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Freitag, 20. März 2015

Medienkompetenz

Abteilung: Internetrallye

Unter Medienkompetenz versteht man im allgemeinen die Fähigkeit, sich der verfügbaren Medien zu bedienen, um sich als mündiger Bürger anhand verschiedener Quellen eine fundierte Meinung bilden zu können.
Denn eine fundierte Meinung kann man nicht anhand einer einzigen Quelle bilden.

'Medienkompetenz' ist ein relativ junger Begriff. Als ich noch während meines Studiums im Besitz eines Bibliotheksausweises war, hatte ich diesen Begriff noch nie gehört.
Hätte man mich damals gefragt, was ich unter 'Medienkompetenz' verstehe, so hätte ich sicher geantwortet: "Medienkompetenz, ... hm, damit wird wohl die Kompetenz der Medien gemeint sein."

Nun, in der Jetztzeit hat dieser Begriff eine andere Bedeutung:
Nicht die Kompetenz der Medien wird (außerhalb der Blogsphäre) hinterfragt, sondern die Kompetenz der Konsumenten der Medien.

Wie ich schon anführte, meint der Begriff im heutigen Sprachgebrauch letzteres.
Wenn man diese Deutung aber zu Grunde nimmt, so muss man dann doch konsequenterweise die Kompetenz der Medien hinterfragen. Der Kreis schließt sich...

Bei allem linken Pessimismus hoffte man doch, auf die Verheißung des Internets:
Wissen musste nicht mehr mühsam in Bibliotheken zusammengetragen werden - eine Eingabe in Suchmaschinen reicht, um zeitgleich Informationen zu erhalten.
Man mag sich exemplarisch versuchen vorzustellen, was bspw. Einstein noch alles herausgehauen haben könnte, wenn ihm damals das Internet zur Verfügung gestanden hätte.

Selbstverständlich hätten nicht nur die Naturwissenschaften davon profitiert, sondern auch die Geisteswissenschaften.

Einschub:
Ich lese gerade "Eine kurze Geschichte von fast allem" von Bill Bryson - und das mit Begeisterung!
Dieses Buch beschäftigt sich mit den Errungenschaften der Naturwissenschaften; nein, vielmehr mit den Hindernissen, die dafür überwunden werden mussten und den charakterlichen Schwächen der Menschen, denen wir so unendlich viel an Wissen/und Erkenntnis zu verdanken haben.
Wer sich nur ansatzweise für Naturwissenschaften interessiert - und auch für die Menschen dahinter, sollte dieses Buch unbedingt gelesen haben!
Ein Pageturner, der mich jüngst vergessen ließ, an der richtigen Haltestelle auszusteigen...


Aber das Internet wird leider (so meine Alltagserfahrung) viel zu wenig zur Aneignung von Wissen und der Vernetzung mit Gleichgesinnten gebraucht, sondern vielmehr dazu, sich die neusten Filme herunterzuladen, oder zum Austausch belangloser Eitelkeiten - inklusive narzisstischer Selfies.

Zurück zum Tagesgeschehen:

Kann mir irgend jemand einen Link posten, in dem sich in den 'Qualitätsmedien' nicht nur mit den negativen Auswirkungen (brennende Polizeiwagen) der Blockupy-Bewegung in Frankfurt auseinandergesetzt wird, sondern mit den GRÜNDEN des Protestes?

Ist es naiv, überhaupt danach zu fragen?

Kommentare:

  1. Ja, die Gründe des Protests - allein auf Spiegel Online drehten sich allein gestern 5 Artikel darum:

    Die Gewalt der Randalierer verstellt den Blick auf ihren legitimen Protest.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/blockupy-gegen-ezb-friedliche-proteste-in-frankfurt-a-1024283.html

    Proteste in Frankfurt: Das will Blockupy
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/blockupy-proteste-was-das-buendnis-will-a-1024117.html

    In Frankfurt lieferten sich Extreme über Stunden hinweg Schlachten mit der Polizei und bestimmten damit den Protest gegen die Europäische Zentralbank. Doch was sagen die friedlichen Kapitalismuskritiker dazu?
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/blockupy-proteste-in-frankfurt-sind-erst-gewaltsam-dann-ruhiger-a-1024211.html

    Die Angst vor Chaos und Gewalt ist - immer noch - größer als der Wille, die bestehende Ordnung zu hinterfragen.
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/blockupy-proteste-in-frankfurt-der-falsche-kraftakt-a-1024215.html

    Wenn wir die Gewalt der Straße verachten, warum akzeptieren wir dann die Gewalt der Politik?
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/blockupy-in-frankfurt-gewalt-gegen-gewalt-augstein-kolumne-a-1024351.html

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  2. Hier noch mehr Links der großen Blätter und Nachrichtenmagazine zu den Gründen des Protests:

    Darum kritisiert Blockupy die EZB (Infokasten im unteren Teil; im Text davor Stichworte)
    http://www.bild.de/politik/inland/linksextremismus/ezb-proteste-blockupy-wer-steckt-dahinter-40206530.bild.html

    Legitimitätskrise des Kapitalismus und der Macht der Banken
    http://www.zeit.de/freitext/2015/03/19/blockupy-frankfurt-bossong/

    Was Blockupy gegen die EZB hat
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/vor-den-protesten-was-blockupy-gegen-die-ezb-hat-13483622.html

    Was fordert Blockupy?
    http://www.tagesschau.de/multimedia/audio/audio-12693.html

    Welche Ziele verfolgt Blockupy?
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.proteste-gegen-ezb-welche-ziele-verfolgt-blockupy.dfce7fb8-58ae-4c29-a409-f7caab4a99bd.html

    Fragen & Antworten - Der Blockupy-Protest gegen die EZB
    http://www.heute.de/fragen-und-antworten-zu-dem-blockupy-porotest-gegen-die-ezb-europaeische-zentralbank-in-frankfurt-37604792.html

    Blockupy EZB - Der Protest muss sein
    http://www.fr-online.de/blockupy-frankfurt/blockupy-ezb-der-protest-muss-sein,15402798,30150054.html

    BLOCKUPY-BEWEGUNG "EZB spielt mit Menschenleben"
    http://www.deutschlandfunk.de/blockupy-bewegung-ezb-spielt-mit-menschenleben.694.de.html?dram:article_id=314521

    Welche Ziele verfolgt Blockupy?
    http://www.sueddeutsche.de/politik/proteste-in-frankfurt-wer-ist-blockupy-1.2398985

    Welches Ziel verfolgt Blockupy?
    http://www.stern.de/wirtschaft/news/blockupy-was-bezweckt-das-netzwerk-mit-den-protesten-gegen-die-ezb-2180908.html

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    1. Vielen Dank für die Recherche!
      Jetzt sehe ich aber ganz schön blöd aus! :-)
      Spricht wohl gegen meine eigene Medienkompetenz, dass ich vor dem Verfassen keine Gegenrecherche betrieben habe.

      Ist aber auch ein gutes Beispiel für die Subjektivität der eigenen Wahrnehmung. Bin davon ausgegangen, dass die Erwähnung der Gründe des Protestes eine Seltenheit sind - und dementsprechend habe ich oben aufgeführte Artikel wohl übersehen.

      Asche auf mein Haupt!

      Trotzdem schön, dass die sog. 'Qualitätspresse' mich partiell positiv überrascht.
      Auch dafür schönen Dank!

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    2. Die Frankfurter "Aktivisten" haben den Linken ja dennoch einen Bärendienst erwiesen. Was die Menschen noch weniger als Kapitalismus mögen, sind (neben Sozialismus) marodierend und brandschatzend durch die Straßen ziehende Linke.

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    3. Ein weiteres Beispiel:
      http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Danke-Demonstranten-article14730986.html

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    4. @Salvator

      Ich glaube, die meisten Menschen machen sich gar keine Gedanken und haben entsprechend kein Problem mit Kapitalismus und würden diesen auch als gute Gesellschafts- und Marktform bezeichnen. Der Banker hat durch den Crash enorm an Image eingebüßt, Manager werden gerne öffentlich "ausgepeitscht", den Fehler im System suchen aber die wenigsten. Man regt sich über die Symptome auf, die Ursache interessiert keinen.

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