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Mittwoch, 27. September 2017

und Nahles so: "... ab morgen kriegen sie in die Fresse!"

Abteilung: Nahles macht den Kinski

Es gibt Momente, da wird Der Postillon von der Realität überholt.

Als ich diesen Artikel in der Süddeutschen Zeitung las, rieb ich mir irgendwann verwundert die Augen und schaute noch einmal nach, ob ich nicht doch gerade den Postillon lese.

Dort steht tatsächlich:

Tatsächlich machte Nahles deutlich, wie schnell sie auf Opposition und Angriff umschalten kann. Auf die Frage, wie sie sich nach der letzten gemeinsamen Kabinettssitzung mit den Kollegen von der Unionsfraktion fühle, sagte sie: "Ein bisschen wehmütig - und ab morgen kriegen sie in die Fresse!"
Über Ihre Ausdrucksweise kann man durchaus streiten. Diese neu gewonnene Streitbarkeit der Fraktionsvorsitzenden kann ich ihr aber nicht wirklich abnehmen.

Mal abwarten...


Nachtrag: Mittlerweile rauscht der Blätterwald. In der Google-Suchmaske beim Suchwort Nahles ist der erste Vorschlag "Andrea" und der Zweite, na? Richtig! "Fresse"

Inszenierter Tabubruch um Aufmerksamkeit zu generieren.
Und auch der Duderich fällt drauf rein... :-I

Kommentare:

  1. Dem Postillon reicht übrigens ein "i" im Namen.

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  2. Im Nachhinein breitet sich bei derartigen Worten unter der SPD-Wählerschaft die Erkenntnis aus, das es wohl effektiver gewesen wäre, Wladimir Klitschko als Kanzlerkandidaten zu nominieren.

    Nahles ist dermassen beliebt, dass sie in ihrem eigenen Wahlkreis Ahrweiler als Ministerin nicht einmal das Direktmandat (27 %) holte. Das nahm ihr die Konkurrentin Mechthild Hell (43 %) von der CDU ab.

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    1. Glaube fast, dass Nahles in Punkto Kraftsprache an der AfD vorbei ziehen will.
      Wenn Nahles den Kinski macht, ist das ungefähr so authentisch, wie wenn Christian Lindner die Hauptrolle in einer Che Guevara Bio-Pic spielen würde.

      Unsäglich war auch (S)Chulz in der Elefantenrunde.
      Neues Drehbuch?
      Im Wahlkampf als Mutter Theresa unterwegs, aber in der Elefantenrunde ein Gebahren wie ein Herausvorderer in den alten Rocky-Filmen.
      Fehlte nur noch der inflationäre Goldschmuck und der Iro.
      Alberne Schmierenkomödie. Vielleicht war auch einfach von Schröders Kocks noch was übrig...

      Solange Schulz Parteivorsitzender bleibt (ein Skandal an sich - bei diesen Wahlergebnis) und Nahles die Fraktionsvorsitzende macht, solange bleibt die SPD weiterhin erkenntnisresistent.

      Wenn die SPD was auf die Fresse gibt, dann jenen die abgehängt sind. Dann ihrer ursprünglichen Stammwählerschaft.

      Die CDU und die Konzerne kriegen weiterhin den Arsch gepudert.

      Die SPD blöckt jetzt vier Jahre in der Opposition, und hofft weiterhin, dass die Wähler ihnen ihr Schattenboxen als Cage-Fight abkaufen.

      Wenn die SPD aus ihrem Loch rauskommen will, dann soll sie mal Basis-Kämpfer ins Trainingslager schicken, statt erfolglose Parteisoldaten, die sich nach wie vor von der CDU für die Agenda 2010 loben lassen.

      Nahles und Schulz sollten mal in einer Talkshow mit einigermaßen eloquenten Hartz IV-Empfängern konfrontiert werden.

      Diese Selbstdemontage würde ich gerne mal sehen.

      Wenn jemand irgendwem auf die Fresse gibt, dann sind es seit Jahren die Wähler der SPD.

      Und immer noch wird auf die Dummheit der selben spekuliert, statt mal von Corbyn zu lernen.

      Weiterhin wird Realitätsverweigerung zelebriert.

      Wird die SPD es in den Opposition gelingen sich von der Agenda 2010 zu distanzieren?
      Mit Schulz und Nahles?
      Und selbst wenn, wer kauft ihnen dies ab?

      Eine Volkspartei weniger.

      Ganz toll. Das Feld ist offen für Neoliberalismus und Nationalismus/Rassismus.

      Wenn innerhalb dieser Partei nicht irgendwann mal eine kolossale Neuorientierung geschieht, dann braucht sie auch keinen Kanzlerkanditaten/In zu stellen.

      Langsam wird's albern.

      Ich freue mich nicht, über den Untergang dieser Partei. Denn mit ihr fällt ein Gegengewicht zum Marktradikalismus.
      Aber diese Partei ist halt eben auch kein Gegengewicht und hat sich deshalb überflüssig gemacht.

      Das werden noch ganz lausige Zeiten werden...

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  3. Seitdem heißt dieser Eifeler Bauerntrampel bei mir:
    Andrea Fresse ;)

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    1. Besser noch: Andrea (halt die) Fresse.

      Was wirklich betroffen macht:
      Selbst das Gehen in die (wenige hofften: gelebte) Opposition verkommt auch zum Schmierentheater. Schon im Ansatz.
      Schulz klebt nach dem größten Wahldebakel der SPD (ever!) weiterhin am Parteivorsitz. Und ausgerechnet Nahles, eine der Agenda 2010-Propagandisten wird zur Fraktionsvorsitzenden gemacht (wie rechts muss die SPD eigentlich sein, wenn Figuren wie Nahles als 'Parteilinke' bezeichnet werden?).
      Toller Neustart!
      Wirklich authentisch dieser Neuanfang!
      Folgt aber dem selben Muster, wie Schulzes Geschwafel von sozialer Gerechtigkeit im Wahlkampf. Wie lässt sich die menschenverachtende Agenda 2010 mit sozialer Gerechtigkeit vereinbaren? Kein Wort dazu im Wahlkampf! Keine bohrenden Nachfragen dazu in den Medien.

      Schulz, der solange zahm blieb (um sich die GroKo-Option warm zu halten) bis die Wahlergebnisse bekannt wurden.

      Neoliberale, wirtschaftsgläubige ('der Markt richtet alles') Ideologie, mit rotem Anstrich.
      Wer braucht das?
      20% sind noch viel zu viel für diese Laienverarsche. Und seit 10 Jahren glaubt die SPD ihren eigenen Bullshit mehr, als die Wähler.

      Und jedesmal das Geseiere, dass aber nun endlich mal, wirklich mal, aber jetzt echt, die selbstkritische Auseinandersetzung folgt.

      Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute...

      Die SPD ist genau so sozialdemokratisch, wie die CDU/CSU christlich.
      Ich, als Atheist verstehe wohl mehr vom christlichen Glauben, als die Parteien, die dies im Namen tragen.

      Etikettenschwindel.
      Und die FDP ist liberal, und die AfD eine annehmbare und progressive Alternative.
      Und man wundert sich über die Poltikverdrossenheit und die 'Wutbürger'.

      Als wenn es ein Makel wäre, wütend zu sein.
      Leider hat die Linke noch kein ausreichenden Zufluchtsort für die Wütenden gebildet. Parlamentarisch, wie auch außerparlamentarisch (APO).

      Wo ist einer, wie Rudi Dutschke, wenn man ihn braucht?

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  4. Rudi Dutschkes wachsen nun mal leider keine mehr
    nach, schon gar aus der angstangepassten Generation Y ff.
    Angst essen Seele auf und Hirn zum Nachtisch …

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    1. Ich glaube schon, dass es auch heute genug progressive, linke Denker gibt.
      Aber in unserer Gesellschaft kommen sie nicht zu Wort. Sie sind außerhalb der medialen Fokussierung.

      Die Medien sind derweil viel zu beschäftigt, sich mit sich selbst zu beschäftigen.
      Sie wollen die Illusion aufrecht erhalten, die Vierte Gewalt zu sein. Stattdessen sind sie nach wie vor die Hofberichtserstattung der Regierung.
      Und so etwas muss man dann per Zwangsgebühren finanzieren.
      Man hat nicht die Möglichkeit zu sagen:
      Ich will das nicht, ich brauch das nicht - ich zahl das nicht.

      Ein Rudi Dutschke würde heute gar nicht mehr interviewt werden.
      Und wenn, dann würde es nicht gesendet werden.

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