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Donnerstag, 23. November 2017

Dieser Blog ist außer Betrieb

Abteilung: Manchmal wird man vom Bären gefressen

"In Deiner Eitelkeit ist es Dir anscheinend wichtiger, Deine subtile Affinität zu Rechten zu pflegen, als Dir einmal etwas Zeit zu nehmen, die Blogroll des Paulinchens zu analysieren. Selten habe ich eine derart große Ansammlung von völkischem braunen Dreck gesehen. Teufelsaustreiber, Illuminaten, Holocaustleugner, Klimawandelleugner, Völkische Untergangsapologeten, Truther und Werbeblogs für Hokuspokusmedizin geben sich dort ein Stelldichein.

Den Vogel schießt der Blog "Wir denken deutsch" ab, dort behauptet der Autor in einem ermüdend langen Text, die beiden Weltkriege wären nicht durch Deutschland verschuldet worden, sondern durch die jüdische Weltverschwörung zur Gründung der NWO.

Wann machst Du endlich Schluss? Jakebaby hat dich doch gewarnt."

Das Murmeltier

Ich mache genau jetzt Schluss, Murmeltier.

Dieser Blog erwuchs aus dem Wunsch, über politische Themen zu diskutieren. Gerade in letzter Zeit ist das immer weniger gelungen. Das war oft Kindergarten und ich war viel zu oft Teil des Kindergartens. Der Kindergarten wird geschlossen. Jetzt und für immer.

Das Murmeltier ist nicht Verursacher dieser Entscheidung, aber Auslöser. Das hat er hiermit amtlich und dafür kann er sich auch gerne in gewissen Kreisen abfeiern lassen. Man muss auch jönne könne!

Ich will hier kein Forum für Rechtsgerichtete bieten.
Was ich aber auch nicht will,  ist, jedes Mal einen Gesinnungstest durchführen zu müssen, bevor ich einen Kommentar freischalte. Ich habe weder die Zeit, noch die Lust dazu, die Blogroll von Kommentatoren nach bedenklichen Inhalten durchforsten zu müssen.
Ich bin es einfach müde, daran gemessen zu werden, wie effektvoll ich das Zensurschwert schwinge, und meine Inhalte dabei so nachrangig werden, bis sie verschwinden.

Und ich will rechtzeitig aufhören, bevor ich gegen alles und jeden misstrauisch werde.

Da gibt es schönere und befriedigendere Hobbys, denen ich mich jetzt intensiver widmen kann und auch möchte.
Bowling, vielleicht? :-D




Den in der Blogroll aufgeführten Bloggerkollegen wünsche ich alles Gute. Macht weiter so!

Euer Duderich




Die Kommentarfunktion wurde deaktiviert.

Dienstag, 21. November 2017

Pest und Cholera

Abteilung: Wir haben keine Chance. Nutzen wir sie!

Als ich erfahren habe, dass die Schwampel (hört sich nicht so gut an, wie 'Jamaika' und ist deshalb geeigneter) geplatzt ist, hat das nicht gerade meinen Tag versaut. Den beteiligten Parteien traue ich sowieso nicht weiter, als ich eine vollbeladene Waschmaschine werfen kann.

Blöde nur, dass sich keine verlockenden Alternativen ausmachen lassen.

Das geringste Übel (also die Cholera) wäre meiner Meinung nach eine Minderheitenregierung. Deren Schwächen würden einen gewissen Charme haben, weil dort um Mehrheiten gerungen werden müsste. Das würde inhaltliche Auseinandersetzungen von hermetisch abgeschotteten Hinterzimmern immerhin wieder in das Parlament tragen.
Eine verschärfte Einwanderungspolitik mit Hilfe der AfD? Ja, das wäre mal richtig schön peinlich, mit schauderndem Fremdschämen. Das würde mal anschaulich demaskieren, wie viele inhaltliche Gemeinsamkeiten die CDU/CSU/FDP mit den Braunen haben.
Auch für Sozialabbau steht die AfD sicherlich als Mehrheitsbeschaffer gerne zur Verfügung. Nicht nur die Kaiserin/Kanzlerin stände sehr schnell ohne Kleider nackt da (upps, übles Kopfkino!) sondern auch deren gesamter Hofstaat. Obwohl sich alle Beteiligten gerne rechts überholen, im Kampf um die Mitte, wäre dass dann schon sehr peinlich, vergiftetes Lob (über Mehrheitsbeschaffungen) von der AfD zu bekommen. "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder..."

In der Konsequenz aber, würde der neoliberale, rechtsnationale und sozialstaatsfeindliche Kurs (auf dem wir uns bereits befinden) noch einmal beschleunigt werden.
Die SPD würde vermutlich als Oppositionssimualtion und Linksblinker in der Zustimmung wachsen, da es wahrscheinlich immer noch genug Menschen gibt, deren Verdrängungsmechanismen sie vergessen lassen, dass spätestens in Regierungsverantwortung sozialdemokratische Absichtserklärungen Schnee von gestern sind.

Und Neuwahlen?
Das kann dauern (denn Steinmeier hat keinen Bock auf Überstunden) wird aber auf lange Sicht das wahrscheinlichste Szenario sein.
Diese würden aber nur dann Sinn machen, wenn die SPD sämtliches Führungspersonal austauschen würde, sich von der Agenda 2010 glaubwürdig distanziert und für ein linkes Gegenmodell werben würde. Aber wie wahrscheinlich ist das?
Und wie wahrscheinlich ist eine rot-rot-grüne Koalition? Mit den LINKEN, die mehr mit innerparteilichen Streitigkeiten und Machtgerangel beschäftigt sind, als eine glaubwürdige Alternative zu bieten? Mit den GRÜNEN die sich gar nicht genug verbiegen konnten, um eine Schwampel zu realisieren - und sich dafür als staatstragende Helden feiern lassen?

Die Hoffnung stirbt zu Letzt.
Meine Hoffnung, dass die politischen Machtverhältnisse eine Reichtumsverteilung von arm zu reich umkehren, dass globaler Humanismus Raum greift, und beherzt eine nachhaltige Ökologie angegangen wird, geht gegen null.

Obwohl der Kapitalismus und die Wirtschaftsgläubigkeit nachweislich in eine soziale, ökonomische und ökologische Sackgasse führt, ist dieser immer noch 'common sense'.
Ein überholtes, aber weitgehend unangefochtenes Dogma, welche alle Andersdenkende als Spinner und Gutmenschen abtut.

Hinter der vermeintlichen Staatskrise lauert eine Systemkrise.
Denn ein "Weiter so!" wollen nur die Systemprofiteure.

Aber ein glaubhafter und gangbarer Alternativentwurf fehlt leider gänzlich.
"Wir brauchen etwas WOFÜR wir kämpfen, und nicht nur etwas WOGEGEN wir kämpfen."


Was so alles verkehrt läuft, und wie die Masse manipuliert wird, fasst Dr. Rainer Mausfeld sehr gut und verständlich zusammen.

Hier noch mal das Video, welches bereits bei den Nachdenkseiten verlinkt wurde.
Für mich, ein 'must see':

 
Wer es noch nicht gesehen hat, sollte das unbedingt nachholen!

Sonntag, 19. November 2017

Die Mehrheit von 49%

Abteilung: Absolute und relative Mehrheit

Ja, es ist schon ein wenig komplizierter als manche Schlagzeilen suggerieren mögen.

Im ersten Moment mag man glauben, dass die "meisten Deutschen" mehr als die Hälfte ist.
Und ich unterstelle mal, dass diese Schlagzeile, dies suggerieren will.
Besonders die Formulierung 'die meisten Deutschen' ist bewusst irreführend, da man als die Meisten spontan mehr als die Hälfte vermutet.

Es mag Zufall sein, oder auch nicht, dass in diesem Beitrag diese Differenzierung (relative und absolute Mehrheit) nicht erwähnt wird.
Um genau zu sein: Eine relative Mehrheit wäre für eine GroKO beim Scheitern von Jamaika, aber nicht eine absolute Mehrheit.

Genaugenommen heißt das:
WENIGER ALS DIE HÄLFTE, wollen eine GroKo beim Scheitern von Jamaika!

Trotzdem ist dies eine Mehrheit, wenn auch nur eine relative.

Man hätte also auch schreiben können:
"Mehr als die Hälfte wollen keine GroKO, wenn Jamaika scheitert!"
Aber die medial vorgegebene Agenda folgt wohl einem anderen Spin.

Manche mögen dies nicht wissen. Und ich denke, damit spielt diese Schlagzeile.

Denn absolut gesehen, wollen eine MINDERHEIT eine GroKo, falls die Jamaika-Verhandlungen (oder auch genannt eine Schwampel) scheitern.

Aber in unserem Schulsystem wird den wenigsten der Unterschied von einer relativen zu einer absoluten Mehrheit vermittelt. Vielmehr gilt es dort, die Schüler für den Arbeitsmarkt zuzurichten. Da spielen solcher feinen Unterschiede lediglich eine untergeordnete Rolle.

Wieviele von unseren beschulten Heranwachsenden würden unter einer 'Mehrheit' weniger als die Hälfte vermuten?

Dieses Beispiel zielt nicht mal auf 'Fake News'. Es zielt stattdessen auf Manipulation denen gegenüber, die über das Schulsystem nicht ausreichend gegen manipulative Suggestionen dieser Art ausreichend gerüstet sind.

Das kritisch hinterfragende wird weder in allgemeinen Schulen, noch in Berufsschulen, noch im Studium gefördert.
In unserem Bildungssystem geht es nur um Zurichtung auf die eigene Verwertbarkeit.

Und die 'Heute Show' und 'Die Anstalt' lässt uns darüber lachen.

Aber der Aufschrei, gegen unannehmbaren Verhältnissen bleibt leider aus.

Die Mehrheit findet die bestehenden Verhältnisse verbesserungswürdig.
Und das Aufbegehren gegen ökologischen Wahnsinn und der Reichtumsverteilung zu arm zu reich finden fast alle richtig.
Sind 'fast alle' die relative oder absolute Mehrheit?

Und wenn letzteres der Fall ist.
Was ändert das, in einer parlamentarischen Demokratie, in der die CDU die relative Mehrheit hat?
In der die SPD zu einer Hure der Machterhaltung verkommen ist, der ihr ureigenes Klientel mittlerweile scheißegal ist?

Auf die Mehrheiten sei geschissen! Ob absolut, oder relativ!
Bin ich antidemokratisch?
Vielleicht.

Ich nehme jedenfalls war, dass die Bevölkerung gegen ihre Interessen wählt.

Teile und herrsche!

Es scheint immer noch zu funktionieren.

Und gerade die 'Premium-Linken', bspw. Narrenschiffkaptain Charlie (wo ich unter "aussortierte Deppenblogs" als "Ausscheidungen eines Bildungsfernen" geführt werde) die so schlau sind und moralisch erhaben gegenüber anderen Linken, sind lediglich die Erfüllungsgehilfen einer neoliberalen indoktrinierten Spaltung.
Und ausgerechnet genau Jene, die mit dem Zeigefinger auf andere zeigen und die vermeintliche >linke< Moral hochhalten, unterbieten sämtliche Niveau-Standards.
Aber Hauptsache, man fühlt sich gut, in der eigenen Selbstgerechtigkeit und Filterblase.

So blöde und systemerhaltend möchte ich mal für 5 Minuten sein, nur um zu wissen, wie sich das anfühlt...

Sonntag, 22. Oktober 2017

Links gegen Links

 Abteilung: Am Arsch, die Waldfee

Man ist unter 'Linken' sicher schnell dabei, dass dies mal wieder die Beschäftigung mit mir selbst ist. Vielleicht Narzismus. Ich ziehe den Schluss, dass was hier in diesem Blog geschieht, auch im Größeren, ja Großen überall woanders auch geschieht.
Ich gebe zu, dass es mir nahe ging, dass man mich als nationalistisch, rassistisch und was auch immer filterblasengesteuerte Linksverteidiger mir vorwerfen wollen.
Alles, was jenseits der Aussage läuft, dass alle kommen sollen, die wollen, macht mich in gewissen Augen zum Rassisten und Nationalisten. Genau diese aber, folgen der Blendgranate von der Links-Ikone Merkel, dass wir das schaffen.
Wagenknecht, Lafontaine, ja und auch ich, machen sich Gedanken darüber, dass die Lasten der Migration auch gerecht verteilt werden. Denn momentan, übernehmen diese - wie gewohnt - die sozial Schwachen.
'Wir schaffen das' ist mittlerweile ein Dogma, welches Merkel in die Welt gesetzt hat, und die selbsternannten Linken ihr mittlerweile willfährig aus der Raute lecken.
Es ist dann mehr als unterkomplex, alle willkommen zu heißen. Im Namen des Sozialismus und der Humanität. Da wird dann gar nicht mehr die Frage gestellt (die Lafontaine - natürlich streng rechts und nationalistisch beantwortet), zu wessen Lasten denn 'Wir schaffen das' gemeint ist und umgesetzt wird.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, jeden willkommen zu heißen.
Nur, ab diesen Punkt muss man dann schon mal weiterdenken.
Wer sorgt für die Integration?
Wer sorgt für die nötigen Sprach- und Alphabetisierungskurse?
Die Integration kostet Geld. Wer kommt dafür auf?
Wird dafür die Vermögenssteuer eingeführt?
Gibt es eine Reform der Erbschaftssteuer?
Eine Reform der Kapitalertragssteuer?

Ich finde es total lächerlich, und sowas von unterkomplex, alle Immigranten hereinzuwinken, ohne sich mit den Lasten der Finanzierung der Integration auseinander zu setzen.

Momentan tragen diese Lasten die Abgehängten, schlecht ausgebildeten.
Für die sind Flüchtlinge Konkurrenten auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt.
Nicht wenige davon werden die AfD gwählt haben.
Eine Auseinadersetzung dazu fehlt mir im Linksspektrum.
Alle AfD-Wähler für Rassisten zu halten greift dann doch zu kurz, aber reicht dann anscheinend für selbsternannt Intellektuelle, ihre Welt ohne Hinterfragung für schlüssig zu halten.
Mittlerweile mutet es anscheinend als nationalistisch an, die Frage der Lasten der Integration mit der sozialen Gerechtigkeit zu verbinden. Die Sorgen und Nöte der Abgehängten wird von den Selbstgerechten schlicht nicht beantwortet - stattdessen beklagen sie einen Zulauf zur AfD.
Gerade hier tut sich ein Solidaritätsanspruch mit den Abgehängten auf, der aber von den Salonlinken nicht wahrgenommen wird. Wer Marx in deren Augen nicht gelesen hat, ist es nicht Wert in den ersten Reihen der Revolution zu kämpfen. Eine Revolution die nie stattfinden wird, weil sie ausgrenzt, statt zu mobilisieren.

Ich freue mich über eine multikulturelle Gesellschaft. Vielfalt, religiös und kulturell begrüße ich.
Aber diese Zuwanderung drückt auch die Löhne (Angebot und Nachfrage) und treibt die Mieten für günstigen Wohnraum in die Höhe (Angebot und Nachfrage).
Dies sind schlicht ökonomische Gewissheiten.
Diese auszusprechen, kolllidiert aber anscheinend mit selbsternannten, über alle Fakten erhabenen Linken.
Die Aussage, das jeder willkommen ist, mag einem viel Beispruch in der linken Szene einbringen.
Ich habe bislang aber wenig Äußerungen wahrnehmen können, wer diese Kosten trägt.

Statt für eine Vermögensteuer, einer Gewinnertragsteuer, einer Reform der Erbschaftssteuer zu plädieren, wird nur mit der rassistischen Keule geschwungen.

Das ist wirklich arm. Das enttäuscht mich unsagbar.

Dieses selbstgerechte Gehabe der Salonlinken, die nur bis zum Tellerrand denken, kotzt mich mittlerweile wirklich an.

Es hat mich lange Zeit aufgeregt, dass ich als rechts beschimpft werde. Weil mir Merkels "Wir schaffen dass" nicht gereicht hatte.

Mittlerweile fühle ich mich in der Anfeindung meiner Person bestätigt.

Ich selbst weiß, wie links ich bin.
Ich selbst weiß, dass ich die Umverteilung von arm zu reich umkehren will.
Ich selbst weiß, dass ich Menschen nicht nach ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion einordne.

Ich bin mittlerweile über eure Anfeindungen erhaben.

Ich finde Euch einfach nur lächerlich und im großem Maße unterkomplex.

Ladet gerne Euren filterbasierten und tellerrandkonformen Bullshit bei mir ab.

Alles, was ihr an Anfeindungen und Unterstellungen zu bieten habt, wird hier freigeschaltet.

Diese ganze Scheiße, ist symptomatisch, warum sich die LINKE gerade selbst zerlegt.

Dummheit, Filterblasen und Unterkomplexizität sind nicht zwingend links, liebe Selbstgerechte.



Zitate:
"Der Duderich mit Katja Kipping und Sahra Wagenknecht an der Selektionsrampe?"

"Solange du unentwegt verdummend rechte Positionen vertrittst, bist du nicht Links gegen Links und wirst dementsprechend auch weiterhin angefeindet.
Deine Einstellung und die diesbezueglich staendigen Angriffe auf Linke zu diesem Thema findet man auch mannigfach auf rechten Seiten.
Wenn du das nicht erkennst bist du dazu zu dumm und wenn du dir dessen bewusst bist nicht Links.
Suchs dir aus."


" Fragt ein bildungsfernbedingt unbewusster Querfrontler?"

" Du blickst schon lange nicht mehr wo du stehst und wurdest auch schon von anderen gefragt, wie oft du dich denn uA. noch auf deiner eigenen Seite peinlich verlaecherlichen willst"


Mittwoch, 11. Oktober 2017

Phänomenolgie

Abteilung: "Du, ich fühle negative Schwingungen..."

Ach, DA ging es ja heiß her.
Nicht immer schön zu lesen, ... aber hat Quote gebracht.

Nein, ich bin nur ein wenig zynisch...

Eigentlich hat mich dieser Post über die Grenzen des eigentlichen Themas hinaus beschäftigt.
Es ist wirklich interessant, was für einen Hass einem manchmal entgegenschlägt. Nein, Hass hat man nicht mal verdient, nur den verkrüppelten Bruder davon: Die Verachtung.


Wenn ich angegriffen werde, dann antworte ich manchmal spontan aus meinen verletzten Gefühlen heraus. Meine Gefühle werden nicht dadurch verletzt, dass ein Kommentator (X) meine Gefühle (Y) verletzt.  Meine Gefühle werden dadurch verletzt, dass man mich so grundlegend missverstehen kann (oder will?).
Dass man mich für rechts halten kann.
Dass man mich für einen Rassisten hält.

Dass man mich überhaupt für einen schlechten Menschen hält.

"Heul doch, Duderich!"

Nein, ich will gar nicht heulen, denn ich sitze hier - den zeitlichen Abstand im Rücken - und betrachte die Situation nun aus einem anderen Blickwinkel.
Der neue, distanziertere, Blickwinkel ist das ganze Szenario ohne meine Person (und der damit einher gehenden Befindlichkeiten).

Natürlich vertrete ich im Folgendem weiterhin immer noch meine subjektive Meinung, aber meine Emotionen sind jetzt weitgehend raus, und dieser Umstand verschafftet mir einen klareren Blick. Mit Zug nach Oben zur Meta-Ebene.

Mich interessiert hier die Phänomenolgie.

Die Kommentare meines letzten Posts nahmen teilweise absurde Züge an (wer hier immer noch mitliest, hat auch das Zeug, sich durch die Kommentare zu kämpfen).
Ich will mich da ausdrücklich nicht ausnehmen.
Aber mittlerweile kann man anscheinend nicht einmal den Ehemann von Wagenknecht zitieren, ohne sich vermeintlich als Rassisten oder Rechten zu outen.
Sicher, La Fontaine ist eine kontroverse Figur.
Aber muss man dann direkt dem Anderen das Links-Sein absprechen, mir Rassismus vorwerfen, weil ich ihn zitiere?
Kann man mal kontrovers diskutieren, und dabei die Kirche im Dorf lassen?

Es gibt mittlerweile im Kielwasser dieses Blogs sogar Kommentatoren, die sich diebisch über Rechtschreibfehler von mir freuen.
Mittlerweile belustigt mich das. Es ist Teil eines Phänomens, welches ich nicht begreife/begreifen will.
 
Ich nehme das war, aber ich begreife es nicht. Kann in dem ganzen Grabengefechten unter den Linken keinen Sinn sehen. Jedenfalls nichts Konstruktives. Gestaltendes.
Auf das Trennende geschaut, statt auf das Verbindende. Wäre schöner andersrum...

Aber ich muss nicht alles verstehen.
Nicht alles verstehen zu wollen, entspannt. Kann ich nur empfehlen...




Nachgedanken:
@jakebaby:
Du bist ein Arschloch. Ich bin ein Arschloch.
Haben wir doch schon eine Gemeinsamkeit!
Lass uns um die Sache streiten, und nicht darum, wer die (metaphorisch gesprochen) dicksten Eier hat.
Wenn wir uns zufällig in einer Kneipe treffen würden, dann würden wir vermutlich erstmal zusammen einen saufen, und uns danach im Hinterhof auf die Fresse kloppen.
Lass uns doch einfach (wieder metamophorisch gesprochen) beim Saufen bleiben.

@Das Murmeltier:
Es wird mir langsam zu blöd, gegen Deine Vorurteile ankämpfen zu müssen.
Keine Grabenkämpfe mehr. Bitte. Schadet der linken Sache und entzweit, anstatt es Kräfte verbindet.
Lass auch Du uns in Zukunft in der Sache streiten.
Aber beiderseitig den Respekt bewahren. Denn das ist die Voraussetzung dafür, um in der Sache zu streiten.



Ich habe oft zu spontan und falsch reagiert. Mein Appell an Euch richtet sich auch an mich.

Ich würde mich gerne weiterhin mit Euch beiden austauschen.

Aber dabei sollte uns doch allen bewußt sein, dass uns folgendes Elementare verbindet:
- mehr Verteilungsgerechtigkeit!
- Menschen, egal welcher Hautfarbe, Abstammung, sexueller Ausrichtung, religiöser Zugehörigkeit, (... oder was sonst noch als 'trennend' aufgeführt werden könnte) sind GLEICH
- Krieg schafft keine Lösungen.
- Wir leben von/mit der Erde. Lasst sie uns so behandeln, und nicht, wie einen Schwamm, den man auswringt.

Ich gehe davon aus, dass ihr das auch so unterschreiben könntet. Und ich hoffe, dass ihr mir glauben könnt, dass o.g. Worte mit Herzblut geschrieben sind.

Dies würde uns (so meine Phantasie) eine Basis gegenseitigen Respekts verschaffen, die zukünftige Diskussionen sicher fruchtbarer machen würden...

Last, but not least:
@ der Doktor:
@Susannah Winter:
@ Art Vanderley:

Bitte weiterhin kommentieren!
Nicht nur ich profitiere davon!
:-)


Übrigens:
Schon vor fast fünf Jahren habe ich bereits ähnliche Gedanken verfasst.
Geändert hat sich diesbezüglich in diesem Zeitraum exakt nix...

Samstag, 30. September 2017

Links - oder Rechts - oder Querfront?

 Abteilung: Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!

"Man dürfe "die Lasten der Zuwanderung über verschärfte Konkurrenz im Niedriglohnsektor, steigende Mieten in Stadtteilen mit preiswertem Wohnraum und zunehmende Schwierigkeiten in Schulen mit wachsendem Anteil von Schülern mit mangelnden Sprachkenntnissen nicht vor allem denen aufbürden, die ohnehin bereits die Verlierer der steigenden Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen sind". Man solle eher, so Lafontaine, den Menschen in den Herkunftsländern helfen."
Quelle

Also, liebe Leser, kotzt euch mal aus!

Ist das links, rechts, oder beides (Querfront)?

Mittwoch, 27. September 2017

und Nahles so: "... ab morgen kriegen sie in die Fresse!"

Abteilung: Nahles macht den Kinski

Es gibt Momente, da wird Der Postillon von der Realität überholt.

Als ich diesen Artikel in der Süddeutschen Zeitung las, rieb ich mir irgendwann verwundert die Augen und schaute noch einmal nach, ob ich nicht doch gerade den Postillon lese.

Dort steht tatsächlich:

Tatsächlich machte Nahles deutlich, wie schnell sie auf Opposition und Angriff umschalten kann. Auf die Frage, wie sie sich nach der letzten gemeinsamen Kabinettssitzung mit den Kollegen von der Unionsfraktion fühle, sagte sie: "Ein bisschen wehmütig - und ab morgen kriegen sie in die Fresse!"
Über Ihre Ausdrucksweise kann man durchaus streiten. Diese neu gewonnene Streitbarkeit der Fraktionsvorsitzenden kann ich ihr aber nicht wirklich abnehmen.

Mal abwarten...


Nachtrag: Mittlerweile rauscht der Blätterwald. In der Google-Suchmaske beim Suchwort Nahles ist der erste Vorschlag "Andrea" und der Zweite, na? Richtig! "Fresse"

Inszenierter Tabubruch um Aufmerksamkeit zu generieren.
Und auch der Duderich fällt drauf rein... :-I

Montag, 25. September 2017

Merkel's Dillema: Der Pyrrhus-Sieg

Abteilung: 'Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder' (Franz Josef Degenhardt)


Der Ausgang der Wahl wird wenige total überrascht haben, wenn sie zuvor die Prognosen studiert hatten.

Sicher, hier und da gab es Abweichungen, aber im Großen und Ganzen gab es keine übergroßen Ausschläge, gegenüber den Prognosen. Was das Ergebnis natürlich nicht besser macht.

Womit wir ziemlich zügig zur AfD kommen.
Die knapp 13% wurden ansatzweise so vorausgesehen, was aber viele nicht davor abhielt nun den Untergang des Abendlandes heraufzubeschwören.
Sicher, es drängen sich da ganz üble Parallelen aus unserer unsäglichen Geschichte auf. Und die hohe Zustimmung zu dieser Partei der Rechtspopulisten erschüttert natürlich grundsätzlich.

Andererseits steht die AfD noch nicht kurz vor der Machtübernahme und Koalitionen mit ihr wird man wohl (zumindest in dieser Legislaturperiode) ausschließen können. Wobei man der Fairness halber sagen muss, dass bspw. ein dem Rassenwahn verfallener Demagoge wie Sarrazin immer noch Mitglied der SPD ist. Und Mitglieder der Schwesterparteien auch schon ganz üble rassistische Dinger rausgehauen haben.
Deshalb könnte man die Empörung der noch regierenden Parteien durchaus zumindest teilweise als "Haltet den Dieb!"-Rhetorik interpretieren.
Wenn auch schon zuvor öfter konstatiert, bleibt darüber hinaus festzustellen, dass die GroKo durchaus ein fruchtbaren Acker für die AfD bereitet hat. Willfahrig und auflageheischend sekundiert von den Medien.

Nun reicht es nicht mehr aus, zu appelieren, die AfD nicht zu wählen. Nun muss man sich in Debatten mit den Schmuddelkindern auseinander setzen. Das ist sehr unbequem, aber auch der Preis, den die etablierten Parteien nun zahlen müssen. Der Preis dafür, dass sich viele Bürger immer mehr abgehängt fühlen und sich nicht verstanden, sich sogar vielmehr im Stich gelassen fühlen.
Das soll keine Entschuldigung für den großen Zulauf der AfD sein, aber der Versuch einer Erklärung.
Und damit werden sich die Parteien in Zukunft auseinander setzen müssen, und das ist gut so.

Die AfD stört durch ihre nun herbeigewählte Präsenz die Routine der Verwaltung neoliberaler Dogmen. Das einschläfernde Mantra des "Uns geht's doch gut" wurde widerlegt.
Denn ich wage mal die steile These, dass nicht nur Rassisten die AfD gewählt haben, sondern auch viele Abgehängte. Schulz hat mit keinem Wort in seinem Wahlkampf SGB III-Empfänger Hoffnung auf Besserung gemacht. Und derer gibt es viele. Diejenigen, die Die LINKE nicht aufgefangen hat sind bei der AfD gelandet.
Mit Worthülsen alleine und mit einem nicht unterfütterten Geschwafel von "sozialer Gerechtigkeit" wird man diese nicht mehr auffangen können.

Mit der Absage der SPD an eine große Koalition hat die SPD einen ersten Schritt getan.
Die vorgeschlagenen Personalie Nahles als Fraktionsvorsitzende und die Beibehaltung von Schulz als Parteivorsitzender gibt bislang aber nicht Grund zur Hoffnung, dass die SPD mittlerweile endlich mal den Knall gehört hat. Die Übernahme der Verantwortung geht mündlich leicht über die Lippen von Schulz. Der Konsequenz, dass schlechteste Wahlergebnis nach Kriegsende eingefahren zu haben, verweigerte er aber mit seinem Kleben am Parteivorsitz in inkonsequenter, ja realitätsverleugnender Weise.
Die gute alte Steinmeier-Mentalität.

Aber vielleicht braucht es einfach mehr Zeit. Mit Schulz und Nahles wird es jedenfalls vorerst keine Annäherung an Die LINKE geben. Eine politische Alternative mit der Möglichkeit der Umsetzung sozialdemokratischer Wahlversprechen wird zur Zeit immer noch nicht angestrebt. Warum hätte man sie denn wählen sollen, wenn das Ziel eine unrealistische Kanzlerschaft war um die GroKo fortzuführen? Wer hat in der Endphase ernsthaft damit gerechnet?
Wer das Blaue vom Himmel verspricht, braucht sich nicht zu wundern, wenn einem immer weniger ernst nehmen/bzw. nicht auf den Leim gehen.

Man wird abwarten müssen, ob die SPD nicht doch noch einknickt und sich von Merkel für eine Weiterführung der GroKo einlullen lässt. Das ist zugegebenermaßen unwahrscheinlich, aber ich traue dieser Partei mittlerweile so viel Erkenntnisresistenz zu, dass ich es nicht gänzlich ausschließen mag.
Natürlich wäre für Merkel eine Fortführung der GroKo die weitaus komfortabelste Variante gewesen. Die SPD würde weiter ausbluten, und sie muss sich nicht mit einem Sack voller Flöhe wie der Lindner-Posterboy-FDP und den GRÜNEN rumschlagen (Jamaika-Koalition). Hinzu kommt, dass die GRÜNEN gleichsam mit der CSU und der FDP essentiell über Kreuz liegen. Die GRÜNEN müssten sich von zu vielen programatischen Inhalten trennen, was sie durchaus 2021 mit der 5%-Hürde kollidieren lassen könnte. Darüber hinaus droht noch Rabatz von der CSU - in persona Seehofer, der um sein politisches Überleben kämpft und sich daher gegenüber der CDU abgrenzen wird.

Fast noch wahrscheinlicher ist da eine Minderheiten-Regierung. Ich mag mich irren, aber für diese Variante halte ich Merkel zu bequem, weil sie bei jedem Gesetzesentwurf um Mehrheiten werben müsste.

Neuwahlen sind auch eher unwahrscheinlich, weil diese der AfD noch einmal kräftig Wind in die Segel blasen würde.


Das Wahlergebnis kombiniert mit der Absage der SPD an die Weiterführung der GroKo (die ich zuvor fälschlicherweise prognostiziert hatte) lässt mich also ratlos mit folgenden durchgehend unwahrscheinlichen Alternativen zurück:

  • Eine Jamaika-Koalition mit beteiligten Parteien die zuwenig Schnittmengen für eine stabile Regierungsarbeit aufweisen. Ob diese Variante eine Legislaturperiode überdauern würde ist mehr als fraglich.

  • Die SPD bricht ein und laviert sich mit einer Weiterführung der GroKo entgültig in die politische Bedeutungslosigkeit.

  • Eine Minderheiten-Regierung wogegen sich Merkel mit Händen und Füßen wehren wird. Dies hat sie ja auch bereits in der Elefantenrunde angedeutet.

  • Neuwahlen, die die AfD weiter beflügeln würde, was sämtliche anderen Parteien fürchten wie die Pest.


Welche Variante, liebe Leser, haltet Ihr für am wahrscheinlichsten? Beziehungsweise für am wenigsten unwahrscheinlich?

Ich bin sehr gespannt auf Eure Antworten/Prognosen!




Leider nur Satire:
"SPD-Führung übernimmt Verantwortung für Wahl-Desaster und tritt geschlossen zurück"

Samstag, 23. September 2017

Zitat des Tages: Von der Narrenschiffbrücke aus gesehen, ist DIE PARTEI weit rechts.

Abteilung: ... also hart Steuerbord

Es ehrt ja, wenn man Leute jener Gesinnung des 'Herr Karl', alias 'Andre', bekämpft.
Ich selbst lasse das schon lange, und zensiere ihn einfach.
(Wenn ich mich recht erinnere, dann war es der 'Herr Karl', alias 'Andre', den ich bislang überhaupt als Einzigen zensiert habe.)

@: Murmeltier: Übernehmen sie!


Aber der Zweck heiligt halt nicht immer die Mittel:

"Die Partei "Die Partei" ist so unglaublich rechts, dass sie sogar Gehirnamputierte wie Dich in Ruhe und Frieden leben ließe. Ich würde Dich ja in eine psychiatrische Anstalt einweisen, aber ich habe dort zu Deinem Glück nichts zu sagen. ;-)"
(Charlie auf der Brücke beim Narrenschiff beim Navigieren.)
(Hervorhebungen vom Duderich)

Wessen Gehirn aber (so es denn nicht bei einem selbst amputiert ist) lässt einen Die PARTEI als 'so unglaublich rechts' erscheinen??? !
Welche Synapsen versagen da?

"... Ich verstehe dieses Blog weder als "links", noch als "linksliberal" - es (sic!: er!) versucht, schlicht der Logik zu folgen,..."
(Selbstbeschreibung des Blogbetreibers)
(Hervorhebung und Einschub vom Duderich)

Die Logik, die einen zu der Erkenntnis kommen lässt, dass Die PARTEI so 'unglaublich rechts' ist, erschließt sich mir nicht.

Man möge mir das erklären.
Argumente wären hilfreich.



P.S.: Der im weiteren Verlauf des zitierten (an den 'Herrn Karl' gerichteten) Kommentars genannte 'Bildungsferne', respektive 'psychisch Kranke(n)' bin übrigens ich.
Ich werde dort gegen meinen mehrfach ausgesprochenen Willen in seiner Blog-Roll als 'Aufzeichnungen eines 'Bildungsfernen' verlinkt.
Aufgrund meiner psychischen Erkrankung möchte ich auf Seiten wie dieser aber nicht verlinkt werden! Egal unter welchen Namen (hat man eigentlich (k)ein digitales Aufenthaltsbestimmungsrecht?).


"...  oder meinetwegen den "Bildungsfernen", der sich nun endlich - oder auch doch nicht, man weiß das bei psychisch Kranken ja nie so genau - verabschiedet hat, damit behelligen - dort sind Deine schleimigen Auswürfe sehr gut aufgehoben."
(Hervorhebungen vom Duderich)

Obwohl ich Herrn Karl schon seit Jahren zensiere (2013), sind seine 'schleimigen Auswürfe' also bei mir "sehr gut aufgehoben"?

Die PARTEI ist (so unglaublich) rechts..?
Ich bin rechts..?
Und ausgerechnet ich sympathisiere mit Herrn Karl..?

"... versucht, schlicht der Logik zu folgen, ..."


Ich so:

"Häh?"

Freitag, 22. September 2017

Wahlkrampf

Abteilung: Schlecht gemachte Verarsche

Ich sehne mir immer mehr den Wahlsonntag herbei.
Denn ich ertrage diese permanente Gehirnlobotomie langsam nicht mehr.


Immer mehr Menschen haben immer berechtigtere Ängste vor dem eigenen sozialen Abstieg. Die Agenda 2010 hat das Feld bestellt: Der Abstieg in Hartz IV ist nur für wenige Priveligierte ein nicht reales, sprich: mögliches Schreckensgespenst.
Man muss schon sehr viel Kapital angehäuft haben um sich nicht davon bedroht zu fühlen, nach dem Verbrauchen der eigenen Kapitalreserven und dem Ablauf von einem Jahr ALG I-Bezug im Hartz IV zu landen. Und es ist ja auch schier unwidersprochen unstrittig, dass man dort wirklich unten angekommen ist. Dass man von ganz unten auch sehr schwer wieder nach oben fahren kann.
Die Metapher der immer schneller nach unten fahrenden Rolltreppe ist nicht von mir, aber trotzdem gut. Man muss immer schneller laufen (respektive die Selbstausbeutung immer beherzter vollziehen) um überhaupt auch nur den eigenen Status zu bewahren.
Und, jetzt kommt die Gretchenfrage:
Wer ist der Verursacher dieser Angst?
Wer bedroht meinen sozialen Status, wen gilt es zu bekämpfen?

Ihr ahnt es bereits: Es sind die Flüchtlinge! Und natürlich auch die Sozialschmarotzer, die sich in der 'sozialen Hängematte' (danke übrigens posthum für diese äußerst kreative Wortschöpfung, Herr Westerwelle!) ausruhen.

Wer käme auch schon auf den Gedanken, die SPD dafür verantwortlich zu machen, die ja ausgerechnet für soziale Gerechtigkeit wirbt? Die sich nie von dieser Agenda des Schreckens und der sozialen Spaltung distanziert hat und sich dafür von der CDU loben lässt?
Und da lächelt dann Schulz gönnerhaft von den Plakaten herunter. Und phantasiert von einem Wahlsieg in der Hoffnung auf die Kräfte der selbsterfüllenden Prophezeiung. In der Hoffnung auf die Dummheit und Vergesslichkeit der Wähler.
Es beleidigt mich dann doch, dass ich als Wähler für so hirnentkernt gehalten werde.
Wenn man mich denn verarschen will, dann doch bitte mit mehr Niveau. Jeder Hütchenspieler erscheint im Vergleich dazu als Ausgeburt der Seriosität.

Und wenn sich dann die Abgehängten bedroht fühlen durch die Konkurrenz von Flüchtlingen in dem unwürdigen Kampf um billigen Wohnraum und selbstausbeuterischen Arbeitsverhältnissen - wer ist dann Schuld?

Klar, die AfD, eine Ansammlung von rassistischen Arschlöchern, deren Geschäftsmodell es nun mal ist, genau die Ängste zu bedienen, die eine Partei hervorgerufen hat, deren Kanzlerkandidat für soziale Gerechtigkeit wirbt.
Und nach einem erneuten Desaster der erkenntnisresistenten SPD und den Einzug der AfD in den Bundestag wird man wohl erneut vermeintlich selbstkritisch feststellen, dass man die tollen Inhalte leider nicht gut genug vermitteltn konnte.

Über die SPD habe ich vermutlich viel zu viel geschrieben. Dafür spare ich mir dann jeden weiteren Kommentar zur CDU, FDP, den Grünen und, ja, der AfD.

Die Wahlprognosen beweisen wieder einmal, dass der Kakao, durch den der Wähler gezogen wird auch weiterhin durstig getrunken wird.

Ab nächsten Sonntag werden wieder sämtliche unmenschliche Schweinereien demokratisch erneut legitimiert werden.
Man darf sich ja nur beschweren, wenn man gewählt hat. Aber die Unzufriedenheit wird dann ja auch während der Legislaturperiode eingetütet. Parlamentarische Demokratie, halt. Man kann ja nächstes Mal was anderes wählen.

Ich habe seit vielen Jahren immer die Partei DIE LINKE gewählt. Ohne diese Opposition sähe es meiner Meinung nach noch schlechter aus.

Aber diesmal wähle ich bereits jetzt etwas anderes, nämlich Die PARTEI. Denn ich hoffe, dass die Partei diesen ganzen Irrsinn weiterhin den Spiegel vorhält. Denn ernstnehmen kann ich diesen ganzen Irrsinn nicht mehr. Ich entziehe mich dieser Simulation eines gestaltenden Ausdrucks des Souveräns.

Denn ich fühle mich nicht als Souverän. Ich empfinde mich eher als Handreicher des Bühnenbildners dieses Kasperltheaters.

Diesem Empfinden kann ich am besten Ausdruck verleihen, in dem ich Die PARTEI wähle.

Sehr schön dazu ist dieser Text von Susannah Winter.
Vielen Dank an die Schrottpresse für die Verlinkung dazu.


Donnerstag, 21. September 2017

Ätsch!

Abteilung: Peinliches Geständnis

Ich habe vor kurzem sechs Fuß Mutterboden über diesen Blog gekippt (Serientipp: Six Feet Under).
Im Nachhinein betrachtet, war dies eine Kurzschlussreaktion.
Man kann mir natürlich unterstellen, dass ich der morbiden Phantasie gefolgt bin, Grabreden zu meinem eigenen Begräbnis hören zu wollen.
Ich kann wirklich jeden verstehen, der zu diesem Schluss kommt.

Der Beweggrund war aber ein anderer, aber nicht mal der (selbstreflektierend betrachend) vorgeschobene.
Aber, ich lege großen Wert auf die Feststellung, dass ich Euch Lesern diesen nicht (!) bewußt vorgeschoben habe, sondern erst mal mir selbst...

Sicher, diese Grabenkämpfe, ja Stellungskriege im linken Lager kotzen mich an. Und ich muss auch feststellen, dass es unüberwindbare Brücken gibt. Aber, wenn ich behauptete, dass mich solche Kontroversen (fast schon ein Euphemismus in diesem Zusammenhang) dazu bewegt haben, diesen Blog zu schließen, dann bildet das (wenn überhaupt) nur unzureichend die Realität ab.

Selbstreflektierend betrachtet war der eigentliche Grund für meinen Abgesang vielmehr meine Unzufriedenheit über meine eigene Unzulänglichkeit als Blogger. Was die Taktzahl und die Qualität meiner Postings betraf. Immer seltener lieferte ich immer schlechtere und unzureichendere Beiträge ab. Und dauernd hatte ich ein schlechtes Gewissen deswegen.
Ich lieferte nicht mehr ausreichend. Die Vielzahl der Missstände, die es anzuprangern gilt, überforderte mich.
Übrigens nicht nur in meinem Blogger-Dasein, sondern auch in der Realität. Im gottverdammten Alltag, in dem z.B. eine nette, durchaus symphatische Kollegin für eine Ausweitung der Überwachung von 'Linksextremismus' eintritt, mit dem Verweis, dass sie selbst nichts zu verbergen hätte. Die Tatsache, dass ich sie als Mensch eigentlich mag, macht es verdammt kompliziert...

Diese Anekdote (falsches Wort, aber ich finde kein besseres) könnte meinen Schreibfluss beflügeln, aber zumindest in jüngster Vergangenheit haben mich solche Erfahrungen eher ausgebremst.

Ausgebremst haben mich aber ausdrücklich nicht solche selbstverliebten ... wie Charlie und Flatter. Wobei letzterer eigentlich fast 1:1 meine politische Meinung widerspiegelt, was aber auch nichts daran ändern kann, dass er ein selbstverliebter Narzist ist, der schon bei marginalen Widersprüchen in den Kommentaren die Zensur-Machete schwingt, was ja auch nicht wirklich basis-demokratisch ist. Intellektuell und theoretisch ist das Links. Gelebt ist das was anderes.

Ach, Charlie und Flatter sind meine Lieblingsfeinde. Politsch zu 98% mit meiner Meinung deckungsgleich, aber so narzistisch-selbstverliebt, so diskursverweigernd, ja so pseudo-elitär  und meinungsvorgebend, dass ich auf sie als Gegner nicht verzichten möchte.
Insbesondere macht es mir Angst und Bange, wenn ich mir vorstelle, wenn jene (als Gedankenexperiment) an die Macht kommen würden...

" Paradox wie das Leben so spielt, werde ich weiterhin versuchen, so etwas wie Vernunft in den Diskussionen zu ermöglichen - egal, wer sich dadurch beleidigt fühlt."

Selbstverständlich versteht sich in diesen Worten Flatter als vermeintlich ironisch. Aber die 'Vernunft' definiert er selbst. Und wer in seinen Augen unvernünftig ist, darf sich auch gerne beleidigt fühlen. Zurückgelassene in der Zensur gegenüber auch nur marginal Andersdenkenden sind in seiner Wahrnehmung, lediglich 'Beleidigte', die seiner 'Vernunft' nicht folgen wollen.
Dabei geht es ausdrücklich nicht bspw. um Holocaustleugner, oder andere rechtsradikal Verblendeten. Es geht hier um marginal Andersdenkende aus dem linken Lager, die seiner Schleimspur (ich wiederhole das ausdrücklich) nicht bis zu ihrem Ursprung auflecken wollen.

Meinungsdiktatur, eine funktionierende, unwidersprochene Gefolgschaft wird hier mit 'Vernunft' begründet, wobei der Verfasser die 'Vernunft' selbst definiert. 'Vernunft' heißt hier, den Argumenten des Blogbetreibers unhinterfragt zu folgen.
Nicht Meinungsaustausch wird hier angestrebt, sondern Gefolgschaft. Widersprechende Äußerungen werden der vermeintlichen Vernunft geopfert.
Und dies wird dann kommuniziert als Mittel um 'Diskussionen zu ermöglichen'.
Die vermeintliche Diskussion ist in dieser Sphäre nur die Zulassung der eigenen Gefolgschaft.
Das ist das genaue Gegenteil von dem, was ich für eine wahre linke Gesinnung halte.

Und diese Kritik kommt nicht von rechts, sondern von links! In der Sache konform, aber in der Umsetzung aufs Äußerste widersprechend!
So schlau und pointiert Deine Ausführungen auch sein mögen, so dogmatisch, selbstgerecht und unhinterfragend ist Deine Haltung, Flatter!
Nenn das Vernunft - ich nenne das vermeintliches Angekommensein in der undiskutierbaren 'Wahrheit'. Ich nenne das egomanische Selbstgerechtigkeit. Ich nenne das zementierte Meinung, die nur zu vermitteln, aber nicht zu hinterfragen ist.

Das selbe gilt übrigens auch für Charlie vom Narrenschiff. Auch, wenn er nicht nur ansatzweise über Deinen Intellekt verfügt.

Das Bildungsproletariat braucht den Duderich in der Opposition zu solch selbstgerechten Säcken! :-D

Eine zümpftige Kleipenschlägerei könnte natürlich auch der Aggressionsabfuhr dienlich sein. Aber sagt mir früh genug bescheid, damit ich mit dem Hantel-Training beginnen kann und mir rechtzeitig alte Bruce-Lee Filme angucke.

Lange, lange Rede: Kurzer Sinn.

Mein Baby fehlt mir. Ich bereue den übereilten Schritt, diesen Blog aufzulösen.
Ich weiß, dass es total albern ist, den eigenen Abgesang zu zelebrieren um danach zu sagen:
"Ätsch", war gar nicht so gemeint.

Es war so gemeint, aber ich habe erkannt, dass es ein Fehler war.

Neben meinen langweiligen, alltäglichen Leben, habe ich feststellen müssen, dass der Duderich immer noch ein Teil von mir ist, der sich Bahn brechen will.

Ja, es ist unbestreitbar peinlich, was hier passiert ist. Und ich neige auch mein Haupt und hoffe auf Verständnis.
Aber andererseits habe ich auch kein Problem damit, dass Kommentatoren, wie bspw. das Murmeltier mich eventuell dafür auseinandernehmen (wollen).
Übrigens: Da dieser Blog ehrenamtlich betrieben wird, bin ich für kostenloses Korrekturlesen natürlich überaus dankbar. ;-)

Vielen Dank übrigens für die vielen solidarischen und verständnisvollen Grüße.

Ich werde hier nicht regelmäßig, aber engagiert weitere Beiträge posten.

Wenn ich halt Bock habe, oder mich der Leidensdruck dazu nötigt.

Erwartet nichts von mir - und ihr werdet nicht enttäuscht werden.

Sonntag, 10. September 2017

Ich bin dann mal weg.

Abteilung:  Links ist nicht unbedingt das Gegenteil von Rechts

Ich wollte meine Blog einfach auslaufen lassen.
Hab keinen Bock mehr auf dieses Linke-gegen-Linken Bashing.
Aber ich habe noch mal die letzten Kommentare gelesen und ganz so kommentarlos will ich mich dann doch nicht verschwinden.

Es gibt ganz viele, mit denen ich mich produktiv ausgetauscht habe. Auch jene, mit denen ich mich gerieben und hitzig diskutiert habe. Herzlichen Dank und viele Grüße an all jene, denen es um Erkenntnisgewinn und nicht um brachiale Durchsetzung ihrer Meinung ging.

Wenn ich die zurückliegenden Jahre meines Blogger-Daseins betrachte, gibt es unzählige, die verloren gegangen sind. Aber es ist wie im Leben. Manche gehen, andere kommen.
Art Vanderley (Grüße!) ist einer von denen, die mich lange begleitet haben. Und dieser Abschiedspost fand seinen Ursprung im Entwurf einer Antwort auf seinen letzten Kommentar.

Warum ich aufhöre?
Weil ich keinen Bock mehr habe, auf irgendwelche selbstgerechten Arschlöcher, die mir mein Links-Sein diktieren wollen. Ich habe keinen Bock mehr, mich als Bullenfreund beschimpfen zu lassen, weil ich versuchte zu relativieren. Ich habe keinen Bock mehr, mich als dummer Idiot vom Narrenschiff beschimpfen zu lassen, oder von Feynsinn sperren zu lassen, weil ich nicht seine Schleimspur auflecke, wie seine anderen Hofstaat-Kommentatoren.

Ich habe keinen Bock mehr, mir von Kommentatoren oder selbstgerechten Bloggern erzählen zu lassen, was ich tuen muss, oder was mir dazu fehlt, ein wahrer Linker zu sein.
Es gibt wahrlich viele selbsternannte Linke, unter denen ich nicht leben wollte, sollten sie an die Macht kommen. So viel Ausgrenzung, Intolleranz und Unterdrückung (auch nur partiell) andersartiger Meinung habe ich in der aktuell politisch bestehenden Ordnung noch nicht erlebt.

Ich habe meine Erfahrungen gemacht, die mich hoffnungslos zurück lassen. In einer linken Revolution (die nicht kommen wird) würden sicherlich Köpfe rollen, aber besser würde es wohl nicht werden. Nur ein neues Arschloch würde an die Macht gespült, der von dieser korrumpiert würde, statt für Gerechtigkeit zu sorgen - und Pluralität zuzulassen.

Ob nun gegen andere linksgerichtete gebasht wird (Narrenschiff), oder ob auch nur marginal Andersdenkende zensiert werden (Feynsinn): Meinen gereckten Stinkefinger zum Abschiedsgruß!
Mögt ihr (und andere) erfolgreich sein, um möglichst viele Gleichgesinnte zu verprellen und die Oppositon möglichst zahlenmäßig niedrig zu halten.

Mögt ihr möglichst viele Stöckchen hoch halten, über die Gleichgesinnte springen müssen.


Ihr habt gewonnen - ich hab den Kaffee durch.

Dienstag, 11. Juli 2017

Der Versuch einer Analyse

Abteilung: Strippenzieher und Marionetten

Der G20-Gipfel war ein voller Erfolg!
Diesen provokant anmutenden Eingangssatz möchte ich nachfolgend erklären.

Der G20-Gipfel hat im Nachhinein (und so war es wohl auch geplant) die Herrschaftsverhältnisse zementiert.

Denn das Gerangel um die Deutungshoheit, wer denn genau Schuld sei, lenkt vorzuglich von den Inhalten des berechtigten Protestes und der Kritik ab.

Die Randalierer sind in diesem Charade-Spiel der Joker, da sie (obgleich vielfach versucht) keinem politischen Spektrum zuzuweisen sind. Denn es kann kaum etwas weniger links sein, als marodierend durch das Schanzenviertel zu ziehen und wahllos Kleinwagen anzuzünden oder Einzelgeschäfte zu plündern. Sie erfüllen dabei aber vorzüglich die Aufgabe schicke Bilder der Presse und en passant noch Argumente für einen noch repressiveren Polizei- und Überwachungsstaat zu liefern.

Natürlich gab es auch Gewalt von anderer Seite. Bei Polizei und Demonstranten gab es sicherlich ebenfalls vielfache Ausbrüche eskalierender Gewalt. Beide Gruppen geraten in eine Gewaltspirale, die dann nicht mehr in der Lage ist zu differenzieren, dass weder Demonstranten (inkl. der 'schwarze Block') noch die Polizisten eine homogene Gruppe sind, sondern aus Individuuen bestehen.

Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen diesen beiden Lagern.
Die Polizisten handelt auf Befehl. Man sollte grundsätzlich nicht den Fehler begehen, die Begriffe Polizei und Polizisten synonym zu gebrauchen. Denn die Polizei beinhaltet auch die Polizeiführung; Polizisten sind stattdessen lediglich Befehlsempfänger. Obwohl die Polizeiführung nicht unmittelbar an den Demonstrationen beteiligt sind, sind sie doch sehr wichtige Akteure, die maßgeblich aus dem Hintergrund die Dynamik von Demonstrationen beeinflussen. Und man sollte sich in diesem Zusammenhang vergegenwärtigen, dass ein Hartmut Dudde nicht zufällig so ein harter Hund ist, der auf eskalierende Strategien setzt, sondern genau wegen dieser Eigenschaft sein Amt bekleidet.

Der ganze Verlauf (inklusive der Gewaltexzesse) ist kein zufälliger, sondern im politischen Kontext zu sehen.
Das fängt schon chronologisch mit Merkels Wunsch an, den G20-Gipfel in Hamburg zu veranstalten, einer linken Hochburg und endet in einer eskalierenden Polizeistrategie. Beide Umstände ziehen aber keine politische Verantwortung (bspw. durch Rücktritte) nach sich, sondern in einer 'Haltet-den-Dieb!'-Rhetorik. Und gerade in Zeiten des Wahlkampfes wird sich dann gegenseitig in symbolträchtigen Forderungen und Äußerungen überboten. Schon wird 'Linksterrorismus' (?!) mit Rechtsterrorismus und islamistischen Terror gleichgesetzt und somit auch brennende Autos und Geschäfte einerseits, mit brennenden Flüchtlingsheimen oder in Menschengruppen rasende LKW's anderseits.
So unentschuldbar die Randale und Krawalle auch sind, so unterscheiden sie sich doch maßgeblich dadurch, dass zwar Tote und Verletzte billigend in Kauf genommen wurden, aber eben NICHT Ziel der Handlungen waren. Die Radikalen, die solche Handlungen zu verantworten haben sind eine Ansammlung unpolitscher Narzisten und haben weder politischen noch religiösen Hintergrund. Nochmal und ganz deutlich: Die Randalierer sind keine Linken! Und die linke Opposition muss sich mit aller Kraft dagegen wehren, in Sippenhaft genommen zu werden.
Und es darf auch nicht vergessen werden, dass die Polizei (wohlgemerkt als Befehlsempfänger der Polizeiführung!) stundenlang ihren Job nicht gemacht hat um die Bevölkerung vor diesen Gewaltexessen zu beschützen. Und da drängt sich natürlich der Verdacht auf, dass diese Handlungslosigkeit einem gewissen Kalkül gefolgt ist - und dieses Kalkül politisch motiviert war.

Es wird immer Idioten geben, die das Versammlungsrecht mißbrauchen um ihre Gewaltphantasien auszuleben. Ein unwürdiger Schritt seitens der Gewalten (Legislative, Exekutive und Judikative) ist/wäre es aber, deswegen die Versammlungsfreiheit zur Verhandlungsmasse zu machen.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass von Seiten linker Opposition effektivere Strategien entwickelt werden müssen, sich von den Randalierern räumlich und inhaltlich zu distanzieren und sie in ihrem auf mehreren Ebenen destruktiven Handeln kollektiv zu bekämpfen. Und das nicht nur verbal in der Nachbereitung sondern bereits während Demonstrationen vor Ort. Dies ist in der Situation nicht immer einfach umzusetzen, aber es muss zumindest noch deutlicher versucht werden.

Ich hoffe, dass der potentielle Wähler nicht dumm genug ist, die wirklichen Verantwortlichen nicht zu identifizieren um nicht dem orchestrierten Law-and-Order-Wahlkampfgebrülle aufzulaufen. Und man wird genau verfolgen müssen, welche Rolle die (Qualitäts-)Medien in diesem unwürdigen Spiel haben werden.





Samstag, 8. Juli 2017

G 20: Was für dumpfe Arschlöcher

Abteilung: Anachie ist nicht immer links
Ziviler Ungehorsam ist ein scharfes Schwert, obwohl es stumpf geführt werden sollte.

Ein kreativer ziviler Ungehorsam wäre es für mich beispielsweise, dem schwarzen Block der Polizei gegen deren Willen bunt zu machen. Neonfarbenes Farbpulver auf die schwarzen Rüstungen der Exekutive gäben keinen nachvollziehbaren Grund für eine Eskalationsstrategie. 
Niemand würde zu Schaden kommen. Aber pinkfarbenes Farbpulver auf den Rüstungen der Polizei, die Demonstranten niederknüppelt wäre dann schon ein Bild, was ich gerne durch die internationale Presse transportiert sehen möchte.
Im Nachhinein ist es schizophren zu resümieren, dass friedlichen Protestcampern ihr Zelt unter dem linken Hintern weggerissen wird. Dass Hygiene und Verpflegung von Protestlern verhindert wird.
Und am nächsten Tag wird zeitweise zugeschaut, wenn in Wohnvierteln eine destruktive Anarchie praktiziert wird. Schlafen, waschen und Verpflegung der Protestierenden wird bekämpft, aber marodierende Gestörte können weitgehend ungestört ihrem Tagewerk nachgehen.
Den Widerspruch möge man mir mal erklären. Auch gerne von rechtskonserativer Seite.

Es ist eine Frage, die ich gar nicht rethorisch, sondern offen stellen möchte:
War die Eskalation nicht vielleicht erwünscht - und sogar forciert?

Angefangen mit dem Konfesszieren der Zelte der Protestcamper bis hin zur Auflösung der Demonstration 'Welcome to Hell'.
Vermummung ist eine Ordnungswidrigkeit. Man hätte es auch weiterlaufen lassen können, und erst dann eingreifen, wenn Aggressionen seitens des schwarzen Blocks zu beobachten wären.
Stattdessen kamen Wasserwerfer zum Einsatz. Pfefferspray.

Die Situation eskalierte dann, und jeder mag für sich selbst beantworten, ob die Dynamik der Eskalation vielleicht eine andere gewesen wäre, wenn die Polizei eine weniger konfrontative Strategie gewählt hätte.
Gerade eine 'Null-Tolleranz-Strategie' ist in der Nähe der Roten Flora vielleicht nicht ganz so intelligent und deeskalierend...

Aber das alles ist nur ein Vorwort:
Die marodierenden Arschlöcher des schwarzen Blocks verurteile ich auf's Schärfste!
Keine Provokation seitens der Exekutive legitimiert diese Arschlöcher Kleinwagen anzuzünden und Schaufensterscheiben einzuschlagen.
Das ist nicht links. Nicht mal rechts.
Das ist unpolitisch und einfach nur im Rausch der Selbstgefälligkeit.
Da möchte ich Nasenbeine brechen, von denen, die sich unter jene mischen, die poltische Ambitionen haben, die Welt zu verbessern.
Ihr dumpfen Arschlöcher seid es Schuld, dass Repressionen gegen linke Oppositionelle zunehmen werden!
Für euren Kick, Autos brennen zu sehen, wird die Linke zurückgeworfen. Für Eure verdammte Selbstgefälligkeit, die euch Steine werfen lässt, leiden die, die was positiv verändern wollen.

Ihr seid nur dumme Arschlöcher, in eurer tumben Selbstgefälligkeit, um's Feuer zu tanzen.
Egal was brennt.
Hauptsache, irgendwas brennt.
Egal ob Lieschens Kleinwagen oder die Deutsche Bank.
Ihr seid keine Linken.
Ihr seid nur selbstverliebte Arschlöcher.

Dienstag, 21. März 2017

Humanressourcen (/Humankapital)

Abteilung: Mir fehlen die Worte

In meinem letzten Beitrag benutzte ich zynischerweise das Wort 'Humanressourcen' (fast synonym mit 'Humankapital' - Unwort des Jahres 2004).
Für mich der Euphemismus der Realität innerhalb des Kapitalismus in einem (bzw. zwei) Wort(en). Darüber hinaus ist dieses Wort im weitergedachten Sinne zutiefst menschenverachtend.
Andererseits verblüffend offen: Da weiß man doch, welchen Stellenwert man im kapitalistischem System hat.

Werfe Euch Mitlesenern mal den Handschuh in's Gesicht:
Welches Wort ist noch perfider?

Dienstag, 14. März 2017

Des Wüterichs neue Kleider

Abteilung: Getürkt

Es ist wirklich eine Schmierenkomödie, die sich da auf den internationalem Parkett abspielt. Erdogan gibt den Wüterich und ich prognostiziere jetzt schon (unabhängig vom Ausgang des Referendums in der Türkei) dass nach dem 16. April die inszinierte Eskalation ganz schnell abkühlen wird.
Denn, wenn man sich vom Gepolter nicht ablenken lässt, dann steht Erdogan mit dem Rücken zur Wand. Die Wirtschaft hängt in den Seilen, da sich das Kapital (und auch die Touristen) nachvollziehbarer Weise zurückzieht. Die Türkei dürfte es in Zukunft ziemlich schwer haben, ihre Schuldenlast zu bedienen.

Die innenpolitische Lage in der Türkei gibt auch genügend Anlass, mit absurden Faschismusvorwürfen von ihr abzulenken: Die öffentlichen Dienste sind überlastet, da gerade dummerweise u.a. tausende Beamte einsitzen. Und so herzlos und unsensibel es sich auch anhören mag, so bleibt es doch im Kern wahr: Massenhaftes Wegsperren tausender Oppositioneller (Neusprech: Terroristen) kostet 'Humanresourcen' (ein Anwärter für das menschenverachtenste Wort, welches sich Menschen jemals ausgedacht haben) und viel, viel Geld. Zusätzlich sehr hohe Rüstungskosten und wenig auf der Einnahmenseite. Da wird der lukrative Flüchtlingsdeal für Erdogan schnell wichtiger als für Merkel. Besonders nach der Bundestagswahl.

Und man muss auch weder Hellseher noch Politologe sein, um zu wissen, dass man Opposition nicht dauerhaft wegsperren kann. Ist keine nachhaltige Lösung. Geht schief. Immer. Binse.
Außenpolitisch steht die Türkei unter Erdogan ebenfalls isoliert da. Putin nimmt den keifenden Wüterich nicht ernst. In Richtung Putin poltert Erdogan nicht (mehr). Putin würde Erdogan vermutlich auslachen, wenn dieser dort Wahlveranstaltungen abhalten wollte. Die Beziehung zu seinen geographischen Nachbarn könnte ebenfalls besser sein. Dann noch Syrien und der Kurdenkonflikt.

Obwohl ich Erdogan für cholerisch halte (oder ihm nur seine Rolle abkaufe?) bezieht Erdogan seine Motivation meiner Einschätzung nach nicht aus Wut, sondern aus purem Kalkül. Europa ist der Resonanzkörper für seine Ablenkungsmanöver, die von den eigenen Problemen ablenken sollen.  Außerdem kann er so sein Alpha-Männchen-Image pflegen, was bei vielen TürkInnen offensichtlich gut ankommt.

Nun, die Prognosen sehen die Gegenbewegung im Vorteil. Da kann man sich ja nach Trump und Brexit entspannt zurücklehnen...

Was ich mir im Moment nicht ausmalen kann, ist die Reaktion Erdogans auf ein gescheitertes Referendum. Meine Phantasie stößt da an ihre Grenzen.
(Liebe Leser, bitte helft mir und postet mögliche Szenarien - die nicht ernst gemeint sein müssen)

Na, und wenn er gewinnt? Worst Case? Dann bleibt abzuwarten, wie er seine neue Macht gebrauchen wird. Meine Prognose in diesem Szenario ist, dass er nach einem erfolgreichen Referendum relativ schnell und in großer Zahl die Oppositionellen (darunter Yücel) frei lassen wird. Die Oppositionellen können das Referendum ja nicht mehr beeinflussen, und ewig kann man sie nicht einsperren (s.o.).
Und dafür wird er sich feiern lassen! Große Geste und so. Erdogan der Menschenfreund und Demokrat.
Dann geht's in die nächste Runde...

Ich bin ein großer Fan von 'Game of Thrones'. Aber manchmal ist die echte Welt noch spannender als die fiktive. Blöd nur, dass man in der echten Welt mit den Konsequenzen leben muss...

Mittwoch, 8. März 2017

Zitat des Tages: Wahlkampfarithmetik

Abteilung: Hochprozentiges
"Wenn Herr Schulz sagt, 40 Prozent der jungen Arbeitnehmer hätten nur einen befristeten Arbeitsvertrag, dann stimmt das schlicht nicht. In Wirklichkeit sind es weniger als die Hälfte."
CDU-Vize Thomas Strobl
SPIEGEL Print-Ausgabe Nr. 10, Seite 41

Update (20.03.17):
In der aktuellen Printausgabe des SPIEGELs taucht dieses Zitat im 'Hohlspiegel' auf. Der SPIEGEL zitiert sich selbst unter 'Stilblüten'.
Verschwörungstheorie: SPIEGEL-Redakteure lesen den Duderich!
Gegenthese: Sie sind von selbst drauf gekommen.

Sonntag, 5. März 2017

Zwangsehe durch Flüchtlingsdeal

Abteilung: Rosenkrieg
Die deutsch-türkischen Beziehungen waren schon mal besser. Es sind längst keine diplomatischen Spitzen mehr, die ausgetauscht werden: Es ist offene Konfrontation.
Merkel duckt sich zur Zeit weiterhin weg. Dass ein geplatzter Flüchtlingsdeal Merkel die Kanzlerschaft kosten könnte, weiß Erdogan natürlich. Und diese Karte spielt er.
Die Causa Yüksel ist eine Ohrfeige Richtung Deutschland. Eine Provokation.
Als Reaktion kamen verhalten kritische Worte und keine Konsequenzen.
Und so geht es hin und her:
Die Türkei provoziert - und die Merkel-Regierung will Erdogan bis zur Wahl zähmen.

Und so werden auch weiterhin nur Worte statt Taten die Reaktion auf Erdogan sein.
Bis zur Wahl.

Und danach?
Man wird sehen.

Ich bin nicht optimistisch.

Montag, 16. Januar 2017

Technische Probleme

Abteilung: Digital ist besser

Mein Haushalt wurde von analog auf digital aufgerüstet. Außerdem gab es Missverständnisse mit meinem Provider. Heißt konkret, dass ich erst in ca. drei Wochen neue Dosen gesetzt bekomme und bis dahin zuhause keinen Zugang zum Internet habe.

In diesem Zeitraum werde ich wohl nichts posten und seltener kommentieren/freischalten.

Vielen Dank für Euer Verständnis.

Sonntag, 8. Januar 2017

Die feynsinnige Bannliste

 Du bist jedenfalls wieder auf der Bannliste. Ich lasse mich nur mit Niveau provozieren und nicht dauernd von denselben Trollen."

Abteilung: Grober Feynsinn

Ich lese gerne Flatter. Seinen Feynsinn-Blog werde ich auch weiterhin in meiner Blog-Roll behalten.
Gerade wurde ich (mal wieder - als Troll) verbannt.
Das ist okay, denn er hat das Hausrecht.
Seine Attitüde kann ich aber nicht wirklich nachvollziehen.
Wer Bock auf diesen Scheiß hat, kann das HIER verfolgen.

Für mich ist Flatter eine gut schreibende Zicke. Kann man gut lesen, aber im kommentieren sollte man dann doch sehr, sehr vorsichtig sein.

Ohne Zweifel ein heller Kopf (schlauer als ich), der dann leider aber allzuschnell Andersdenkende verbannlistest.

Eine klare Empfehlung meinerseits an die Inhalte seiner Posts.
Kommentare allerdings, bitte unterwürfig oder betreiberkonform gestalten.

Sonst geht das ganz schnell - ZACK Bannliste.

Also, nach wie vor ist Feynsinn lesenwert.
Aber überlegt euch vorher dreimal, was ihr in den Kommentaren loslasst.

Sicher, es ist sein Garten.
Aber zieht vorher bitte die Schuhe aus!

Utopia, oder die Zerstrittenheit der Linken

 Abteilung: Utopische Utopie

Ich folge manchmal den Seitenaufrufen meiner Leser und lese dementsprechend manchmal ältere Posts und deren Kommentare.

Schmunzeln ließ mich die Lektüre der Kommentare zu diesem Post:

Der ist drei Jahre her, und ich schmunzele nicht, weil die Kommentare zum schmunzeln sind. Es ist einfach nur lange her und es ist dann durchaus witzig, seinen eigenen Sermon, und den von anderen zu lesen.

Die Komentarfülle zu meinen Beiträgen war damals auch größer als heute. Besonders bei diesem Beitrag war sie extrem hoch.

Ich vermisse und gedenke in diesen Zusammenhang besonders (alphabetische Reihenfolge)
@Rosie
@Ruby
@Troptard

Nicht vermisse ich:
Der Herr Karl (alias Andre) und
Charlie

Ich will hier keine Klicks generieren, in dem ich alte Posts aufwärme. Selbst 1.000.000 Clicks würden mir 0,000.000 Cent einbringen.

Mir machte es einfach Spaß, die Kommentare noch einmal zu lesen. Auch meine.
Obwohl sie in der Besenkammer des Internets gelagert sind (und dabei nicht unbedingt reiften, wie Whiskey in einem Cognac-Fass) so betrachte ich sie doch noch als lesenwert.

Und mal angenommen, das herrschaftliche kapitalistische System würde überwunden werden, so kriegt man hier möglicherweise einen Eindruck, was danach passiert.

Denn auch die Ausarbeitung einer nichtkapitalistischen Utopie muss (und wird im gegebenen Falle) nicht friedlich ablaufen.
Um genau das zu illustrieren, wärme ich diesen alten Post auf.


Samstag, 7. Januar 2017

Wintergatan: Maschinenkunst

Abteilung: In Kugeln geronnene Noten

Eigentlich wollte ich das Video ursprünglich als unpolitisch verkaufen.

Tatsächlich sind Maschinen aber hochpolitisch, da sie ja die menschliche Arbeitskraft ersetzen und somit (je nach Stoßrichtung der eigenen Denke) entweder zu verteufeln sind, oder Verheißung versprechen.

Bei dem Thema landet man dann - wenn man die immer mehr automatisierte Produktion und deren Einfluß auf die Arbeitswelt in seine Überlegungen einbezieht - wiederum ganz schnell beim bedingungslosen Grundeinkommen versus der Bürgerversicherung und wie diese auszugestalten sind.

Undsoweiterundsofort

So hat so ziemlich alles, zumindest mittelbar, irgendwie eine politische Komponente. So auch dieses Video, bzw. die Marbel Machine.
Vielleicht greife ich das Thema an anderer Stelle noch einmal auf.

Für mich ist das jedenfalls ganz große Kunst, und als ich sie das erste Mal gesehen habe, konnte ich kaum glauben, dass Jemand so kreativ wahnsinnig sein kann, solch eine Konstruktion zu entwickeln und dann auch noch zu bauen.
Leider gibt es viel zu wenige solcher Wahnsinnigen. Ich kann das nur feiern!