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Dienstag, 6. Dezember 2016

Warum ich kein 'wahrer' Linker bin

Abteilung: Bin wohl doch kein Gutmensch

Ich trage Leder. 
Lederjacken (eher selten), Gürtel aus Leder (immer) und Schuhe aus Leder (auch immer, meistens aber mit Gummisohlen).

Ich habe 'Das Kapital' nicht gelesen. 

Hab so grob mitbekommen, warum es darin geht. Eigentumsverhältnisse der Produktionsmittel und so. Herrschafts-/Klassenverhältnisse.
Ich glaube ihn verstanden zu haben, ohne ihn jemals gelesen zu haben. Schlimm das, ich weiß.

Ich esse Fleisch.
Ich trage nicht nur die Haut von toten Tieren, nein, ich esse auch ihr Fleisch. Ich weiß dann auch oft nicht, woher das Fleisch stammt. Massentierproduktion? Scheiße, ja. Wahrscheinlich. Ich mache mich da ganz klar schuldig! Geht gar nicht, sagt mein Gewissen. Aber zu fragen, ob das Fleisch der Wurst auf einer Grillfete auch wirklich von einem Tier stammt, das lachend in die Kreissäge gesprungen ist (nach einem glücklichen Leben auf der Weide), ist mir dann auch zu albern.
Auf Fleisch verzichten vermag ich bislang nicht. Wider besseren Wissens. Aber eine vegane Wurst werde ich nie essen. Dann doch lieber Salat bis zu meinem Lebensende.

Ich spiele Shooter.
Momentan Battlefield 1. Das Szenario ist der 1. Weltkrieg. Macht mir Spaß, wenn mein Team gewinnt. Verabrede mich mit Kumpels, und stürme gegnerische Fronten. Trotzdem bin ich Pazifist. Huch, jetzt habt ihr mich bei einem Widerspruch erwischt!

Ich folge nicht den 'aufrechten Linken'.
Baut so viele Hürden auf, wie immer ihr wollt. Ich will nicht mal versuchen, darüber zu springen. Ich laufe einfach durch sie. Eure Hürden bedeuten mir nichts - sind lediglich Hinweis auf Eure erbärmliche Intolleranz. Ihr seid schnell mit dem Vorwurf des Spalters, aber selbst seid ihr des Teufels Advokaten. Ich bin zu links, als dass ihr mich mit Eurem Gehabe von meiner Haltung abschrecken würdet. Aber ganz, ganz viele schreckt Euer ausgrenzendes, selbstgerechtes, elitäres Gehabe einfach nur ab. Und die wählen dann die AfD.

Links-Sein ist für mich die Solidarität mit Schwächeren. Mit den Abgehängten.
Das wäre eigentlich eine stabile Basis um Gegenwehr zu organisieren.
Ihr aber streitet darum, wer denn der wahrhafteste Linke ist. Und baut dabei einen moralischen Hindernisparcour auf. Und da bleiben dann noch eine Handvoll übrig, die alle Hürden bewältigt haben. Mit denen wollt ihr dann die Revolution starten?
Wer ist denn hier der Dumme?
Wer hat die unzähligen (sic!) Bücher denn nicht begriffen, die er gelesen hat?
Zum Beispiel Marx?
Eure herbeiphantasierte Revolution langweilt mich schon jetzt. Sie wird nie stattfinden, sondern in Gesprächs-, Arbeits- und Aktionskreisen verhallen.

Wo bleibt eigentlich die Solidarität mit der marxschen Arbeiterklasse? Bleibt wohl keine Zeit mehr dafür, im intellektuellen Klein-Klein.

Kommentare:

  1. Der letzte Satz fasst das Problem der Linken komplett zusammen. Verkappte kleine Pseudointellektuelle, die sich mit ihrem Wissensgewichse gegenseitig das Ego streicheln und sich niemals mit dem Jupp vom Fließband an der nächsten Currywurstbude unterhalten würden. Mit so Leuten hat man ja nichts gemeinsam, so Leute verstehen ja eh nicht, was man sagt, da man ja viel zu eloquent ist und auf einem ganz anderen geistigen Niveau agiert. Solche Leute wählen ja eh AfD. Ja, weil die sie nicht wie Dreck behandeln. Die AfD bezeichnet keinen als "Pack", nur weil jemand Angst um seine Existenz hat. Und JA, der kleine Mann hat berechtigt Angst vor Flüchtlingen. Wenn dann die Politik noch kommt und meint "Hmm, vielleicht sollten wir für Flüchtlinge den Mindestlohn aussetzen", wird es für den kleinen, vielleicht Ungelerten verdammt eng. Dann kommt der Linke, der Kunstwissenschaft und Philosophie aktuell im 23. Semester studiert, weil Papa es finanziert und meint "Jaaaa, ist der ja selbst schuld, wenn er nichts Anständiges gelernt hat". Das mag korrekt sein, das mag aber auch der Umstände geschuldet sein, in denen dieser Mensch aufgewachsen ist. Scheißegal, der Flüchtling ist eine reale Bedrohung, Angst ist zudem nicht rational und muss nicht gerechtfertigt werden. Wenn jemand Angst vor Knöpfen hat, schmunzeln wir vielleicht, sagen aber am Ende: arme Sau. Hat jemand Angst, dass ihm ein Fremder den Job und die Existenz raubt, ist er ein Nazi? Pack? Und da staunt der Linke dann, dass dieser "Nazi" plötzlich ne Partei wählt, die ihm vermeintlich zuhört und seine Ängste ernst nimmt? Wir machen hier die selben Fehler wie die Demokraten in den USA, wir treiben die Menschen ins rechte Lager, weil wir ja die geistige Elite sind und niemanden in unserem Lager wollen, der nicht unsere intellektuellen Standards erfüllen kann. Ich wurde schon als Nazi hingestellt, weil ich einen Artikel von RT geteilt habe. Ein Jahr vorher wäre ich noch linker Putinversteher gewesen, jetzt bin ich Nazi. Den Mainstreammedien zu misstrauen stellt einen jetzt auf eine Stufe mit Reichsbürgern. Die Linke ist so paranoid geworden, dass sie sich selbst nicht mehr traut, kritisch zu denken. Wir sind hier nicht bei Star Wars, die dunkle, braune Seite der Macht ergreift nicht Besitz von uns, wenn wir unsere linken Gedankenpfade mal verlassen und einfach mal schauen, was in der Welt abgeht. Wir treiben einen Keil zwischen uns, grenzen uns voneinenader ab. Newsflash: Wir betreiben hier keine Zellteilung, wir werden durch Spaltung und Teilung nicht mehr. Wir verschwinden in der Belanglosigkeit, zu kumbayasingenden Pussies, die lieber abgeschieden in der intellektuellen Blase der Hippiegemeinde leben als mal auf die Straße zu gehen, gern auch wieder Seite an Seite mit Jupp und denen da oben sagen, dass ihre Zeit abgelaufen ist. Wir sind keine Alternative zum Establishment mehr, wir sind ein selbstverliebter Clownsverein und wenn es so weitergeht, sind wir auch nur noch so viele, dass wir auch alle ins Clownsauto reinpassen. Die Rechten bieten Perspektiven und Veränderungen für jeden, der sich ihrer Ideologie unterwirft und die richtige Hautfarbe mitbringt. Denen ist scheißegal, welchen Abschluss man hat, welche Bücher man gelesen hat. Die wollen Leute mit Herz, die für ihre Interessen einstehen. Das Herz schlug mal links, aber bei uns Linken ist das Herz nur noch Muskel, der das Blut ins aufgeblasene Hirn pumpt. Wir sind nur noch Kopf, leben auf Metaebenen und wundern uns, warum wir das Volk nicht erreichen. Weil die die da leben, wo wir sie auch gerne sehen. Unter uns, am Boden der Tatsachen, wo am Ende des Geldes manchmal noch ziemlich viel Monat übrig ist. Kennen wir nicht, wollen wir auch nicht. Dann dürfen wir uns aber nicht wundern, dass uns auch keiner mehr will.

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    1. Ein wirklich toller und zutreffender Kommentar den ich sehr gerne gelesen habe.
      Du komplettierst meinen Post, in dem ich nur andeute, Du aber weiter ausführst.
      Vielen Dank dafür!
      LG
      Dude

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    2. Dieser vulgärmarxistische Arbeiterdünkel gepaart mit Intellektuellenfeindlichkeit war ein Merkmal der nationalsozialistischen Ideologie.

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    3. @das Murmeltier:
      Ach, die Nazikeule. Wie süß!

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    4. Kann ich nachvollziehen, dass Murmeltier das so aufgefasst hat. Dazu: Ich bin nicht intellektuellenfeindlich, im Gegenteil. Intellektuelle müssen sich nur ihrer Verantwortung bewusst sein und ihre himmlischen Sphären verlassen. Auf dem hohen Ross konnte man vielleicht früher mal in die Schlacht reiten, heute muss man sich auch mal mit dem "Fußvolk" verbrüdern. Vulgär? Vielleicht. Marxistisch? Ja! Nationalsozialistisch sicher nicht. Bei mir darf jeder mit auf der Straße marschieren, egal, welchen Abschluss, welche Hautfarbe, welche Religion oder welches Geschlecht er/sie hat.

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    5. Moin,

      In vielem habt ihr recht, aber,
      "Und JA, der kleine Mann hat berechtigt Angst vor Flüchtlingen"
      Das ist Blödsinn, und ich will jetzt nicht die Rechts-Keule schwingen, sondern, es ist vor allem sachlich Blödsinn.

      Der kleine Mann muss darüber aufgeklärt werden, das Flüchtlinge nicht ihr Problem sind .Niemand hätte höhere Löhne oder höhere Renten, wenn es keine Flüchtlinge gäbe.Und keinem Flüchtling geht es besser als dem deutschen Arbeiter , wenn er hier in Drecksjobs zu noch niedrigeren Löhnen ausgebeutet wird.Für
      Flüchtlinge wurde ja jetzt auch eine Art Hartz IV eingeführt.
      Nein, da bin ich mehr bei Ken Jebsen, wenn er empfiehlt, das der kleine Mann sich mit dem Flüchtling verbündet, denn es ist kein Kampf Deutscher gegen Flüchtling, sondern Arm gegen Reich.Die Flüchtlinge als Gefahr oder Feinde zu sehen, ist genau die Art von Dividi et Impera, die die herrschenden Eliten betreiben.
      Natürlich muss man dagegen vorgehen, das Flüchtlinge zur Lohndrückerei eingesetzt werden,aber nicht, weil sie dem Deutschen den Arbeitsplatz weg nehmen, sondern, weil sie nicht weniger wert sind, als ihre deutschen Kollegen.Darum müssen deutsche Arbeiter und Flüchtlinge sich miteinander solidarisieren, und solidarisiert werden, statt gegeneinander aufgehetzt.
      Hier noch ein ergänzender Artikel ,welchen ich über Burks bei Telepolis gefunden habe,und der gut zum Thread passt:
      http://schumt3.blogspot.de/2016/12/wer-uns-nicht-versteht-ist-dumm.html

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    6. Volle Zustimmung meinerseits. Natürlich ist der Flüchtling nicht der Feind und will hier ja auch niemandem was wegnehmen. Er wird aber als Arbeitsmarktmachtmittel instrumentalisiert. Wenn ich als Unternehmen den Flüchtling am Ende noch durch Fördermittel bezuschusst bekomme, ist er nunmal attraktiver, eben weil er nicht schlechter ist als ein Deutscher. Der ist wahrscheinlich genauso fleißig, genauso intelligent, usw. und ist in einer Kosten/Nutzenrechnung dann nunmal attraktiver. Unternehmen wie Amazon nutzen jede Möglichkeit, billig an Arbeitskräfte zu kommen. Die wären die ersten, die ihre "Nächstenliebe" entdecken und massenhaft Flüchtlinge durchs Lager hetzen. Da hat der ungelernte Deutsche nunmal Angst und bekommt Wut. Leider auf den Falschen. Da sind wir uns einig. Mal ganz abgesehen davon, dass 1 Mio Menschen mehr immer auch neue Jobs erzeugen. Diese Menschen konsumieren, sie brauchen Versorgung, Bildung, etc. Man geht ja sogar davon aus, dass das Bruttosozialprodukt am Ende steigen wird. Aber das kommt beim kleinen Mann unten nicht wirklich an. Es entstehen Jobs, für die er nicht qualifiziert ist und die einfachen Jobs gehen VIELLEICHT an Flüchtlinge. Aktuell ist das ja de facto nicht so, aber es ist eine berechtigte Sorge. Solche Jobs waren vorher schon prekär und werden jetzt definitiv nicht sicherer. Am Ende schreit der deutsche Arbeiter noch danach, doch bitte den Mindestlohn wieder abzuschaffen, damit er auf dem Arbeitsmarkt besser verhandeln kann. Die AfD wird dem Wunsch des Volkes natürlich nur zu gerne entsprechen. Ich glaube daher auch nicht, dass die AfD tatsächlich Menschen ausweisen wird. Höchstens ein paar symbolisch. Dieses Druckmittel auf dem Arbeitsmarkt ist den AfD-Lobbyisten viel zu kostbar. Das gibt man nicht auf. So lange man die Menschen hier hat, hat man immer einen Sündenbock zum Draufprügeln. Keine Flüchtlinge, keine AfD.

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    7. Wenn der Hype vorbei ist, wird man natürlich auch wieder mal gegen den gemeinen Arbeitslosen hetzen. Nur fällt das halt keinem mehr auf, dass das immer nur ne andere arme Sau ist, die man da durch die Dörfer treibt...

      JEDER wird in diesem System als "Arbeitsmarktmachtmittel" missbraucht. JEDER ist Mittel zum Zweck, JEDER konkurriert mit JEDEM! Siehe Marx' "Reservearmee"! Also insbesondere auch "deutsche" Arbeiter und deutsche Arbeitslose. Auch "deutsche", "schwer vermittelbare" Arbeitslose werden in diesem absurden System ja "bezuschusst", wenn irgendein Ausbeuter sich herablässt und einen Solchen einstellt; dann zahlen die Beitragszahler direkt in die Kassen von Unternehmern.

      Überhaupt fehlt da dann der Blick aufs große Ganze - wie nämlich "der größte Niedriglohnsektor Europas" Druck auf die Löhne in anderen Ländern ausübt. Doch auch dies nehmen die deutschen Drohnen nicht wahr - können sie doch im Kampf um "Arbeit" der Obrigkeit nicht devot genug in den Arsch kriechen. Man erinnere da nur an die "Stimmung" im Lande bei den Streiks der GDL... da konnte man sie spüren - die aus allen Ritzen quillende Dummheit ("Wie soll ich nun zu meiner Arbeit kommen?") der Masse, die sich förmlich drum prügelt, ihr Grab selber schaufeln zu dürfen...!

      Wenn der "deutsche" Arbeitslose so beschissen qualifiziert ("wertlos") ist, dass ihm sogar ein nicht einmal die Landessprache beherrschender, dahergelaufener Flüchtling den Job streitig machen kann, dann sollte er erst Recht drüber nachdenken, ob an diesem System als Ganzem etwas nicht stimmen kann...!? Diesen Druck und diese Angst verspürte man doch also auch vorher...!? Nun lebt man aber den ganzen Hass nicht am System, sondern am "Mittel zum Zweck" aus...!? Genau den Punkt überschreitet er dann einmal mehr eben nicht; ist weiterhin zu faul, sein Oberstübchen in Gang zu setzen...! Ich bin wahrlich auch ein Kritiker des von dir weiter oben gut skizzierten bourgeouisen, linkselitären Snobbismus. Oft nur Distinktion halber; man will halt der "bessere Mensch" bleiben... Allerdings sehe ich da zumindest im Parteienspektrum inhaltlich keine Verfehlungen der Linken Alternative - denn jene bietet den Menschen schon seit Jahren eine Abkehr vom neoliberalen Konkurrenzkampf an - das wollen die Leute aber nicht!

      All die auf (ja bewusst geschürter!) "Angst" basierenden "Argumente", die man von diesen Idioten hört, lassen sich ohne Weiteres nämlich 1:1 auch auf die eigenen Landsleute anwenden. Und genau das wird doch tagtäglich getan; im Rahmen des divide et impera; ob nun Arbeitende gegen Arbeitslose, Kinderlose gegen Eltern, Rentner gegen Junge, Frauen gegen Männer usw.! Komischerweise haben die Leute mit einer neoliberalen "Wettbewerbsgesellschaft" doch generell keine Probleme. Warum heulen dann grade alle jetzt wegen der Flüchtlinge rum...!? Nur, weil die "von draußen" kommen...!? Es stünde den Leuten frei, mal was anderes als Union und SPD zu wählen (30 Millionen bei der letzten BTW) - aber nö - dass sie keine "Kommunisten" wollen - darin sind'se sich ja alle einig. Und nun? Rennen sie einer AfD in die Arme, die den Idioten erst Recht die Hammelbeine langziehen wird - aber Hauptsache, es kommen keine Flüchtlinge mehr ins Land! Yeah!

      Zusammengefasst - ja, auch die abgehobene (gesellschaftliche) Linke trägt eine Mitschuld. Aber auch die kann nichts dafür, dass aus der "Mitte" selbst keinerlei Bereitschaft dafür entspringt, sich eben NICHT instrumentalisieren zu lassen - und einfach immer nur jedem Sündenbock hinterherzuhetzen, den man serviert bekommt... Irgendwo fängt sie denn auch mal an - die "wahre" Eigenverantwortung! Nur aus jener resultiert nämlich dann am Ende auch eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft!

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  2. Fakt ist: Das Thema wurde hier doch schon bis zum Mehrgehtwirklichnicht durchgenudelt.

    http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de/2014/10/darf-ich-links-sein.html

    Und ewig grüßt....

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    1. Stimmt!
      Tausend Dank an dieser Stelle an meine vielen ehrenamtlichen Archivisten. Ihr macht einen tollen Job!
      Leider hast Du fleissiges Lieschen aber was übersehen.
      Auch in diesem Beitrag wird das Thema durchgenudelt:
      http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de/2015/09/charlie-und-die-wahren-linken.html

      Ich armer Sünder bin ein Serientäter!

      Filmtipp an dieser Stelle:
      https://www.youtube.com/watch?v=wdVKi29QWeU

      Muss man gesehen haben!

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    2. Es heißt Archivare. Außerdem solltest Du gemerkt haben, dass ich mit meinem Nick genau auf diesen Film anspielte. Aber Du bist nun malein ganz Schlauer.

      Wiederholungen langweilen nicht nur mich.

      Dein "fishing for compliments", Deine Widerspruchsbeichteen und dieses Understatementgehabe ist so durchschaubar.

      Dein Selbstbekenntnis in der Headline soll ja geradezu entsprechende Korrekturen provozieren, damit Du Dich mal wieder bestätigt fühlst. Diese Form der Anbiederei mag ich nicht.

      Von daher bist Du für mich intellektuell nicht satisfaktionsfähig.

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    3. Tut mir leid, dass Du auf der Suche nach Satisfaktion in Ermangelung Dir würdiger Gegner so erfolglos bist.
      Aber, die Hoffnung nicht aufgeben:
      Nicht alle Seiten sind so erbärmlich wie meine. Das wird schon.

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  3. Wider besseres Wissen!! heißt das

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    1. Danke!
      Das passiert mir wider und wider. Wirklich wiederlich! Das sagen meine Wiedersacher auch immer.
      Heißt es nicht sogar richtiger:
      'Wider besseren Wissens'?


      Übrigens: Deine Ausrufungszeichen-Taste scheint zu klemmen.

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  4. Links schon, aber kein Gutmensch, zumindest im wahrscheinlich ursprünglichen Sinn . Schätze mal, der Begriff "Gutmensch" wurde einst eingeführt, um genau diese verlogenen Leute zu kritisieren, die immer vor sich hertragen, die Guten zu sein - und die es dann überhaupt nicht sind, mal abgesehen davon, daß es sowas wie gut und böse nicht gibt.

    Erst später ist der Begriff dann von Rechten gekapert worden, um Linke, Grüne oder sonstiges "Gesocks" zu diffarmieren.

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    1. Ach, nicht mal um zu diffarmieren, sondern um lächerlich zu machen.
      'Gutmenschen' als heute gebrauchter Begriff, meint:
      Dumme Menschen, die die harten Realitäten einfach nicht begreifen wollen. Gutmenschen wollen keine Mauern, obwohl die vermeintliche Abschottung ja alternativlos ist, um 'unseren' Wohlstand zu retten. 'Gutmenschen' bedrohen durch ihre Naivität 'unseren' Stutus Quo.
      'Gutmenschen' sind eine Lachnummer, aber gleichzeitig auch eine Gefahr für unsere Gesellschaft.

      In vielerlei Augen sind bspw. ehrenamtliche Flüchtlingshelfer 'Gutmenschen'.
      Die, die dieses Wort führen, beanspruchen für sich gleichsam, den absoluten Durchblick, dessen Konsequenz vermeintlich pragmatisch, inhumanes Handeln erfordert.

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    2. Im "Gutmenschen" steckt aber auch immer der Vorwurf drin, jemandem seinen Lebensstil schlecht reden zu wollen. Deshalb reagieren viele so empfindlich. Es stört doch keinen, ob man ehrenamtlich den Armen hilft, so lange man selbst nicht auch den Arsch heben muss. Manche fühlen sich jedoch genötigt und hassen deshalb jeden, der ein etwas ausgeprägteres soziales Gewissen hat als man selbst. Das fängt doch schon im allerkleinsten Rahmen an. Leute sind doch schon angepisst, wenn man im Restaurant mehr Trinkgeld gibt als sie. "Jetzt seh ich geizig aus". Klar, mein Trinkgeld lässt dich geizig aussehen, nicht die 10 Cent Trinkgeld, die du Arschloch der Bedienung gegeben hast.

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  5. Schon fast trotzig behauptest Du provokant "Ich esse Fleisch" ohne dies jenseits der von Dir missbilligten Massentierhaltung auch nur ansatzweise anderweitig in Zweifel zu ziehen. Damit nimmst Du eine anthropozentrische Weltsicht ein.

    Auf Protagoras (nicht verwechseln mit Pythagoras) zurückgehend, “ist der Mensch das Maß aller Dinge, er ist das Zentrum und Ziel der Schöpfung, alles dient seinen Zwecken, alles ist nur Mittel für ihn”.

    Damit besteht nur eine indirekte Verpflichtung des Menschen gegenüber anderen Lebewesen und unbelebter Natur. Folglich können sich in einer Anthropozentrik nur ethische Fragen für das Verhältnis Mensch zu Mensch stellen.

    “Hintergrund dieses Welt- und Menschenbildes ist eine den historischen Humanismus mißverstehende und den Menschen maßlos überschätzende Sichtweise, nach der die Natur zur bloßen Umwelt des Menschen wird”.

    Im Interesse der Menschheit ist jede Veränderung und Ausbeutung der Natur gerechtfertigt; die bloße Zugehörigkeit zur Spezies “Mensch” wird mit einem exklusiven Status verbunden.

    Soviel zu Deinem Linkssein.

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    1. Nun, vermutlich isst Du selbst kein Fleisch. Trägst kein Leder.
      Hast die richtigen Bücher gelesen. Dein Konsumverhalten schadet Deiner Umwelt nicht. Dein Gewissen ist rein, und Dein mahnender Zeigefinger ist vermutlich mit Kernseife gewaschen.
      Du bist der, der definiert, wer links ist und wer nicht. Du bist der Fixpunkt moralisch/ethischer Erhabenheit.

      Du entsprichst genau dem, was ich als 'wahrer Linker' beschrieben habe.

      Dein Denken ist das einzig wahre, richtige, sinnerfassende. Alles Abweichende davon grenzt Du aus. Genau das ist das 'wahre' Linksein, zu dem ich erklärter Maßen nicht gehören will.

      In so fern, gehen Deine Anwürfe meterweit an meinem haarigen Arsch vorbei.
      Deine letzter Satz wird schon durch die Überschrift meines Beitrages vorweggenommen.

      Vor einer Welt, in der Menschen wie Du mit Macht ausgestattet sind, graut mir.

      Und das kannst Du auch gerne unter 'Intellektuellen- feindlichkeit' verbuchen, damit Dein eingebunktertes Weltbild bloß nicht in's Wanken kommt.
      Du magst viele Bücher gelesen haben, und trotzdem halte ich Dich für dumm. Eigentlich hast Du nichts begriffen, sondern käust die Gedanken anderer nach. Von 'emotionaler Intelligenz' ganz zu schweigen.
      In meinen Augen bist Du nur ein selbstverliebter Salon-Linker, der seinen Sermon ablässt, um sich über andere zu erheben.

      Soviel zu DEINEM Linkssein und DEINER intellektuellen Satifaktionsfähigkeit.

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  6. Hast du mal daran gedacht, dass für die verarmten und ausgebeuteten Massen die "Linken" nicht wirklich das Problem sind. Zuviel Schiss, um den wahren Feind zu bekämpfen?

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    1. Um den 'wahren Feind' zu bekämpfen, braucht man aber auch eine Linke, die nicht dermaßen zerstritten ist und sich gegenseitig zerfleischt.

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  7. Haben wir solche Diskussionen nicht schon vor drei Jahren geführt...?

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    1. Damals machte ich fast die gleichen Statements wie der Duderich...

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    2. Nun, solange das Problem besteht, kann man meiner Meinung nach auch in gewissen Abständen darüber diskutieren.
      Das Thema hat schließlich an Aktualität nichts verloren.

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    3. @ 14:25h
      Siehste mal. Ist wohl was hängen geblieben bei mir. :-)

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  8. "Eure herbeiphantasierte Revolution langweilt mich schon jetzt."
    Die Gefahr einer Revolution würde ich nicht ausschliessen, denn der Rechtspopulismus und der Hass auf das vermeintliche "Establishment" wird immer grösser, unterstützt von Querflöten wie KenFM, NachDenkSeiten, Compact usw.
    Die Folgen einer solchen Revolution durch die Querfront sind mE total unabsehbar - und bestimmt nicht das, was sich Linke unter Revolution vorstellen...

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    1. Die Rechte brauch keine Revolution. Haben sie '33 schon nicht gebraucht. Hat Trump auch nicht gebraucht. Ich glaube sogar, dass in der Geschichte noch so gut wie jede faschistische Partei demokratisch gewählt wurde. Revolution ist das Mittel der Linken.

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  9. Der Dummerich und Herr Karl ("André") sind einer Meinung? - Ja, ist denn heute schon Wahrnachten? :D

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    1. Upps, bin ich wieder auf Karlchen reingefallen?

      Spätestens nach dem Qeuerfrontgequatsche wäre ich vermutlich selbst drauf gekommen.
      Na ja, wenn's regnet, schimpfen Rechte und Linke auf das Wetter (=Querfront).

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  10. das thema ist sehr heikel. ich habe mir selbst schon etliche schiefer eingezogen, als ich Oskar Lafontaine seinen Bordeaux und Klaus Ernst seinen Porsche vorgeworfen habe.
    natürlich muss man nicht zwangsweise in sack und asche gehen, um authentisch links zu sein, aber weltweite solidarität und "der bruzzler" schließen sich meines erachtens gegenseitig aus.
    nun bedeutet "mensch sein" aber auch, versuchungen wider besseren wissens, immer wieder zu erliegen. und in unserer konsumgesellschaft kann man den versuchungen kaum entkommen. ein Jesus oder ein Mandela kommen leider nicht jeden tag zur welt.

    trotzdem meine ich (und ich wiederhole mich hier auch zum x-ten mal), dass eine vorbildmäßige führungsfigur, die tatsächlich auch (nur) das wasser trinkt, das sie predigt, dem linken projekt fehlt. wir haben eben keinen Fidel, keinen Lenin und keinen Gandhi, die mit ihrem leben für ihre überzeugungen eintraten.
    was wir haben sind weitgehend salon-linke, wie der Dude und andere sie ausführlich beschrieben haben.

    insofern sollte man zwar von niemandem erwarten, dass er alles korrekt macht, was linke utopisten so fordern. man sollte aber eben auch nicht den fehler begehen und denjenigen, die tatsächlich kein fleisch essen, kein auto fahren und nicht in urlaub fliegen, generell moralische überheblichkeit und abgehobenheit von der sphäre der arbeiter unterstellen.

    es darf eben nicht so weit kommen, dass sich menschen für richtiges verhalten noch entschuldigen müssen, weil sie bei anderen (linken) das schlechte gewissen wecken.

    definitiv richtig bleibt aber, dass die Latte-Machiato-Prenzlauer-Berg-Montesori-Grünen ganz sicher keine linken sind. hier trifft der begriff "öko-faschismus" im wahrsten sinne zu. Mit dem Porsche-Cayenne hybrid (!!) 15 km (einfach!!) zum hofladen meines vertrauens und dann gegen die Hamburger schulreform stimmen, damit "Lara-Maria" nicht ihre chancen verliert, wenn sie zusammen mit Murat und Aise bis zur sechsten klasse in die gesamtschule geht.

    zum ko.....

    aber davon ist der Dude glaube ich meilenweit entfernt.

    lg

    don

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  11. ......wieder mal ein Text, wo unser Tünnes eh schon nicht mehr registriert, daß Karneval am Aschermittwoch endet und hier ganzjährig in der „Bütt“ steht.:-)

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    1. Und Du meinst, Dein Beitrag hat ein höheres Niveau?
      Hellau!
      :-)

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  12. Wenn das hier eine gemütliches Kollektiv-deja-vu wird, kann ich ja auch meine ollen Kamellen los werden.
    Auch ich bin kein wahrer Linker, da es meine Überzeugung ist, dass jedes Wirtschaften, sei es kapitalistisch oder irgendeine Form des sozialistischen, Ungleichheit produzieren muss. Eine Revoltion bewirkt daher rein gar nichts und die bisherigen Versuche unterstützen ja gerade meine These. Was ist dann an mir bitte schön links? Ich fordere Umverteilung am besten in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens. Ich sehe überhaupt keinen Sinn darin, den Kapitalismus abzuschaffen. Wer sich ihm unterwerfen will soll es tun. Der Verwertungslogik müssen jedoch Grenzen gesetzt werden und es müssen auch verwertungslogikfreie Räume geschaffen werden. Diese Gedanken sind für manche wahrhaft nicht links genug. Auch für den Blogherren (soweit ich mich erinnere, war länger nicht hier).

    Mein Lieblingsthema sind allerdings die Möglichkeiten, die uns die neuen Technologien eröffnen. Die Zeit der Arbeitsteilung - der "Entfremdung" geht doch zu Ende, die Dominanz der Massengüter schrumpft. Die Produkte und die Arbeitswelt wird vernetzter, individueller und klenteiliger. Die Chancen, die sich linken Utopien eröffnen, wird nicht diskutiert. Ich verstehe das nicht. Inspiration finde ich bei Elon Musk. Er ist nicht nur für das Grundeinkommen, sondern er hat kürzlich ein Konzept mit Dachziegeln aus Glas und integrierten Solarzelen, einer Speicherbatterie und seinem Tesla vorgestellt. Wenn sich noch vorstellt, die meisten Komponenten kämen aus einem 3D-Drucker - eine Vorstellung die nicht mehr so abwegig ist. Die Produktion von Strom und Material wären dann in den eigenen Händen!

    Ich hoffe daher nicht mehr auf die Linke. Außer der alten Mottenkiste Marx hat sie nichts zu bieten, ich hoffe auf Visionäre und Nerds. Sie werden uns weiter bringen.

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    1. Vieles, was du da beschreibst, hat Marx doch im Grunde genauso vorhergesagt. Technologie, die es dem Menschen ermöglicht, sich selbst zu verwirklichen statt entfremdeter Arbeit nachzugehen. Verstehe daher jetzt nicht ganz, warum er deiner Meinung nach nichts zu bieten hat. Marx ist heute genauso aktuell wie vor 200 Jahren, was im Endeffekt nur zeigt, dass wir uns als Gesellschaft kein Stück weiterentwickelt haben.

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    2. Tesla? Ich erinnere mich. 416 PS, in 2,7 Sek. von Mull auf 100, Höchstgeschwindigkeit 225 km/h, Basispreis für die "Marx-Ausführung": 82.000 Euro.Das Auto für H4-Empfänger. Die kleine mobile Revolution für "Freie Fahrt für Linke"!

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  13. Hmmm, klingt erschreckend ehrlich. Sogar geradezu menschlich. Ja, sogar fast schon selbstreflektiv. Was soll ich sagen, - willkommen bei den Linken, - was auch immer du oder andere darunter verstehen mögen.

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