Follow by Email

Sonntag, 10. September 2017

Ich bin dann mal weg.

Abteilung:  Links ist nicht unbedingt das Gegenteil von Rechts

Ich wollte meine Blog einfach auslaufen lassen.
Hab keinen Bock mehr auf dieses Linke-gegen-Linken Bashing.
Aber ich habe noch mal die letzten Kommentare gelesen und ganz so kommentarlos will ich mich dann doch nicht verschwinden.

Es gibt ganz viele, mit denen ich mich produktiv ausgetauscht habe. Auch jene, mit denen ich mich gerieben und hitzig diskutiert habe. Herzlichen Dank und viele Grüße an all jene, denen es um Erkenntnisgewinn und nicht um brachiale Durchsetzung ihrer Meinung ging.

Wenn ich die zurückliegenden Jahre meines Blogger-Daseins betrachte, gibt es unzählige, die verloren gegangen sind. Aber es ist wie im Leben. Manche gehen, andere kommen.
Art Vanderley (Grüße!) ist einer von denen, die mich lange begleitet haben. Und dieser Abschiedspost fand seinen Ursprung im Entwurf einer Antwort auf seinen letzten Kommentar.

Warum ich aufhöre?
Weil ich keinen Bock mehr habe, auf irgendwelche selbstgerechten Arschlöcher, die mir mein Links-Sein diktieren wollen. Ich habe keinen Bock mehr, mich als Bullenfreund beschimpfen zu lassen, weil ich versuchte zu relativieren. Ich habe keinen Bock mehr, mich als dummer Idiot vom Narrenschiff beschimpfen zu lassen, oder von Feynsinn sperren zu lassen, weil ich nicht seine Schleimspur auflecke, wie seine anderen Hofstaat-Kommentatoren.

Ich habe keinen Bock mehr, mir von Kommentatoren oder selbstgerechten Bloggern erzählen zu lassen, was ich tuen muss, oder was mir dazu fehlt, ein wahrer Linker zu sein.
Es gibt wahrlich viele selbsternannte Linke, unter denen ich nicht leben wollte, sollten sie an die Macht kommen. So viel Ausgrenzung, Intolleranz und Unterdrückung (auch nur partiell) andersartiger Meinung habe ich in der aktuell politisch bestehenden Ordnung noch nicht erlebt.

Ich habe meine Erfahrungen gemacht, die mich hoffnungslos zurück lassen. In einer linken Revolution (die nicht kommen wird) würden sicherlich Köpfe rollen, aber besser würde es wohl nicht werden. Nur ein neues Arschloch würde an die Macht gespült, der von dieser korrumpiert würde, statt für Gerechtigkeit zu sorgen - und Pluralität zuzulassen.

Ob nun gegen andere linksgerichtete gebasht wird (Narrenschiff), oder ob auch nur marginal Andersdenkende zensiert werden (Feynsinn): Meinen gereckten Stinkefinger zum Abschiedsgruß!
Mögt ihr (und andere) erfolgreich sein, um möglichst viele Gleichgesinnte zu verprellen und die Oppositon möglichst zahlenmäßig niedrig zu halten.

Mögt ihr möglichst viele Stöckchen hoch halten, über die Gleichgesinnte springen müssen.


Ihr habt gewonnen - ich hab den Kaffee durch.

Kommentare:

  1. Hallo Duderich,

    ich hatte schon lange von Dir den Eindruck, dass Du mit den sog. Linken auf keinen "richtigen Nenner" mehr kommen wirst.

    Wenn ich mich noch recht erinnere, war es Dein Blog, auf dem ich zuerst kommentiert habe, sogar ziemlich lange weil ich den Eindruck hatte, der Duderich hält ziemlich viele unterschiedliche Meinungen aus.

    Aber so war es für mich dann doch nicht und insofern halte ich es für eine ziemlich normale Reaktion, dass man sich auch verabschiedet, wenn der Eindruck ensteht, da passt nur noch wenig zusammen.

    Und jetzt zu Deiner Aussage, der ich mit Eischränkungen zustimmen kann:

    "Es gibt wahrlich viele selbsternannte Linke, unter denen ich nicht leben wollte, sollten sie an die Macht kommen. So viel Ausgrenzung, Intolleranz und Unterdrückung (auch nur partiell) andersartiger Meinung habe ich in der aktuell politisch bestehenden Ordnung noch nicht erlebt."

    Es ist auch für mich inzwischen einfacher, eine Diskussion mit liberal-demokratisch eingestellten Menschen zu bestreiten, als mit kommentierenden Linken in Blogs und auch darin mag ich Dir zustimmen und was ich auch oft selbst schon gedacht habe:

    Was würde sich ändern, wenn diese Linken die Macht hätten? Ich habe dann dabei immer im Hinterkopf, dass der Arbeiter-Marxismus mit dem Faschismus 1933 gescheitert ist und sich danach dieser autoritäre Sozialismus entwickelt hat, dieser Parteiensozialismus der jede andere Idee vom Kommunismus nicht nur brutal unterdrückt, sondern auch vor Vernichtung nicht zurückgeschreckt ist.

    Also bleibe ich gegenüber "Linken" stets skeptisch, was ihre Ideologie und ihr Menschenbild betrifft und sie sich für mich darin sehr dogmatisch äussern.

    Die alles Gute, Troptard.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Troptard!
      Wirklich schön noch einmal von Dir zu hören!
      Ich bin wirklich traurig, dass das Links-Sein mittlerweile anscheinend ein Makel ist, welches vermeintlich Linksgesinnte selbst dazu gemacht haben.
      Selbstgerechtigkeit, Arroganz und Ignoranz sind meine persönlichen roten Tücher, auf die ich persönlich nur mit Abbruch der Kommunikation reagieren kann. Da bin ich stur wie Nashorn.

      Es gibt viele, viele Linke, die kreativ und konstruktiv an einer besseren Zukunft arbeiten.
      Auch im Netz gibt es die. Aber die gehen leider unter. Unter dem Gepöbel der Selbstgerechten und Verkünder der Wahrheit.
      Vielleicht dramatisiere ich zu sehr. Vielleicht täuscht mich meine subjektive Wahrnehmung.
      Vielleicht bin ich selbst zu selbstgerecht.
      Keine Ahnung.
      Jedenfalls bin ich aus meiner Wahrnehmung zu desillosioniert, als dass ich einer linken Gegenbewegung momentan ein relevantes Protestpotential zuschreiben würde.

      Wenn auch nur halb so viel Aufmerksamkeit auf Gemeinsames statt auf Trennendes gerichtet werden würde, dann wäre ich optimistischer.

      Danke für die Rückmeldung!

      Liebe Grüße
      Duderich

      Löschen
  2. Zuerst einmal ALLES GUTE. Du wirst fehlen, aber ich verstehe es, auch wenn ich etwas anders denke.

    Als ich den FIWUS aufbaute, hatte ich schon 30 Berufsjahre hinter mir, war gerade mal 60 Jahre alt und lernte das Schreiben (Bloggen) kennen. Dass wird bis zu meinem natürlichen Ende so bleiben. Im November werde ich 70 und zu schreiben habe ich garantiert noch so einiges, denn Themen gehen nun einfach mir nicht, dir nichts aus.

    Frust kann ich verstehen, auch ich lebe jeden Tag damit. Als ich zu Inge Jurk zog, um ihr zu helfen, weil sie sich nicht mehr selbst helfen konnte, ‘kannte’ ich meine Kollegin schon ca. 10 Jahre, aber wir waren uns vorher nie begegnet. Heute bin ich mehr als unsicher, ob es die richtige Entscheidung war, denn jetzt bin ich quasi auch noch Krankenpfleger und glaub mir, das ist garantiert keine einfache Entscheidung. Die Verantwortung ist riesig, aber selbst kleine Hochs lohnen diese Mühe.

    Die Arschlöcher dieser Erde hat es immer gegeben und sie werden Dich und mich auch weiterhin nerven, auch wenn Du Dich jetzt zurück ziehst. Ich mach weiter und wenn Du mal was veröffentlichen willst, weil Du was zu sagen hast, so steht Dir der FIWUS immer offen.

    Machs gut!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für Deine Worte und Deine Einladung.

      Auch ich wünsche Dir alles, alles Gute und viel Kraft!

      Liebe Grüße
      Duderich

      Löschen
  3. Hallo Duderich,

    ich habe deine Posts gerne gelesen.

    Du hast leider sehr Recht. Wenn man von der vermeintlich gleichen Seite angesickt wird, weil jemand mit größerer Reichweite meint das Linkstum gepachtet zu haben und jegliche andere Meinung lächerlich zu machen, dann ist das schon ziemlich frustrierend.
    Ich lese um zu lernen, nicht um meine Meinung zu verteidigen.

    Schade. Allet Jute :)

    ein fan

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du scheinst einer der netteren 'Anonym' zu sein. ;-)
      Danke!

      Liebe Grüße

      Löschen
  4. Das bedaure ich sehr. Ich finde es immer schade, wenn Dogmatiker gewinnen. Hier war es zwar schon länger ruhig geworden, aber so ein Schritt ist dann doch noch mal was anderes. Take care.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich lese Deine 'Fliegenden Bretter' sehr gerne (Du hast den richtigen Schnack für mich).
      Gerne werde ich ab und zu weiter bei Dir kommentieren.
      Meine Kapitulation soll wahrlich nicht als Beispiel dienen. Selbstreflektierend ist es letztendlich vielleicht feige und auch im gewissen Maße faul und bequem.

      Vielleicht wächst mir irgendwann ein Fell nach und ich gründe einen neuen Blog oder reanimiere diesen alten.
      Dieser Schnitt drängte sich mir auf, weil meine Schlagzahl an neuen Beiträgen (wie Du ja auch bemerkt hast) immer geringer wurde.
      Die Sinnhaftigkeit des eigenen Wirkens stellt wohl jeder Blogger irgend wann in Frage. Die Antwort darauf ist bei mir halt momentan offenkundig negativ.

      Werde Deinen Blog aber weiterhin verfolgen und Deine Ronny's weiterhin feiern.

      Weiter so!

      Liebe Grüße!


      Löschen
  5. Weißt du Duderich,

    manche Hähne glauben, die Sonne gehe wegen Ihnen auf... ich finde es schade, kann deinen Schritt aber nachvollziehen. Lass es dir gut gehen.

    AntwortenLöschen
  6. Abgang mit Applaus? Nicht ganz.

    "Angefangen mit dem Konfesszieren der Zelte der Protestcamper bis hin zur Auflösung der Demonstration 'Welcome to Hell'.
    Vermummung ist eine Ordnungswidrigkeit."

    Es heißt "konfiszieren" und hat mit Konfession ichts zu tun. Vermummung ist ein Straftatbestand.

    Dein Stil bei flatter:
    "Entspann Dich!
    Masturbation soll da im Zeifelsfall helfen.
    Drehst Du gerade ein wenig am Rad?"

    Wer den Duderich nicht lieb hat, bekommt seine ungezügelten Aggressionen zu spüren.

    Hab Dich hier ja auch schon beim Leugnen erwischt:
    http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de/2017/01/die-feynsinnige-bannliste.html

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ... und täglich grüßt das Murmeltier. :-P

      Löschen
    2. Willst Du eigentlich behaupten, dass Du Feynsinns arrogante, abkanzelnde Kommentare ebenso kritisch hinterfragst? Willst Du Dich als neutralen Beobachter gerieren?

      Die feine englische Art ist oben genanntes Zitat sicher nicht. Aber fair ist es dann auch nicht, meine Reaktion auf etwas hier herauszureissen, ohne die Ursache zu nennen.
      Also belehre mich nicht über Stilfragen.

      Und eben das meine ich mit Flatters Hofstaat.

      Ich habe ein Problem damit, von oben herab behandelt zu werden. Dann wehre ich mich.
      Mich braucht niemand lieb zu haben. Im Gegenteil habe ich Kontroversen gesucht, solange sie auf Augenhöhe stattfinden, bzw. solange niemand vorgibt, mir ach so überlegen zu sein.

      Glückwünsch übrigens, dass Du mich bei einem Rechtschreibfehler erwischt hast.
      Gönne jedem seinen Triumph.

      Im Übrigen hast Du mich nicht beim Leugnen, sondern beim Vergessen erwischt. Darüber hinaus hast Du mich dabei erwischt, dass ich dies eingeräumt habe.

      http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de/2017/01/die-feynsinnige-bannliste.html?showComment=1484584669342#c7623048344258036151



      Löschen
  7. @ das Murmeltier

    ich sehe das dann doch ein klein wenig anders. Es gibt ja keine irgendwie geartete Verpflichtung, sich einer Linken verpflichtet zu fühlen und deren Inhalte und Anschauungen bis in alle Ewigkeit zu teilen.

    Ganz schlimm für mich persönlich wäre, wenn man im Laufe einer hoffentlich stattfindenden Menschwerdung, keinerlei Veränderung an sich selbst bemerken würde und auch diejenigen nicht, die ein von aussen wahrnehmen.

    Der Duderich, so vermute ich, hatte zur Linken ohnehin nur noch wenig Anknüpfungspunkte, was ich selbst aber nicht besonders tragisch finde, weil es dabei ja nicht um eine Liebesbeziehung innerhalb der Linken geht, die sich über alle Enttäuschungen hinweg aufrecht erhalten muss, sondern eigentlich darum , die historisch vernichtende Niederlage der Linken durch den Faschismus und durch den real existierenden Sozialismus aufzuarbeiten, aus Fehlern zu lernen, neue Wege zu finden, die für mich inzwischen kaum noch mit dem bisherigen Verständnis vom Sozialismus, also dieser Transformation der bürgerlichen Gesellschaft in eine sozialistische möglich ist.

    Wenn die Differenzen irgendwann an einen Punkt kommen, wo sie unüberbrückbar werden, dann liegt es für mich vorrangig in der eigenen Verantwortung die Reissleine zu ziehen, ohne sich weiterhin vergeblich aneinander aufzureiben?

    Dann wird die Trennung eben unvermeidbar und ich halte es auch für legitim diese nicht im Stillen zu vollziehen, sondern die Gründe dafür zu benennen.

    Wobei die inhaltlichen eigentlich nicht konkret benannt wurden, was ich dabei als grossen Mangel empfinde.





    AntwortenLöschen
  8. Hi Dude, Grüße zurück.
    Ausgesprochen schade, schließe mich Stefan an, es ist schade, wenn Dogmatiker gewinnen. Dennoch Verständnis, gehe mal schwer davon aus, daß man sich in mancher Kommentarspalte wieder trifft.

    AntwortenLöschen
  9. Lieber Dogmatiker, als Opportunist.

    AntwortenLöschen
  10. @das Murmeltier

    Lieber weder das Eine, noch das Andere, sondern einfach nur Mensch, aber das scheint bei Dir nicht der Fall zu sein !

    @ Der Duderich

    Finde ich schade, ich habe hier zwar nur mitgelesen, war aber immer interessant, lass Dich bloss nicht unterkriegen ...

    AntwortenLöschen
  11. @ Das Murmeltier,

    sowohl die Einen, als auch die Anderen können für mich persönlich sehr unangenehme Zeitgenossen sein.

    Was empfehle ich inzwischen Menschen, die kein Verlangen danach verspüren für ihre Anschaungen von anderen niedergemacht zu werden, sofern sie es denn überhaupt annehmen wollen.

    Es gibt keinen vernünftigen Grund dort zu verweilen, wo man ständig angepisst wird. Das gilt übrigens für die einen als auch für die anderen Standpunkte.

    Ich habe das persönlich im privaten Leben stets sehr konsequent durchgezogen, selbst bei meinen Eltern. Irgendwann ist halt Schluss und es gibt dann auch keinen Schritt zurück mehr.

    Der Duderich war möglicherweise noch nie dort wo ich ihn gern gesehen hätte. Nicht sein Fehler, sondern dann doch wohl doch eher meiner, und ich erlaube mir meine Fehleinschätzung mir selbst anzulasten, und jetzt nicht nachzutreten.


    AntwortenLöschen
  12. Hallo Duderich
    Ich kann Deinen Frust verstehen. Wer in Klein-Bloggersdorf stecken bleibt, hat eh verloren. Inzestuöser Mief bis zum Abwinken mit Typen, die weder Anstand noch Lösungen haben. Und allen Ernstes eine eher rechte Partei wie 'Die Partei' empfehlen...

    Wünsche dir trotz all unseren Meinungsverschiedenheiten und Kleinkriegen eine angenehmere Zeit - ausserhalb von Klein-Bloggersdorf.

    Tipp: Versuche es doch mal mit Twitter. Dort triffst Du ECHTE Journalisten.

    André

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.