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Donnerstag, 4. Juni 2015

Entweder, oder? Eine Frage, die sich jeder stellen sollte

 Abteilung: Scharfe Klinge

Die Partei Syriza ist angetreten, um sich aus der eisernen Umklammerung der Troika zu befreien, die nicht nur subjektives sondern auch objektives Leid in der Bevölkerung Griechenlands ausgelöst hat.
Die abgehängte Bevölkerung wurde in den letzten Jahren in einen kollektiven Schuldenturm gesperrt.
Die bisherige nationale Politik Griechenland tat nichts anderes, als das Diktat der Troika in Gesetze umzusetzen und zu verwalten.

Wenn man sich denn zur Demokratie bekennt, dann bekennt man sich doch auch für das regulierende Mandat, bestehende Zustände zu ändern, die es zulassen, dass Wenige von der Mehrheit profitieren.
Demokratie versteht sich doch als Ausdruck des Interesses der Mehrheit, denn sonst ist sie ad absurdum geführt.

Nicht der (faule) griechische Olivenbauer hat über seine Verhältnisse gelebt, sondern ganz andere.

Und Jene tuen dies immer noch.

Syriza trat für die Bedürfnisse der Mehrheit ein. Und die Mehrheit, das sind die Ausgebeuteten.
Und von Jenen, die das demokratische Mandat haben, etwas an diesen Zuständen zu ändern, wird verlangt, dass sie alles genau so abwickeln, wie die Vorgängerregierung.
Dass sie weiterhin die Verteilung von arm zu reich organisieren und in Gesetze gießen.

Sozialabbau, Abbau öffentlicher Stellen der staatlichen Daseinsfürsorge (z.B. medizinische Versorgung), Privatisierung, usw. sind Forderungen, die dem demokratischen Mandat der griechischen Regierung wiedersprechen.
Niemand glaubt daran, dass das Austeritätsdiktat der EU Griechenland aus der Wirtschaftskrise führen wird.
Nicht mal Schäuble, oder Merkel selbst.
Es geht um die Aufrechterhaltung von Dogmen.
Es geht um Schuld und Sühne.
Es geht darum, dass bestehende System der Gewinnverteilung mit allen Kräften aufrecht zu erhalten.

Der Gedanke einer Wirtschaftsunion, um eine Alternative zum Dollar zu bilden, ist jetzt schon gescheitert.
Die Zentrifuge innerhalb Europas hat jetzt bereits solche Fliehkräfte entwickelt, dass auch Spanien in deren Sog geraten wird.
Überholte neoliberale Dogmen werden diese Entwicklung nicht verhindern können.

Und ich glaube, dass im G7-Gipfel genau dies Thema sein wird.
Sie werden dort keine nachhaltige Lösung finden, außer Repressionen gegen zunehmende Gegenbewegungen - was eben keine NACHHALTIGE Lösung ist.

Aus der Geschichte nichts gelernt...

Es mag Zeit kaufen, wenn man eine Politik, in denen Wenige von der Mehrheit profitieren (sie diese ausbeuten) als demokratisch legitimiert verkauft wird.
Irgendwann wird und sollte  die Mehrheit (das Souverän) nicht mehr zustimmen, dass sie von Wenigen ausgebeutet wird.
Aber die Legimitatin dafür wird immer subtiler und verkauft sich als demokratisch.
Leider unter medialer Begleitung - der sog. 'Vierten Gewalt', die eigentlich als kritisch hinterfragende Instanz der Regierung gedacht ist - aber immer mehr zur 'Hofberichtserstattung' verkommt.


Aber, das ist nur Zeitspiel. Und deshalb wird auch in vorgegebenen Demokratien die Opposition immer repressiver behandelt.

Das alles wird nichts nützen.
Ihr könnt die Opposition mit Drohnen beschießen, oder was Euch sonst einfällt.

Irgendwann wird sich das Allgemeininteresse seine Bahn schlagen.

Oder auch nicht.

Als Demokrat will ich daran glauben.

Schimpft mich einen naiven Ideologen, oder einen aufrührerischen Revoluzzer, der vom Verfassungsschutz beobachtet werden sollte.
Die wenigsten werden mich als Verfechter der Demokratie beschimpfen, obwohl ich auf dem Fundament unseres Grundgesetztes argumentiere.

Ist mir mittlerweile auch ziemlich egal...

(...)

Unser momentanes Wirtschaftssystem lebt von monetären Unwuchten. Man hat Geld und verleiht es an Jene, die keines haben. Und will dafür natürlich Gewinne erzielen.
He höher das Risiko, desto größer die Rendite.
Heißt in der Konsequenz:
Je mehr man Geld braucht, umso höher sind die Zinsen um es zu bekommen.
Plumper ausgedrückt: Je weniger man hat, um so mehr muß man bezahlen.
Das ist die Logik des bestehenden Systems.

Die BRD, das Vorbild der Wirtschaftskraft und Exportmotor ist mit 241 Milliarden(!) verschuldet!
241.000.000.000 Euronen.
http://www.staatsverschuldung.de/schuldenuhr.htm

Wie kann es sein, dass eine Volkswirtschaft in Zeiten neoliberaler Dogmen, die als Vorbild dient/dienen soll, so viele Schulden hat, dass sie diese niemals abtragen kann?
Sicher, wir können die Zinsen bedienen. Aber irgendwann schuldenfrei sein zu können, ist außerhalb jeder ernsthaften Diskussion.

Die ultimative Frage ist doch die, in welche Richtung das Geld (erwirtschafteter Reichtum) fließt.

Und ewig wird die Antwort sein:
Von unten nach oben.

Und OBEN ist eben NICHT die Volkswirtschaft BRD, sondern die Zinsforderungen der Systemprofiteure, (Olligarchen heißen sie nur in Rußland).

Weckt mich auf, wenn sich das ändert.

Bis dahin folgen wir einem parasitärem System, welches von der Mehrheit anscheinend als 'alternativlos' akzeptiert wird.

Die humantiäre Not (die von den meisten ja [wenn überhaupt] jenseits des Mittelmeers verortet wird) ist bereits in der EU.
Und ja, falls jemand fragt: Sie ist bereits auch in der BRD angekommen.
Wie sonst ist der Zulauf der Tafeln zu erklären?

Die daraus resultierende Frage ist, welches menschliche Leid man bereit ist zu akzeptieren, um den Euro stark zu halten.

Die Frage ist, ob man die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union lediglich als Wirtschaftsmächte sieht, oder als mehr (dem Anspruch einer Solidargemeinschaft?).

Die Frage ist eine ethische und gleichzeitig wirtschaftspolitische:

Wie man die Zukunft der Menschheit gestalten will;
über diese Klinge wird man springen müssen!

Jeder Einzelne wird sich die Frage beantworten müssen, an welches System er glauben mag:
An die 'Weisheit des Marktes' oder an eine anzustrebende gerechte Verteilung des 'globalen Reichtums'.

Ich glaube, diese >Klinge< schneidet alles!
Denn an beides glauben kann man nicht: Weder eine Ideologie, noch eine logische Auseinandersetzung lässt beide Antworten zu.



Griechenland ist da ein Symtomträger.
Wie jeder beliebige Hartz IV-Empfänger auch...

Wie die demokratische Ordnung, wie Solidarität und der etabliert geglaubte Humanismus damit umgeht - daran muss sich unser Wertegefüge messen lassen.

Und wird scheitern, trotz der Widersprüche, die wir noch im Alltag als 'normal' hinnehmen bereit sind - abgestumpft und zugerichtet wie wir es gelernt haben.

Kommentare:

  1. Insgesamt habe ich den eindruck, daß Du trotz allem immer noch ein zu gutes bild von der bürgerlichen demokratie hast. Du erkennst völlig richtig, daß für das interesse der mehrheit nicht viel rumkommt.

    Das passiert nicht grundlos oder aus bosheit. Das hat damit zu tun, daß hier die verhältnisse so eingerichtet sind, daß das bedürfnis der mehrheit nach einem vernünftigen leben dem bedürfnis der minderheit, den reichtum zu vergrößern immer untergeordnet ist. Und so lange das so ist, wird sich an den verhältnissen nichts ändern.

    Du bekennst Dich im text mehrfach zu dieser demokratie. Die bringt aber ganz offensichtlich genau das zeug, das Du beklagst, hervor. Und aus diesem grund halte ich es für absolut legitim, diese demokratie, die angeblich so toll für uns alle wäre, auch mal in frage zu stellen.

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    1. das problem ist nicht die demokratie. das problem ist der kapitalismus. und hier wird uns ja immer eingeredet, dass das beide nur zusammen zu haben ist - was natürlich nicht stimmt.

      leider haben wir (als demokraten) zu lange zugeschaut, wie die kapitalisten die demokratie ausgehöhlt haben und sie buchstäblich in eine "marktkonforme" umgewandelt haben. ob man da mit rein demokratischen mitteln nochmal raus kommt bezweifle ich auch.
      denn: genauso wie die kapitalisten ihr pseudo-demokratisches system im zweifel mit gewalt verteidigen werden, wird man es vermutlich auch nur mit gewalt (durch naturkatastrophen, menschen, von innen oder außen?) transformieren können.

      eine echte demokratie im sinne der aufklärung wäre schon in ordnung.

      lg
      don

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    2. @ Don

      das hier ist eine »echte« demokratie und die ist so was von anerkannt.

      Nein, diese demokratie wird nicht von kapitalisten ausgehöhlt und die wird nicht »marktkonform« gemacht. Die ist von anfang an so gewesen. Um etwas anderes ist es hier nie gegangen.

      Das, was es hier gibt, ist eine ziemlich gnadenlose form von herrschaft ohne könig, also bürgerlich, aber nicht besser.

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    3. @Mechthild

      Ich verstehe nicht, warum die Demokratie in Frage zu stellen wäre.
      Sie schreiben selbst, dass die hiesigen Verhältnisse für die Entwicklungen verantwortlich sind, nicht die Demokratie. Die Mehrheit möchte ja bereits vernünftiges Leben für alle, bekommt dieses aber nicht. Es wäre doch eher umgekehrt fatal. Bei den hiesigen Verhältnissen noch Demokratie hinterfragen? Wie sähe das aus? Wahlrecht erst ab 100.000 Euro Gehalt im Jahr? Die Verhältnisse, das System, die gehören abgeschafft, nicht Demokratie. Wir brauchen viel mehr Demokratie. Volksabstimmungen, Petitionen, die auch berücksichtigt werden, einfach Basisdemokratie in den Parteien selbst. Das ganze System stinkt zum Himmel und wo stinkt der Fisch am meisten? Am Kopf!

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  2. Die Demokratie in Deutschland ist nicht erst seit Merkels "Bekenntnis" eine marktkonforme und wird seit jeher als "Sturmgeschütz" vor allem gegen den bösen kommunistischen Totalitarismus verwendet. Freiheit oder Gulag - anders wird die Frage nicht gestellt. Alternativlos also die "Wahl". Wer den Widerspruch erkennt, darf ihn für sich behalten.
    Lesenswert ist in dem Zusammenhang Günter Gaus' Bekenntnis: "Warum ich keine Demokrat mehr bin".

    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/warum-ich-kein-demokrat-mehr-bin

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  3. Zum Thema gehandhabte Demokratie ist das hier lesenswert:
    Günter Gaus: Warum ich kein Demokrat mehr bin.

    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/warum-ich-kein-demokrat-mehr-bin

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  4. Bin überrascht, dass ich noch Resonanzen erzeuge.
    Freut mich!

    Arbeite mich im Folgenden mal von oben nach unten ab:

    @Mechthild Mühlstein:
    "Du bekennst Dich im text mehrfach zu dieser demokratie. Die bringt aber ganz offensichtlich genau das zeug, das Du beklagst, hervor. Und aus diesem grund halte ich es für absolut legitim, diese demokratie, die angeblich so toll für uns alle wäre, auch mal in frage zu stellen."

    Mechthild, Du liest mich schon länger.
    Dann weißt Du, dass ich mich zum demokratischen Gedanken bekenne, mich in meinem Umfeld aber nicht in einem solchem weiß.
    Einfaches Beispiel:
    Die wirklich(!) Reichen, die Multimillionäre, -milliardäre, -Billionäre? zahlen weniger Steuern als der Spitzensteuersatz.
    Und die Mehrheit der Bevölkerung (auch der nichtwählenden(!) findet das nicht gut.
    Trotzdem ist dies demokratisch legitimierter Zustand, Alltag, Dogma.

    Wenn ich mich zur Maxime bekenne, für eine Politik einzutreten, die Allen(!) Rechte einräumt, am globalen Reichtum zu partizifieren, so klingt das in heutiger Zeit schon linksextrem.
    Die Wahrnehmung sagt mir einfach, dass es gesellschaftlich und politisch tolleriert wird, dass die Besitzenden von den Nicht-Besitzenden leben. Diese ausbeuten, um ihr Reichtum zu mehren (welches sie in Lebzeiten eh nicht mehr ausgeben können).
    Und genau diese Wahrnehmung macht mich schon zum Linksextremisten, weil ich bestehende Zustände als nicht (wirklich) demokratisch wahrnehme.

    Weil ich dieses Kasperle-Theater nicht mehr abkaufe (he! Das ist ne Handpuppe, das ist gar nicht echt! Der Kasperl ist ne Holzfigur und das Krokodil auch! Und in beiden stecken Hände in ihrem Arsch!).

    Je mehr man die Verarsche um einen durchblickt, desto mehr kriegt man das Stigma des Gefährders.
    Und desto mehr lässt der Zeitgeist es zu, kritische und oppositionelle Kräfte zu überwachen.

    Nee, ist noch viel schlimmer!
    Selbst wenn ich täglich meine BILD-Zeitung lese, und den inhumenen Schrott glaube, der dort transportiert wird, CDU wähle und meine Unterhohsen bügle:
    Auch dann werde ich überwacht. Meine spießigen E-Mails werden trotzdem gespeichert!

    Das genau, ist die Demokratie in der wir leben, und die unser aller Wohl gewehrleisten soll.

    Man mag keine Kristallkugel brauchen um vorherzusagen, dass die Mehrheit der deutschen, der europäischen, der Weltbevölkerung dafür stimmen würden, dass die Reichen mehr und die Armen weniger zu den staatlichen Einnahmen beitragen sollten.

    In unserer 'demorkatische geordneten Welt, mit einem gemeinsamen Wertekontext' sieht das allerdings anders aus.

    Warum ist das so?
    Jeder sollte sich fragen, warum in einem demokratischem System (allso dem Mandat der Masse folgend) wenige reicher werden und immer viel mehr ärmer.

    Monitäre Macht, (daraus resultierende) politische und mediale Macht fräsen ihren Weg, und verstecken sich in einem vorgegebenen demokratischen System.

    Demonstranten dürfen nicht in Ruf- oder Sehweite demonstrieren, eben gegen was sie sind.

    Wenn Merkel, oder Co. sich nicht mal live mit einem Sprecher der Gegenbewegung auseinandersetzen muss, dann glaube ich auch nicht an eine gelebte Demokratie.

    Demokratie (an deren Geist ich prinzipiell glaube) ist doch lediglich zu einem Legitimationsbegriff verkommen, um Ungerechtigkeiten zu legitimieren.

    Die faulen Griechen sollen leiden, und die deutschen Langzeitsarbeitslosen auch.

    Gut, okay,
    wenn das Volkes Wille ist, dann steck ich auf.
    (Kann sein, dass ich auch noch wütender werde)

    Wenn NICHT, dann bitte entweder Gegenwehr,
    oder zumindest die Erkenntnis nicht in demokratischen Zuständen zu leben.

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    1. "Warum ist das so?
      Jeder sollte sich fragen, warum in einem demokratischem System (allso dem Mandat der Masse folgend) wenige reicher werden und immer viel mehr ärmer."

      Da ist ja die große Krux des Systems. Dadurch, dass wir einige wenige mandatieren, müssen auch nur einige wenige bestochen oder unter Druck gesetzt werden, um die eigenen Gesetze zu kaufen. Man stelle sich vor, es gäbe Volksentscheide. Wie teuer Konzerne sich dann Stimmen von Millionen kaufen müssten. So besticht man nur einen winzigen Bruchteil und hat das gleiche Ergebnis. Dank Fraktionszwang reicht es heute im Grunde, Parteispitzen "einzukaufen", die gesamte Basis ist ja völlig egal, die bekommt man kostenlos dazu. Ich muss nicht die gesamte SPD einkaufen, Gabriel reicht im Warenkorb. Und der ist nicht sonderlich teuer, habe ich den Eindruck.

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    2. @whiterussian:

      die käuflichkeit ist leider auch bei volksentscheiden gegeben: in der Schweiz stimmt regelmäßig eine mehrheit gegen ihre eigenen interessen und für die der großkonzerne. warum?
      weil die mit ihrer medienmacht eine vollständige gehirnwäsche betreiben können. da werden dann ängste geschürt, argumente verdreht und gegner kommen gar nicht zu wort. man braucht da noch nicht einmal konkret zu bestechen. die mechanismen funktionieren inzwischen ganz automatisch, weil die systeme inzwischen so eingerichtet sind (stichwort: fernsehrat, medienunternehmer usw.)

      lg
      don

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    3. @ Don

      Da muss ich dir natürlich Recht geben, denn seien wir mal ehrlich, würden wir ernsthaft aktuell Volksentscheide wollen? Dürfte heute das Volk entscheiden, was in Deutschland passiert, würden wir morgen alle Moslems in Lager stecken und bestenfalls für die Ausweisung vorbereiten. Bestenfalls. Was schlimmstenfalls passieren kann, haben wir vor 70 Jahren gesehen. Das alles dank geschickter Medienkontrolle und Propaganda.

      Interessant zu dem Thema als Lektüre übrigens "Propaganda" von Bernais (Neffe von Sigmund Freud), der als Begründer selbiger gilt. Der schreibt auch klar, dass die Demokratie die herrschende Klasse vor die Herausforderung stellt, die Meinung der Masse zu lenken, da diese ja nicht in der Lage ist, für sich selbst die richtige Entscheidung zu treffen. Ganz klares Denken in Klassen und Eliten, das meiner Meinung nach nie ausgestorben ist. Einziger Unterschied ist der, dass sich die Mächtigen heute zunehmend in die Anonymität flüchten und verborgen die Strippen ziehen müssen. Es ist dennoch deutlich, dass eine solche Demokratie aufwendiger zu lenken ist als ein Staat, in dem man nur Schlüsselpersonen steuern muss.

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  5. Hallo Duderich!

    Zunächst mal zu Dir. Du fragst, warum in einem demokratischen System (...) wenige reicher werden und immer viel mehr ärmer.

    Die Frage lässt sich nicht beantworten, wenn man das politische System vom ökonomischen System trennt, sie künstlich in zwei getrennte Ebenen transportiert.

    Deshalb auch die ständige Schwangerschaft linker Zeitgenossen mit der Demokratie.
    Nie genügt sie den Ansprüchen eines Linken. Er fordert die wahre oder echte Demokratie. Und was sie so anziehend macht, und warum man sich damit die Zeit verplempert ist, dass sie nie wirklich verwirklicht wird. Immer ist sie irgendwie unvollkommen und deshalb bedarf sie der ständigen Nachbesserung.

    Nun könnte es doch auch sein, dass der jeweilige Zustand der Demokratie kein statisch über den Köpfen der Menschen schwebendes Heiligtum ist, sondern sehr anpassungsfähig sich den Bedingungen der Kapitalverwertung anpasst und wenn man den Mut hat festzustellen, dass auf der Ebene der Produktion eben keine Demokratie herrscht, sondern Diktatur, dann könnte es auch einleuchten, dass die hochgelobte Demokratie sehr schnell ihr zweites, ihr hässliches Gesicht annimmt, das der Diktatur.

    Deshalb dürfen die " faulen Griechen " leiden, der deutsche, spanische, portugiesische und französische Arbeitslose, die Jugendlichen in diesen Ländern, denen man jegliche Perspektive auf eine Zukunft nimmt.

    Und das alles, weil die wirkliche Demokratie nicht verwirklicht wurde?

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    1. "... dass die hochgelobte Demokratie sehr schnell ihr zweites, ihr hässliches Gesicht annimmt, das der Diktatur."

      Ich empfinde es so, dass die beiden D.'s sich entgegenstehen. Je mehr das eine zunimmt, desto mehr nimmt das andere ab.

      Unsere momentare Gesellschaftsform befindet sich zwischen diesen Polen.
      Die Demokratie wird plakatiert, sie ist eine Bretterbude, vergleichbar mit der Kulisse eines Provinztheaters. Die bestehenden Zustände, die Machtverhältnisse in Gesetze gießt, sollen durch die Ettiketierung 'Demokratie' legitimiert werden.
      Wie kommt es, dass Politik fast ausschließlich Wirtschafts- und Kapitalinteressen dient, obwohl diese gar nicht wahlberechtigt sind?

      "Deshalb auch die ständige Schwangerschaft linker Zeitgenossen mit der Demokratie.
      Nie genügt sie den Ansprüchen eines Linken. Er fordert die wahre oder echte Demokratie."

      Na, Moment mal!
      Darf man bestehende Zustände (die unter dem Arbeitstitel 'parlamentarische Demokratie' laufen) denn nicht anprangern, ohne ein naiver Linker zu sein?
      Auch wenn die 'wahre und echte Demokratie' ein Ideal ist, so sollte es doch zumindest legitim sein, sich diesem Ideal nähern zu wollen.

      Hört sich für mich an wie: Euch Linken kann man doch eh nix recht machen!

      Hoffe, ich habe Dich da falsch verstanden.

      Grüße
      Dude

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    2. Guten Tag Duderich!

      "Hört sich für mich an wie: Euch Linken kann man doch eh nix recht machen! "
      Das denke ich nich nicht, sondern für eine liebgewordene Beschäftigung die das Wesen der Demokratie verkennt. Ich formuliere es mal mit Franz Schandl:

      "Demokratie wird nicht als Regierungsform kapitalistischer Herrschaft gesehen, sondern als letztgültige Form sozialer Kommunikation. Immer und ewig anstrebbar, die höchste Stufe der Zivilisation. Nach ihr kann nichts mehr kommen."

      "Demokratie ist eine politische Form des Kapitalismus, sie gehört zu ihm und kann nur auf dieser Grundlage gedeihen. Sie geht in der Entwicklung mit ihm einher und entwickelt sich nur auf seinem Boden. Was die Warensubjekte in der Ökonomie, sind die freien Bürger in der Politik.

      Die Demokratie kann somit nicht von der Marktwirtschaft, vom Kapitalismus abgehoben werden, auch ihre emanzipatorischen Elemente nicht."

      Ich habe das nur etwas anders formuliert, als Notwendigkeit sich von dieser Alltagsphrase "Demokratie" zu lösen und wie Mechthild es formuliert hat: "über etwas anderes nachzudenken."

      Engels 1844: " Aber die blosse Demokratie ist nicht fähig, soziale Übel zu heilen, die demokratische Gleichheit ist eine Chimäre ( Ungeheuer aus verschiedenenen Tieren, Anm. Troptard). Der Kampf der Armen gegen die Reichen kann nicht auf dem Boden der Demokratie oder der Politik überhaupt ausgekämpft werden, auch diese Stufe ist nur ein Übergang, das letzte Mittel, das noch zu versuchen ist..."




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  6. Mechthild, Frau Lehmann,

    Ihr seid hier soweit die Einzigen, welche in Bezug auf diese, deutsche&Co Demokratie&Co, keine gewohnt emotionalen Allgemeinplaetzchen verteilten, sondern euch schlichtweg und dankbarerweise kurzbuendig und real auf diesen urspruenglichen Missstand beruft.

    Andere Argumentationen sind in Sich staendigst so dermassen widerspruechlich, dass sie sich ebenso bestaendig gegenseitig aufheben.
    Der letzte Beitrag vom Dude steht dafuer Model. ... Nichts fuer Ungut Dude. Ich weis durchaus was&wie du es meinst. Aber diese Demokratie, dieses [...] " vorgegebene demokratische System." [...] "(allso dem Mandat der Masse folgend)"[...], ist so und anders nicht einfach, staendig kontraer willkuerlich auslegbar.

    Wie schon erwaehnt, ist u.A. zB. dein letzter Beitrag ein pro/kontra, welches diametral das Urspruengliche konfusioniert.

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    1. Du bist sehr ungenau in Deiner Kritik. Kann ich wenig mit anfangen.

      Vielleicht wäre es hilfreich, Zitate von mir gegenüber zu stellen und anhand derer meine Konfusion anschaulich zu machen.

      Grüße
      Dude

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  7. @ White Russian

    Von klassenwahlrecht habe ich ehrlich kein wort geschrieben. Das sind forderungen der AfD und mit denen habe ich nichts zu tun.

    Im gegenteil. Der heutige staat braucht das klassenwahlrecht, das es in der quasselbudenzeit im kaiserreich gab, nicht. Der kriegt es nämlich auch so hin, daß die stimme eines unternehmers mehr wiegt als die stimme eines lohnabhängigen. Nicht am wahlsonntag. Dafür aber ausnahmslos an allen anderen tagen, die zwischen den wahlsonntagen liegen. Denn wenn das geschäft der unternehmer nicht klappt, geht die wirtschaft dieses staates den bach runter - und damit das nicht passiert, muß der »kleine mann« zurückstecken, damit die geschäfte des »großen mannes« gelingen, auch wenn der »kleine mann« am schluß nichts davon hat.

    Über manches muß man nicht abstimmen, sondern nur den verstand benutzen. Rüstungsindustrie - man braucht nicht viel verstand, um zu erkennen, daß deren produkte für den menschen unbekömmlich sind. Auch ist es ganz offensichtlich, daß für diesen scheißdreck ressourcen aller art vergeudet werden.

    Aber was käme den raus, wenn es eine tolle volksabstimmung darüber gäbe, ob die abgeschafft gehört? Da wäre mit sicherheit die mehrheit dagegen. Nicht, weil sie für das millitär schwärmen, sondern weil sie es sich einleuchten lassen, daß die waffen in den »richtigen händen« schon in ordnung gehen und, was nicht fehlen darf, wir brauchen arbeitsplätze und ohne die Deutsche schwerindustrie alles ganz schlecht.

    Viel mehr demokratie, volksabstimmungen und petitionen - was soll das bringen, wenn das wirtschaftliche vorankommen der mehrheit dem der minderheit untergeordnet ist?

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  8. @ Duderich

    Ich stimme Dir völlig zu, daß wirklich ALLE am globalen reichtum teilhaben sollten. Meine auffassung ist jedoch, daß wahlen dafür so ziemlich das letzte wären, was man benötigt. Man bräuchte dafür land, technik und natürlich die guten ideen und den willen der menschen, sich zu organisieren. Leider steht dem in unserer demokratisch organisierten gesellschaft das privateigentum entgegen, weshalb die angelegenheit mit der teilhabe am reichtum und den guten ideen leider ausbleibt.

    »Demokratie (an deren Geist ich prinzipiell glaube) ist doch lediglich zu einem Legitimationsbegriff verkommen, um Ungerechtigkeiten zu legitimieren.«

    Glaub doch BITTE nicht an geister. In diesem demokratischen staat, sind diese dinge, die Du beklagst, vorprogrammiert. Spitzensteuersatz: Natürlich nicht. Wo denkst Du hin? Die wirklich reichen haben ihr geld nicht zum verfressen sondern zum investieren. Schließlich muß irgendwo kapitalistisches wachstum her. Das ist mit den leuten, die einfach nur arbeiten, um leben zu können nicht zu machen. Deswegen muß die mehrwertsteuer rauf, weil die auf jede flasche »pennerglück« bezahlt werden muß und jede steuer, die den kapitalfluß hemmen könnte, runter.

    Noch kurz zu »Ich empfinde es so, dass die beiden D.'s sich entgegenstehen. Je mehr das eine zunimmt, desto mehr nimmt das andere ab.«

    Wenn ich die wahl hätte, zwischen einem diktator, der wohlstand für wirklich ALLE schafft und den derzeitigen zuständen, wüßte ich schon, was ich wählen würde.

    Allerdings gibt es diese wahl nicht. Und ich halte es für falsch, das erste oder das zweite für eventuelle vorteile gut zu finden, wenn es doch gelten könnte, über etwas drittes, viertes oder fünftes nachzudenken, bzw. ideen für etwas zu entwickeln, was keine »verbesserung« des bestehenden oder die fortentwicklung von etwas, das es schon mal gab, sondern tatsächlich etwas neues wäre.

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    1. "Wenn ich die wahl hätte, zwischen einem diktator, der wohlstand für wirklich ALLE schafft..."

      Mechthild, komm schon! Ein Diktator, der Wohlstand für wirklich ALLE schafft?

      Paradoxer geht es ja wohl kaum!

      Den würdest Du wählen - und Du würdest ihm GLAUBEN?

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    2. @ Duderich,

      ich glaube überhaupt nichts. Vor allem glaube ich nicht, daß die art, wie die herrschaft an die macht kam, viel über die lebensqualität der untertanen aussagt.

      Schau doch mal an den südostrand der EU: Bulgarien hat seit 25 jahren demokratie, seit 8 jahren sind sie sogar mitglied der EU. Geht es den menschen dort gut? Nein, das land ist das armenhaus der EU.

      1946 wurde Bulgarien mit nicht-demokratischen mitteln eine volksrepublik. Damals war es ein reines agrarland. In den darauffolgenden vier jahrzehnten haben die Bulgaren es geschafft, industrienation zu werden. Erwähnenswert hierbei ist, daß ihre computerhardwareproduktion im RGWraum eine bedeutende rolle spielte. Die hatten technologie und eine wirtschaft, die zumindest auf dem weg war, ihnen einen bescheidenen wohlstand zu bieten.

      Was ist davon geblieben? Nichts.

      Ich will nicht behaupten, daß die Bulgaren es vor 1990 toll gehabt hätten, die hatten auch eine scheiß-herrschaft, der sie gehorchen mußten und genau das gehört abgeschafft. Aber die menschen konnten leben. Ich bezweifele, daß man dort heute von 74€ mindestrente leben kann. Aber sie können protestieren, die regierung zum rücktritt auffordern und sich andere figuren wählen, die die maßnahmen der EU-kommission und des IWF gegen sie durchsetzen. Ändern tut sich für die armen leute dort nichts. Wer kann, verläßt das land. Das ist traurig und daran ändert die demokratie nichts.

      In so ziemlich allen dingen, über die Du Dich aufregst, kann ich Dir zustimmen. Wenn Du schreibst Die faulen Griechen sollen leiden, und die deutschen Langzeitsarbeitslosen auch. Kann ich Dir zustimmen. So blöde ist das. Die »faulen« Bulgaren (in den Deutschen medien gern als »die zigeuner vom Balkan« präsent) leiden seit ihrem staatsbankrott. Der kam nicht durch die »marode realsozialistische wirtschaft«, sondern weil deren demokratisch gewählte regierung die wunderbare idee hatte, daß es für einen anständigen kapitalismus eine harte währung bräuchte und den kurs Lew:DM auf 1:1 setzte. Es ist davon auszugehen, daß die wußten, was sie taten.

      Es ist jedoch ein irrtum, daß die demokratie unser aller wohl gewährleisten solle. Du hast hier gefälligst frei zu sein, Dich um Dein eigenes wohl in konkurrenz zu allen anderen zu kümmern. Und der staat, der besitzlosen sozusagen die rechnung »keine arme = keine kekse« aufmacht, soll deren rettung sein? Tut mir leid, das glaube ich nun wirklich nicht.

      Bitte nimm’ das nicht als nicht als kritik an Dir persönlich. Ist alles nachvollziehbar, was Du schreibst. Es geht hier um die sache, die ich für keine gute halte. Der staat, der die miesen lebensbedingungen der mehrheit der leute hier eingerichtet hat, soll die richtige adresse sein, dies verhältnis wieder geradezubiegen? Ist in so einem gedanken kein widerspruch?

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    3. @Mechthild:
      Mal angenommen, Du bist in einer kleinen Gruppe (sagen wir 200) nach der Apokalyse. Es kommt vereinzelt in dieser Gruppe zu Übergriffen (Diebstahl, Vergewaltigung, etc.). Wie würdest Du die Gruppe organisieren wollen? Wer soll entscheiden? Wie werden verfasste Regeln etabliert und umgesetzt? Sollte die Gruppe Funktionsträger nicht mehrheitlich wählen? Oder soll es reichen, wenn jemand sagt: 'Ich mach das jetzt. Und zwar auf Lebenszeit. Ob ihr mit mir zufrieden seid, oder nicht.'

      Ich meine ja, dass nicht wirkliche demokratische Zustände herrschen. Und sicherlich ist es schwer eine Demokratie vor Korruption und anderer Einflußnahme zu schützen.
      Aber gibt es denn eine bessere Form Regeln für ein gemeinsames Zusammenleben zu finden, als die mehrheitlich gewählte?
      Was ist denn Deine Alternative zur mehrheitlichen Entscheidungsfindung?

      Grüße,
      Dude

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    4. Hallo Duderich!

      Dein Beispiel mit der Apokalypse geht nicht nur haarscharf am Thema vorbei, sondern verfehlt es total.
      Gemäss Deinem Beispiel haben wir bereits Apokalypse und dies in den demokratisch gewählten Gesellschaften: Diebstahl, Vergewaltigung, Mord und Totschlag, Mafia, Korruption, Bereicherung, Menschen die Verhungern, Kriege usw..

      Ich liefere Dir noch ein paar Beispiele aus dem täglichen Leben: Was glaubst Du, wie oft es in Frankreich zu Kindesmorden kommt, so eben mal im Auto vergessen und verdurstet oder im Plastiksack in der Natur entsorgt. oder wieviele Haustiere jedes Jahr ausgesetzt und sich selbst überlassen werden.

      Keine schönen Beispiele, zugegeben. Aber das ist auch die Wirklichkeit in Demokratien.

      Und wenn Du immer wieder die "wirkliche Demokratie" oder die"gelebte Demokratie", die anzustreben ist ins Feld führst, dann beschreibe sie doch mal konkret, wie diese auszusehen hat.

      Nimm es mir nicht übel, aber ich habe den Eindruck, dass Du
      Einwände gegen Deine "wirkliche Demokratie" nicht annehmen kannst, weil Du diese möglicherweise nicht verstehst oder die Vorstellung für Alternativen fehlt.

      Frage: Würde es noch einen Staat und demokratischer Wahlen bedürfen, wenn die Menschen ihre Produktion selber und solidarisch organisieren, wenn Lohnarbeit und Privateigentum abgeschafft sind und die Menschen ihre Bedürfnisse ohne Markt und Geld organsieren können?

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    5. @Troptard:

      "Dein Beispiel mit der Apokalypse geht nicht nur haarscharf am Thema vorbei, sondern verfehlt es total.
      Gemäss Deinem Beispiel haben wir bereits Apokalypse und dies in den demokratisch gewählten Gesellschaften: Diebstahl, Vergewaltigung, Mord und Totschlag, Mafia, Korruption, Bereicherung, Menschen die Verhungern, Kriege usw.."

      Glaubst Du etwa, diese Erkenntnisse wären irgendwie neu für mich?

      "Aber gibt es denn eine bessere Form Regeln für ein gemeinsames Zusammenleben zu finden, als die mehrheitlich gewählte?"

      Was ist denn Deine Alternative zur mehrheitlichen Entscheidungsfindung???
      Wie lautet denn Deine Antwort darauf?

      "Frage: Würde es noch einen Staat und demokratischer Wahlen bedürfen, wenn die Menschen ihre Produktion selber und solidarisch organisieren, wenn Lohnarbeit und Privateigentum abgeschafft sind und die Menschen ihre Bedürfnisse ohne Markt und Geld organsieren können?"

      Wem gehört denn der Salat, den Du selbst solidarisch organisiert in Deinem Garten anbaust?
      Darf ich mir den nehmen, weil er dem Kolektiv gehört?
      Ach ja, Du hast ja gar keinen Garten, da es kein Privateigentum mehr gibt.
      Wer hindert mich daran in Dein Wohnzimmer zu scheißen?
      Wer?
      Und wie ist dieser legitimiert?

      Ich finde, Du machst es Dir zu einfach.
      Anarchie mag verlockend klingen, solange man sich nicht mit deren Konsequenzen auseinandersetzt.

      Klingt verlockend, wenn Privateigentum abgeschafft ist.
      Darf ich Dir dann Deine Hose vom Körper reißen, weil sie mir gut gefällt?

      Troptard, ich mag Dich - ganz ehrlich.
      Der Besitz hat in unserer Zeit perverse Dimensionen angenommen, keine Frage.

      Aber auch in prä-demokratischen Zeiten sollte der das Verfügungsrecht über einen Faustkeil haben, der ihn geschaffen hat.
      Und niemand sollte ihm diesen einfach wegnehmen können, weil er vielleicht stärker ist.

      Deine Vision einer gerechten Welt empfinde ich als unausgereift und unreflektiert.
      Es gibt keine einfachen Antworten, aber Du lieferst sie.
      Eine linke Gesinnung (die wir beide haben) löst auch nicht unbedingt eine gerechte Gesellschaft ein.

      Die Organisation einer Gesellschaft MUSS demokratisch funktionieren.

      Wenn Du anderer Meinung bist, dann hast Du hier die Gelegenheit, alternative Entscheidungsfindungsprozesse zu beschreiben.

      Auch wenn wir in der Sache unterschiedliche Haltung einnehmen.

      Ich mag Dich!

      Liebe Grüße
      Dude

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    6. Ich glaube kaum, daß ich zu dem erlesenen kreis gehören könnte, der eine apokalypse überlebt. Aber angenommen es wäre so. Dann würde ich natürlich sagen: wählt mal mich zu Eurem oberhäuptling. Ich sorge dann für ordnung und ruhe und alle gutaussehenden jungs sind dann mein privateigentum und für meine lustbarkeiten zuständig!

      Aber mal im ernst. In so einer kleinen gruppe müßte man doch keine wahlkaspereien veranstalten. Das ziel, das wir dann hätten wäre doch klar: wir wollen unser leben organisieren, so daß alle vernünftig leben können. Dann müßte man sich überlegen, wer welche aufgaben übernimmt und wie man die versorgung organisiert. Diebstahl? Wenn die brauerei allen gehört, kann sich doch jeder eine flasche nehmen. Und falls mehr davon benötigt wird, muß man halt überlegen, wie man die produktion steigern könnte.

      Diese endzeit-szenarien aus science-fiction-klamotten und so, wo die menschen dann zu angeblich instinktgesteuerten mistviehchern werden, sind allesamt blödsinn, weil sie fortwährend den verstand verkennen, den der mensch freiwillig immer dann benutzt, wenn er vorhat, längerfristig zu überleben.

      Die meisten probleme der menschen haben mit geld, macht und sex zu tun. In einer gesellschaft, in der punkt eins und zwei ausgeschaltet wären, hätte man vielleicht sogar ausreichend zeit, darüber zu reden, wie man punkt drei vernünftig regeln könnte. Weshalb sollte jemand auf die idee kommen, Dir die hose vom leib zu reißen, weil sie ihm gut gefällt, wenn es doch die möglichkeit gibt, allen, die so eine wollen, eine zu nähen?

      Und wenn sie Dir dann immer noch die hose vom leib reißen wollen, tun sie das vermußtlich aus anderen gründen, aber das ist dann Dein problem.

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    7. @ Troptard

      Deine schlußfrage kann ich zustimmend verneinen.

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    8. Mechthild wirft die interessante Frage auf, ob es den guten, gütigen Diktator geben kann. Nehmen wir mal an, wir gründen jetzt die Weltregierung und der Dalai Llama bekommt das Sagen.
      Wie lange würde es dauern, bis der pazifistische Führer erste politische Gegner wegsperren oder hinrichten lassen würde? Wenn er dies tatsächlich nicht tut, wie lange würde es dauern, bis einer dieser Gegner den Dalai Llama wegsperren oder hinrichten lassen würde?
      Es kann einfach keinen "guten" Diktator geben. Alleinherrscher gibt es nur mit eiserner Faust oder sie sind ganz schnell selbst wieder weg.

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  9. Guten Tag Duderich!

    Teilweise habe ich amüsiert Deinen Text gelesen, war dann aber auch erschrocken darüber, welches Menschenbild Du da transportierst.

    Es kommt dem doch ziemlich nahe, dass der Mensch dem Menschen ein Wolf ist, und dass es deshalb einen Oberwolf, den Staat braucht, damit die Wölfe nicht übereinander herfallen.

    Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass die verinnerlichte Logik der Lohnarbeit, das Konkurrenzdenken untereinander, und die betriebswirtschaftliche Logik des Kapitals, das Nutzenprinzip, sich so einfach aus den Köpfen der Menschen austreiben lässt.

    Ich gehe mal von mir selbst aus: Warum sollten meine Bedürfnisse überhaupt mit den Bedürfnissen anderer Menschen in Konflikt geraten und
    warum sollte ich ein Interesse daran haben in die Privatsphäre anderer Menschen einzugreifen.

    Das sind doch Vorstellungen von Menschen, die sozialistische und kommunistische Perspektiven dadurch diskreditieren wollen, indem sie solche Perspektiven als Barberei von Menschen in die Privatsphäre anderer Menschen beschreiben.

    Ein wenig muss ich Dir auch zustimmen, weil solche Vorstellungen auch zu meiner Studienzeit von linken Studenten gepflegt wurden. "Deine Freundin ist auch meine Freundin usw.." Ein vollkommenes Missverständnis und besonders gepflegt von Bürgerkindern aus gutem Hause und mit Rückzugsgebiet in den Schoss der Familie, wenn die Pflegeljahre ausgelebt waren.

    Mir ging es aber um etwas anderes und das mit einer positiven Perspektive (gegen meine Gewohnheit, weil ich die auch davon abhängig mache, was uns das Kapital und seine Demokratie hinterlassen wird, welche Spielräume noch vorhanden sein werden für eine emanzipatorische Entwicklung).

    Ich traue den Menschen durchaus zu, dass sie die Produktion des gesellschaftlichen Reichtums selbst und solidarisch organisieren können.

    "Wenn Du andere Meinung bist, dann hast Du hier die Gelegenheit, alternative Entscheidungsprozesse zu beschreiben."

    Danke für die Aufforderung ! Nehme ich aber ungern an, weil ich mich ungern ins Utopische versteigen mag, wenn das Bestehende noch existiert.

    Ich formuliere es mal so: Wenn das Bestehende nicht mehr existiert und je nach dem was es uns an Lasten hinterlässt, dann liegt es an denen, die ihre Lebenskräfte noch nicht verbraucht haben so wie ich, viel Fantasie zu entwickeln.

    LG Troptard

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    1. @Troptard:
      "Deinen Text gelesen, war dann aber auch erschrocken darüber, welches Menschenbild Du da transportierst."

      Der Mensch ist nicht nur gut. Sicherlich werden in diesem System Gier gefördert, aber auch selbst Affen betrügen, lügen und töten.
      Bist Du erschrocken darüber, dass der Mensch nicht ausschließlich gemeintschaftliche Ziele verfolgt, sondern auch höchst egoistische?
      Willst Du die gesamte Verantwortung menschlichen Fehlhandelns auf das uns umgebende System übertragen?

      "Wenn Du andere Meinung bist, dann hast Du hier die Gelegenheit, alternative Entscheidungsprozesse zu beschreiben."

      "Danke für die Aufforderung ! Nehme ich aber ungern an, weil ich mich ungern ins Utopische versteigen mag, wenn das Bestehende noch existiert."


      Du argumentierst gegen die Demokratie. Kannst Du auch gerne machen und ich heiße Dich hier willkommen, als Träger einer anderen Meinung.
      Aber wenn ich frage, was denn die Alternative zur mehrheitlichen Entscheidungsfindung sein soll und Du darauf antwortest, Dich nicht in Utopien versteigen zu wollen, dann ist das schon in meinen Augen sehr dünn argumentiert. Eigentlich gar nicht.

      Du hoffst auf andere Zustände, bist aber nicht bereit Dir Gedanken über diese zu machen, 'wenn das Bestehende noch existiert."?

      Für mich sehr unbefriedigend.

      Trotzdem liebe Grüße
      vom Dude

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    2. Hallo Duderich, Hast Du meinen letzten Absatz absichtlich vergessen?

      Ausserdem habe ich zweimal ziemlich ausführlich argumentiert, warum Demokratie und Kapital nicht getrennt voneinander "gelesen" werden können.

      Darauf hast Du Dich ziemlich ausführlich mit einer Gegenargumentation eingelassen ?

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  10. @Ruby

    Leider habe ich wohl aus Versehen Deinen Kommentar gelöscht.
    Das tut mir aufrichtig leid!
    Ich wollte meinen Kommentar löschen (um ihn zu editieren und habe mich verclickt.
    Das ist mir wirklich unangenehm und sehr peinlich.
    Sorry!

    Hier trotzdem mein Kommentar zu Deinem (leider gelöschten) Kommentar:

    "Ich bin etwas erschrocken, wie verfangen dein Denken immer noch am Besitz klammert. Du warst begeistert von Utopia. Dort gibt es keinen Besitz. Hast du das Buch eigentlich gelesen, Dude?
    Wenn ja, hast du es ja gar nicht verstanden, oder?"

    Oh ja, ich habe es gelesen. Ob ich es verstanden habe, mögen andere beurteilen.
    Ich würde gerne in der in dieser Buch beschriebenen Utopuie leben. Keine Frage!
    Ich bräuchte in dieser Welt auch keine Verfügungsgewalt über irgendwelche Dinge (Besitz).

    Die Welt, die dort beschrieben wird ist abhängig vom technischen Fortschritt und eine danach ausgerichteten Infrastruktur.
    Wir könnten uns in diese Richtung entwickeln, als Zivilisation. Aber der politische Zeitgeist ist weit fern davon, sich in diese Richtung zu bewegen.

    Wie soll denn eigentlich (die Frage ist nicht nur an Dich gerichtet, Ruby) der Kapitalismus überwunden werden können?

    Durch einen globalen Bewußtseinswandel, der sogar korrumpierte 'demokratische' Strukturen durchdringt?

    Durch Revoulution, der genau denjenigen an die Macht bringt, der sie anzettelt?

    Oder dann doch in einer postapokaliptischen Gesellschaft?

    Ich gebe es zu. Ich bin ein Fan der Serie 'Dead man walking'. Nicht weil ich auf Zombies stehe, sondern weil ich es total spannend finde, wie sich eine Gemeinschaft unter diesen Umständen organisiert (was die Serie, wie ich finde, gut abbildet).

    Deshalb das postapokaliptische Szenario. Die in dem Buch beschriebene Utopie würde dort nicht greifen.

    Und ich würde mir auch eine Utopie gemeintschaftlichen Zusammensein wünschen, die unabhängig vom technischen Fortschritt ist.
    Und genau das ist auch der Punkt, an der die in dem Buch beschriebene Utopie krankt:
    Sie ist abhängig, von Fortschritt und der dafür bereitzustellenden Energieressourcen. Letztendlich ist sie industriell.

    Ich kann mir kein Szenario vorstellen, in der sich global für diesen Weg entschieden wird. Nicht innerhalb der bestehenden Machtverhältnisse... die es nun mal gibt und die nicht wegzuträumen sind.

    Genau darum bin ich mir nicht sicher, ob mein Blog erhaltenswert und relevant ist.
    Letztendlich ist es schlicht egal, was ich glaube und was ich schreibe.
    Das mag fatalistisch klingen und ist es wohl letztendlich auch.

    Wieso soll ich den Alltag kritisieren, bestehende Machtverhältnisse, wenn für mich die Erde nur noch durch eine Apokalypse gerettet werden kann?
    Denn der Mensch ist der Erde größter Feind.
    Wir sind Schmarotzer auf diesem Planeten.
    Und das ist eine Tatsache über die ich nicht zu diskutieren brauche, weil sie einfach Fakt ist.

    Ruby, die Lösung der Probleme der Menscheit für die Zukunft steht in keinem Buch.

    Auch in diesem nicht (so empfehlenswert es auch ist).

    Und vielleicht hat es auch einen übergeordneten Sinn, dass wir die Lösung gemeinsam erkunden müssen, statt sie einfach nur in einem Buch zu lesen.

    Und da bin ich dann doch wieder bei meiner Haltung der mehrheitlichen Entscheidungsfindung.
    Arbeitstitel: 'Demokratie'...

    Grüße Dude

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    1. "Genau darum bin ich mir nicht sicher, ob mein Blog erhaltenswert und relevant ist.
      Letztendlich ist es schlicht egal, was ich glaube und was ich schreibe.
      Das mag fatalistisch klingen und ist es wohl letztendlich auch.

      Wieso soll ich den Alltag kritisieren, bestehende Machtverhältnisse, wenn für mich die Erde nur noch durch eine Apokalypse gerettet werden kann?
      Denn der Mensch ist der Erde größter Feind.
      Wir sind Schmarotzer auf diesem Planeten.
      Und das ist eine Tatsache über die ich nicht zu diskutieren brauche, weil sie einfach Fakt ist."

      Dann schmeiss doch endlich, bevor du dich, wiedermal und wiederholt und erwartungsgemaess genau von denen zum weitermachen motivieren laesst, denen du genau eben wieder umfangreich und trotzkistig ans Bein pisst.
      "Und da bin ich dann doch wieder bei meiner Haltung der mehrheitlichen Entscheidungsfindung.
      Arbeitstitel: 'Demokratie'..." ..... GENAU!

      Warum fragst du dann ueberhaupt nach anderen Meinungen, wenn du, in Folge(die letzten 2Wochen), all jene schlichtweg stier anpisst.

      "Bin überrascht, dass ich noch Resonanzen erzeuge.
      Freut mich!"
      Wenn du weiterhin, selbst die Leute, die du magst, anpisst, wirst du mit deinem offensiv'defensiv eingefahrenen Prinzipal vereinsamen. .... wobei ich dir, was Mensch und dessen Bestimmung (Denn der Mensch ist der Erde größter Feind.
      Wir sind Schmarotzer auf diesem Planeten.") etc.
      angeht, durchaus zustimme:-)

      Hit me ...
      Jake

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    2. @Jakebaby:
      Im Moment pisst nur Du hier rum, und zwar wie ein Rasensprenger.
      Genau die, die schon vor langer Zeit theatralisch den Abschied gaben, müssen jetzt auf den Putz hauen.

      Hit yourself
      Dude

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    3. @ Der Duderich !
      Jakebaby hat hier etwas angesprochen, worüber ich mir an deiner Stelle Gedanken machen würde.

      Ich selbst bin ein Mensch, der keine Probleme damit hat, sich auch öfter mal "anpissen" zu lassen. Sog. "Liebsebekundungen" zur Befriedung des Gemütes ignoriere ich.

      Was mich häufig abhält hier zu kommentieren, ist diese unerfüllte Hoffnung auf das Einfordern von "wirklicher" Demokratie und besonders von "Gerechtigkeit".

      Es ist ja nicht so, dass ich mir hier zu diesen Fragen nicht schon oft genug die Finger wund geschrieben hätte.

      Es ist dann doch wohl so, dass die Anschauungen zu weit auseinanderliegen.

      Ich mag mich nicht mehr mit "Sozialdemokraten" mit der "Partei die Linken" (Wagenknechts Ordoliberalismus), deren Verantwortung für Deutschland, mit Attack, für einen besseren Kapitalismus und ein besseres Europa einlassen.

      "....wobei ich dir, was Mensch und dessen Bestimmung (Denn der Mensch und dessen Bestimmung (Denn der Mensch ist der Erde grösster Feind. Wir sind Schmarotzer auf diesem Planeten.") etc. angeht durchaus zustimme:-), Jakebaby!

      Und so schnell sind wir dann wieder an dem Punkt, wo wir von den konkreten Lebensbedingungen auf ein universales Prinzip abheben.


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  11. @ diejenigen, die die demokratie in totto kritisieren:

    was ist denn die alternative? da hakt es doch auch bei Engels logisch. diktatur des proletariats (also einer speziellen klasse). aber was soll das heißen? wie werden entscheidungen innerhalb dieser priviligierten klasse getroffen? auch diktatorisch? d.h. am ende steht einer ganz oben und entscheidet? da braucht man aber großes glück, dass das dann ausgerechnet der weise, gerechte könig Ashoka ist und nicht zufällig Stalin.
    was wir brauchen ist eine demokratie, die wehrhaft genug ist, die öknomischen verwerfungen zu verhindern. für mich geht das nur, wenn man es sehr kleinteilig hält. stadtviertel und gemeinden als kleinste einheiten, die dann delegierte entsenden zu größeren gebietsversammlungen. diese delegierten müssen jederzeit abberufbar sein, außerdem weisungsgebunden.
    das würde automatisch auch zu einer kleinteiligeren wirtschaft führen und das ende globaler giganten einläuten.

    problem: all das funktionert nur weltweit oder eben gar nicht. ergo: gar nicht!

    lg

    don

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    1. Ich kann gut nachvollziehen, warum die Verwerfungen des sog. "Real existierenden Sozialismus" jegliche Perspektive auf eine Alternative zum Kapitalismus und seiner Herrschaftsform der Demokratie verschüttet haben.

      Das daran mit allen Mitteln festgehalten wird, obwohl doch gerade der Krisenverlauf offensichtlich machen müsste, dass das insistieren auf die wirkliche, echte oder gelebte Demokratie nicht nur die Krise im linken Denken , sondern auch die Krise des Systems selbst aufzeigt.

      Da wird umso heftiger angemahnt, wo auf der anderen Seite genaus so heftig demontiert wird. Wie wollt ihr jetzt zueinander finden?

      Indem die Zumutungen des Staates an seine Bevölkerung durch personales Fehlverhalten erklärt werden.?

      Ich weiss nicht wer den Begriff der "wehrhaften Demokratie" ausgespuckt hat, aber er ist schon ziemlich alt und wurde wohl gegen sog. Verfassungsfeinde gerichtet.

      Lustig wird es für mich allerdings dann, wenn man glaubt, dass ökonomische Verwerfungen durch kleinteiliges wirtschaften die Gesetze des Marktes ausser Kraft setzen könnten.

      Ich weiss wovon ich schreibe! Die Abhängikeiten werden eher grösser als kleiner. Und warum würde ausgerechnet das zum Ende globaler Giganten führen. Es gibt Produktionen, die gehen einfach nicht kleinteilig. Oder soll ich meinen Kommerz jetzt mit dem Fahrrad machen, anstatt mit einem Auto?

      So, damit ist für mich zu diesem Thema auch endlich mal Ende der Fahnenstange.






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    2. Diktatur des Proletariats bedeutete nichts anderes als Herrschaft der Mehrheit (über eine Minderheit). Zu Zeiten, als das Proletatriat die Mehrheit einer Bevölkerung ausmachte, waren Entscheidungen der Vertreter einer Mehrheit des Volkes also mehrheitliche Entscheidungen. Darum wurde zu DDR-Zeiten sehr viel Wert darauf gelegt, dass in allen Vertretungen - und das fing schon bei Elternvertretungen einer Schule an - mehrheitlich Menschen aus der Arbeiterklasse zu finden waren. Und das war dann ja auch ein Problem - wer aus der Arbeiterklasse stammend studieren konnte, war dann eben nicht mehr Arbeiterklasse.
      Dazu kommt, und das hat nichts mit Diktatur oder Demokratie zu tun, dass Macht das Potenzial hat den Inhaber der Macht zu korrumpieren und die, die in ihrem Einflussbereich sind, auch. Und wie auch heute fühlten sich die Gewählten dazu "berufen", die Wähler nicht in ertser Linie zu vertreten, sondern sie zu bevormunden, wel theoretisch ja die Besten, Klügsten, Weisesten und moralisch Integren gewählt werden (müssten), in der Praxis aber die Cleversten, Karrieregeilsten, Machtbesessensten und Opportunistischsten gewählt werden. Schon der Begriff "politische Karriere" offenbart, dass vom ursprünglichen Ideal der Politik nichts übrig geblieben ist.
      Ich erinnere mich an ein Gespräch nach der Wende, in dem ich als Ost-Sozialisierte" einem "West-Sozialisierten" die Frage nach der Verantwortung von Politikern gemäß Grundgesetz, Art 38:
      "(1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen", stellte. Er antwortete, dass Politik nichts anderes mache, als Geschenke an die Wähler zu verteilen. Und das mit einer Selbstverständlichkeit, die mich verblüffte.
      Ich kann beim besten Willen niemanden in diesem Plenum ausmachen, der ein Gegner eines demokratischen Ideals ist und verstehe darum auch die Angriffe nicht.
      Bei aller Zustimmung zur Theorie der Demokratie: Wir haben keine Volksdemokratie, sondern eine Parteiendemokratie (Auch darüber wurde ich belehrt) und dieses unser demokratisches System scheitert bereits an der Möglichkeit, die Volksvertreter nach ihren Fähigkeiten (aus)wählen zu können.
      Und wenn in vielen Experimenten (z.B. Milgram) erkannt wird, dass nur ein Dritttel der teilnehmenden Probanden sich weigern nach Anweisung von Autoritätspersonen andere Menschen zu schädigen, aber zwei Drittel (stellenweise trotz Gewissensbissen) gehorchen und laut Arno Gruen diejenigen am grausamsten handeln, die in erkennbar lieblosen Familien und streng autoritär erzogen aufwachsen, wird doch klar, dass eine demokratische Kultur sich nicht reduzieren lässt auf demokratische Regeln, die in erster Linie juristisch legitimiert werden. Denn dann geht es nämlich gar nicht mehr um Demokratie, sondern einzig um den Rechtsstaat. Und wenn das Recht gemacht wird von Vertretern des Volkes, die zwar Mangels Alternative noch von einer Mehrheit des Volkes gewählt werden, aber nur die Interessen einer Minderheit vertreten, was soll ich daran verteidigen?
      Ein Ideal kann ich anstreben und befürworten, verteidigen kann ich nur, was real existiert.




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    3. @ Frau Lehmann,

      Eine Aussage, die ich nicht unbedingt verstehe! "-wer aus der Arbeiterklasse stammend studieren konnte, war dann nicht mehr Arbeiterklasse."

      Soweit ich das noch in Erinnerung habe, war die Ex-DDR quasi per Definition ein Arbeiter- und Bauernstaat. Was mich daran immer gestört hat, war nicht unbedingt die Überhöhnug einer Klasse, sondern, dass diese überhöhte Klasse jetzt auch noch, weil sie zum Arbeiter-und Bauernstaat erhoben wurde, unter den gleichen Bedingungen malochen durfte wie unter kapitalistischen Verhältnissen.

      Und soweit ich informiert bin, war dort auch Arbeit Pflicht unter dem Banner " Jeder hat das Recht auf Arbeit".

      Übrigens hat das französische System mit seinen "Ecole Maternelle" Kindergrippen, den Ganztagsschulen ziemliche Ähnlichkeit mit dem System der Ex-DDR. Die Eltern sollen nicht daran gehindert werden, den ganzen Tag zu arbeiten.

      Ich selbst stamme ja aus einer Proletenfamilie, wo beide Eltern am Fliessband gearbeitet haben und ich, als ich nicht mehr in die Windeln geschissen habe, den täglichen Gang mit der Brottasche um den Hals zum Kindergarten angetreten habe. Also waren ich und meine Schulkameraden aus dem gleichen Milieu allesamt Schlüsselkinder.

      Viele unter denen, wie auch ich, haben später noch ein Studium begonnen. Der BDR-Kapitalismus benötigte für seine Kapitalakkumulation in der Breite besser ausgebildete Lohnarbeiter.

      Aber an unserem Status der Lohnarbeit hat sich durch das Studium doch nicht viel geändert, ausser an den Einkommensverhältnissen, bessere Entlohnung..


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    4. @Troptard

      "Eine Aussage, die ich nicht unbedingt verstehe! '-wer aus der Arbeiterklasse stammend studieren konnte, war dann nicht mehr Arbeiterklasse.' "

      Im Arbeiter- und Bauernstaat lebten ja nicht nur Arbeiter und Bauern, aber die Kinder von Arbeitern und Bauern wurden z.B. in der Bildung gefördert (bevorzugt). Meine Eltern waren keine Arbeiter oder Bauern (Ingenieur=Intelligenz und Radiologieassistentin=Angestellte), darum konnte meine ältere Schwester beispielsweise kein Abitur machen, weil ihr ein Mitschüler vorgezogen wurde, dessen Vater "gelernter Arbeiter" war, wenn auch als Bürgermeister tätig. Honecker war ja auch sein Leben lang Dachdecker. Wenn dieser Mitschüler meiner Schwester dann aber nach dem Abi studierte und einen Abschluss machte, zählte er selbst nicht mehr zur Arbeiterklasse, sondern zur sog. Intelligenz, sodass seine Kinder wiederum keine Arbeiterkinder mehr waren, also auch die Vorteile für Arbeiterkindern nicht mehr in Anspruch nehmen konnten. Dieses "Fördersystem" stammte ja noch aus Zeiten der Arbeiter- und Bauernfakultäten, um Arbeitern und Bauern den Zugang zur akademischen Bildung erst einmal zu ermöglich. Es wurde aber nie richtig angepasst. Wir fragten uns damals schon, wie lange es wohl dauern würde, bis es keine zu bevorzugenden Arbeiterkinder mehr geben würde. Allerdings verdienten die meisten Akademiker im Vergleich zu Arbeitern recht wenig, sodass das Studieren für nicht wenige gar nicht so lukrativ war.
      Dass das französische Bildungssystem dem in der DDR ähnlich war/ist, ist mir bekannt. Eben nicht so selektiv wie in der heutigen BRD und es wurde doch mehr Wert auf Allgemeinwissen statt Spezialwissen gelegt, vor allem in der Mittelstufe war das Bildungsniveau m.E. höher als heute.
      Was die Arbeit angeht, hast du natürlich Recht, die Pflicht zur Arbeit galt damals wie heute. Wer nicht arbeitete, galt als asozial. Es wurde aber auch nicht darüber diskutiert - das war eben so. Die individuelle Freiheit, individuelle Bedürfnissse, berufliche Karriere, um "aufzusteigen" spielten eh nicht so eine Rolle wie heute. Allerdings fühlte man sich auch nicht ausgebeutet, weil niemand um seine finanzielle Existenz oder um einen gesellschaftlichen Status kämpfen musste.

      Grüße

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  12. Zunächst eine kleine Randbemerkung: Duderich, vergleiche mal kurz die im Artikel behauptete Verschuldung der BRD mit der Schuldenuhr; da liegst Du um ca. Faktor neun zu tief.
    Inhaltlich darf ich mich allen Beiträgen von Mechthild anschließen bis hin zu den Satzzeichen.
    Don: Kleinteiligkeit! Beispiel Finanzkrise in Island: Da wurde vieles in diesem System eigentlich undenkbare gemacht. Warum ging das? Weil die Menschen dort sich (fast) alle kennen - leicht übertrieben formuliert.
    Nach-apokalyptisches Leben: Wie das aussehen kann, wird in dem Buch "Die Geheimnisse des Jaguars" von Martin Prechtel beschrieben - und zwar anhand des tatsächlichen Dorflebens in Guatemala vor der Zeit der US-Invasion. Interessant der Umgang mit Überschüssen, die nicht angehäuft werden und in Folge kapitalistische Zustände hervorbringen; es wurde gefeiert, bis die weg waren. Alles freiwillig, kein Diktator nötig, keine Politiker mussten gewählt werden. Paradies auf Erden? Nahe dran!
    Vielen Dank allen Wortführern!

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  13. @Duderich - du kämpfst da gegen Windmühlen. Dass du (wie ich in ähnlichen Debatten auch) keine Antworten auf die wesentliche Frage erhältst, was denn in einer "postapokalyptischen" oder anderweitig utopischen Gesellschaft andere (hungernde) ganz simpel davon abhält, dir mit der Keule einfach eins überzubraten, um dir dein Steak wegzunehmen - ist normal bei solchen bestenfalls als "naiv" zu bezeichnenden, anarchistischen Träumern... Der Mensch ist schlicht nicht per se ausnahmslos "gutmütig", er hat in der Tat eine soziale Ader (die ihn wohl bislang davon abgehalten hat, seine Art komplett auszuradieren) - aber eben auch eine andere - und die überwiegt derzeit, besonders in einer komplett auf Eigennutz gepolten "Gesellschaft" (wenn man letzteres noch so bezeichnen möge)! Und genau jene (besonders die skrupellos ums eigene Überleben kämpfen Müssende) wird immer die Oberhand über die sanften und gutmütigen gewinnen! Ob man dies nun Demokratie, Diktatur, Kapitalismus, Sozialismus oder Kommunismus etc. nennen möge!

    Wie man aus der Geschichte der Spezies Mensch - und grade der durch den Kapitalismus noch einmal alle vorhandenen negativen Instinkte(!) geförderten Variante davon - ein rein theoretisches Menschenbild abstrahieren kann, welches derart gutmütig und optimal ist... man kann da eigentlich nur den Leuten wünschen, sie mögen sich den nächsten failed state aussuchen - und die Probe auf's Exempel machen. Wenn man dann noch Dinge über den "guten Dikator" lesen darf, muss man sich völlig fragen, was derjenige sich eingeworfen haben möge...?

    Aktuelles Beispiel ist ja die Krim - hätte es dort keine demokratisch verfasste Sezession gegeben, bekämen auch die Einwohner dieses Landstrichs genau jene "Vorzugsbehandlung" zu spüren, die die ukrainischen Faschisten dem Rest dieses "failed state" angedeihen lassen. Aber ich vergas; "Demokratie" und "der Staat" an sich sind für nicht wenige ja die Wurzel allen Übels...

    Es gibt genug in Film- und Buchform umgesetzte Dystopien die das Thema meines Erachtens nach treffend zeichnen...

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  14. Noch mal zu der frage, was denn die alternative wäre: bevor man sich über eine alternative gedanken macht, muß man sich im klaren darüber sein, wie denn das aktuelle funktioniert und sich mit der frage befassen, wie es eigentlich dazu kommt, daß mitten in der bürgerlichen demokratie die interessen der mehrheit nicht in dem maße zum zuge kommen, wie es wünschenswert wäre.

    Wenn man z.b. einen schnelleren computer bauen wollte, käme vermutlich niemand, der wenigstens ab und zu seinen brägen benutzt auf die idee, daß man die schaltkreise harmonisieren müsse, um dann dran zu verzweifeln, daß das nicht geht, weil der computer von sich aus leider nicht gut ist. Man würde anfangen, sich mit elektronik und softwarearchitektur zu befassen und wenn man herausgefunden hat, wie das alles funktioniert, fängt man an, sich zu überlegen, wie man das ganze schlauer lösen kann.

    In politik und wirtschaft gilt das ganz genau so. Allerdings wird die diskussion und die kritik, über das was ist, immer abgewürgt, weil »Du hast ja auch keine alternative in der tasche«.

    Immer soll man den zweiten schritt vor dem ersten gehen. Wenn man sich einig wäre, daß einem hier tagtäglich gewaltverhältnisse um die ohren geschlagen werden, wenngleich auch meist nicht im wörtlichen, sondern im übertragenen sinne, dann müßte ich hier wohl kaum lesen, daß die Schweizer gegen ihre interessen stimmen würden, weil sie von den medien manipuliert wären. Sind sie nicht. In den Schweizerischen medien steht mit sicherheit genug mist. Die haben jedoch gegen den hohen mindestlohn gestimmt, weil die eine staatsmacht haben, die den kapitalismus organisiert und den kapitalinteressen steht ein auskömmliches leben für jeden zwangsläufig entgegen. Das läßt sich die mehrheit, wenn auch unreflektiert, einleuchten und findet das bis zu gewissem grad sogar gut. Es geht ja ohnehin nicht anders.

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    1. na, ja:

      "Die haben jedoch gegen den hohen mindestlohn gestimmt, weil die eine staatsmacht haben, die den kapitalismus organisiert und den kapitalinteressen steht ein auskömmliches leben für jeden zwangsläufig entgegen"

      also selbst in der reichen Schweiz, leben immer noch mehr menschen von ihrer arbeit, als von ihrem kapital. wenn sie dann gegen die eigenen interessen und für die des kapitals abstimmen, müssen sie dazu ja irgendwie motiviert werden, oder? wie erfahren sie denn überhaupt, welche stimme welchen interessen dient, wenn nicht aus den medien?
      fakt war doch: die großen konzerne haben den Schweizern angst gemacht, dass eine beschränkung der management-gehälter letztlich zu arbeitsplatzverlusten führen wird, was ausgemachter mist ist und empirisch durch nichts gestützt wird (sonst würde es ja auch reichen, die manager-gehälter nochmal zu verzehnfachen und die arbeitslosigkeit wäre endgültig weg).
      diesen mist haben die menschen geglaubt. und warum? natürlich, weil ihnen die medien (inkl. natürlich der bezahlten kampagnen) das eingehämmert haben.
      genauso wie die menschen bei uns jeden tag aus den medien lernen, dass der faule Grieche auf unsere kosten schmarotzt und sich strikt weigert zu sparen. stimmt auch nicht, glaubt aber die mehrheit.

      die "medien-demokratie" ist eben keine. demokratie braucht wohl informierte, engagierte menschen, denen ihre empathie und folglich ihre solidarität noch nicht gänzlich abtrainiert worden ist.

      @ Troptard:

      glaubst du wirklich, mit blankem anarchismus wäre eine gerechtere welt zu schaffen? aber inkl. internationaler großkonzerne, die dir dein auto bauen?

      demokratischer sozialismus heißt die lösung: beschränktes eigentum, kleinteiliges wirtschaften und subsidiäre verwaltung.

      lg

      don

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    2. Hallo Don M. Tingly,

      warum wollten die denn überhaupt über einen Mindestlohn abstimmen ? So ein Abstimmungsbegehren kommt doch nicht zustande, wenn es selbst in der sog. reichen Schweiz nicht immer mehr Arbeitsverhältnisse geben würde, die den Lebensunterhalt nicht mehr sichern können.

      Ich habe selbst 6 Jahre an der Schweizer Grenze gelebt und kenne auch einige Schweizer hier in Frankreich. Die haben so etwas wie eine Schokoladenmentalität.

      Was meine ich damit: Wenn sie ihre Schokolade verteilen spielen sie gern den reichen Onkel aus der Schweiz.

      Im Grunde sind das ganz clevere Leute. Die wissen genau, was gut für sie ist und was nicht.
      So ist es ihnen selbstverständlich, dass sie sich in Europa überall einkaufen. Wenn das in ihrem eigenen Lande passiert, das sich dort Ausländer einkaufen, Immobilien und Niederlassungsrecht erwerben wollen, noch schlimmer Freizügigkeit bei der Arbeitssuche, dann kommt es schnell zu einem Volksbegehren mit entsprechendem Ergebnis.

      Die Schweiz ist sozusagen ein Paradebeispiel dafür, wie man Migranten gerne aufnimmt und sie jederzeit wieder abschieben kann, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

      Noch etwas aus der niederträchtigen Vergangenheit: Die Schweiz hat flüchtende Juden von ihrer Grenze abgewiesen, aber das Zahngold der Juden gerne aufgekauft.

      Warum schreibe ich Dir das! Weil ich Mechthild vollumfänglich zustimmen muss. Immer wieder wird behauptet, die Menschen würden ihre Entscheidungen nur deshalb so treffen, weil sie manipuliert worden sind.

      Könnte es auch sein, dass es einen Zusammenhang gibt, einen Systemzusammenhang, dass das Schicksal des Lohnarbeiters auf Gedeih und Verderb an die Entwicklung seiner nationalen Ökonomie gekettet ist, dass sein Schicksal davon abhängt, wie sich die nationale Ökonomie im Wettbewerb behauptet.

      Ist es Zufall wenn der Lohnarbeiter sein Maul aufreisst: "Wir sind Opel", "Wir sind die Deutsche Bank " usw.. Hat er damit nicht die betriebswirtschaftliche Logik des Kapitals für sich selbst bereits verinnerlicht.

      Ich weiss zwar nicht, warum ich in die Nähe des "blanken Anarchismus" gerückt werde, was unterscheidet Anarchismus vom blanken Anarchismus ?

      Liegt es etwa daran, dass ich darauf bestanden habe, "Die Demokratie" nicht von ihrer ¨ ökonomischen Basis" zu trennen.

      Entschuldige Don!

      Demokratischer Sozialismus und Demokratische Wirtschaftsordnung, sind dass nicht die alten Kamellen der Spezialdemokraten, womit sie die Menschen immer auf eine bessere Zukunft vertröstet haben.

      Ich warte schon viel zu lange darauf. Mein Leben ist leider viel zu kurz, um mich mit damit noch auzuhalten.

      Gruss Troptard

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    3. "...was unterscheidet Anarchismus vom blanken Anarchismus ?"

      Keine Ahnung!
      Du?

      Sorry, wir sollten uns langsam davon lösen, was wir im hier und jetzt scheiße finden, sondern was wir WOLLEN, was wir ANSTREBEN!

      Und da hört es dann auch schnell auf, ein gemeinsames Ziel zu finden, unter uns linksgerichteten.
      Und deshalb wird das auch nix werden, mit einer gerechten Zukunft nach postapokalyptischen Zuständen.
      Deshalb wird es dann auch Anarchie geben, die sich romantischer anhört, als sie sein wird.
      Oder es bleibt alles wie es ist, will heißen, wird noch schlimmer.

      Troptard:
      Du hast lang und breit erklärt, was Du NICHT willst.
      Ich lade Dich ein, zu formulieren, was Du willst, wofür Du einstehen würdest.
      Welche Gesellschaftsform strebst Du an, und wie soll sie organiusiert sein?

      LG
      Dude

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    4. Hallo Duderich,

      "Sorry, wir sollten uns langsam davon lösen, was wir im hier und jetzt scheisse finden, sondern was wir WOLLEN, was wir ANSTREBEN!

      Den Schuh darfst Du Dir gerne auch selbst anziehen!

      "Troptard:
      Du hast lang und breit erklärt, was Du NICHT willst. Ich lade Dich ein, zu formulieren, was Du willst, wofür Du einstehst.
      Welche Gesellschaftsform strebst Du an, und wie soll sie organiusiert sein."

      Ich finde es bedauerlich, wenn Dir von meinen Kommentaren nur das in Erinnerung geblieben ist. Aber "tant-pis" "Pech gehabt" für mich.

      Ich habe mich immer darum bemüht hier etwas rüberzubringen, was die Systemanalyse in den Vordergrund stellt, mit meinern eigenen Emotionen und für mich auch selbstverständlich, mit entsprechenden Verweisen auf Karl Marx und Engels und dabei auch Anleihen aus der Wertkritik, dem Gegenstandpunkt von W. Pfreundschuhs Kulturkritk, der Krisis usw. genommen zu haben.

      Daraus könnte auch ein Duderich Schlussfolgerungen ziehen, wenn er sich mal anstrengt, dass zur Kenntnis zu nehmen.

      Entschuldige Duderich! Vielleicht bewerte ich das jetzt falsch.
      Aber ich habe in Deinem Blog kein gutes Gefühl mehr.



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    5. Hallo Toptard,

      kann mich gar nicht mehr erinnern, diese Sätze geschrieben zu haben, aber da stehen sie ja, schwarz auf weiß.+

      Ich bin oft ohnmächtig, und meinen Frust bekommen dann manchmal Leute ab, die das wirklich nicht verdient haben.

      Meine Ohnmacht liegt darin begründet, dass ich weder in der Systemanalyse noch in der Konstruktion einer postkapitalistischen Gesellschaftsstruktur wirklich eine glaubbare Exit-Strategie sehe. Genau diese Ohnmacht macht mich auch zu einem schlechten und überflüssigen Blogger, weshalb ich hier nur noch weniger schreibe.

      Wir leben in Verhältnissen in denen per Umfragen 'linke Positionen' die Mehrheit bekommen, in Wahlen aber eine rechte Partei unanfechtbar als Sieger hervorgeht. Ob das mit dem Phänomen Merkel zu erklären ist? Keine Ahnung.

      Selbst wenn man eine Road-Map konstruieren könnte und würde die step by step gangbare Ziele setzen würde, die dann irgendwann aus diesem System hinausführte, so glaube ich trotzdem nicht mehr, dass diese Ziele dann auch angestrebt und gegangen würden. Ich bin da mittlerweile desillusioniert.

      Es wird ja oft vom 'revolutionären Potenial' gesprochen. Ich bin der Meinung die Umstände, die Realität, die uns umgibt, hat dies schon, aber die Einstellung der Menschen hat dies nicht.
      Es herrscht die gefühlte Alternativlosigkeit in unseren durch Medien und Lobbysten infiltrierten Köpfen vor.

      Meine von Dir zitierte 'Einladung' ist Bullshit, und ich hätte, wenn sie an mich gerichtet wäre, vermutlich auch säuerlich reagiert. Denn letztendlich ist ihr kaum nachzukommen, ohne linke Allgemeinplätze anzuführen, die letztendlich auch zu nichts führen.
      Wirkliche relevante Veränderungen zum Besseren in, welche auch alte Machtstrukturen und Dogmen aufbrechen, konnen eigentlich nur durch kollektive Sinnesänderung umgesetzt werden. Die Möglichkeit dessen, sehe ich mittlerweile nur durch äußere Impulse, die weltweite Konsequenzen haben, bspw. ein Meteroiten-Impact, etc.
      Ich bin kein Apokalyptiker und sehne auch keine Apokalypse herbei, glaube aber nicht, dass die Welt ohne Katastrophe zu einem zielführenden Sinneswandel kommt.
      Das Krebsgeschwür des Kapitalismus stirbt wohl erst dann, wenn es seinen Wirt getötet hat.
      Lasse mich da auch gerne positiv überraschen, aber ich bin da pessimistisch, bis fatalistisch.

      Und pessimistische, fatalistische Worte wollen dann auch die wenigsten lesen, abgesehen davon, dass sie zu nichts Konstruktiven führen, und im schlimmsten Fall sogar Hoffnungen rauben.

      Durch diese, meine Wesenshaltung habe ich somit eigentlich die Legitimation verloren, einen Blog zu führen, oder auch nur zu kommentieren.

      Und deshalb kann ich auch gut nachvollziehen, dass Du hier kein gutes Gefühl mehr hast.

      Wie auch immer, meine Aufforderung an Dich war blöd und ich entschuldige mich bei Dir.

      Liebe Grüße
      Dude

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    6. "Die Möglichkeit dessen, sehe ich mittlerweile nur durch äußere Impulse, die weltweite Konsequenzen haben, bspw. ein Meteroiten-Impact, etc." ... gehts denn ueberhaupt noch bloeder als der Meteroit, welcher, den kapitalistischen Wiederaufbau doch noch eher, denn jeglichst bisherige Kriege, entfachen wuerde! ...?
      "Ich bin kein Apokalyptiker und sehne auch keine Apokalypse herbei, glaube aber nicht, dass die Welt ohne Katastrophe zu einem zielführenden Sinneswandel kommt." ... etc. davor/danach ... und letzendlich .. wiedermal "Durch diese, meine Wesenshaltung habe ich somit eigentlich die Legitimation verloren, einen Blog zu führen, oder auch nur zu kommentieren."

      "Dann schmeiss doch endlich," wenn du offensichtlich nicht faehig/willig bist, die Antworten nach denen du fragst, auch nur annaehernd zu verwerten, und da sind einige dabei, welche absolut real in Bezug zu nehmen wert sind ... ausserhalb deiner apokalyptischen Ausflucht.

      Hit me ... (with what?)
      Jake

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    7. "Hit me ... (with what?)"

      Du bettelst um Aufmerksamkeit.
      Wähnst Dich intellektuell und moralisch in einer mir übergeordneten Sphäre.

      Aber ich nehme Dich nicht ernst genug, gegen Dein Hater-Gehabe argumentieren zu wollen. Du willst Stunk, und daraus beziehst Du Deine Energie.
      Dein trolliges Betteln um Aufmerksamkeit verfängt bei mir nicht.

      Warum sollte ich meine Klingen mit Dir kreuzen wollen? Warum sollte ich versuchen, Dich zu besiegen, wenn ich Dich nicht erst nehme?

      Dein krampfhafter Versuch mich aus der Reserve zu locken, ist doch nur ein Schrei nach Aufmerksamkeit.

      Das worldwideweb ist groß. Dort wirst Du sicher auch auf dankbarere Opfer treffen, die glauben, sich gegen Deine Provokationen verteidigen zu müssen.



      Menschen, die mit sich im Reinen sind, treten anders auf. Argumentieren, statt zu beleidigen.
      Streben Austausch an, statt Konfrontation.

      Wenn Du dieses Kommentarforum (welches ich dank meiner Kommentatoren als durchaus konstruktiv empfinde) als Plakatwand mißverstehen willst, auf der Du Deine Provokationen schmieren willst:
      Bitteschön!
      Ich werde in Zukunft nicht mehr darauf eingehen. Die Aufmerksamkeit, die Du offensichtlich brauchst, wirst Du von mir nicht bekommen.

      Don't feed the troll.

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  15. @ Don

    Die diskussion um die managergehälter halte ich für grundverkehrt. Wenn ein lohnarbeiter von z.b. 1000 euro (oder franken, wie auch immer) im monat kein gescheites leben führen kann, dann kann es ihm egal sein, ob sein manager nun 12, 100 oder 1000 mal mehr verdient. Seinem interesse nach einem besseren leben ist damit nicht gedient, wenn dann eben das geld bei den kapitaleignern bleibt. Denn darum, kapitaleinkünfte zu verbieten oder auch bloß einzuschränken ist es in der Schweiz garantiert nicht gegangen. Ich glaube nicht, daß das eine vernünftige idee ist, das leben der lohnmalocher irgendwie angenehmer zu machen, weshalb mir so ein volksentscheid herzlich egal wäre.

    Natürlich ist auch in der reichen Schweiz die breite mehrheit auf lohnarbeit angewiesen. Und dort funktioniert der kapitalismus auch nicht anders als sonstwo: jeder noch so kleine putzteufel, der irgendwo die fabrikhalle fegen darf, läßt es sich einleuchten, daß seine schöne lohnmaloche nicht stattfinden würde, wenn sie vernünftig bezahlt werden müßte und das liegt nicht daran, daß die menschen manipuliert wären, sondern daß sie ihre prekäre lage realistisch einschätzen, denn so bescheiden sind die verhältnisse.

    Von staatsmedien eines staates, der kapitalistisch organisiert ist oder von privatmedien, die zum geldverdienen gedacht sind, sollte man kaum etwas anderes erwarten, als daß sie werbung für ihre sache machen. Die wollen Dir halt schmackhaft machen, was Du ohnehin mußt. Aber Du mußt nicht dw, faz oder spon lesen, es steht Dir frei jw, nd oder gar gsp zu lesen. Die mehrheitsmedien werden dem system aber durchaus gerecht: dieser staat vertritt gewaltsam nach innen und außen kapitalinteressen und dem gemäß wirst Du informiert.

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  16. @ Dude,

    bevor man darüber diskutiert, was man anstrebt, sollte man zumindest einig sein, wo denn das problem im aktuellen system liegt. Jemand der den gegensatz aus kapital und lohnarbeit zumindest im ansatz begriffen hat, käme vermutlich eher nicht auf die idee, daß sich die welt dadurch verbessern ließe, in dem man beim management drei euro wegnimmt und für den lohnarbeiter einen mindestlohn einführt, von dem er dann auch nicht gut leben kann - und den er obendrein häufig auch noch durch unbezahlte mehrarbeit abarbeiten muß.

    Wenn wir uns darüber einig wären, daß das problem nicht in der »ungerechten« verteilung, sondern in der produktionsweise liegt, die zwangsläufig solche gemeinheiten hervor ruft, könnte man drüber nachdenken, was denn zu tun wäre, damit die wirtschaft auf die versorgung der leute und nicht mehr auf die bereicherung der kapitalistenklasse ausgerichtet ist.

    Kommunisten sind übrigens für gewöhnlich keine besonders altruistischen menschen, sie glauben auch nicht daran, daß der mensch »schon irgendwie gut« sei. Vielmehr sehen sie, daß es im kapitalismus einen klassengegensatz gibt und die minderheit durch wirtschaftliche macht der mehrheit lebensbedingungen aufherrscht, die für einen großteil der menschheit zu unzumutbar sind.

    So weit ich gehört habe, steht momentan kein weltuntergang an. Allerdings könnte man revolution machen, wenn mehr leute die verhältnisse, die ihnen aufgenötigt werden nicht mehr so einfach als »natürlich« oder »gottgegeben« hin nehmen würden und sich keine »wünsch-Dir-was«-utopien ausdenken würden, die dann doch nicht gehen, aus welchen gründen auch immer, sondern ihre aktuellen lebensverhältnisse im demokratischen kapitalismus analysieren würden und die ursachen begreifen, warum sie eigentlich kein tolles leben haben. Wer sich als »links« versteht, kann entweder für einen systemwechsel sein, wie auch immer der aussehen könnte. Oder eben für allerhand kapitalismusverschönerungs und kapitalismusrettungsprogrammen bei denen dann durch staatliche regulierung und investition ein bißchen mehr bei den arbeitern ankommen soll. Letztere enden bloß oft »böse«, weil staaten nun einmal die eigenschaft haben, in kriegswichtige infrastruktur und dergleichen zu investieren, weshalb ich es nicht für schlau halte, für Keynesianische ideen zu schwärmen, die zwar auch als »links« gelten, die probleme der lohnmalocher jedoch nicht lösen.

    Liebe grüße,
    Mechthild

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    1. Liebe Mechthild,

      meine Antwort an Troptard kannst Du in Teilen auch als Antwort an Dich verstehen.

      Will Dich hier nicht abspeisen, aber ich würde mich wohl nur wiederholen.

      Liebe Grüße
      Dude

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