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Freitag, 3. April 2015

Die Medien, die Recht behielten, aber nie im Recht waren

Abteilung: Die Sicherung des Flugverkehrs und andere mögliche Konsequenzen

Meiner (nachzulesenden) Meinung nach, wurde seitens der fränzösischen Staatsanwaltschaft und deren unkritscher Auswertung durch die Medien, allzu früh von Schuld gesprochen.
Das rechtsstaatliche Prinzip der Unschuldsvermutung wurde in den öffentlichen Medien allzu selten bemüht.

Aufgrund der neuesten Erkenntnisse, bin auch ich aber nun mittlerweile davon überzeugt, dass sich die kolportierte Schuldzuweisung im nachhinein als 'Treffer' erwies.

Trotz alldem sollten wir uns folgendes vergegenwärtigen:
  • Die französische Staatsanwaltschaft ermittelt noch gegen ihn. Noch sind nicht alle Daten/Beweise ausgewertet. Obwohl nach publizierter Faktenlage alles gegen ihn spricht, ist er immer noch ein mutmaßlicher(!) Täter. Diese rhetorische Genauigkeit sollte uns die Unschuldsvermutung wert sein.
  •  Dass die übereilte mediale Schuldzuweisung sich wohl letztendlich bewahrheitet, ändert NICHTS daran, dass dies wider dem Pressekodex geschah. Es legitimiert in keinster Weise begangenes, journalistisches Fehlverhalten.

Aus der rückblickenden Betrachtung genannter Vorfälle ergeben sich mehr Erkenntnisse, als durch Änderung von Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen sind.

Mindestens eben so wichtig ist die Auseinandersetzung damit, wie unantastbar Menschenrechte sein sollten, aber im publizistischen Spiegel unserer Gesellschaft offensichtlich nicht sind (Anspruch und Wirklichkeit).

Eine Auseinandersetzung mit den zurückliegenden Ereignissen muss auch eine Medienkritik beinhalten!



Kommentare:

  1. Vollkommen korrekt! Die Medien haben sich weder um die Würde des toten Kopiloten noch um dessen Angehörigen geschert!Ja, auch vermeintliche Mörder haben eine Würde! Und unsere Medien liegen sehr oft falsch und sind manipulativ. Man braucht sich nur die gleichklingende Berichterstattung über Griechenland und die Eurokrise anzuschauen, um jegliches Vertrauen zu verlieren. Zweifel und Skepsis sind immer angebracht. Auch gegenüber den Behörden. Siehe Mollath und NSU.

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  2. Ich finde keinen Artikel, der Lubitz "schuldig" nannte oder im strafrechtlichen Sinne als "Täter" bezeichnete. Es wurde lapidar beschrieben, was sich jeweils laut aktuellen Erkenntnissen abspielte.
    Dem Voicerecorder war zu entnehmen, dass Lubitz ohne Zustandsänderung gleichmäßig atmete und hantierte. Er handelte also bei Bewusstsein, zeigte keinerlei Fehler an, die von äußeren Umständen hätten herrühren können.
    Die Verübung der Tat war damit ab dem zweiten Tag nach dem Ereignis festgestellt.
    Beurteilung der strafrechtlichen Relevanz der Tat habe ich nicht gefunden. Das ist wie wenn am einen Tag eben eine Meldung korrekt heißt "A hat B nach aktuellen Erkenntnissen auf die Nase gehauen", und am nächsten Tag: "Nach aktuellen Erkenntnissen war A nicht zurechnungsfähig, weil betrunken."

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    1. "Dem Voicerecorder war zu entnehmen, dass Lubitz ohne Zustandsänderung gleichmäßig atmete und hantierte."

      Falsch:
      Dem Voicerecorder war oder ist weder zu entnehmen, das L. ohne Zustandsänderung war (auch, und gerade Bewußtlose, atmen gleichmäßig), noch dass er irgendwie hantierte.

      Dass auch während des Sinkfluges der Autopilot noch beeinflusst wurde, ergab sich ERST durch die Auswertung des Flugschreibers.

      Ein bisschen mehr Sorgfalt in der Faktendarstellung und der sich daraus ableitenden Argumentation ("Die Verübung der Tat war damit ab dem zweiten Tag nach dem Ereignis festgestellt.") wäre, gerade hier, angebracht.

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  3. Wenn er bewusstlos geworden wäre, hätte er nicht die Verriegelung der Tür aktiviert, die sonst noch von außen hätte geöffnet werden können.

    Ein Schuldurteil gab es meines Wissens in den Medien nicht, wie gesagt.

    Dazu fällt mir noch der Mord an dem Asylbewerber in Dresden ein, der vor der Aufklärung vielerseits in einen Zusammenhang mit Pegida gestellt wurde. Wo waren da die Aufschreie?

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    1. Es war nicht bewiesen, dass er den Verriegelungsmechanismus aktiviiert hatte, sondern man hatte das lediglich vermutet, weil der Pilot nicht mehr hineinkam.
      Das hätte auch technisches Versagen des Verriegelungsmechanismusses sein können, oder eine falsche Code-Eingabe des Piloten.
      Also, wieder mal: Vermutet ist nicht gewusst!

      Deine Umlenkungsversuche Richtung Pegida sind ebenso unangebracht, wie d/trollig.
      Aber, irgendwer wird ja hoffentlich anbeißen, nicht war?
      Dann kann man ja schön auf 'Nebenkriegsschauplätze' ausweichen, wenn die eigene Argumentation nachweisbar dünn wird.

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    2. Wir reden jetzt mal über die Dünnheit deiner "Argumentation".
      Nach deiner "Argumentation" könnten also folgende Ereignisse zusammengefallen sein:
      1. Ein Copilot wird genau in der Minute ohnmächtig, in der der Pilot auf Klo muss. Dabei fällt 2. entweder seine Hand zufällig genau auf den Türverriegelungsmechanismus (hier wäre noch zu klären ob dies zufällig überhaupt möglich ist), oder aber der Öffnungsmechanismus von außen war defekt oder aber der Pilot und das Kabinenpersonal war nicht in der Lage, den Code richtig einzugeben. Und 3. tritt genau in dieser Minute zugleich ein derart fataler Technikdefekt auf, der die Maschine geradewegs zum Absturz bringt.

      Die statistisch anhand des Flugverkehrs schätzbare Wahrscheinlichkeit des unmittelbaren Zusammenfalls dieser drei Ereignisse übersteigt jegliche Wahrscheinlichkeitsgröße, auf der tagtäglich auf allen Gebieten Rechtspraxis ausgeübt wird und anders auch gar nicht realistisch geschehen könnte.

      Schuldsprüche auf Basis von z.B. Zeugen plus Kameraaufzeichnung (Doppelgänger hat jeder) sind um Größenordnungen unsicherer als eine Beweisführung anhand der Argumente, die durch die kurz nach dem Absturz bekannten Daten gegeben waren.
      Du verlangst damit eine völlig irreale Rechtspraxis.

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    3. Abschließend:
      Schuldig ist man in der 'völlig irrealen Rechtspraxis' dann, wenn dieser gerichtlich verurteilt ist. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.
      Dafür ist TOTAL IRRELEVANT, wie jemand wie Du Indizien interpretiert.

      Damit ist alles gesagt, was ich Dir dazu zu sagen habe.

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  4. Ich habe dir dargelegt, dass nach deinen Kriterien gerichtliche Urteile an sich in den allermeisten Fällen gar nicht möglich sind - was viel schlimmer wäre als vorgreifende Medien.

    Wo sind denn nun die Artikel, in denen die Medien die Schuldfähigkeit behaupten?

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    1. "Wo sind denn nun die Artikel, in denen die Medien die Schuldfähigkeit behaupten?"

      Wer sucht, der findet:
      https://www.google.de

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  5. Und zwar?

    Was Möglichkeiten angeht, die bis zur zweifelsfreien Klärung unbedingt in Erwägung gezogen werden sollten: Dass dieses Blog von einem V-Mann betrieben wird, der sich einen Spaß daraus macht, die Linke der Lächerlichkeit preiszugeben - und das nicht mal subtil. Aber doch so, dass ein paar Anhänger ihn auf der "richtigen Seite" wähnen und sich daher ohne nähere Gedanken einiges einschenken lassen.

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    1. Scheiße! Enttarnt!
      Und das ausgerechnet von einem offensichtlichen Linken, der aufgrund seiner perforierten und nicht nur von mir widerlegten Argumentation, den marktgläubigen Rechtskonserativen in ihrer selbstgerechten Dummheit und Verblendetheit einen Spiegel vorzeigen will.

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    2. "Dass dieses Blog von einem V-Mann betrieben wird, der sich einen Spaß daraus macht, die Linke der Lächerlichkeit preiszugeben - ..."

      Zu der nahezu obsessiven und konfusionierenden Behandlung dieses Themas, koennte man diese Moeglichkeit fast in Betracht ziehen. :-)

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    3. Hast Du tatsächlich Angst, dass ich ein V-Mann bin, oder warum gibst Du Deiner Meinung keinen Namen?

      Kann im Übrigen nicht ganz nachvollziehen, was an meiner Behandlung dieses Themas konfus oder obsessiv sein soll.

      Erklärung und Nickname wäre schön.

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  6. Auch wenn sich mittlerweilen herausgestellt hat , daß es sich wohl um einen Amokflug handelt , war es richtig , noch einen Rest an Zweifel aufrecht zu erhalten , zumal in vielen - nicht allen - Medien schon wieder diese Alternativlosigkeit der Einheitsmeinung mitschwang , so zwischen den Zeilen.

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  7. In vielen - nicht allen - Medien schwang schon wieder diese Alternativlosigkeit der Einheitsmeinung mit , immer so leicht aggressiv , es war richtig , dem einen Rest an Zweifeln entgegen zu halten.

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  8. OK, ich häng jetzt deinen konfusobsessiven Lauf durch mehrere Artikel, unter weiterem, am Ersten auf.

    "Das Szenario, des Selbstmordattentäters ist das wahrscheinlichste - das empfinde ich genauso.
    Aber, es bleiben - zumindest für mich - noch marginale Restzweifel, und solange sollte die Unschuldsvermutung greifen."

    "Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich so zugetragen hat, wie es in den Medien zu lesen ist, schätze ich zu 98% als zutreffend an. Aber es bleiben doch Restzweifel."

    "Für mich persönlich (ich spreche ja schließlich nur für mich) ist die Beweislage erdrückend, aber nicht zwingend."

    "Ich selbst glaube aufgrund der mir vorliegenden Indizien, dass es so war, wie überall beschrieben.
    Aber ich WEISS es nicht!"

    Aus den restlichen 2% etc. dir eigenen Zweifel, konstruierst du ein ebensolch spekulatives Konstrukt, welches du diesbezüglich den 98%etc. anlastest. .... usw.

    Ich weis und verstehe auf was du hinaus willst. Aber nicht so dermaßen obsessivkonfus kontraproduktiv. Nicht 2% (spekulativ) gegen 98 akzeptierte %. ......

    Dein Prinzipal untermauernd, kann ich persönlich Lubitz nicht verurteilen.
    Ich, wie auch Jedermann, habe nicht seine letzte Viertelstunde mit ihm im Cockpit verbracht. Möglicherweise hat sein naeheres/weiteres Umfeld seine Probleme nicht registriert, möglicherweise, weil er sie zunehmend introvertiert tarnte, wie auch viele Millionen Andere in multiblen Stresssituationen. ....
    Keine Ahnung ob oder wieauchimmer er kurz'langfristig oder impulsiv den 'mutmaßlichen 'Absturz 'plante ...
    Haette mich Scotty un/möglicherweise, mit 'nem Sixpack&Joint bewaffnet, rechtzeitig ins Cockpit gebeamed, haette ich möglicherweise den Andreas aus seinem Absturz quatschen (oder dessen fruchtlos, aufs Maul schlagen) können. ....

    Wie auch ansonsten gewöhnlich, fühle ich mit den hundert/tausenden an Familien/Freunden, wobei dies auf einer ständig gewohnten Abhärtung basiert, wenn ich mir nur zum Beispiel seit Jahrzehnten dem Sterben durch Hunger/Durst 10tausender Kinder täglich gewahr bin.

    So, quiet frankly, fuck your 2%-LubitzHype. Es gibt wesentlich ueblere Realitaeten auf diesem Planeten, welchen man sich widmen mag, könnte, sollte, müßte.....

    Stay real ... Dude

    PS. Today my Name may be Nick, tomorrow Anonym or Dick. You don't know me anyways ... not even on a daily Base .... welch Meinung ich auch immer k/einen Namen gebe.


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    1. Ey, fuck of Lubitz!
      Um den geht es mir doch gar nicht. Es geht mir nicht um die Person.
      Und, wenn es 2% Restzweifel gibt, dann sind immer noch 2 von 100 unschuldig.
      Und wenn es ein Promill Restrisiko eines atomaren GAUs bei Kernkraftwerken gibt, dann geht jedes 1000ste hoch!

      Komm mir doch nicht mit Wahrscheinlichkeitsrechnung, oder solch trendygen Wortverkupplungen, wie 'konfusobsessiv'. Soll das cool wirken?
      Es sind eben nicht alle, die zu 98% schuldig sind, Täter. Es wurden unzählige Hinrichtungen bspw. in den USA vollzogen. Und im Nachhinein sind dann eben auch Unschuldige dabei.

      Das Recht lässt sich nicht über Wahrscheinlichkeiten definieren.
      Auch ich halte (mittlerweile) Lubitz für schuldig. Aber im Gegensatz zu Dir maße ich mir nicht an, dass meine Interpretation der Dinge (die ich durch die mediale Vorfilterung erfahre) irgend ein Urteil abgeben zu können.

      Dein "2%-LubitzHype" nehme ich Dir jetzt echt mal persönlich, Mr. Anonym.
      Aber, huch, meine Replik gegen einen 'Anonym' geht ja dann dummerweise ins Leere, wenn kein Name dahinter steht.
      Zufall?
      Vielleicht würde man seine Angriffe zuvor mehr überdenken, wenn sie verortbar wären?

      Dick wäre ja schon mal ein annehmbarer Nickname.

      Argumentativ aber höchstens ein Halbständer.

      Keep calm, you unnamed Fool.

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  9. Dazu:
    Gesetzestext



    § 20 StGB
    Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen

    "Ohne Schuld handelt, wer bei Begehung der Tat wegen einer krankhaften seelischen Störung, wegen einer tiefgreifenden Bewußtseinsstörung oder wegen Schwachsinns oder einer schweren anderen seelischen Abartigkeit unfähig ist, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln."

    Im darunterstehenden Kommentar eine Bewertung der "Persönlichkeitsstörungen" als Voraussetzung der Schuldunfähigkeit.

    http://www.wiete-strafrecht.de/User/Darstellung/StGB/20%20StGB.html

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