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Montag, 28. September 2015

Der Kapitalismus ist alternativlos

Abteilung: TINA mit Currywurstgeschmack

Der Kapitalismus ist immer und überall.
Die letzten, noch verstreuten 'native people' werden durch den Kapitalismus bedroht. Das war schon früher so (als Beispiel sei die amerikanische Urbevölkerung genannt), und das wird auch in Zukunft so sein. Bis es keine native people mehr geben wird.
Niemanden, außerhalb kapitalistisch geprägter Strukturen.
Es ist nicht pessimistisch, sondern realistisch, dass indigene Völker (die u.A. noch im brasilianischen Urwald zu finden sind) in 50-100 Jahren nicht mehr existieren. Unzählige Tierarten werden bis dahin ausgerottet sein.
Solange sich nachhaltige, oft irreversible Umweltzerstörung ökonomisch rechnen lässt, wird diese auch praktiziert werden.
Wenn der Mensch eine Lebensspanne von, sagen wir, 300 Jahren hätte, würden auch Magnaten möglicherweise andere Entscheidungen treffen.
Aber, so?

(...)

Gibt es Alternativen zu einer kapitalistischen Lebensführung?
Kann ich mich heute noch dem kapitalistischen System gänzlich entziehen?
Eine Alternative, außerhalb kapitalistischer Strukturen leben?
Blockhütte, angeln, jagen und Gemüse anbauen?
Wo sind die autarken Kommunen, denen man sich anschließen kann?
Wo ist das Leben, in einer wählbaren Alternative (nicht wählbar durch Wahlzettel, sondern durch plumpe Entscheidung), in der man kein Giro-Konto braucht?
Keine Lohnarbeit?

Was muss ich tun, um eine lebbare Alternative herbeizuführen, oder zumindest wahrscheinlicher zu machen?
Fair Trade, BIO, veganes Leben, sogar solidarisches Spendenverhalten wurden längst von kapitalistischen Strukuren vereinnahmt. Auch damit werden riesige Gewinne eingefahren, weil es dafür einen MARKT gibt. Und, wo es einen Markt gibt, gibt es immer Profiteure.

Alleine, die Verteilungsrichtung von 'Arm' zu 'Reich' umkehren zu wollen, mutet in der heutigen Zeit wahlweise naiv oder linksextrem an.

Aber selbst mit linker Gesinnungshaltung lässt sich noch eine Menge Geld verdienen!
Wieviel Geld alleine mit der ikonischen Darstellung von 'Che' verdient wurde, mag ich mir gar nicht auszumalen...

(...)

Was zu der Frage führt:
Läßt sich der Kapitalismus aus dem Weltgefüge herausschneiden? Läßt sich eine Gesellschaft konstruieren, in der Besitz nicht in Macht (Einflußmöglichkeiten) mündet?
Das sind elementare Fragen, die leider (für mich) noch nicht zufriedenstellend beantwortet wurden.

Deshalb ist das kapitalistische System 'alternativlos' - schlicht, weil es keine nachvollziehbare, lebbare Alternative gibt.

Eine Vermögenssteuer, Transaktionssteuer, gerechtere Erbschaftssteuer besiegt ja nicht den Kapitalismus.

Ich werde auf absehbare Zeit weiterhin die LINKEN wählen. Aber selbst, wenn diese die absolute Mehrheit erlangen sollten:
Es würde höchstens um justierbare Stellschrauben gehen, aber nie den Anspruch haben, den K. bzw. Machtstrukturen abzuschaffen (ohne sie durch andere zu ersetzen).

Deshalb:
Der Kapitalismus ist alternativlos!

Und jetzt kommt mir bloß nicht mit Revolution!
Erstens wird (zumindest hierzulande) keine 'kritische Masse' in dieser weitgehend medial gleichgeschalteten Bevölkerung rekrutierbar sein.
Und zweitens, selbst wenn, wird der inthronisierte neue Weltenlenker auch nicht den Kapitalismus abschaffen. Da halte ich jede Wette!

Ich will hier keinen Trübsinn verbreiten! Auch keine Hoffnungen zerstören, oder klein reden.
Eine Alternative aber würde 'Opfer' verlangen.
Es ist konstruiert, aber trotzdem:
Wieviele, gerade junge Menschen, wären bereit (auch nur) auf ihr Handy zu verzichten, für eine bessere Welt auf fernen Kontinenten?

(...)

Wie sieht Euer Utopia aus?
Und was können wir tun, um dieses mit realistischem Anspruch anzubahnen?
Wie sieht das Konstrukt Eurer Hoffnung aus; wie wahrscheinlich ist dessen eintreten?

Das sind ganz viele offene Fragen, auf deren Antwort ich gespannt bin!

P.S.: Bei der Entscheidungsfindung pro und contra Kapitalismus gebe ich zu bedenken:
Ausschließlich der Kapitalismus kann das perfekte Getränk verfügbar machen, um seine Pommes runter zu spülen:

Foto wurde von mir selbst geschossen, ist also Teil meiner Erfahrungswelt.

Kommentare:

  1. Die Fragen oben sind wohl nur rhetorisch gemeint. Aus drei Gründen:

    1. es gibt keine Alternative
    2. es gibt keine Alternative
    und letztlich:
    3. es gibt keine Alternative

    Fixieren sie die Raute, die Frau Merkel mit ihren Händen bildet und wiederholen sie die drei obigen Punkte immer wieder zusammen mit unserem Bundesguru. Danach wartet ein glückliches Leben mit Wolfsburger Diesel, Chinesichem Flatscreen und NSA kompatiblen iPhone auf sie. Bis bald! :)

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    1. Glaubst Du, Entschuldigung, glauben Sie, dass ich der Alternativlosigkeit das Wort reden will?
      Wo aber ist ein alternatives Konzept, auf was sich das "oppositionelle Lager" weitgehend geeinigt hat?
      Wo ist die Strategie, die in Richtung Abschaffung des Kapitalismus zielt?

      Diese Fragen sind übrigens ausdrücklich NICHT rhetorisch gemeint.

      So, jetzt trink ich erst mal ne Curry-Wurst!
      Bis denne! :-)

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  2. Ich wäre froh, wenn man mal genau sagen würde, was man abschaffen will. Die Ausbeutung? Ich kenne kein Wirtschaftssystem das frei von Ausbeutung ist. Die Profitgier? Die gibt es auch in anderen Wirtschaftssystemen. Die Schuld bzw. den Kredit? Seit dem tollen Buch von David Graeber (Schuld - die ersten 5.000 Jahre) ist ja bekannt, dass es zuerst die Schuld gab, dann das Geld und später der Kredit.

    Ich würde die Frage daher etwas anders formulieren: Weshalb ist die Ökonomisierung alternativlos? Ich sehe das Problem nicht im Wirtschaftssystem an sich, sondern im gesellschaftlichen Stellenwert des Geldes. Das könnte man ändern sogar ganz ohne Systemwechsel - wenn man es wollte.

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  3. Die einzige historische Möglichkeit, Deutschland vom Kapitalismus ferner zu halten, wäre gewesen, dass Russland Gesamtdeutschland besetzt (angenommen, die USA hätten das nicht verhindern können) und damit den amerikanischen Einfluss vermieden hätte. Statt der hiesigen Ausrichtung der Politik an Amerika hätte es dann eine Ausrichtung an Russland gegeben.
    Ob dieses Deutschland ein geschätztes Land für Einwanderer geworden wäre, kann sich jeder selbst beantworten...

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    1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  4. @ Stillewasser:
    weil du Graeber erwähnst: wenn es seit 5000 jahren schulden und geld gibt, es unsere art, den cro-magnon-menschen aber seit mindestens 40.000 jahren in europa, fragt man sich doch unweigerlich: warum gab es 35.000 jahre lang keine schulden und kein geld? und waren deren entwicklung tatsächlich ein fortschritt? hätte die technische entwicklung nicht ohne geld genauso, oder sogar noch besser verlaufen können?
    diejenigen, die das immer verneinen und im kapitalismus den grund für einen großen sprung erkennen wollen, argumentieren selten frei von persönlichen teressen.
    tatsächlich ist es doch so, dass der "große sprung" in europa mit der entdeckung amerikas, der ausrottung der dortigen urbevölkerung und der ausbeutung der rohstoffe mittels brutalster versklavung der afrikaner stattfand.
    und sagte am wochenende nicht sogar Obama sinngemäß, der mensch könne alle von ihm verursachten probleme auch wieder lösen?

    "Ich sehe das Problem nicht im Wirtschaftssystem an sich, sondern im gesellschaftlichen Stellenwert des Geldes."

    aber der kapitalismus beruht ja gerade auf diesem stellenwert. wie Adam Smith ja schon so schön formulierte: der bäcker backt sein brot nicht aus nächstenliebe, sondern des geldes wegen.

    und hier liegt der hase im pfeffer. würden wir nicht die gier nach geld, sondern (wie experimente zweifelsfre bewiesen haben) die angeborene nächstenliebe kultivieren. würden wir kinder nicht zu geld- und machtgeilen raffkes erziehen, anstatt ihre ursprüngliche empathie zu fördern. und würden wir humanistische denker, die genau das fordern, nicht als "naive gutmenschen" abkanzeln.

    dann, ja dann wären gesellschaften möglich, an die du jetzt noch gar nicht denken kannst. das wort "wirtschaftssystem" wäre in solchen gesellschaften überflüssig.
    ausbeutung und profitgier sind keine menschlichen eigenschaften. sie sind kulturelle erzeugnisse, die daher auch überwunden werden können.
    "jeder nach seinem vermögen und jedem nach seinen bedürfnissen". schon mal gehört?

    lg

    don

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    1. "...warum gab es 35.000 jahre lang keine schulden und kein geld?"

      Ich denke, das Geld abzuschaffen wird eine forderndere Leistung sein, als es zu erfinden.

      Eine Welt ohne Geld übt auf mich einen besonderen Reiz aus.
      Ich hab dazu ja schon ein paar Worte geschrieben.
      Aber davon sind wir soooooooo weit entfernt, da müsste man fast auf einen Metorieteneinschlag oder eine globale Epidemie hoffen... ;-)

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    2. das geld ist nicht das problem. jedenfalls nicht in jeder seiner funktionen. die wert-bewahrungs-funktion und die rolle als allgemeines tauschmittel ist durchaus sinnvoll.
      das problem ist der privatbesitz an produktionsmitteln (vulgo: kapital), das ebenfalls mit "geld" gemeint ist und welcher zur problematischen verzinsung des geldes führt. die verzinsung in form von mieten, dividenden etc. und damit einkommen für einzelne wenige unabhängig von leistung ist die krux des kapitalismus.
      die verzinsung des kapitals macht die ausbeutung von mensch und natur unumgänglich. eigentlich logisch: geld vermehrt sich von selbst und zwar exponentiell. dieser vermehrung muss (eigentlich, also vor dem casino-kapitalismus) eine vermehrung an produkten und/oder dienstleistung gegenüberstehen. eine seite der medaille ist demnach unendlich vermehrbar (geld), während die andere in einem endlichen system irgendwann zwangsläufig an grenzen stößt.

      daraus ergibt sich eine relativ simple forderung: den menschen (und zwar allen) steht genau der anteil an ressourcen zu, den sie brauchen. und das unabhängig davon, ob oder wieviel sie arbeiten!
      wenn dann über den lebensnotwendigen bedarf auf nachhaltige weise noch ein gewisser luxus produziert werden kann, kann auch der auf alle verteilt werden. und hier (aber auch nur hier) kann man dann auch auf dinge wie arbeit, leistung oder andere "verdienste" abstellen.

      schwierig ist und bleibt die mentalität der menschen: solange beinahe jeder glaubt seinen vorteil (mehr für weniger) auf kosten anderer maximieren zu können (und zu müssen!), wird es nix werden. der wandel fängt mit dem bewusstsein an.

      lg
      don

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    3. @don

      Als der Bärtige lebte, waren Produktionsmittel dampfende Ungetüme. Heute gibt es Produktionsmittel im Überfluss und jeder kann darüber Verfügen. Hat der nicht die finanzielle Mittel, kann er sich sein Projekt Crowdfounden lassen.

      Warum soll man Produktionsmittel unbedingt als Problem ansehen und nicht als Chance begreifen?

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    4. @ Stillewasser:
      mit "produktionsmitteln" meine ich gesellschaftliche produktionsmittel im marxistischen sinne: also insbesondere grund und boden, rohstoffe, holz, wasser und die aus ihnen erstellten arbeitsmittel wie fabrikgebäude, fahrzeuge, maschinen usw.
      diese sind erstens nicht "im überfluss" vorhanden und zweitens sind sie in privateigentum. d.h. ein privater eigentümer von produktionsmitteln diktiert dir, wieviel geld du - meinetwegen auch per crowdfund - auftreiben musst, um produktiv tätig werden zu können.
      wünschenswert wäre aber, dass die gesellschaft darüber entscheidet, wem sie welche mittel zur verfügung stellt. und dies eben nach anderen regeln, als die der gewinnmaximierung, wie es im kapitalismus der fall ist.
      z.b. sollten einem krankenhaus oder einem altenheim die benötigten mittel zur bereitstellung ihrer leistung zur verfügung stehen, unabhängig, ob damit ein gewinn im betriebswirtschaftlichen sinne erzielt wird oder nicht.
      die these der kapitalisten ist, dass der markt mittels seiner "unsichtbaren hand" die mittel am effizientesten verteilt. das mag auch stimmen, aber nur wenn man das unter "effizient" versteht, was zur gewinnmaximierung einiger weniger (eben der produktionsmitteleigentümer) beiträgt, die interessen der massen der menschen aber unberücksichtigt lässt.

      lg
      don

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    5. @don

      Das sehe ich auch so. Im Gesundheitssektor ist das Profitstreben kontraproduktiv, da an meinen Krankheiten verdient wird, nicht an meiner Gesundheit. Würde man einen Weg finden, es umzudrehen, wäre das auch keine Lösung.
      Als sich das Gesundheitssystem noch überwiegend in der öffentlichen Hand befand, war es für die Patienten besser und es war ökonomischer: Gesundheit zahlt sich aus.

      Ja, es gibt Bereiche, in denen das Profitstreben falsch ist oder zumindest stark gebremst werden muss. Wie jede Wirtschaftsform hat auch der Kapitalismus seine Schattenseiten. Das ist an sich noch kein Problem. Ich muss sie nur kennen und sie entsprechend eindämmen. Zur Zeit wird es nicht gemacht, aber es wäre möglich.
      Das Profitstreben an sich abschaffen zu wollen ist daher keine Lösung. Dem Profitstreben dürfen ohne Weiteres Freiräume angeboten werden, es müssen aber auch verbotene Zonen geben.

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    6. @Stillewasser:

      "Wie jede Wirtschaftsform hat auch der Kapitalismus seine Schattenseiten. Das ist an sich noch kein Problem. Ich muss sie nur kennen und sie entsprechend eindämmen. Zur Zeit wird es nicht gemacht, aber es wäre möglich."

      Nein, nein - und nochmals nein! Der Kapitalismus kann nicht gezähmt werden, wenn ein paar Stellschrauben justiert werden!
      Tschuldigung, aber es ist schon fast naiv, das zu glauben.

      Eine gerechte Reichtumsverteilung innerhalb kapitalistischer Strukturen?

      Pffff...

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    7. Moin Duderich

      Ich habe mich letztes Jahr schon einmal ausführlich zum Kapitalismus geäußert, will aber , weil etwas länger einfach mal verlinken:
      http://schumt3.blogspot.de/2014/01/ist-das-kapitalistische-system.html
      Ich komme zu dem selben Schluss wie du,nämlich, das dieses System nicht von innen heraus zu reformieren ist.Einerseits, weil die Profitere es nicht zulassen, und ihr Einfluss auf die Politik zu groß ist, andererseits, weil sich zu viele in diesem System eingerichtet haben, und damit leben.
      Den gezähmten Kapitalismus gab es auch in den Achtziger Jahren nicht, wie wir spätestens wissen, seit bekannt ist, das eine ganze Reihe westlicher Konzerne, Waren in der DDR haben herstellen lassen,zum Teil von inhaftierten Regime-Gegnern in Gefängnissen. Die Billiglohn-Sklaven gab es damals schon, aber wir konnten sie nicht sehen, weil sie durch einen eisernen Vorhang und eine Mauer verdeckt waren.
      Die Frage nach einer Überwindung stellt sich aber nicht, weil das System gerade dabei ist, sich selbst zu zerlegen.Es geht also eher um die Frage , was kommt danach.Zu dieser Frage habe ich ein Modell einer Gemeinwohl-Ökonomie entwickelt,das ich im verlinkten Artikel auch vorstelle, das aber selbstverständlich nur ein theoretischer Vorschlag ist.
      Statt über eine Revolution,die sowieso nicht kommen wird, sollten wir vielleicht über die kleinen schritte nachdenken, die wir selber in Richtung einer besseren Gesellschaft machen können.
      L.G..,der Doctor

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    8. "Nein, nein - und nochmals nein! Der Kapitalismus kann nicht gezähmt werden, wenn ein paar Stellschrauben justiert werden!
      Tschuldigung, aber es ist schon fast naiv, das zu glauben."

      Stampfte der kleine Duderich mit dem Fuß auf den Boden - weil nicht sein kann, was nicht sein darf!? ;) Also - begründe doch diese Aussage mal...!? Daher entschuldige - aber was bringt einem dieses immer häufiger zu beobachtende Drehen an der (absurden und absolut unrealistischen) "Globale-Überwindungs"-Gebetsmühle eigentlich, so zu tun, als sei "Kapitalismus" etwas, was immer in gleicher Form da und nicht veränderbar sei...?! Für mich hat das inzwischen das Geschmäckle einer kleinen Sekte, die sich gegenseitig für dieses Mantra auf die Schulter kloppt - ohne die Konsequenzen zu Ende zu denken. Und man selber nicht den leisesten Plan hat, was den an Stelle des verhassten "Systems" denn genau treten soll...? Da träumen dann einige wohl davon, dass alle (vom neoliberalen System von klein auf verzogenen) Menschen plötzlich von heut auf morgen lieb werden - und mit den süßen Hoppelhäschen über grüne Wiesen tollen und Abends am Lagerfeuer fröhliche Lieder singen... Dystopien (du bist doch Filmfan, oder?) spielen da keine Rolle - wenn Staaten zerfallen und dann einige Warlords regieren...

      Es ist schlichter Unfug, zu behaupten, "Kapitalismus" (was genau ist das eigentlich) ließe sich nicht (räumlich oder auch qualitativ) einhegen. "Es gibt keine Alternative". Es gibt Bereiche auf diesem Globus, die nicht oder nur in geringerem Umfange kapitalistischen Prinzipien unterworfen sind. In dem Falle wäre der Umkehrschluss, dass "er" sich auch nicht ausbreiten kann. Also warum das Geheule um TTIP...?! Was ebenfalls absurder Dummfug ist. Der Kapitalismus hat auch kein "Wachstumsproblem". Weil es immer einzelne Individuelle Subjekte (d. h. in der Regel Konzerne sind), die wachsen müssen. Wenn einer wächst - geht der andere Pleite. Punkt...

      Seid doch Konsequent - wenn ihr euch die Überwindung wünscht, dann unterstütz ihn doch beim (schon seit Marxens Zeiten prognostizierten...) "Zusammenbruch" so gut es geht, in dem ihr politische Entscheidungen fordert, die dem Markt noch mehr Freiheiten einräumen...

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    9. @Dennis 82:
      "Stampfte der kleine Duderich mit dem Fuß auf den Boden - weil nicht sein kann, was nicht sein darf!?"

      Nein.

      "Es ist schlichter Unfug, zu behaupten, "Kapitalismus" (was genau ist das eigentlich) ließe sich nicht (räumlich oder auch qualitativ) einhegen. "Es gibt keine Alternative". Es gibt Bereiche auf diesem Globus, die nicht oder nur in geringerem Umfange kapitalistischen Prinzipien unterworfen sind. In dem Falle wäre der Umkehrschluss, dass "er" sich auch nicht ausbreiten kann."

      Welch verquerte Argumentation! Der Krebs ist aufgehalten (gezähmt), solange der Wirt noch gesunde Zellen hat???
      DIESE Argumentation nenne ICH dann mal 'schlichten Unfug'...

      Ich gewinne (nicht nur bei Dir) den Eindruck, dass, je lausiger die Argumente, umso aggressiver werden sie vorgetragen...

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    10. @der Doctor:
      " ... das ich im verlinkten Artikel auch vorstelle, das aber selbstverständlich nur ein theoretischer Vorschlag ist."
      Hast mich neugierig gemacht
      WO verlinkt?
      Bitte Link posten..!
      Liebe Grüße
      Duderich

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    11. Falls du in meinen Zeilen "Aggressivität" zu erkennen glaubtest - meinet wegen. Die erkenne ich auch oft bei dir. Ist aber kein Problem für mich. Ich halte meine Argumente jedenfalls nicht wesentlich schlechter als "deine", die du mit "Nein, nein, nein..." einleitest. Und die du leider ja auch weiterhin nicht lieferst.

      Um bei deinem "Beispiel" (Krebs) zu bleiben, versuche ich mal, deiner Logik zu folgen: du lehnst also folglich jede (auch schmerzlindernde) Behandlung grundsätzlich ab, weil die Ursache zum gegeben Zeitpunkt nicht voll umfänglich zu beseitigen ist...!?

      Überhaupt hat "der Kapitalismus" nichts mit einer Krankheit wie Krebs zu tun. Es ist ein System - welches allein nur durch das Handeln der Menschen entsteht. Folglich ist es auch änderbar. Wenn dieses Argument nicht zieht - warum ist dann für einen Kapitalisten jede Einschränkung seiner "Freiheit" (z. B. durch Steuern) "Sozialismus"? Existieren diese Systeme nicht nebeneinander, gar ineinander verschränkt...? Meinst du nicht, dass sich im "vollkommenen" Kapitalismus überhaupt noch solche Fragen wie Kündigungsschutz, Streikrechte, Urlaubsgesetze usw. stellen würden...?! Ich dachte, der Kapitalismus sei nicht einhegbar - warum wird er dann derzeit immer noch in (abnehmenden Maße) "eingehegt...?!

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    12. @duderich. in meinem Post oben ist der Link angegeben, funktioniert aber leider nicht.nicht.ansonsten kannst du auch bei mir ins Archiv gehen,Januar 2014:"Ist das kapitalistische System reformierbar?"
      L.G.,der Doctor

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    13. @Dennis82:
      "Ich dachte, der Kapitalismus sei nicht einhegbar..."

      Das dachtest Du nicht, sondern ich.

      " - warum wird er dann derzeit immer noch in (abnehmenden Maße) "eingehegt...?!"

      Wie kann etwas 'in abnehmenden Maße' eingehegt werden?
      Klingelt es nicht bei Dir, wenn Du ein abnehmendes Maß der nicht korrumpierten Bereiche wahrnimmst? Du aber das immer noch als Einhegung verstehst? Hörst Du den Knall nicht???

      WENN die Umverteilung von arm zu reich sich irgendwann mal umkehren sollte, DANN glaube ich Dir, dass der K. einhegbar ist. Solange das nicht der Fall ist, pfeifst Du nur im Walde.
      Und das ziemlich leise, innerhalb eines lauten Getöses.

      "Meinst du nicht, dass sich im "vollkommenen" Kapitalismus überhaupt noch solche Fragen wie Kündigungsschutz, Streikrechte, Urlaubsgesetze usw. stellen würden...?!"

      Diese ganzen sozialen Errungenschaften stammen aus der Vergangenheit. Aus Zeiten, als die SPD noch sozialdemokratisch war.
      Ist es nicht so, dass genau DAS deutschlandweit, europaweit, weltweit permanent geschliffen wird - mit der Begründung der Wettbewerbsfähigkeit und Konkurrenz?
      Wo geht denn die Reise hin in Deiner Wahrnehmung?
      Zu mehr sozialer Gerechtigkeit?
      Oder zu immer mehr Ausbeutung, zur Schleifung sozialer Erungenschaften im Namen den Konkurrenz und des Wettbewerbes?

      Stampfte der kleine Dennis mit dem Fuß auf den Boden - weil nicht sein kann, was nicht sein darf!?

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    14. Wie kann etwas 'in abnehmenden Maße' eingehegt werden?
      Klingelt es nicht bei Dir, wenn Du ein abnehmendes Maß der nicht korrumpierten Bereiche wahrnimmst? Du aber das immer noch als Einhegung verstehst? Hörst Du den Knall nicht???


      Ich frage dich: Gibt es überhaupt ein Wirtschaftssystem, das nicht von Arm zu Reich akkumiliert? Auch im realexistierenden Sozialismus wurden die Reichen reicher.

      Ich behaupte: Es gab kein solches Wirtschaftssystem und es wird auch keines geben! Der Grund: Die Umverteilung von Arm zu Reich ist eine Folge des Wirtschaftens, nicht des Kapitalismus.

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    15. @Stillewasser:
      "Der Grund: Die Umverteilung von Arm zu Reich ist eine Folge des Wirtschaftens, nicht des Kapitalismus."
      Wie darf ich das verstehen? Arm hat schlecht gewirtschaftet und reich gut?

      Und warum soll es kein Wirtschaftssystem geben können, wo von oben nach unten verteilt wird?
      Wegen der Armee der Lobbysten, von den Reichen und Mächtigen gesteuert?

      Soll der Kapitalismus uns halt langsam zu Tode nagen?
      Alternativlos?

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    16. Diejenigen, welche die wirtschaftlichen Spielregeln am besten verstehen und über die meiste Macht und Mittel verfügen, werden die Reichtümer anhäufen.
      Ein Wirtschaftssystem, bei dem der wirtschaftlich Stärkere weniger bekommt als der Schwächere - nur so wäre eine Verteilung von Oben nach Unten in einem Wirtschaftssystem möglich - wird nicht funktionieren.

      Mein Punkt ist ein anderer: die Umverteilung ist keine Frage des Wirtschaftssystems, sondern wird immer ein ständiger politischer Kampf sein. Aus diesem Grund glaube ich nicht an ein erlösendes System, das keine Nebenwirkungen hat.

      Die beste Utopie wäre, wenn jeder über eigene Produktionsmittel, Energieerzeuger und andere Ressourcen verfügen würde, so dass ein Wirtschaften ohne existenzielle Zwänge möglich wäre. Und die verrückteste Idee von mir ist, dass diese Utopie am besten mit dem Kapitalismus zu erreichen wäre, da der Zwang zur Kostenreduktion die Entwicklung begünstigt. Die Produktion mit einem eigenen 3D Drucker ist günstiger als die Massenproduktion.

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    17. Verteilung in Richtung reich als Folge von "Wirtschaftsvorgängen" wird bei Georg Trappe - sapere aude beschrieben. Er legt dar, dass es nicht eines "besseren" Wirtschaftens bedarf, sondern dass allein der Zufall für die Anhäufung von Vermögen sorgt. http://georgtsapereaude.blogspot.de/2014/02/0x2a-die-welt-das-finanzcasino-und-die.html
      Selbst ausprobieren geht hier: ==>
      http://www.lutanho.net/trading/wirtschaftskreislauf.html

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  5. Die Russen habens gut.
    Einen tollen praesidenten der sich kuemmert
    viel land und reichtum
    wenn ich juenger waer wuerd ich dorthin auswandern
    und was haben wir ?
    Verbrecher und Luegner an der Macht
    alles was schoen war wurde abgeschafft
    deutschland stirbt
    die familie
    die arbeit
    die gesundheit
    die bildung
    die freude zu leben
    die kultur
    alles geht den bach runter
    der Geist ist krank
    wir haben uns abgefunden
    und keine Kraft
    Wir glauben das es nicht geht das alles zu aendern
    Immer haben wir nur Unterdrueckung erlebt.
    Wir sind kapitalistisch durchtraenkt
    und so dem Leid anheimgefallen
    das Leid nimmt zu ueberall
    Blutgeld fuer den Kapitalismus
    fuer die Psychopathen und Kinderschaender
    Schaust du nach innen
    siehst du dein eigenes leiden
    deine Gier und deine verblendeten Meinungen
    Bist das wirklich Du
    dieser Scheiss.
    Was wuerden wir eigentlich wirklich wollen
    wenn wir wirklich etwas wollen wuerden
    Glueck Freude Reichtum Anerkennung Liebe
    aber da glauben wir nicht dran
    wir sind schon froh heute zu uberleben.

    PARADISE NOW
    Mein Ziel ist das Hoechste
    alle kleineren Ziele waeren sinnlos ohne das Hoechste.
    Glueck Wissen Liebe
    Die Freiheit vom Ego beginnt mit der Freigiebigkeit
    Nach Hartz4 Sahne1
    Trauen wir Putin und dem neuen Wind der Vernunft
    von der unipolarity zur multipolarity
    von da zur Soverignity aller Laender
    Wir sind die Menschheit
    Helfen wir uns gegenseitig
    Oeffnen wir unsere Herzen
    und bekaempfen den Faschismus
    mit aller Haerte und Konsequens
    Das ist unsere Chance
    ueberall

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    1. Das ist eine dieser Aussagen , die nahelegen , daß es zwar Quatsch ist , Leute als "Putinversteher" zu bezeichnen , wenn sie für Vernunft plädieren , daß es aber tatsächlich sehr bedenkliche Verbindungen gibt zwischen europäischem Dumm-Populismus und der naiven Verherrlichung Putins .

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  6. @Art Vanderley
    Yup, man wird wohl generell eher Vertrauen zum Glauben finden müssen, dass sich dereinst die Sparte; "personifiziertes Heldentum und sein Fußvolk", auch außerhalb eines Pragmatismus, so eingehend selbst betrachtet, dass sie zur Einsicht gelangen könnte, dass sie einen beträchtlichen Teil eines ausgesprochen langem geschichtlichem Desasters ausmacht.

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  7. Ich wäre sofort Feuer und Flamme für einen revolutionären, neuen Gesellschaftsentwurf in dem man endlich auf Geld verzichten kann, die ständige, quälende Wirtschaftstretmühle ein Relikt der Vergangenheit ist und jeder seine volle Kreativität entwickeln und der Gemeinwohl zur Verfügung stellen kann usw. usw....

    Aber leider ist das eine Utopie, die vielleicht noch in Star Trek oberflächlich abgebildet wird (wobei es sich bei Star Trek eher um eine Wissenschaftsdiktatur handelt wenn man genauer hinsieht).

    Ich kann mich dem Dude nur anschließen. Der Kapitalismus kann nicht "abgeschafft" werden.
    Außerdem werde ich das Gefühl nicht los, dass dem Kapitalismus einfach mal alles Übel dieser Welt in die Schuhe geschoben wird wohingegen die Wahrheit wesentlich komplizierter ist.
    Die Erfindung des Geldes jedenfalls hat zumindest dazu geführt, dass Überleben möglich geworden ist, ohne jemandem den Schädel einzuschlagen um an seine Vorräte zu kommen. Man konnte plötzlich jederzeit kaufen, was man brauchte.
    Kann es sein, dass das Geld unsere Welt friedlicher gemacht hat?
    Ich weiß es nicht....so long....nichts für ungut

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  8. Macht es wirklich Sinn, eine andere Weltordnung einzufordern? Wo führt das hin?
    Marx hat es sicher gut gemeint, aber was für ein ideologisches Chaos und was für blutige Auseinandersetzungen sind daraus entstanden?
    Jesus würde sich wahrscheinlich im Grab umdrehen, wenn er sehen würde, was aus dem geworden ist, was er damals losgetreten hat. Millionen Tote, Hingerichtete und Verbrannte gehen auf sein Konto. ...oder halt,...im Grab wird er sich dann wohl doch nicht umdrehen....er ist ja auferstanden...hätte ich glatt vergessen.
    Jedenfalls scheint es regelmäßig gründlich in die Hose zu gehen, wenn jemand versucht, etwas zu unternehmen um die ganze Gesellschaft besser zu machen.
    Marx hatte ja auch wirklich keine Ahnung, was die gesellschaftliche und technische Evolution in seiner Zukunft alles für bunte Blüten treiben wird. Mal ehrlich: "Eigentum an Produktionsmitteln" im Sinne von Rohstoffen, Grund und Boden etc... wirkt das nicht etwas unbeholfen für eine Theorie, die uns heute noch etwas bringen soll? Hallo? Also ich bin froh, dass ich keine Produktionsmittel in diesem Sinne besitze. Der Begriff "Eigentum" besagt doch heute oft nichts anderes als "Zuständigkeit" oder "Verantwortung". Außerdem ist doch die Aktiengesellschaft ein Paradebeispiel dafür dass der Traum aller Marxisten in Erfüllung gegangen sein muss. Die ach so ausgebeuteten Arbeiter können jederzeit Anteilseigner an der Firma werden in der sie "ausgebeutet" werden. Was will man mehr?
    In Zeiten von Silicon Valley wirkt eine Theorie die den ganzen Weltzusammenhang mit der simplen Unterscheidung von Arbeitern und Kapitaleigner erklären will nahezu lächerlich.
    Ich glaube das die ganzen Freiheitskämpfer und Weltverbesserer einfach eine Spur bescheidener sein müssten. Sich anzumaßen man wüsste wohin die Reise geht und was zu tun ist damit es allen gut geht grenzt für mich an Überheblichkeit.
    Es sollte reichen sich einfach nur dagegen zu wehren wenn man ungerecht behandelt wird oder wenn einem etwas fehlt. Die gesellschaftliche Evolution wird schon dafür sorgen dass die Entwicklung dadurch in die richtige Richtung geht aber den großen Weltentwurf zwischen zwei Buchdeckeln wird es wohl nicht geben.

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    1. "In Zeiten von Silicon Valley wirkt eine Theorie die den ganzen Weltzusammenhang mit der simplen Unterscheidung von Arbeitern und Kapitaleigner erklären will nahezu lächerlich."

      echt jetzt? sind die putzfrauen in cupertino anteilseigner von apple, so im verhältnis anteilsscheine pro arbeitsstunden?

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  9. @ Werner:
    bist du selbst mitglied der INSM, oder bezahlen die für solche beiträge?
    deine argumente kurz gefasst:
    - Marx war ein wirrkopf und schuld an millionen toten
    - desgleichen andere "notorische weltverbesserer" wie Jesus
    - deswegen sollte man die gesellschaftliche entwicklung am besten gleich mit TINA begegnen
    - eigentum an produktionsmittel bedeutet lediglich "zuständigkeit und verantwortung" (!!!)
    - aktiengesellschaften sind gelebter sozialismus
    - Silicon Valley ist das künftige paradies

    einzig deinem letzten satz kann ich zustimmen: den großen weltentwurf wird es nicht geben. aber daraus auf ein "weiter so" zu schließen ist entweder naiv, dumm oder zynisch.
    wer die welt in den letzten 500 jahren allerdings massiv verändert hat, waren die kapitalisten.
    der deutlichste effekt des geldes? ein prozent der bevölkerung besitzt über 50 prozent des weltweiten vermögens! eines vermögens, das anfänglich mal allen menschen gemeinsam gehörte. gewalt und geld haben das bewirkt und bewirken es weiter.
    Credit Suisse (eine sozialistische kampforganisation!) hat gerade ermittelt, dass man mit 20 dollar bereits zur reicheren hälfte aller amerikaner gehört. die unteren 50 prozent sind nämlich per saldo verschuldet. und du erzählst uns was von aktien, die jeder haben könnte.
    nein es bleibt dabei: 99 prozent der menschheit hat nichts außer ihrer arbeitskraft und lässt sich von einem prozent mit wirtschaftlicher und manifester gewalt versklaven. sie schauen zu, wie ihre lebensgrundlagen zerstört werden, ihre kinder in kriege um ressourcen getrieben werden oder sich mit industrie-fraß von Monsanto vergiften.
    du sprichst von "evolution". evolution heißt "survival of the fittest". das ist zutiefst inhuman. menschen besitzen bewusstsein und gewissen, d.h. sie können ihr handeln steuern und ethisch bewerten. genau hierin unterscheiden sie sich (wahrscheinlich) von den meisten tieren. darauf haben menschen wie Buddha, Jesus oder eben auch Marx hingewiesen. leider konnten sie bisher nicht verhindern, dass wir uns gegenseitig wölfe sind. aber wenn wir weiter nichts tun, wird das "projekt menschheit" sich in wenigen generationen erledigt haben. das ist dann eben EVOLUTION!

    lg
    don

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    1. Leicht verspätet: Vielen Dank für diese 100% passende Entgegnung!

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  10. Die geplante Zuwanderung wird nur als Vorwand benutzt, um von den wahren Problemen abzulenken. Solange die Deutschen die wahren Ursachen der Probleme nicht angehen, solange wird Deutschland immer asozialer werden, wie die Prämien für Agenturleiter der Jobcenter für das Erreichen der Sanktionsquote unseres asozialen Sozialsystem eindeutig belegt.

    Die meisten Menschen sind als Lern-, System-, oder Konsumsklave beschäftigt oder mit sich selbst überfordert. Die Meisten von denen haben von solchen Sachen, wie Geldschöpfung aufgrund von Schulden ohne Deckung durch Sachwerte, Geldsystem in fremden Händen, exponentielles Zinssytem und der dadurch bedingte Wachtstumszwang der Realwirtschaft, welche überflüssige und völlig sinnentleerte Dienstleistungen, wie Call-Center hervorgebracht haben, doch noch nie etwas gehört! Wenn die Realwirtschaft gesättigt ist, weil kein Markt unendlich ist, fangen die Probleme an. Überall fehlt Geld und keiner weiß warum. Das man durch Arbeiten überhaupt gar kein Geld generieren kann, sondern nur Schulden, die ein anderer aufnehmen muß – wissen auch nur die Wenigsten. Und verschulden können die Anderen sich nur, wenn sie der Bank im Gegenzug echte Sachwerte als Sicherheit überlassen. Jetzt müßte es aber doch so langsam mal bei den Deutschen im Kopf klingeln oder?

    Bei den meisten klingelt es ja erst, wenn die Arbeit weg, Einfamilienhaus weg, Porsche weg, Frau weg ist und wer ist daran jetzt schuld? Doch nicht die Arbeitslosen, die tun doch überhaupt nichts. Das ist der Preis dafür für Jahrzehnte langes wegschauen während Zentralbanken, Konzerne und Roboter, die ohne Ausgleichsabgabe und Freihandelsabkommen die Gewinne ohne jegliche Kapitalverkehrskontrolle quasi an eine Steueroase weitergeben – umgeben von schönen nackten Mädchen auf einer Südsee-Insel von der ihr noch nicht einmal wißt, daß es sie gibt und wie man da eigentlich hinkommt. Dagegen ist das Bedingungslose Grundeinkommen für 500 bis 750 Millionen Menschen in Europa mit rund 1.500 Euro im Monat nur ein Katzensprung entfernt.

    Wenn man ein neues System will muß man das alte System loslassen.

    Fakt ist : Gewinne können immer nur dann entstehen, wenn ein Anderer Verluste hat. Und Armut kann nur durch Reichtum entstehen und Reichtum kann nur durch Armut entstehen.

    Laßt das alte System los und stellt die Bücher in die Bibliothek in das Regal für gescheiterte Wirtschaftswissenschaften.

    Vielleicht werden die Bücher in der Hausbibliothek der Enterprise im 24. Jahrhundert der Ausleih-Renner als Nachtlektüre auf welchem Irrweg die Menschen im 21. Jahrhundert waren.

    „Ja, ich entsinne mich vom Ende der Lohnarbeit auf der Sternenflotten-Akademie gelesen zu haben. Die Lohnarbeit fand Mitte des 21. Jahrhundert durch die schuldgeldbedingte und verzinste hohe Produktivität, weil niemand mehr all den unnützen Plunder konsumieren wollte, ein schnelles Ende und wurde durch das Bedingungslose Grundeinkommen vollständig ersetzt – bevor man später gar kein Geld mehr benötigte“.

    Jean-Luc Picard vom Raumschiff Enterprise im 24. Jahrhundert

    Quellen :

    EU ruiniert Sozialstaat / Ei, wo isser denn der Sozialstaat?
    https://aufgewachter.wordpress.com/2014/01/13/eu-ruiniert-sozialstaat-ei-wo-isser-denn-der-sozialstaat/

    Kapitalismus gescheitert / Grundversorgung kommt
    https://aufgewachter.wordpress.com/2014/02/20/kapitalismus-gescheitert-grundversorgung-kommt/

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    1. "Bei den meisten klingelt es ja erst, wenn die Arbeit weg, Einfamilienhaus weg, Porsche weg, Frau weg ist und wer ist daran jetzt schuld?"

      was? so schlimm ist das? lass' klingeln, kumpel!
      klingelingeling die post ist da
      klingelingeling juchheirassa...

      so, jetzt bin ich aufgewacht. der porsche weg, die frau auch. mein haus? wo ist mein haus? hat jemand mein haus gesehen? weg. oh jehmine...

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  11. @Don M. Tingly Naja, also Wirrkopf ist jetzt wirklich ein zu hartes Wort, aber dass Millionen von Toten auf das Konto von Marx und Jesus gehen, liegt ja wohl auf der Hand!
    Ok, Spass bei Seite,...irgendwie werd ich aber trotzdem den Eindruck nicht los, dass da doch ein Stück Wahrheit hinter steckt.
    Kommt mir jedenfalls antiquiert vor, die Verhältnisse des 19.Jahrhunderts immer noch zur Erklärung der heutigen Wirklichkeit heran zu ziehen.
    Außerdem finde ich tatsächlich, dass das Silicon Valley uns zumindest dem Paradies näher bringt als alles Andere.
    Meine Überzeugung ist, dass es nur die Technik fertig bringen wird, uns vom Hamsterrad der Lohnarbeit zu befreien. Technischer Fortschritt und keine Revolution, kein "Aufbegehren der unterdrückten Arbeiterschaft" wird uns in ein neues, besseres und geldbefreites Zeitalter bringen.
    Und sorry, aber der Sozialismus konnte bislang nicht gerade mit technischen Innovationen glänzen. Vieles, was der Kapitalismus an Erfindungen und Innovationen hervorgebracht hat, ist schädlich und überflüssig, geschenkt,...aber ohne trial and error ist weder Mutter Natur noch Wissenschaft ausgekommen. Womit wir wieder bei der Evolution wären. Du findest das zutiefst inhuman? Evolution ist ein Prinzip der Weiterentwicklung und Anpassung. Findest du die Schwerkraft auch inhuman, weil es ja so weh tut, wenn man auf die Fresse fällt? Die Evolution fragt nicht nach Humanität, gewöhn dich dran.
    Im Übrigen bedeutet Survival of the fittest nicht "der Stärkste überlebt" sondern "der Angepassteste überlebt"...nur mal so, zum nachdenken.

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  12. @Don M. Tingly "..mit "produktionsmitteln" meine ich gesellschaftliche produktionsmittel im marxistischen sinne: also insbesondere grund und boden, rohstoffe, holz, wasser und die aus ihnen erstellten arbeitsmittel wie fabrikgebäude, fahrzeuge, maschinen usw."
    Also wenn "Eigentum an Produktionsmitteln" immer noch die Hauptrolle in der Frage spielt, wer ausbeutet und wer ausgebeutet wird, dann frage ich mich, welches Eigentum an Produktionsmitteln denn Mark Zuckerberg, Bill Gates usw. gehabt haben, dass sie solch enorme wirtschaftliche Macht bekommen haben? Grund und Boden? Rohstoffe? Stahl? Erz? Nichts dergleichen!
    Data Mining ist das Zauberwort unserer Zeit. Heute schürft man nicht mehr nach Gold und Rohstoffen sondern nach Information. Und genau diese Informationen sind eben nicht im Besitz von Kapitalisten sondern zunächst mal besitzt jeder von uns einen kleinen Teil davon. Die Frage, wieviel Kontrolle jeder kleine Normalbürger über die Weitergabe seiner Daten und Informationen hat ist in aller Munde und ist zur Zeit noch nicht abschließend geklärt. Aber Fakt ist, dass ich als Konsument eine enorme Macht mit meiner Kaufentscheidung ausüben kann. Und damit sind wir bei der Macht der Konsumenten angelangt. Die Konsumokratie könnte also ein politisches Modell der Zukunft sein.
    Mal ganz grob skizziert zeichnet sich doch hiermit deutlich ab daß in unserer Zeit völlig andere Machtstrukturen entstanden sind als sie zu Zeiten von Marx noch zu finden waren. Wo bitte, mal ganz im Ernst, sind hier noch klassische Produktionsmittel gefragt?

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    1. und wie genau betreiben die herren ihr tolles "data mining"? mit nichts als ihrem geist und ein wenig luft zum atmen? oder könnte es sein, dass in jedem der paar wenigen computerchen, die Zuckerberg so am laufen hat vielleicht doch ein wenig "erz, stahl oder rohstoff " steckt?
      auch habe ich mal gehört, dass die entwickler von Microsoft in häusern aus stahlbeton, glas und anderen "rohstoffen" sitzen und - und das konnte ich wirklich lang nicht fassen - dass diese computer strom brauchen. ja, tatsächlich, strom! und der kommt - wer hätte es geglaubt - nicht aus der steckdose, sondern von riesigen kraftwerken. und diese kraftwerke verschenken den strom nicht etwa. nein! da muss man auch noch zahlen dafür. und zwar mit kapita..., äh geld!
      sowas?!? und ich dachte immer in der heutigen "dienstleistungsgesellschaft" brauchen wir das ganze archaische zeugs nicht mehr. (satire off)

      nein, Werner. auch in unserer zeit bildet das eigentum an produktionsmitteln nach wie vor die grundlage allen wirtschaftens. ohne stahl etc. können wir uns noch nicht mal gegenseitig die haare schneiden.

      und deine "konsumokratie" ist und bleibt der traum grün getünchter neoliberaler. allein der eklatante informationsunterschied macht ein auswählen auf augenhöhe unmöglich.
      dann die verfügbarkeit: wenn du in einer ländlichen gegend lebst, ist der nächste öko-supermarkt vielleicht 25 km entfernt. ALDI und LiDL dagegen im gewerbegebiet am ortsrand.
      konsumveränderung ist nötig, da gebe ich dir recht. aber die kommt nicht von allein, sondern nur, wenn wir industrie und handel konkrete gesetzl. vorgaben machen.
      die machtstrukturen haben sich insofern im vergleich zur kaiserzeit eher noch verschlechtert. damals konnte man wenigstens noch auf einen gutmeinenden monarchen hoffen. heutzutage wird den konzerninteressen alles, aber wirklich restlos ALLES untergeordnet. nur das ausführende (regierungs-)personal darf man sich alle vier jahre selber wählen.

      lg
      don

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  13. @Werner:
    wir waren tatsächlich schon mal ein stückchen weiter als 1850. bis zum ende der 70er jahre war die nachkriegsentwicklung ganz fortschrittlich - wenn auch nicht perfekt. aber seit dem die neoliberalen das ruder übernommen haben, haben wir das rad wieder ganz schön zurück gedreht: kein einfacher arbeiter, weder in Europa noch in den USA - kann heute mit seinem gehalt eine familie ernähren. das war in den 60/70 er jahren der normalfall. die rate von studenten aus arbeiterfamilien ist wieder rückläufig. die ehemaligen kolonien versinken in gewalt und armut. usw. usw.
    bei der technik gebe ich dir recht. sie könnte uns aus dem hamsterrad befreien. aber nur, wenn sie auch dazu verwendet wird und nicht, wie derzeit, ausschließlich zur profitmaximierung der eliten: geplante obsoleszenz, abgas-manipulierte VWs, medikamente die nicht (mehr) produziert werden, weil man sie nur in der dritten welt braucht. um nur einige stichworte aufzuzählen.
    der vorteil des sozialismus liegt genau darin, dass erfindungen und neuerungen allen zugute kommen.
    und der "trial and error"-kapitalismus hat uns mit seinem atommüll und seiner unumkehrbaren klimaerwärmung wirklich reichlich "beschenkt".
    abschließend: ich finde nicht das prinzip der evolution inhuman, sondern wie wir damit umgehen. der ungelenkte evolutionäre prozess ist oft grausam. wie die schwerkraft. nur, dass man gegen letztere nichts tun kann. in den evolutionsprozess greifen wir dagegen permanent ein: z.b. ist es evolutionär ohne vorteil, dass frauen nach der menopause weitere 40 jahre leben. jede heilung von krankheiten durch medikamente verändert den lauf der evolution., jede züchtung von nutzpflanzen usw.
    warum sollten wir also gerade im bereich der wirtschaft den evolutionsprozess nicht lenken? und dann ist es völlig wurscht, ob du den profiteur den "stärksten" oder den "angepasstesten" nennen willst.
    es bleibt einem so oder so nur die wahl zwischen fremdbestimmung oder untergang. und das ist sicher kein ausgang aus dem hamsterrad.
    wir sollten die evolution ganz im gegenteil auf eine neue stufe heben. nämlich auf eine bewusstseins-entwicklung. hin (oder besser zurück) zu liebe, solidarität und zusammenarbeit, anstelle von misstrauen, neid und gewalt.

    lg
    don

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  14. @Don M. Tingly
    Ok, du meinst also Computer sind aus Eisen und brauchen Strom der aus Kohle hergestellt wird und deshalb sind es immer noch die archaischen Rohstoffe, die die Welt beherrschen?...naja.
    Ich denke, dass wir auf dem Weg in eine Zeit sind, in der wir tatsächlich den täglichen Kampf ums Überleben hinter uns gelassen haben. Nur der Kampf um knappe Ressourcen befeuert die Innovationskraft und den Erfindergeist auf der Suche nach technischen Lösungen die eben diese Knappheit überwindet. Das ist in der Tat ein sehr kapitalistischer und von Konkurrenzkampf geprägter Weg, aber er führt zur Überwindung dieser Abhängigkeitsverhältnisse und Machtstrukturen.
    Insofern bin ich doch ganz bei Marx und seiner Dialektik, oder? These, Antithese, Synthese

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    1. "Nur der Kampf um knappe Ressourcen befeuert die Innovationskraft und den Erfindergeist auf der Suche nach technischen Lösungen die eben diese Knappheit überwindet. Das ist in der Tat ein sehr kapitalistischer und von Konkurrenzkampf geprägter Weg, aber er führt zur Überwindung dieser Abhängigkeitsverhältnisse und Machtstrukturen. "

      Wodurch wurden denn die Ressourcen knapp?
      Nicht etwa durch Raubrodung, Überfischung, etc...?
      Und sind diese nicht letztendlich begründet in dem Gewinnstreben weniger Profiteure zum Schaden der Gemeinschaft?

      Es ist mir dann doch ein wenig zu technikgläubig, die ökologischen Verwerfungen durch technischen / wissenschaftlichen Fortschritt kompensieren zu wollen.

      Die Natur ist unsere Lebensgrundlage, denn wir sind immer noch biologische Wesen, die atmen, trinken und essen müssen.
      Der stetige Raubbau an der Natur mag zwar einzelne Aktien befeuern, aber er schaufelt der Menschheit langristig das eigene Grab.

      Übirgens innerhalb dieses Systems und seiner Machtstrukturen, wird keine Innovation der Gesamtheit dienen: Entweder wird sie von den Machthabenden vereinamt - oder wenn das nicht möglich ist, unterdrückt.

      Gesellschaftliche Entwickling kann nicht ausschließlich durch technische Innovation getragen werden.
      Es gehört immer noch ein (humanistisch fundierter) Erkenntnisgewinn dazu.

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    2. "Ok, du meinst also Computer sind aus Eisen und brauchen Strom der aus Kohle hergestellt wird und deshalb sind es immer noch die archaischen Rohstoffe, die die Welt beherrschen?...naja."

      dass diese aussage kein argument ist, weißt du ja selbst - aber geschenkt.

      wie du aber darauf kommst, "dass wir den kampf ums überleben hinter uns gelassen haben", angesichts einer welt mit (offiziell) 800 millionen hungernden und zwei milliarden, die von weniger als 2 dollar täglich leben müssen, weiß ich nicht.
      das gegenteil ist der fall: steigende bevökerungsdichten und die auswirkungen des klimawandels, werden in nicht all zu ferner zeit zu (atomaren) kriegen, vertreibung, not und elend führen.

      der kapitalismus befördert leider keine lösungen, sondern gießt öl ins feuer: es ist einfach leichter mit mangel geld zu verdienen. wohnraum oder spekulation auf nahrungsmittel, privatisierung von wasser, landgrabbing usw., usw.
      technische lösungen , die nur dann und von dem realisiert werden, der den größten profit macht, sind eben KEINE LÖSUNGEN.
      die atomkraft, der verbrennungsmotor, billig-airlines, pestizide...
      all das wurde jahrzehntelang von der wirtschaft als "fortschritt" verkauft. die gewinne flossen in die taschen weniger. für die schäden und deren beseitigung werden noch deine ur-enkel bezahlen - und zwar mit geld UND gesundheit.

      was wir brauchen ist die erkenntnis, dass die menschheit nur überleben wird, wenn sie zusammenarbeitet. nicht wenn sie jeder gegen jeden (also kapitalistisch) gegeneinander ankämpft.
      nur wenn wir die riesigen menschlichen potenziale zum wohle aller einsetzen, ohne die kleingeistige frage zu stellen, wer welchen anteil und damit welchen lohn verdient hat, werden wir es schaffen in frieden und auskömmlich zu leben.

      wer hat den an einer gelungenen herz-op den größeren anteil: der professor mit dem skalpell? die op-schwester, ohne die es nicht geht? der bauarbeiter, der mitgeholfen hat, das krankenhaus zu bauen und mit dessen steuern das studium des professors bezahlt wurde?
      mit welchem recht verdient der professor das zehnfache der beiden anderen? weil er seiner berufung folgen darf? weil seine eltern ihm zum abitur verholfen haben? oder warum genau?

      lg
      don

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  15. @Don M. Tingly
    Ok, zugegeben, der technische Fortschritt alleine wird nicht ausreichen um Machtstrukturen und Gesellschaft zu reformieren.
    Aber ich habe trotzdem ein Problem mit deinem Gesellschaftsentwurf. Meiner Meinung nach hat der Kapitalismus und vor allem das Geld eine ziemlich einzigartige Eigenschaft, nämlich eine regulative Funktion die nicht auf Entscheidungen irgendeines politischen "Zentralkomitees" angewiesen ist. Der springende Punkt ist das Geld in erster Linie motiviert. Man könnte sagen, dass die Funktion des Geldes in erster Linie die eines Motivators ist. Es motiviert Menschen Dinge zu tun die sie normalerweise nicht tun würden, im Guten wie im schlechten Sinne. So gesehen leben wir im Kapitalismus in einer hoch motivierten, vielleicht auch übermotivierten Gesellschaft. Ich meine das an dieser Stelle wirklich völlig wertfrei. Geld motiviert zu vielen unmenschlichen und schlechten Taten eben so wie es motiviert Gutes zu tun. Mit Geld kann ich jemanden dazu bewegen mir etwas zu geben was er mir normalerweise nicht gegeben hätte. Und mit Geld kann ich jemanden dazu motivieren Dinge zu tun die er normalerweise niemals tun würde. In dieser Motivationskraft des Geldes sehe ich die Innovation und Entwicklungsfähigkeit unserer Gesellschaft.
    Warum der Professor besser bezahlt wird als die Krankenschwester? Ganz einfach weil es wesentlich schwerer ist, jemanden dazu zu motivieren, ein langes, schwieriges Studium zu absolvieren, sich anschließend womöglich hoch zu verschulden um eine Arztpraxis auf die Beine zu stellen um dann innerhalb eines relativ kurzen Berufslebens noch genug zu verdienen um im Alter abgesichert zu sein. Ganz offensichtlich ist es leichter, jemanden zu motivieren, den Beruf der Krankenschwester zu erlernen.
    Es geht nicht nur um das einzelne Resultat der verschiedenen Berufe (in deinem Beispiel die OP) sondern um die Entscheidung eines Menschen, welchen beruflichen Weg er bereit ist zu gehen.

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  16. Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte hier nicht das Geld oder den Kapitalismus verteidigen. Aber ich denke, dass das Geld eine einzigartige Funktion erfüllt. Ein wirklich funktionierender, alternativer Gesellschaftsentwurf muß auch eine Antwort auf die Frage haben, was denn diese Aufgabe übernehmen kann. Was, wenn nicht das Geld, soll die Funktion eines universellen Motivators übernehmen?
    Es geht auch nicht darum, ob man sich vorstellen kann, dass Menschen aus z.B. idealistischen Gründen motiviert genug sind, Dinge zu tun, anderen zu helfen usw. Sondern es geht darum, dass eine Gesellschaft ein universell einsetzbares Mittel braucht, bei dem eine hohe Verlässlichkeit auf dessen motivierende Eigenschaft besteht. Man muß sich sozusagen darauf verlassen können, dass es funktioniert.

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  17. @Werner:

    na jetzt verkennst du glaube ich die realität schon ein stück weit: ich glaube, dass ein studium (egal in welchem fach) in der geschichte immer ein privileg war und nichts zu dem man die menschen hätte besonders "motivieren" müssen. schon gar nicht mit materiellen anzeizen.
    wer glaubst du übt seinen beruf mit mehr freude und selbstverwirklichung aus? der bestverdienende, hoch anerkannte professor, der sich das fach auswählen konnte, oder der schlechtbezahlte müllwerker, der den job nur deswegen macht, weil er unbedingt geld braucht und dessen kinder sich in der schule schämen, den beruf des vaters zu nennen?
    und ganz ehrlich: glaubst du wirklich, chirurgen müssen sich mehr sorgen um ihre alterssicherung machen als krankenschwestern?

    geld als motivator? dann hätte kaum eine gesellschaft bis heute überlebt. denn geld hatten immer nur wenige. du kannst sicher sein: menschen sind von haus aus eine soziale spezies. sie kümmern sich um einanderund sorgen für das wohl aller.
    der neid und die gier, die der kapitalismus braucht, wurden den menschen dagegen künstlich anerzogen. sie sind mittel zum zweck für wenige. und sich dessen wieder bewusst zu werden, ist die große herausforderung für alle fortschrittlich denkenden.

    lg
    don

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    1. Ok, mal anders gefragt.
      Wenn man gegen den Kapitalismus ist, wofür ist man dann?
      Ich höre von Seiten der politischen Linken, von Globalisierungs- und Kapitalismusgegnern immer nur, wo gegen sie sind.
      Aber was mir fehlt ist ein durchdachtes Konzept das eine echte Alternative aufzeigt.
      Oder hat der Dude mit TINA recht und es gibt keine Alternative?
      Ist es ernsthaft so, dass die Linke den Marxismus wie eine Bibel vor sich herträgt und sonst keine echten Gesellschaftsentwürfe hat?
      Eine ganz einfache Frage: Wie soll die Gesellschaft aus Sicht eines Kapitalismusgegners denn aussehen?

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    2. sehr erhellend hierzu sind die vorschläge z.b. von Harald Welzer (Selbst Denken, S. Fischer Vlg.):
      er fordert eine post-wachstums-gesellschaft. sie ist prinzipiell solidarisch, d.h. jeder bekommt was er braucht, ohne darum betteln zu müssen. der konsum als wert an sich wird beendet. geld dient nur noch als universelles tauschmittel, aber nicht um sich selbständig via zins zu vermehren. die menschen werden umfassend und ergebnisoffen gebildet, berufspolitik wird durch ehrenamt bzw. politiker auf zeit ersetzt u.v.m. .
      gleichzeitig postuliert er eine sukzessive transformation durch trial and error, mit dem mut irrwege auch wieder aufzugeben.
      ich glaube mit ihm, dass wir einfach viel mehr mut haben sollten, an die positiven energien im menschen zu glauben und sie sich entfalten zu lassen. besser jedenfalls, als in dauernder angst vor sich hin zu vegetieren, wie es 98% der heute lebenden menschen tun müssen.

      lg
      don

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    3. @Don:
      Das Problem ist leider, dass selbst tragfähige Gesellschaftskonzepte, die die jetzige Reichtumsverteilung aufbrechen würde, von den Nutznießern eben dieser Reichtumsverteilung verhindert wird. Die Macht, politische Prozesse zu beeinflussen haben sie ja...

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    4. Ok, danke für den Hinweis. Die Thesen von Welzer sind in der Tat sehr erhellend.
      Mich beschäftigt dabei folgende Frage:
      Bei allem guten Willen, die Welt und die Gesellschaft zu verändern, sehe ich einen entscheidenden Unterschied darin, ob diese Veränderung politisch beschlossen und dann per Gesetz in Realität umgesetzt werden soll, oder ob Veränderungen sozusagen "von unten" kommen müssen. Von erster Variante halte ich nicht viel.
      Bei der zweiten Variante sind wir wieder bei der bereits erwähnten gesellschaftlichen Evolution. Setzt es sich als Trend durch, dass Konsum kein Wert mehr an sich ist, dann ist diese Richtungsänderung evolutionär erfolgreich, setzt er sich nicht durch, dann hat das Gründe. Vielleicht erfüllt der Konsum dann eine zu wichtige Aufgabe. Und wir sind wieder bei der ebenfalls bereits erwähnten Konsumokratie.
      Ich weiß nicht was ich davon halten soll, wenn ich (oft linke) Demonstranten sehe, die Veränderungen "fordern". Von wem fordern sie diese Veränderungen?
      Ich halte es für den falschen Weg, beispielsweise den Verkauf von spritfressenden SUVs verbieten zu lassen. Das Umdenken muß sich bewähren, es muß sich wie von alleine durchsetzen. Wenn es chic ist, ein Elektroauto zu fahren und der SUV Fahrer prollig wirkt, dann haben wir eine echte Veränderung, die sich bewährt hat. Diese Entwicklung kann man unterstützen, aber nicht von oben einfordern.
      Ich bleibe also dabei: Die Evolution ist das entscheidende Prinzip bei der Frage, wie wir in Zukunft leben wollen.

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    5. ich denke, es muss sicher "unten" losgehen. Welzer spricht glaube ich von 3-5 % der bevölkerung, die durch ihr verhalten die anderen mitreißen können und nennt als plausibles beispiel die anti-akw-bewegung in den 80ern, die den gesellschaftlichen humus bereitet hätte, dass letztlich auch die politik gar nicht anders konnte, als nach Fukujima den endgültigen ausstieg einzuleiten. anders als in anderen ländern, in denen es eben keine erfahrung mit protesten gab.
      bzgl des bildes von der evolution gebe ich zu bedenken, dass es auch immer wieder evolutionäre sackgassen gab, an deren ende das aussterben einer art stand. ich befürchte dass wir durchaus zyniker unter uns haben, die um ihres lebensstils willen, die menschheit sehenden auges in eine solche sackgasse treiben. ganz unter dem motto: so lange ich lebe, wird es schon noch gehen...
      so betrachtet ist der suv-fahrer eben der Dodo unter den menschen. (im kleinen gab es das übrigen auch schon: siehe z.b. den fall der Osterinseln, den auch Welzer erwähnt)

      lg
      don

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    6. Laut dem Wirtschaftsprofessor Giacomo Corneo ist der "Aktienmarktsozialismus" die einzige vernünftige Alternative. Eine These, die sich durchsetzt?

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  18. Geld ist das Blut des Wirtschaftskreislaufes. Wenn einzelne Leute mehr Geld anhäufen, als sie jemals verbrauchen werden, ist das so sinnvoll wie eine Thrombose mit anschließendem Schlaganfall. Niemand braucht Milliardäre.

    Damals konnte der regionalen Wirtschaft in Limburg nichts Besseres passieren als ein Bischof, der eben mal 30 Millionen für einen Gebäudekomplex raus haut. Chapeau!

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