 $/Euro pro Tag einstreichen. Alleine in Europa/Amerika rangieren rund 300 Millionen Buerger mehr denn weniger um die Armutsgrenze, welche durchaus noch zu den Reichen/Armen zaehlen. Von den paar Dutzend Millionen Verhungernden/sonstig unnoetig krepierenden absehend.
      Und auch danach/oberhalb der Armutsgrenze gehts nur schleppend/quaelend aufwaerts, im verzweifelten Kampf gegen das Fallen, .... wohinunter auch immer.

      "Eine derartige Verbesserung ist beispiellos in der Geschichte."
      Ein -Go Fuck Yourself- spare ich mir, ... das hast du schon locker selbst erledigt.

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    3. Jake, Du sprichst mir einmal mehr aus der Seele. Und ersparst mir so etwas Tipperei. :-)

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  2. "Komisch, kann mich gar nicht erinnern, dass 1990 eine Welle von Armutsflüchtlingen über das Mittelmeer kam."

    Damals gab es kein Internet und keine Handys, mit denen sich die Schlepperei Tausendmal besser bewerben und organisieren lässt.

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    1. Bitte mal eine Web-Adresse oder Handy-Nummer von Schleusern posten.

      Ich lebe nämlich hinter dem Mond.

      Nix für ungut....

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    2. @ Duderich

      "Flüchtlingsrouten nach Europa: Der Profit steigt - die Gefahr auch
      ... Und einige arbeiten eben als Reise-Agenten. Nicht auf eigene Rechnung, sondern für weit vernetzte Organisationen, meist in türkischer Hand, die Nebenstellen etwa in Frankreich, Schweden, Italien und Deutschland haben. Und natürlich auch dort, wo die Kunden herkommen, in den Kriegs- und Krisenländern.
      Der Kontakt läuft über Handy oder Facebook."
      www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/a-1011639.html

      "Ein anderer Vermittler, der seine Leistungen auf Facebook anpreist, verkauft Tickets für „eine Yacht, Abfahrt von der türkischen Küste, die euch direkt zu einem italienischen Strand bringt"
      www.taz.de/!153400

      "Nach Angaben der der italienischen Zeitung «La Repubblica» haben die Schlepper zuvor auf Facebook in englisch und arabisch für die Reise geworben und die Preise dafür angekündigt."
      www.20min.ch/ausland/news/story/16126437

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  3. Duderich, schau dir bitte mal den Welthunger-Index an, insbesondere das erste Diagramm mit der Entwicklung von 1990 bis heute.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Welthunger-Index
    Noch irgendwelche Fragen zum Trend?

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  4. nette anekdote hierzu:
    "die weltbank sieht menschen, die weniger als (...) 1,25 $ pro tag zur verfügung haben als arm ..." (Wikipedia)

    d.h. wenn du als chinesischer wanderarbeiter die wahnsinnssumme von einem dollar und 26 cent am tag (!) verdienst, bist du statistisch nicht mehr arm und die westliche welt ist um einen ablass reicher.

    und die menschen hier glauben den stuss.

    was für eine schöne welt!

    lg

    don

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    1. Andere Anekdote:
      Er ertrank in einem Teich von durchschnittlich 50 cm Tiefe.
      Wie konnte das nur passieren?

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    2. @ Don
      Es muss doch wohl nicht erwähnt werden, dass das Geld in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich viel wert ist? Für 1 Dollar 25 bekommt man in China ganz anderes als anderswo.
      Du kannst dich für weniger als einen Dollar in Peking sattessen (ich war 2008 da). (Wobei die Wanderarbeiter für Essen nicht zahlen müssen, aber davon mal ab...)

      @ Duderich
      Dein Durchschnittsbeispiel ist untauglich. Siehe auch den genannten Welthunger-Index.

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    3. @Salvator:
      In wie fern begründet der Welthunger-Index meinem Durchschnittsbeispiel?

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    4. @Salvator:

      da kannst du mal sehen, wie die meinungsmanipulation funktioniert: natürlich spricht die weltbank nicht von $ 1,25 als absoluter größe, sondern von 1,25 PPP$. also von der kaufkraftparität von einem dollar und 25 cent.
      in anderen worten, derjenige, der sich täglich so viel leisten kann, wie ein durchschnittsamerikaner mit 1,25 gilt nicht mehr als absolut arm.
      und sattessen durften sich auch die sklaven auf den plantagen der südstaatler: schließlich sollten sie am nächsten tag wieder arbeiten können und nicht verhungern. in deinen augen waren also auch die nicht wirklich arm?

      lg don

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    5. @ Duderich
      "Begründet .. meinem"? Auf den Welthunger-Index nimmt das Ausmaß des Reichtums der Reichen keinen Einfluss. Wenn "die Reichen" Hundert Milliarden mehr einnehmen, hebt das in diesem Index keinen Durchschnitt, d.h. er lässt das nicht so aussehen, als ob weniger Menschen hungern. Oder was wolltest du mit dem Durchschnitts-Beispiel sagen?
      Fakt ist, dass der Hunger im Zeitalter des Kapitalismus abnimmt bei zugleich steigender Bevölkerung. Dass er (noch) schneller abnimmt, ist natürlich dringend wünschenswert.

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    6. @Salvator:
      Du hast mich genau richtig interpretiert bei dem Durchschnittsbeispiel. Ich spielte auf die Verteilung des Reichtums analog zu den verschiedenen Tiefen im Teich an. DURCHSCHNITTLICH gibt es keine Armut und es kann niemand ertrinken. :-)

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    7. Duderich, wo ist die Verbindung zwischen dem Durchschnittsbeispiel und der Entwicklung des Welthungerindexes, zu dem du das Beispiel brachtest?

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    8. @ Salvator:

      jeder glaubt eben immer der statistik, die seinen lebensstil am wenigsten diskreditiert.

      vielleicht liet du mal diese kritik:
      http://www.fian.de/fileadmin/user_upload/news_bilder/14_09_FIAN_Kommentar_Hungerzahlen_final_01.pdf

      da sieht das mit dem rückgang der hungernden schon anders aus.

      lg
      don

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    9. @ Don M. Tingly
      Wenn dein Lebenstil nicht sehr aus dem Rahmen fällt, unterscheiden sich die unsrigen wohl nicht sonderlich.

      In dem verlinkten Text wird einige Akrobatik vollzogen, um Verbesserungen schlecht zu machen.
      Die Verbesserungen haben also nicht das irreale Ausmaß, innerhalb von 18 Jahren die Gesamtzahl der Hungernden zu halbieren (!) - in einem Zeitraum, in dem die Weltbevölkerung um ca. 1,5 Milliarden zunahm... Als Kritik am System taugt das nicht.

      Für die negativen Zahlen für Afrika und Südasien wüsste ich gerne die Quellen, weil die Welthunger-Index das Gegenteil aufzeigt. Insbesondere zwischen 2005 und 2014 haben diese beiden Länderregionen den größten positiven Sprung nach vorne gemacht innerhalb des durchgehenden Trends der stetigen Verbesserung.

      Auch sonst wirkt der Text unseriös konstruiert.
      Es wird so getan, als wäre der Zugang zu Ressourcen abgekoppelt vom Hunger. Kann mir das jemand erklären?

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    10. @ Salvator:

      vielleicht unterscheiden sich unsere lebensstile tatsächlich nicht sehr. der unterschied ist aber, dass ich unseren lebensstil kritisiere,versuche ihn zu ändern und ihn keinesfalls als vorbild für die ganze welt betrachte, während du dir die statistiken zusammensuchst, die ihn auch noch rechtfertigen.
      hier: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=39056 wird nochmal schön gezeigt, wie die daten des whi geschönt wurden. ähnlich wie in der arbeitslosenstatistik hat man einfach die berechnungsgrundlage geändert und schwupps gibt es mal eben 400 mio. hungernde weniger.

      es geht aber auch gar nicht um diese oder jene statistik, sondern darum, dass jeder verhungerte mensch auf dieser erde, ein ermorderter mensch ist. mord durch unterlassen: während in den industriestaaten inzwischen mehr als jeder zweite übergewichtig ist, verhungert alle 10-15 sekunden ein kind.
      und da fühlst du dich wohl? und das obwohl sich das bne der welt in den letzten 10 jahren (trotz krise!) um 80% gestiegen ist?

      ich nenne das kognitive dissonanz im endstadium.

      lg
      don

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    11. @all, @Don, @Salvator
      Apropos dieses ganze Statistik-Geschwurbel:

      Ich habe mal irgendwo gelesen, dass z.B. in der BRD. Obdachlose gar nicht in der Armuts-Statistik auftauchen. Aus welchen Gründen auch immer.
      Meine (zugegebenermaßen relativ oberflächliche) Google-Recherche hierzu blieb erfolglos. Kann keine Quelle finden, die das belegt, oder widerlegt.
      Wäre (auch im Zusammenhang der gegenwärtigen Diskussion) für mich spannend, diese Frage beantwortet zu wissen.

      Also, kann mir Jemand bei der Klärung diser Frage irgendwie helfen?

      Grüße, insbesondere an @Don und @Salvator
      Euer Dude

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    12. DMT,

      Beispiel Arbeitslosenstatistik.
      Dazu hatte ich gerade anderseitig auf die 50% Unterschlagung '09 hingewiesen https://www.youtube.com/watch?v=7EOHO2vVg6o
      http://jakester-express.blogspot.com/2009/06/da-kannste-ja-n-fluchblatt-druckn.html

      Das verhaelt sich aehnlich mit dem Hunger. Ein paar Jahre her, knackten wir die Milliarde-Hungernde. Die kamen in diversen Kategorien. Von den fatal Ver/Hungernden absehend zaehlten zB. in USA ca. 35 Millionen zu den Hungernden.
      Dabei zaehlt zumeist nicht nur die Quantitaet, sondern vor allem Qualitaet der Nahrungsaufnahme und diesbezueglich muss man das "Verhungern" wesentlich weiter spannen.
      2/3tel Amerikaner sind Uebergewichtig, ueber die Haelfte davon Obese/superfette Schweine ... welche im Grunde genommen verhungern, da sie staendig und uebermaessig, vollkommen unsinnige Scheisse fressen und somit ebenso staendig unterernaehrt sind. Dies verschissene Entwicklung gilt nicht nur fuer Amerika. .....

      Zu den Anstrengungen des Salvator mag ich mich nicht allzusehr auslassen muessen. Ein typisches Prinzip des "Scheisse polieren" um dieselbig Zunehmende besser erscheinen zu lassen.
      Machste ne WG mit dem Typ der sachte "Eine derartige Verbesserung ist beispiellos in der Geschichte." and be Happy about it.

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  5. Hallo Duderich!

    Habe Deine Kommentare bei Feynsinn und die Antworten darauf verfolgt.
    Ich antworte Dir lieber hier und versuche auch auch im Zusammenhang mit Deinem obigen Text mich zu äussern.

    Ich würde z.B. den ersten Kommentar von "Anonymus" nicht einfach so erledigen wollen. Für mich ist es schon nicht falsch, dass der Kapitalismus durch die Entwicklung der Produktivkräfte, dort wo er die Lohnarbeit verallgemeinern konnte, die Lebensbedingungen verbessert hat.
    Dieser Wohlstand basiert aber auf abstraktem Reichtum und eben nicht auf gesellschaftlichen Reichtum. Wohlstand gibt es nur gegen Geld für Ware. Und dort wo die Lohnarbeit sich nicht verallgemeinern lässt, wo allenfalls die nationalen Ressourcen verhökert werden können, da herrscht Armut und Hunger.
    Insofern ist es selbstvertändlich abwegig, die inneren Widersprüche des Kapitalismus einfach wegzubügeln.

    Nun zu Deinem Optimismus was Griechenland und Spanien betrifft.

    Dies ist für mich ein Optimismus mit wenig Substanz, der für mich nur wenig trägt.

    Das viele Griechen, Spanier, Portugiesen, Franzosen und selbst Deutsche keine Lust mehr haben unter der Wirtschaftskrise zu leiden, wäre eignentlich Anlass zur Ermutigung, aber nur dann, wenn man Erfahrungen aus der doch relativ kurzen Vergangenheit seit 2008 ausklammert, in parlamentarischen Wahlen einen Hebel sieht zur Verbesserung der Lebensbedingungen und den Staat als den unabhängigen Akteur, der mit ausreichend guten Willen das wieder herstellt, was sich Linke und "Gutmenschen" unter einen gerechten Gesellschaft vorstellen.

    Dazu bringen sie sich dann gerne ein, wollen den Staat und die Gesellschaft verbessern.

    Damit das nicht zu lang wird und bezogen auf die griechische Regierung:
    Die Wirtschaftskrise in Europa und ausserhalb davon lässt sich nicht einfach wegreden und darin bleibt diese eingebunden.

    Die Unterschiede zum Rest der EU bestehen für mich nur darin, dass
    man die eigene gebeutelte Bevölkerung durch kleine Zugeständnisse à la Keynes wieder ins Boot für ein nationales kapitalistisches Rettungsprogramm einschiffen will.

    Wem das so reicht!

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    1. Troptard,

      "Und dort wo die Lohnarbeit sich nicht verallgemeinern lässt, wo allenfalls die nationalen Ressourcen verhökert werden können, da herrscht Armut und Hunger."
      Dort herrscht auch Armut und Verhungern. Etwas harscher, denn Armut und Hunger, unter zunehmend Armut und Hunger unter verallgemeinerter Lohnarbeit.
      Ich weis schon, was du sagen willst, zB. mit der "Entwicklung der Produktivkräfte" .... aber zu blauauegig sollts dann doch nicht werden.

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    2. das problem am kapitalismus ist seine absolutsetzung des profits. wenn der profit - einzig in geld (nicht etwa arbeitszeitverkürzung!) - das oberste kriterium ist, das nicht hinterfragt wird, dann wird er am ende immer zur katastrophe führen.
      natürlich entfacht er am anfang immer produktivkräfte. insbesondere wenn das allgemeine niveau sehr niedrig ist, wie nach den kriegen bei uns oder in den entwicklungsländern. aber das gewinnoptimieren geht eben auch weiter, wenn ein eigentlich ausreichend hohes wohlstandslevel erreicht ist. dann setzt die gier ein und der mechanismus des kapitals, das immer auf der suche nach der besten verzinsung ist.
      solange ethische werte, umweltschutz, soziale gesichtspunkte immer (weit) hinter dem profit als kriterium stehen, ist das heutige verhalten der unternehmer absolut logisch:

      sie nehmen keine rücksicht auf umwelt und mitarbeiter. sie versuchen einfluss auf regierungen zu erlangen. sogar illegale handlungen wie bestechung unterliegen einer klaren nutzenanalyse: was kostet die bestechung? wie hoch ist die wahrscheinlichkeit erwischt zu werden? wie hoch ist die zu erwartende strafe? daraus errechnest du kinderleicht den erwartungswert der kosten. dem stellst du die erzielbaren gewinne gegenüber und bingo: die bestechung griechischer regierungsmitglieder ist die logisch richtige handlung für einen manager. dagegen ist nichts zu sagen, solange man am primat des profits festhält.

      kurz: erst wenn es uns gelingt menschenrechte, langfristigen erhalt der natürlichen lebensgrundlagen und (im besten fall) vielleicht so etwas, wie ein gelungenes, glückliches leben mehr gewicht einzuräumen, als dem profit in geld, werden wir die produktivkräfte einer marktwirtschaft sinnvoll einsetzen können.

      das ganze muß aber in den köpfen der menschen passieren - nicht in den abstrakten papieren irgendwelcher gesetze. denn sonst landest du automatisch wieder am anfang: unternehmen werden versuchen die gesetzgeber so zu manipulieren, dass die gesetze zum profitstreben passen.

      frei nach Konstantin Wecker:

      "... die börse jubelt, wenn sie die entlassen, die ihnen ihren reichtum eingebracht. gerichtlich sind sie ja nicht zu fassen, denn die gesetze sind für sie gemacht..."

      lg
      don

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    3. "Für mich ist es schon nicht falsch, dass der Kapitalismus durch die Entwicklung der Produktivkräfte, dort wo er die Lohnarbeit verallgemeinern konnte, die Lebensbedingungen verbessert hat.
      Dieser Wohlstand basiert aber auf abstraktem Reichtum und eben nicht auf gesellschaftlichen Reichtum. Wohlstand gibt es nur gegen Geld für Ware."

      Bin ich der einzige von uns beiden, der hier einen eklatanten Widerspruch sieht?

      Der Kapitalismus ist gut aber schlecht???

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    4. Hallo Duderich,

      Da gibt es in der Tat einen eklatanten Widerspruch und der ist im System selbst angelegt und nicht zu übersehen.
      Ja, für mich gibt es ein " Sowohl als Auch"! .

      Als Nachkriegskind kann ich mich noch sehr gut an die damaligen Lebensverhältnisse erinnern. Es gab keinen Kühlschrank, es gab Kochstellen mit Holz oder Kohle betrieben, keine Waschmaschinen, kein fliessend warm Wasser, Pferdefuhrwerke statt Autos, keine Fernseher, Computer etc..

      Ich selbst verspüre nicht den Wunsch, auf dieses Niveau zurückzufallen. Es gibt ja heute Strömungen die das als Weg aus der Wachstumskrise propagieren, was ziemlich gut mit Kapitalismus kompatibel ist, weil er ihn unangetastet lässt und der weiteren Verarmung mitten in der Reichtumsproduktion Vorschub leistet.

      Die Möglichkeiten der Produktion gesellschaftlichen Reichtums müssen auch künftig genutzt werden.

      Was sich ändern muss ist, dass diese Produktion von den überholten Produktionsverhältnissen entkoppelt wird., die Menschen sich darauf einigen, was sie künftig produzieren wollen und die Enteignung ihrer gesamten Lebensverhältnisse wieder rückgängig machen.

      Auch das, was in all unseren Köpfen so fest verankert ist, die kapitalistische Logik uns als Marktsubjekte zu verstehen. All das, was wir so als normal empfinden: Ware,Geld, Konkurrenz, Staat, Politik, Parteien, eben von all dem, was in diesem kapitalistischen Funktionszusammenhang steht.

      Ob das noch einmal gelingen wird? Zur Zeit sieht es gar nicht danach aus,














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  6. Don,

    Bestechung waere schon nahezu komplimentaer.
    Die pre-umgeht man, indem man Leute an die Macht bringt, die schon zuvor eigendst willig kooperieren oder schlichtweg aus dem Milieu kommen. ... oder auch beides .
    "If we rank all the fields of man’s activity by profitability, politics will be the most lucrative business. When we see a critical situation in the government, we draw lots in order to pick out a person from our milieu for work in power." ... Mikhail Khodorkovsky
    Das ist wesentlich einfacher und legal ;-)

    Privatisierte Wirtschaft, Politik, Versorgung fuer einen wegrationalisierten Verbraucher. Dann sind die Bonzen unter sich und zufrieden, und brauchen sich den Rest der Welt nicht mal mehr kaufen/nehmen muessen. http://www.getty.edu/art/exhibitions/heartfield/war_corpses_zm.html


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  7. Hallo Don!

    Bin mit Deinem Text einverstanden!

    "das ganze muss aber in den Köpfen der Menschen passieren- ..."
    Wo finde ich das Loch in den Köpfen? Es gibt keins!

    Entweder sie kommen von selbst drauf oder sie lassen es bleiben.

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  8. Hallo Troptard,

    der menschliche Schädel hat viele kleine Löcher, die aufreißen, wenn viele Zweifel daran zerren.

    Dafür sind wir verantwortlich, diese Zweifel immer und immer wieder zu verbreiten, denn bei uns ist das Bewusstsein schon klarer.

    Es geht in meinen Augen nicht anders, denn am anderen Ende agiert eine sehr effiziente Meinungsmanipulationsmaschine. Wir müssen erst mal anerkennen, dass diese Maschine so gut ist, dass ein Entgegenhalten sehr schwer, aber nicht unmöglich ist.

    Unser Entgegenhalten muss damit beginnen, dass wir den manipulierten Menschen Achtung und Respekt entgegen bringen, auch wenn es uns nicht gefällt, welchen Medienmüll sie auskotzen. Nur so erreichen wir auch deren Herzen - für mich die Grundvoraussetzung für ein Gespräch auf Augenhöhe, die erst mal die Bereitschaft beim Gegenüber bringt, uns zuzuhören.

    Liebe Grüße Ruby

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    1. Bin eigentlich mit Dir d'accord.

      ABER.

      "Unser Entgegenhalten muss damit beginnen, dass wir den manipulierten Menschen Achtung und Respekt entgegen bringen, auch wenn es uns nicht gefällt, welchen Medienmüll sie auskotzen."

      Es widerspricht meiner Utopie, dass die Menschen manipulierbarer Ton sind, in den Händen der Meinungshoheit.
      Eigene Gedanken sollte man sich schon machen, und zumindest für mich gibt es keine Entschuldigung dafür, wenn man dies nicht tut.
      Ich finde, es greift zu kurz, wenn man den Vorwurf nur an die Manipulierenden, nicht aber an die Manipulierten richtet.
      Für den kritisch hinterfragenden Geist sollten wir kämpfen, und nicht dafür, das wir keine manipulierendem Impacts mehr ausgesetzt werden. Denn das wird immer so sein.

      Letztendlich ist es für mich zu defensiv, den Menschen als manipulierbares Material zu sehen und dahin zu steuern, die Manipulationen zu unterbinden.

      Vielmehr sollten Menschen befähigt werden, Manipulationen kritisch zu hinterfragen.
      Daran scheitert unser Schulsystem immer mehr - genau in dem Maße, wie es als Institution verkommt, uns als funktionierenden Arbeitnehmer herzurichten

      Gerade wir Deutsche sollten durch unsere eigene Geschichte sehr sensibel gegenüber Meinungsmanipulation sein-
      Dies ist aber, meiner Wahrnehmung nach mehr Anspruch als Wirklichkeit...

      Liebe Grüße zurück
      Dude

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  9. "Es widerspricht meiner Utopie, dass die Menschen manipulierbarer Ton sind, in den Händen der Meinungshoheit.
    Eigene Gedanken sollte man sich schon machen, und zumindest für mich gibt es keine Entschuldigung dafür, wenn man dies nicht tut.
    Ich finde, es greift zu kurz, wenn man den Vorwurf nur an die Manipulierenden, nicht aber an die Manipulierten richtet."

    Dude,, Manipulierende oder Manipulierte, das ist oft kein Gegensatz.
    Das System ist so perfide, dass du hier beides in einer Person findest.

    Du wirst unbelastet geboren und ab diesem Zeitpunkt manipuliert, von den Eltern, Verwandten, Bekannten, Erzieher, Lehrer, Medien, Politiker....., die allesamt genauso seit Geburt manipuliert wurden. Sie vereinen beide Seiten.

    Nur ganz Wenige haben das Glück, Menschen (ich nenn sie mal Augenöffner) zu begegnen, die dagegen halbwegs immun sind und dir helfen, sich aus diesem Kokon zu befreien. Solange dieser immune Mensch aber das Augen öffnen nicht als seine Aufgabe sieht, hat er für mich keine aufklärende Berechtigung. Im Gegenteil, rummotzen und beleidigen, empfinde ich als sehr unproduktiv. Es stößt ab, habe ich selbst sehr oft erlebt.

    Dieses "eigenen Gedanken " oder eigenes Denken wurde nicht jedem mit auf den Weg gegeben. Deshalb ist es ja so wichtig, verständnisvollen "Augenöffnern" zu begegnen, die ihre Aufgabe auch kennen. Denen bist du begegnet und auch ich und viele andere.

    Ich weiß genau, wo ich heute stehen würde, wenn ich meinem Augenöffner nicht begegnet wäre. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, vor 8 Jahren.
    Vielleicht war der Zeitpunkt bei dir viel früher und du kannst dich nicht mehr erinnern. Oder, du bist gleich in einer Familie mit Augenöffnern aufgewachsen, Dann hast du großes Glück gehabt. Es besteht aber kein Grund, sich den anderen gegenüber vorwurfsvoll oder vielleicht auch arrogant zu gebärden. Es war nicht dein Verdienst, sondern der, der Augenöffner.

    Dude, dieses Thema ist mir sehr wichtig. Ich lese fast täglich in verschiedenen politischen Blogs, in denen ich mich hervorragend informieren kann, aber Augenöffner sind die wenigsten, denn dazu gehört für mich auch, mit "unbequemen" Kommentatoren in den Dialog zu treten. Glaub mir, die wenigsten von denen sind Trolle. Sie wirken nur so, weil ihr Wissensstand meilenweit von deinem entfernt ist. Der Weg der Erkenntnis ist sehr lang.

    Liebe Grüße Ruby

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    1. "Es besteht aber kein Grund, sich den anderen gegenüber vorwurfsvoll oder vielleicht auch arrogant zu gebärden. Es war nicht dein Verdienst, sondern der, der Augenöffner."

      Es war nicht meine Absicht mich 'arrogant zu gebärden'. Ich meine einfach nur, dass man die Schuld auch bei sich suchen muss und nicht nur bei Anderen. Das man die Verantwortung nicht abgeben sollte...

      Liebe Grüße
      Dude

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    2. Warum ist es dir so wichtig, dass die Manipulierten Schuld empfinden?
      Ich sehe darin keinen Sinn und auch keine Notwendigkeit. Schuld kann man nur empfinden, wenn man weiß, dass man etwas falsch gemacht hat.
      Die Manipulierten wissen doch gar nicht, dass sie manipuliert werden.

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    3. Hallo Ruby,

      ich muss Dir auch zustimmen!

      Ich selbst bin in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen, die sozialdemokratisch orientiert war. Meine Mutter und mein Vater waren Flissbandarbeiter, weil sie als junge Menschen im 1000jährigen Reich keinen Berufsabschluss mehr machen konnten.
      Ich selbst war dadurch stark geprägt. Sozialdemokratie und Gewerkschaft blieben für mich sehr lange Zeit unumstössliche Fundamente.

      Erst als ich sozusagen Flügge geworden war, und ich selber anderes kennenlernen wollte als mein eigenes Milieu, bin ich auch auf die sog. Augenöffner gestossen.

      Ich wollte nicht in diesem Milieu steckenbleiben, habe es dann über den 2. Bildungsweg zu einem Studium an einer Universität geschafft.

      An dieser Universität gab es für bestimmte Studienbereiche eine Pflichtveranstaltung in der Kritik der Politischen Ökonomie.

      Der Professor, ein Flüchtling aus dem Iran, war über das Desinteresse vieler Studenten so erbost, dass er sie in der Veranstaltung beschimpft hat.

      Er führte Karl Marx als Beispiel an, wieviele Nächte dieser in Londoner Bibliotheken verbracht habe, um sein Kapital zu schreiben und verlangte eine ebenso selbstverständliche Anstrengung auch von den Studenten.

      Natürlich nur mit geringem Erfolg. Ich selbst habe daraus meinen Nutzen gezogen und für mich war das die bedeutenste Zeit in meiner eigenen Entwicklung.

      Was ich damit sagen will: Die überwiegende Anzahl der Studenten waren daran interessiert ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Sie waren nicht daran interessiert, auch wenn nur für die Zeit ihres Studiums, ein anderes Blickfeld einzunehmen.

      Ich bleibe auch heute noch dabei: Augenöffner sind unbedingt wichtig. Ich persönlich habe das auch so annehmen können und bin dankbar dafür.

      Aber was machst Du mit den Menschen, die einfach keine eigene, andere Perspektive einnehmen wollen?

      Manipulation der Medien und der Politik werden auch gern als Ausrede für die Abschaltung seines eigenen Verstandes benutzt.

      Wie war das eigentlich in der DDR? Ihr seit doch ziemlich indoktriniert worden mit dem Systemvergleich. Wieviele haben sich überhaupt davon abschrecken lassen, um den "Goldenen Westen " zu erreichen.

      Möglicherweise hängt die ganze Scheisse nur an den Bildern, die den Menschen vermittelt werden.

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    4. Ruby,
      "Glaub mir, die wenigsten von denen sind Trolle."
      Das glaube ich nicht nur nicht. Wenn du den Unterschied zwischen Manipulierten und Manipulierenden nicht erkennen kannst/willst, dann naiviert dich deine Gutmenschlichkeit und du solltest das Augenoeffnen bezueglich Trollen erweitern. Die sind wesentlich verschlagenmanipulierend denn du es sein koenntest/moechtest.

      Dude,
      "Es widerspricht meiner Utopie, dass die Menschen manipulierbarer Ton sind, in den Händen der Meinungshoheit."
      Dir ist auch bewusst, dass deine Utopie nicht ganz mit der Realitaet kooperiert.
      Es ist auch nicht nur die Meinungshoheit die Menschen manipuliert. Viele schalten ab und hoeren Nichts mehr zu. Wozu auch ...!?



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    5. @Ruby:
      Wenn wir nicht begreifen, dass wir selbst Teil des Problems sind, können wir es nicht lösen.

      Ich zitiere Troptard:
      "Manipulation der Medien und der Politik werden auch gern als Ausrede für die Abschaltung seines eigenen Verstandes benutzt."

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    6. @Ruby:
      Ich meine ja nicht Dich persönlich.

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    7. Dude, hier kann ich dir wieder zustimmen. Klar sind wir als manipulierte Masse, Teil des Problems. Deshalb benötigen wir ja Augenöffner. Erst dann können wir es erkennen und gegensteuern.

      Stell dir das aber nicht so einfach vor, wenn man erkennen muss, dass so vieles falsch war, das Menschen, die dich lange begleitet und geprägt haben, so viel Bullshit erzählt haben, weil sie es auch nicht besser wussten, das tut weh.

      Und jetzt bist du immer noch nicht am Ziel, du musst alles vorherige in Frage stellen, durchdenken, dich mit anderen auseinandersetzen, ständig neu informieren (bei der Vielfalt im Internet - ein großes Problem, es gibt so viele "Wahrheiten").

      Und dann kommt der größte Schock - du begreifst, dass die Menschen, mit denen du dich austauschen kannst auf einmal so wenig geworden sind. Angeblich gute Freunde können mit dem neuen Ich nicht mehr viel anfangen. Verschwörungstheoretiker ist noch die harmloseste Umschreibung, die man für dich jetzt übrig hat.

      Ich habe jeden Tag das Gefühl, ich bin in einer falschen Welt gefangen.

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    8. @jakebaby

      Ich bin auch schon als Troll beschimpft worden.

      Dabei habe ich nur meine Meinung gesagt und "dumme" Fragen gestellt. Nach meinem heutigen Wissensstand habe ich mit Sicherheit großen Blödsinn von mir gegeben. Aber ich wollte nie trollen, sondern mich mit Themen auseinandersetzen.

      Augenöffner sollten in meinen Augen auch viel Geduld mitbringen und verstehen, dass man nicht von heute auf morgen ein informierter Mensch sein kann.

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    9. @Troptard

      "Aber was machst Du mit den Menschen, die einfach keine eigene, andere Perspektive einnehmen wollen?"

      Hier kannst du erst mal gar nichts machen. Das einzige, was ich mache, ich halte konsequent meine Menschlichkeit entgegen ohne zu belehren.

      "Manipulation der Medien und der Politik werden auch gern als Ausrede für die Abschaltung seines eigenen Verstandes benutzt."

      Das verstehe ich nicht und habe ich auch noch nicht erlebt. Wer so etwas sagt, hat doch erkannt, dass er manipuliert wird. Das ist der erste Schritt. Hier kann man doch ansetzen.

      "Wie war das eigentlich in der DDR? Ihr seit doch ziemlich indoktriniert worden mit dem Systemvergleich. Wieviele haben sich überhaupt davon abschrecken lassen, um den "Goldenen Westen " zu erreichen."

      Hier kann ich nur von mir reden. Der goldene Westen hat mich nie interessiert. Im Gegenteil, ich war froh, nicht im Westen leben zu müssen.

      Im Staatsbürgerkundeunterricht wurde uns gebetsmühlenartig erzählt, wie toll der real existierende Sozialismus ist (habe ich nie geglaubt) und wie menschenverachtend der Kapitalismus (habe ich geglaubt). Die Propaganda der Staatsmedien hat kaum einer für voll genommen, in so fern haben wir uns auch nicht manipuliert gefühlt, nur für dumm verkauft.

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  10. Hallo Duderich,
    dadurch, dass Du die Kommentare erst freigeben willst, unterbindest Du eine flüssige Diskussion.

    So hast Du einen Beitrag, den ich gegen 14 Uhr abgeschickt habe noch nicht freigegeben, reagierst aber auf einen Kommentar von Ruby um 16 Uhr und 17 Uhr.

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    1. Ich habe alle Kommentare freigegeben, die sich in meinem Ordner befunden haben. Da muss irgendetwas schief gelaufen sein!
      Kannst Du den Kommentar noch einmal schicken?
      Ich hoffe, es war nichts all zu langes....

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  11. Hallo Duderich,
    er steht jetzt inzwischen unter Deiner Antwort an mich zu meinem Kommentar, eingetragen um 11.02 Uhr.

    Mensch da habe ich noch Hausputz gemacht und wusste noch nicht einmal ob ich den Computer überhaupt anschmeissen werde.

    Aber ich nehme mich jetzt mal nicht so wichtig. Nur dass mit der "flüssigen Diskussion", da sehe ich mit dem Freischalten doch ein Hindernis, wenn die Zeitabstände zu gross werden.

    Gruss Troptard.

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    1. Ich versuche wirklich, die Kommentare möglichst zeitnah freizugeben, Aber manchmal bin ich auch nicht 'online' und will es auch nicht sein.
      Trolle warten da draußen, dass ich die Kommentarfunktion freigebe.
      Ich fühle mich so besser.
      Ich hoffe, Du akzeptierst meine Haltung.
      Ach, ich bin mir fast sicher!

      Liebe Grüße
      Dude

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  12. Ruby,

    "Ich habe jeden Tag das Gefühl, ich bin in einer falschen Welt gefangen."
    Bist du.

    "... ständig neu informieren (bei der Vielfalt im Internet - ein großes Problem, es gibt so viele "Wahrheiten")."
    Das ist mit einer der Gruende des Gefangensein. Selbst Luegen beinhalten Wahrheit. Und gibt es totale Wahrheit und fuer wen?

    "Das einzige, was ich mache, ich halte konsequent meine Menschlichkeit entgegen ohne zu belehren."
    Dies, als auch diverse Einstellungen/Prinzipien, ist die Essenz fuer, was man fuer sich als Wahrheit verarbeiten will/tut.
    Aber wer weis denn noch, was da Draussen un/wahr ... gut/schlecht ist und je schlechter die Zeiten, desto besser fuer ueble Rattenfaenger.

    "Just like the pied Piper
    Lead Rats through the Streets
    We dance like Marionettes,
    Swaying to the Symphony...
    of Destruction.
    https://www.youtube.com/watch?v=K5jvUXij7nU



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  13. Passt gerade ganz gut:

    https://www.youtube.com/watch?v=2gVucjZU5A8

    Hagen Rether, für mich jemand, der das Potential zum 'Augenöffner' hat.

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  14. Die auf kapitalistischem Boden gewachsenen sozialen Standards werden jedenfalls hoffentlich weiter als Vorbild die Standards in der Welt verbessern. Allein schon das staatliche Verbot des Verhungerns:
    Hierzulande ist es verboten, zu verhungern. Wer es versucht, wird mit Rundum-Versorgung auf einem Bett festgeschnallt und künstlich ernährt - wenn es sein muss das ganze Leben lang.

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    1. Na endlich, hast du dich mit diesem verbloedeten Spruch letztendlich als trollender Depp geoutet.

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    2. @Salvator:
      Was vergleichst Du da? Geht's noch?
      Die, die an Hunger verrecken sollen endlich zwangsernährt werden, entsprechend dem kapitalistischem Standart?

      Raffst Du eigentlich nicht, dass die kapitalistische Ausbeutung Hunger und Armut erzeugt und nicht bekämpft?
      Raffst Du nicht, das der Kapitalismus Ausbeutung braucht, um Gewinne der eh schon Reichen zu generieren und dafür global über Leichen geht?
      Und wenn Jemand in Hungerstreik tritt, dann nicht, weil jenem sein Müsli nicht schmeckt, sondern deswegen, weil dieser für Werte eintritt, die ihm wichtiger als das eigene Leben sind.

      Und richtig pervers wird Deine Aussage, im Hinblick darauf, dass in Guantanamo Entrechtete und Vogelfreie zwangsernährt werden, deren Lebenswille man gebrochen hat, die man aber trotzdem weiter foltern will.

      SHAME ON YOU!!!

      @jakebaby:
      Das ist nicht einfach nur ein verblödeter Spruch. Sei nicht so gnädig, mit jemanden, der zynisch Hungertote mit Zwangsernährung vergleicht!
      So schreibt kein trollender Depp. So schreibt ein inhumanes Arschloch, der Folter, Ausbeutung und Hunger aus seinem Denken ausklammert, für seinen beschissenen seligen Schlaf.
      Sind ja nur Andersdenkende/Andersglaubende oder einfach nicht Verwertbare.
      Die Einen lässt man verhungern und die anderen werden zwangsernährt.
      Es lebe der Kapitalismus.
      Vielleicht sollte ich mir auch eine Sonde in den Rachen schieben lassen.
      Damit ich noch mehr kotzen kann, über solch einen Zynismus.

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    3. hey Dude!

      der letzte absatz passt aber sowas von auf unseren finanzminister, den sollte der sich einrahmen und ins büro hängen!!!

      :-))))

      lg
      don

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  15. Okay, ... ?
    Jetzt ist Er dir unter die Haut gegangen. Mission accomplished!
    Wenn ein Troll tatsaechlich allen Scheiss den er abdrueckt glauben wuerde, waere er wesentlich zu verbloedet, um ihn niederschreiben zu koennen.
    Trolle sind provokante Arschloecher. Das ist das Einzige was man ihnen sagen kann, wenn man sie nicht am besten unverzueglich rausschmeisst.

    Ansonsten hab ich mir hier als Gast eh schon genug rausgenommen. ...


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    1. "... wenn man sie nicht am besten unverzueglich rausschmeisst."

      Glaub mir, ist ne knappe Entscheidung...

      Grüße,
      Dude

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  16. Alles Gute kann pervertiert werden - das hat sogar der Sozialismus zu spüren bekommen. Du würdest doch auch nicht sozialistische Ideen abweisen, nur weil die Geschichte pervertierte Sozialismen hervorgebracht hat?
    "Dass die kapitalistische Ausbeutung Hunger und Armut erzeugt und nicht bekämpft" gibt die Betrachtung der Entwicklung nicht her. Schau dir die Lebenserwartung und andere Daten in Entwicklungsländern vor 25, 50, 75, 100 Jahren an... Da geht es nicht abwärts, sondern aufwärts.
    Dass es gern noch viel schneller aufwärts gehen könnte, ist ja wohl klar.

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    1. ich schau mir nicht die daten in entwicklungsländern, sondern in entwickelten ländern an. wie ich bereits oben ausgeführt habe, schafft der kapitalismus am anfang immer wachstum.
      das endstadium ist das interessante. und dem nähern sich die USA:
      höchste kriminalitätsrate der welt, meißte morde pro kopf der bevölkerung, die meißten gefängnisinsassen weltweit, enorme zunahme der wohlstandskrankheiten wie diabetes, herzinfarkt, ADHS, altzheimer, krebs, etc.
      umweltkatastrophen in folge des klimawandels (dürre in Kalifornien, der Colorado ausgetrocknet, überschwemmungen, hurricanes, tornados).
      die höchste zahl von waffen in privathaushalten weltweit. gated comunities für die reichen - wohnwagenslums für die armen. über 30 millionen menschen, die auf lebensmittelkarten angewiesen sind. working poor mit 3 und 4 jobs und 80 stunden-wochen. zig millionen immer noch ohne krankenversicherung. dafür jedes jahr tausende toter soldaten (vorwiegend rekrutiert aus der ungebildeten unterschicht), desolate staatliche schulen. privat allimentierte unis und museen, die nach gusto der spender handeln müssen. riesige monokulturen von genmanipuliertem mais und raps. höchstrichterlich abgesegnete patente auf lebewesen und sogar menschliche (!) gene. ein staatsdefizit von über 12 billionen $, das genausowenig jemals beglichen werden wird, wie das der Griechen. den höchsten co2-ausstoß pro kopf. praktizierte todesstrafen wie im Iran und China, illegale foltergefängnisse auf der ganzen welt.

      willst du noch mehr hören? mit Dante gesprochen:" die, die ihr eintretet in diese hölle, lasset alle hoffnung fahren."

      wenn es das ist, wohin uns und die ganze welt dein super-kapitalismus führen soll, dann bitte ohne mich.

      lg
      don

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    2. @DonMT:

      "enorme zunahme der wohlstandskrankheiten wie diabetes, herzinfarkt, ADHS, altzheimer, krebs, etc."

      Du hast Depressionen und andere psychische Erkrankungen vergessen. Ich weise deshalb darauf hin, weil diese Ausdruck davon sind, dass die Menschheit sich immer mehr von der Menschlichkeit entfernt.
      Auch nicht unerwähnt sollten posttraumatische Belastungsstörungen bleiben, von Soldaten, die das Glück haben. militärische Einsätze zu erleben.
      http://www.angriff-auf-die-seele.de/ptbs/informationen/aktuelles/409-neue-ptbs-zahlen-insgesamt-wurden-im-jahr-2014-mehr-neu-erkrankte-einsatzsoldaten-festgestellt.html

      Unnötig zu erwähnen, dass militärische Interventionen in der Neuzeit ausnahmslos unter westlicher Ägide geführt wurden - wozu auch Drohnentötungen gehören.

      Ich hoffe, dass die Menschheit sich irgendwann der Vernunft bedient und das in späteren Geschichtsbüchern diese Ära als das bezeichnet wird, was sie ist:
      Eine Inquisition gegen andere Kulturen und ein Kreuzkrieg um Ressourcen.
      Eine Ära, in der die Menschlichkeit dem Gewinnstreben weniger Profiteure untergeordnet wurde.

      Und dann müssen Menschen wie Salvatore sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen, warum sie mitgelaufen sind. Warum sie die bestehenden Zustände nicht kritisch hinterfragt haben. Ähnlich, wie nach der Überwindung des dritten Reiches.
      Denn damals wie heute wird es nicht reichen zu behaupten, man hätte doch nichts gewusst.

      Liebe Grüße
      Dude

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  17. "Glaub mir, ist ne knappe Entscheidung..." ...??
    Noe noe, ueberhaupt nicht!

    DMT geht in aller a'sozial-verurteilenden Glorie weiterhin auf Ihn ein und du ziehst, schwach punktiert, dranendruesig nach. ...... Da wird mir so Uebel, da dieser Penner, froehlich wichsend in seiner Hoehle ejakuliert. ...
    Ein einleuchtend'vergleichbares Beispiel, von Wem ihr euch gerade verdummen lasst: "Ich kann mir richtig gut vorstellen wie ihr zwischen Pizzapackungen und abgeknipsten Fußnägeln in eurem Hobbykeller sitzt und euch Wörter wie „Surensohn“ und „sprenggläubig“ ausdenkt. Und dann verzieht sich eure Fresse zu einem breiten, diebischen Grinsen und ihr schenkt euch noch etwas Kartoffelschnaps nach, während ihr euch in eurem klebrigen Schritt rumspielt. HA! Da hat doch schon wieder ein „Mohammedaner“ falsch geparkt, und eine Linksgrün_In hat ihm auch noch die Kohle für‘s Ticket geborgt! Abschieben, beide!" ... http://www.ruhrbarone.de/snickers-und-pissrinnen ......

    Und da klingt mir dein "Sei nicht so gnädig, ...." im Ohrkanal ......
    Ich habe, gleich anfaenglich, meinen Standpunkt zu Anonym, noch vor Salvator/Menschlichkeit, vertreten.

    9 Tage spaeter war dies jetzt mein letzter Kommentar. Ich betrachte, wesentlich interessierter, Farbe beim Trocknen ......

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    1. hey Jake,

      das siehst du nicht ganz richtig. ich (wir?) schreiben doch nicht für oder gegen Salvator oder die anderen trolle, die sich im netz rumtreiben. das ist doch wie bei einer diskussion: es geht weniger darum, das gegenüber zu überzeugen, als vielmehr diejenigen, die zuhören ohne mitzureden. hier also die hoffentlich vorhandenen stillen mitleser.
      und hier bin ich ganz bei Ruby: wir dürfen die argumente der trolle nicht einfach so stehen lassen. ein unentschlossener oder weniger informierter leser, könnte sie sonst glauben. es geht darum diejenigen mit den besseren argumenten zu überzeugen, die nicht ideologisch hoffnungslos verbohrt sind.
      den troll werden wir nicht bekehren, das ist mir auch klar.

      lg
      don

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  18. Dude, ich halte es nach wie vor für richtig, wie Don, zu reagieren, faktenreich, nicht persönlich werdend, argumentativ sehr stark und entlarvend. Genau so etwas braucht ein Blog, der aufklären will.

    Soll der Salvator wichsen, bis er entleert ist, mir doch egal und das sollte es euch auch sein.

    Salvator, Menschlichkeit oder wie sie alle heißen, deren Kommentare haben auch etwas wirklich Gutes - sie bringen so tolle Kommentare wie Dons hervor, die eine wirklich gute Argumentationsgrundlage für mich und still Mitlesende sind, die man in seinem eigentlichen Umfeld einbringen kann. Das ist der Grund, warum ich überhaupt Blogs wie deinen lese, Dude.

    Ansonsten erschließt sich mir der Sinn deines Blogs nicht weiter, außer zeitlich begrenzten Frustationsabbau, weil ich mich mit Menschen austausche, die so denken wie ich. Das ist sicher auch wichtig, aber warum sollten wir nicht auch noch andere Möglichkeiten des Internets ausschöpfen.

    Mit solchen Meinungen, die jakebaby Trolle nennt, werde ich ständig in der Realität konfrontiert. Die gibt es also genug. Da bin ich für solche Informationen, die Don in seinen Kommentaren immer wieder unterbringt, sehr dankbar.

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  19. @Don, Ruby, Jakebaby:

    Die Frage, ob man gewisse Kommentatoren freistellt, hat schon früher meine Leserschaft in zwei Lager unterteilt. Und bei dieser Frage kochen dann auch regelmäßig die Emotionen hoch.
    Und ich gebe Ruby insbesondere darin Recht, dass dieser Blog ohne gewisse Kommentatoren, wie z.B. Don nicht wirklich lesenswert wäre. Wahrscheinlich hätte ich ihn schon längst eingestellt.

    Ich persönlich reagiere ab einer von mir subjektiv gezogenen Schwelle auf manche Personen nicht mehr. Das war bei Herrn Karl so, bei Menschlichkeit und auch bei Salvator. Gelingt mir nicht immer zu 100%, aber gut. Vor Don habe ich einen Riesenrespekt, für seine Geduld und auch für sein tiefgehendes Wissen.
    Und wie Ruby denke ich, dass es höchst interessant ist, seiner Argumentation zu folgen um auch die eigene Argumentation gegen leider etablierte, neoliberalen Denkweisen aufmunitionieren zu können.
    Das kann man dann 'a'sozial-verurteilenden Glorie' nennen, muss man aber nicht.

    Liebe Grüße,
    Dude

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  20. Hallo,
    ich persönlich habe im realen Leben kaum die Chance mit Meinungen wie die von "Salvator" oder "Menschlichkeit" konfrontiert zu werden.

    Warum? Weil ich deren Nähe nicht suche und wenn ich auf solche Menschen treffe, und sie mir ihre Ansichten zum Besten geben, werde ich nicht die geringste Anstrengung unternehmen, diese aufzuklären zu wollen. Da bekomm ich jedesmal so einen Buckel, dass ich mich möglichst schnell verziehe.

    Wiederum "Warum" und "Warum nicht"? Weil es vergebliche Mühe ist und ich nicht die Rolle eines linkssozialisierten Sozialarbeiters zur Aufarbeitung von gesellschaftlich falsch vermitteltem Bewusstsein einnehmen will und auch nicht kann.

    Das sind dann für mich eben ganz reale Arschlöcher, für die es sich noch nicht einmal lohnt, dieses Wort in den Mund zu nehmen.

    Ich brauche solche Dumpfbacken auch nicht in den Blogs. Ich brauche die nicht als Antrieb für gute Gedanken und Argumente. Wäre ja noch schöner, wenn ich die nicht schon vorher gehabt hätte.

    Das wäre ja geradezu so, als wenn ich meine Kritik am Faschismus und Nationalsozialismus, die Kritik an den Produktionsverhältnissen usw. nur in deren Anwesenheit formulieren könnte.

    Es ist ja nicht so, dass man bei denen noch auf ein unentdecktes Terrain stossen würde, dass da was interessantes Neues zu entdecken wäre.
    Wenn dem so wäre, dann würde ich sagen : Hey Alter, da kannste noch 'ne Dissertation draus machen.

    Wenn es schon genug Schwierigkeiten unter denen gibt, die eigentlich dasselbe Ziel verfolgen, warum noch die einladen, die Sprengsätze legen wollen. Das verstehen wir doch selber recht gut.

    LG Troptard

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    1. Die Möglichkeiten, die Du im 'Real Life' hast, hast Du in Blogs wie diesem doch auch: Ignorieren.
      Und so, wie auch ich, in der Realität das Weite suche, damit ich selbst nicht die Contenance verliere, so mache ich hier das auch.

      Und ich weiß. es klingt provozierend (teils auch gewollt):

      Aber manchmal denke ich mir, was sind das denn für Weicheier, die mich vorschicken um unbequeme Meinungsäußerungen zu zensieren?
      Ihr habt die Wahl, sie zu ignorieren, oder euch daran abzuarbeiten.
      Für mich kein Grund, die beißwütige Drama-Queen zu geben (@Jakebaby).

      Ich bewahre meine Leser nicht von unliebsamen Kommentaren. So fehlgeleitet sie auch sein mögen.
      Ihr seid alle erwachsen und solltet wissen, wie ihr damit umzugehen habt.

      Ist kein Disney-Land hier.
      Und ich kratz euch auch nicht den Kaugummi vom Bordstein.

      Wenn ihr nicht damit klarkommt, Zeilen wie von Salvator zu lesen, dann möchte ich nicht wissen, wie ihr einen Umbruch gestalten wollt.

      Einer Überwindung der bestehenden Zustände wird nur gegen eine gigantische Gegenwehr vollzogen werden können.

      Und jenen, denen das bereits zu viel ist, die sollen sich in eine warme Decke einmummeln und von der Revolution träumen.

      Troptard, das alles geht nicht gegen Dich.
      Dein Kommentar ist nur der Aufhänger für meine Ausführungen.

      "Wenn es schon genug Schwierigkeiten unter denen gibt, die eigentlich dasselbe Ziel verfolgen, warum noch die einladen, die Sprengsätze legen wollen. Das verstehen wir doch selber recht gut."

      Soll ich also Andersdenkende zensieren, weil die Linken schon mit Gleichdenkenden nicht klarkommen?
      Wenn dem so ist, dann hat die linke Opposition ein Problem, was größer ist, als sich mit Gedanken von Andersdenkenden konfrontiert zu sehen.

      Für mich absurdes Theater.

      Aber, hey...

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    2. Don M. Tingly,
      du machst es dir viel zu einfach, ohne zu hinterfragen. Alles mögliche aus deiner Aufzählung ist nicht ohne weiteres haltbar.

      Bezüglich Kriminalität sagt mir die erste Statistik, die Google dazu hergibt, dass die USA einen mittleren Platz einnehmen.
      2012 4,8 Morde pro 100.000 Einwohner... im Mittelfeld zwischen Monaco (0,0) und Honduras (91,6).
      www.laenderdaten.de/kriminalitaet/mordfaelle.aspx

      Wie hoch war der Anteil an Menschen in vorkapitalistischen Zeiten, die auf Lebensmittelkarten angewiesen gewesen wären, es solcher aber nicht einmal gab? Deine Zahl ohne irgendeinen Vergleich sagt rein gar nichts über Verbesserung oder Verschlechterung.

      Mit steigender Lebenslänge haben zwangsläufig auch Alzheimer und Krebs mehr Zeit aufzutreten. Hast du daran gedacht?
      Fehlernährung als eine Hauptursache für Diabetes und Herzinfarkt ist eine Sache des Bewusstseins, nicht der Verfügbarkeit der Nahrung. Oder soll es ein Verbot geben, ungesunde Nahrung verkaufen zu dürfen?

      Die Existenz von ADHS (engl. ADHD) kann man anzweifeln, siehe das Buch "ADHD does not exist".
      Zusammenfassend sagt da ein renommierter Arzt nach 50 Jahren Behandlungserfahrung, dass es zwei Gruppen von ADHS-diagnostizierten Patienten gibt:
      Die eine Gruppe ist völlig normal, und die Symptome verschwinden bei besserer Ernährung oder weniger Social Media.
      Bei der zweiten Gruppe sind die Ursachen andere, die nur nicht das Mode-Etikett ADHS haben.
      http://time.com/25370/doctor-adhd-does-not-exist

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    3. nur noch eine letzte antwort, um zu zeigen, wie der neolib manipulativ argumentiert:

      oben, beim thema armut erklärst du mir noch, man könne doch nicht die absoluten löhne in China mit denen in den USA vergleichen. schließlich bekäme man in China für 1,25 $ ordentlich was auf den teller.
      beim thema morde/kriminalität gelten diese unterschiede dann nicht mehr. da werden die USA dann triumphierend mit Honduras (!) verglichen, einem wirtschaftlich total zerstörten land, in dem der letzte putsch gerade 5 jahre alt ist.
      warum sagst du nicht dazu, dass kein einziges (!) sogenanntes westliches, demokratisches industrieland auch nur annähernd die mordrate hat wie die USA? warum erwähnst du nicht, dass sie mehr als 5 mal so hoch ist, wie zb in Frankreich, Italien oder bei uns? sogar noch 3 mal höher als beim unmittelbaren nachbarn Kanada?

      und dann dein buch. da wird der absolut irreführende titel auch noch gefettet. dabei geht es dabei nicht darum, dass es ADHS nicht gäbe. ganz im gegenteil beschreibt der autor dort seine arbeit mit tausenden (!) patienten, die die einschlägigen symptome aufweisen. seine kritik richtet sich lediglich gegen die pauschalisierung all dieser symptome unter dem namen ADHS. er befürwortet je eigene behandlungen für die unterschiedlichen symptome.
      am entlarvensten dann aber dein argument "die symptome verschwinden bei besserer ernährung und weniger social media". genau das hat aber der kapitalismus hervorgenracht. weil ihm nämlich die profite, die er mit dem junkfood und dem verhökern von privaten daten machen kann wichtiger sind, als die folgen für die kinder, die den sch... konsumieren.

      und genau davon, war hier die rede.

      lg

      don

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  21. @ Salvator
    Schau Dir mal die letzten Blog-Artikel und die Diskussionen dazu durch...
    Man sieht da leider immer wieder, dass das Gehirn in dem Moment abgeschaltet wird, sobald ein vermeintlicher Fakt das eigene Weltbild bestätigt.
    Das gipfelt z.B. darin, dass der Blogbetreiber als Argument für die Segnungen des Miteinanders verschiedener "Ethnien" lustiges Miteinander während einer S-Bahnfahrt nennt.
    Soll man lachen oder weinen über dieses Ausmaß an Borniertheit und Einfältigkeit?
    Ich vergnüge mich jeden Tag im Studentenwohnheim und an der Uni mit Kommilitonen und Freunden verschiedener "Ethnien" - und nichts ist offensichtlicher, als dass das solange funktioniert, wie nicht über Werte, Recht und Religion, also über Grundansichten gesprochen wird.
    Da zeigt sich, dass selbst weit voneinander entfernte Milieus einer Gesellschaft im allgemeinen mehr miteinander gemeinsam haben als welche Milieus auch immer unterschiedlicher Gesellschaften.
    Das heißt überhaupt nicht, dass Gesellschaften für sich bleiben sollten, vielmehr müssen tief sitzende Inkompatibilitäten aufgrund kultureller Prägung als Problem benannt und Lösungen gefunden werden.

    Was den "Kapitalismus" angeht: Es ist billig, auf der einen Seite vom Status Quo mit zu profitieren und auf der anderen Seite die groß angelegte, umfängliche Abschaffung der Voraussetzungen dafür zu fordern.
    Wäre interessant zu sehen, wer seine Haltung noch aufrecht erhält, wenn alle Vor- und Nachteile und Folgeerscheinungen einer totalen Umwälzung für einen selbst und alle anderen mal offenliegen würden (in der Theorie leider kaum machbar). Solange kann jeder groß behaupten, wie sehr "anti" er doch sei.

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  22. Don M. Tingly

    Deine Rhetorik ist immer in der Art: Wenn du eine Inkonsistenz bei mir gefunden hast, sei damit der "Neolib" an sich geschlagen.
    Du bist nicht unfehlbar, und ich bin es auch nicht. Es geht nicht darum, dramatisch ein Finale zu inszenieren ("noch eine letzte antwort"), nach dem dann angeblich alles ein für alle mal geklärt ist.

    Wenn die Mordrate in den USA völlig entfesselt ist und proportional zum Kapitalismusgrad steigt - wieso tut sie dann das genau Gegenteil und fällt ständig?
    Nicht nur in New York, wo die Verbesserung besonders drastisch ist:
    1990: 2245 Morde
    2014: 328 Morde
    Eine Senkung um 85 % - und das bei einer gleich gebliebenen Anzahl von Polizisten, 2014 auf dem Stand von 1992.

    Das passt in keinster Weise zusammen mit deiner Theorie vom Zusammenhang von Ausmaß des Kapitalismus und Ausmaß der Kriminialität.
    Und es lässt sich auch keine Erklärung im Sinne "wurde nur mit brutalster Polizeistaat-Aufrüstung erzwungen" herleiten.

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  23. Auch interessant...
    Starker Rückgang der Selbstmordrate in China dank des sprunghaften Anstiegs der Urbanisierung durch Kapitalismus:

    Ende der Neunzigerjahre war die Selbstmordrate in China eine der höchsten weltweit, mittlerweile ist sie eine der niedrigsten. In der NZZ erläutert Wei Zhang die Bedeutung des Suizids in China und nennt Gründe für den markanten Rückgang: "Die starke Urbanisierung der letzten zehn Jahre hat dazu geführt, dass viele ländliche junge Frauen in Städte umgesiedelt sind. Die Migration hat ihnen auch ermöglicht, neue Frauenrollen auszuprobieren. Das oft schwierige Zusammenleben mit der Schwiegermutter wird ihnen dadurch erspart. Dadurch wird auch vielen Familienkonflikten, die traditionell häufige Anlässe für Suizide von Frauen waren, vorgebeugt. Die traditionellen patriarchalen Strukturen, in denen sie stets als Menschen zweiter Klasse gegolten hatten, verschwinden allmählich."

    www.nzz.ch/feuilleton/zehn-minuten-bedenkzeit-1.18494335

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  24. Auch zu Don Tingly ... "das endstadium ist das interessante. und dem nähern sich die USA"

    Wenn das das "Endstadium des Kapitalismus" sein soll, dann sieht es in den USA so aus, dass die Kriminalität seit 1990 rapide rückläufig ist - die Mordrate hat sich z.B. mehr als halbiert, ebenso wie Überfälle und allgemein Gewaltverbrechen:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Crime_in_the_United_States

    Parallel zu wachsendem Neoliberalismus in den letzten 25 Jahren wurde und wird Gewalt also immer weniger.
    (Nochmal: Korrekturen für noch stärkere Verbesserungen sind trotzdem nötig.)

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  25. An dieser Diskussion lässt sich gut erkennen, dass sie nicht weiterführt, wenn sie über Statistiken geführt wird. Irgendwann wird das zum Nullsummenspiel

    Ich stelle jetzt nur eine einfache Frage: Lässt sich der Kapitalismus nur dann kritisieren, wenn er zu ökonomischen Krisen, Armut und Verelendung führt oder gibt es auch andere Gründe ihn zu kritisieren.
    Für mich genug, ohne sie hier im Detail zu benennen. Allgemein ausgedrückt: Die abstrakte Herrschaft des Marktes!

    Offensichtlich ist wohl, dass der gesellschaftliche Kitt nicht lange hält, wenn das Kapital in die Krise gerät, die Krise sich nicht auflösen lässt und die Lasten der Krise nach Unten weitergereicht werden.

    Dann erleben wir das, was wir derzeit fast überall beobachten können, eine enorme Spannung in den Gesellschaften, die nach Entladung sucht.

    Die Zunahme von Ressentiments zeigt deutlich, dass nach Schuldigen für die Krise gesucht wird mit starker Tendenz zu rechtradikalen Interpretationen.



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    1. "An dieser Diskussion lässt sich gut erkennen, dass sie nicht weiterführt, wenn sie über Statistiken geführt wird. Irgendwann wird das zum Nullsummenspiel"

      Gut erkannt und zusammengefasst!

      "Ich stelle jetzt nur eine einfache Frage: Lässt sich der Kapitalismus nur dann kritisieren, wenn er zu ökonomischen Krisen, Armut und Verelendung führt oder gibt es auch andere Gründe ihn zu kritisieren."

      Wir brauchen keine Legitimation für unsere Kritik, von denen, die nichts verstehen wollen!

      Wer mit offenen Augen durch's leben läuft, der begreift instinktiv, dass irgendetwas falsch läuft.
      Dabei landet man schon fast zwangsweise bei der Kapitalismuskritik.

      Nicht wir haben ein Legitimationsdefizit.
      Sondern die, die die bestehenden Zustände erhalten wollen und diese zu diesem Zweck relativieren

      Liebe Grüße
      Dude.




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  26. Für Mitleser sollten die Entgegnungen hier sein, sagte Don M. Tingly.
    Unmittelbar danach nun finden diese Mitleser hier den tragikomischen klassischsten Exitus aller Esoteriker und Gläubigen, die mit der Rationalisierung ihres Weltbilds nicht mehr weiterwissen: "Öffne die Augen!"
    "Wer mit offenen Augen durch's Leben geht, der begreift instinktiv, dass..." - hier kann man nun alles Beliebige einsetzen.

    Jegliches menschengemachte System ist ambivalent, hat Vor- und Nachteile. "Lässt sich der Kapitalismus nur dann kritisieren, wenn..." ist also gar nicht die Frage.
    Mitleser sehen hier zunächst mal, dass das Narrativ "fortschreitender Kapitalismus = mehr Schlechtigkeit / Wurzel allen Übels" nicht haltbar ist.

    Selbst mit einer allein regierenden Die Linke bekäme man im übrigen kein von Grund auf anderes System, das man gar nicht mehr Kapitalismus nennen könnte - das bekäme man theoretisch mit der KPD, nicht mit der Linkspartei.

    Und apropos Legitimationsdefizit:
    Wie findet Ihr es denn, dass die griechische Linke mit Rechtsextremen koaliert und nun ein Spitzelsystem Bürger-gegen-Bürger aufbauen will?

    "Um Steuerhinterzieher zu fassen, schlägt Varoufakis vor, eine große Zahl von Bürgern ("Studenten, Hausfrauen, sogar Touristen") nach "kurzer Ausbildung" als verdeckte Ermittler ..."

    www.sueddeutsche.de/wirtschaft/griechenland-varoufakis-jagt-steuersuender-mit-hausfrauen-und-studenten-1.2381177

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