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Dienstag, 28. April 2015

Ausgebrannt

Abteilung: Die allgegenwärtige Verarsche

Hey, liebe noch verbleibende Leser.

Habe lange nichts mehr gepostet.
Selbst zahllose, verreckende Flüchtlinge über's Mittelmeer konnten mich nicht zur Tastatur rufen.
Es gibt so viel zu schreiben.
Aber in Zeiten, in denen sämtliche Menschenrechte relativiert werden, fühle ich mich paralysiert.
Das elementarste Recht, nämlich das Recht auf Leben; darauf wird täglich geschissen.
Nicht nur in den 3. Welt-Ländern, nein auch hier in Europa verhungern Menschen oder werden in den Suizid getrieben.
Politsch Verfolgten müssen wir nach unserer Gesetzeslage Asyl gewähren. Wer dem Hungertod entfliehen will, der ist Wirtschaftsflüchtling. Wir weigern uns, die Konsequenzen der Armut zu übernehmen, die wir produzieren.
Wir werden vom BND verraten, von der Regierung, ja vom Wahlverhalten unseres eigenen Volkes.
Humanität drückt sich tendenziell nur noch in der Spendenbereitschaft zur Weihnachtszeit aus.
Sicherlich gibt es Ausnahmen, aber zuerst mal geht es um den Wirtschaftsstandort Deutschland, dann um die Europäische Union, und ferner läuft der Rest der Welt.
Politik wird von DAX-Unternehmen bestimmt.
Wenn der demokratische Wille dem nicht mehr folgen will (Beispiel: Griechenland) dann werden sie in Zwangshaft genommen und diskriminiert. Unter Begleitschutz der deutschen 'Qualitätspresse'.

Ich bin einfach müde, auf das Offensichtliche aufmerksam zu machen.

Wer die tägliche Verarsche nicht durchschaut, der brauch auch mich nicht.
Wer sie durchschaut, braucht mich ebenfalls nicht.

Immer mehr tendiere ich zu folgenden, zugegebenermaßen fatalistischen Worten von Charles Bukowski:

"Ein Grabstein für den
ganzen Schlamassel, und darauf
gehört die Inschrift:
Menschheit, du hattest
von Anfang an nicht
das Zeug dazu."


All das, was ich täglich erfahre, hat mir den Schneid abgekauft.
Ich möchte nicht niederknien, aber meine Beine geben nach.

Ich brauch ne Pause um Kraft zu sammeln...
... oder um zu erkennen, dass mein ganzes Handeln und Schreiben sinnlos ist.

Vielleicht bin ich einfach nur zu schwach.
Ich bin Zeitzeuge davon, dass Vernunft und Humanität obsolete Werte sind, die von der Marktgläubigkeit vereinamt wurden.
Die Hoffnung darauf, dass ich einen relevanten Beitrag leisten kann, dem entgegenzusetzen, tendiert gleich null.
Ich will nicht bemitleidet werden. Denn jeder, der das tut, muss sich gleichzeitig selbst bemitleiden.
Ich bin das Opfer, der selben Umstände, unter denen jeder andere leidet, der nicht selbt Systemprofiteur ist.

Ich brauch ne Pause.

Kann sein, dass ich mich in einer Woche wieder melde, in einem Monat, einem Jahr, oder nie.

Wäre aber trotzdem schön, wenn ihr mich nicht aus eurer Blog-Roll löscht.

Liebe Grüße
Euer Dude


Kommentare:

  1. Man sollte sich nicht im Machbarkeitswahnsinn verlieren, Dude.
    Der Mensch hat bekanntlich zu 99,4 Prozent die Gene eines Schimpansen. Du würdest Schimpansen keine Vorwürfe machen, dass sie auch kleine Säugetiere fressen (obwohl sie es als Allesfresser nicht müssten) und nicht mal auf die Idee kommen, dass das niederträchtig sein könnte.
    Diese 0,6 Prozent Unterschied sollen rechtfertigen, dass Schimpansen keinerlei Moralkeule und Menschen Hundert Prozent Moralkeule verdienen?
    Sorry, never. Absolut unreell.

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  2. hey Dude,

    ich kann dich so gut verstehen....

    beinahe unmöglich, in diesem meer aus ignoranz nicht zynisch zu werden. oft denk' ich: dann verreckt doch in eurer eigenen sch...

    aber so schnell lässt sich das gewissen eben nicht zum schweigen bringen.

    schnauf mal durch, sei lieb zu dir und mach dir bewusst, dass wir am ende doch nur auf einem winzigen staubkorn durchs unendliche universum treiben.

    lg
    don

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  3. Das traurige ist doch, dass wir nicht mal Revoluzzer sind, wir wollen nicht die Welt verbessern, wir wollen nicht Heiland sein und die Menschheit erlösen. Unser Streben lässt sich doch zusammenfassen mit "Lasst mich einfach mit eurer Scheiße in Ruhe". Aber nicht mal das schaffen wir. Man lässt uns nicht in Ruhe. Denen da oben geht es nur gut, wenn es uns auch schön dreckig geht. Es macht keinen Spaß, seinen Champagner zu schlürfen, wenn man dabei nicht auf jemanden in der Gosse herabschauen kann. Die Reichen könnten in Saus und Braus leben und uns allen trotzdem so viel lassen, dass wir zufrieden sind und die Schnauze halten. Aber nein, das wäre ja langweilig. Man muss uns ausquetschen und gegeneinander aufhetzen, damit die Elite was zum Lachen hat beim nächsten Brunch im Countryclub. Der Pöbel soll auch wissen, dass er nur Dreck ist. Man lässt ja auch den Hund nicht auf die Couch, der soll wissen, wo sein Platz ist.

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  4. Ich leide ja mit dir... an diesen Punkt komme ich in regelm. Abständen. Irgendwann erkennt man, dass es halt alles nix nützt. Sich nichts bessert. Dass man alleine sitzt auf einer Insel in einem ansteigenden Meer aus Wahsinn und Ignoranz... man wird älter, resigniert irgendwann. Im tiefsten Innern glimmt vielleicht noch ein Funke Hoffnung - aber warum weiter wie Sisyphos eine Kugel den Berg hochrollen, die doch immer wieder ins Tal rauscht...!?

    Das Problem sind in meinen Augen nicht die paar Kasper in der Politik oder die neoliberalen Menschenverächter - all jene würden mit einem Hauch davongeweht, wenn die große Masse der Bevölkerung sich überhaupt(!) auf ein politisches Bewusstsein einlassen würde. Doch alles geht seinen gewohnten Gang... "es ist, wie es ist". Die große Mehrheit WILL nicht nachdenken. Will das große Ganze nicht kritisieren oder hinterfragen. Wer gibt schon gerne zu, sich sein gesamtes Leben in den elementarsten Fragen des Lebens: geirrt zu haben...!?

    Im Grunde fühle ich mich oft wie Winston Smith, gefangen auf der Pritsche in "1984"... 2 + 2 ergibt eben doch: 5. Zumindest stimmt die große Mehrheit in diesem Falle dem "großen Bruder" zu... Die wenigen, die die Wahrheit (4) kennen - werden in so einer verkehrten Welt entweder wahnsinnig - oder depressiv...

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  5. Hallo Duderich!

    Ich weiss noch nicht einmal mehr, wie lange ich auf Deinem Blog kommentiert habe und irgendwann nur noch stiller Leser wurde ohne Motivation noch meinen Senf abzulassen.

    Und dies nicht nur bei Dir!

    Irgendwann kam mir dieses ungute Gefühl, dass es einem Krankheitsbild ähneln muss, wenn sich Blogger und Kommentatoren, wie gefangen in einem Hamsterrad, mit dem täglichen Wahnsinn beschäftigen,

    Ich selbst habe an mir eine Veränderung gespürt, die ich für mich nicht mehr akzeptieren wollte. Es soll ja Menschen geben, die aus dem täglichen Wahnsinn noch Kraft schöpfen können. Ich gehöre jedenfalls nicht dazu.

    Und wenn meine Beste mir die Horrornachrichten aus dem Fernsehprogramm des Vorabends zum Morgentee auch noch brühwarm serviert, dann flehe ich sie an: "Bitte höre auf oder willst Du mich umbringen!"

    Das Problem für mich ist, dass man ein Fass füllen kann. Irgendwann ist es voll und damit wieder was hineingeht, muss es auch entleert werden.

    Mit anderen Worten: Heute werden wir mit Negativnachrichten zugeschüttet und was fehlt, ist dieses berühmte Licht am Ende des Tunnels, die bescheidene Erwartung, dass noch Hoffnung besteht dem Irrsinn zu entkommen.

    Ich pflege jetzt meinen Gemüsegarten. Keine schlechte Therapie.

    @Whiterussian
    Voll einverstanden!

    P.S. Duderich, ich wünsche Dir eine gute Zeit!






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  6. all@
    Erstmal danke, dass es überhaupt Reaktionen gibt! Es hätte mich vermutlich in eine Sinnkriese gestürzt, wenn die Darstellung meiner eigenen Schwächen unbeantwortet geblieben wäre.
    Aber trotzdem:
    Eitelkeit und Narzismus sind eigentlich nicht mein Ding.
    Ich stelle weitgehend bei mir fest, dass ich unabhängiger von der Bestätigung von Außen abhängig bin als früher.
    Dass mag man auch als Narzismus interpretieren können, aber ich sehe es so, dass ich gefestigter bin, als ich es früher einmal war.
    Sicher, Zuspruch tut mir gut, manchmal zaubert es sogar ein Lächeln auf mein Gesicht.
    Aber, ich will nicht Zuspruch ernten, sondern Reibung erzeugen.
    Auf Widerspruch aber, reagiere ich nicht immer sachlich, sondern oft emotional. Auf manche Reaktionen kann ich nur noch mit Zynismus reagieren. Andere sind da weiter, als ich...
    Das bewundere ich, aber ich bin halt so wie ich bin, und möchte mich auch nicht verbiegen.

    Die wohlgemeinten Reaktionen, lassen mich wieder Kraft schöpfen.
    Es wundert mich, dass nachtretende Kommentare ausblieben.
    Auch dies läßt mich hoffen.

    Vielleicht bin ich eine zartere Seele, als ich selbst geglaubt habe.
    Vielleicht brauchte ich Bestätigung, dass ich nicht scheißegal bin.

    Aber dieser Post sollte keine Therapiestunde ersetzen. Dieser Post sollte auch keine Komplimente einfangen. Dieser Post war einfach nur eine Momentanaufnahme meines Seelenzustandes.

    Es geht mir aber in diesem Blog ausdrücklich nicht um die Verarbeitung meiner subjektiven Seelenzustände.
    Es geht mir hier, um die URSACHEN meines Zustandes. Um die politische Dimension, warum ich so wütend bin.
    Denn meine Wut hat politische Dimmensionen!
    Genau, wie Euer aller Wut!
    Ist gibt viel zu wenig Wut und Zorn - anders kann ich die Wahlergebnisse nicht interpretieren...

    Allen Kommentatoren werde ich antworten.
    Versprochen!
    Aber nicht heute, weil ich müde bin.
    Ich meine nicht psychische Müdigkeit - denn ihr habt mir Kraft gegeben.

    Liebe Grüße,
    Dude

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  7. Zum Einen:
    Ja, Du hast recht. Du bewirkst mit diesem Blog praktisch NICHTS! Das ist auch der Grund warum jeder Ansatz von mir einen Blog zu schreiben bereits im Ansatz scheiterte. Das Bewußtsein, das Blogs leider zu 95% (oder mehr) nur von jenen gelesen werden die ohnehin derselben Meinung sind.

    Zum Anderen:
    Schreiben befreit. Und es tut gut seine Ansichten und Analysen mit Gleichgesinnten ab zu gleichen. Und manchmal; gaaanz selten erreichst Du vielleicht jemanden der seine Gedanken dann auch mal in eine andere Richtung bewegt.

    Ich lasse Dich auf jeden Fall in der Blogroll. Bis bald ;-)

    Wolfgang.

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  8. Manchmal frisst der Bär dich...

    Dude, ich habe jetzt viermal einen ellenlangen Kommentar verfasst und ihn dann wieder gelöscht, weil ich eigentlich positives Feedback geben wollte und am Ende derselbe Frust und Resignation aus meinen Zeilen sprach wie aus deinen.
    Deshalb begnüge ich mich damit dir zu sagen: Du bist nicht allein und wir werden immer mehr. Auch wenn es von deinem Standpunkt aus vielleicht nicht so aussieht, du machst einen Unterschied. Indem du jedem der so denkt wie du zeigst dass er nicht allein ist. Und das ist 'ne ganze Menge.

    Nimm dir 'ne Auszeit, sammle Kraft. Und dann komm wieder und lass uns an deinen Denkvorgängen teilhaben. In meiner Blogroll bleibst du auf jeden Fall drin. Bis bald :-)

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  9. Nich zur Erweiterung der Sicht:
    Es werden täglich Millionen von Tieren geschlachtet, ein Großteil davon industriell nur zur Schlachtung "produziert". Aber auch jenseits des Menschen fressen Millionen von Tieren täglich andere, ist Qual eine in jeder Sekunde millionenfache Konstante.
    Es ist also wohlbegründet, dass es seit Anbeginn des Lebens nie einen Augenblick mit Grund zu Zufriedenheit, geschweige denn Positivität oder gar Glücklichkeit gegeben hat. Es war und ist jederzeit wohlbegründet, sich sofort den Stecker zu ziehen, um sich von all dem zu verabschieden.
    Oder man entscheidet sich (was eines gewissen Prozesses bedarf) in totaler Bewusstheit, keinen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, weil kein weiterer Gedanke etwas an diesem Bewusstsein ändern könnte, um sich ganz dem zu widmen, für sich und für möglichst viele das Beste aus der gegebenen Existenz zu machen.

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  10. "Die Schwachen kämpfen nicht. Die Stärkeren kämpfen vielleicht eine Stunde lang. Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre. Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang. Diese sind unentbehrlich."
    Bertolt Brecht

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  11. Jetzt habe ich doch ne ganze Weile still die Kommentare hier gelesen und musste ständig mit dem Kopf schütteln. Und dann kommt Altauto und ich muss heftig nicken.

    Dude, dass du eine Auszeit brauchst, geschenkt.

    Aber, dass politische Blogs nichts bewirken, widerspreche ich entschieden. Woher soll man sich denn seine Infos holen fernab vom Mainstream?

    Ihr erwartet zu schnell zu viel. Bewusstseinsänderungen dauern oft Jahre, bei mir ca. 4 und jeder hat seine eigene Zeit.

    Die Wirkung der Blogs könnte aber noch viel größer sein. Und dass das nicht so ist, liegt hauptsächlich an den Blogbetreibern selbst. Sie sind die Hausherren, sie bestimmen die Regeln. Weißt du, wie lange ich gebraucht habe, mal einen Kommentar hier zu schreiben, bestimmt 2 Jahre. Gedrängt hat es mich von Anfang an, aber ich hatte keine Traute. Wie die Kommentatoren miteinander umgehen, wenn mal eine Meinung nicht 100% auf Linie ist, ist erschreckend. Man bekommt Marx, Lenin....etc um die Ohren gehauen, wird als kleines Dummchen hingestellt, oder als Troll, oder schlimmstenfalls als Nazi. Mir alles schon passiert.

    Der Blogbetreiber sollte, will er seine Wirksamkeit erhöhen, peinlichst darauf achten, dass die Würde aller Kommentatoren bewahrt bleibt. Das bekommen nur ganz wenige Blogbetreiber hin und auf diesen Blogs finden auch richtig gute Diskussionen statt.

    Dir traue ich das auch zu und ich wünsche mir, dass du darüber mal nachdenkst.

    Liebe Grüße Ruby

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    1. Danke für die Rückmeldung, @Ruby.

      Habe eigentlich so moderiert, dass ich zwar Anfeindungen gegen mich veröffentlicht habe, nicht aber gegen Kommentatoren.
      Meinungsverschiedenheiten auch zwischen Kommentatoren sollten aber (im Rahmen) dabei nicht ausgelassen werden.
      Sicherlich habe ich als Moderator auch viele Fehler gemacht. Schön wären dann direkte Rückmeldungen und Wünsche.
      Das Moderien ist nämlich ein schwieriger Job als man glauben mag.
      Aber wie Du vorgeschlagen hast, werde ich drüber nachdenken.

      Liebe Grüße
      Dude

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    2. Hallo Ruby,

      dass Du Dich zurückgehalten hast, kann ich verstehen, weil Du z.B. im Gegensatz zu mir, in Deinen Optimismus, was die Veränderung des Bewusstsein der Menschen anbetriftt, sehr positiv gestimmt bist.

      "Bestimmt das Bewusstsein das Sein, oder das Sein das Bewusstsein?"
      Ich denke die Frage ist längst beantwortet und der gute Wille dieses zu ändern, läuft leider total ins Leere.

      Ich nenne Dir gerne auch ein paar Gründe dafür:

      - In Frankreich gehen alle zwei Tage 500 Arbeitsplätze verloren, die Arbeitslosigkeit nimmt rasant zu und die "Politische Linke" sowie ihre "Arbeitnehmervertretungen" haben sich dem Kapital vollkommen ergeben und machen sich zu deren Handlungsagenten und befördern gleichzeitig rechtsradikale Stimmungen.

      Der Organisationsgrad in französischen Gewerkschaften beträgt übrigens wahnsinnige 7,7 %.

      Die Partei "Die Linke" ein Ableger der deutschen Partei "Die Linke" unter Mélonchon erklärt die "Linke" für tot und sucht Anschluss zur Rechten.

      Mit dem Verlust der Arbeit als gesellschaftlich-kapitalistischer Kitt, geht auch das verloren, was man so schön die gesellschaftliche Solidarität nennt.

      1.Mai, Tag der Arbeit in Nimes (120.000 Einwohner) bescheidene 400 Demonstranten.

      Bei der 1.Mai-Kundgebung der rechrsradikalen Front National, da war die Hütte voll.

      Das Zitat von Berthold Brecht mag ja die kämpferische Stimmung heben, mag auch auf Menschen heute noch so zutreffen, aber das "Wohin und Wofür " ist damit in unserer Zeit überhaupt nicht beantwortet.

      Ich persönlich halte inzwischen sehr wenig davon, sich mit dem täglichen politischen Müll aufzuhalten. Es gibt ja auch sehr gute Analyseansätze, z.B. bei Kulturkritik, Exit oder Krisis, Gegenstandpunkt mag ich nicht ausschliessen, um nicht seine Zeit in der Erwartung einer möglichen Bewusstseinsänderung zu verlieren und darüber alt und grau zu werden.

      LG Troptard








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  12. Troptard, du kannst mit Sicherheit noch mehr negative Beispiele aufzählen. Aber was nützt das?

    Für mich reihen sich solche Kommentare in den Reigen der Leute ein, die schon immer sagen: "Man kann sowieso nichts machen." Ganz toll. Was unterscheidet dich dann von den, auch von dir so gescholtenen Leuten, die mit den Strom schwimmen und uninformiert durchs Leben wandern?

    Du bist informiert und anstatt Leuten, die etwas tun, den Rücken zu stärken, nimmst du ihnen jegliche Illusionen und stürzt sie in Zweifel. Wie sagst du selber öfter, die Linken zerfleischen sich selbst, in dem Fall, indem sie Machern die Hoffnungen nehmen.

    Schade.

    Ich halte die linke Aufklärung auf Blogs nach wie vor für sehr nützlich. Wo sonst soll man denn seine Informationen her bekommen. Diese Leute machen wichtige und sehr zeitaufwendige Arbeit.

    Mach dir doch einfach mal die Mühe und such mal positive Beispiele (z.B. Griechenland, Spanien...) heraus. Pessimismus hilft da wirklich nicht weiter. Da spielst du den Gegnern nur in die Hände.

    Gruß Ruby

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    1. Hallo Ruby,

      Was soll mir das sagen, " du kannst mit Sicherheit noch mehr negative Beispiele aufführen."

      Es ist nicht mein Bestreben hier negative Beispiele aufzuführen, sondern lediglich einen bescheidenen Einblick in die heutigen Lebensverhältnisse, die sich total von denen unterscheiden, als ich noch Jugendlicher war und z.B. keine Schwierigkeiten hatte, zwischen 15 verschiedenen Lehrstellenangeboten mir eine davon auszuwählen.

      Der Kapitalismus zu meiner Zeit, ist eben nicht mehr dieser, den wir heute vorfinden. Und meiner Ansicht ist es ein grosser Fehler, die Antworten darauf finden zu wollen, die an diese Zeit anknüpfen, wie es zum Beispiel eine Sarah Wagenknecht von der Partei "Die Linken" mit unerschöplicher Penetranz zelebriert.

      Der Kapitalismus ist eben nicht die Wiederkehr des immer gleichen Kreislaufes in dem Spannungsfeld zwischen Krise und Wiederauferstehung.

      Man kann es sich natürlich vor diesem Hintergrund gemütlich einrichten und seine Analysen und Handlungsmöglichkeiten darauf beschränken.

      Es gibt einen sehr guten Artikel von Patrick Spät auf Streifzüge "Automatisch arbeitslos", der sehr gut beschreibt, wohin es in den nächsten Jahren mit dem gesellschaftlichen Fetisch der Arbeit gehen wird.

      Und wenn das so zutreffen wird, , so möchte ich nicht die Entwicklung des gesellschaftlichen Bewusstsein miterleben.

      Ich kürze das jetzt einmal ab: Die heutigen Antworten, die uns bisher zur Verfügung stehen, reichen nicht mehr aus. Sie sind vollkommen überholt und befördern nur die Frustation und Resignation.

      Wenn Du Griechenland hier als Hoffnungsträger aufführst, so müsste Dir eigentlich aufgefallen sein, dass dort die sog. Linke Syriza gerade dabei ist ihre Wählerschaft auf den Boden der europäischen Politik zurückzuholen.

      Da ich selbst kein Linker bin, mich als unabhängigen kritischen Geist betrachte, so habe ich auch wenig Schwierigkeiten damit, die sog. politische Linke in ihrem Handeln kritisch zu beurteilen.

      LG Troptard

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    2. Hallo Ruby,

      noch eine Anmerkung zu Deinem Satz:

      " ... und anstatt Leuten, die etwas tun, den Rücken zu stärken, nimmst du ihnen jegliche Illusionen und stürzt sie in Zweifel."

      Ich denke, dass dieser Satz auch so eine totale Fehleinschätzung ist, weil er eine Überschätzung des Einflusses derjenigen ist, die eine andere Einschätzung haben oder auch für sich andere Prioritäten setzen.

      Auch eine Fehleinschätzung über die eigenen Möglichkeiten der Person, die diese Kritik äussert.

      Die geringe Anzahl von Kommentatoren in den Blogs mit auch kontroversen Anschauungen trägt bestimmt nicht dazu bei, die notwendigen Veränderungen zu behindern.

      Die Blaskapelle spielt woanders!

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    3. Hallo Ruby; schön, von dir zu lesen! :) Die Sache mit dem "Positivismus" ist ein zweischneidiges Schwert. Nicht umsonst existiert ja auch das Sprichwort "Pessimisten sind Optimisten mit Erfahrung". Oder: "Wer mit 20 kein Sozialist ist, hat kein Herz. Wer mit 50 immer noch einer ist, keinen Verstand". ;)

      Ich behaupte einfach mal, dass JEDER Humanist / Sozialist / "Gutmensch" in DIESER Welt / Realität zwangsläufig irgendwann in einer mehr oder minder starken Form resigniert, weil beim Abgleich von "Aufwand" und "Ertrag" keine positiver "Saldo" erscheint... Wer sich ständig Hoffnungen auf Fortschritte hin zu einer besseren Welt macht, wird auf lange Sicht eben: regelm. enttäuscht. Oder man schafft es, sich dauerhaft selbst zu betrügen...

      Mich selbst ödet grade jenes pauschale "man kann ja eh nix machen" (oder das hohle "wenn Wahlen was ändern würden"...) eigentlich auch extrem an - weil es für viele Menschen eine bequeme Ausrede dafür ist, sich erst gar nicht mit den wichtigen Fragen unserer Zeit zu befassen und einfach alles zu ignorieren. Diese Ignoranz macht deren Leben aber auch leichter... Ich bin auch weiter der Ansicht, dass man sehr wohl etwas tun könnte - dies geht aber nicht, als Schiffbrüchiger, auf einem Floß in einem Meer aus Ignoranz und Opportunismus treibend... der sich ab und zu in eine Hafenkneipe (Blogs) rettet, um mit ein paar wenigen halbwegs Gleichgesinnten seinen Weltschmerz zu beklagen. Ja, Blogs bewirken durchaus etwas. Aber eben auch nur "etwas" im Sinne von sehr, sehr wenig. Die derzeitige vorherrschende Neoliberale / Neofeudalistische Politik ist auch deshalb vorherrschend, weil es publizistisch einen Unterschied macht, ob man nach Feierabend ein paar Zeilen bloggt - oder milliardenschwere Medienkonzerne systematische Gehirnwäsche betreiben.

      Natürlich - der Machtwechsel in Griechenland oder der Streik der GDL sind derzeit durchaus wünschenswerte Ereignisse. Die Frage ist aber, was am Ende dabei rauskommt. Aber wenn man sich ansieht, wie diese Anzeichen einer kleinen Verbesserung medial und gesellschaftlich geächtet werden... und am Ende doch wieder die üblichen gewinnen...!

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    4. https://www.youtube.com/watch?v=-9mG533Acyo

      Gruss
      Rosi

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  13. @Ruby:
    Erst so:
    "... Der Blogbetreiber sollte, will er seine Wirksamkeit erhöhen, peinlichst darauf achten, dass die Würde aller Kommentatoren bewahrt bleibt. Das bekommen nur ganz wenige Blogbetreiber hin und auf diesen Blogs finden auch richtig gute Diskussionen statt."

    Dann so:
    "... Für mich reihen sich solche Kommentare in den Reigen der Leute ein, die schon immer sagen: "Man kann sowieso nichts machen." Ganz toll. Was unterscheidet dich dann von den, auch von dir so gescholtenen Leuten, die mit den Strom schwimmen und uninformiert durchs Leben wandern?

    Du bist informiert und anstatt Leuten, die etwas tun, den Rücken zu stärken, nimmst du ihnen jegliche Illusionen und stürzt sie in Zweifel."

    Hätte ich Troptard, Deinem ersten Zitat entsprechend vor Dir schützen sollen?
    Oder ist das kein Angriff, oder ist das lediglich konträre Meinung?
    Wo zieht man die Grenze?
    Außerhalb, oder innerhalb Deiner Ausführungen?

    Du siehst, Deinem Anspruch gerecht zu werden, ist nicht einfach...

    Wo zieht man die Grenze der Zensur. Wo fängt die empfundene Verletzung des Anderen an?

    Und, kannst Du ausschließen, dass Du mit Kommentaren wie diesen, nicht bereits selbst verletzt?

    Und ich soll als Blogbetreiber "peinlichst genau" das verhindern...

    Provokante Frage, die nicht böse gemeint ist:
    Genügst Du den eigenen Ansprüchen, die Du von Blog-Betreibern forderst?

    Liebe Grüße
    Dude

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  14. Dude, es liegt mir fern, Troptard oder andere Kommentatoren zu beleidigen.
    Ich war erschrocken. dass du mir das unter Umständen unterstellst.

    Schau bitte noch mal auf meinen Kommentar - ich beziehe mich ausdrücklich auf KOMMENTARE und nicht auf den Kommentatoren. Außerdem weiß ich nicht, an welchem Punkt ich hier beleidige? Ich halte nur den Spiegel vor. Troptards und die Kommentare einiger anderer sind oft sehr vorwurfsvoll an die große Masse gerichtet, die die Wahrheit nicht sehen will und die aufgeklärte Linke im Regen stehen lässt.

    Ich vergleiche nur die Wirkung beider Seiten: Kommentare z. B. von Troptard "Ich persönlich halte inzwischen sehr wenig davon, sich mit dem täglichen politischen Müll aufzuhalten." und der großen Masse " Ich kann ja sowieso nichts ausrichten." lassen für mich keinen Unterschied mehr erkennen. Beide Seiten haben aufgegeben.

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    1. "Und dass das nicht so ist, liegt hauptsächlich an den Blogbetreibern selbst. Sie sind die Hausherren, sie bestimmen die Regeln. Weißt du, wie lange ich gebraucht habe, mal einen Kommentar hier zu schreiben, bestimmt 2 Jahre."

      Für Dich ist es eine ausgemachte Wahrheit, dass es an den Blogbetreibern liegt, dass dies so ist. Darüber kann man diskutieren.
      Aber meiner subjektiven Meinung nach gibst Du Selbstverantwortung ab, was ja meistens ziemlich bequem ist...

      "Der Blogbetreiber sollte, will er seine Wirksamkeit erhöhen, peinlichst darauf achten, dass die Würde aller Kommentatoren bewahrt bleibt."

      Der Anspruch, "peinlichst darauf (zu) achten, dass die Würde aller Kommentatoren bewahrt bleibt" ist schnell formuliert.

      Jeder Leser und Kommentator hat aber eine individuelle und subjektive Vorstellung davon, wann seine Würde angegriffen wird.

      Wenn Du persönlich konkrete Beispiele hast, wann DEINE Würde hier angegriffen wurde, dann bitte ich um (konkrete!) Rückmeldung.
      Ansonsten schiebe mich (und andere) nicht dafür vor, was Du tust oder läßt!

      Dir möchte ich wünschen, dass Du mal darüber nachdenkst, möglicherweise Verantwortung für eigenes Handeln (oder dessen Unterlassung) zu übernehmen, statt sie auf andere abzuladen.

      Du begibst Dich in eine Operrolle, und da kann ich gar nicht gut mit umgehen.
      Wie man sicher auch mitbekommt...

      Also, wenn Du Dich hier unfair behandelt fühlst, dann äußere das konkret, anstatt mich, und andere Blogbetreiber dafür in Haftung zu nehmen, dass Du lange Zeit nicht kommentiert hast.

      So weh das tut, aber das ist Verleugnung der Eigenverantwortung!
      Und das kannst Du dann auch gerne als Angriff auf Deine Würde interpretieren, was Dich dann davon abhalten könnte, Dich damit auseinander zu setzen.

      Ruby, ich möchte Dich wirklich gerne als Leserin behalten.
      Das ist kein Spruch, sondern die Wahrheit.
      Ich sage meine Meinung, und Du die Deine.
      Manchmal sind wir der gleichen Meinung, und manchmal halt nicht.
      Hier sind wir es nicht.

      Ich hoffe, Du nimmst es nicht persönlich!

      Liebe Grüße
      Dude

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