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Sonntag, 14. August 2016

Enttäuschte Rollenerwartungen am Beispiel des Christoph Hartling

Abteilung: Diskus-sion 

Entsprechend der Rollentheorie versuchen wir verschiedenen Erwartungshaltungen gerecht zu werden. Als Privatperson, als Arbeitnehmer, als Liebhaber, usw. Wir spielen die verschiedensten Rollen, je nach 'sozialer Kompetenz' (sic.) mehr oder weniger authentisch.

Je besser wir die Rolle übernehmen, bzw. der Erwartungshaltung entsprechen, desto unauffälliger sind wir, desto weniger Angriffsfläche bieten wir. Als soziales Wesen versuchen wir Ausgrenzung zu vermeiden - umso größer ist der (oft unbewusste) Antrieb den rollenspezifischen Erwartungen zu entsprechen.

Beispielsweise erwartet man von einem Fußballnationalspieler bei der Nationalhymnde mitzusingen.
Dies war früher anders, wo niemand mitsang, bisweilen dabei sogar Kaugummi kaute.

Nun hat da jemand eine Scheibe bei den olympischen Spielen weiter geworfen als alle anderen dort.
Dieser Jemand heißt Christoph Hartling - der Bruder des Gold-Gewinners der letzten olympischen Spiele.
Und dieser Jemand, entspricht so gar nicht den Rollenerwartungen, die man einen Gold-Gewinner bei den olympischen Spielen entgegenbringt:
Bescheidenheit, Kooperation mit der Presse, Demut.

Christoph Hartling entspricht diesen Anforderungen in geradezu provokanter Weise nicht.

Mir gefällt das. Es erfrischt mich, dass manche Sportler nicht 'funktionieren', nicht auf dem bequemen Sofa des Olympia-Studios Platz nehmen.

Und gerade weil es so unhöflich wäre, würde ich mich umso mehr freuen, wenn ein erfolgreicher Sportler den Handschlag mit Politkern eines Schlages von Merkel oder Gauck verweigern würde.

Denn auch Sport ist politisch - wie eigentlich alles.

Update: Stefan Rose's Gedanken zu diesem Thema findet ihr HIER

Kommentare:

  1. Kuck an, ich hatte ganz ähnliche Gedanken heute. Übrigens: Der Scheibenwerfer heißt Harting. ;-)

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  2. Schlandsche Nazionalhümmne: mein Vorschlag wäre,
    sie durch Helge Schneiders »Fitzefitze Fatze« zu
    ersetzen. Oder durch Tom Toupet´s »Eine neue Leber ist
    wie ein neues Leben«. Näher dran an der mentalen Verfassung der VolxgenossInnen.

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  3. "Näher dran an der mentalen Verfassung der VolxgenossInnen."
    Eben nicht! Für die VolxgenossInnen ist die Hymnde und ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer genau passend.

    Trotzdem wären Deine Vorschläge natürlich eine unzweifelhafte Verbesserung.
    Helge wäre für mich eh - neben Sonneborn und Schramm mein Traum-Bundespräsi-Kandidat.

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