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Montag, 22. August 2016

Zitat des Tages: Jörg Friedrich von den Kolumnisten

Abteilung: Der tief sitzende Egoismus der Hartz-IV-Kritiker

"Nun kommen die Advokaten der Ärmsten sogleich mit der rhetorischen Frage, was denn aber mit den Hartz-4-Empfängern und den Rentnern sei, die sich die Einlagerung von Mineralwasser und Fischdosen nicht leisten können? Diese Frage offenbart den tief sitzenden Egoismus der Fragenden mehr, als denen lieb sein dürfte. Denn die einzige Antwort kann doch sein: Lagere selbst ein paar Liter Wasser mehr ein, denn in der Not wirst du doch wohl denen gern abgeben, die für sich selbst nicht sorgen konnten."

Während nachvollziehbarer weise die "Hamsterkaufverordnung" in den Blogs auf Häme bis Kritik stößt, zieht Herr Friedrich von den Kolumnisten aus, diesen Schwachsinn zu verteidigen.
Für ihn ist es dekadent(!), eben KEINE Vorräte anzulegen, da dies für ihn offensichtlich zwingend zuviel Vertrauen in die Notversorgung des Staates implizieren würde:
"Für unser Wohl in jeder Lage hat der Staat zu sorgen, wir selbst sind da nicht zuständig. Man könnte dieses Denken als dekadent bezeichnen."

Eingangs genanntes Zitat demaskiert den Autor jedoch entgültig.
Ein doppelter rhetorischer Rittberger par excellence:
Wenn man kritisiert, dass Hartz-IV-Sätze nicht mal zum Anlegen einer von der Regierung empfohlenen(!) Katastrophennotration (egal für wie sinnvoll man sie halten mag) die nötigen Mittel haben, ist man ein 'Advokat der Armen' (= Gutmensch?). Man offenbart damit, laut Friedrich, einen 'tief sitzenden Egoismus'.

Eine solche Argumentation ist ausgesprochen zynisch. Der Herr Friedrich hat offensichtlich kein Problem damit, dass Hartz-IV-Empfänger im Katastrophenfall aufgrund ihres zu niedrigen Hartz-IV-Satzes auf die Mildtätigkeit von anderen angewiesen sind.
Und jenen Kritikern unterstellt er dann noch en passant ein Mangel an Hilfsbereitschaft.

Für den Autor scheint die Kritik an zu niedrigen Hartz-IV Sätzen im Widerspruch zur Bereitschaft zu solidarischen Hilfsleistungen (der Hartz-IV Kritiker an Bedürftige) im Katastrophenfall zu stehen. Vor dieser absurden Argumentation kann offensichtlich nicht mal ein Philosophiestudium bewahren.

Anmerkung zum Schluss: Laut dort einzusehender Autorenbeschreibung ist Friedrich 'Master of Arts in Philosophie'. Aha.

Großes Kino

Kommentare:

  1. Meine Güte, in was für Tiefen musstest du dich denn begeben um dieses Blog auszugraben. Der Friedrich wäre besser bei seinem Tagesjob als Wetterfrosch geblieben, den MoA Philsophie nehme ich ihm irgendwie auch nicht so richtig ab. Brrrr mir is auf einmal kalt

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    1. Zitat:
      "Lagere selbst ein paar Liter Wasser mehr ein, denn in der Not wirst du doch wohl denen gern abgeben, die für sich selbst nicht sorgen konnten."

      So, dann stellen wir uns mal vor, der Ernstfall würde eintreten. Wer wird denn als ALLER Erstes seine Vorräte schützen und GARANTIERT nichts abgeben!? Ja! Diejenigen die auch in normalen Zeiten Hartzern nichts gönnen. Hartzer müssen schon in "normalen" Zeiten betteln. In Krisenzeiten gibt´s für die nix mehr, dass ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.

      Das die euch die Straßen sauber halten, die Alten und Kranken pflegen, Sozialkaufhäuser erst möglich machen, aber auch; vielleicht auch mal Steuern gezahlt haben und zurecht Hartz in Anspruch nehmen (MÜSSEN), das scheint vielen regelrecht egal zu sein. Einmal Hartz, dann muss man auch schon immer Hartzer gewesen sein.

      Zumal ich schlicht und ergreifend davon ausgehe, dass es unserer Regierung (Merkel und wirtschaftliche Anhängsel ), schon allein aus kaltem Kalkül heraus überhaupt nichts ausmachen dürfte, wenn Hartzer in so einer Krise auch mal verhungern. Es darf nur noch arm und reich geben. Mehr Gedanken will man sich nicht machen.

      Dumm nur, zu den Hartzern gehören dank Arbeitsmarktpolitik immer mehr. Millionen um Millionen. Rentner, Aufstocker, Kranke, und die allseits beliebten (Minderheiten-)Biertrinker. Man soll halt schon merken, dass das Leben Zivilisation nur für die bereit hält, die es sich auch leisten können. Das müssen nicht mal Leistungsträger sein, ein Erbe oder traditionell gute Beziehungen reichen da schon.

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    2. @Duderich: Nee, solche misanthropen Arschlöcher will ich gar nicht kennen, aber steht doch in seiner Vita das er Diplom-Meteorologe ist.
      @anonym: Full Ack

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  2. @Anonym:
    Da kann ich jeden Satz unterschreiben!

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  3. Nachtrag:
    Herr Friedridh ist weder hier, noch im Quelltext auf mich eingegangen.
    Das mag gegen mich, oder gegen Herrn Friedrich selbst gewertetet werden.

    Selbstverliebt gehe ich natürlich davon aus, dass ich einfach die besseren Argumente hatte.
    ;-)

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