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Sonntag, 29. Mai 2016

Gabriels dicke Backen

Abteilung: Ein Freier ohne Blumen

Ach, es gibt so vieles was schiefläuft. Als Blogger möchte man gegen jeden einzelnen Missstand aufbegehren. Das kann man aber leider als Lohnabhängiger mit 39h/Woche-Arbeitsverhältnis schon aus Zeitgründen nicht.

So ist es auch oberflächlich eine Lappalie, dass sich Gabriel an der AfD abarbeitet, anstatt selbst das einzulösen, was er einfordert.

Nichts liegt mir ferner, als diese xenophobe und nationalistische AfD.
Aber der AfD vorwerfen, sich nicht mit den wirklich Mächtigen anzulegen???
Hallo?
WER ist denn in der Regierung?
Und wer knickt vor Lobbyisten ein, um dann TTIP zu propagieren?

Es ist wirklich absurdes Theater, diese erkenntnisresistente Demontage einer ehemals sozialdemokratischen Partei, die ihre Kernwählerschaft, nämlich die Lohnabhängigen, dumm-dreist verraten hat.
Und jetzt (in Anbetracht der herannahenden Bundestagswahlen) mal wieder anfängt, pflichtschuldig nach links zu blinken - um nach den Wahlen rechts abzubiegen - so rechts wie es nur sein muss, um als Steigbügelhalter Minister- und MdB-Posten zu erhalten. Nütz aber nix (danke für den Link, Doc).
Es ist schon ein Wunder, das knapp 20% der Wähler, diesen Ringelpitz ohne Anfassen noch mitmachen.
Ich freue mich nicht über den Niedergang dieser Partei. Keine Häme treibt mich an.
Es ist die Trauer darüber, dass mittelständische Lohnabhängige, außerhalb der LINKEN, kein politisches Zuhause mehr haben.
Und die Abgehängten, außerhalb sicherer Arbeitsverhältnisse, schon gar nicht (Beispiel: Alleinerziehende ALG II-EmpfängerInnen).

Man möchte schon Blumen geschickt bekommen, bevor man gefickt wird.
Auf Schröder bin ich damals hereingefallen, als er einen sozialdemokratischen Wahlkampf geführt hat, um in der Regierungsverantwortung Unternehmerinteressen durchzusetzen
(Agenda 2010).

Aber wer, bitteschön, fällt denn noch auf Gabriel rein???

P.S.: Sehr interessant sind die Kommentare des Artikels.
Nach dem 13. Kommentar habe ich aufgegeben nach einem Pro-Gabriel-Kommentar zu suchen.

Fleißige Leser mögen mir die Nummer des Kommentars hier posten, in dem die Politik Gabriels/ der SPD verteidigt wird.



Kommentare:

  1. Tja, was soll man sagen? An Gabriel lässt sich wenigstens sehr schön studieren, wie gültig der Spruch "Everybody's darling is everybody's Depp." doch ist.
    Und bevor der Don zum Grenzschützer wurde, hat er sich über den SPD-Laden auch mal ganz nett ausgelassen.

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    1. @Stefan Rose:
      "Und bevor der Don zum Grenzschützer wurde, hat er sich über den SPD-Laden auch mal ganz nett ausgelassen."

      Ich verstehe das nicht. Ist 'Don' der Seitenbetreiber des Links? Und ist der jetzt 'Grenzschützer', was immer das auch heißen mag?
      Oder doch Gabriel?
      Ist nicht sarkastisch gefragt - ich bin tatsächlich so blöd! Raffnix.

      LG
      Duderich

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    2. Don Alphonso. Großblogger, unterhält u.a. zwei Blogs bei der FAZ ('Stützen der Gesellschaft' und 'Deus ex machina), Ist eine Kunstfigur und daher nicht immer leicht einzuordnen. Haut schon mal Kontroverses raus, etwa zu Köln oder der Flüchtlingskrise. Schreiben kann er definitiv.

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    3. @Stefan Rose:
      Danke für die Antwort! Don Alphonso? Irgendwo schon mal gehört/gelesen.

      Nach der Lektüre des nachfolgend verlinkten Textes kann ich Dir in Deiner Einschätzung nur zustimmen: Kontrovers und nicht leicht einzuordnen.

      http://blogs.faz.net/deus/2016/05/26/cutesolidarity-wie-politclownismus-die-afd-gewinnen-laesst-3422/

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  2. @Stefan
    Ein klassisches Beispiel dafür, daß man eine Meinung, die man beim besten Willen nicht teilt, lesen kann, weil sie einfach gut formuliert ist.

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  3. Was mich immer und immer wieder überrascht ist, dass so viele linke Bloger so viel Zeit und Energie aufwenden um Artikel über das tote Pferd SPD verfassen.

    Abgestiegen sind sie alle schon lange, was ja sehr vernünftig ist. Aber den Blick vom verwesenden Kadaver nehmen? Weiterziehen um den beissenden Geruch der Fäulnis zu entziehen? Nein. Nicht solange es kein Gesetz gegen "gaffen" gibt. :)

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    1. Ich kritisiere die SPD/Gabriel nicht, während ich deren Fäulnisgeruch als Aroma wahrnehme.

      Einerseits freue ich mich hämisch, wenn die SPD sich die 20% von unten anguckt. Aber viel mehr ist es traurig, was aus einer ehemals stolzen sozialdemokratischen Partei geworden ist.
      Denn die SPD wäre ja zu retten (sehr verkürzt):
      1.) Eingestehen des Sozialabbaus unter Hartz IV und die (authentische!) Distanzierung davon
      2.) Austauschen der Führungsriege (Gabriel muss weg!)
      3.) Wahlkampfziel: Ein >Links-Bündnis< um eben die Wahlkampf-Forderungen auch faktisch umsetzen zu können

      'Es gibt nicht zu sehen, gehen sie weiter' ist auch keine zielführende Reaktion auf das SPD-Debakel.

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    2. Naja xenophob ist die AfD ja eigentlich nicht. Das wird ihr nur immer nachgesagt. Gegen den Islam zu sein, ist nicht gleich xenophob. Der ist nun mal in seiner Gesamtheit von Religion-Staatsführung-Lebensführung-Jurisdikation (wird meist nicht gemeinsam betrachtet ist aber ein untrennbares Paket) kaum mit dem GG vereinbar. Sie hinterfragt den Flüchtlingsstrom, der gerade der Klientel der Linken schadet, siehe Arbeitsmarkt. Ich persönlich mag die AfD nicht, aber sie eignet sich zumindest als Protestpartei. Übrigens nationalistisch im schlechten Sinne, wird ihr auch nur unterstellt. Was ist schlecht daran, Deutschland als Nation zu sehen und für eine deutsche Nation zu streiten. Das ist auch nicht altmodisch. Die Menschen müssen wissen, wohin sie gehören. Der Rest der Welt hat das Nationalgefühl. Liegt der dann damit falsch? Dass es in der AfD Extremisten gibt, hat sie mit der Partei Die LINKE gemeinsam. Die gibt es in bestimmter Form sicherlich in jeder Partei. Man darf nicht alles glauben, was dieser oder jener gesagt haben soll. Die Medien sind hier heutzutage total mainstreamig und ideologiebehaftet, wie ich sie zu DDR-Zeiten gekannt habe.

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    3. @Anonym:
      Dafür, dass Du die AfD nicht magst, lässt Du ihr aber vieles durchgehen. Wenn Du auch nur annähernd weißt, wofür die AfD steht, kannst Du sie nicht ernsthaft als adäquate Protestpartei in Betracht ziehen.
      Zur Erinnerung:
      Die NSDAP gab sich auch sozial.
      Außerdem hetzte sie ja nur gegen die Juden. Und die AfD nur gegen Muslime.
      Die gaben auch damals vor, für den 'kleinen Mann' anzutreten und gaben sich als Protestpartei.
      Dass die 'Lügenpresse' maßgeblich für den schlechten Ruf der AfD verantwortlich ist, interpretiere ich als Realitätsverleumdnung.
      Ähnlich wie Erdogan, der auf die Armenien-Resolution eine Verschwörung herbeiphantasiert:
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/recep-tayyip-erdogan-spekuliert-ueber-verschwoerung-im-bundestag-a-1095894.html

      Jemand, der persönlich die AfD ja nicht mag, diese rechtfertigt und als legitime Protestpartei anbieten - und dann noch 'Anonym' heißt, ja das gibt ein rundes Bild ab.

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  4. Hey Dude,

    "Denn die SPD wäre ja zu retten "

    1. Unterliegst du da nicht einem riesengroßen Irrtum? - die Linke in der SPD ist klar in der Minderheit und will auch nur Reförmchen und "Aaaaarbeitsplätze" schaffen

    2. Warum willst du die SPD retten? Nenne mir Unterschiede zu den Grünen, CDU und der anderen neoliberalen Mischpoke

    3. Du willst ein Linksbündnis so wie die Partei Die Linke auch. Hattmer alles schon. Ergebnis: nichts für die Bevölkerung. Schau dir nur mal aktuell Ramelow in Thüringen an, der sogar als Linker den Religionsunterricht an den Schulen ausdrücklich befürwortet.

    Der ganze Parteienquatsch ist nur dazu da, der Bevölkerung Demokratie vorzugaukeln und sie gleichzeitig vor Mitsprache abzuhalten.

    Gruß Ruby

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    1. @Ruby:
      Sehe ich eigentlich genau so wie Du. Grundsätzlich will ich die SPD nicht retten. Wenn sie weiter verkackt, aber dafür linke Stimmen woanders eine Heimat finden - bitteschön.
      Das, was die SPd am Zustimmung verliert geht aber leider in Richtung AfD und nicht Richtung DIE LINKE.

      Und ja, die Linke in der SPD ist klar in der Minderheit. Genau deshalb verliert die SPD (im Kampf um diese unsägliche Mitte) ja beständig an Rückhalt. Dies zu ändern habe ich doch indirekt vorgeschlagen!

      Und ein Linksbündnis macht auch nur dann Sinn - da bin ich doch voll bei Dir! - wenn die SPD wieder sozialdemokratisch wird, so unwahrscheinlich das klingt.

      Und 'sozialdemokratisch' heißt für mich nicht, den Fetisch 'Arbeit' als Reliquie vor sich herzutragen.

      Die vorgegaukelte Demokratie ist sicherlich vorhanden. Deshalb nicht wählen zu gehen ist deshalb trotzdem für mich nicht zu Ende gedacht. Soll man halt die PARTEI wählen.

      Auf Wandel durch APO zu hoffen, ist gerade in Deutschland auch ein wenig naiv. Die Franzosen sind da weiter. Ob die nachhaltig was ändern können, um den importierten Agenda-Wahnsinn abzuwehren, bleibt abzuwarten. Ich hoffe es sehr, bin aber nicht sonderlich optimistisch.


      LG
      Dude

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