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Samstag, 8. Juli 2017

G 20: Was für dumpfe Arschlöcher

Abteilung: Anachie ist nicht immer links
Ziviler Ungehorsam ist ein scharfes Schwert, obwohl es stumpf geführt werden sollte.

Ein kreativer ziviler Ungehorsam wäre es für mich beispielsweise, dem schwarzen Block der Polizei gegen deren Willen bunt zu machen. Neonfarbenes Farbpulver auf die schwarzen Rüstungen der Exekutive gäben keinen nachvollziehbaren Grund für eine Eskalationsstrategie. 
Niemand würde zu Schaden kommen. Aber pinkfarbenes Farbpulver auf den Rüstungen der Polizei, die Demonstranten niederknüppelt wäre dann schon ein Bild, was ich gerne durch die internationale Presse transportiert sehen möchte.
Im Nachhinein ist es schizophren zu resümieren, dass friedlichen Protestcampern ihr Zelt unter dem linken Hintern weggerissen wird. Dass Hygiene und Verpflegung von Protestlern verhindert wird.
Und am nächsten Tag wird zeitweise zugeschaut, wenn in Wohnvierteln eine destruktive Anarchie praktiziert wird. Schlafen, waschen und Verpflegung der Protestierenden wird bekämpft, aber marodierende Gestörte können weitgehend ungestört ihrem Tagewerk nachgehen.
Den Widerspruch möge man mir mal erklären. Auch gerne von rechtskonserativer Seite.

Es ist eine Frage, die ich gar nicht rethorisch, sondern offen stellen möchte:
War die Eskalation nicht vielleicht erwünscht - und sogar forciert?

Angefangen mit dem Konfesszieren der Zelte der Protestcamper bis hin zur Auflösung der Demonstration 'Welcome to Hell'.
Vermummung ist eine Ordnungswidrigkeit. Man hätte es auch weiterlaufen lassen können, und erst dann eingreifen, wenn Aggressionen seitens des schwarzen Blocks zu beobachten wären.
Stattdessen kamen Wasserwerfer zum Einsatz. Pfefferspray.

Die Situation eskalierte dann, und jeder mag für sich selbst beantworten, ob die Dynamik der Eskalation vielleicht eine andere gewesen wäre, wenn die Polizei eine weniger konfrontative Strategie gewählt hätte.
Gerade eine 'Null-Tolleranz-Strategie' ist in der Nähe der Roten Flora vielleicht nicht ganz so intelligent und deeskalierend...

Aber das alles ist nur ein Vorwort:
Die marodierenden Arschlöcher des schwarzen Blocks verurteile ich auf's Schärfste!
Keine Provokation seitens der Exekutive legitimiert diese Arschlöcher Kleinwagen anzuzünden und Schaufensterscheiben einzuschlagen.
Das ist nicht links. Nicht mal rechts.
Das ist unpolitisch und einfach nur im Rausch der Selbstgefälligkeit.
Da möchte ich Nasenbeine brechen, von denen, die sich unter jene mischen, die poltische Ambitionen haben, die Welt zu verbessern.
Ihr dumpfen Arschlöcher seid es Schuld, dass Repressionen gegen linke Oppositionelle zunehmen werden!
Für euren Kick, Autos brennen zu sehen, wird die Linke zurückgeworfen. Für Eure verdammte Selbstgefälligkeit, die euch Steine werfen lässt, leiden die, die was positiv verändern wollen.

Ihr seid nur dumme Arschlöcher, in eurer tumben Selbstgefälligkeit, um's Feuer zu tanzen.
Egal was brennt.
Hauptsache, irgendwas brennt.
Egal ob Lieschens Kleinwagen oder die Deutsche Bank.
Ihr seid keine Linken.
Ihr seid nur selbstverliebte Arschlöcher.

Kommentare:

  1. Was haben der schwarze sogenannte linke Block und das sogenannte Kalifat des sogenannten Staat gemeinsam? Antwort: Man hat beiden das Gehirn amputiert.

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    1. Nein, das ist zu einfach.
      Niemand hat denen das Gehirn amputiert, denn das könnte ja als Entschudlgung dienen.
      Beide genannten Gruppen haben ein Hirn.
      Umso schlimmer ist deren Handeln.

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  2. Don Mt. Tingly9. Juli 2017 um 12:19

    Hi Dude,

    schön mal wieder was von dir zu lesen, auch wenn es ein unschöner anlas ist.

    ich finde, wir sollten uns als linke nicht aufs konservative glatteis führen lassen: denen kommen die randale doch gerade recht. jetzt können sie die abschaffung des rechtstaats noch konsequenter betreiben und die berechtigte kritik an g20, ausbeutung und umweltzerstörung diffamieren.
    allein die ständige forderung an die "moderaten" sich von den chaoten zu distanzieren.
    ich habe beim fußball noch nie die forderung gehört, die zuschauer in der luxus-lounge sollen sich von den randalierern in der kurve distanzieren. geschweige denn, dass ich jemals erlebt hätte, dass die polizei im stadion das spiel beendet und mit pfefferspray und wasserwerfern in die ehrentribüne hält, weil die sich nicht schnell genug von den schlägern aus den kurven trennen.

    es gibt nun mal einen bestimmten anteil chaoten. denen geht es immer nur um krawall. die haben einfach spaß an straßenschlachten. die sind nicht links oder autonom. die sind einfach nur apolitisch und asozial.

    leider kann die strukturelle gewalt, die von den g20 jeden tag ausgeht und die weltweit millionen opfer fordert, jetzt wieder bequem dahinter versteckt werden.

    gerade innenpolitiker der union sollten in ihrer wortwahl mal deutlich runterschrauben. wer 10 jahre (!) lang dem rechten NSU zuschaut, wie er auf offener straße menschen (incl. polizisten) umbringt und anschließend in sämtlichen untersuchungsausschüssen vertuscht und verharmlost, der muss wegen ein paar autos und schaufensterscheiben jetzt nicht so tun als wäre armageddon angebrochen.

    lg

    don

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    1. Auch schön mal wieder von Dir zu hören, Don, alter Weggefährte. :-)

      Wie ich schon geschrieben habe, sind für mich die marodierenden, plündernden und branstiftenden Horden keine Linken sondern schlichtweg Arschlöcher außerhalb jedes politischen Spektrums.
      Und natürlich mißbrauchen Politiker diese Vorfälle um gegen linke Opposition Stimmung zu machen.
      Ein paar hirnentkernte Idioten gefallen sich dabei in einem temporär rechtsfreien Raum alles anzuzünden, was brennt um ihre pubertären Machtphantasien auszuleben.
      Und spielen dabei genau denen in die Karten, die sie vorgeben zu bekämpfen.

      Natürlich ist deren zahlenmäßiger Anteil verschwindend gering. Umso ärgerlicher ist es dann, dass die kreativen und inhaltlich motivierten Proteste in der (medialen) Wahrnehmung überlagert werden durch vermummte Chaoten, die Kleinbürgern (und damit Opfern des Systems) schaden.

      Das macht mich unsagbar sauer. So sauer, dass ich gerne als Pazifist deren intellektuellen Milchzähne herausschlagen möchte.

      Denn diese Chaoten werden der linken Opposition zugeordnet und geben der repressiven Machterhaltung Argumente, eben diese zu bekämpfen.

      Das macht mich so unsagbar sauer.

      Ein paar vereinzelte Idioten lenken von rechter Gewalt ab - um gleichzeitig Argumente zu liefern, linke Opposition zu verfolgen.

      Das ist ein Fest für konserative Kräfte, die die ausbeuterischen Strukturen erhalten wollen. Das ist Munition für jene, die sämtliche Systemkritik bekämpfen wollen um die Macht- und Reichtungsverhältnisse zu bewahren.

      Gerade im Wahlkampf wird es jene beflügeln, die mehr Ausspähung und Verfolgung linker Opposition propagandieren.

      Diesen Chaoten einen Bärendienst zuzuschreiben ist wahrlich untertrieben.

      Ich müsste ein 5-Gänge-Menue verspeisen um ausreichend kotzen zu können.


      Trotzdem schön, mal wieder von Dir gehört zu haben!
      Da fühle ich mich nicht so alleine.
      :-)

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  3. "Egal ob Lieschens Kleinwagen oder die Deutsche Bank."

    "die Kleinbürgern (und damit Opfern des Systems) schaden."

    Ist das so? Der NS-Staat wurde gerade von den Besitzern kleiner Läden, damals oft als "Krämer" bezeichnet, mit überdurchschnittlicher Begeisterung unterstützt, mit einem hohen Grad an Bereitschaft zur vorauseilenden Überwachung der lokalen Umgebung.
    Die SS war vollgestopft mit kleinen Handwerkern, Angestellten und Kleinselbstständigen.
    Jedes totalitäre System stützt sich entscheidend auf einen erheblichen Teil der Bevölkerung, quer durch alle Schichten, die sich extrem beim System anbiedern und sich dadurch Vorteile erhoffen, mit einem auffälligen Schwerpunkt bei unteren Mittelständlern.
    Im kleinen Mann automatisch den Schützenswerten zu sehen, dafür gibt es meines Erachtens keinen Grund.
    Anders formuliert: Ohne einen erheblichen Teil der Lieschens auch keine korrupte Deutsche Bank.Und umgekehrt.

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    1. Du beschreibst den Untergang.

      Art Vanderley:
      Wenn, wo ist denn für Dich noch Hoffnung?

      Ich selbst bin im Zweifel, ob die Menschheit wirklich noch die Kurve kriegen kann, um nachaltig auf diesem Planeten existieren zu können.
      Denn das heißt für mich, den Kapitalismus zu überwinden.
      Und das wird schwer werden...

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  4. @Duderich
    Mir geht es nicht darum, Hoffnung zu zerstören, sondern eher um eine realistische Sichtweise, die einen vor dem Ausbrennen schützen könnte.
    Ich will darauf raus, daß der kleine Mann und die kleine Frau nicht automatisch die Guten sind, wie links gerne gedacht wird.
    Sie sind aber auch nicht automatisch die Schlechten. Jedes totalitäre System stützt sich auf die Servilen in der Bevölkerung, quer durch alle Schichten, ohne die gehts nicht.
    Die sind sehr viele, die anderen aber auch. Es gibt auch in allen Schichten und Gruppen menschlich respektable Leute, mit denen was anzufangen ist, die gleiche Meinung ist da nicht unbedingt Voraussetzung.
    Ich glaube nicht an die Befreiung irgendeiner Schicht, aber an die übergreifende Kooperation derer, die entweder ähnliche Werte haben oder andere Werte, sich gegenseitig aber respektieren.
    Da sind sehr weite Bündnisse möglich, ein pauschales Eintreten für irgendeine Gruppe-z.B. Arbeitnehmer- halte ich aber für problematisch.

    Überhaupt sollte unbedingt stärker differenziert werden zwischen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerrechten.
    In diesem Blog stand vor längerem mal sinngemäß etwas Ähnliches, wir "bräuchten wieder eine mehr individuelle Sichtweise".

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